Landkreis Ebersberg

Landkreis in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Landkreis Ebersberg liegt östlich von München im Regierungsbezirk Oberbayern. Mit einer Fläche von 549,30 Quadratkilometern[2] zählt er zu den kleineren Landkreisen in Deutschland, weist jedoch mit 144.091 Einwohnern und 262 Einwohnern pro Quadratkilometer eine überdurchschnittlich hohe Bevölkerungsdichte auf. Sitz der Kreisverwaltung ist die Stadt Ebersberg. Der Landkreis ist Teil der Region München und liegt im Osten der Metropolregion München.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 48° 5′ N, 11° 58′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Ebersberg
Fläche: 549,4 km²
Einwohner: 144.526 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 263 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: EBE
Kreisschlüssel: 09 1 75
Kreisgliederung: 21 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Eichthalstraße 5
85560 Ebersberg
Website: lra-ebe.de
Landrat: Robert Niedergesäß (CSU)
Lage des Landkreises Ebersberg in Bayern
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Karte
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Landratsamt Ebersberg mit Festbeflaggung zum Nationalfeiertag
Kreisstadt Ebersberg

Geographie

Lage

Das Kreisgebiet umfasst im Westen die Münchener Schotterebene mit dem Ebersberger Forst, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Süddeutschlands, im Norden und Nordosten das Isen-Sempt-Hügelland und im Süden und Osten das Inn-Chiemsee-Hügelland.

Die Kreisstadt Ebersberg, die zu den kleineren ihrer Art in Deutschland gehört, liegt im Südosten des Kreisgebiets. Sie ist von der Einwohnerzahl her nur die fünftgrößte Kommune des Landkreises.

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Erding, Mühldorf am Inn, Rosenheim und München. Der nördlichste Punkt des Landkreises Ebersberg liegt am Nordufer des Ismaninger Speichersee. Zugang über Land ist, abgesehen vom Weg über den Damm, nur über das Gebiet des Landkreises Erding möglich. Die 2,8 Hektar große Exklave der Gemeinde Pliening entstand durch die Flutung des Speichersees 1928. Sie ist Teil eines Testgeländes von BMW und öffentlich nicht zugänglich.[3] Im Westen reicht der Landkreis Ebersberg über die A99.[4]

Der höchste Punkt des Landkreises liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Egmating, an der Grenze zum Landkreis München bei 658 m ü. NHN.[5] Der niedrigste Punkt liegt bei 468 m ü. NHN auf einer Sandbank der Attel im zur Gemeinde Emmering gehörenden Heumoos, an der Grenze zum Landkreis Rosenheim.[6]

Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2025[7])

Städte

  1. Ebersberg (12.340)
  2. Grafing bei München (13.930)

Märkte

  1. Glonn (5086)
  2. Kirchseeon (10.356)
  3. Markt Schwaben (13.765)

Weitere Gemeinden

  1. Anzing (4433)
  2. Aßling (4545)
  3. Baiern (1500)
  4. Bruck (1336)
  5. Egmating (2290)
  6. Emmering (1457)
  7. Forstinning (3681)
  8. Frauenneuharting (1535)
  9. Hohenlinden (3420)
  10. Moosach (1438)
  11. Oberpframmern (2468)
  12. Pliening (5957)
  13. Poing (16.593)
  14. Steinhöring (3940)
  15. Vaterstetten (25.039)
  16. Zorneding (9417)

Gemeindefreie Gebiete

  1. Anzinger Forst (31,03 km²)
  2. Ebersberger Forst (17,82 km²)
  3. Eglhartinger Forst (26,76 km²)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Aßling (Gemeinden Aßling, Emmering und Frauenneuharting)
  2. Glonn (Markt Glonn und Gemeinden Baiern, Bruck, Egmating, Moosach und Oberpframmern)
PlieningPoingVaterstettenZornedingOberpframmernEgmatingMarkt SchwabenForstinningAnzingAnzinger ForstEbersberger Forst (gemeindefreies Gebiet)Eglhartinger ForstHohenlindenSteinhöringFrauenneuhartingEmmering (Landkreis Ebersberg)AßlingBaiern (Landkreis Ebersberg)GlonnKirchseeonEbersbergGrafing bei MünchenMoosachBruck (Oberbayern)Landkreis ErdingLandkreis Mühldorf am InnLandkreis RosenheimMünchenMünchenLandkreis MünchenLandkreis Rosenheim
Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform

