Landkreis Kulmbach

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Der Landkreis Kulmbach liegt in der Mitte des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern. Der Landkreis ist Teil der Metropolregion Nürnberg und der Planungsregion Oberfranken-Ost.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 50° 5′ N, 11° 24′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Verwaltungssitz: Kulmbach
Fläche: 658,32 km²
Einwohner: 70.997 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: KU, EBS, SAN
Kreisschlüssel: 09 4 77
Kreisgliederung: 22 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Konrad-Adenauer-Str. 5
95326 Kulmbach
Website: www.landkreis-kulmbach.de
Landrat: Jonas Gleich (CSU)
Lage des Landkreises Kulmbach in Bayern
KarteHof
Karte
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Geographie

Lage

Das Gebiet des Landkreises Kulmbach hat im Nordosten Anteil am Frankenwald, im Osten am Fichtelgebirge, im Südwesten und Westen an der Fränkischen Schweiz und am Obermainischen Hügelland. Die größten Flüsse des Landkreises sind die beiden Quellflüsse des Mains, der Weiße Main (etwa in der Mitte des Kreises) und der Rote Main (im Süden), die sich am Westrand der Stadt Kulmbach zum Main vereinigen.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn, im Nordwesten beginnend, an die Landkreise Kronach, Hof, Bayreuth und Lichtenfels.

Geschichte

Landgerichte

Das Gebiet des heutigen Landkreises Kulmbach gehörte vor 1800 überwiegend zum Fürstentum Bayreuth (Hohenzollern). 1810 kam das Gebiet zu Bayern. Bereits 1804 wurde das Landgericht Stadtsteinach und 1812 das Landgericht Kulmbach errichtet. Beide gehörten zum Mainkreis bzw. ab 1817 zum Obermainkreis (ab 1838 Oberfranken). 1852 wurde das Landgericht Thurnau eingerichtet.

Bezirksämter

Das Bezirksamt Kulmbach wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Kulmbach und Thurnau gebildet.[2] Gleichzeitig entstand das Bezirksamt Stadtsteinach aus dem gleichnamigen Landgericht. Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Kulmbach am 1. Januar 1880 die Gemeinde Fesselsdorf an das Bezirksamt Lichtenfels ab. Am 1. Januar 1890 schied die Stadt Kulmbach aus dem Bezirksamt aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt. Am 1. Januar 1902 wurde die Gemeinde Blaich an die Stadt Kulmbach abgetreten. Am 1. Oktober 1929 wurden die Gemeinden Gössenreuth, Himmelkron, Lanzendorf, Marktschorgast, Wasserknoden und Ziegenburg des aufgelösten Bezirksamtes Berneck ins Bezirksamt Kulmbach eingegliedert.[3][4]

Landkreise

Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt.[5] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Kulmbach und Stadtsteinach. Am 1. April 1940 wurde die Stadt Kulmbach in den Landkreis Kulmbach eingegliedert, doch wurde dies am 20. Oktober 1945 wieder rückgängig gemacht.

Landkreis Kulmbach

Im Rahmen der Gebietsreform wurde am 1. Juli 1972 der größte Teil des Landkreises Kulmbach mit der kreisfreien Stadt Kulmbach, dem Landkreis Stadtsteinach (ohne Markt Seibelsdorf) und dem Markt Wonsees des bisherigen Landkreises Ebermannstadt zum neuen Landkreis Kulmbach vereinigt. Die Stadt Kulmbach erhielt für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt. Die Gemeinden Neustädtlein am Forst und Wasserknoden wechselten aus dem Landkreis Kulmbach in den Landkreis Bayreuth.[6]

Am 1. Juli 1976 trat der Landkreis Kulmbach die Gemeinde Gössersdorf, die nach Weißenbrunn eingemeindet wurde, an den Landkreis Kronach ab. Am 1. Januar 1977 wurden die Gemeinden Gösmes und Enchenreuth aus dem Landkreis Kulmbach in die Stadt Helmbrechts eingegliedert und kamen damit zum Landkreis Hof.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungspyramide für den Kreis Kulmbach (Datenquelle: Zensus 2011[7])

Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Kulmbach um ca. 2900 Einwohner (rund 4 %). Allerdings ist die Tendenz seit 2001 nach einem Höchststand von ca. 79.000 Einwohnern wieder rückläufig. Im Zeitraum 1988 bis 2018 verringerte sich die Einwohnerzahl von 72.717 auf 71.845 um 872 Einwohner bzw. um 1,2 %. Von den 22 Gemeinden hatten 12 im Jahre 2018 weniger Einwohner als 30 Jahre zuvor. Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:

Einwohnerentwicklung im Landkreis Kulmbach seit 1840
Weitere Informationen Bevölkerungsentwicklung ...
Bevölkerungsentwicklung
Jahr1840190019391950196119701987199119952000200520102015
Einwohner46.59656.32258.97385.78178.45078.48973.05575.94678.45178.82577.14174.49172.468
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Politik

Kreistag

Die Kommunalwahl 2026 führte zu dem in den Diagrammen dargestellten Ergebnis: [8][9][10]

