Landkreis Wangen

ehemaliger Landkreis in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Landkreis Wangen war ein Landkreis in Baden-Württemberg, der im Zuge der Kreisreform am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Landkreis Wangen
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Wangen hervorgehoben
Basisdaten (Stand 1972)
Koordinaten: 47° 45′ N,  55′ O
Bestandszeitraum: 1938–1972
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Südwürttemberg-Hohenzollern
Verwaltungssitz: Wangen im Allgäu
Fläche: 754 km²
Einwohner: 81.129 (27. Mai 1970)
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WG
Kreisschlüssel: 08 4 47
Kreisgliederung: 41 Gemeinden
Lage des Landkreises Wangen in Baden-Württemberg
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Topographische Karte mit dem Gebiet des Landkreises und dem restlichen Württembergischen Allgäu von 1907–21 (Collage aus 12 Karten)
Altes Ortsschild in Gumpeltshofen, Stadt Isny im Allgäu

Geographie

Lage

Der Landkreis Wangen lag im Südosten Baden-Württembergs. Geographisch war er im Wesentlichen identisch mit dem sogenannten „Württembergischen Allgäu“.

Nachbarkreise

Seine Nachbarkreise waren Anfang 1972 im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten Memmingen, Kempten (Allgäu) und Lindau (Bodensee) in Bayern sowie Tettnang, Ravensburg und Biberach in Baden-Württemberg.

Außerdem grenzte er bis 1968 im Südwesten an Achberg, das als Exklave zum Landkreis Sigmaringen gehörte und erst dann dem Landkreis Wangen angegliedert wurde.

Geschichte

Das Gebiet des Landkreises Wangen gehörte vor 1800 zu einer Vielzahl von Herrschaften, darunter zu Vorderösterreich sowie zu den Reichsstädten Wangen im Allgäu, Leutkirch im Allgäu und Isny im Allgäu. Zwischen 1805 und 1810 wurde das Gebiet Teil des Königreichs Württemberg. Im späteren Kreisgebiet Wangens wurden die Oberämter Leutkirch, Waldsee und Wangen gebildet, die zur Landvogtei am Bodensee und ab 1818 zum Donaukreis gehörten. 1924 wurde der Donaukreis aufgelöst. 1934 wurden die Oberämter in Landkreise umbenannt und 1938 wurden die Landkreise Leutkirch i. A. und Waldsee aufgelöst. Das Gebiet des Landkreises Leutkirch und einige Gemeinden des Landkreises Waldsee kamen zum Landkreis Wangen, die übrigen Gemeinden des Landkreises Waldsee kamen zu den Landkreisen Biberach und Ravensburg. Einige Gemeinden des Landkreises Leutkirch kamen auch zum Landkreis Ravensburg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der Landkreis Wangen in die Französische Besatzungszone und kam in der Folge zunächst zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern. Seit der Länderneugliederung am 25. April 1952 gehörte der Landkreis Wangen zum Land Baden-Württemberg und damit bis zur Auflösung mit Ablauf des 31. Dezember 1972 zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern. Am 1. Januar 1969 wechselte die Gemeinde Achberg vom Landkreis Sigmaringen in den Landkreis Wangen.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Wangen aufgelöst. Sein Gebiet wurde unter Protest der Bevölkerung dem vergrößerten Landkreis Ravensburg zugeordnet[1], der damit Rechtsnachfolger des Landkreises Wangen wurde.

Einwohnerentwicklung

Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse.

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
17. Mai 193953.794
13. September 195065.631
Jahr Einwohner
6. Juni 196171.451
27. Mai 197081.129
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Politik

Landrat

Die Landräte des Landkreises Wangen 1933–1972:

Die Oberamtmänner des früheren Oberamts Wangen von 1810 bis 1933 sind im Artikel Oberamt Wangen dargestellt.

Wappen

Das Wappen des Landkreises Wangen zeigte in gespaltenem Schild vorne in Gold einen halben schwarzen Adler mit roter Kralle und rotem Schnabel, hinten in Rot eine aufrechte silberne Hand.

Das Wappen wurde dem Landkreis am 29. September 1970 verliehen. Der Adler symbolisiert die Kreisstadt Wangen im Allgäu, die ehemals eine Reichsstadt war.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch das Kreisgebiet führte keine Bundesautobahn (Die A 96 gab es damals noch nicht). Daher wurde er nur durch die Bundesstraßen 18 und 465 sowie durch mehrere Landes- und Kreisstraßen erschlossen.

Gemeinden

Zum Landkreis Wangen gehörten ab 1938 zunächst 41 Gemeinden, davon 4 Städte.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Wangen machte am 1. Juli 1971 die Gemeinde Altmannshofen, die sich mit der Gemeinde Aichstetten vereinigte. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig, bis der Landkreis Wangen schließlich am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.

Die größte Gemeinde des Landkreises war die Kreisstadt Wangen im Allgäu. Die kleinste Gemeinde war Siggen.

In der Tabelle stehen die Gemeinden des Landkreises Wangen vor der Gemeindereform. Heute gehören alle Gemeinden zum Landkreis Ravensburg. Die Einwohnerangaben beziehen sich auf die Volkszählungsergebnisse in den Jahren 1961 und 1970.[1]

Weitere Informationen frühere Gemeinde, heutige Gemeinde ...
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¹) erst ab 1. Januar 1969 beim Landkreis Wangen

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WG zugewiesen. Es wurde bis zum 31. Dezember 1972 ausgegeben. Am 19. November 2019 beschloss der Ravensburger Kreistag die Wiedereinführung der Altkennzeichen WG (Wangen im Allgäu), ÜB (Überlingen) und SLG (Bad Saulgau).[2]

Ab dem 22. Juli 2020 wird WG im Landkreis Ravensburg wieder ausgegeben.

Literatur

Einzelnachweise

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