Vor den Gebietsreformen 1971 bis 1978 hatte der Landkreis Ebersberg 29 Gemeinden (siehe Liste unten). Im Jahr 1900 waren es noch zwei mehr. Ottenhofen wurde 1928 in das Bezirksamt Erding umgegliedert und die Gemeinde Öxing wurde 1933 nach Grafing bei München eingemeindet.

Im Norden grenzte der Landkreis an den Landkreis Erding, im Osten an den Landkreis Wasserburg am Inn, im Süden an den Landkreis Bad Aibling und im Westen an den Landkreis München.

Weitere Informationen frühere Gemeinde, heutige Gemeinde ...
Die Gemeinden des Landkreises Ebersberg vor der Gemeindereform 1971/78[8][9]
(Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben.)
frühere Gemeindeheutige Gemeindeheutiger Landkreis
AnzingAnzingLandkreis Ebersberg
AßlingAßlingLandkreis Ebersberg
BaiernBaiernLandkreis Ebersberg
BruckBruckLandkreis Ebersberg
Ebersberg (seit 1954 Stadt)EbersbergLandkreis Ebersberg
EgmatingEgmatingLandkreis Ebersberg
ElkofenGrafing b.MünchenLandkreis Ebersberg
ForstinningForstinningLandkreis Ebersberg
FrauenneuhartingFrauenneuhartingLandkreis Ebersberg
GeltingPlieningLandkreis Ebersberg
Glonn (seit 1901 Markt)GlonnLandkreis Ebersberg
Grafing b.München (seit 1953 Stadt;
hieß bis 1953 Markt Grafing)
Grafing b.MünchenLandkreis Ebersberg
HohenlindenHohenlindenLandkreis Ebersberg
Kirchseeon (seit 1959 Markt;
die Gemeinde hieß bis 1939 Eglharting)
KirchseeonLandkreis Ebersberg
LampferdingTuntenhausenLandkreis Rosenheim
LoitersdorfAßlingLandkreis Ebersberg
Markt Schwaben (Markt;
hieß bis 1922 Schwaben)
Markt SchwabenLandkreis Ebersberg
MoosachMoosachLandkreis Ebersberg
NettelkofenGrafing b.MünchenLandkreis Ebersberg
OberndorfEbersbergLandkreis Ebersberg
OberpframmernOberpframmernLandkreis Ebersberg
Parsdorf
(die Gemeinde heißt seit 1978 Vaterstetten)
VaterstettenLandkreis Ebersberg
PlieningPlieningLandkreis Ebersberg
PoingPoingLandkreis Ebersberg
PöringZornedingLandkreis Ebersberg
Schalldorf
(die Gemeinde heißt seit 1978 Emmering)
EmmeringLandkreis Ebersberg
SteinhöringSteinhöringLandkreis Ebersberg
StraußdorfGrafing b.MünchenLandkreis Ebersberg
ZornedingZornedingLandkreis Ebersberg
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Fauna und Flora

Das Kupferbachtal

Im Atteltal finden sich Reste von Auwäldern und weitgehend naturbelassene Seitenbäche, in denen die Bachmuschel lebt. Auch der Gelbe Frauenschuh ist hier zu finden. Im Kupferbachtal bei Glonn wächst das seltene Bayerische Löffelkraut, im Südosten des Landkreises die Sibirische Schwertlilie.

Im Ebersberger Forst leben etwa 800 Wildschweine, das namensgebende Wappentier des Landkreises. Daneben gibt es als größeres Wild auch Rehe.

