Kurt Felix
Schweizer Fernsehmoderator und Fernsehjournalist (1941-2012)
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Kurt Paul Felix[1] (* 27. März 1941 in Wil,[1] Kanton St. Gallen; † 16. Mai 2012 in St. Gallen[2]) war ein Schweizer Fernsehmoderator und Fernsehjournalist, der ab 1995 auch die italienische Staatsbürgerschaft besass.[3] Grosse Bekanntheit erlangte er in der Schweiz mit der Samstagabend-Show Teleboy und im gesamten deutschsprachigen Raum mit Verstehen Sie Spaß? Letzte präsentierte er gemeinsam mit seiner Ehefrau Paola, wobei das Paar zu den seinerzeit beliebtesten Fernsehmoderatoren gehörte. Kurt Felix hatte die Versteckte Kamera zwar nicht erfunden, aber als erster eine Samstagabend-Show daraus gemacht. Im Schweizer Fernsehen der 1970er Jahre gehörte er zusammen Heidi Abel und Mäni Weber zu den bedeutenden Moderaten von Unterhaltungssendungen.[4]

Leben
Kindheit
Kurt Felix wurde als Sohn des Musiklehrers Fritz Felix und dessen Ehefrau Hildegard geboren.[3] Von 1948 bis 1954 besuchte er die Gemeinde-Primarschule in Wil,[5] anschliessend bis 1957 die Gemeinde-Realschule Wil.[6]
Sein Vater schenkte ihm schon früh ein Tonbandgerät, mit dem Kurt dann Rundfunkreporter spielte. So ging er damit auf den Fussballplatz um Reportagen vom Spiel seiner Klassenkameraden anzufertigen. Anschliessend wollte er nie etwas anderes als Fussballreporter werden. Deswegen schrieb er als Drittklässler an den Direktor von Radio Zürich, um sich zu erkundigen, wie man es wird. Daraufhin antwortete der Direktor Jakob Job persönlich, man benötige eine Berufsausbildung und er empfehle Schauspieler, Buchhändler oder Lehrer zu werden.[7] Als Kurt Felix elf Jahre alt war, liessen sich seine Eltern scheiden und konnten beide alleine von ihrem Einkommen nicht leben, so dass Kurt letztlich zu Pflegeeltern kam. Der Pflegevater war ein überzeugter Kommunist, woraufhin Kurt nach Gegenargumenten suchte und dafür die Radiosender Rias und Radio Freies Europa auswählte, die er während seiner Sekundarschulzeit ausschliesslich hörte. Dadurch kannte er sich in der deutschen Politik mindestens so gut wie in der einheimischen aus, was bis zum Ende seines Lebens so blieb. Die Sender brachten Kurt Felix auch die Big-Band-Musik einschliesslich der deutschen Tanzorchester nahe, woraufhin er in Erinnerung an diese Zeit später immer eine Big Band zu seinen Shows gehörte.[7]
Als Lehrer
Entsprechend dem Vorschlag des Radiodirektors besuchte Kurt Felix von 1957 bis 1962 das Lehrerseminar Kreuzlingen,[8] für das er ein Stipendium vom Kanton Thurgau bekam, dafür aber vier Jahre als Lehrer tätig sein musste.[4] Im Schuljahr 1960/61 absolvierte er dabei das Lehrerpraktikum an der Primarschule Hüttwilen. Parallel dazu führte er Tonbandinterviews mit Prominenten, die ab Januar 1960 in der Radiosendung Hallo Teenager des Österreichischen Rundfunks ausgestrahlt wurden.[9] In dieser Zeit reiste er auch nach Berlin, um sich den Bau der Mauer anzusehen, was er als «das traurigste Ereignis des Jahres überhaupt» in Erinnerung behielt. Er gewann im Laufe der Zeit viele deutsche Freunde, woraufhin er später sehr gerne in Deutschland arbeitete.[7] Nach Erhalt des Lehrerpatents[10] übernahm Kurt Felix im Schuljahr 1962/63 eine Abschlussklasse in Hüttwilen[11] und wechselte dann an die Primar- und Gewerbeschule Frauenfeld.[3]
1963 begann Kurt Felix bereits, nebenbei als Radioreporter für SRG über Neues rund um den Bodensee zu berichten.[3] Seine Berichte besassen stets eine Unterhaltungskomponente, da er bereits früh bemerkte, dass man den Zuschauern eine fachliche Berichterstattung nur mit einem unterhaltsamen Rahmen nahebringen kann.[12]
