Liste der Kulturdenkmale in Durmersheim
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In der Liste der Kulturdenkmale in Durmersheim sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Durmersheim im Landkreis Rastatt in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
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- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Durmersheim
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnhaus | Brunnenstraße 44 (Karte) |
Wohnteil eines Einhauses (rückwärtiger Trakt und Ökonomie umgebaut), zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach in Ecklage, Fachwerk, eingeschossiger Vorbau an nördlicher Giebelseite mit Walmdach, 4. Viertel 18. Jahrhundert
Das im Osten des historischen Ortskerns von Durmersheim befindliche Fachwerkgebäude bildete einst den Wohnteil eines Einhauses, das Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinte. Es dokumentiert die dörflichen Lebensverhältnisse und die frühere Siedlungsstruktur sowie Ortsgestalt des ehemaligen Haufendorfs gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Der Bau hat Bedeutung für die vormoderne Haus- und Ortsbaugeschichte. |
98826172 | ||
| Wärterstellwerk | Industriestraße (Karte) |
Hebelbank Bauart Bruchsal G, holzverbretterter eingeschossiger Bau mit Satteldach, technische Ausstattung, 1905 (a)
Das Wärterstellwerk ist ein anschauliches Zeugnis für den Bautyp und dokumentiert den Stand der Bahntechnik im frühen 20. Jahrhundert. |
103043897 | ||
Weitere Bilder |
Bildstock | Unterhalb dem Leonharder Weg (Karte) |
Steinstele mit geschweiftem Aufsatz, daran Relief der Pieta, Sandstein, errichtet zur Erinnerung an die hier vom Blitz erschlagene Beatrix Gressel mit ihrem Kind, 1858 (i), nach Zerstörung Neuanfertigung durch Bildhauer Siegel aus Bühl, 1927 (a)
Der auf dem Feld östlich von Durmersheim aufgestellte Bildstock wurde 1858 zur Erinnerung an die hier vom Blitz erschlagene Beatrix Gressel mit ihrem Kind errichtet und nach der Zerstörung durch den Bildhauer Siegel aus Bühl für 300 Mark neu erstellt. Mit der Reliefdarstellung der Pieta bildet er eine Andachtsstätte, an welcher die Beweinung des toten Christi durch die Muttergottes vergegenwärtigt wird. Er ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit im 19. und 20. Jahrhundert und stellt ein charakteristisches Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft der Region dar. Durch seine Stiftungshistorie ist er auch für die Orts- und Kulturgeschichte bedeutsam. |
109832385 | |
| Wegkreuz | Ettlinger Straße (Karte) |
Kleeblattkruzifix mit Korpus auf gebauchtem Sockel, Totenschädel am Kreuzfuß, Sandstein, bezeichnet am Sockel mit Namen des Stifters Joseph Wipfler und Jahreszahl, 1746 (i)
Das nordöstlich von Durmersheim aufgestellte Wegkreuz ist ein Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit in der Barockzeit und ein charakteristisches Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft der Region. Als private Stiftung hat es auch orts- sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohnhaus mit (modernisiertem) Ökonomietrakt | Fröhlichstraße 5 (Karte) |
Langgestreckter eingeschossiger Fachwerkbau mit Kniestock, massiver verputzter Sockel, Satteldach, 1. Viertel 19. Jahrhundert
Das am einstigen Ostrand des historischen Ortskerns von Durmersheim befindliche Fachwerkgebäude umfasste vormals Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach. Es dokumentiert sowohl die dörflichen Lebensverhältnisse als auch die frühere Siedlungsstruktur und Ortsgestalt des ehemaligen Haufendorfs im frühen 19. Jahrhundert. Ihm kommt haus- sowie ortsbaugeschichtlicher Wert zu. |
98826186 | ||
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Sühnekreuz | Grenzstraße 1 (Karte) |
Teils rund geschliffenes Steinkreuz mit eingeritztem Pflugsech, Buntsandstein, ca. 15.-16. Jahrhundert
Das im Norden des alten Ortskerns von Durmersheim auf der Hochuferkante aufgestellte Steinkreuz steht zum einen in der mittelalterlichen Tradition des Sühnekreuzes, eines Rechtszeugnisses, zum anderen ist es eine Form des Totengedenkzeichens. Meist wurde es im Fall eines Totschlags durch den Schädiger am Tat- bzw. Unglücksort als Bestandteil der Strafe zur Sühne und Erinnerung an das Opfer gesetzt. Nach der volkstümlichen Überlieferung für dieses Steinkreuz soll ein Metzgerbursche durch ein Rind vom Hochgestade gestürzt oder aber von einem Hund zerrissen worden sein. Der eingeritzte Pflugsech spricht allerdings eher dafür, dass ein Bauer das Opfer war. Das Steinkreuz hat hohen Erinnerungswert und ist für die Orts- und Kulturgeschichte bedeutsam. |
98826147 | |
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Wegkreuz | Hauptstraße 1 b (Karte) |
Kruzifix mit Korpus auf rechteckigem Sockel, Marienfigur am Kreuzfuß, Rotsandstein, gestiftet von Johann Stolzel Witwe Caroline geb. Koffler, gefertigt von Bildhauer August Kammerer aus Baden-Baden 1856 (a), erneuert 1873 und 1974
Das im Süden von Durmersheim am früheren Ortseingang aufgestellte Wegkreuz ist ein Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und Stiftungspraxis in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es veranschaulicht die Glaubensidentität von Durmersheim und stellt ein charakteristisches Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft der Region dar. Als private Stiftung hat es auch orts- sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. |
