Kainach (Mur)
Rechter Nebenfluss der Mur bei Wildon in der Steiermark
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Die Kainach ist ein 65 km langer Fluss in Österreich in der Steiermark, entspringt im Gleinalpengebiet und fließt stets in südöstlicher Richtung.[3]
| Kainach | ||
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Die Kainach bei Krems in der Steiermark in der Stadtgemeinde Voitsberg | ||
| Daten | ||
| Lage | Steiermark, Österreich | |
| Flusssystem | Donau | |
| Abfluss über | Mur → Drau → Donau → Schwarzes Meer | |
| Quellgebiet | am Roßbachkogel, Gleinalpe 47° 12′ 23″ N, 15° 2′ 48″ O | |
| Quellhöhe | ca. 1718 m ü. A. | |
| Mündung | in Wildon 46° 53′ 12″ N, 15° 31′ 5″ O | |
| Mündungshöhe | 292 m ü. A. | |
| Höhenunterschied | ca. 1426 m | |
| Sohlgefälle | ca. 22 ‰ | |
| Länge | 65,3 km[1] | |
| Einzugsgebiet | 852,47 km²[2] | |
| Linke Nebenflüsse | Södingbach, Liebochbach, Doblbach | |
| Rechte Nebenflüsse | Oswaldgrabenbach, Teigitsch | |
| Kleinstädte | Voitsberg, Bärnbach | |
| Gemeinden | Lieboch, Wildon | |
| Einwohner im Einzugsgebiet | ca. 70.000 | |
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Beschreibung
Die Kainach ist ein Fluss, der an der Grenze zum Bezirk Murtal entspringt. Ihr natürlicher Flusslauf wurde mehrmals reguliert und verkürzt, um so Nutzflächen zu erhalten. In die Kainach fließen neben kleineren Bächen der Siebenbrunnenbach, der Alpenbach, der Gradnerbach, die Teigitsch, die Söding und der Liebochbach. Sie passiert die Ortschaften Kainach bei Voitsberg, Bärnbach, Voitsberg, Krottendorf, Mooskirchen und Lieboch, bevor sie im Unterlauf das Weststeirische Hügelland von der Kaiserwaldterrasse trennt. Bei Wildon mündet sie schließlich in die Mur.[3]
Geschichte
Der obere Kainachboden bildete einst ein Seebecken, ehe sich das Wasser der Kainach durch den Querriegel, auf dem die Ruine Krems thront, einen Weg bis zur Mur bahnte. Das Gebiet wurde bereits von steinzeitlichen Jägern bewohnt, die in den zahlreichen Höhlen hausten.[4]
Das Gebiet des Kainachbodens gehörte zum Königreich Noricum. In das dünn besiedelte Gebiet wanderten Slawen oder Wenden ein, die von den Awaren bis zu den Quellen der Drau und Mur gedrängt wurden. Aus dieser Zeit sind viele slawische Flur-, Fluss- oder Ortsbezeichnungen erhalten geblieben wie die Ortsnamen Preding oder Laßnitz oder die Flussnamen Lassnitz (ein Nebenfluss der Kainach) und Laßnitz (ein Nebenfluss der Sulm).[5]
Name
Die Kainach wurde zwischen 1060 und 1088 erstmals urkundlich als (ad) Cheinahc erwähnt. Die Etymologie ist unsicher. In Frage kommen in erster Linie Herkunft von althochdeutsch Kīnaha ‘Bach in einer schmalen Geländevertiefung’, also etwa „Schlucht-Ache“,[6] oder aber Herkunft von slawisch Ch(v)ojъna (rěka) ‘Reisig-, Nadelbaum-Bach’, woran sekundär althochdeutsches aha ‘Bach’ angefügt worden wäre.[7][8] Sowohl die germanische als auch die slawische Deutung führen zu Rückschlüssen auf die Besiedlung des Kainachtals, sei es im Rahmen der deutschen Ostsiedlung, sei es auf das Vordringen der Slawen (seit dem 6. Jahrhundert von Pannonien her entlang der Flussläufe).
Daneben gibt es weitere Vorschläge. Einer verweist auf slawisch *glin’nica ‘Lehmbach’,[9] ein anderer auf die indogermanischen Wurzel ku̯ei-, erweitert zu ku̯ei-no-, mit einer Bedeutung ‘Schlamm, Kot, beschmutzen’,[10] und ein dritter schließt an althochdeutsch kien ‘Kieferharz Kiefer, Kienföhre’ an.[11]
Verschiedenes
- In Wien-Floridsdorf wurde 1953 die Kainachgasse nach dem Fluss benannt.
- Eine Sagengestalt der Steiermark, das Lahnwaberl nach einem Nebenfluss der Kainach, treibt in der Gegend ihr Unwesen.
Literatur
- Franz Anton Brauner (Hrsg.): Was die Heimat erzählt. Steirische Heimathefte. H. 12: Die Weststeiermark, das Kainach-, Sulm- und Laßnitztal. Leykam, Pädagogischer Verlag, Graz/Wien 1953, OCLC 444287430.
- Gottfried Kopetzky: Das Miozän zwischen Kainach und Lassnitz in Südweststeiermark. (= Mitteilungen des Museums für Bergbau, Geologie und Technik am Landesmuseum Joanneum. H. 18.) Museum für Bergbau, Geologie u. Technik, Graz 1957, OCLC 74533008.