Mit seinen Schülern sang Felix viel, insbesondere selbst komponierte und getestete Werke. Dazu gehörte das 1962/63 entstandene Musical Professor Musikmann für Kinder und Orffsches Instrumentarium, wobei die Instrumente wie eine Big Band eingesetzt waren. Das Musical gelangte nach der Bühnen-Uraufführung ins Radio- und Fernsehprogramm[7] und führte 1965 zur Auszeichnung Goldenes Mikrophon[13] für die beste Stereo-Aufnahme des Jahres.[3] Der Erfolg ermöglichte ihm überdies, im Sommer 1965 ganz zum Fernsehen zu wechseln.[7] Im Schweizer Fernsehen wurde das Musical am 7. November 1965 in der Sendung Sonntags zwischen 4 und 6 gezeigt.[14]
Beim Schweizer Fernsehen

Beim SF wollte Kurt Felix nach wie vor zum Sport, das empfand man für einen Lehrer aber als unpassend, woraufhin er in der Abteilung Kultur und Wissenschaft unterkam, wo ihn der Leiter von Heimat und Region Wysel Gyr in sein Ressort holte.[12][15] Dort lernte er «jede Ländlerkappelle und Trachtengruppe» kennen und war an fast allen kulturellen und volkstümlichen Veranstaltungen zugegen, wobei er binnen kürzester Zeit die gesamte Schweiz kennenlernte.[12]
Nachdem sich Felix mehrere Unterhaltungsshows ausgedacht und erfolgreich eingeführt hatte, gab es Befürchtungen, er könnte sich als Mitarbeiter der Abteilung Kultur und Wissenschaft «unter dem Hag durchfressen» und in der Unterhaltung mitarbeiten. Daraufhin versetzte der Direktor Guido Frei ihn mit Beginn des Jahres 1973 in die Abteilung Theater und Unterhaltung.[12] Als Redakteur im Ressort Quiz und Spiele bekam er dort nach jeder Show mit Hans-Joachim Kulenkampff einen ganzen Stapel Zuschauerbeschwerden auf seinen Schreibtisch, Kuhlenkampff spreche zu schnell. So musste er eine Anfrage, auch Dalli Dalli in der Schweiz auszustrahlen, mit der Begründung ablehnen, Rosenthal rede viel zu schnell.[7] Für die Show Am laufenden Band suchte Felix die Schweizer Kandidaten aus, er war im Dezember 1975 zu Gast in der Show und zeigte Ausschnitte aus Teleboy, die mit einem Kandidatenspiel verbunden waren.[16]
Kurt Felix war bekannt für extrem detaillierte Manuskripte, während eine gewöhnliche Unterhaltungsshow mit 10 Seiten auskam, waren es bei ihm immer um die 100 Seiten. Ab 1972 arbeitete er bevorzugt mit dem Regisseur Max Sieber zusammen, der auch später bei den Sendungen in Deutschland dabei war.[17][4]
1978 wählte man Felix zum Ressortleiter Quiz und Spiele, wovon er mit Ablauf des Jahres 1980 zurücktrat, um seine Laufbahn in Deutschland fortzusetzen.[18]
Fahrt mit Dampf und Volksmusik
Eine der ersten Arbeiten beim Schweizer Fernsehen war Kombination aus Dokumentarfilm und Musiksendung Fahrt mit Dampf und Volksmusik. Kurt Felix hielt im Sommer 1965 die letzten Fahrten der Dampflokomotive EC 3/5 auf der Mittelthurgaubahn fest. Dazu hatte man einen Zug aus einem alten Postwagen und zwei ausrangierten Personenwagen zusammengestellt und damit die fahrplanmässig frequentierten Strecke mehrfach befahren, um den Zug von allen Seiten aufnehmen zu können. Hinzu kamen Musikgruppen, die ausschliesslich von Ortschaften der Strecke stammten. Bei der Ausstrahlung am 3. Oktober war die Strecke bereits auf elektrischen Betrieb umgestellt. Sie fand an einem Sonntagnachmittag im Rahmen der Sendereihe Für Stadt und Land von Wysel Gyr statt, in der es um volkstümliche Musik und heimatkundliche Themen ging.[19] Mit dem Film konnte Felix sein Begeisterung für die Eisenbahn einbauen, der 45-minütige Film bei den Zuschauern so gut an, dass er – obwohl in Schwarzweiss – im Laufe der Jahre mehrfach wiederholt wurde.
