La bola negra

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La bola negra (internationaler englischsprachiger Titel: The Black Ball) ist ein Spielfilm von Javier Calvo und Javier Ambrossi aus dem Jahr 2026. Das Drama basiert auf dem preisgekrönten Theaterstück La piedra oscura (2013) von Alberto Conejero. Ausgehend von Federico Garcia Lorcas letztem, unvollendetem Romanmanuskript La bola negra, werden die Geschichten dreier schwuler Männer entfaltet, die zwar zu verschiedenen Zeiten im 20. und 21. Jahrhundert in Spanien leben, deren Schicksale aber durch Sexualität und Begehren, Schmerz und das Erbe der Vergangenheit miteinander verwoben sind.[1][2] Die Hauptrollen übernahmen der spanische Singer-Songwriter Guitarricadelafuente in seinem Filmdebüt sowie Miguel Bernardeau, Carlos González und Milo Quifes. Die spanisch-französische Koproduktion wurde im Mai 2026 im Hauptwettbewerb des Filmfestivals von Cannes uraufgeführt und gewann dort den Preis für die beste Regie.

TitelLa bola negra
ProduktionslandSpanien, Frankreich
OriginalspracheSpanisch
Erscheinungsjahr2026
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel La bola negra
Produktionsland Spanien, Frankreich
Originalsprache Spanisch
Erscheinungsjahr 2026
Länge 155 Minuten
Stab
Regie Javier Calvo, Javier Ambrossi
Drehbuch Javier Calvo, Javier Ambrossi
Produktion Javier Calvo, Javier Ambrossi, Jorge Pezzi
Musik Raül Refree
Kamera Gris Jordana
Schnitt Alberto Gutiérrez
Besetzung
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Handlung

Der Film spannt einen Bogen über drei Zeitebenen und verwebt die Leben dreier schwuler Männer miteinander.

  • 1932: Carlos stammt aus einer angesehenen Familie in Granada. Auf Druck seines Vaters bewirbt sich der 20-jährige um die Mitgliedschaft im Elite-Club Casino. Über Carlos sind Gerüchte im Umlauf, homosexuell zu sein. Unter Vorsitz älterer Politiker und Geistlicher wird sein Antrag abgelehnt. Dabei kommen in einem aufwendigen Aufnahmeritual weiße und schwarze Kugeln zum Einsatz, die „ja“- beziehungsweise „nein“-Stimmen symbolisieren. Carlos reagiert mit einer Mischung aus Unsicherheit und Trotz auf seine Ablehnung. Sein Vater drängt ihn dazu, die Gerüchte um seine Sexualität zu leugnen. Carlos wiederum würde dem Abstimmungskomitee gerne trotzig entgegen schleudern, dass er tatsächlich Männer liebt. Schlussendlich verliert er sich im Alkohol und steht kurz zu seiner Identität, als er sich zu einem Flamenco-Tanz hinreißen lässt.[3][4]
  • 1937: Während des Spanischen Bürgerkriegs plant eine franquistische Dorfgemeinschaft, verbündete italienische Armeetruppen feierlich zu empfangen. Versehentlich wird das abgelegene Dorf bombardiert, wobei Sebastián seine gesamte Familie verliert. Daraufhin wird der junge Trompeter dazu gezwungen, sich als Soldat der Armee von General Francisco Franco anzuschließen. Mit weiteren Soldaten besucht Sebastián einen Nachtclub, in dem die Madrider Sängerin Nené auftritt. Als er in einem Militärkrankenhaus seinen Dienst versieht, verliebt er sich in den verwundeten republikanischen Kriegsgefangenen Rafael. Sebastián hat den attraktiven Schauspieler und Fußballspieler von Atlético Madrid zu bewachen. Er verzweifelt zunehmend an der Gewalt, die dem bettlägerigen Rafael widerfährt.[3][4]
  • 2017: Der Historiker Alberto ist mit Javier liiert und lebt in Madrid. Die Tage des gescheiterten Dramatikers sind geprägt von seiner Forschung zu queerer Musik im Konstantinopel der 1920er-Jahre, Grindr-Dates und dem Verhältnis zu seiner wütenden und depressiven Mutter Teresa. Eines Tages erhält Alberto durch seine Mutter die Nachricht, dass sein verstorbener, faschistischer Großvater, den er nie kennengelernt hat, etwas besonderes für ihn hinterlassen hat. Um das Erbe anzutreten, muss er nach Kantabrien reisen.[3][4]

Rezeption

Veröffentlichung

Die Uraufführung von La bola negra fand am 21. Mai 2026 im Hauptwettbewerb des 79. Filmfestivals von Cannes statt.[5] Das Premierenpublikum zollte dem Film nach dem Ende der Vorstellung einen 20-minütigen Beifall.[6]

Ein regulärer Kinostart in Spanien ist ab 2. Oktober 2026 geplant.[7]

Kritiken

Im zum Festival von Cannes herausgegebenen Kritikenspiegel des Branchenmagazins Screen International erhielt La bola negra 2,1 von 4 möglichen Sternen und belegte unter allen 22 gezeigten Wettbewerbsbeiträgen einen Platz im Mittelfeld. Einzig Nt Binh von der französischen Filmzeitschrift Positiv vergab die Höchstnote.[8] Dagegen zählte der amerikanische Branchendienst IndieWire den Film zum Mitfavoriten auf den Hauptpreis, hinter Vaterland, Soudain und Minotaur.[9] In einem rein französischsprachigen Kritikenspiegel der Website Le film français sahen mit Éric Neuhoff (Le Figaro) und Philippe Rouyer (Positif) zwei von 15 Kritikern den Film als Palmen-Favoriten an.[10]

Auf der Website Metacritic erhielt Soudain eine Bewertung von 82 von 100 möglichen Punkten, basierend auf unter einem Dutzend ausgewerteter englischsprachiger Kritiken. Das Echo der Rezensenten wurde mit „einhelligem Beifall“ („universal acclaim“) beurteilt.[11] Von den auf der Website Rotten Tomatoes nach der Premiere aufgeführten über zwei Dutzend Kritiken wurden 88 Prozent als positiv („fresh“) eingeschätzt.[12]

Auszeichnungen

Javier Ambrossi (li.) und Javier Calvo mit ihrem gewonnenen Regiepreis in Cannes

La bola negra war Javier Calvos und Javier Ambrossis erster Film, der in den Wettbewerb um die Goldene Palme eingeladen wurde. Dort wurde beiden gemeinsam mit Paweł Pawlikowski (Vaterland) der Regiepreis zuerkannt.[13] Im Rahmen des Filmfestivals von Cannes gelangte das Werk auch in die Auswahl für den LGBTQIA+-Preis Queer Palm.[14]

Weitere Informationen Festival, Kategorie ...
Festival Kategorie Resultat Person
Cannes (2026) Goldene Palme – Bester Film Nominiert Javier Calvo, Javier Ambrossi
Beste Regie Gewonnen Javier Calvo, Javier Ambrossi
Queer Palm – Bester Film Nominiert Javier Calvo, Javier Ambrossi
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Literatur

Einzelnachweise

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