Kreistagswahl 2026
Wahlbeteiligung: 71,7 % (+5,2 %)
 %
40
30
20
10
0
31,8
16,9
12,7
12,4
8,9
6,7
6,3
2,6
1,6
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−0,9
−2,7
+7,0
−6,5
+1,7
−4,2
+6,3
+1,0
−1,8
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Wählergemeinschaft Kulmbach e. V.
Sitzverteilung im Kreistag
Kulmbach seit 2026
         
Insgesamt 50 Sitze
Weitere Informationen Parteien und Wählergemeinschaften, % ...
Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 31,8 16 32,7 16 36,7 22 37,9 23 36,1 22 37,7 23
FW Freie Wähler Bayern 16,9 9 19,6 10 21,2 13 19,6 12 16,6 10 0 0
AfD AfD Bayern 12,7 6 5,7 03 0 0 0 0 0 0 0 0
SPD SPD Bayern 12,4 6 18,9 09 25,8 15 25,8 16 33,2 20 34,4 21
WGK Wählergemeinschaft Kulmbach e. V. 8,9 5 7,2 04 6,9 04 5,9 03 6,4 04 5,3 03
Grüne Grüne Bayern 6,7 3 10,9 05 6,4 04 7,2 04 0 0 0 0
JU Junge Union 6,3 3 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
Linke Die Linke Bayern 2,6 1 1,6 01 0 0 0 0 0 0 0 0
FDP FDP Bayern 1,6 1 3,4 02 3,1 02 3,5 02 0 0 0 0
Grüne/OL Grüne Bayern/Offene Liste 0 0 0 0 0 0 0 0 5,0 03 6,6 04
FDP/FB FDP Bayern/Freie Bürger 0 0 0 0 0 0 0 0 2,8 01 0 0
FW/ÜW Freie Wähler Bayern/Überparteiliche Wählergemeinschaft 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 12,2 08
REP Die Republikaner 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2,5 01
gesamt 100,0 50 100,0 50 100,1 60 99,9 60 100,1 60 98,7 60
Wahlbeteiligung 71,7 % 66,5 % 60,5 % 63,4 % 68,4 % 72,9 %
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Bezirksamtmänner (bis 1938) und Landräte (ab 1939)

Wappen

Blasonierung: „Durch eine gesenkte, eingeschweifte, von Schwarz und Silber gevierte Spitze, gespalten von Gold und Blau; vorne ein linksgewendeter, mit einer silbernen Schräglinksleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe, hinten ein rot bewehrter silberner Adler.“[12]

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Kulmbach Platz 268 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.[13]

Der Landkreis Kulmbach ist drittwichtigster Lebensmittelstandort Bayerns. 30 % der Industriebeschäftigten sind in diesem Sektor tätig (Bier, Fleisch-/Wurstwaren, Backwaren, Gewürze). Kulmbach ist ein Standort der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel, genauer der Bundesanstalt für Fleischforschung. Weitere wichtige Industriebranchen sind die Textilindustrie (20 % der Industriebeschäftigten) und der Maschinenbau (12 %).

Insgesamt sind im Landkreis Kulmbach 24.325 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig (Stand: Dezember 2007).

Wichtigste gewerbliche Arbeitgeber sind (Stand: Oktober 2005):

Verkehr

Die Ludwig-Süd-Nord-Bahn erreichte 1846 von Lichtenfels kommend über Kulmbach mainaufwärts den Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg und überquerte bereits 1846 trotz technischer Herausforderungen, unter anderem in Zusammenhang mit der Schiefen Ebene, die Höhenzüge des Fichtelgebirges bis zum Endpunkt Hof an der Saale. Von Neuenmarkt-Wirsberg wurde 1853 Bayreuth über die entsprechende Strecke an das Schienennetz angeschlossen.

Das Netz wurde erst um die Jahrhundertwende durch die Bayerische Staatsbahn geringfügig vergrößert und erreichte mit folgenden Lokalbahnen einen Umfang von 84 Kilometern:

  • 1896: Neuenmarkt-Wirsberg–Lanzendorf–Bischofsgrün
  • 1908: Kulmbach–Thurnau (1909 weiter nach Bayreuth)
  • 1913: Untersteinach–Stadtsteinach

Es wurde später um die Hälfte, also um 42 Kilometer, reduziert:

  • 1956: Untersteinach–Stadtsteinach 5 km
  • 1973: Thurnau–Aichen–Bayreuth 12 km
  • 1974: Neuenmarkt-Wirsberg–Lanzendorf–Bischofsgrün 9 km
  • 1993: Kulmbach–Thurnau 16 km

Durch den Landkreis führen die Autobahnen A 9 und A 70 sowie die Bundesstraßen B 85, B 289 und B 303.

Gewässer

Im Frühjahr 2023 stufte das in Hof ansässige Wasserwirtschaftsamt den Zustand der meisten Gewässer im Landkreis als mäßig bis unbefriedigend ein. Auf der von 1 (sehr gut) bis 5 (schlecht) reichenden Skala der EU-Wasserrahmenrichtlinie erreichten sie nur die Noten 3 (mäßig) bis 4 (unbefriedigend). Lediglich die Schorgast und ihre Zuflüsse wurden mit der Note 2 (gut) bewertet; der Weiße Main erhielt bis Fölschnitz nur die Note 4, im weiteren Verlauf die Note 3.[14]

Gemarkungen

Im Landkreis gibt es 104 Gemarkungen, neun davon sind gemeindeübergreifend.

