Kommunalwahl in Nürnberg 2026
Kommunalwahl in Deutschland
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Die Kommunalwahl in Nürnberg 2026 fand, wie im ganzen Freistaat Bayern, am 8. März 2026 statt.[1] Neben dem Nürnberger Oberbürgermeister wurde auch der Rat der Stadt Nürnberg gewählt. In der Stichwahl zum Amt des Oberbürgermeisters am 22. März 2026 gewann Amtsinhaber Marcus König in einer Stichwahl gegen Nasser Ahmed.
- Kleines Wappen der Stadt Nürnberg
- Großes Wappen der Stadt Nürnberg
Ausgangslage
2020 – 2026
- Linke Liste: 1
- Linke: 3
- Piraten: 1
- politbande: 1
- SPD: 18
- Grüne: 14
- GUTEN: 1
- Volt: 1
- ÖDP: 2
- Freie Allianz: 2
- FDP: 1
- CSU: 22
- AfD: 4
Unter den Sitzen der CSU befindet sich der des Oberbürgermeisters. Alexander Damm und Jürgen Dörfler traten im Januar 2022 aus den Freien Wählern aus und gründeten aus dem Stadtverband Nürnberg heraus die Freie Allianz Nürnberg.[2] Eleni Kasfiki trat im Herbst 2024 aus der Partei und Fraktion der CSU aus und ist seit April 2025 Mitglied der Linken-Fraktion sowie seit Juni 2025 Mitglied der Partei Volt.[3]
Bei der Kommunalwahl 2020 betrug die Wahlbeteiligung bei 389.547 Stimmberechtigten 44,8 %. Zum Oberbürgermeister wurde in einer Stichwahl gegen Thorsten Brehm (SPD) mit 52,17 % Marcus König (CSU) gewählt. Stärkste Fraktion im Nürnberger Stadtrat wurde die CSU mit 31,3 % der Stimmen (22 Sitze), vor der SPD (25,8 %, 18 Sitze), den Grünen (20,0 %, 14 Sitze) und der AfD (5,7 %, 4 Sitze). Da es bei Kommunalwahlen in Bayern keine Sperrklausel gibt, sind bis Ende der Periode am 30. April 2026 auch die folgenden Parteien vertreten: Die Linke (3,9 %, 3 Sitze), Freie Wähler (2,8 %, 2 Sitze), ÖDP (2,3 %, 2 Sitze), FDP (2,1 %, 1 Sitz), Die Partei/Piraten (1,7 %, 1 Sitz), Politbande (1,7 %, 1 Sitz), Linke Liste Nürnberg (1,3 %, 1 Sitz) sowie Die Guten (0,8 %, 1 Sitz).[4]
Die bereits von 2008 bis 2020 bestehende sogenannte Große Koalition aus SPD und CSU wurde fortgesetzt.
Stimmbezirke
Bei der Kommunalwahl 2020 gab es 524 Stimm- bzw. Wahlbezirke, während es bei der Bundestagswahl 2021 626 Bezirke sowie bei der Bayernwahl 2023 318 und der Europawahl 2019 jeweils 515 Stimmbezirke gab.[4][5][6][7] Diese setzten sich aus 375 Urnenstimmbezirken sowie 140 Briefstimmbezirken zusammen.[8]
Die Anzahl der Briefwahlstimmbezirke erhöhte sich um 9 auf 149, sodass es bei der Wahl insgesamt 524 Stimmbezirke gab. Die Urnenstimmbezirke umfassen jeweils rund 1.400 wahlberechtigte Personen, setzen sich aus Baublöcken zusammen und werden durch Straßen- und Wegeverläufe, Bahnstrecken oder Gewässer begrenzt.[9][10]
Wahl des Oberbürgermeisters
In Nürnberg lautet der Titel des amtierenden Bürgermeisters Oberbürgermeister. Bei der Kommunalwahl 2020 war Marcus König (CSU) in einer Stichwahl mit 52,2 % gegen Thorsten Brehm (SPD) zum ersten Mal gewählt worden. Die zweiten und dritten Bürgermeister werden vom Stadtrat aus seinen Reihen gewählt. Zweite Bürgermeisterin wurde Julia Lehner (CSU), dritter Bürgermeister Christian Vogel (SPD).[11][12]
Kandidaturen
Bis zum Stichtag am 8. Januar 2026 haben sich 13 Personen für das Amt des Oberbürgermeisters von ihren jeweiligen Parteien beziehungsweise Wählervereinigungen aufstellen lassen. Vier davon mussten vom 10. Dezember 2025 bis 19. Januar 2026 610 Unterschriften sammeln, um letztlich wirklich bei der Wahl antreten zu können. Keine dieser vier Personen erreichte bis zum Stichtag die benötigte Anzahl an Unterschriften. Bei der letzten Wahl 2020 traten zwölf Personen zur Wahl an. Die FDP verzichtet nach 24 Jahren erstmals auf einen eigenen OB-Kandidaten.[13] Folgende neun Personen (nach der Reihung auf dem Stimmzettel) treten somit um das Oberbürgermeisteramt an:
Marcus König (CSU)

Leben
Marcus König wurde am 11. Oktober 1980 in Nürnberg geboren und wuchs in den nordöstlich gelegenen Stadtteilen St. Jobst und Erlenstegen auf. Nach seiner Schullaufbahn, in der er das Knabeninternat St. Paul am Dutzendteich, dann die Hauptschule in der Scharrerstraße, sowie die Wirtschafts- und Fachoberschule besuchte, absolvierte er von 1999 bis 2002 eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Dresdner Bank. Anschließend arbeitete er zunächst als Finanzberater und Sales Manager im Kreditgeschäft, danach als Filialdirektor für verschiedene Filialen der Commerzbank sowie im Anschluss als Abteilungsdirektor.