98826193 | |
| Wohnhaus | Bergstraße 1; Hauptstraße 27 (Karte) |
Eingeschossiger Fachwerkbau auf niedrigem massivem Sockel mit Satteldach in Ecklage, traufseitig erschlossen, am Ostgiebel Ziermotive und bezeichnet mit Jahreszahl in Holzstreben, 1803 (i), mehrere Inschriften am Rähm, bezeichnet am rechten Eckpfosten mit Namen der Erbauer, Xaver Duntz und Ehefrau Elisabeth, und Berufszeichen eines Rads sowie Jahreszahl, 1803 (i)
Das sorgfältig gestaltete Fachwerkgebäude im Süden des historischen Ortskerns von Durmersheim dokumentiert sowohl die traditionelle Baukultur und Zimmermannskunst der Region im frühen 19. Jahrhundert als auch die frühere Siedlungsstruktur und Ortsgestalt des ehemaligen Haufendorfs. Die im Fachwerkgerüst des Giebels enthaltene Jahreszahl aus Holzstreben ist eine ungewöhnliche Form der inschriftlichen Baudatierung, die Seltenheitswert hat. Der Bau ist für die lokale Haus- und Baugeschichte bedeutsam und hat mit den weiteren Inschriften, die Auskunft über den Erbauer, seinen Beruf als Wagner und sein Selbstverständnis geben, Aussagekraft für die Orts- und Sozialgeschichte. |
98826202 | ||
| Ev. Kirche mit Pfarrwohnung und Schulhaus | Hauptstraße 33 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage auf Rechteckgrundriss, Walmdach mit Dachreiter mit spitzem Helm, an Ostseite mittig Segmentbogeneingang, rückwärtig eingeschossiger verputzter Betsaalanbau mit Walmdach und Rundbogenfenster, errichtet 1854/55 (a)
Im überwiegend katholisch geprägten Durmersheim entstand vergleichsweise früh eine evangelische Diasporagemeinde, die durch den Einfluss des 1840 aus Michelfeld übergesiedelten Webermeisters Friedrich Ridisüle und des Erweckungspredigers Aloys Henhöfer 1847 gegründet und 1867 eigenständige Pfarrei wurde. 1854/55 errichtete man als Schule und Betsaal anstelle des ehemaligen Jesuitenhofs im Süden des historischen Ortskerns einen schmucklosen spätklassizistischen Mehrzweckbau, der ein anschauliches Zeugnis für das geistliche und administrative Zentrum einer kleinen evangelischen Diasporagemeinde im ländlichen Baden um die Mitte des 19. Jahrhunderts ist. Er hat wichtige Aussagekraft für die Orts-, Kirchen- und Konfessionsgeschichte und ist mit seiner bis 1878 andauernden Funktion als evangelische Privatschule auch für die lokale Bildungsgeschichte bedeutsam. |
98826211 | ||
| Wohnhaus einer Hofanlage | Hauptstraße 58 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau, Satteldach mit westseitigem Drittelwalm, Wetterdach am Westgiebel und an südlicher Traufseite, erbaut Mitte 18. Jahrhundert bzw. vor 1763
Das an der Hauptdurchfahrt im alten Ortskern von Durmersheim befindliche Fachwerkgebäude bildete einst das Wohnhaus einer Hofanlage und stellt mit den regionaltypischen Wetterdächern und dem einseitigem Drittelwalm ein anschauliches Beispiel für die vormoderne ländliche Bauweise der nördlichen Oberrheinebene dar. Es dokumentiert sowohl die traditionelle Baukultur und Zimmermannskunst der Region in der Barockzeit als auch die frühere Siedlungsstruktur und Ortsgestalt des ehemaligen Haufendorfs. Der Bau belegt die historischen Lebensverhältnisse auf dem Dorf und hat Bedeutung für die Haus- und Ortsbaugeschichte. |
98826249 | ||
| Gast- und Wohnhaus Zum Hirsch | Hauptstraße 87 (Karte) |
Pferdestation und Poststelle bis 1870, zweigeschossiger Bau auf L-förmigem Grundriss mit Walmdach, Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss Fachwerk, an östlicher Straßenseite korbbogige Toreinfahrt; eisernes Wirtshausschild, 18. Jahrhundert; Bau im Kern wohl ca. Mitte 18. Jahrhundert bzw. vor 1747 (a), bezeichnet im Keilstein der Toreinfahrt mit Initialen FJW des Bauherrn Franz Josef Weingärtner, Berufszeichen einer Brezel und Jahreszahl, 1808 (i)
Das stattliche Gebäude an der Hauptdurchfahrt im Norden des historischen Ortskerns von Durmersheim prägt das Straßenbild und stellt ein aussagekräftiges Beispiel eines großen badischen Landgasthofs des 18. und 19. Jahrhunderts dar. Bereits 1747 erhält der Hirsch die Schildgerechtigkeit. 1808 wurde der Bau unter Franz Josef Weingärtner, der laut der Brezel in der Inschrift an der ehemaligen Tordurchfahrt sowohl Wirt als auch Bäcker war, und seiner Ehefrau Agatha geb. Ästle neu errichtet, im Kern reicht er aber wohl in die Barockzeit zurück. Er belegt die lange und reiche Wirtshaustradition von Durmersheim, das am Ende des 18. Jahrhunderts über sechs Gastwirtschaften und sieben Bierwirte verfügte, und hat vielfältige Aussagekraft für die vormoderne Bau- und Ortsgeschichte. Die verkehrsgünstige Lage an der Hauptverkehrsachse, die Größe und aufwendige Gestaltung des Gasthauses verweisen auf seine einstige Bedeutung: Das an der Staatsstraße zwischen Mannheim und Kehl gelegene Durmersheim war an die Reitpostlinie angebunden, bei welcher der Hirsch bis 1870 als Pferdestation und Poststelle diente. Damit ist der Bau ein wichtiges Zeugnis des historischen Verkehrs- und Postwesens in der Region und der lokalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte seit der Barockzeit. |
98826258 | ||
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Kath. Pfarrkirche St. Dionysius | Hauptstraße 90 (Karte) |
