Stettfurt

Gemeinde im Kanton Thurgau in der Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Stettfurt [ˈʃtetːfʊrt] (im einheimischen Dialekt: [ˈʃtøpfərt])[5] ist eine Ortschaft[6] und eine politische Gemeinde im Bezirk Frauenfeld des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Schnelle Fakten Lage der Gemeinde ...
Stettfurt
Wappen von Stettfurt
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Frauenfeld
BFS-Nr.: 4606i1f3f4
Postleitzahl: 9507
Koordinaten: 714234 / 265065
Höhe: 475 m ü. M.
Höhenbereich: 448–707 m ü. M.[1]
Fläche: 6,37 km²[2]
Einwohner: 1276 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 200 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
9,7 %
(31. Dezember 2024)[4]
Website: www.stettfurt.ch
Blick auf Stettfurt
Blick auf Stettfurt
Lage der Gemeinde
Karte von StettfurtHasensee
Karte von Stettfurt
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Ab 1803 war Stettfurt eine Ortsgemeinde der Munizipalgemeinde Matzingen. 1817 trennte es sich von Matzingen und bildete die Orts- und Munizipalgemeinde Stettfurt. Von 1870 bis 2002 war Stettfurt eine Einheitsgemeinde.[7]

Geographie

Stettfurt liegt am südlichen Fuss des Immenbergs. Zur Gemeinde im Lauchetal gehören neben den Ortsteilen Vorstatt und Brüel auch die Weiler Hummerbärg und Chöll sowie das Schloss Sonnenberg.

Geschichte

Stettfurt und Schloss Sonnenberg. Luftbild von Walter Mittelholzer aus dem Jahr 1923

Der Ort ist im Jahr 827 als Stetivurt erstmals urkundlich erwähnt. Es handelt sich bei diesem Namen um eine Zusammensetzung, als dessen vorderer Teil das althochdeutschen Wort stat ‚Ort, Stelle, Wohnstätte, Ortschaft, Stadt‘ im Genitiv (steti) erscheint, als hinterer ahd. furt ‚Furt, Flussübergang‘, hier vielleicht erweitert zu ‚Bachbett, Wassergraben‘.[5]

Im 9. Jahrhundert besass das Kloster St. Gallen in Stettfurt Güter. Diethelm III. von Toggenburg schenkte Stettfurt 1228 der Kommende Tobel. Das Niedergericht Stettfurt gehörte vom 13. Jahrhundert bis 1798 zur Gerichtsherrschaft Sonnenberg und umfasste Kalthäusern, Ruggenbühl und Stettfurt. Die Dorfoffnung datiert von 1482.[7]

1746 wurde die Kirche gebaut und 1752 Stettfurt zur Kirchgemeinde erhoben. Zuvor war das rein reformierte Dorf Teil der Kirchgemeinde Wängi gewesen.[7]

Bis ins 19. Jahrhundert wurde Ackerbau im Dreizelgensystem betrieben, daneben Obst- und bis 1908 Weinbau. Ab 1850 breitete sich die Vieh- und Milchwirtschaft aus, 1883 wurde eine Käserei eröffnet. Die 1888 gegründete Brennereigenossenschaft errichtete 1902 die Presshefe­fabrik Stettfurt, die 1946 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde.[7]

Wappen

Blasonierung: Rot und Weiss gerautet.[8]

Das schon in der Chronik von Johannes Stumpf für Stettfurt abgedruckte Wappen erscheint auch im vollen Wappen der Herrschaft Sonnenberg. Nachdem die Einheitsgemeinde Stettfurt 2003 zur politischen Gemeinde wurde, blieb das Wappen unverändert im Gebrauch.[8]

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Stettfurt[9]
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Bevölkerungsentwicklung der Einheits- und politischen Gemeinde[9]
Jahr1831185018801900195019801990200020102018
Einwohner532[7]53240642544355271097111121207

Von den insgesamt 1207 Einwohnern der Gemeinde Stettfurt im Jahr 2018 waren 97 bzw. 8,0 % ausländische Staatsbürger. 572 (47,4 %) waren evangelisch-reformiert und 309 (25,6 %) römisch-katholisch.[6]

Wirtschaft

Seit 1902 wird in Stettfurt Hefe produziert. Das ursprüngliche Unternehmen Presshefefabrik der Brennereigenossenschaft Stettfurt wurde 1946 zur Presshefefabrik Stettfurt A.G., 1993 wurde durch Fusion mit der Presshefefabrik Hindelbank die Hefe Schweiz AG gegründet. Die Hefe wird seit 2000 hauptsächlich mit Melasse Rübendicksaft der Zuckerfabrik Frauenfeld produziert. Mit 30 Angestellten werden rund zwei Drittel des Hefeverbrauchs in der Schweiz abgedeckt.

Im Jahr 2016 bot Stettfurt 250 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 43,7 % in der Land- und Forstwirtschaft, 17,6 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 38,8 % im Dienstleistungssektor tätig.[10]

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

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