König ist seit 2015 verheiratet und Vater eines Sohnes.
Politischer Werdegang
König trat 1994 in die Junge Union ein und wurde bald Bezirksvorsitzender der Schüler-Union sowie später Vorsitzender der Jungen Union Nürnberg. Er ist seit 1998 in der CSU aktiv, wurde 2008 zum ersten Mal in den Stadtrat gewählt und sogleich verkehrspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion. 2017 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden und finanzpolitischen Sprecher der CSU gewählt. Bei der Kommunalwahl 2020 wurde König in einer Stichwahl mit 52,17 % zum Nürnberger Oberbürgermeister gewählt und bekleidet das Amt seit dem 1. Mai 2020. Am 23. März 2025 nominierte die CSU Nürnberg den amtierenden König einstimmig zu ihrem erneuten Oberbürgermeisterkandidaten.[14]
Thomas Estrada (Freie Wähler)

Thomas Estrada wurde 1985 in den Vereinigten Staaten von Amerika geboren und lebt seit den 1990er Jahren in Nürnberg. Nach dem Abitur machte er zunächst eine Ausbildung zum Polizisten, ehe er von 2012 bis 2014 ein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) bei der Polizei absolvierte. Seit 2016 ist er als Sachbearbeiter der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) im Bereich der Schul- und Jugendprävention tätig. In dieser Funktion führt er bayernweit Workshops und Vorträge für Schulklassen sowie für Lehrkräfte durch. 2022 wurde er zum Vorsitzenden der Freien Wähler in Nürnberg gewählt und führt seitdem die Kreisvereinigung Nürnberg an. Bei der Bundestagswahl 2021 trat er erstmals als Direktkandidat für den Wahlkreis Nürnberg-Nord an und holte dabei drei Prozent der Erststimmen.[15] Am 16. Juli 2025 wurde Estrada zum Oberbürgermeisterkandidaten der Freien Wähler benannt.[16][17][18]
Roland Hübscher (AfD)
Roland-Alexander Hübscher wurde 1960 in Nürnberg geboren und wuchs ebenda auf. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann und arbeitete 20 Jahre lang im Bankenbereich. Berufsbegleitend absolvierte er ein Studium mit Abschluss Diplomkaufmann (FH). Seit 2001 ist er selbstständig in Nürnberg tätig. Er engagiert sich seit 2016 aktiv in der Politik. Bei der AfD fungiert er seit 2018 als stellvertretender Kreisvorsitzender und seit November 2025 als stellvertretender Bezirksvorsitzender für Mittelfranken. 2020 kandidierte er für den Posten des Nürnberger Oberbürgermeisters und belegte mit 4,2 Prozent den vierten Platz.[19] Von 2020 bis 2026 vertrat er als Fraktionsvorsitzender und Sprecher die AfD im Nürnberger Stadtrat. Bei der Bundestagswahl 2025 trat er erstmals als Direktkandidat für den Wahlkreis Nürnberg-Nord an und holte dabei zwölf Prozent der Erststimmen.[20][21] Ende Mai 2025 wurde Hübscher erneut zum Oberbürgermeisterkandidaten der AfD gewählt.[22]
Britta Walthelm (Bündnis 90/Die Grünen)

Leben
Britta Walthelm wurde 1980 in Nürnberg geboren und wuchs ebenda auf. Nach ihrem Abitur studierte sie zunächst an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Im Anschluss erlangte sie ihren Master-Abschluss an der University of Manchester in den Fächern European Politics and Policy. 2007 beendete sie ihr Studium an der FAU schließlich mit einem Abschluss als Diplom-Politologin.[23][24] Danach war sie als Geschäftsführerin und Referentin in der Jugend- und Erwachsenenbildung mit Fokus auf Nachhaltigkeitsthemen tätig.