Gemeinden

Kreisgrenztafel Lkr. Kulmbach

(Einwohner am 31. Dezember 2025[15])

Städte

Märkte

Weitere Gemeinden

Verwaltungsgemeinschaften

  • Kasendorf (Märkte Kasendorf und Wonsees)
  • Marktleugast (Märkte Grafengehaig und Marktleugast)
  • Stadtsteinach (Stadt Stadtsteinach und Gemeinde Rugendorf)
  • Trebgast (Gemeinden Harsdorf, Ködnitz und Trebgast)
  • Untersteinach (Stadt Kupferberg, Markt Ludwigschorgast, Gemeinden Guttenberg und Untersteinach)

Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/1978

Vor der Gebietsreform hatte der Landkreis Kulmbach 57 Gemeinden (siehe Liste unten).[16] (Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben):

Landkreis Kulmbach, Gemeindegrenzenkarte von 1961
Weitere Informationen frühere Gemeinde, heutige Gemeinde ...
frühere Gemeindeheutige Gemeindeheutiger Landkreis
AlladorfThurnauLandkreis Kulmbach
AzendorfKasendorfLandkreis Kulmbach
BerndorfThurnauLandkreis Kulmbach
BrückleinNeudrossenfeldLandkreis Kulmbach
BuchauMainleusLandkreis Kulmbach
BurghaigKulmbachLandkreis Kulmbach
DanndorfMainleusLandkreis Kulmbach
DöllnitzKasendorfLandkreis Kulmbach
FelkendorfThurnauLandkreis Kulmbach
GössenreuthHimmelkronLandkreis Kulmbach
HarsdorfHarsdorfLandkreis Kulmbach
HegnabrunnNeuenmarktLandkreis Kulmbach
HeubschKasendorfLandkreis Kulmbach
HimmelkronHimmelkronLandkreis Kulmbach
HöferängerKulmbachLandkreis Kulmbach
HutschdorfThurnauLandkreis Kulmbach
KasendorfKasendorfLandkreis Kulmbach
KatschenreuthKulmbachLandkreis Kulmbach
Kauernburg1KulmbachLandkreis Kulmbach
KauerndorfKödnitzLandkreis Kulmbach
KirchleusKulmbachLandkreis Kulmbach
KödnitzKödnitzLandkreis Kulmbach
LangenstadtNeudrossenfeldLandkreis Kulmbach
LanzendorfHimmelkronLandkreis Kulmbach
LehenthalKulmbachLandkreis Kulmbach
LeuchauKulmbachLandkreis Kulmbach
LimmersdorfThurnauLandkreis Kulmbach
LindauTrebgastLandkreis Kulmbach
LösauKulmbachLandkreis Kulmbach
LoppKasendorfLandkreis Kulmbach
MainleusMainleusLandkreis Kulmbach
Mangersreuth1KulmbachLandkreis Kulmbach
MarktschorgastMarktschorgastLandkreis Kulmbach
MelkendorfKulmbachLandkreis Kulmbach
MenchauThurnauLandkreis Kulmbach
Metzdorf1KulmbachLandkreis Kulmbach
MuckenreuthNeudrossenfeldLandkreis Kulmbach
NeudrossenfeldNeudrossenfeldLandkreis Kulmbach
NeuenmarktNeuenmarktLandkreis Kulmbach
Neuenreuth am MainNeudrossenfeldLandkreis Kulmbach
NeufangWirsbergLandkreis Kulmbach
Neustädtlein am ForstEckersdorfLandkreis Bayreuth
OberdornlachKulmbachLandkreis Kulmbach
PechgrabenNeudrossenfeldLandkreis Kulmbach
PeestenKasendorfLandkreis Kulmbach
ProßMainleusLandkreis Kulmbach
SanspareilWonseesLandkreis Kulmbach
SchimmendorfMainleusLandkreis Kulmbach
SchirradorfWonseesLandkreis Kulmbach
SchmeilsdorfMainleusLandkreis Kulmbach
Schwarzach bei KulmbachMainleusLandkreis Kulmbach
TannfeldThurnauLandkreis Kulmbach
ThurnauThurnauLandkreis Kulmbach
TrebgastTrebgastLandkreis Kulmbach
VeitlahmMainleusLandkreis Kulmbach
WasserknodenBad Berneck im FichtelgebirgeLandkreis Bayreuth
WernsteinMainleusLandkreis Kulmbach
WillmersreuthMainleusLandkreis Kulmbach
WirsbergWirsbergLandkreis Kulmbach
ZiegenburgMarktschorgastLandkreis Kulmbach
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1Am 1. April 1946 zur Stadt Kulmbach

Schutzgebiete

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen KU zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 sind aufgrund der Kennzeichenliberalisierung auch SAN (Landkreis Stadtsteinach) und EBS (Landkreis Ebermannstadt) erhältlich.

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

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