Kleinseelheim

Dorf und Stadtteil von Kirchhain im Landkreis Marburg-Biedenkopf, Hessen, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Kleinseelheim ist ein Stadtteil von Kirchhain im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Schnelle Fakten Stadt Kirchhain ...
Kleinseelheim
Stadt Kirchhain
Koordinaten: 50° 48′ N,  53′ O
Höhe: 197 (195–220) m
Fläche: 7,13 km²[1]
Einwohner: 629 (30. Juni 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 35274
Vorwahl: 06422
Karte
Stadtgebiet von Kirchhain mit Lage der zwölf Ortsteile
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Geographische Lage

Der Ort liegt südwestlich von Kirchhain am Rand des Amöneburger Beckens. In diesem fließt die Ohm, an der zum Schutz der am Fluss gelegenen Ortschaften nördlich des Dorfs das Hochwasserrückhaltebecken Kirchhain/Ohm liegt. Nördlich vorbei am Dorf führt die etwa in West-Ost-Richtung verlaufende Landesstraße 3088.

Geschichte

Ortsgeschichte

Kleinseelheim war bereits um 1000 v. Chr. besiedelt. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung des Ortes erfolgte zwischen den Jahren 750 und 779 als „Seleheim“ in einer Urkunde des Klosters Fulda.[1]

Früher gab es im Dorf ein Vogteigut des Deutschen Ordens.

Zum 1. Februar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Kleinseelheim im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil in die Stadt Kirchhain eingegliedert.[3][4] Für Kleinseelheim, wie für alle ehemals eigenständigen Stadtteile von Kirchhain, wurde ein Ortsbezirk gebildet.[5]

Von links nach rechts sind die Ortsteile Kleinseelheim, Bauerbach (zu Marburg), Großseelheim, Schönbach, Niederwald, Anzefahr, Betziesdorf (im Hintergrund), Stausebach und Kirchhain sowie Himmelsberg (links dahinter) zu erkennen

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten, denen Kleinseelheim angehört(e):[1][6]

Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Der Kreis Kirchhain war für die Verwaltung und das Justizamt Kirchhain war als Gericht erster Instanz für Kleinseelheim zuständig.[11] Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Kirchhain.[12][13] Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Kleinseelheim 651 Einwohner. Darunter waren 18 (2,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 123 Einwohner unter 18 Jahren, 285 zwischen 18 und 49, 144 zwischen 50 und 64 und 99 Einwohner waren älter.[14] Die Einwohner lebten in 270 Haushalten. Davon waren 75 Singlehaushalte, 69 Paare ohne Kinder und 96 Paare mit Kindern sowie 21 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 192 Haushaltungen lebten keine Senioren.[14]

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1577:48 Hausgesesse
 1697:32 Häuser
 1747:48 Hausgesesse (288 Einwohner)
 1838:Familien: 40 nutzungsberechtigte, 14 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 10 Beisassen
Kleinseelheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2019
Jahr  Einwohner
1834
 
385
1840
 
410
1846
 
426
1852
 
415
1858
 
428
1864
 
446
1871
 
457
1875
 
441
1885
 
460
1895
 
492
1905
 
525
1910
 
511
1925
 
541
1939
 
536
1946
 
778
1950
 
757
1956
 
664
1961
 
662
1967
 
677
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
651
2015
 
673
2019
 
629
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Stadt Kirchheim:[15][2]; Zensus 2011[14]

Historische Religionszugehörigkeit

Die evangelische Kirche von 1665
Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1861:434 evangelisch-lutherische, 9 römisch-katholische Einwohner
 1885:452 evangelische (= 98,26 %), 7 katholische (= 1,52 %), ein anderer Christ (= 0,22 %)
 1961:623 evangelische (= 94,11 %), 32 katholische (= 4,83 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1767:Erwerbspersonen: 2 Schmiede, 4 Schneider, 5 Leineweber, 3 Wirte, 4 Tagelöhner(-innen).
 1838:Familien: 30 Ackerbau, 5 Gewerbe, 20 Tagelöhner.
 1961:Erwerbspersonen: 172 Land- und Forstwirtschaft, 133 Produzierendes Gewerbe, 26 Handel und Verkehr, 20 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik

Für den Stadtteil Kleinseelheim besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Kleinseelheim.[5] Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 60,88 %. Alle Kandidaten gehörten der „Gemeinschaftsliste Kleinseelheim“ an.[16] Der Ortsbeirat wählte Rainer Waldhardt zum Ortsvorsteher.[17]

Infrastruktur

In Kleinseelheim gibt es eine evangelische Kirche, ein Dorfgemeinschaftshaus und verschiedene Sportanlagen.

Söhne und Töchter des Ortes

Literatur

Commons: Kleinseelheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

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