Auch im nördlichen, dichter besiedelten Landkreis gibt es geschützte Feucht- und Moorwiesen. In Markt Schwaben und Forstinning brüten Weißstörche.

Schutzgebiete

Im südlichen Landkreis gibt es größere Gebiete, die als Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet (FFH) ausgewiesen sind. Es gibt zwei Naturschutzgebiete, elf Landschaftsschutzgebiete, vier FFH-Gebiete und mindestens 13 ausgewiesene Geotope (Stand April 2016). Das mit 75,6 Hektar größere Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Eggelburger See wurde 1973 eingerichtet.[10] 1983 kam das Naturschutzgebiet Kupferbachtal bei Unterlaus mit 45,5 Hektar dazu.

Bevölkerung

Bevölkerungspyramide für den Kreis Ebersberg (Datenquelle: Zensus 2011[11].)

Einwohnerstatistik

Weitere Informationen Einwohnerzahlen 1840 bis heute ...
Einwohnerzahlen 1840 bis heute
Jahr Einwohner
1840
 
17.863
1871
 
20.963
1900
 
24.926
1925
 
28.827
1939
 
30.805
1950
 
52.058
1961
 
55.458
1970
 
73.882
1987
 
96.283
2001
 
120.416
2005
 
123.895
2008
 
127.085
2009
 
127.907
2010
 
129.199
2011
 
 1128.870
2012
 
131.011
2013
 
133.007
2014
 
134.873
2015
 
137.421
2016
 
139.016
2017
 
140.800
2020
 
144.091
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1 
Bevölkerungszahl nach Ergebnissen des Zensus 2011 nach unten korrigiert. Alle Zahlen ab 2011 basieren auf Ergebnissen des Zensus 2011.

Von 1988 bis 2008 gewann der Landkreis Ebersberg knapp 29.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 29 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 98.394 auf 142.142 um 43.748 Einwohner bzw. um 44,5 % – dem dritthöchsten Wert aller bayerischen Landkreise nach Erding und Freising im genannten Zeitraum.

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung geht laut ihrer Prognose von 145.000 Einwohnern im Jahr 2025 aus.[12]

Das Landratsamt Ebersberg geht laut einer Studie aus dem Jahr 2015, von 158.000 Einwohnern im Jahr 2034 aus. Mit einem vorausgesagten Bevölkerungswachstum von 17,5 %, wird der Landkreis Ebersberg der am schnellsten wachsende Landkreis in ganz Bayern sein. Die ursprüngliche Prognose sah 143.000 Einwohner im Jahr 2032 voraus, bevor sie im Juli 2014 auf 150.000 Einwohner für den gleichen Zeitraum erhöht wurde.[13]

Die regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2037 des Landesamtes für Statistik aus dem Jahr 2018 prognostiziert 159.100 Einwohner für das Jahr 2037, was einem Zuwachs von 13,0 % im Vergleich zum Jahr 2017 entspricht. Damit wird für den Landkreis Ebersberg das zweithöchste prozentuale Wachstums aller Landkreise in Bayern erwartet.[14]

Konfessionsstatistik

Im Jahr 2021 lag der Katholikenanteil an der Gesamtbevölkerung nur noch bei 44,8 %. 2011 waren es noch 54,8 %.[15] Gemäß dem Zensus 2022 waren (Stand 2022) 42,7 % der Einwohner katholisch, 10,8 % evangelisch und 46,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[16]

Ausländische Bevölkerung

Weitere Informationen Jahr, Gesamtbevölkerung ...
Jahr Gesamtbevölkerung Ausländer Ausländeranteil
197073.8822.4143,3 %
198796.2834.4514,6 %
2011[Anm. 1]130.81812.3629,5 %
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  1. Die Werte von 2011 basieren noch auf dem, vor dem im Rahmen des Zensus 2011, veröffentlichten Wert.