Politischer Werdegang
2010 trat Walthelm den Grünen bei. Im Hinblick auf die Landtagswahl 2018 war sie von 2013 bis 2017 im Landesvorstand der Grünen Bayern für die Neuausrichtung und organisatorische Professionalisierung des Landesverbands mit verantwortlich. Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde Walthelm zum ersten Mal in den Nürnberger Stadtrat gewählt und bekleidete von 2017 bis 2020 auch das Amt der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Bei der Bundestagswahl 2017 trat sie erstmals als Direktkandidat für den Wahlkreis Nürnberg-Nord an und holte dabei mit 12,7 Prozent der Erststimmen den dritten Platz. Nach der erneuten Wahl in den Stadtrat 2020 wurde sie zur Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg gewählt und ist seitdem berufsmäßige Stadträtin.[25]
Am 12. April 2025 wurde Walthelm mit 96,4 Prozent der Stimmen bei einer Mitgliederversammlung der Nürnberger Grünen zur Spitzenkandidatin für die Oberbürgermeisterwahl im März 2026 gewählt.[26][27] Im Juli 2025 wurde sie zudem in ihrem Amt als Referentin für Umwelt und Gesundheit bis Ende September 2027 bestätigt.[28]
Nach dem Scheitern der eigenen OB-Kandidaturen von Volt und dem Bündnis aus Piratenpartei und der Partei der Humanisten gaben die Gruppierungen bekannt ebenfalls Britta Walthelm als Oberbürgermeisterkandidatin zu unterstützen.[29][30]
Nasser Ahmed (SPD)
Leben
Nasser Ahmed wurde am 6. August 1988 als Sohn einer eritreischen Arbeiterfamilie in Nürnberg geboren.[31][32] Seine Eltern flohen in den 1980er Jahren vor dem Bürgerkrieg in Eritrea nach Deutschland.[33][34] Ahmed wuchs in den südöstlich gelegenen Stadtteilen St. Peter und Gleißhammer auf, wo er ab 1995 zunächst die Scharrerschule sowie anschließend das Martin-Behaim-Gymnasium besuchte.[35] Auf dem Gymnasium musste er einmal die sechste Jahrgangsstufe wiederholen, ehe er dort 2009 sein Abitur absolvierte.
Im gleichen Jahr nahm Ahmed ein Studium in Politikwissenschaften und Kulturgeografie an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) auf, das er in Regelstudienzeit mit einem Master of Arts abschloss. Hierbei wurde er bei seiner akademischen Ausbildung von der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützt.[33] Nach einem Lehrauftrag an der FAU promovierte er 2020 erfolgreich bei Clemens Kauffmann am Lehrstuhl für Politische Philosophie, Theorie und Ideengeschichte zum Thema Biopolitische Perspektiven – Zwischen Lebensmacht bei Ernst Jünger und Biomacht bei Michel Foucault. 2021 wurde diese Doktorarbeit vom Transcript Verlag publiziert.[36]
Zudem arbeitete Ahmed zwischen 2019 und 2025 beim Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO als Referent für Bürgerbeteiligung im Projekt Südostlink. Hierbei beschäftigte er sich überwiegend mit Fragen der Energiewende und Nachhaltigkeit.[37][38][39]
Ahmed ist mit seiner Frau Michaela, die ebenfalls in der SPD aktiv ist, seit 2023 verheiratet. Sie leben zusammen in der Nürnberger Südstadt im Stadtteil Lichtenhof und bekamen im November 2024 eine gemeinsame Tochter namens Namira.[40] Zudem hat Ahmed einen Bruder, der ebenfalls in Nürnberg lebt und als Erzieher arbeitet.[34] 2025 wurde sein autobiographisches Werk Und dennoch stehe ich hier – Warum ich Nürnberg liebe im Verlag Nürnberger Presse publiziert.
Politischer Werdegang
Nasser Ahmed trat 2009 in die SPD ein, engagierte sich zunächst bei den Nürnberger Jusos und wurde bereits 2010 als deren Vorsitzender gewählt.[41] Nachdem er dieses Amt vier Jahre lang bekleidete, trat er bei der Kommunalwahl 2014 für die SPD auf einem aussichtsreichen sechsten Listenplatz an und wurde erstmals in den Nürnberger Stadtrat gewählt. Direkt nach der Wahl wurde Ahmed außerdem zum sportpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Rathaus gewählt.[42] Dieses Amt übte er bis 2022 aus. 2015 wurde Ahmed zudem zum stellvertretenden Vorsitzenden der Nürnberger SPD gewählt.
