Lend (Salzburg)

Gemeinde im Bezirk Zell am See, Land Salzburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Lend ist eine Gemeinde mit 1288 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) und ein Dorf im Bezirk Zell am See im Land Salzburg.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Lend
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Lend
Lend (Salzburg) (Österreich)
Lend (Salzburg) (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Land Salzburg Salzburg
Politischer Bezirk: Zell am See
Kfz-Kennzeichen: ZE
Fläche: 29,40 km²
Koordinaten: 47° 18′ N, 13° 3′ O
Höhe: 663 m ü. A.
Einwohner: 1.288 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 44 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 5651, 5660
Vorwahl: 06416
Gemeindekennziffer: 5 06 08
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Lend 41
5651 Lend
Website: www.lend.at
Politik
Bürgermeisterin: Michaela Höfelsauer (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2024)
(13 Mitglieder)
7
6
7 6 
Insgesamt 13 Sitze
Lage von Lend im Bezirk Zell am See
Lage der Gemeinde Lend (Salzburg) im Bezirk Zell am See (anklickbare Karte)Bramberg am WildkogelBruck an der GroßglocknerstraßeDienten am HochkönigFusch an der GroßglocknerstraßeHollersbach im PinzgauKaprunKrimmlLendLeogangLoferMaishofenMaria Alm am Steinernen MeerMittersillNeukirchen am GroßvenedigerNiedernsillPiesendorfRaurisSaalbach-HinterglemmSaalfelden am Steinernen MeerSankt Martin bei LoferStuhlfeldenTaxenbachUnkenUttendorfViehhofenWald im PinzgauWeißbach bei LoferZell am SeeSalzburg (Bundesland)
Lage der Gemeinde Lend (Salzburg) im Bezirk Zell am See (anklickbare Karte)
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Verwesschloss als Gemeindeamt, Pfarrkirche und Brunnen
Verwesschloss als Gemeindeamt, Pfarrkirche und Brunnen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Lend ist die unterste zum Pinzgau gehörende Gemeinde an der Salzach. Sie liegt überwiegend auf deren Südufer. Im Süden erstreckt sich das Gemeindegebiet bis auf den Bernkogel (2325 m). Im Westen bildet die Rauriser Ache die Grenze, welche sich hier durch die Enge der Kitzlochklamm zwängt. Am Ostrand des gleichnamigen Dorfes mündet die Gasteiner Ache in die Salzach.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[1]):

  • Berg (194)
  • Embach (279)
  • Heuberg (131)
  • Lend (519)
  • Teufenbach (23)
  • Urbar (88)
  • Winkl (54)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Embach und Lend.

Bei Embach handelt es sich um einen bereits im 14. Jahrhundert nachgewiesenen Kirchweiler mit umliegenden Streusiedlungen am historischen Weg in das Raurisertal auf einer Terrasse hoch über dem Salzachtal, Lend hingegen ist ein später gegründeter Fabriksort direkt an der hier tief eingeschnittenen Salzach.

Bis Ende 2002 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Taxenbach, seit 2003 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Zell am See.

Nachbargemeinden

Taxenbach Goldegg im Pongau (JO)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Sankt Veit im Pongau (JO)
Rauris Dorfgastein (JO)

Geschichte

Seit seinen Anfängen war Lend im Gegensatz zu Embach keine bäuerliche Ansiedlung, sondern ein Fabriksort. Um 1544 wurde eine Rechenanlage errichtet, um das aus dem Oberpinzgau getriftete Holz hier anzuländen (daher auch der heutige Name). Das Holz wurde als Kohle für die Schmelzöfen benötigt für Gold- und Silbergewinnung aus dem Gold- und Silbererz aus dem Gasteiner- und Raurisertal. Um 1600 wurde das Schloss als Sitz für den Erzbischöflichen Verwalter („Verweser“) gebaut, in dem sich heute das Gemeindeamt befindet.[2]

Im Jahr 1850 wurde die Ortsgemeinde Lend gegründet.[3]

Nach Stilllegung der Goldschmelze im Jahr 1862[4] wurde Lend bedeutende Poststation und Verkehrsknotenpunkt aufgrund der Lage am Eingang des Gasteiner Tals. Diese Bedeutung verlor Lend nach und nach; zunächst durch die Errichtung der Tauernbahn, dann durch die Errichtung des Klamm-Tunnels 1974 für den motorisierten Individualverkehr, schließlich durch die Fertigstellung der Stahlbetonbrücke über die Schlucht der Gasteiner Ache als Teil der B311 1979.

