John W. McCormack Post Office and Courthouse
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Das John W. McCormack Post Office and Courthouse (ehemals United States Post Office, Courthouse, and Federal Building) ist ein Hochhaus am Post Office Square in Boston, Massachusetts. Das zu Beginn der 1930er Jahre errichtete Gebäude war von Beginn an für mehrere Nutzer ausgelegt und beherbergte ursprünglich unter anderem ein Postamt des United States Postal Service (bis 1971 United States Post Office Department). Das Gebäude wurde 1972 nach dem aus Boston stammenden Politiker John W. McCormack benannt und ist seit 2011 als Denkmal im National Register of Historic Places eingetragen.
| United States Post Office, Courthouse, and Federal Building | ||
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| National Register of Historic Places | ||
Das Gebäude im Jahr 2025 | ||
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| Lage | Boston, Massachusetts, Vereinigte Staaten | |
| Koordinaten | 42° 21′ 26,1″ N, 71° 3′ 25″ W | |
| Fläche | 2,2 Acres (0,9 ha) | |
| Erbaut | 1931–1933 | |
| Baustil | Art déco / Moderne | |
| NRHP-Nummer | 11000160 | |
| Ins NRHP aufgenommen | 8. April 2011 | |
Beschreibung
Das freistehende Gebäude nimmt einen gesamten Häuserblock am Post Office Square ein und wurde als kombinierter Sitz von Post, Bundesgerichten und weiteren Bundesbehörden konzipiert. Der Bau besitzt ein Stahlskelett mit Stahlbetontragwerk und ist mit Granit aus Neuengland sowie Kalkstein verkleidet. Seine gestufte, aus mehreren unterschiedlich hohen Baukörpern zusammengesetzte Silhouette erreicht eine Höhe von bis zu 102 Metern. Charakteristisch sind die starke vertikale Gliederung durch Pfeiler und Fensterbänder sowie die zurückgestaffelten Dachabschlüsse, die typische Merkmale des Art déco darstellen. Der Baukörper besteht aus einem fünfgeschossigen Sockel, über dem sich drei turmartige Gebäudeteile in U-förmiger Anordnung erheben. Ein zentraler Innenhof sorgt in den oberen Geschossen für Belichtung und Belüftung. Die Fassade verwendet verschiedene regionale Granitsorten, darunter Granit aus Quincy, Concord und Chelmsford. Für die oberen Turmteile und den Lichthof wurde zusätzlich Kalkstein aus Indiana eingesetzt. Die Verwendung heimischer Natursteine erfolgte bewusst, um die Steinbrüche Neuenglands während der Weltwirtschaftskrise zu unterstützen. Die Hauptfassade des Gebäudes ist besonders repräsentativ gestaltet. Sie wird von monumentalen Granitpilastern, Aluminiumfenstern und reich ornamentierten Eingangsportalen geprägt. Zu den dekorativen Elementen zählen stilisierte Lilienornamente, Adlermotive, Balustraden, Rundmedaillons sowie gestufte Attiken. Die Fassaden folgen dem für Art-déco-Hochhäuser typischen Aufbau aus Sockel, Schaft und oberem Abschluss. Ornamentale Friese, Reliefplatten und plastische Adlerfiguren akzentuieren die Gebäudeecken und Rücksprünge.[1]
Die Westfassade an der Devonshire Street wird von dem 22 Geschosse hohen Mittelturm dominiert. Auch hier bestimmen vertikale Fensterachsen, gestufte Rücksprünge und dekorative Friese das Erscheinungsbild. Die Fassaden an Milk Street und Water Street sind schlichter ausgeführt und betonen stärker die monumentale Baumasse als den Fassadenschmuck. Ein durchgehendes Schmuckband mit griechischem Mäander-Ornament verbindet die verschiedenen Gebäudeseiten gestalterisch miteinander.[2]
Die Innenräume wurden gemeinschaftlich vom Büro des Bundesarchitekten und dem Bostoner Architekturbüro Cram & Ferguson gestaltet. Besonders aufwendig ausgestaltet wurden die öffentlichen Bereiche wie Eingangsfoyers, Treppenhäuser, Korridore, Gerichtssäle und die Bibliothek. Charakteristisch sind umfangreiche Verkleidungen aus verschiedenfarbigem Marmor, dekorative Bronzeelemente, Aluminiumornamente, kassettierte Decken sowie kunstvoll gestaltete Geländer und Türen. Die Haupteingangshalle und die monumentale Treppenanlage an der Devonshire Street gelten als die architektonisch bedeutendsten Erschließungsräume des Gebäudes.[3]
Besonders bemerkenswert sind die ursprünglich sieben Gerichtssäle, die jeweils individuelle Ausstattungsmerkmale besitzen. Trotz gemeinsamer Gestaltungselemente wie Holzvertäfelungen, Bronzedekor, Marmorausstattungen und Art-déco-Ornamentik erhielt jeder Saal ein eigenes gestalterisches Thema. Mehrere Gerichtssäle zeigen gestufte Wandgliederungen im Zikkurat-Stil, Reliefs mit Justizsymbolen, Adlerdarstellungen und aufwendige Holz- beziehungsweise Marmorarbeiten. Die Hauptbibliothek sowie die Richter- und Verwaltungsräume wiesen ebenfalls zahlreiche originale Ausstattungsdetails wie Parkettböden, Nussbaumvertäfelungen, Einbauschränke und dekorative Stuckdecken auf.[4]
Insgesamt zählt das Gebäude zu den bedeutendsten Beispielen monumentaler Bundesarchitektur der frühen 1930er Jahre in Boston. Es verbindet die funktionalen Anforderungen eines modernen Verwaltungs- und Gerichtsgebäudes mit einer außergewöhnlich reichen Ausgestaltung im Stil des Art déco.