Bei der Kommunalwahl 2020 wurde er in seinem Amt als Stadtrat bestätigt und übernahm im Anschluss zusätzlich die Ämter des verkehrspolitischen Sprechers sowie des Bäder- und Stadionsprechers der SPD-Fraktion im Rathaus. Im Februar 2021 verkündete Ahmed sich um das Amt als Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Nürnberg bewerben zu wollen.[43][44] Ebenfalls um den Vorsitz bewarb sich Gabriela Heinrich, die SPD-Bundestagsabgeordnete für Nürnberg-Nord.[45] In einer Kampfabstimmung vor 180 Delegierten konnte sich Ahmed mit 126 zu 52 Stimmen gegenüber Heinrich durchsetzen und bekleidet seitdem das Amt des SPD-Vorsitzenden in Nürnberg.[46][47] Zudem wurde er im Januar 2023 als Duo, zusammen mit Ruth Müller, zum stellvertretenden Generalsekretär der Bayern SPD gewählt.[48][49][50][51]
Im Januar 2025 verkündete Nasser Ahmed als Oberbürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2026 kandidieren zu wollen.[52][53] Hierbei gehe es ihm um eine „Stadt der Chancen für alle Menschen“.[54][55] Neben ihm bekundete auch die Nürnberger Sozialreferentin Elisabeth Ries Interesse zu kandidieren, sodass es im März 2025 mittels eines Mitgliederentscheids zur Kampfabstimmung per Briefwahl kam.[56] In der Briefwahl konnte er sich mit 66,4 % der Stimmen gegenüber Ries durchsetzen, sodass er anschließend offiziell zum Oberbürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl im März 2026 nominiert wurde.[57][58][41] Um sich ganz auf Nürnberg zu fokussieren, verkündete er in der Folge, für die Wiederwahl zum stellvertretenden Generalsekretär der Bayern SPD im September 2025 nicht erneut zur Verfügung zu stehen.[59][60][61][62]
Titus Schüller (Die Linke)

Leben
Titus Schüller wurde 1986 in Nürnberg geboren und wuchs ebenda auf. Zwischen 2002 und 2004 war er zunächst aktiv bei der Landesschülervertretung Bayern tätig. Frühzeitiges politisches Engagement gegen den Irakkrieg, Umweltzerstörung sowie Atomenergie führten zur Mitgliedschaft in der DGB-Jugend über die IG Metall und dem anschließenden Aufbau der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) in Nürnberg und Fürth. Später organisierte er sich auch in Jugendorganisationen wie der SDAJ oder der Linksjugend. Nach einer Ausbildung zum Orthopädietechniker 2007 arbeitete er anschließend in der Branche und erreichte 2013 an der Handwerkskammer für Mittelfranken den Abschluss als Betriebswirt mit Auszeichnung.[63]
Politischer Werdegang
2007 war Schüller bei der Gründung der gemeinsamen Partei Die Linke aus WASG und PDS beteiligt und ist seitdem auch Mitglied des Kreisvorstandes der Linken für Nürnberg-Fürth. 2014 wurde er das erste Mal in den Nürnberger Stadtrat gewählt. 2015 übernahm er den Co-Vorsitz der Linken in Nürnberg-Fürth. Zwischen 2016 und 2017 arbeitete Schüller in Teilzeit für den linken Bundestagsabgeordneten Harald Weinberg. Bei der Bundestagswahl 2017 trat er erstmals als Direktkandidat für den Wahlkreis Nürnberg-Nord an und holte dabei zehn Prozent der Erststimmen. Bei der Oberbürgermeisterwahl 2020 belegte Schüller mit 2,5 Prozent den fünften Platz. 2021 trat er erneut als Direktkandidat für Nürnberg-Nord an und konnte 5,4 Prozent der Erststimmen erreichen. Bei der Bundestagswahl 2025 erreichte Schüller schließlich 9,8 Prozent der Erststimmen und mit 12,8 Prozent der Zweitstimmen das beste Ergebnis der Linkspartei in ganz Bayern.[64][65][66][67] Ende Juni 2025 wählte die Partei Die Linke ihre Listenaufstellung und kürte Titus Schüller zum zweiten Mal zu ihrem Kandidaten um das Oberbürgermeisteramt.[68]
Jan Gehrke (ÖDP)

Jan Gehrke wurde 1970 in Lübeck geboren, zog 1992 für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre nach Nürnberg und arbeitet als Reha-Ausbilder im Berufsförderungswerk Nürnberg. Seit 2014 sitzt er für die Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) im Stadtrat. Bei der Kommunalwahl 2026 tritt er erstmals als OB-Kandidat an. Gehrke ist verheiratet und lebt mit seiner Frau im Stadtteil Laufamholz.[69]
Marion Padua (Linke Liste Nürnberg)

Marion Padua wurde 1965 in einer Arbeiterfamilie geboren, ist gelernte Schriftsetzerin sowie alleinerziehende Mutter und arbeitet als pädagogische Fachkraft.[70]
Seit Dezember 2009 sitzt sie für die unabhängige Wählervereinigung Linke Liste Nürnberg im Stadtrat. Bereits zu den Kommunalwahlen 2014 und 2020 trat Padua als Oberbürgermeisterkandiatin an und holte dabei 1,9 bzw. 0,8 Prozent der Stimmen. Bei der Kommunalwahl 2026 tritt sie erneut als OB-Kandidatin für die Linke Liste Nürnberg an.[71][72][73]
