Karl-Markus Gauß

österreichischer Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl-Markus Gauß (* 14. Mai 1954 in Salzburg) ist ein österreichischer Schriftsteller. Er lebt als Essayist und Kritiker in Salzburg und war bis 2022 Herausgeber der Zeitschrift Literatur und Kritik.

Karl-Markus Gauß (2025)

Leben

Karl-Markus Gauß entstammt einer donauschwäbischen Familie, sein Vater war der Verleger und Volkskundler Adalbert Karl Gauß.[1] Er studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Salzburg und trat schon früh durch literarische Essays hervor, die er zunächst vor allem im Wiener Tagebuch veröffentlichte. Als Herausgeber betreute er gemeinsam mit Ludwig Hartinger die (nicht abgeschlossene) Werkausgabe Ernst Fischers im Frankfurter Sendler Verlag.

Ab 1991 war Gauß als Herausgeber und Chefredakteur der Literaturzeitschrift Literatur und Kritik tätig. Gauß’ Themen spiegelten sich auch in dieser Zeitschrift wider. Daneben schreibt er für die Süddeutsche Zeitung (in der er eine Kolumne hat), die Neue Zürcher Zeitung sowie regelmäßig in vielen österreichischen Zeitungen und Zeitschriften.

Karl-Markus Gauß in Salzburg (Oktober 2013)

Ende 2006 wurde Gauß als Mitglied in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. 2007 erhielt er das Ehrendoktorat der Philosophie der Salzburger Universität.

2022 folgte ihm Ana Marwan als Herausgeberin der Zeitschrift Literatur und Kritik nach.[2]

Werk

Gauß zeichnet sich vor allem durch seine Essays aus. Er bezieht in ihnen Stellung für eine menschliche Welt; sehr prägnant und stilistisch versiert hebt er die verschiedenen Paradoxien und Perversionen des modernen Lebens hervor, ohne dabei in Kulturpessimismus zu verfallen. Immer wiederkehrendes Thema ist die Annäherung an Nationale Minderheiten und Ethnien (beispielsweise Arbëreshe, Aromunen, Gottscheer-Deutsche, Roma, Sepharden von Sarajevo und Sorben). Weitere Themen sind Mittel- und Südosteuropa. Diese Regionen hat Gauß für seine Bücher vielfach bereist, häufig gemeinsam mit dem Fotografen Kurt Kaindl.

Seine Reisereportagen befassen sich mit kulturellen Begegnungen, dem Austausch mit Intellektuellen und Schriftstellern genauso wie mit Menschen auf der Straße und in Gasthäusern. Sowohl in seinen Essays wie auch in den Reiseberichten und Journalen stellt Gauß in Österreich oft wenig bekannte mittel- und osteuropäische Schriftsteller vor.

Auszeichnungen

Werke

Herausgeberschaft

  • Ernst Waldinger: Noch vor dem jüngsten Tag. Ausgewählte Gedichte und Essays. Otto Müller Verlag, Salzburg 1990, ISBN 3-7013-0799-7.
  • Das Buch der Ränder – Prosa. Lektüren aus einem nahfernen Europa. Anthologie. Wieser Verlag, Klagenfurt 1992, ISBN 3-85129-065-8.
  • Theo Waldinger: Zwischen Ottakring und Chicago. Stationen. Otto Müller Verlag, Salzburg 1993, ISBN 3-7013-0852-7.
  • Karl-Markus Gauß und Ludwig Hartinger (Hrsg.): Das Buch der Ränder – Lyrik. Anthologie. Wieser Verlag, Klagenfurt 1995, ISBN 3-85129-128-X.
  • Karl-Markus Gauß und Till Geist (Hrsg.): Der unruhige Geist. Rudolf Geist – Eine Collage. Otto Müller Verlag, Salzburg 2000, ISBN 3-7013-1011-4.
  • Ivo Andrić: Die verschlossene Tür. Erzählungen. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2003, ISBN 3-552-05262-3.

Literatur

  • Herbert Ohrlinger, Daniela Strigl (Hrsg.): Grenzgänge: der Schriftsteller Karl-Markus Gauß. Zsolnay, Wien 2010, ISBN 978-3-552-05513-1.
  • Christian Tanzer: Im Vergessen das Gedächtnis sein. Der Essayist Karl-Markus Gauß. Verlag Dieter Heinz, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-88099-438-6.
  • Werner Michler, Klemens Renoldner, Norbert Christian Wolf (Hrsg.): Von der Produktivkraft des Eigensinns. Die Literaturen des Karl-Markus Gauß. Otto Müller Verlag, Salzburg 2017, ISBN 978-3-7013-1243-6.
  • Germanoslavica. Zeitschrift für germano-slawische Studien. Im Auftrag des Slawischen Instituts der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik hg. v. Siegfried Ulbrecht. Gastherausgeber: Edgar Platen, Irena Samide und Helena Ulbrechtová. Jg. 31 (2020), H. 1–2. Themenheft „Karl-Markus Gauß“, ISSN 1210-9029.
  • Anna Pastuszka: Die Reise nach Ost- und Ostmitteleuropa in der Reiseprosa von Wolfgang Büscher und Karl-Markus Gauß. - Peter Lang-Verlag, Berlin 2019 (= Lubliner Beiträge zur Germanistik und Angewandten Linguistik 10).
  • Vasile V. Poenaru: Articulate Europe à la Karl-Markus Gauß. PerNi Publishing Unlimited (= Series Germanistik. Volume 5). Toronto 2020.
Commons: Karl-Markus Gauß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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