Kiss (Prince-Lied)

Lied von Prince and the Revolution From Wikipedia, the free encyclopedia

Kiss ist ein 1986 veröffentlichter Song des US-amerikanischen Musikers Prince, den er selbst schrieb, arrangierte und produzierte. Aufgenommen mit seiner damaligen Begleitband The Revolution, erschien das Stück auf dem Studioalbum Parade und ist zudem im Film Under the Cherry Moon – Unter dem Kirschmond zu hören. Im Februar 1986 erschien der Song als Vorabsingle und wurde ein Nummer-eins-Hit sowie Millionenseller. Für den Song erhielt Prince einen Grammy Award.

Veröffentlichung5. Februar 1986
Länge3:37 (Albumversion)
3:46 (Singleversion)
Autor(en)Prince
Schnelle Fakten Prince and The Revolution, Veröffentlichung ...
Kiss
Prince and The Revolution
Veröffentlichung 5. Februar 1986
Länge 3:37 (Albumversion)
3:46 (Singleversion)
Genre(s) Contemporary R&B, Funk, Pop
Autor(en) Prince
Produktion Prince
Label Paisley Park Records, Warner Bros. Records
Auszeichnung(en) Grammy Award for Best R&B Performance by a Duo or Group with Vocals (1987)
Album Parade
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Entstehung

Als Prince im April 1985 im Studio 3 des Tonstudios Sunset Sound in Los Angeles an den Aufnahmen zu Parade arbeitete, probte im benachbarten Studio 2 die von The Revolution-Bassist Brown Mark gegründete und von ihm produzierte Band Mazarati. Dort arbeitete auch Toningenieur David Z. Rivkin (* 25. März 1948; † 2. August 2026),[1] der ältere Bruder des The-Revolution-Schlagzeugers Bobby Z. Rivkin. Mazarati bat Prince um einen Song, woraufhin er am 27. April 1985 Kiss als reine Akustikgitarren-Version aufnahm und der Band überließ. „Wir wussten nicht, was wir mit dem Song anfangen sollten; es war nur eine Akustikgitarren-Version“, erinnerte sich Rivkin. Gemeinsam mit Toningenieur Coke Johnson überarbeiteten Rivkin und Brown Mark das Stück grundlegend und ergänzten Drumcomputer, E-Bass, Klavier und den Gesang von Mazarati. Vom Ergebnis angetan, bearbeitete Prince den Song am 28. April erneut, entfernte den E-Bass, fügte Gitarrenlicks hinzu und übernahm den Gesang selbst – eine Oktave höher. Rivkin wurde schließlich als Arrangeur von Kiss genannt.[2][3]

Musik und Text

Kiss vereint Elemente aus Contemporary R&B, Funk und Pop. Prince erzeugte einen markant funkigen Groove mit Drumcomputer und akustischen Gitarren; in der zweiten Strophe setzt ein Keyboard ein, in der dritten eine Rhythmusgitarre. Der Song verzichtet auf einen ausgeprägten Refrain und basiert auf einer traditionellen Dreiklangs-Blues-Sequenz. Zu Beginn und Ende jeder Strophe setzte Prince einen „Turnaround“-Gitarrenakkord ein, angelehnt an Papa’s Got a Brand New Bag (1965) von James Brown. Ein E-Bass fehlt; damit zählt Kiss zu den spärlichsten arrangierten Stücken seiner Karriere.[4][5]

Den Liedtext singt Prince in seinem typischen Falsett; er richtet sich an eine ungenannte Geliebte, die weder schön, erfahren, wohlhabend noch cool sein oder ein bestimmtes Sternzeichen haben muss, um begehrenswert zu sein. Anstatt sie als bloßes Objekt darzustellen, betont er, beide könnten „die Fantasie des anderen“ sein. Zudem erklärt Prince, nicht an Dirty Talk oder anderen Erotikspielen interessiert zu sein, da „Frauen, nicht Mädchen“ seine Welt beherrschen.[4][5]

Veröffentlichung

Am 5. Februar 1986 erschien Kiss als Vorabsingle des Albums Parade bei Paisley Park Records in Zusammenarbeit mit Warner Bros. Records. Die Singleversion ist mit 3:46 Minuten neun Sekunden länger als die Albumfassung, da diese nahtlos in den folgenden Song Anotherloverholenyohead übergeht und die letzten Sekunden fehlen. Die B-Seite enthält das zuvor unveröffentlichte Stück Love or Money.[6]

Kiss ist zudem auf den Kompilationen The Hits/The B-Sides (1993), The Very Best of Prince (2001), Ultimate (2006) sowie 4Ever (2016) enthalten.