Bereits in den Jahren 1898/99 war es in Lend zur Errichtung der ersten Aluminiumfabrik der österreichisch-ungarischen Monarchie gekommen[5], die Fabrik und zahlreiche Arbeiterwohnhäuser prägen bis heute das Ortsbild.

Bevölkerungsentwicklung

Lend: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
900
1880
 
1.106
1890
 
1.210
1900
 
1.515
1910
 
1.761
1923
 
1.727
1934
 
2.085
1939
 
2.198
1951
 
2.253
1961
 
2.175
1971
 
2.093
1981
 
1.846
1991
 
1.633
2001
 
1.604
2011
 
1.411
2021
 
1.279
2025
 
1.288
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Embach
Verwesschloss und Pfarrkirche Lend
Arzhof-Kapelle
Gasthof Handlwirt mit schönem Malschrot
Embach mit Maria Elend
  • Katholische Pfarrkirche Embach hl. Laurentius
  • Wallfahrtskapelle Maria Elend in Winkl mit Ursprungskapelle etwas unterhalb
  • Ölbergkapelle am Fußweg von Maria Elend nach Embach
  • Gasthaus Oberwirt, im Kern 18. Jahrhundert, mit Stadel und Mühle
Lend
  • Katholische Pfarrkirche Lend hl. Rupert mit angrenzendem Friedhof
  • Arzhof-Kapelle an der Bundesstraße Lend-Taxenbach
  • Verwesschloss Lend, ehemaliger Wohn- und Amtssitz des erzbischöflichen Berg- und Hüttenverwalters
  • Gasthaus Handlwirt, im Kern 17. Jahrhundert[6]

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von den landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 21 im Haupt-, 29 im Nebenerwerb, drei von Personengemeinschaften und fünf von juristischen Personen geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 196 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 103 in der Bauwirtschaft und zwei in der Energieversorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (82), Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (49) und freiberufliche Dienstleistungen (46 Mitarbeiter).[7][8][9]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 58 61 28 25
Produktion 27 22 301 296
Dienstleistung 55 56 222 200
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Betriebe

  • Salzburger Aluminium AG (SAG)
  • Heinrich Bau GmbH
  • Signatur (Moritz Weiss AG, Holz Weiss)
  • Autohaus Reisinger
  • Raiffeisenkasse Embach
  • Sparkasse Salzburg, Filiale Lend
  • Tischlerei Plaikner

Kraftwerke

  • Das Kraftwerk Klammstein nützt Wasser der Gasteiner Ache, die dafür bei der Burg Klammstein gefasst wird. Das Triebwasser fließt durch eine sichtbar verlegte Druckrohrleitung und treibt nach 163 m Fallhöhe drei Francisturbinen mit zusammen 21 MW im Krafthaus an, das am Betriebsgelände der SAG Lend liegt.
  • Die SAG verfügt daneben auch noch über das Kraftwerk Kitzloch in Taxenbach.
  • Das Kleinkraftwerk Dientenbach der Österreichischen Bundesforste liegt teilweise auch im Gemeindegebiet von Dienten.[10]

Verkehr

Vereine

  • Alpenverein Sektion Lend-Dienten
  • D'Embacher Schnalzer
  • Eisschützenverein Lend
  • Eisschützenverein Embach
  • Kameradschaftsbund Embach
  • Kinderfreunde Lend-Embach
  • Embacher Krampusrunde
  • Fischereiverein Lend
  • Landjugend Embach
  • Orts- und Werksmusikkapelle Lend
  • Schiclub Embach
  • SV Lend (Sektion Tennis)
  • SV Lend (Sektion Fussball)
  • Trachtenmusikkapelle Embach
  • Trachtenverein Klammstoana Lend

Körperschaften

  • Freiwillige Feuerwehr Lend
  • Freiwillige Feuerwehr Löschzug Embach

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2024
Wahlbeteiligung: 85,7 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
53,9 %
(+2,8 %p)
46,1 %
(−2,8 %p)
20192024
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Die Gemeindevertretung hat seit 2009 13 Mitglieder.


 Mandate 
36912151820042009201420192024ÖVPSPÖ

Bürgermeister

  • 1945–1960 Johann Richter (SPÖ)[15]
  • 1961–1972 Johann Denk (SPÖ)[16]
  • 1973–1993 August Primig (SPÖ)[17]
  • 1993–2015 Peter Eder (SPÖ)[18]
  • seit 2015 Michaela Höfelsauer (SPÖ)[19]

Wappen

Blasonierung des 1926 verliehenen Gemeindewappens: In Silber ein durch ein Gewässer (Furt) schreitender roter Hirsch.

Das Wappen erinnert an den ursprünglichen Namen der Gegend „Hirschfurt“.[20]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Ehrenbürger

Commons: Lend, Salzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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