Christiane Schleindl (Die Guten)
Christiane Schleindl wurde 1958 in Nürnberg geboren, ist ausgebildete Diplom Sozialpädagogin und leitete bis 2024 über viele Jahre das Filmhaus im Künstlerhaus Nürnberg, ehe sie in Ruhestand ging. Im November 2025 wurde sie zur Vorsitzenden der Wählergemeinschaft Die Guten gewählt. Bei der Kommunalwahl 2026 tritt sie erstmals als OB-Kandidatin an.[74]
Gescheiterte Kandidaturen
Nicht in den letzten Stadtrat gewählte Parteien und Bündnisse mussten vom 10. Dezember 2025 bis zum 19. Januar 2026 insgesamt 610 Unterstützungsunterschriften sammeln, um einen Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt aufstellen zu können. Es erreichte jedoch keine der vier Kandidaturen die benötigte Anzahl an Unterschriften.[75][76]
Lukas Küffner (Piraten & Humanisten)

Lukas Küffner wurde am 20. Juli 2001 in München geboren. Nach seinem Abitur am Nürnberger Scharrer-Gymnasium im Jahr 2020, begann er ein BWL-Studium an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Bereits 2019 trat Küffner der Piratenpartei Deutschland bei und reichte unter anderem mit 17 Jahren wegen des Mindestwahlalters bei Europawahlen Klage beim Bundesverfassungsgericht ein. Bei den Kommunalwahlen 2020 kandidierte er erstmals für den Nürnberger Stadtrat, 2021 für die Bundestagswahl im Wahlkreis Nürnberg-Nord sowie 2023 für die Bezirkstagswahl Mittelfranken ebendort. 2023 wurde er auf dem dritten Listenplatz als Kandidat zur Europawahl 2024 aufgestellt. Auf dem Bundesparteitag im Dezember 2023 wurde er zum Bundesvorsitzender der Piratenpartei gewählt. Dieses Amt übte er bis September 2024 aus. Da die Piratenpartei zwar im letzten Stadtrat in einer Wahlgemeinschaft mit der Partei Die Partei vertreten war, bei dieser Wahl jedoch nicht erneut mit der Partei Die Partei, sondern mit der Partei der Humanisten in einer Wahlgemeinschaft antritt und sie bei keiner der letzten Wahlen in Bayern über die Fünfprozenthürde schaffte, musste auch Küffner bis 19. Januar 2026 610 Unterstützungsunterschriften sammeln, um letztlich bei der Wahl antreten zu können, erreichte aber nur 458 Unterschriften.[77][78][79][80][81][82][83][84][85][86][87]
Corell Wex (BSW)
Corell Wex wurde 1968 geboren und ist promovierter Politikwissenschaftler. Anfang der 2000er Jahre wurden häufiger Artikel von ihm in den Zeitungen der Freitag und taz publiziert. Nachdem Wex während der Corona-Pandemie aus der Partei Die Linke austrat, engagierte er sich zunächst für die Partei Die Basis, ehe er sich dem 2024 gegründeten Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) anschloss. Da das BSW nicht im letzten Stadtrat vertreten war und es bei keiner der letzten Wahlen in Bayern über die Fünfprozenthürde schaffte, musste Wex bis 19. Januar 2026 610 Unterstützungsunterschriften sammeln, um letztlich bei der Wahl antreten zu können, erreichte aber nur 79 Unterschriften.[88][89][90][91]
Nathalie Dietzsch (Tierschutzpartei)
Nathalie Dietzsch wurde 1998 geboren und engagiert sich neben ihrem Studium bei der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei). Da die Tierschutzpartei nicht im letzten Stadtrat vertreten war und es bei keiner der letzten Wahlen in Bayern über die Fünfprozenthürde schaffte, musste Dietzsch bis 19. Januar 2026 610 Unterstützungsunterschriften sammeln, um letztlich bei der Wahl antreten zu können, erreichte aber nur 394 Unterschriften.[92]
Christian Penninger (Volt)
Christian Penninger wurde 1984 geboren und engagiert sich neben seiner Arbeit als Produkt- und Projektmanager bei der Partei Volt. Da Volt nicht im letzten Stadtrat vertreten war und es bei keiner der letzten Wahlen in Bayern über die Fünfprozenthürde schaffte, musste Penninger bis 19. Januar 2026 610 Unterstützungsunterschriften sammeln, um letztlich bei der Wahl antreten zu können, erreichte aber nur 535 Unterschriften.[93]
Modus, Formate, Stichwahl
Im bayerischen Kommunalwahlrecht ist für den Fall, dass keiner der Bewerber im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit (50 %) erreicht, vorgesehen, dass in einem zweiten Wahlgang zwei Wochen später eine Stichwahl zwischen den beiden führenden Kandidaten durchgeführt wird.[94]
Bei der Wahl zum Nürnberger Oberbürgermeister gab es seit Einführung der Direktwahl des OB 1952 erst vier Stichwahlen: 1987, 1996, 2002 und 2020, wobei 1996 und 2002 jeweils ein amtierender OB in die Stichwahl musste.