Unverputzter Saalbau mit Satteldach, im Westen mittig nur leicht vortretender Frontturm mit Zeltdach, im Osten eingezogener halbrunder Chor, Bruchsteinmauerwerk aus Rotsandstein, Rundbogenfenster, an Westfassade seitlich des Turmunterbaus Marmorskulpturen St. Lioba und Sel. Bernhard von Baden, 1957, innen flachgedeckter Saal mit Westempore, Ausstattung u. a. vermauertes Herkulesrelief der Vorgängerkirche, römischer Herkunft, St.-Andreas-Glocke von Hans Klos aus Straßburg, 1562, Maria Immaculata, Skulptur, gefasst, um 1700, Taufe, Altargemälde von Wendelin Moosbrugger, 1831, Kanzel, Holz, geschnitzt mit Relief von Fa. Moroder, 1905, Deckengemälde des Hl. Dionysius von Franz Schilling, Öl auf Holz, 1936, Reliefskulpturen an Chorwand und Seitenaltären von Karl Kretz, Lindenholz, gefasst, 1962, Kirchenbau errichtet nach Entwürfen von Wilhelm Frommel, verbessert durch Johann Ludwig Weinbrenner, 1829/30 (a) (bauzeitliche Innenausstattung entfernt 1958 bis 1961, Sakristeianbau 1959)
Die mit ihrem Frontturm das Straßen- und Ortsbild dominierende Pfarrkirche markiert das Zentrum des alten Ortskerns von Durmersheim und ist für die Siedlungs- und Ortsgeschichte von zentraler Aussagekraft: Sie entstand 1829/30 nach Abbruch der alten Kirche, währenddessen ein Herkulesrelief aus römischer Zeit gefunden wurde, das heute im Eingangsbereich vermauert ist. Das seit dem 16. Jahrhundert belegte Dionysius-Patrozinium deutet darauf, dass die bis in das 10. Jahrhundert nachweisbare Durmersheimer Kirche im Ursprung wohl noch älter ist und in die Merowingerzeit datiert. Das Patronatsrecht hatten seit der Frühen Neuzeit die Markgrafen von Baden inne und die Frühmesse war seit jeher mit der Katharinenpfründe der Kapelle Maria Bickesheim im Norden von Durmersheim verknüpft, die sich trotz ihres niedrigeren Status als Filialkirche zum überregionalen Wallfahrtsziel und damit zum eigentlichen sakralen Mittelpunkt entwickelte. Für die Kirchen- und Kulturgeschichte ist der Sakralbau mitsamt seiner Ausstattung von wichtiger Bedeutung. Zudem ist er als Werk von Johann Ludwig Weinbrenner (1790 bis 1858), der Neffe und Schüler des bedeutenden Architekten Friedrich Weinbrenner war und die eigentlichen Baupläne von Wilhelm Frommel verbesserte, ein anschauliches Beispiel eines klassizistischen Dorfkirchenbaus in Baden, der die Entwicklung des sog. Weinbrennerstils in den Landgemeinden dokumentiert. Das Gotteshaus hat somit auch Wert für die Architektur- und Ortsbaugeschichte im 1. Drittel des 19. Jahrhunderts. |
98826267 | |
| Gasthof Zum Goldenen Kreuz | Hauptstraße 98 (Karte) |
Zweigeschossiger Sandsteinbau mit Satteldach, Sandsteinfassade, gegliedert mit Sohlbankgesimsen und gekuppeltem Segmentbogenfenster am Obergeschoss, im Norden seitlicher Risalit mit Schweifgiebel, traufständig, im Süden seitlich anschließende Toreinfahrt, 4. Viertel 19. Jahrhundert
Eine Schildwirtschaft Zum Kreuz ist bereits 1763 in Durmersheim belegt. Der stattliche Sandsteinbau in verkehrsgünstiger Lage an der Hauptdurchfahrt im Norden des historischen Ortskerns bezeugt als Nachfolger die lange und reiche Wirtshaustradition im Ort, in dem es Ende des 18. Jahrhunderts insgesamt sechs Gastwirtschaften und sieben Bierwirte gab. Mit seiner durch einen Risalit betonten und durch Hausteingliederungen aufwendig gestalteten steinsichtigen Fassade ist er ein anschauliches Beispiel für einen an städtischen Vorbildern orientierten Landgasthof des Späthistorismus in Baden. Das Gebäude belegt die Sozial- und Wirtschaftsstruktur und die bauliche Entwicklung von Durmersheim gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat Bedeutung für die Ortsgeschichte. |
98826277 | ||
| Gast- und Wohnhaus Zum Engel | Hauptstraße 132 (Karte) |
Bierausschank seit 1758, Straußwirtschaft 1773, Schildgerechtigkeit 1778/79, im Besitz der Brauerei Sinner/Karlsruhe 1895, zweigeschossiger verputzter Bau mit Walmdach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, seitlich an Straßenfront rundbogiger Kellereingang, 4. Viertel 18. Jahrhundert bzw. vor 1800
Das Gasthaus Zum Engel befindet sich an der nach 1770 neu errichteten Hauptstraße im Norden des historischen Ortskerns von Durmersheim und ist als Schildwirtschaft seit 1778/79 belegt, zuvor diente es als Bierausschank und Straußwirtschaft. Damit bezeugt das zurückhaltend gestaltete, spätbarocke Gebäude mit dem zeittypischen Walmdach die lange und reiche Wirtshaustradition im Ort, wo es am Ende des 18. Jahrhunderts sechs Gastwirtschaften und sieben Bierwirte gab. Zudem hat es Bedeutung für die vormoderne Orts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte. |
98826286 | ||
| Wohnhäuser | Hauptstraße 139, 141 (Karte) |
Zwei separate giebelständige eingeschossige Bauten, Erdgeschoss massiv und verputzt, Giebel Fachwerk, Satteldach, erbaut nach einheitlichem Konzept als Rahmung des Bickesheimer Platz, 1927 (a)
Die zwei kleinen, 1927 als Rahmung des Bickesheimer Platzes (zusammen mit Hauptstr. 135, 137) errichteten Gebäude südlich der Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau zeichnen sich durch die einheitliche Ausrichtung und Gestaltung mit den für die Region typischen Fachwerkgiebeln aus. Sie veranschaulichen die Verdichtung des Ortskerns im Norden des alten Ortskerns von Durmersheim und sind charakteristische Vertreter der traditionalistischen Wohnarchitektur im sog. Heimatschutzstil, die sich verträglich in die historische gewachsene Baustruktur einzufügen suchte. Die Häuser haben Bedeutung für die Architektur- und Ortsbaugeschichte im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts. |
98826302 | ||
