Kongō-Klasse (1993)

Klasse von vier Lenkwaffenzerstörern der japanischen Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte (JMSDF) Sie sind die ersten Schiffe mit „Stealth-Design“ im Einsatz der japanischen Seestreitkräfte From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Kongō-Klasse (japanisch こんごう型護衛艦 Kongō-gata goeikan) ist eine Klasse von vier Lenkwaffenzerstörern der japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte (JMSDF), die im Verlauf der 1990er Jahre in Dienst genommen wurden. Das 1993 in Dienst gestellte Typschiff Kongō war das weltweit erste Kriegsschiff außerhalb der US Navy, das mit dem AEGIS-System ausgestattet wurde. Die Schiffe dieser Klasse waren ferner die ersten, die von Japan unter den Gesichtspunkten der Tarnkappentechnik gebaut und bei den japanischen Seestreitkräften in Dienst genommen wurden.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Kongō-Klasse
Die Myōkō im Januar 2023.
Die Myōkō im Januar 2023.
Schiffsdaten
Land Japan Japan
Schiffsart Lenkwaffenzerstörer
Bauzeitraum 1990 bis 1998
Stapellauf des Typschiffes 26. September 1991
Gebaute Einheiten 4
Dienstzeit seit 1993
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 161,0 m (Lüa)
150,5 m (Lpp)
Breite 21 m
Tiefgang (max.) 6,2 m
Verdrängung Standard: 7.250 t
Einsatz: 9.500 t
 
Besatzung 310 Mann
Maschinenanlage
Maschine COGAG:
4 × GE LM2500 Gasturbinen
Maschinen­leistung 100.000 PS (73.550 kW)
Höchst­geschwindigkeit 30 kn (56 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
Sensoren

Radar

Sonar

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Geschichte

Planungen und Bau

1984 begann die United States Navy, für das Aegis-Kampfsystem Käufer im Ausland zu suchen. Vier Jahre später, 1988, kam der Vertrag mit der japanischen Marine zustande. Als Trägerschiff für das System wählte die JMSDF einen modifizierten und an japanische Bedürfnisse angepassten Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse. Das erste Schiff, die Kongō, wurde am 8. Mai 1990 auf Kiel gelegt und am 25. März 1993 bei der japanischen Marine in Dienst gestellt. Das letzte Schiff der Klasse, Chōkai, trat 1998 seinen Dienst an.

Zwei weitere Schiffe wurden im Jahr 2000 bestellt, sie wurden als verbesserte Atago-Klasse 2007 in Dienst gestellt.

Einheiten

Weitere Informationen Kennung, Name ...
KennungNameBauwerftKiellegungStapellaufIndienststellungHeimathafen
DDG-173 Kongō
(こんごう)
MHI, Nagasaki 8. Mai 199026. September 199125. März 1993Sasebo
DDG-174 Kirishima
(きりしま)
7. April 199219. August 199316. März 1995Yokosuka
DDG-175 Myōkō
(みょうこう)
8. April 19935. Oktober 199414. März 1996Maizuru
DDG-176 Chōkai
(ちょうかい)
IHI, Tokio 29. Mai 199527. August 199620. März 1998Sasebo
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Technische Beschreibung

Rumpf und Antrieb

Der Rumpf eines Zerstörers der Kongō-Klasse ist 161 Meter lang, 21 Meter breit und hat bei einer Verdrängung von 9.500 Tonnen einen Tiefgang von 6,2 Metern. Der Antrieb erfolgt durch vier Gasturbinen (COGAG-Antrieb), Ishikawajima Harima/General Electric-Gasturbinen LM2500-30, mit einer Gesamtleistung von 100.000 PS (73.550 kW). Die Leistung wird an zwei Wellen mit je einer Schraube abgegeben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 Knoten (56 km/h).

Bewaffnung

Neben denn zwei separat aufgeführten Waffensystemen verfügen die Schiffe der Klasse über ein 127-mm-Geschütz in Kaliberlänge 54 von Oto Melara, einem Mk 41 Vertical Launching System mit 90 Zellen für RUM-139 VL-ASROC-Anti-U-Boot-Raketen und SM-2 bzw. SM-3 Flugabwehrraketen und zwei Vierfachstarter für RGM-84 Harpoon-Seezielflugkörper. Des Weiteren noch vier Mk 36 SRBOC-Täuschkörperwerfer zum Abfeuern von Düppel- und Infrarotraketen, ein geschlepptes AN/SLQ-25 Nixie-Torpedotäuschsystem und eine Reihe von Handfeuerwaffen.

Mindestens eines der Schiffe, die Chōkai, wurde zwischen Oktober 2025 und März 2026, in dieser Zeit befand sich das Schiff in den Vereinigten Staaten, modernisiert und für den Abschuss von Tomahawk-Marschflugkörpern umgebaut. Am 27. März 2026 gab das japanische Verteidigungsministerium bekannt, dass der Umbau der Chōkai erfolgreich abgeschlossen worden und der Zerstörer nun, als bislang erstes Schiff der JMSDF, zum Einsatz dieses Waffensystems befähigt sei.[1]

Der Einsatz eines Hubschraubers ist möglich, aber die Schiffe der Klasse verfügen über keinen dauerhaften Hangar zur Unterbringung der Maschine.

Nahbereichsverteidigungssystem

Zur Nächstbereichsverteidigung dienen zwei radargesteuerte Maschinenkanonensysteme Phalanx Mk.15. Dieses System besteht aus einem Geschützturm mit einer 20-mm-Maschinenkanone des Typ M61 Vulcan und einem separaten Feuerleitradar. Es ist daher nicht auf die Feuerleitung durch die Gefechtsleitzentrale des Trägerschiffes angewiesen und benötigt von diesem nur Energie. Das System kann gegen anfliegende Flugkörper, Luftfahrzeuge und Seeziele eingesetzt werden.

Torpedorohre

Die Torpedorohr-Drillinge vom Typ HOS 302 befinden sich auf Höhe der achteren Phalanx-CIWS, sowohl an Backbord als auch an Steuerbord auf dem Oberdeck. Der Drilling kann nach außen gedreht werden, um Mark-46-Torpedos mit Druckluft auszustoßen. Dies geschieht je nach Einstellung mit 10–126 bar. Die Rohre des Werfers bestehen aus Kunststoff, die Masse einer Einheit beträgt etwa eine Tonne.

Elektronik

Die Hauptradaranlage an Bord ist das SPY-1-Radar des AEGIS-Systems, dessen vier Flächenantennen sich an den Aufbauten befinden. Die Feuerleitung der RIM-67-Luftabwehrraketen erfolgt durch drei AEGIS FCS Mk99-Radare, deren Antennen sich auf den Aufbauten befinden. Als Bugsonar verwenden die Schiffe ein OQS-102-Sonar. Die Computeranlagen des AEGIS-Systems wurden um eine U-Jagdkomponente erweitert, um den Anforderungen der japanischen Marine gerecht zu werden.

Zur elektronischen Kriegführung befindet sich das NOLQ-2-Störsystem an Bord.

Besatzung

Die Besatzung hatte eine Stärke von 310 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften.

Commons: Kongō-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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