Landtag für Württemberg-Hohenzollern

erste frei gewählte Parlament in Württemberg-Hohenzollern From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Landtag für Württemberg-Hohenzollern war das erste frei gewählte Parlament des nach dem Zweiten Weltkrieg in der französischen Besatzungszone entstandenen Landes Württemberg-Hohenzollern. Der Landtag war das Nachfolgegremium der durch kommunale Delegierte gewählten Beratenden Landesversammlung für Württemberg-Hohenzollern. Die Wahl fand am 18. Mai 1947 zeitgleich mit der Abstimmung über die von der Beratenden Landesversammlung ausgearbeiteten Landesverfassung statt.

Kloster Bebenhausen – Sitz des Landtags für Württemberg-Hohenzollern

Die konstituierende Sitzung des Landtags fand am 3. Juni 1947 im Kloster Bebenhausen statt. Der Landtag war für vier Jahre gewählt; die Neuwahl hätte also im Frühjahr 1951 stattfinden müssen. Wegen des geplanten Zusammenschlusses von Württemberg-Hohenzollern mit Baden und Württemberg-Baden wurde die Wahlperiode durch eine Verordnung von Staatspräsident Gebhard Müller bis zur Vereinigung der drei Länder verlängert. Die hierfür notwendige Verfassungsänderung wurde von der Bevölkerung gemeinsam mit der Volksabstimmung über die Vereinigung der drei Länder am 9. Dezember 1951 in einem zusätzlichen Referendum gebilligt. Sie war notwendig geworden, nachdem das Bundesverfassungsgericht das Erste Neugliederungsgesetz des Bundes[1], das eine Verlängerung der Wahlperiode bis zum 31. März 1952 vorsah, für ungültig erklärt hatte.

Präsidium

Modell des Landtags im Winterrefektorium des Klosters

Auf der konstituierenden Sitzung wurde Karl Gengler (CDU) zum Präsidenten des Landtags gewählt. Erster Stellvertreter war Fritz Fleck (SPD), zweiter Stellvertreter Karl Kübler (DVP). Das Präsidium entsprach damit exakt dem der Beratenden Landesversammlung. Nachdem Karl Kübler sein Amt niederlegte, wurde Eduard Leuze (DVP) am 22. Juni 1948 zu seinem Nachfolger als zweiter Stellvertreter des Landtagspräsidenten gewählt.

Direktor des Landtags war Friedrich Seethaler.

Sitzverteilung

Landtagswahl 1947[2]
Wahlbeteiligung: 66,4 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,2 %
20,8 %
17,7 %
7,3 %
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Aus der Landtagswahl vom 18. Mai 1947 ging die CDU mit einem Stimmenanteil von 54,2 Prozent als klarer Sieger hervor, die SPD erhielt 20,8 Prozent, die DVP 17,7 und die KPD 7,3 Prozent.[3] Daraus ergab sich folgende Mandatsverteilung:[4]

Weitere Informationen Partei, Sitze ...
Partei Sitze Fraktionsvorsitzende
CDU 32 Sitze Franz Gog
SPD 12 Sitze Oskar Kalbfell
DVP 11 Sitze Eduard Leuze
KPD 05 Sitze Wilfried Acker
Gesamt 60 Sitze
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Zusätzlich waren mit Wilhelm Göttler und Josef Schmid zwei Abgeordnete aus dem bayerischen Landkreis Lindau im Landtag vertreten, weshalb die Gesamtzahl zunächst 62 betrug. Beide Abgeordnete gehörten der CDU an. Der Kreis Lindau gehörte als einziger bayerischer Landkreis zur französischen Besatzungszone und war deshalb verwaltungstechnisch Württemberg-Hohenzollern angegliedert. Mit dem Übergang der Vertretung des Kreises an Bayern am 19. Dezember 1950 schieden diese beiden Abgeordneten aus dem Landtag aus.

Ausschüsse

Weitere Informationen Ausschuss, Vorsitzender ...
Ausschuss Vorsitzender
FinanzausschussPaul Binder, CDU
SozialausschussOskar Kalbfell, SPD
Landwirtschafts- und ErnährungsausschussBernhard Bauknecht, CDU
Geschäftsordnungs- und PetitionsausschussFerdinand Zeeb, KPD
Verwaltungs- und RechtsausschussEduard Leuze, DVP
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Mitglieder

