Tachikaze-Klasse
Lenkwaffenzerstörer der japanischen Meeresselbstverteidigungs streitkräfte
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Die Tachikaze-Klasse (japanisch たちかぜ型護衛艦 Tachikaze-gata goeikan) war eine Klasse von drei Lenkwaffenzerstörern der japanischen Maritimem Selbstverteidigungsstreitkräfte (JMSDF), die von 1976 bis 2010 in Dienst stand.
Die Asakaze bei der SDF Fleet Review 2006. | ||||||||||||||||
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Allgemeines
Die in den siebziger Jahren auf der Mitsubishi-Werft in Nagasaki entwickelte und gebaute Tachikaze-Klasse bildete die zweite Generation von Lenkwaffenzerstörern der Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte. Die drei Schiffe folgten der zehn Jahre früher gebauten Amatsukaze und auf ihrem Entwurf basiert die nachfolgende Hatakaze-Klasse. Wie diese bestand ihre Hauptaufgabe in der U-Boot-Jagd und dem Schutz einer Kampfgruppe vor Luftangriffen.
Die zwischen Anfang 2007 und Mitte 2010 außer Dienst gestellten Schiffe wurden durch zwei Lenkwaffenzerstörer der Atago-Klasse ersetzt.
Einheiten
| Kennung | Name | Bauwerft | Kiellegung | Stapellauf | Indienststellung | Außerdienststellung | Heimathafen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DDG-168 | Tachikaze (たちかぜ) |
MHI, Nagasaki | 19. Juni 1973 | 17. Dezember 1974 | 26. März 1976 | 15. Januar 2007 | Sasebo (1976–1995) Yokosuka (1995–2007) |
| DDG-169 | Asakaze (あさかぜ) |
27. Mai 1976 | 15. Oktober 1977 | 27. März 1979 | 12. März 2008 | Yokosuka (1979–1995) Sasebo (1995–2008) | |
| DDG-170 | Sawakaze (さわかぜ) |
14. September 1979 | 4. Juni 1981 | 30. März 1983 | 25. Juni 2010 | Sasebo (1983–2007) Yokosuka (2007–2010) |
Technik
Rumpf und Antrieb
Der Rumpf eines Zerstörers der Tachikaze-Klasse war 143 Meter lang, 14,3 Meter breit und hatte bei einer maximalen Verdrängung von 4.800 Tonnen einen Tiefgang von 4,6 Metern. Der Antrieb erfolgte durch zwei Dampfturbinen von General Electric. Diese wirkten auf zwei Wellen mit einer Gesamtleistung von 70.000 Wellen-PS und ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von 32 Knoten.
Bewaffnung
Neben den im Folgenden aufgeführten Waffensystemen verfügten die Schiffe der Tachikaze-Klasse über zwei Mark-42-Geschütze, je eins vor der Brücke und achtern hinter den Aufbauten. Des Weiteren einen auf dem Vorschiff stehenden Mk.112-Starter für Anti-U-Boot-Raketen RUR-5 ASROC, einem auf dem Achterdeck montierten Mk.13-Starter für Standard-Missile-Flugabwehrraketen (bei der Indienststellung wurden noch RIM-24 Tartar eingesetzt) und zwei Mk 36 SRBOC-Werfer zum Abfeuern von Düppel- und Infrarotraketen.
Nahbereichsverteidigungssystem
Zur Nächstbereichsverteidigung dienten zwei radargesteuertes Maschinenkanonensystem Phalanx Mk.15, welche beidseitig am achteren Deckshaus angebracht waren. Dieses System besteht aus einem Geschützturm mit einer 20-mm-Maschinenkanone des Typs M61 Vulcan und einem separaten Feuerleitradar. Es ist daher nicht auf die Feuerleitung durch die Gefechtsleitzentrale des Trägerschiffes angewiesen und benötigt von diesem nur Energie. Das System kann gegen anfliegende Flugkörper, Luftfahrzeuge und Seeziele eingesetzt werden.
Seezielflugkörper
Als Seezielflugkörper waren zwei Viererstarter für RGM-84 Harpoon montiert. Die Harpoon wird von einem Turbojet angetrieben und mit einem Booster gestartet. Der Flugkörper verfügt über einen Gefechtskopf mit 221 Kilogramm Hochexplosivsprengstoff. Die Navigation zum Ziel erfolgt mit einem inertialen Navigationssystem, während die Harpoon in der Anflugphase rund 15 Meter über dem Wasser zum Ziel navigiert. Dabei kann ein Knick in die Flugbahn integriert werden, um das Zielgebiet aus einer bestimmten Richtung anzufliegen. Sobald sich die Rakete in einer vorbestimmten Distanz zum vermuteten Ziel befindet, schaltet sie ihr bordeigenes Radar ein, um das Ziel zu finden. Alternativ kann das Radar sofort nach dem Start oder intermittierend aktiviert werden. Sobald das Ziel erfasst ist, nähert sich die Lenkwaffe diesem in einer Flughöhe von 2 bis 5 Metern bis zum Einschlag. Der Gefechtskopf zündet nicht direkt beim Aufschlag, sondern zeitverzögert, so dass die Explosion im Schiffsinneren stattfindet und erheblich mehr Schaden verursacht als bei einer kontaktzündenden Waffe. Die Reichweite beträgt über 140 km.[1]
Torpedorohre
Die Torpedorohr-Drillinge vom Typ HOS 301 befanden sich mittschiffs auf Höhe des ersten Schornsteine, sowohl an Backbord als auch an Steuerbord. Der Drilling kann nach außen gedreht werden, um Mark-46-Torpedos mit Druckluft auszustoßen. Dies geschieht je nach Einstellung mit 10–126 bar. Die Rohre des Werfers bestehen aus Kunststoff, die Masse einer Einheit beträgt etwa eine Tonne.[1]
Elektronik
Für die elektronische Ausstattung wurden hauptsächliche Bauteile amerikanischer Produktion oder deren Lizenzprodukte verwendet. So war das am hinteren Schornstein befestigte Luftraumüberwachungsradar vom Typ SPS-52B. Zwei SPG-51C-Radare dienten zur Feuerleitung, ein OPS-17 zur Seeraumüberwachung und ein GFSC-56 als Artillerieleitstand.
Literatur
- Hans Mehl: Torpedoboote und Zerstörer. Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1983.
- Robert Jackson: Zerstörer, Fregatten und Korvetten. Gondromverlag, Bindlach 2001, ISBN 3-8112-1873-5.
- Gino Galuppini: Enzyklopädie der Kriegsschiffe. Weltbildverlag, Augsburg 1995, ISBN 3-89350-828-7.
Weblinks
- Warships of JMSDF (engl.)
- Tachikaze-Klasse auf GlobalSecurity.org. (engl.)
- Tachikaze-Klasse auf Navypedia (englisch)