Im Frühjahr 1967 filmte Kurt Felix das Dampfschiff Schaffhausen bei seinen letzten Fahrten auf dem Bodensee, wieder in Kombination mit lokalen Musikern. Der Film wurde am Montagabend, den 2. Oktober 1967 gezeigt. als das Schiff bereits verschrottet war.[20]
Im Sommer 1968 hielt Kurt Felix die Brienz-Rothorn-Bahn in bewegten Bildern fest. Da es sich um eine Kooperation mit ORF und ZDF handelte, deutete er darin Schweizerdeutsch nur an. Es handelte sich um das erste Fahrt mit Dampf und Volksmusik in Farbe, sie wurde kurz nach Einführung des Farbfernsehens in der Schweiz ausgestrahlt, nämlich am 4. November im Abendprogramm auf dem Sendeplatz von Für Stadt und Land um 20.20 Uhr. Im ZDF lief der Beitrag in der Reihe Musik macht Laune.
Kurt Felix dreht bereits 1970 eines neues Fahrt mit Dampf und Volksmusik über die Vitznau-Rigi-Bahn[21], das aber erst am 11. Mai 1971 anlässlich des 100. Bestehens der Bahn – im Abendprogramm – gesendet wurde.
Club 66
Club 66 war eine Jugendsendung, die als Club 67 und Club 68 fortgesetzt wurde und infolgedessen von 1966 bis 1968 lief. Es handelte sich aus einer Kombination aus Quiz- und Musikshow. Bereits im Club 66 fand der erste Fernsehauftritt von Marc Dietrich und Peter Reber statt, die später mit Peter, Sue & Marc grosse Bekanntheit erlangten.[22] In der letzten Ausgabe von Club 68 nahm Paola Del Medico teil, es war die erste Begegnung mit ihrem späteren Ehemann.[23][15]
Stöck-Wys-Stich
Eine bedeutende Spielshow hatte Kurt Felix mit Stöck-Wys-Stich für das Schweizer Kartenspiel Jass ins Leben gerufen. Sie ist als Samschtig-Jass noch heute im Programm und steht auf der Liste der weltweit ältesten noch laufenden Fernsehshows auf Platz sechs.[24]
Es begann mit einer Bitte des Leiters der Abteilung Kultur und Wissenschaft Eduard Stäuble, eine Sendung für den Bundesfeiertag zu kreieren. Felix nahm das Nationalspiel Jass zum Thema und so sendete das Schweizer Fernsehen am 1. August 1967 um 21.15 Uhr die 55-minütigen Reportage Stöck-Wys-Stich, eine fast wissenschaftliche Einführung von Kurt Felix. Sie erklärte die Herkunft des Kartenspiels, zeigte die Herstellung der Spielkarten und betrachtete die Anzahl der Zahlenkombinationen, Verteilungs- und Spielmöglichkeiten. Dann wurden die Spielregeln erklärt und abschliessend gab Ruedi Walter einen Jassknigge für Fortgeschrittenne.[25] Diese Sendung geriet zu einem riesigen Erfolg.[12]
Daraufhin folgte am Sonntag, den 21. Januar 1968 die erste Stöck-Wys-Stich-Folge mit Zuschauer-Beteiligung. Sie lief von Kurt Felix präsentiert im Nachmittagsprogramm und dauerte 20 min. Mit Beginn des Jahres 1970 kam die Sendereihe dann ins Abendprogramm und Felix gab die Moderation ab.
