Wikiwand AI

Kainach bei Voitsberg

Gemeinde im Bezirk Voitsberg, Steiermark From Wikipedia, the free encyclopedia

Kainach bei Voitsberg ist eine Gemeinde mit 1504 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Voitsberg in der Steiermark. Am 1. Jänner 2015 wurden im Zuge der Gemeindestrukturreform in der Steiermark die Gemeinden Gallmannsegg und Kohlschwarz eingemeindet.[1]

Die nördliche Grenze des Gemeindegebietes, der Roßbachkogel, 1848 m
Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Kainach bei Voitsberg
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Kainach bei Voitsberg
Kainach bei Voitsberg (Österreich)
Kainach bei Voitsberg (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Steiermark Steiermark
Politischer Bezirk: Voitsberg
Kfz-Kennzeichen: VO
Fläche: 83,25 km²
Koordinaten: 47° 8′ N, 15° 6′ O
Höhe: 544 m ü. A.
Einwohner: 1.504 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 18 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8573
Vorwahl: 03148
Gemeindekennziffer: 6 16 30
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Kainach 19
8573 Kainach
Website: www.kainach.at
Politik
Bürgermeister: Bernd Gratzer (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
13
1
1
13 1 1 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Kainach bei Voitsberg im Bezirk Voitsberg
Lage der Gemeinde Kainach bei Voitsberg im Bezirk Voitsberg (anklickbare Karte)BärnbachEdelschrottGeistthal-SödingbergHirschegg-PackKainach bei VoitsbergKöflachKrottendorf-GaisfeldLigistMaria LankowitzMooskirchenRosental an der KainachSankt Martin am WöllmißbergSöding-Sankt JohannStallhofenVoitsbergSteiermark
Lage der Gemeinde Kainach bei Voitsberg im Bezirk Voitsberg (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Kainach von Süden gesehen
Kainach von Süden gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Schließen

Geografie

Die Gemeinde Kainach bei Voitsberg liegt westlich von Graz, nördlich von Voitsberg im oberen Tal der Kainach. Der tiefste Punkt im Süden liegt rund 500 Meter über dem Meer. Von dort steigt das Land nach Osten und Westen bewaldet bis 1000 Meter, im Norden auf Almen bis 1800 Meter an. Mehr als drei Viertel der Gemeindefläche von achtzig Quadratkilometer sind bewaldet, sechzehn Prozent werden landwirtschaftlich genutzt, fünf Prozent sind Almen.[2]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2026[3]):

Die Gemeinde besteht aus vier Katastralgemeinden (Fläche Stand 31. Dezember 2023[4]):

Nachbargemeinden

Sankt Margarethen bei Knittelfeld (MT) Übelbach (GU)
Maria Lankowitz Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Geistthal-Södingberg
Köflach Bärnbach

Geschichte

Funde im Oswaldgraben zeigen, dass die Römer schon 150 vor Christus hier einen Steinbruch betrieben haben.

Das früheste Schriftzeugnis von Kainach entstand um 1075 und lautet „Cheinahc“. Der Name geht auf altslawisch choja (Nadelbaum) zurück.[5] Im Jahr 1138 wird ein Gumhold von Kainach erwähnt.

Aufzeichnungen im Babenberger Urbar von 1240 und im Urbar von St. Lambrecht von 1392 zeigen, dass die bajuwarische Besiedlung bereits um 1200 abgeschlossen war. Die heute noch bestehenden Anwesen vlg. Weißmann, vlg. Schitting und vlg. Winckler im Dorf Kainach werden in diesen Urbaren genannt. Im Jahr 1392 wird auch bereits der Pfarrhof erwähnt.

Grundherren waren das Stift St. Lambrecht und die Familie der Greienegger. Nach verschiedenen Besitzerwechsel hatten auch die Babenberger Besitzungen in Kainach.

