Wünsch Dir was (Fernsehshow)

war eine österreichisch-deutsch-schweizerische TV-Spielshow From Wikipedia, the free encyclopedia

Wünsch Dir was[1][2][3] war eine österreichisch-deutsch-schweizerische TV-Spielshow als Gemeinschaftsproduktion unter Federführung des ORF. In der Zeit vom 20. Dezember 1969 bis zum 2. Dezember 1972 wurden insgesamt 24 Folgen im ORF, ZDF und SRG ausgestrahlt. Die Pilotsendung vom 7. September 1969 wurde nie gesendet.[4]

TitelWünsch Dir was
OriginalspracheDeutsch
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Fernsehsendung
Titel Wünsch Dir was
Produktionsland
Originalsprache Deutsch
Genre Spielshow
Erscheinungsjahre 1969–1972
Ausstrahlungs­turnus ca. 8-mal im Jahr
Premiere 20. Dez. 1969 auf ORF und ZDF
Moderation
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Beteiligte Personen

Moderiert wurde die Samstagabend-Show von Dietmar Schönherr[5][6] und seiner Frau Vivi Bach[7], die Autoren waren u. a. Peter Hajek[8], Kuno Knöbl,[9][10][11] Unterhaltungschef des ORF und Guido Baumann, Unterhaltungschef des Schweizer Fernsehens, unter anfangs kreativer Mitwirkung von André Heller.

Die erste Idee zur Sendung, erster vorläufiger Titel Das große Österreich-Toto, später TELE-LOTTO, hatte im April 1968 Dietmar Schönherr.[12] Treibende Kräfte zur Durchsetzung der Show waren der damalige ORF-Programmdirektor Helmut Zilk sowie der ZDF-Programmdirektor Joseph Viehöver. Der verantwortliche ORF-Redakteur Dieter Böttger[13] und Josef Kirschner[14][15] waren ebenso für die Entwicklung der Show verantwortlich.

Regisseur der ersten am 7. September 1969 nicht ausgestrahlten Pilot-Show[16] war Michael Pfleghar. Bei den weiteren 24 Shows war nur einmal am 20. Dezember 1969 Otto Anton Eder[17][18] und seit der Show vom 21. Februar 1970 bis zur letzten Show am 2. Dezember 1972 ausschließlich der damals erst 22-jährige Peter Behle[19][20] der Regisseur. Kuno Knöbl[21][22][23][24][25], damaliger Unterhaltungschef des ORF, wirkte prägent bei der Entstehung und Produktion von Wünsch Dir Was mit.

Konzeption

Kandidaten einer jeden Sendung waren drei Familien, eine aus jedem beteiligten Produktionsland. Jede nahm auf der Fernsehbühne in einer spiralartigen Sitzgelegenheit, der sogenannten Familienschnecke, Platz. Die Themenkomplexe und Spiele der Sendungen wurden unter anderem von André Heller entworfen, wobei bewusst neue und teils provokante Ideen umgesetzt wurden. So ging es nicht nur um Wissensleistungen, sondern auch z. B. um das Zusammenspiel von Familienmitgliedern untereinander.

Die Familien mussten sich in Gesprächsrunden sowie Rate- und Handlungsspielen beweisen, wobei das Ausführen der Spiele oft durch Selbstüberwindung gekennzeichnet war. So sollten Familienmitglieder beispielsweise mit Riesenschlangen umgehen oder über dünnes Eis robben. Einen Fixpunkt der Sendeserie stellte ein Ratespiel dar, bei dem ein meist winziges Detail aus der Wohnung der Familie auf einem Foto – aufgenommen bei einem Besuch des TV-Teams – zu erraten war.

Wünsch Dir was gilt als Frühform eines interaktiven Fernsehens: Den Sieger einer Sendung konnten die Zuschauer eines bestimmten Ortes bestimmen, indem sie für die jeweilige Kandidatenfamilie entweder durch Einschalten von Elektrogeräten (Lichttest) oder Betätigen der Toilettenspülung votierten. Der in den Wasser- bzw. Elektrizitätswerken der ausgewählten Städte auf dem zentralen Leistungszähler abgelesene Mehrverbrauch wurde dem Fernsehpublikum mittels eines zugeschalteten Telefonats mitgeteilt. Der Lichttest geht auf die Verwendung während eines „Städteduells“ im Rahmen zweier Fernsehsendungen in den Jahren 1967 und 1968 zurück, als unter dem Titel „Servus Zürich – Grüezi Wien“ das Fernsehpublikum via Betätigung von Lichtschaltern in Entscheidungen der Sendung einbezogen wurde.