Grüezi mitenand
Während Deutschland schon eine Show-Tradition mit Stars wie Peter Frankenfeld oder Hans-Joachim Kulenkampff hatte, gab es in der Schweiz noch gar keine Shows als Sendereihe, was vor allem an den Kosten lag. Um dies zu ändern, dachte sich Kurt Felix ein Konzept aus, welches auch folkloristische und volkskundliche Elemente enthielt, da er nun einmal nicht zur Abteilung Unterhaltung gehörte und diese Punkte in seinem Ressort beheimatet waren. Grüezi Mitenand unterstützte 1971 in Kooperation mit dem Schweizer Heimatschutz die Renovierung historischer Bauten, denen der Abriss drohte. Die Show bestand aus Quizrunden und drei Showblöcken, ausserdem wurde über mehrere Sendungen hinweg der Schweizer des Jahres gewählt. Die Show fand auch in kleineren Orten statt, indem man ein 1500 m² grosses Zelt aufbaute. Die Sendereihe hatte die höchste Zuschauerzahl des Jahres, musste wegen zu hoher Kosten Ende 1972 dennoch aufgegeben werden.[7]
Teleboy

Ein Erlebnis bei der Eurovisionssendung Wünsch Dir was brachte Kurt Felix auf die Idee zu seinem grössten Erfolg. Er sollte die Schweizer Kandidaten zur Show am 26. Februar 1972 nach Deutschland begleiten. In dieser Ausgabe war Friedensreich Hundertwasser zu Gast, der die Kandidaten damit überraschte, dass er die Balkone ihrer Häuser angemalt hatte. In der Show zeigte man sich begeistert, hinterher fluchte man darüber und drohte sogar mit Anwälten. Felix dachte, das müsste man dem Zuschauer auf dem Bildschirm eigentlich zeigen und schlug dem Abteilungsleiter Max Ernst auf dem Rückflug eine Show mit versteckter Kamera vor. Dieser wendete ein, so etwas habe Chris Howland schon mit seiner Sendereihe Vorsicht Kamera in den 1960er Jahren gemacht und wäre etwas aus einer vergangenen Zeit. Felix konzipierte dennoch die Show Teleboy, in der Spässe mit versteckter Kamera vorkamen und konnte sich damit durchsetzen.[7] Teleboy erreichte bis zu 70 % Einschaltquote, eine Ausgabe wurde sogar zur meistgesehenen Fernsehsendung aller Zeiten in der Schweiz. Mit dieser Show konnte man in der Schweiz «in ähnlichen Dimensionen» wie in Deutschland senden, die Einschaltquote lag sogar nochmals höher.[12] Im dritten Jahr des Teleboy ist Felix selbst ein Opfer der verstecken Kamera geworden, es erwischte ihn auf dem Flughafen Zürich bei der Zollkontrolle.[4] Die immense Popularität führte dazu, dass es immer schwieriger wurde, in dem kleinen Land Spässe aufzunehmen, so dass die Show nach 1977 erst einmal pausieren musste. Die Folgen von 1977 sind auch vom Südwest 3 – mit Originalton in Schweizerdeutsch – ausgestrahlt worden.