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Kath. Redemptoristenkloster | Hauptstraße 145, 147 (Karte) |
Gegründet 1920 (kath. Verrechnungsstelle seit 2010), zwei- bis dreigeschossiger Bau mit Walm- und Mansardwalmdach in Hang- und Ecklage auf Hochkeller, Gaubenreihe mit Dreiecksgiebeln im Dach, genutete Ecklisene mit ionischen Kapitellen; nach Osten anschließende hohe Ummauerung, überdacht, verputzt; erbaut 1925/26 (a)
Bei der Wallfahrtskirche Maria Bickesheim wurde 1920 durch den aus dem wieder französisch gewordenen Elsass ausgewiesenen Pater Robert Kiefer eine Niederlassung des Redemptoristenordens zur Unterstützung der Seelsorge und Betreuung der Wallfahrt gegründet. Die Ordensbrüder bezogen vorübergehend im Kaplaneihaus Unterkunft bei dem blinden Benefiziat Engelbert Kleiser, der seit 1900 die Wallfahrt allein betreut hatte. 1926 bezogen sie das nördlich der Kirche in barockisierenden Formen errichtete Klostergebäude, das mit der im Osten anschließenden hohen Mauer das Straßenbild und die Ansicht der Wallfahrtskirche durch seine Höhe und Abgeschlossenheit prägt. Es ist ein anschauliches Zeugnis für die bauliche Entwicklung im Umfeld der Wallfahrtskirche und dokumentiert die Fortführung der seit dem Mittelalter bestehenden Tradition der Marienwallfahrt. Das ehemalige Kloster hat bau- sowie kulturgeschichtliche Aussagekraft und ist von Bedeutung für die Orts- und Kirchengeschichte von Durmersheim seit dem 1. Drittel des 20. Jahrhunderts. |
98826165 | |
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Kath. Wallfahrtskirche Maria Bickesheim [§ 28] und Benefiziatenhaus [§ 2] | Hauptstraße 147, 151 (Karte) |
Bestehend aus:
Bereits im 12. Jahrhundert bestand im heute aufgegangenen Ortsteil Bickesheim im Norden von Durmersheim eine Marienwallfahrt, die wohl durch das hier begüterte Zisterzienserkloster Herrenalb gefördert worden war. Die damals außerhalb einer menschlichen Ansiedlung an einer strategisch wichtigen Straßenkreuzung befindliche Kapelle soll auch Bernhard von Clairvaux zum Predigen aufgesucht haben. Sie entwickelte sich durch ein Gnadenbild der Muttergottes des späten 13. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Wallfahrtsort der Badischen Markgrafschaft und zum eigentlichen sakralen Mittelpunkt von Durmersheim. Um 1250 entstand hier durch eine Stiftung von Markgraf Rudolf I. von Baden (1243 bis 1288) und seiner Frau Kunigunde von Eberstein (gest. 1284) ein als dreischiffige Basilika geplanter Kirchenneubau, von dem der Grundriss, beide Chorbögen und drei Pfeiler der Mittelschiffarkade stammen. Aufgrund ihres hohen Alters ist die Wallfahrtskirche für die Siedlungs- und Baugeschichte von Durmersheim von zentraler Bedeutung. Auch für die Kunst- und Kulturgeschichte der Region ist sie von herausragendem Wert: Das im Mittelalter als gemeinsames Projekt der Markgrafen von Baden und der Grafen von Eberstein begonnene Sakralgebäude wurde bis ins 15. Jahrhundert durch die hochadelige Baugemeinschaft fortgeführt und sowohl mit Kunstwerken als auch mit Altarpfründen reich ausgestattet. Bemerkenswert an der zweischiffigen Kirche ist der in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts entstandene Katharinenchor, der fast vollständig mit teils nur in Konturen erhaltenen Wandmalereien aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts ausgemalt ist. Die 1872 entdeckten, 1875 wieder übertünchten und 1908/09 endgültig freigelegten Gemälde zeigen ein umfangreiches und anspruchsvolles Programm mit Szenen aus dem Leben Christi und Mariä, sowie Gottvater, Heilige, Engel und Evangelistensymbole. Es ist mit der Betonung der Frauenfiguren auf den Sakralraum abgestimmt und lässt in den besser erhaltenen Partien die vormalige Kunstfertigkeit erkennen. Beeindruckend ist auch das älteste, an seinem ursprünglichen Ort noch erhaltene gotische Glasgemälde der Region im Ostfenster des Katharinenchors von ca. 1300 mit der Darstellung der thronenden Muttergottes mit Kind. Von der geistlichen Betreuung des Gotteshauses, das zur Zeit der Gegenreformation durch das Ettlinger Jesuitenkolleg, nach dessen Aufhebung 1773 durch die Stadtpfarrei Ettlingen, seit 1815 wieder von Durmersheim aus versorgt wurde, zeugt das benachbarte, 1866 errichtete Benefiziatenhaus zur Unterkunft des die Pfründe innehabenden Priesters. Die aufgrund der erhöhten Lage das Ortsbild im Durmersheimer Norden bestimmende Wallfahrtskirche Maria Bickesheim ist für die Orts- und Kirchengeschichte von besonderem Wert und hat hohe Aussagekraft für die regionale Herrschafts- und Konfessionsgeschichte seit dem Mittelalter. |
98826155 | |
| Stellwerk | Industriestraße (Karte) |
Holzverbretterter eingeschossiger Bau mit Satteldach, technische Ausstattung, um 1905
Das Stellwerk ist ein anschauliches Zeugnis für den Bautyp und dokumentiert den Stand der Bahntechnik im frühen 20. Jahrhundert. |
111007066 | ||
| Wegkreuz | Murgtalstraße 2 (Karte) |
Sandsteinkruzifix mit Korpus aus Bronze, Radkreuz, hohes Postament mit seitlicher Säulenverzierungen, gestiftet von Dionys und Katharina Bader, 1908 (i)
Das im Südosten von Durmersheim, ehemals außerhalb des Ortskerns aufgestellte Wegkreuz wurde einst für 800 Mark gestiftet und stellt somit ein Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und Stiftungspraxis im frühen 20. Jahrhundert dar. Es veranschaulicht die Glaubensidentität von Durmersheim und ist ein charakteristisches Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft der Region. Als private Stiftung hat es auch orts- sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. |