Die größten Chancen, den aktuellen Oberbürgermeister Marcus König (CSU) von seinem Amt abzulösen, werden von mehreren Medien Nasser Ahmed (SPD) sowie Britta Walthelm (Grüne) eingeräumt.[95][96] Diese traten deshalb in mehreren Diskussionsformaten, die im Fernsehen oder per Stream übertragen wurden, gegeneinander an. Im folgenden eine Übersicht über die öffentlich übertragenen Diskussionsrunden:
| Name des Formats | Datum | Medium | Moderation | CSU | SPD | Grüne | Belege |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| NN-Talk Aus 3 mach 1: Wer regiert Frankens Metropole? |
11. Februar 2026 19:00 Uhr |
Nürnberger Nachrichten | Michael Husarek, Stefanie Taube |
Marcus König | Nasser Ahmed | Britta Walthelm | [97] |
| Schlagabtausch Das große Triell zur Kommunalwahl in Nürnberg |
13. Februar 2026 18:00 Uhr |
Franken Fernsehen | Philipp Waldmann | Marcus König | Nasser Ahmed | Britta Walthelm | [98] |
| Die Hit Radio N1 Wahlarena Fragen, Denken, Wählen |
24. Februar 2026 19:00 Uhr |
Hit Radio N1 | Marvin Fleischmann | Marcus König | Nasser Ahmed | Britta Walthelm | [99] |
Erster Wahlgang

Das vorläufige Endergebnis des ersten Wahlganges zur Wahl des Oberbürgermeisters am 8. März 2026 nach Auszählung aller 726 Stimmbezirke lautet wie folgt (Wahlbeteiligung 51,2 %):[100]
| Wahlvorschlag Nr. | Kennwort | OB-KandidatIn | Jahrgang | Akademische Grade, Berufe, Stand oder Ämter | Bild | Stimmen (absolut) | Stimmen (in Prozent) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | Christlich-Soziale Union in Bayern e. V. (CSU) | Marcus König | 1980 | Oberbürgermeister | 88.919 | 46,0 % | |
| 05 | Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | Nasser Ahmed | 1988 | Projektleiter, Stadtratsmitglied | 51.205 | 26,5 % | |
| 04 | Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) | Britta Walthelm | 1980 | Umweltreferentin | 20.070 | 10,4 % | |
| 03 | Alternative für Deutschland (AfD) | Roland Hübscher | 1960 | Dipl.-Kaufmann (FH), Stadtratsmitglied | 17.552 | 9,1 % | |
| 06 | Die Linke | Titus Schüller | 1986 | Orthopädiemechaniker, Stadtratsmitglied, Bezirksrat | 7.074 | 3,7 % | |
| 02 | Freie Wähler Bayern (Freie Wähler) | Thomas Estrada | 1985 | Dipl.-Verwaltungswirt (FH) Polizei | 4.841 | 2,5 % | |
| 10 | Linke Liste Nürnberg | Marion Padua | 1965 | Pädagogische Fachkraft, Stadtratsmitglied | 1.497 | 0,8 % | |
| 07 | Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) | Jan Gehrke | 1970 | Dipl. Kaufmann, Reha-Ausbilder, Stadtratsmitglied | 1.195 | 0,6 % | |
| 11 | Wählergemeinschaft Die Guten e. V. (Die Guten) | Christiane Schleindl | 1958 | Kinomacherin i. R. | 942 | 0,5 % |
Zweiter Wahlgang
Da im ersten Wahlgang sowohl Marcus König (CSU) als auch Nasser Ahmed (SPD) die absolute Mehrheit verfehlten, kam es am 22. März 2026 zu einer Stichwahl zwischen diesen beiden Kandidaten (Wahlbeteiligung 41,1 %).