That‘s TV
Max Ernst fand, die Schweiz sollte auch mal wieder beim Wettbewerb Rose d’Or gewinnen, woraufhin er Kurt Felix bat, sich gemeinsam das Spektakel von 1977 ansahen. Felix war schon bei der Anreise klar, wer einen Preis gewinnen möchte, muss seinen Beitrag nicht für die Zuschauer, sondern für die Juroren machen. Beim Abendessen beobachtete er die Jury und stellte fest, dass sie über das Fernsehen und Pannen, die ihnen selber widerfahren waren, lachten. So reichte er 1978 That’s TV ein, eine Zusammenstellung lustiger Ereignisse mit dem Fernsehapparat im Wohnzimmer, etwa, dass er einen Raketenstart zeigt und mit der Rakete abhebt oder dass auf dem Bildschirm gezeigte Gegenstände anschliessend unten herausfallen. That‘s TV bekam die Bronzene Rose von Montreux und den Chaplin-Preis für die lustigste Sendung des Jahres. In Montreux sprach der Intendant des Süddeutschen Rundfunks Felix an, ob er nicht eine Show in Deutschland machen wolle.[12] Daraus ergab sich die Sendereihe Verstehen Sie Spaß?
Einzelne Shows
Kurt Felix hat auch Silvestershows inszeniert und 1978 die Jubiläumsserie 25 Jahre Schweizer Fernsehen geschaffen.
Ohne Festanstellung
Verstehen Sie Spaß?
Für den Südwestfunk präsentierte Kurt Felix Verstehen Sie Spaß? erst einmal als 30-minütige Sendung. Darin kündigte er Einspielfilme an, in denen er – da in Deutschland noch unbekannt – zumeist selber vorkam. Parallel dazu lief in den Jahren 1980 und 1981 noch einmal Teleboy in der Schweiz.
Als im Jahr 1982 Harald Juhnke die ZDF-Musikshow Lieder gehen um die Welt nicht präsentieren konnte, sprangen Kurt Felix und seine Frau Paola kurzfristig ein.[26][27] Die Paarmoderation kam so gut an, dass man sie für Verstehen Sie Spaß? beibehielt, als es sich ab 1983 in eine Samstagabend-Show verwandelte. Kurt Felix sagte rückblickend dazu, als Ausländer habe man in Deutschland nur eine Chance, wenn man ein eigenes Konzept mitbrächte. Es handelte sich dabei im Wesentlichen um das Konzept vom Teleboy, was problemlos funktionierte. Verstehen Sie Spaß? hatte in den ersten zehn Jahren mehr Zuschauer als Wetten, dass..?.[4] Der Lieblingsstreich von Kurt Felix war ein Kiosk auf dem Matterhorn in 3500 m Höhe, an den Reinhold Messner beim Klettern vorbeikam.[28] 1988 wurden Kurt Felix und Paola in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Emnid von den Zuschauern zum beliebtesten Moderatorenpaar im deutschen Fernsehen gewählt.
Radio Gallus (nicht verwirklicht)
Parallel zu den Plänen für eine große Samstagabend-Show in Deutschland arbeitete Kurt Felix an einem Privatradio für den Kanton St. Gallen. Es sollte «bürgernah, fröhlich, unterhaltsam und absolut unpolitisch» sein.[29] Daraus wurde aber nichts.[4]
Supertreffer

Mit dem Ende vom Teleboy brachte das Schweizer Fernsehen keinen Nachfolger von Bedeutung mehr zustande, woraufhin Programmdirektor Ulrich Kündig und Unterhaltungschef Hannes Bichsel zwei Jahre lang versuchten, Kurt Felix für eine neue Samstagabend-Show zu gewinnen. Das Resultat war eine Zusammenarbeit mit der Interkantonalen Landeslotterie (ILL)[30], was die seinerzeit teuerste je in der Eidgenossenschaft produzierte Sendung[3] ermöglichte. Aufgrund der hohen Kosten blieb der Bühnenaufbau bis zum nächsten Tag stehen, um noch einmal genutzt zu werden. Wysel Gyr präsentierte darin am Nachmittag eine 45-minütige Musiksendung im Rahmen des Sonntagsmagazins.[30]
Der Supertreffer bestand aus einem Lotteriespiel, dass mit hohen Gewinnen hohe Zuschauerzahlen garantieren sollte; einem Quiz, in dem fünf Kantone gegeneinander spielten; zwei Weltrekordversuche für das Buch der Guinness World Records, Gespräche mit prominenten Gästen und Musikbeiträgen.