109835090 | ||
| Villa | Obere Bahnhofstraße 19 (Karte) |
Eineinhalbgeschossiger rustizierter Sandsteinbau in Ecklage, steiles Satteldach, an Straßenecke nach Süden Querbau mit kreuzdachartig anschließendem Satteldach, Ostgiebel verputzt und mit Holzloggia, Südgiebel verschindelt, polygonaler verputzter Standerker über Eck; Garten mit Ummauerung; erbaut für die Möbelfabrikanten Gebrüder Haitz, 1908/09 (a)
Das große, straßenbildprägende Gebäude südöstlich des historischen Kerns von Durmersheim ist mit seiner aufwendigen Gestaltung ein aussagekräftiges Beispiel für den gehobenen Wohnhausbau der Reformarchitektur im frühen 20. Jahrhundert. Ersichtlich wird dies an der bewussten Wahl einheimischen Baumaterials und an der auffällig, teils unregelmäßig gegliederten Bauform sowie an dem Verzicht auf überbordendes bauplastisches Dekor wie es zeitgleich im Späthistorismus üblich war. Das Gebäude hat hohen Wert für die Architektur- und Ortsbaugeschichte und illustriert die bauliche Entwicklung Durmersheims am Beginn des 20. Jahrhunderts. Als Wohnsitz zweier Möbelfabrikanten hat die Villa überdies sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Aussagekraft. |
98826363 | ||
| Wohnhaus | Peterstraße 3 (Karte) |
Osthälfte des Gebäudes, eingeschossig mit Kniestock, Fachwerk, Satteldach, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Das im alten Ortskern von Durmersheim befindliche Fachwerkgebäude dokumentiert die frühere Siedlungsstruktur des einstigen Haufendorfs und die historischen Lebensverhältnisse auf dem Dorf. Es hat Bedeutung für die Haus- und Ortsbaugeschichte. |
98826370 | ||
Weitere Bilder |
Wegkreuz | Weißenburger Straße (Karte) |
Steinkreuz mit Korpus auf hochrechteckigem Postament mit Inschrift, Muttergottesfigur am Kreuzfuß, gestiftet von der Witwe von Joseph Altmayer, Theresia, gefertigt von Bildhauer Steinle aus Baden-Baden für 150 Gulden, 1859 (a, i), restauriert von Bildhauer Gaiser, Rastatt, 1981 (i)
Das nordwestlich von Durmersheim an der Straße unweit der Wallfahrtskirche Maria Bickesheim aufgestellte Wegkreuz wurde einst für 150 Gulden gestiftet und stellt somit ein Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und Stiftungspraxis im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts dar. Es veranschaulicht die Glaubensidentität von Durmersheim und stellt ein charakteristisches Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft der Region dar. Als private Stiftung hat es auch orts- sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. |
109832329 | |
Weitere Bilder |
Wegkreuz | Rheinstraße (Karte) |
Steinkruzifix mit Korpus auf rechteckigem Sockel, gestiftet von der Witwe von Johann Ganz, gefertigt von Bildhauer Steinle aus Baden-Baden, 1858 (i), Kreuz erneuert, 1978 (i)
Das im Norden von Durmersheim nördlich der Wallfahrtskirche Maria Bickesheim aufgestellte Wegkreuz wurde einst für 200 Gulden gestiftet und stellt somit ein Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und Stiftungspraxis in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Es veranschaulicht die Glaubensidentität von Durmersheim und ist ein charakteristisches Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft der Region. Als private Stiftung hat es auch orts- sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. |
98826320 | |
| Wohnhaus (Heimatmuseum seit 1991) | Ritterstraße 16 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerkgebäude in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling, über Balkenköpfen und profilierter Schwelle auskragendes Obergeschoss, zwei Wetterdächer an westlicher Giebelseite, Inschrift am linken Eckpfosten nicht mehr lesbar, errichtet um 1725, sicher vor 1763
Das im historischen Ortskern von Durmersheim zentral gelegene Gebäude stellt mit den regionaltypischen Wetterdächern und dem Fachwerkgefüge mit der charakteristischen profilierten Schwelle am straßenseitigen Giebel ein anschauliches Beispiel für die vormoderne ländliche Bauweise der nördlichen Oberrheinebene dar. Es dokumentiert sowohl die traditionelle Baukultur und Zimmermannskunst der Region in der Barockzeit als auch die frühere Siedlungsstruktur und Ortsgestalt des ehemaligen Haufendorfs. Der seit 1911 als Heimatmuseum genutzte Bau belegt die historischen Lebensverhältnissen auf dem Dorf und hat wichtige Bedeutung für die Haus- und Ortsbaugeschichte. |
98826377 | ||
| Hofanlage | Ritterstraße 19 (Karte) |
Streckgehöft, bestehend aus:
Die Hofanlage am Westrand des historischen Ortskerns von Durmersheim an der Kante des Hochgestades bildet aus dem zweigeschossigen Wohnhaus und der daran in gleicher Firstrichtung angebauten Scheune ein Streckgehöft. Sie ist ein anschauliches Beispiel dieses ländlichen Bautyps und dokumentiert sowohl die dörflichen Lebensverhältnisse als auch die frühere Siedlungsstruktur und Ortsgestalt des ehemaligen Haufendorfs seit dem Ende der Frühen Neuzeit. Das Anwesen hat Bedeutung für die von der Landwirtschaft geprägte Haus- und Ortsbaugeschichte von Durmersheim. |
98826384 | ||
| Wohnhaus | Römerstraße 19 (Karte) |
Eingeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau auf verputztem massivem Kellergeschoss, Satteldach, an südlicher Traufseite verputzt, profilierter Schwelle am straßenseitigen Giebel, bezeichnet am rechten Eckpfosten mit Namen des Bauherrn Adam Koffler und Jahreszahl, 1734 (i)
Der am einstigen Südwestrand des historischen Ortskerns von Durmersheim befindliche Bau dokumentiert mit der profilierten Schwelle am straßenseitigen Giebel die orts- und regionaltypische Fachwerkbauweise und Baukultur in der Barockzeit. Es veranschaulicht die dörflichen Lebensverhältnisse als auch die frühere Siedlungsstruktur und Ortsgestalt des ehemaligen Haufendorfs in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Gebäude hat Wert für die Haus- und Baugeschichte von Durmersheim und ist mit der inschriftlichen Nennung des Bauherrn auch für die Ortsgeschichte bedeutsam. |
98826391 | ||
| Wohnhaus mit Ökonomietrakt | Römerstraße 30 (Karte) |
Eingeschossiger langgestreckter Fachwerkbau auf verputztem massivem Kellergeschoss, Satteldach mit Aufschiebling, Westgiebel über profilierter Schwelle leicht auskragend, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Das am einstigen Südwestrand des historischen Ortskerns von Durmersheim befindliche Fachwerkgebäude umfasste vormals Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach. Es dokumentiert sowohl die dörflichen Lebensverhältnisse als auch die frühere Siedlungsstruktur und Ortsgestalt des ehemaligen Haufendorfs zur Zeit des Spätbarock. Ihm kommt haus- sowie ortsbaugeschichtlicher Wert zu. |
98826423 | ||
| Hofanlage | Römerstraße 39 (Karte) |
Hakengehöft, bestehend aus:
Die Hofanlage liegt am einstigen Südwestrand des historischen Ortskerns von Durmersheim auf der Hochuferkante und bildet mit dem stattlichen Wohnhaus in Ecklage und der rechtwinklig dazu angeordneten Scheune ein Hakengehöft. Das Wohngebäude ist mit den regionaltypischen Wetterdächern und dem aufwendigen Zierfachwerk ein qualitätvolles Beispiel für die vormoderne ländliche Bauweise der nördlichen Oberrheinebene und ein aussagekräftiger Beleg für die regionale Zimmermannskunst in der Barockzeit. Zusammen mit der Fachwerkscheune dokumentiert es sowohl die bäuerlichen Wohn- und Arbeitsverhältnisse in der Frühen Neuzeit als auch die frühere Siedlungsstruktur und Ortsgestalt des ehemaligen Haufendorfs. Das Anwesen hat wichtige Bedeutung für die landwirtschaftliche geprägte Haus- und Ortsbaugeschichte von Durmersheim. |
98826462 | ||
| Wohnhaus | Römerstraße 44 (Karte) |
Eingeschossig mit Kniestock, Fachwerk, Satteldach mit westseitigem Drittelwalm, niedriger gemauerter Sockel, Inschrift und Datum nicht mehr lesbar, wohl Mitte 18. Jahrhundert
Das im einstigen Süden des historischen Ortskerns von Durmersheim befindliche Gebäude ist mit der Fachwerkbauweise, dem einstigen Drittelwalm und dem Kniestock ein anschauliches Beispiel für die vormoderne Baukultur der Region. Es dokumentiert sowohl die dörflichen Lebensverhältnisse als auch die frühere Siedlungsstruktur und Ortsgestalt des ehemaligen Haufendorfs zur Zeit des Barock. Ihm kommt haus- sowie ortsbaugeschichtlicher Wert zu. |
98826470 | ||
| Kath. Pfarrhaus St. Dionys | Römerstraße 45 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Hohlgesims an Traufe, mittig an östlicher Traufseite Eingangsportal in geohrtem Gewände sowie Freitreppe; umliegender Pfarrgarten mit Bruchsteinmauer des ehemaligen Kirchhofs an Ost- und Westseite; Entwürfe von Johann Peter Ernst Rohrer, ausgeführt durch Maurermeister Franz Nageldinger und Zimmermeister Georg Storckh aus Rastatt auf dem Gelände des abgängigen früheren Rathauses am alten Kirchhof, 1747 bis 1750 (a)
Das zurückhaltend gestaltete Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen barocken Pfarrsitz auf dem Land. Es wurde an der Stelle des baufälligen früheren Rathauses neben dem alten Kirchhof errichtet, wobei die ehemalige Friedhofsmauer heute den Pfarrgarten umschließt. Damit ist das Anwesen für die Siedlungs- und Baugeschichte des ehemaligen Haufendorfs von Bedeutung. Durch seine Größe prägt es das Erscheinungsbild im Süden des historischen Ortskerns und veranschaulicht die Arbeits- und Wohnverhältnisse eines katholischen Ortsgeistlichen über mehrere Jahrhunderte hinweg. Für die Orts- und Kirchengeschichte ist das Pfarrhaus von wichtigem Wert. |
98826477 | ||
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Friedhof:
- Gedenkstätte für die Gefallenen beider Weltkriege in Form einer Sandsteinkapelle mit abgewalmtem Schindeldach |
Speyerer Straße (Karte) |
1928 (a);
Der ehemals um die Kirche gelegene Friedhof wurde aufgrund von Platzmangel 1814 an die Ettlinger Straße verlegt und bezeugt durch seine Funktion als Begräbnisstätte die ortsgeschichtliche Entwicklung. Bemerkenswert ist die Gedächtniskapelle aus Sandstein mit abgewalmtem Schindeldach für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs von 1928, die nach 1945 auch den im Zweiten Weltkrieg verstorbenen Ortsangehörigen gewidmet wurde und in ihrer ungewöhnlichen Form die Gedenkkultur der späten 1920er-Jahre veranschaulicht. Das Gefallenendenkmal für die im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 getöteten Durmersheimer Soldaten greift mit dem Motiv des Obelisken ein uraltes Symbol des unsterblichen, ewigen Ruhmes auf, wie es gerne für Siegesdenkmäler genutzt wurde. Solche Gedenkstätten sollten die deutsche Reichseinigung unter preußischer Führung vor Augen führen und verdeutlichen die nationalpatriotische und monarchieverehrende Memoria zur Zeit des Kaiserreichs. Die Denkmäler sind aussagekräftige Zeugnisse für die Ortsgeschichte und dokumentieren mit dem Friedhofskreuz die lokale Erinnerungs- und Bestattungspraxis. |