Geschichte

Landgericht

Das Gebiet des heutigen Landkreises Ebersberg gehört zu den altbayerischen Gebieten. Als die Wittelsbacher in den Besitz des Gebietes kamen, übertrugen sie die entsprechenden Herrschafts- und Verwaltungsfunktionen von Falkenberg bei Moosach nach Schwaben. Ein wichtiger Schritt dafür war die Einsetzung eines Richters zu Schwaben (zwischen 1270 und 1290). Im Jahre 1283 ließ Herzog Ludwig II. der Strenge zudem in Schwaben eine Burg erbauen, die mit einem Burggraben umgeben wurde und ab diesem Zeitpunkt Sitz der herzoglichen Verwaltung[17] und eines Landgerichts war, das auch als Pfleggericht bezeichnet wurde, das die folgenden Jahrhunderte bestand.[18]

1803 wurde im Zuge der Verwaltungsreorganisation in Bayern ein sogenanntes Landgericht älterer Ordnung in Schwaben (heute Markt Schwaben) eingerichtet. 1812 wurde der Sitz des Landgerichts nach Ebersberg verlegt und entsprechend umbenannt.

Bezirksamt

Das Bezirksamt Ebersberg folgte ab dem 1. Juli 1862 dem flächengleichen Landgericht älterer Ordnung Ebersberg.[19] Das Landgericht bestand als Gerichtsbehörde bis 1879 weiter und wurde dann durch das Gerichtsverfassungsgesetz in ein Amtsgericht umgewandelt.

Zum 1. Januar 1880 traten die Gemeinden Finsing, Niederneuching und Oberneuching vom Bezirksamt Ebersberg zum Bezirksamt Erding über.[20]

Am 1. Juli 1928 wurde die Gemeinde Ottenhofen vom Bezirksamt Ebersberg abgetrennt und dem Bezirksamt Erding zugeschlagen.

Landkreis

Am 1. Januar 1939 erfolgte in Bayern die Einführung der Bezeichnung Landkreis, so auch für das Bezirksamt Ebersberg.[21]

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis Ebersberg am 1. Juli 1972 kaum verändert, da er aufgrund seiner Wohn- und Naherholungsfunktion für die Region München bereits eine leistungsfähige Struktur besaß. Neu zum Landkreis kam die Gemeinde Sankt Christoph aus dem aufgelösten Landkreis Wasserburg am Inn, die nach Steinhöring eingemeindet wurde.[22]

Immer wieder war vor allem der Süden des Landkreises von Überschwemmungen betroffen. 1899 machte der Kupferbach laut den Chronisten seine Umgebung zur „Wasserwüste“. Weitere Überschwemmungen folgten 1937, 1946 und 1954. Im August 2002 traf es vor allem die Gemeinden Glonn und Moosach schwer. Seitdem wurden die Schutzmaßnahmen verstärkt, so dass das Hochwasser von Juni 2013 vergleichsweise glimpflich verlief.[23]

Politik

Kreistag

Der am 8. März 2026 gewählte Kreistag besteht aus 60 Mitgliedern. Die Kreistagswahlen 2026 führten zu folgendem Ergebnis[24][25]:

Kreistagswahl 2026
Wahlbeteiligung: 67,1 % (+3,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
41,0
19,2
12,0
10,5
7,6
3,9
3,6
2,2
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+0,8
−5,2
+1,4
+6,4
−1,7
+0,1
+1,7
−0,8
−2,5
Sitzverteilung im Kreistag
Ebersberg seit 2026
        
Insgesamt 60 Sitze
Weitere Informationen Parteien und Wählergemeinschaften, % ...
Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 41,0 25 40,2 24 41,2 25 46,5 28 53,8 33 49,4 30
Grüne Grüne Bayern 19,2 12 24,4 15 16,6 10 14,4 9 9,7 5 11,9 7
SPD SPD Bayern 12,0 7 10,6 6 18,6 11 19,5 12 23,0 14 24,8 15
AfD AfD Bayern 10,5 6 4,1 2 3,8 2
FW Freie Wähler Bayern 7,6 5 9,3 6 11,6 7 11,5 7 10,0 6
FDP FDP Bayern 3,9 2 3,8 2 3,1 2 5,5 3 3,6 2 4,1 2
Linke Die Linke Bayern 3,6 2 1,9 1
ÖDP Ökologisch–Demokratische Partei 2,2 1 3,0 2 2,1 1 2,5 1
BP Bayernpartei 2,5 2 3,0 2
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 9,7 6
gesamt 100,0 60 99,8 60 100,0 60 99,9 60 100,1 60 99,9 60
Wahlbeteiligung 67,1 % 63,4 % 55,5 % 62,9 % 65,7 % 70,3 %
Schließen