Wahl des Stadtrates

Die Nürnberger Stadträte sind, wie in Kommunalverwaltungen üblich, ehrenamtlich tätig. Die berufsmäßigen Stadträte (in Nürnberg als Leiter der jeweiligen Referate als Referenten bezeichnet) werden vom Stadtrat für sechs Jahre gewählt. Sie sind Mitglieder des Stadtrates und haben Rede-, aber kein Stimmrecht. In der Regel finden die Wahlen der Referenten in Nürnberg kurz vor der nächsten Kommunalwahl statt. Da der Zeitpunkt der Vergabe aber nicht die Mehrheitsverhältnisse des Rats in der kommenden Periode ab[bilde], forderten ÖDP, FDP, Die Guten und die Freien Wähler in einem gemeinsamen Antrag, die Amtszeit berufsmäßiger Stadträte erst in der ersten Hälfte der neuen Stadtratsperiode beginnen zu lassen. Während dieser Antrag seitens der SPD, CSU und der Grünen, die jeweils mindestens einen Referenten stellen, noch 2019 abgelehnt wurde, verständigte sich der Rat innerhalb der letzten Legislaturperiode darauf, die Referentinnen und Referenten künftig doch vom jeweils neu gewählten Rat bestimmen zu lassen. Dementsprechend wurden die Amtszeiten der leitenden Positionen in den jeweiligen Referaten vorerst nur bis September 2027 gewählt. Dort soll dann in Zusammensetzung des neuen Rats eine Wahl stattfinden.[101][102]
Der Nürnberger Stadtrat besteht aus 71 Mitgliedern (70 Räte plus OB). Da es keine Sperrklausel gibt und das Sainte-Laguë-Verfahren angewendet wird, ist es möglich, ab etwa 0,75 % der abgegebenen Stimmen einen Sitz zu bekommen. Parteien, die nicht im Landtag oder dem aktuellen Stadtrat vertreten sind, benötigen laut Art. 27 GLKrWG jeweils 610 Unterstützerunterschriften, um zur Wahl anzutreten. Die Reihenfolge auf dem Wahlzettel ergibt sich laut Art. 33 GLKrWG u. a. aus der Sitzverteilung bei der letzten Landtagswahl (1 CSU, 2 Freie Wähler, 3 AfD, 4 Grüne, 5 SPD), dem Ergebnis der letzten Kommunalwahl (6 Die Linke, 7 ÖDP, 8 FDP, 9 Politbande, 10 Linke Liste, 11 Die Guten) und dem Alphabet (12 BSW, 13 Freie Allianz, 14 Tierschutzpartei, 15 TSP, 16 Piraten & Humanisten, 17 Volt).
Anders als auf Bundes- und Landesebene werden auf Kommunalebene nur selten Wahlumfragen gemacht. Deshalb ist es nur eingeschränkt möglich, die aktuelle politische Stimmung in Nürnberg einzuschätzen. Für die Wahl 2026 wird aber von einigen ein Dreikampf zwischen CSU, SPD und Grünen um die Mehrheit im Stadtrat erwartet.[103]
Bei der Kommunalwahl in Bayern können die Wähler kumulieren und panaschieren, daher ist die Stimmenzahl größer als die reine Zahl der Stimmberechtigten. Diese Stimmen wurden erst am Montag nach der Wahl ausgezählt. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird somit traditionell für Montagabend erwartet.
Teilnehmer
15 Parteien oder Bündnisse stellten sich 2026 zur Wahl, was einen neuen Rekord an Wahlvorschlagen bedeutet. Insgesamt traten hierbei 812 Personen für die 70 zu vergebenden Sitze im Stadtrat an. Die CSU, Freie Wähler, die Grünen, SPD, ÖDP, FDP und die politbande konnten hierbei volle Listen mit jeweils 70 Kandidierenden aufstellen. Die Linke (58), die Linke Liste Nürnberg (52) sowie die Guten (59) konnten jeweils rund 60 Personen aufstellen, während die AfD (29), die Tierschutzpartei (33), Piraten & Humanisten (27), TSP (35) und Volt (28) jeweils nur etwa 30 Listenplätze füllen konnten.[104]
Gescheiterte Kandidaturen
Nicht in den letzten Stadtrat gewählte Parteien und Bündnisse mussten vom 10. Dezember 2025 bis zum 19. Januar 2026 insgesamt 610 Unterstützungsunterschriften sammeln, um bei der Wahl antreten zu können. Während Volt mit 671, die Tierschutzpartei mit 652, das Bündnis Piraten & Humanisten mit 639 und das Bündnis Tierschutz und Sozialpolitik mit 627 Unterschriften die nötige Anzahl an Unterstützungen sammeln konnten, scheiterten die Kandidaturen der folgenden Gruppierungen:[105][106]
- Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 90 Unterschriften
- Freie Allianz Nürnberg mit 117 Unterschriften
Wahlergebnis
2026 – 2032
- Linke Liste: 1
- Linke: 5
- politbande: 2
- Tierschutz: 1
- Piraten: 1
- SPD: 13
- Grüne: 10
- ÖDP: 1
- Volt: 1
- FW: 2
- FDP: 1
- CSU: 24
- AfD: 8
Die Parteizugehörigkeit des Oberbürgermeistersitzes steht auf Grund der OB-Stichwahl am 22. März noch nicht fest.