98826547 | |
| Gasthaus Zum Goldenen Lamm | Speyerer Straße 82 (Karte) |
Wohn- und Zollhaus Zum Goldenen Lamm, Zollstation mit Straußenwirtschaft Zum Zollhäusel, 1754, als Erblehen an Ignaz Enderle, 1756, Schildgerechtigkeit Zum Lamm, 1775, langgestrecktes, zweigeschossiges Gebäude mit Walmdach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk überwiegend verschindelt, errichtet wohl unter Wirt Ignaz Enderle, 1760 bis 1763 (a)
Das Gasthaus Zum Lamm im heute aufgegangenen Ortsteil Bickesheim im Norden von Durmersheim entstand in der Nähe der an einer wichtigen strategischen Straßenkreuzung gelegenen Wallfahrtskirche Maria Bickesheim. Es diente im Ursprung als Zollstation mit Straußwirtschaft für die von Ettlingen nach Westen über Durmersheim, Au nach Weißenburg im heutigen Elsass Reisenden. Das Zollhäusel ging 1756 als Erblehen an Ignaz Enderle, der ein neues Wirtshaus anstelle des alten baufälligen Gebäudes auf einem von der Herrschaft gestellten Bauplatz errichten und dabei zwei geräumige Zimmer für die zu den Marienfesten anreisenden markgräflichen Beamten vorsehen sollte. Dieses muss er nach einer 1760 erfolgten Ermahnung innerhalb der nächsten drei Jahre erbaut haben, da das Gasthaus im Renovationsplan von 1763 an heutiger Stelle beschrieben ist. Der aufgrund seiner Länge und seines zeittypischen Walmdachs das Straßenbild prägende Gasthausbau belegt die lange und reiche Wirtshaustradition von Durmersheim, das am Ende des 18. Jahrhunderts über sechs Gastwirtschaften und sieben Bierwirte verfügte. Er hat Aussagekraft für die vormoderne Bau-, Verkehrs- und Ortsgeschichte und dokumentiert die einst stark von der Marienwallfahrt und dem Durchgangsverkehr geprägte Sozial- und Wirtschaftsstruktur im Durmersheimer Norden zur Zeit des Spätbarock. |
98826531 | ||
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Wegkreuz | Triftstraße 9 (Karte) |
Sandsteinkruzifix auf gebauchtem Postament, Muttergottesfigur am Kreuzfuß, gestiftet für den Wirt vom Alten Lamm Benedict Braxmayer von seiner Witwe Maria, 1795 (i), erneuert 1855, Erneuerung des Kreuzbalkens und der Marienfigur durch Bildhauer Peter Valentin aus Offenburg für 300 Mark, 1935 (a)
Das nordwestlich des historischen Kerns von Durmersheim an der zur Wallfahrtskirche Maria Bickesheim führenden Straße aufgestellte Wegkreuz stellt ein Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und Stiftungspraxis im Spätbarock dar. Es veranschaulicht die Glaubensidentität von Durmersheim und ist ein charakteristisches Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft der Region. Als private Stiftung hat es auch orts- sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. |
109832341 | |
| Villa | Werderstraße 58 (Karte) |
Kubischer zweigeschossiger Massivbau in Ecklage mit Zeltdach, an Westseite seitlich halbrunder Standerker mit Balkonabschluss, reich gegliedert durch kannelierte Pilaster mit ionischen Kapitellen bzw. dorischen Kapitellen am Standerker, Stuckdekor mit Blumen- und Tiermotiven an Balkon- und Fensterbrüstungen, Hohlgesims an Traufe, 1929 (i), Garten
Die Villa außerhalb des Ortskerns im Nordosten von Durmersheim ist mit ihrer auffälligen Kubatur und den antikisierenden Zierformen ein ungewöhnliches Beispiel für die konservative Wohnarchitektur des sog. Heimatschutzstils in der Zwischenkriegszeit, die sich an den Formen der Zeit um 1800 orientierte. Letztere werden hier in eigentümlicher Weise mit einem aufwendigen Dekor im Stil des Neubarock und Neuklassizismus verbunden, der das Selbstbewusstsein und den Geschmack der wohl bürgerlichen Bauherrschaft illustriert. Das Haus mit Garten dokumentiert die gehobenen Lebensverhältnisse und die bauliche Entwicklung Durmersheims in der Zeit der Weimarer Republik. Es hat sozial- und ortsbau- sowie architekturgeschichtlichen Wert. |
98826568 |
Würmersheim
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnhaus | Auer Straße 2 (Karte) |
Giebelständig, zweigeschossig, Fachwerk, Satteldach mit straßenseitigem Drittelwalm, leicht auskragende Geschosse, gedrehte Ecksäulen im Obergeschoss, zwei Wetterdächer an Straßenseite, Mitte 18. Jahrhundert
Das an der Hauptdurchfahrt im alten Ortskern von Würmersheim befindliche Fachwerkgebäude stellt mit den regionaltypischen Wetterdächern und dem einseitigem Drittelwalm ein anschauliches Beispiel für die vormoderne ländliche Bauweise der nördlichen Oberrheinebene dar. Es dokumentiert sowohl die traditionelle Baukultur und Zimmermannskunst der Region in der Barockzeit als auch die frühere Siedlungsstruktur und Ortsgestalt des Durmersheimer Ortsteils. Der Bau belegt die historischen Lebensverhältnisse auf dem Dorf und hat Bedeutung für die Haus- und Ortsbaugeschichte. |
98826589 | ||
| Wohnhaus mit Ökonomietrakt | Auer Straße 6 (Karte) |
Giebelständiger langgestreckter Fachwerkbau, eingeschossig auf massivem verputztem Kellersockel, Satteldach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das im historischen Ortskern von Würmersheim befindliche Fachwerkgebäude vereinte einst Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach. Es dokumentiert die dörflichen Lebensverhältnisse und die frühere Siedlungsstruktur sowie Ortsgestalt des Durmersheimer Ortsteils in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Anwesen hat Bedeutung für die von der Landwirtschaft geprägte Haus- und Ortsbaugeschichte in der Vormoderne. |