CSU und FDP bilden eine gemeinsame Fraktion, ebenso FW und Bayernpartei. ÖDP und Linke bilden eine Ausschussgemeinschaft.

Im April 2020 verkündete der Wahlausschuss des Landkreises zunächst, dass die AfD einen Sitz an die Bayernpartei abgeben müsse, da für sie ein britischer Kandidat angetreten sei, der sich aufgrund seiner fehlenden EU-Staatsbürgerschaft nicht hätte aufstellen lassen dürfen und daher dessen Stimmen nichtig seien.[26][27] Nach einem Einspruch der AfD bei der Regierung von Oberbayern stellte sich jedoch im Juli 2020 heraus, dass dieser Kandidat auch eine irische Staatsbürgerschaft besitzt und die Stimmen deshalb gültig sind. Der Sitz wurde der AfD zugesprochen. Dieser Kandidat, der aufgrund seines hohen Listenplatzes selbst nicht in den Kreistag einzieht, wollte nach eigenen Angaben gar nicht für die AfD kandidieren und sei ohne seine Zustimmung auf der Kandidatenliste gelandet.[28]

Bezirksamtmänner/-oberamtmänner (bis 1938), Landräte (ab 1939)

Bezirksämter gab es in Bayern erst ab 1. Juli 1862.

  • 1. Juli 1862 – 1873 Carl Zölch
  • 1873 – 1875 Joh. Alexander Hellmuth; 1875 suspendiert, wegen drei Vergehen „wider die Sittlichkeit“ zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt und entlassen
  • 1875 – 1884 Anton Rabel
  • 1884 – 1889 Lorenz Hager
  • 1889 – 1905 Franz Xaver Wagner
  • 1905 – 1911 Oskar Popp
  • 1911 – 1924 Max Aigner
  • 1924 – 1933 Georg Wissel
  • 1933 – 1935 Richard Kummer
  • 1935 – 1936 Karl Beinhardt
  • 1936 – 1945 Emil Ulrich
Landratswahl EBE 2026
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,7
30,4
12,9

Bei der letzten regulären Wahl des Landrats am 8. März 2026 siegte der Amtsinhaber Robert Niedergesäß (CSU) mit 56,7 % der Stimmen. Er trat gegen zwei Gegenkandidaten an.

Landräte seit 1945

Weitere Informationen Landrat, Amtszeit ...
Landrat[29] Amtszeit
Josef Wintrich Josef Wintrich (parteilos, von der amerikanischen Besatzung eingesetzt und wegen des Vorwurfs der Mitarbeit beim SD auch gleich wieder abgesetzt) 8. Mai 1945–31. Juli 1945[30]
Eugen Carl Mayer (parteilos, von der amerikanischen Besatzung eingesetzt) 31. Juli 1945–28. Mai 1946
Alois Keßler (parteilos) 29. Mai 1946–30. April 1952
Remigius Streibl (parteilos) 1. Mai 1952–30. April 1978
Hermann Beham (CSU) 1. Mai 1978–30. April 1994
Hans Vollhardt (CSU) 1. Mai 1994–30. April 2002
Gottlieb Fauth Gottlieb Fauth (CSU) 1. Mai 2002–30. April 2013
Robert Niedergesäß Robert Niedergesäß (CSU) seit 1. Mai 2013
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Wappen und Flagge

Blasonierung: „In Silber auf grünem Dreiberg ein schreitender, goldbewehrter schwarzer Eber, hinter dem eine grüne Tanne mit 29 Ästen aufwächst.“[31]
Wappenbegründung: Der Eber und der Berg bilden den Namen „Ebersberg“ (Herkunft vermutlich von „Burg eines Eberhart“, urkundliche Erwähnung im 10. Jahrhundert als „Eberesperch“). Die Tanne versinnbildlicht den Ebersberger Forst, die 29 Äste der Tanne weisen auf die ursprünglich 29 Gemeinden des Landkreises hin.