Musikvideo

Das Musikvideo zu Kiss wurde am 13. Februar 1986 in den Laird International Studios (heute Culver Studios) in Culver City, Kalifornien, gedreht. Zu sehen sind ausschließlich Prince, Wendy Melvoin sowie das niederländische Model Monique Mannen (* 1965). Prince singt und tanzt, während Melvoin auf einem Barhocker sitzend Gitarre spielt. Mannen tritt in schwarzer Unterwäsche mit Spitzenumhang und Sonnenbrille auf. Für ihren Auftritt erhielt sie 2.500 US-Dollar (etwa 2.700 Euro); 1990 wirkte sie zudem als Tänzerin im Prince-Film Graffiti Bridge mit.[7][8] Erstmals führte Rebecca Blake (* 1949) bei einem Prince-Musikvideo Regie; später inszenierte sie auch die Videos zu Cream und Diamonds and Pearls (beide 1991).[9][10]

Titelliste

  • 7″
  1. Kiss (Single Version) – 3:46
  2. Love or Money – 3:57
  • 7″ Shaped Picture Disc (UK)
  1. Kiss (Single Version) – 3:46
  2. Love or Money – 3:57
  • 12″
  1. Kiss (Extended Version) – 7:17
  2. Love or Money (Extended Version) – 6:55
  • CD-Single (1989)
  1. Kiss (Extended Version) – 7:17
  2. Girls & Boys – 5:29
  3. Under the Cherry Moon – 2:57

Mitwirkende

Musiker

  • Prince – Er spielte alle Musikinstrumente selbst ein, während folgende Personen die Aufnahmen ergänzten:[11][12]
  • Aaron Paul “Ace” Keith (von Mazarati) – Backing Vocals
  • Craig “Screamer” Powell (von Mazarati) – Backing Vocals
  • Jerome “Romeo” Cox (von Mazarati) – Backing Vocals
  • Kevin “Blondie” Patricks (von Mazarati) – Backing Vocals
  • Marr Starr (von Mazarati) – Backing Vocals
  • Tony Christian (von Mazarati) – Backing Vocals
  • Eric Leeds – Horn in Extended Version
  • Jill JonesDialog in Extended Version

Technisches Personal

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Kiss erreichte Platz eins der Billboard Hot 100 und wurde damit nach When Doves Cry und Let’s Go Crazy Prince’ dritter Nummer-eins-Hit in den Vereinigten Staaten.[6] In Deutschland war es zudem seine erste Single, die mit Gold ausgezeichnet wurde; die Verleihung erfolgte im Januar 2026.

Weitere Informationen ChartsChartplatzierungen, Höchst­platzie­rung ...
Chartplatzierungen
ChartsChartplatzierungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[13]4 (18 Wo.)18
 Österreich (Ö3)[14]8 (13 Wo.)13
 Schweiz (IFPI)[15]3 (12 Wo.)12
 Vereinigte Staaten (Billboard)[16]1 (20 Wo.)20
 Vereinigtes Königreich (OCC)[17]6 (12 Wo.)12
Jahrescharts
ChartsJahres­charts (1986)Platzie­rung
 Deutschland (GfK)[18]28
 Schweiz (IFPI)[19]22
 Vereinigte Staaten (Billboard)[20]19
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Auszeichnungen für Musikverkäufe

Weitere Informationen Land/Region, Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe) ...
Land/Region Aus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nung, Ver­käu­fe)
Ver­käu­fe
 Dänemark (IFPI) Gold45.000
 Deutschland (BVMI) Gold300.000
 Italien (FIMI) Gold25.000
 Neuseeland (RMNZ)  Platin60.000
 Spanien (Promusicae) Gold30.000
 Vereinigte Staaten (RIAA) Gold1.000.000
 Vereinigtes Königreich (BPI) Platin600.000
Insgesamt 5× Gold
3× Platin
2.060.000
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Hauptartikel: Prince/Auszeichnungen für Musikverkäufe

Preise

Prince erhielt für Kiss folgende Auszeichnungen und Preise:

AMFT Awards (Online-Auszeichnung)
  • 1986: Musikvideo des Jahres (Video of the Year)[21]
Grammy Awards 1987

Kiss war zudem in der Kategorie „Best Rhythm & Blues Song“ nominiert, konnte den Preis jedoch nicht gewinnen.

American Video Awards
  • 26. Februar 1987: Bestes Video im zeitgenössischen Urban-Stil (Best Urban Contemporary Video)[23]
Minnesota Music Awards
  • 23. April 1987: Single des Jahres (Single of the Year)[24]
ASCAP Pop Music Awards
  • 19. Mai 1987: Die meistgespielten Songs vom 1. Oktober 1985 bis zum 30. September 1986 (Most performed Songs from 1 October ’85 to 30 September ’86)[23]
  • 15. Mai 1991: Bester Komponist (ASCAP Pop Music Awards: Best Composer): Prince für Kiss aus dem Film Pretty Woman.[25] Im Film singt die von Julia Roberts dargestellte Vivian Ward den Song in einer Badewanne.
Rolling Stone (US-Ausgabe)

Coverversionen (Auswahl)

Musiker verschiedener Genres veröffentlichten Coverversionen von Kiss auf Tonträger; darunter Versionen von:[27][28][29]

Siehe auch

Literatur

  • Dave Hill: Prince – A Pop Life. Droemer Knaur, München 1989, ISBN 3-426-04036-0.
  • Duane Tudahl: Prince and the Parade & Sign o’ the Times Era Studio Sessions 1985 and 1986. Rowman & Littlefield Publishers, 2021, ISBN 978-1-5381-4451-0.
  • Liz Jones: Slave to the Rhythm – The Artist Formerly Known As Prince. Warner Books, Little Brown and Company 1997, ISBN 0-7515-2393-3.
  • Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.

Einzelnachweise

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