Das vorläufige Endergebnis wurde ursprünglich am Nachmittag des 9. März (Montag) erwartet, stand aber erst am Morgen des 10. März (Dienstag) zur Verfügung. Folgende Tabelle zeigt die Parteien oder Bündnisse, welche zur Wahl am 8. März zugelassen waren, und das vorläufige Ergebnis der Wahl:[107]
| Wahlvorschlag | Kennwort | Logo | Spitzenkandidatur | Stimmen (absolut) |
Stimmen (in Prozent) |
Veränderung zu 2020 (in Prozent- punkten) |
Sitze |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | Christlich-Soziale Union in Bayern e. V. (CSU) | Marcus König | 4.108.220 | 33,7 % | +2,4 % | 24 | |
| 05 | Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | Nasser Ahmed | 2.229.385 | 18,3 % | −7,4 % | 13 | |
| 04 | Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) | Britta Walthelm | 1.808.989 | 14,8 % | −5,2 % | 10 | |
| 03 | Alternative für Deutschland (AfD) | Roland Hübscher | 1.380.561 | 11,3 % | +5,6 % | 8 | |
| 06 | Die Linke | Titus Schüller | 800.866 | 6,6 % | +2,7 % | 5 | |
| 02 | Freie Wähler Bayern (Freie Wähler) | Thomas Estrada | 411.323 | 3,4 % | +0,6 % | 2 | |
| 09 | politbande | Ernesto Buholzer Sepúlveda | 387.917 | 3,2 % | +1,5 % | 2 | |
| 17 | Volt Deutschland (Volt) | Isaura Süssner | 233.751 | 1,9 % | +1,9 % | 1 | |
| 08 | Freie Demokratische Partei (FDP) | Ümit Sormaz | 199.052 | 1,6 % | −0,5 % | 1 | |
| 07 | Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) | Inga Hager | 157.454 | 1,3 % | −1,0 % | 1 | |
| 14 | Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) | Nathalie Dietzsch | 131.896 | 1,1 % | +1,1 % | 1 | |
| 10 | Linke Liste Nürnberg | Marion Padua | 114.499 | 0,9 % | −0,4 % | 1 | |
| 15 | Piraten & Humanisten e. V. | Lukas Küffner | 90.300 | 0,7 % | +0,7 % | 1 | |
| 16 | Tierschutz und Sozialpolitik (TSP) | Siegfried Schüller | 84.584 | 0,7 % | +0,7 % | – | |
| 11 | Wählergemeinschaft Die Guten e. V. (Die Guten) | Christiane Schleindl | 64.520 | 0,5 % | −0,3 % | – |
Sitzverteilung im Nürnberger Stadtrat seit 1946

Wahlentscheidungshilfen
Lokal-O-Mat
Entwickelt vom Nürnberger Menschenrechtszentrum (NRMZ) in Kooperation mit etwa 20 regionalen Partnerorganisationen stellt der „Lokal-O-Mat“ eine niederschwellige Wahlentscheidungshilfe dar. Wie beim Wahl-O-Mat werden zu 36 Themen Zustimmung, Ablehnung oder eine neutrale Haltung abgefragt. Zusätzlich lassen sich Themen doppelt gewichten, sollten sie einem besonders wichtig sein. Allen zur Wahl antretenden Parteien und Wählergruppen wurde die Möglichkeit gegeben die Fragen zu beantworten, wobei letztlich 13 von 17 Gruppierungen am Lokal-O-Mat teilnahmen. Darüber hinaus lassen sich auf Extraseiten auch nähere Informationen zu den einzelnen antretenden Parteien und Gruppierungen finden.[108][109]
Wahlnavigator
Als erste Stadt im Bundesland Bayern wurde in Nürnberg 2026 auch eine Wahlentscheidungshilfe namens „Wahlnavigator“ angeboten,[110] die in ihrem Aufbau dem Wahl-O-Mat ähnelt. Hierbei werden 30 Thesen zu lokalpolitischen Themen auf einer Skala von „stimme voll zu“ über „stimme eher zu“, „neutral“ oder „stimme eher nicht zu“ bis „stimme nicht zu“ bewertet. Abschließend zeigt der Navigator, mit welchen aller 17 antretenden Parteien die größten Übereinstimmungen bestehen.
Anders als bei dem Wahl-O-Mat, bei dem die Parteien ihre Positionen selbst festlegen können, beruhen die Parteipositionen beim Nürnberger Wahlnavigator auf einer Recherche und Interpretationen durch die Redaktion des Online-Blogs „Nuremberg Times“ anhand von offiziellen Wahlprogrammen, Stadtratsbeschlüssen, Pressemitteilungen und dokumentierten Statements der Parteien. Der Hauptverantwortliche Redakteur der „Nuremberg Times“, Kevin Kienle, ist auch Vorsitzender des SPD Ortsvereins im Stadtteil Muggenhof.[111][112]
Der Wahlnavigator bietet auch ausführliche Parteiprofile mit Informationen zur Geschichte der jeweiligen Partei in Nürnberg, aktuellen Wahlergebnissen sowie Links zu offiziellen Websites und Portraits der Kandidierenden um das Oberbürgermeisteramt. Das Angebot ist neben Deutsch auch auf Englisch und in einer fränkischen Version verfügbar.[113]
Siehe auch
Weblinks
- Stadt Nürnberg: Kommunalwahlen in Nürnberg
- Lokal-O-Mat 2026 – Wahlentscheidungshilfe vom Nürnberger Menschenrechtszentrum
- Nürnberger Wahlnavigator 2026 – Wahlentscheidungshilfe von Nuremberg Times