Die Flagge des Landkreises ist horizontal zweigeteilt in Grün und Weiß, mit dem Wappen im Zentrum.

Wirtschaft

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Platz 20 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „sehr hohen Zukunftschancen“.[32] In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 39 von 401.[33] Im Jahr 2016 war Ebersberg der Landkreis mit dem sechst-höchsten Kaufkraft pro Einwohner (29.105 Euro oder 133 % des deutschen Durchschnitts).[34]

Tourismus

Der Landkreis ist innerhalb Bayerns als eigenständige Tourismusregion „Ebersberger Grünes Land“ ausgewiesen,[35] die u. a. mit eigener Webpräsenz[36] beworben, zugleich auf einer anderen Webseite der gleichen Website dem Münchner Umland[37] als Tourismusregion zugeordnet wird.

Verkehr

Fußgängerbrücke über die S 2 in Markt Schwaben

Von München kommend passieren zwei Bahnstrecken den Landkreis Ebersberg. Durch den Süden führt die Bahnstrecke München–Rosenheim, die ab 1871 durch die Bayerische Staatsbahn betrieben wurde. Hiervon zweigt seit 1899 die Bahnstrecke Grafing–Wasserburg ab, die auch als Filzenexpress bekannt ist. Auf der Verbindung München–Grafing–Ebersberg verkehrt die Linie S 6 der S-Bahn München. In der Hauptverkehrszeit verkehrt die Linie S 4 von München bis Zorneding oder Grafing Bahnhof. Auf der Relation München–Grafing–Ebersberg–Wasserburg verkehren Züge der Südostbayernbahn meist im Stundentakt. Eine zweite Lokalbahn führte ab 1894 von Grafing Bahnhof nach dem Markt Glonn (Bahnstrecke Grafing–Glonn). Hier ruht der Personenverkehr seit 1970, die Strecke wurde inzwischen abgebaut. Der gesamte Landkreis gehört zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund.

Durch den Norden des Kreises führt die 1871 in Betrieb genommene Strecke München–Simbach mit den S-Bahn-Haltepunkten Grub und Poing sowie dem Bahnhof Markt Schwaben. Hier zweigt seit 1872 eine Stichbahn nach Erding ab, auf der heute die S-Bahnlinie S 2 verkehrt. Auf der Strecke München–Simbach fahren im Stundentakt Regionalzüge der Südostbayernbahn von München nach Mühldorf.

An der Westgrenze des Landkreises verläuft die A 99, die die östliche Umfahrung der Landeshauptstadt München bildet. Zwischen Ebersberger Forst und Markt Schwaben verläuft die A 94 München–Passau. An dieser beginnt bei Forstinning die B 12, welche über Hohenlinden Richtung Haag verläuft. Südöstlich von Poing beginnt an der A 94 die Flughafentangente Ost (FTO), die zum Münchner Flughafen im Nachbarlandkreis Erding führt. Aus München kommend verläuft die B 304 südlich des Ebersberger Forsts in Richtung Wasserburg am Inn. Diese Fernverkehrsstraßen sind besonders durch den Berufsverkehr nach München hochbelastet, da sie viel von den Pendlern aus dem östlichen Oberbayern genutzt werden.

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen EBE zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Siehe auch

Literatur

  • Bayerische Staatskanzlei, Landeszentrale für Politische Bildung (Hrsg.): Unser Landkreis Ebersberg (= Unser Landkreis. 32) 3. Auflage, 1993, ISBN 3-87052-531-2

Einzelnachweise

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