Im Laufe der Ausstrahlung wurden sechs Fragen gestellt, deren korrekte Antworten eine Telefonnummer ergaben, mit der man Felix im Studio erreichen konnte, um dann bis zu 7000 Lose der ILL zu gewinnen. Lose aus dem normalen Verkauf hatten zudem die Chance, eine viertel Million zu gewinnen.[30] Dazu waren vier Los-Serien verkauft worden. Für jede davon wurden in der Sendung zehn zweistellige Endziffern gezogen, die zur Spielberechtigung der Supertreffer-Zusatzziehung führten. Die Losnummer für den Supertreffer, einen Gewinn von 250'000 Franken wurde ebenfalls in der Sendung gezogen. Bei dem Kantone-Spiel traten aus den Kantonalverwaltungen zusammengesetzte Teams an, jeweils unterstützt durch ein Bibliotheksteam und der Bevölkerung, die sich telefonisch melden konnte. Es handelte sich also um die Spielidee aus Allein gegen alle. Der Gewinn von maximal 36'000 Franken sollte «sinnvollen Zwecken» zugutekommen.[31] In der ersten Show spielte Hazy Osterwald mit seinem Ensemble, in den übrigen drei Shows des Jahres 1987 das Pepe Lienhard Orchester.
Bereits die erste Ausgabe kam auf eine Einschaltquote von 54,2 % der Haushalte; Supertreffer war bei den Zuschauern beliebt, aber bei den Kritikern unbeliebt. Letzteres unterstützte eine Pannenserie. In der ersten Ausgabe brach die Telefonzentrale wegen Überlastung zusammen. In der zweiten Ausgabe funktionierte der Tresor nicht. In der dritten Ausgabe überschatte das unangenehmste Erlebnis, das Kurt Felix je hatte, die gesamte Sendung: Bei einem Rekordversuch sollte eine Menschenpyramide aufgebaut werden und dabei ein Gewichtheber aus Winterthur 13 Personen tragen. Er brach sich aber einige Knochen und die Pyramide stürzte ein. Es war abgesprochen, dass das Bild im Falle eines Unglücks den Moderator zeigen sollte, man hatte aber nicht bedacht, dass der Ton noch auf das Unglück gerichtet blieb und die Schmerzschreie übertrug.[32][33]
Nach den vier Ausgaben und einer Meinungsumfrage vereinfachte man das etwas verwirrende Konzept. Dabei entfiel vor allem das Kantonespiel zugunsten eines dritten Rekordversuchs.[34] Die Show endete schließlich nach 36 Folgen nur, weil Felix sich zur Ruhe setzte.
Ohne Bildschirmpräsenz
Gemäss seinem Grundsatz «25 Jahre lernen, 25 Jahre arbeiten, 25 Jahre geniessen»[28] wechselte Kurt Felix anlässlich seines 50. Geburtstags hinter die Kamera. Er hatte bis dahin so gut wie kein Urlaub gemacht und war weder in Paris, noch in Amerika gewesen.[12]
Am 24. Juni 2011 erhielt er in Zürich den Schweizer Fernsehpreis für sein Lebenswerk, überreicht von seinen langjährigen Freunden Frank Elstner und Karl Dall.
Verstehen Sie Spaß?
Felix gab die Präsentation von Verstehen Sie Spaß? ab und war auch nicht mehr beim Drehen der Filme dabei. Er blieb aber der Show als Berater erhalten.