Die erste Aufzeichnung der Burg Hauenstein (Hanstein) stammt aus dem Jahr 1222, als sie im Besitz des Wulfing von Hanau war. Im Jahr 1376 ging sie in den Besitz von Herzog Albrecht über, der sie der Familie zwei Jahre später wieder als Lehen übergab. In der Folge gab es mehrere Wechsel der Besitzer. Nach einem Feuer am Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Burg aufgegeben. Die Ruine befindet sich wie die umliegenden Wälder im Besitz der Österreichischen Bundesforste.

Im ersten erhaltenen Taufbuch der Pfarre findet sich im Jahr 1630 die Taufe eines Kindes des „ludi magistri“, eines Lehrers. Das bedeutet, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits eine Schule gab.

Nachdem es seit Mitte des 20. Jahrhunderts eine Verwaltungsgemeinschaft gegeben hatte, wurden die drei Gemeinden Gallmannsegg, Kainach und Kohlschwarz im Jahr 2015 vereint.[6][7]

Bevölkerungsentwicklung

Kainach bei Voitsberg: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
2.662
1880
  
2.495
1890
  
2.639
1900
  
2.485
1910
  
2.256
1923
  
1.870
1934
  
2.045
1939
  
1.923
1951
  
1.989
1961
  
2.000
1971
  
1.973
1981
  
1.944
1991
  
1.885
2001
  
1.868
2011
  
1.694
2021
  
1.603
2026
  
1.504
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021
Pfarrkirche
Der Innenraum der Pfarrkirche
Bergfried der Burgruine Hauenstein

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Kainach bei Voitsberg ist eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Daneben wird in Kainach seit der Zeitenwende weißer Marmor abgebaut. 22 der 56 Erwerbstätigen des Produktionssektors sind im Bergbau beschäftigt (Stand 2011).[8][9][10]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2021[11] 2011 2001 2021[11] 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 76 134 131 86 91 70
Produktion 23 15 11 58 56 52
Dienstleistung 51 45 36 87 88 65
Schließen

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Berufspendler

Im Jahr 2011 lebten 842 Erwerbstätige in Kainach bei Voitsberg. Davon arbeiteten 182 in der Gemeinde, mehr als drei Viertel pendelten aus.[12]

Politik

Gemeinderat

In den Gemeinderat werden 15 Mandatare gewählt:

Weitere Informationen Partei, Prozent ...
Partei 2025[13] 2020[14] 2015[15] 2010[15]
Prozent Mandate % Mandate % Mandate % Mandate
SPÖ 78,09 13 81,35 13 67,03 11 56,71
ÖVP 10,82 1 16,06 2 22,71 3 40,20
FPÖ 11,09 1 2,59 0 7,65 1 2,47
GRÜNE nicht kandidiert nicht kandidiert 2,60 0 nicht kandidiert
Schließen

Bürgermeister

  • bis 2024 Viktor Schriebl (SPÖ)
  • seit 2024 Bernd Gratzer (SPÖ)[16]

Wappen

Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit.

Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 20. März 2016.[17]
Die neue Blasonierung lautet:

„Im von einem schrägrechten silbernen, schwarz gefluteten Wellenbalken geteilten Schild oben in Rot silbern gekreuzt Schlägel und Eisen, unten in Grün eine silberne Kirche, deren rechtsgestellter spitzbehelmter Turm samt aufgestecktem Kreuz mit vier schwarz durchbrochenen hochrechteckigen Fenstern übereinander, das Langhaus mit je schwarz durchbrochener Pforte und vier rechteckigen Fenstern darüber.“
Lipizzanerweide Brendlalm

Sonstiges

Die Sommerweide der Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule in Wien befindet sich in Gallmannsegg auf der Brendlalm.[18][19]

Im Gemeindegebiet gibt es zahlreiche Wanderwege, entlang der nordwestlichen Gemeindegrenze verlaufen der Nord-Süd-Weitwanderweg und der Zentralalpenweg.

Literatur

  • Ernst Lasnik: Das obere Kainachtal. Aus der Geschichte der Gemeinden Kainach, Gallmannsegg und Kohlschwarz. Kainach 2006.
Commons: Kainach bei Voitsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks