Liste der Kulturdenkmale in Ötigheim
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In der Liste der Kulturdenkmale in Ötigheim sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Ötigheim im Landkreis Rastatt in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Ötigheim
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnhaus mit Ökonomietrakt | Alte Friedhofstraße 7 (Karte) |
Langgestreckter zweigeschossiger giebelständiger Fachwerkbau, Satteldach mit einseitigem Drittelwalm, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Das lang gestreckte Fachwerkhaus am Nordwestrand des alten Ortskerns von Ötigheim bildet ein quergeteiltes Einhaus, das die ursprünglichen Funktionen Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Es dokumentiert die bäuerlichen Wohn- und Arbeitsverhältnisse und die ortsbauliche Entwicklung des Dorfs gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Es hat Bedeutung für die landwirtschaftlich geprägte Haus- und Ortsbaugeschichte von Ötigheim. |
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| Wohnhaus mit Ökonomietrakt | Alte Friedhofstraße 12, 14 (Karte) |
Langgestreckter zweigeschossiger Bau in Ecklage, Satteldach mit einseitigem auskragendem Drittelwalm, Erdgeschoss teilweise massiv, überwiegend verputzt, Fachwerk zum Teil freiliegend, zum Teil verputzt, an südwestlicher Giebelseite mehrfach profilierte Schwelle, 1. Viertel 18. Jahrhundert
Das langgestreckte Fachwerkhaus am Nordrand des alten Ortskerns von Ötigheim wurde einst zu Wohn- sowie Ökonomiezwecken genutzt und veranschaulicht nicht nur die historische Ortsgestalt Ötigheims, sondern auch die frühneuzeitlichen Wohn- und Bauformen im ländlichen Baden. Es hat Bedeutung für die Haus- sowie Ortsbaugeschichte. |
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Nepomukstatue | Mühlstraße 43/1 (Karte) |
Standbild des hl. Johannes Nepomuk, heller Sandstein, geschwungener Sockel aus rotem Sandstein mit markgräflich-badischem Wappen, um 1760 (an heutigen Standort versetzt, 2014)
Das einst südwestlich von Ötigheim nahe der Gemarkungsgrenze aufgestellte Standbild des hl. Johannes Nepomuk, der aufgrund seines Märtyrertodes in der Moldau 1729 heiliggesprochen wurde und dessen Verehrung als Vorbild für die Standhaftigkeit im Glauben sowie als Brückenheiliger in den katholischen Gebieten rasch Verbreitung fand, befindet sich seit 2014 wieder in charakteristischer Weise bei einer Brücke über den Federbach am Ostrand des alten Ortskerns. Die Figur ist ein qualitätvolles Beispiel der barocken Bildhauerkunst und dokumentiert die katholische Prägung Ötigheims. Sie hat orts-, kultur- und konfessionsgeschichtlichen Wert. |
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Freilichttheater Ötigheim | Am Tellplatzweg (Karte) |
Gegründet auf Initiative des Pfarrers Joseph Saier, 1906, bestehend aus:
Die Volksschauspiele in Ötigheim wurden 1906 auf Initiative des charismatischen Gemeindepfarrers Joseph Saier gegründet und haben mit ihrer heute fast 4000 Zuschauern fassenden, überdachten Tribüne - die größte Freilichtbühne Deutschlands - überregionale kulturgeschichtliche Bedeutung. Die ursprüngliche Zuschauertribüne von 1910 war kurz nach dem Krieg noch einmal instandgesetzt worden, wies aber in den 1950er-Jahren schwere Bauschäden auf, sodass eine übergreifende Sanierung unumgänglich wurde. 1961 entstand nach Plänen des ehrenamtlichen Architekten Emil Heid aus Ötigheim, damaliger Leiter des Universitätsbauamts Karlsruhe, ein Tribünenneubau, der nicht nur Schutz vor Regen bieten und Schnee- und Windlasten trotzen, sondern auch die Sicht auf das grandiose Bühnenpanorama wesentlich verbessern sollte. Die Konstruktion des Tribünendachs mit seiner großen, weitgehend stützenfreien Spannweite von 40 m im sog. Jawerthsystem - nach dem Stockholmer Ingenieur David Jawerth (1920 bis 1998) benannt - zeichnet sich durch ihre besondere Offenheit und Leichtigkeit aus und stieß in der Fachwelt auf großes Interesse. Damit ist die überdachte Freilichttribüne ein eindrucksvolles Beispiel für den Bautyp in der zweiten Nachkriegsmoderne und von wichtiger architekturgeschichtlicher Aussagekraft. Zudem hat sie als Publikumsplatz der traditionsreichen, christlich geprägten Laienschauspiele vielfältigen konfessions- und ortsgeschichtlichen Wert. |