Ein roter Teppich für …
Felix entwickelte die Samstagabendshow Ein roter Teppich für …. Sie portraitierte eine berühmte Schweizer Persönlichkeit oder eine ausländische Berühmtheit mit Schweizer Wohnsitz. Zur Show gehörten Sandra Studer als Moderatorin und das Pepe Lienhard Orchester. Für die erste Folge am 24. September 2005 lud man Adolf Ogi ein, wobei die Aufzeichnung ein Tag zuvor stattfand und dann Laudatio und «Ogi-Hymne» des Kabarettisten Patrick Frey entfiel, was mitunter als Skandal angesehen wurde.[35] Daraufhin sollten «mehr Emotionen, mehr Musik von Pepe Lienhard und keine Satire» stattfinden, woraufhin Kurt Felix befand: «Meine Funktion als Konzeptgeber habe ich dann erfüllt» [36] Es folgten noch Ausgaben mit DJ BoBo und Marco Rima, bevor das Schweizer Fernsehen im Februar 2006 das Ende verkündete.[37]
Kolumnist
Felix war als Fernsehkolumnist unter anderem bei der Schweizer Illustrierten, beim SonntagsBlick und beim St. Galler Tagblatt tätig. Er schrieb über 2000 Beiträge, bis er 2008 seine Berufstätigkeit aus Gesundheitsgründen endgültig beendete.
Privatleben

Kurt Felix heiratete 1966 Sonja Köstli und hatte mit ihr den Sohn Daniel (* 1966)[3], der Sendeleiter beim Schweizer Fernsehen wurde, aber nicht daran interessiert war, vor der Kamera zu stehen. Seine Stimme ist der seines Vaters zum Verwechseln ähnlich.[38][4] 1970 liess die Familie ein Haus in Stettfurt bauen und zog dort ein. 1975 kam es zur Scheidung. 1980 heiratete Felix dann die Sängerin Paola Del Medico. Daraufhin folgte 1982 ein Hausbau in St. Gallen, wo die beiden einzogen. 1990 kauften sie ein Grundstück am Luganer See für ein Ferienhaus, dessen Besichtigung zu einem erneuten Beitrag mit versteckter Kamera in der eigenen Show wurde. Die beiden nutzen den Zweitwohnsitz dann häufig.[18]
Die Hobbys von Kurt Felix waren neue Schweizer Autobahnen vor deren Verkehrsfreigabe abzuwandern, mit seiner Jacht die Alpenseen zu befahren sowie Mitteleuropa und Italien zu bereisen. Mit seinem Sohn teilte er die Leidenschaft für Eisenbahnen, woraufhin sein Sohn sogar einige Dokumentationen über die Schweizer Eisenbahn gedreht hat.[38][4]
Im Jahr 2003 zog er sich aufgrund einer Thymom-Krebserkrankung ins Privatleben zurück. Die intensive medizinische Behandlung war vorerst erfolgreich, sodass er danach längere Zeit beschwerdefrei zusammen mit seiner Frau an ihren Wohnsitzen in St. Gallen und in Italien leben konnte. Anfang April 2010 wurde ein neuer Krebsausbruch diagnostiziert, sodass er alle laufenden Verpflichtungen absagen musste.