Historische Bedeutung
Das Hochhaus gilt als bedeutendes Zeugnis der Bundesarchitektur der Zeit der Weltwirtschaftskrise. Es wurde als zentrales Verwaltungszentrum der Bundesregierung für den Großraum Boston konzipiert und vereinte Postamt, Bundesgerichte sowie zahlreiche Bundesbehörden unter einem Dach. Aufgrund seiner historischen Bedeutung für die staatliche Verwaltung und seiner architektonischen Qualität wurde es in das National Register of Historic Places aufgenommen. Der Bau ersetzte am gleichen Standort mit dem United States Post Office and Sub-Treasury Building ein älteres Bundesgebäude aus den 1870er Jahren im Stil des Second Empire. Nach der Bewilligung entsprechender Haushaltsmittel im Jahr 1927 wurde der Neubau auch als wirtschaftliches Förderprojekt verstanden. Politiker aus Massachusetts setzten durch, dass überwiegend Granit aus Neuengland anstelle des günstigeren Kalksteins verwendet wurde, um die regionale Wirtschaft und die Steinbruchindustrie zu unterstützen. Der Grundstein wurde am 5. Januar 1932 gelegt. Mit seiner Fertigstellung im Jahr 1933 verkörperte das 22-geschossige Hochhaus den Wandel der amerikanischen Bundesarchitektur. Neben den Räumen der Post und des Bundesgerichts beherbergte es die regionalen Niederlassungen zahlreicher Bundesministerien, darunter die Ministerien für Landwirtschaft, Handel, Inneres, Arbeit, Finanzen, Marine und Krieg. Damit fungierte das Gebäude faktisch als Hauptsitz der Bundesverwaltung im Raum Boston.[5]
Das Gebäude entstand im Rahmen des Public Buildings Act von 1926, der ein umfangreiches Bauprogramm für neue Bundesgebäude einleitete und zugleich die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Stellen und privaten Architekturbüros förderte. Die Planungen basierten auf standardisierten Entwürfen des Büros des Supervising Architect des US-Finanzministeriums. Gleichzeitig bot das Gesetz privaten Architekten die Möglichkeit, diese funktionalen Grundrisse gestalterisch weiterzuentwickeln. Das Bostoner Bundesgebäude gilt daher als herausragendes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen staatlicher Planung und privater Architekturpraxis. Für die Gesamtplanung war der Supervising Architect des US-Finanzministeriums, James A. Wetmore, verantwortlich. Die Ausarbeitung der Fassaden sowie wesentlicher Innenräume erfolgte durch das renommierte Bostoner Architekturbüro Cram & Ferguson unter Leitung von Ralph Adams Cram. Während die Bundesbehörden die funktionalen Grundstrukturen vorgaben, überarbeitete das Büro insbesondere die Gerichtsbereiche und die repräsentativen Innenräume. Dadurch entstand eine ungewöhnliche Verbindung standardisierter Regierungsarchitektur mit anspruchsvoller architektonischer Gestaltung.[6]
Die Wahl Crams für das Projekt galt als bemerkenswert, da er vor allem als führender Vertreter der Neugotik in den Vereinigten Staaten bekannt war. Obwohl seine ersten Entwürfe noch mittelalterliche Gestaltungselemente enthielten, entwickelte er schließlich einen Bau, der moderne Hochhausarchitektur mit Elementen des Art déco verband. Das Gebäude blieb das einzige Regierungsgebäude, das Cram entwarf.[7]
Architekturgeschichtlich besitzt das Bauwerk besondere Bedeutung als Übergangsform zwischen klassizistisch geprägter Bundesarchitektur und moderner Hochhausgestaltung. Zwar folgt seine Grundkonzeption weiterhin den traditionellen Vorstellungen staatlicher Repräsentationsarchitektur, doch zeigen die gestufte Baukörpergestaltung, die vertikale Fassadengliederung sowie der Einsatz von Aluminium, Bronze und großflächigen Fensterbändern deutliche Einflüsse des Art déco. Besonders hervorgehoben werden die reich dekorierten Eingangsbereiche, die monumentalen Natursteinfassaden sowie die außergewöhnlich aufwendig gestalteten Innenräume mit zahlreichen Marmorarten, Bronzeornamenten und dekorativen Holzarbeiten. Darüber hinaus besitzt das Gebäude eine hohe historische Bedeutung für Boston und den Bundesstaat Massachusetts. Als Sitz zahlreicher Bundesbehörden und des United States Court of Appeals for the First Circuit spielte es über Jahrzehnte eine zentrale Rolle in Verwaltung und Rechtsprechung. Zugleich schuf das Bauprojekt während der Wirtschaftskrise Arbeitsplätze im Baugewerbe sowie in den Steinbrüchen Neuenglands. Das Gebäude gilt daher sowohl als Symbol föderaler Präsenz in Neuengland als auch als herausragendes Beispiel repräsentativer Art-déco-Architektur der frühen 1930er Jahre.[8]
Siehe auch
Literatur
- Portia Lee: NRHP Nomination Form. (PDF) United States Department of the Interior, National Park Service, 1. März 2006 (englisch).