Geplanter Wünsch Dir was - Nachfolger: Die ORF-Show Kinderspiel (nie realisiert)

Anfang der 1990er-Jahre entstand im Umfeld des damaligen Wünsch dir was - Teams unter der Federführung von Dietmar Schönherr und Peter Reichelt ein Konzept für eine neue große Samstagabendshow des ORF mit dem Titel Kinderspiel. Die Sendung war als inhaltlicher und atmosphärischer Nachfolger der populären ZDF-Reihe gedacht und sollte die Idee einer interaktiven Fernsehwunschshow in den 1990er-Jahren fortführen. Entwickelt wurde das Projekt von Peter Reichelt gemeinsam mit Dietmar Schönherr, der als Hauptmoderator vorgesehen war, sowie mit Désirée Nosbusch, Manfred Deix, Robert Hochner, Kuno Knöbl, Peter Behle und Gottfried Helnwein.

Für die Realisierung der Show gründeten Reichelt und Schönherr eigens die Schweizer Produktionsgesellschaft Dino Enterprise AG. Das sendefertige Drehbuch lag Anfang 1991 vor. Im Februar desselben Jahres präsentierten Schönherr und Reichelt das Konzept dem damaligen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher. Trotz positiver Resonanz wurde Kinderspiel schließlich „aus Kostengründen“ nicht in Auftrag gegeben. Das vollständige Showkonzept verblieb im ORF-Archiv in Wien und wurde nie produziert.[26][27][28]

Besonderheiten

  • Eine 17-jährige Kandidatin ließ in der Sendung vom 7. November 1970 ihre Brüste in einer halbtransparenten Bluse sehen, was als Skandal galt.[29]
  • Die österreichische Rundfunkaufsicht übte Kritik, als Moderator Schönherr während des Wahlkampfs in seiner Show mit einer roten Nelke am Revers angeblich Sympathie für die SPÖ zeigte.
  • Der Maler Friedensreich Hundertwasser führte 1972 seine teilweise auch in der Realität umgesetzten Modelle von Häusern mit begrüntem Dach vor. Er ließ sich auch bei einem Haus filmen, dessen Fassade er im Fensterbereich mit seiner markanten Malerei dekorierte, ohne zuvor die Erlaubnis des Hausbesitzers eingeholt zu haben.
  • Für einen Eklat sorgte in der Sendung vom 27. März 1971 ein Spiel, bei dem eine Kandidaten-Familie in einem Auto in ein Wasserbassin versenkt wurde und sich daraus befreien musste. Dabei konnte eine Kandidatin die Tür nicht öffnen und musste von Tauchern gerettet werden, gab jedoch unmittelbar danach bekannt, „dass es schon wieder gehe“.[30] Das Ereignis wurde von Loriot in Folge 19 der Sendung Cartoon parodiert.[31] Jedoch war dies, entgegen späterer Meinung, kein Grund für das Ende der Sendung, die noch bis 1972 weitergeführt wurde.
  • Emanzipationsdiskussion: In der Sendung vom 30. Oktober 1971 war eine Aufgabe, dass die Frauen eine Diskussion über die Emanzipation der Frau mit der Autorin Esther Vilar führten.[32]