Weitere Informationen Name, Lebensdaten ...
Name Lebensdaten Fraktion Wahlkreis/
Liste
Anmerkung
Wilfried Acker1908–1979KPDRottweil
Wilhelm Baessler1878–1975CDUFreudenstadt
Bernhard Bauknecht1900–1985CDURavensburg
Ludwig Becker1892–1974KPDListe
Paul Binder1902–1981CDUListe
Lorenz Bock1883–1948CDURottweilStaatspräsident, gestorben am 3. August 1948 (Nachfolger: Josef Schinle)
Alfons Brenner1889–1966SPDCalweingetreten am 12. Oktober 1949 als Nachfolger für Dieter Roser
Karl Bürker1891–1967CDUBiberach
Emil Dittus1885–1965CDUCalweingetreten am 29. November 1949 als Nachfolger für Fritz Schuler
Hermann Dold1892–1953CDUTuttlingen
Franz Dreher1898–1977CDUHechingen
Fritz Erler1913–1967SPDBiberachMandat niedergelegt am 3. Juli 1947 (Nachfolger: Karl Raaf)
Margarete Fischer-Bosch1888–1972DVPTübingeneingetreten am 25. Mai 1950 als Nachfolgerin für Eberhard Wildermuth
Fritz Fleck1890–1966SPDListe
Sebastian Ganser1882–1957CDUBiberach
Karl Gengler1886–1974CDURottweil
Wilhelm Göttler1890–1953CDULindauausgeschieden beim Übergang der Vertretung des Kreises Lindau auf das Land Bayern am 19. Dezember 1950
Franz Gog1907–1980CDUSigmaringen
Fritz Graf1892–1976DVPFreudenstadteingetreten am 30. Januar 1952 als Nachfolger für Hermann Schieferer
Ernst Gräßle1894–1958CDUListeeingetreten am 18. April 1952 als Nachfolger für Jakob Hermann
Konstantin Gsell1896–1978CDUHorb
Eugen Hahn1874–1959CDUMünsingen
Albert Hartmann1899–1991CDUWangen
Adolf Hartmeyer1886–1953SPDTübingen
Friedrich Haux1887–1966DVPBalingen
Gottlieb Hennefarth1897–1976KPDCalwMandat niedergelegt am 1. Juni 1948 (Nachfolger: Ernst Laich)
Jakob Hermann1872–1952CDUListegestorben am 28. März 1952 (Nachfolger: Ernst Gräßle)
Herbert Holtzhauer1906–1987SPDRottweil
Otto Jäger1882–1965CDUTübingeneingetreten am 5. November 1947 als Nachfolger für Emil Niethammer
Oskar Kalbfell1897–1979SPDReutlingen
Ernst Kinkelin1916–1991DVPTuttlingen
Hans Kohler1893–1962DVPRottweil
Anton Kramer1908–1983CDUEhingen
Siegfried Krezdorn1914–1982CDUListe
Karl Kübler1880–1955DVPRavensburg
Otto Künzel1903–1966SPDReutlingen
Ernst Laich1900–1982KPDCalweingetreten am 22. Juni 1948 als Nachfolger für Gottlieb Hennefarth
Johann Leibinger1903–1993CDUListe
Eduard Leuze1906–1973DVPReutlingen
Bernhard Lieb1894–1978CDUTettnang
Josef Lutz1911–1998CDUWangen
Jakob Mast1904–1994CDUCalw
Eugen Maucher1912–1991CDURavensburg
Judas Thaddäus Mayer1897–1972CDUSaulgau
Gertrud Metzger1908–1993SPDBiberacheingetreten am 9. Dezember 1947 als Nachfolgerin für Karl Raaf
Gebhard Müller1900–1990CDUListeStaatspräsident
Karl Müller1897–1982SPDRavensburg
Emil Niethammer1869–1956CDUTübingenMandat niedergelegt am 31. Oktober 1947 (Nachfolger: Otto Jäger)
Josef Ott1883–1978CDUEhingen
Franz Pfender1899–1972CDUBiberach
Karl Raaf1902–1980SPDBiberacheingetreten am 3. Juli 1947 als Nachfolger für Fritz Erler, Mandat niedergelegt am 5. November 1947 (Nachfolger: Gertrud Metzger)
Hans Rager1896–1971DVPListe
Anton Reiner1896–1994CDUSaulgau
Viktor Renner1899–1969SPDBalingen
Dieter Roser1911–1975SPDCalwMandat niedergelegt am 3. September 1949 (Nachfolger: Alfons Brenner)
Albert Sauer1902–1981CDURavensburg
Hermann Schieferer1901–1995DVPFreudenstadtMandat niedergelegt am 15. Oktober 1951 (Nachfolger: Fritz Graf)
Josef Schinle1896–1965CDURottweileingetreten am 13. August 1948 als Nachfolger für Lorenz Bock
Jakob Schlotterbeck1884–1961DVPReutlingen
Carlo Schmid1896–1979SPDListe
Josef Schmid1888–1979CDULindauausgeschieden beim Übergang der Vertretung des Kreises Lindau auf das Land Bayern am 19. Dezember 1950
Nikolaus Heinrich Schmitt1890–1973SPDFreudenstadt
Josef Schneider1893–1978CDUTübingen
Josef Schnell1886–1966SPDTuttlingen[5]
Fritz Schuler1885–1955CDUCalwMandat niedergelegt am 31. Oktober 1949 (Nachfolger: Emil Dittus)
Thomas Schwarz1903–1974CDUBalingen
Ludwig Wieland1901–1988KPDReutlingen
Eberhard Wildermuth1890–1952DVPTübingenMandat niedergelegt am 4. April 1950 (Nachfolgerin: Margarete Fischer-Bosch)
Eugen Wirsching1891–1983CDUReutlingen
Wilhelm Wirthle1874–1960DVPListe
Ferdinand Zeeb1894–1954KPDTübingen
Oswald Zobel1878–1964DVPCalw
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Literatur

Quellen und Anmerkungen

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