98826596 | ||
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Wegkreuz mit Bildnische | Badener Straße (Karte) |
Sandstein, Darstellung Christi mit fünf Wunden (moderne Pietà in Nische), gestiftet von Peter Weiler, 1687 (i), renoviert 1757 und 1982 (i)
Das im Westen, außerhalb des Ortskerns von Würmersheim an der Straße nach Durmersheim aufgestellte Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und Stiftungspraxis in der Frühen Neuzeit. Es veranschaulicht die Glaubensidentität des Durmersheimer Ortsteils und stellt ein charakteristisches Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft der Region dar. Als private Stiftung hat es auch orts- sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. |
109832286 | |
| Wohnhaus | Badener Straße 30 (Karte) |
Giebelständiger, eingeschossiger Fachwerkbau auf Kellergeschoss, verputzt, Satteldach mit straßenseitigem Drittelwalm, ein Wetterdach am Giebel, 4. Viertel 18. Jahrhundert
Das am einstigen Osteingang des historischen Ortskerns von Würmersheim befindliche Fachwerkgebäude stellt mit den regionaltypischen Wetterdächern und dem einseitigen Drittelwalm ein anschauliches Beispiel für die vormoderne ländliche Bauweise der nördlichen Oberrheinebene dar. Es dokumentiert die dörflichen Lebensverhältnisse und die frühere Siedlungsstruktur sowie Ortsgestalt des Durmersheimer Ortsteils gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Ihm kommt Bedeutung für die Haus- und Ortsbaugeschichte zu. |
98826603 | ||
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Kath. Filialkirche Herz Jesu | Badener Straße 46 (Karte) |
Dreischiffige Basilika, Haupt- und Seitenschiffe mit Walmdächern, im Nordosten dreiseitiger, flach schließender Chor mit Walmdach, an Nordwestecke Chorflankenturm mit gestuftem Walmdach, an Nordostecke eingeschossiger Sakristeianbau auf hohem Kellersockel mit Mansardwalmdach, an Südwestseite mittig pfeilergestützter Vorbau mit Mansardwalmdach und Freitreppen, seitlich je ein hohes Rundbogenportal mit Keilstein und Oberlicht, verputzt, farblich abgesetzte Lisenen, bauzeitliche Innenausstattung erhalten, Altäre spätes 18. Jahrhundert, rechter Seitenaltar von Rastatter Hofschreiner Martin Eigler d. J., 1778, Kirche erbaut, 1912 bis 1913 (a), stark beschädigt, 1945 (a)
Der für eine Dorf- und Filialkirche mächtige dreischiffige Sakralbau liegt etwas zurückversetzt an der Hauptdurchfahrt des westlich von Durmersheim gelegenen Würmersheim und dominiert durch seine Größe, seine auffällige Kubatur und seinen Turm das Ortsbild. Er ist ein ungewöhnliches Beispiel für die in den Formen des späten Jugendstils geprägte Sakralarchitektur auf dem Land im ehemaligen Großherzogtum Baden und hat hohe Bedeutung für die Architektur- und Ortsbaugeschichte in den Jahren kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Kirchlich war Würmersheim seit jeher Filial von Durmersheim. 1778 erhielt das kleine Haufendorf erstmals eine eigene, St. Jakobus d. Ä. geweihte Kapelle, die 1914 zu Wohnungen umgebaut und beim Rathausneubau abgerissen wurde. Ihre Ausstattung kam teils in die heutige Kirche, darunter ist v. a. der qualitätvolle spätbarocke Altar von Martin Eigler d. J. bemerkenswert, der heute den rechten Seitenaltar bildet. Für die Würmersheimer Kirchen- und Ortsgeschichte ist das Gotteshaus von zentraler Aussagekraft. Zudem kommt ihm mit der erhaltenen bauzeitlichen und aus der alten Dorfkapelle stammenden Ausstattung wichtiger kunst- und kulturgeschichtlicher Wert zu. |
98826610 | |
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Wegkreuz | Bickesheimer Straße (Karte) |
Sandsteinkreuz mit Korpus und abgerundeten Kreuzarmen, rechteckiger, sich verjüngender Sockel, gefertigt von Bildhauer L. Hummel aus Weingarten, bezeichnet mit Inschrift der Stifter Andreas Kary mit Ehefrau geb. Herzog sowie Jahreszahl, 1851 (i)
Das nördlich, außerhalb des Ortskerns von Würmersheim aufgestellte Wegkreuz ist ein Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und Stiftungspraxis um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Es veranschaulicht die Glaubensidentität des Durmersheimer Ortsteils und stellt ein charakteristisches Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft der Region dar. Als private Stiftung hat es auch orts- sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. |
98826632 | |
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Wegkreuz | K3722 (Karte) |
Kruzifix mit Korpus auf gebauchtem Sockel, Engelsköpfe an Kreuzenden, Leidenswerkzeuge Christi am Schaft, Sandstein, bezeichnet am Sockel mit Inschrift der Stifter, Xaver Klein und Ehefrau Katharina geb. Kassel, errichtet von Johann Lichtenberger und Ehefrau Mariaefa Kassel, 1827 (i)
Das westlich, außerhalb des Ortskerns von Würmersheim an einer Straßenverzweigung aufgestellte Wegkreuz ist ein Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und Stiftungspraxis im 1. Drittel des 19. Jahrhunderts. Es veranschaulicht die Glaubensidentität des Durmersheimer Ortsteils und stellt ein charakteristisches Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft der Region dar. Als private Stiftung hat es auch orts- sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. |
109832220 |
Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.