Sendungen

  1. Pilot: Wien, 7. September 1969, Wiener Stadthalle: Rolly und Arry, Das Folklore Nationalballett der Slowakei (Sluk), Bill Ramsey, Alfred Böhm und Raoul Retzer. Wurde nicht ausgestrahlt[33]
  2. Sendung: Wien, 20. Dezember 1969, Wiener Stadthalle: Věra Čáslavská, Dusty Springfield, Eddi Arent, Roy Black, Wiener Sängerknaben, Orchester: Karel Krautgartner[33]
  3. Sendung: Mainz, 21. Februar 1970, Rheingoldhalle: Alice und Ellen Kessler, Die Minstrels, Bill Ramsey, Elke Sommer, Orchester: Max Greger[33]
  4. Sendung: Wien, 4. April 1970, Wiener Stadthalle: Caterina Valente, Ilan + Ilanit, Florida-Delphinshow, Orchester: Karel Krautgartner[33]
  5. Sendung: Wiesbaden, 23. Mai 1970, Rhein-Main-Halle: Adriano Celentano, Orchester: Max Greger[33]
  6. Sendung: Wien, 20. Juni 1970, Donaupark-Halle: Gitte, Eddie Constantine[33]
  7. Sendung: Wien, 12. September 1970, Donaupark-Halle: Mike Brant, Daliah Lavi, Ivan Rebroff, Orchester: Karel Krautgartner[33]
  8. Sendung: Wien, 7. November 1970, Wiener Stadthalle: Udo Jürgens, Worried Men Skiffle Group[33]
  9. Sendung: Wiesbaden, 19. Dezember 1970, Rhein-Main-Halle: Bee Gees, Ihre Kinder, Orchester: Max Greger[33]
  10. Sendung: Wien, 16. Januar 1971, Donaupark-Halle: Shirley Bassey, Chantal und Dumont, Orchester: Erich Kleinschuster Sextett[33]
  11. Sendung: Wiesbaden, 27. Februar 1971, Rhein-Main-Halle: Max Greger jun., Wolfgang, The Pepe Lienhards, Mary Roos, Paul Hubschmid[33]
  12. Sendung: Wien, 27. März 1971, Wiener Stadthalle: Melina Mercouri, Birgit Murbacher, Alfred Böhm, Elfriede Ott, Orchester: Erich Kleinschuster[33]
  13. Sendung: Wien, 8. Mai 1971, Wiener Stadthalle: Gilbert Bécaud[33]
  14. Sendung: Wien, 19. Juni 1971, Donaupark-Halle: Heintje Simons, Rudolf Schock[33]
  15. Sendung: Berlin, 4. September 1971, Deutschlandhalle: Katja Ebstein, Reinhard Mey, Orchester: Max Greger[33]
  16. Sendung: Wien, 30. Oktober 1971, Wiener Stadthalle: Baden Powell, Trinidad Oil Company[33]
  17. Sendung: Wiesbaden, 27. November 1971, Rhein-Main-Halle: Roberta Patterson Singers, Arik Brauer[33]
  18. Sendung: Wien, 29. Januar 1972, Donaupark-Halle: Su Kramer, Josef Laufer[33]
  19. Sendung: Mainz, 26. Februar 1972, Rheingoldhalle: Friedensreich Hundertwasser, Mireille Mathieu, Ray Stevens[33]
  20. Sendung: Wien, 25. März 1972, Donaupark-Halle: Liesbeth List, Gilbert O’Sullivan[33]
  21. Sendung: Köln, 12. Mai 1972, Kölner Sporthalle: Boaz Sharabi, Assoziation Hagaw[33]
  22. Sendung: Wien, 24. Juni 1972, Wiener Stadthalle: Nicki Doff, Manuela Felice[33]
  23. Sendung: Wien, 23. September 1972, Donaupark-Halle: Jaime de Mora y Aragón, Les Humphries Singers[33]
  24. Sendung: Mainz, 28. Oktober 1972, Rheingoldhalle: The Milestones[33]
  25. Sendung: Wien, 2. Dezember 1972, Wiener Stadthalle: Ingeborg Hallstein, Oscar Peterson[33]

Am 20. Februar 1982 wurde im ORF die Samstagabend-Show „Wünsch dir was“ unter dem Titel „Ein Ausflug ins Reich der Nostalgie“ ausgestrahlt. Dietmar Schönherr und Vivi Bach spielen noch einmal das Familienspiel. Kandidaten waren Joachim Fuchsberger, Hans Rosenthal und Hans Peter Heinzl mit ihren Familien.[34]

Auszeichnungen

  • 1971: Goldene Kamera für das "Wünsch Dir Was" – Team von der TV-Zeitschrift "Hör Zu"[35]
  • 1972: Bambi für das "Wünsch Dir Was" – Team vom "Burda Verlag"[35]

Einzelnachweise

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