Kurt Felix starb am 16. Mai 2012 im Alter von 71 Jahren im Kantonsspital St. Gallen[39] und wurde auf dem Ostfriedhof in St. Gallen beigesetzt.[40]
Sendungen
- Das grosse Bücherquiz
Moderator der Jugend-TV-Sendung rund um Bücher, 1965 - Club 66
TV-Jugendsendung, fortgeführt als «Club 67» und «Club 68» Autor und Moderator, 1966 bis 1968 - Stöck-Wys-Stich
Show zum Kartenspiel Jass, Autor und Moderator von 1968 bis 1969 - Mit Dampf und Volksmusik
Autor, Regisseur und Moderator, 1965 bis 1970 - Grüezi mitenand
Samstagabend-Show, Autor und Moderator, 1971 bis 1972 - Wer bietet was
Show zur Funkausstellung in Zürich, Autor und Moderator, 1973 - Illusionen
Eurovision-Ratespiels; Autor und als Moderator vom DRS vorgeschlagen, jedoch vom ZDF abgelehnt


- Teleboy
Samstagabend-Show, Autor und Moderator, 1974 bis 1977 und 1980 bis 1981 - That's TV
Beitrag für Rose d’Or, ausgezeichnet mit der «Bronzenen Rose von Montreux» und dem «Chaplin Preis», 1978 - Lieder gehen um die Welt
ZDF-Musikshow, Paarmoderation mit Paola, 1982 - Freitagsparty
SWF-Vorabendsendereihe, Paarmoderation mit Paola, 6 Folgen, 1983 - Verstehen Sie Spaß?
zunächst Unterhaltungssendung, dann Samstagabend-Show, Autor und Moderation bzw. Paarmoderation mit Paola, 1980 bis 1990
Best-of-Sendereihe im ARD-Vorabendprogramm, 1991 bis 1992

- Supertreffer
Samstagabend-Show im Schweizer Fernsehen um Rekorde und Millionen, 1987 bis 1991 - Klassiker mit Kurt Felix
Präsentation seiner beliebtesten Streiche mit Versteckter Kamera (Südwest 3, Nord 3, West 3, MDR), 2001 bis 2002 - Ein roter Teppich für …
Autor der Samstagabend-Gala, 2006
Auszeichnungen
- 1965: Goldenes Mikrofon der BBC für das Kindermusical Professor Musikmann
- 1976: Prix Tell
- 1977: Prix Walo für Teleboy
- 1978: Rose von Montreux Bronzene Rose für «That’s TV»
- 1985: Goldene Rose von Montreux Spezialpreis für das Lebenswerk
- 1990: Bambi für die erfolgreichste Fernsehunterhaltung Deutschlands in den 80er Jahren (Verstehen Sie Spaß? erreichte Rekord-Einschaltquoten von über 20 Millionen Zuschauern allein in Deutschland und 30 Millionen europaweit)[41]
- 2003: Bambi für das Lebenswerk
- 2005: Medienpreis SRG idée suisse für das Lebenswerk
- 2006: glanz & gloria Award des Schweizer Fernsehens
- 2006: Staufermedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg
- 2007: «One 100» Auszeichnung zum Weingourmet des Jahres in Deutschland
- 2011: Ostschweizer Medienpreis für das Lebenswerk
- 2011: Schweizer Fernsehpreis für das Lebenswerk[42]
Werke
- Verstehen Sie Spass? Versteckte Kamera. Habegger, Derendingen 1982, ISBN 3-85723-174-2.
Literatur
- Walter Grieder: Kurt Felix und Paola. Zwei die Spass verstehen. Friedrich Reinhardt, Basel 1990, ISBN 3-7245-0707-0. (Biografie)
- Kurt Felix im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar).
Dokumentationen
- Eric Bergkraut: Felix & Felix – Durch den Herbst mit Kurt & Paola. DOK vom 24. März 2011 (51 Minuten)
- «Hoi Hoi Teleboy»: Kurt Felix und sein Leben. In: glanz & gloria. 27. März 2011 (54 Minuten; Inhalt)
Weblinks
- Kurt Felix bei IMDb
- Literatur von und über Kurt Felix im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- kurt-paola-felix.ch
- Zum Tod von Kurt Felix: Meister der harmlosen Schadenfreude. In: Spiegel Online. 19. Mai 2012
- Sendung «Schawinski». Im Gedenken an Kurt Felix. Roger Schawinski im Gespräch mit Weggefährten und Freunden. Video in: Schweizer Fernsehen, 21. Mai 2012 (Online, 38 Minuten)
- Simone Meier: Ciao, ciao, Teleboy. In: Tages-Anzeiger. 21. Mai 2012 (Archiv)