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| Wohnhaus einer Hofanlage | Bahnhofstraße 24 (Karte) |
Eingeschossiger, giebelständiger Werksteinbau in Ecklage mit Kniestock, Krüppelwalmdach mit Gauben, verputzt, Gewände und Eckquaderung in Rotsandstein, mittig an östlicher Traufseite erschlossen, ca. 1890 bis 1900
Das sorgfältig ausgeführte Wohnhaus einer ehemaligen Hofanlage steht an einer Straßenkreuzung östlich, außerhalb des alten Ortskerns und dokumentiert die Siedlungsstruktur und die ortsbauliche Entwicklung gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Es ist mit dem Krüppelwalmdach und den verzierten Fenster- und Türgewänden ein anschauliches Beispiel für die Bauernhausarchitektur des Historismus im ländlichen Baden und hat Bedeutung für die landwirtschaftlich geprägte Haus- sowie Baugeschichte von Ötigheim. |
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Wegkreuz | Bahnhofstraße 23 (Karte) |
Kruzifix mit Korpus auf gebauchtem Sockel, Rotsandstein, Puttenköpfe am Kreuzfuß und den Kreuzenden, bezeichnet am Sockel mit Inschrift der Stifter Lorenz und Maria Kloyber, 1714 (i)
Das barocke Wegkreuz steht an einer Straßenkreuzung östlich, außerhalb des alten Ortskerns von Ötigheim. Es ist ein aussagekräftiges Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts und dokumentiert die katholische Prägung von Ötigheim. Charakteristisch für die Wegkreuze der Region sind die Ausführung in Rotsandstein und die Puttenköpfe an den Kreuzenden. Das Steinkreuz belegt die lokale Bildhauerkunst und Stifterpraxis in der Barockzeit und hat orts- sowie kulturgeschichtliche Aussagekraft. |
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| Einhaus | Dreherstraße 10 (Karte) |
Quergeteilt, langgestreckter eingeschossiger traufständiger Fachwerkbau mit Kniestock, Satteldach, um 1800
Das lang gestreckte Fachwerkhaus ist ein anschauliches Beispiel für den in der Region charakteristischen Bauernhaustyps des Quereinhauses, das die ursprünglichen Funktionen Wohnen, Vieh- und Vorratshaltung in einer Queraufteilung unter einem Dach umfasst. Es dokumentiert die bäuerlichen Wohn- und Arbeitsverhältnisse im ländlichen Baden um 1800 und hat Bedeutung für die landwirtschaftlich geprägte Haus- sowie Baugeschichte von Ötigheim. |
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Wegkreuz | Händelstraße 4 (Karte) |
Sandsteinkruzifix mit Korpus auf gebauchtem Sockel, verziert mit Relief eines Lorbeerkranzes und seitlichen Voluten, bezeichnet mit Jahreszahl und Stiftungsinschrift von Martin Weingartner und seiner Ehefrau Theresia geb. Kölmel, Peter Hommerich und seiner Ehefrau Walburga geb. Weingartner, 1862 (i)
Das östlich, außerhalb des alten Ortskerns von Ötigheim an der Straße aufgestellte Wegkreuz ist in seiner sorgfältigen Gestaltung im Stil des Neuklassizismus ein anschauliches Zeugnis der lokalen Bildhauerkunst im Historismus. Es bezeugt die katholische Frömmigkeit und Glaubenspraxis im ländlichen Baden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und hat kulturgeschichtlichen Wert. Als private Stiftung zeichnet das Kruzifix auch ein Stück der Ortsgeschichte nach. |
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Gedenkstein für die gefallenen preußischen Soldaten der Schlacht am Federbach im Rahmen der Badischen Revolution am 29. Juni 1849 | Hirschgrund (Karte) |
Sandsteinkubus mit rahmender Lorbeergirlande, darin Namen der Gefallenen des königlich-preußischen Infanterieregiments von Lützow Nr. 25, auf dem Kubus flacher kubischer Aufsatz mit militärischen Tressen und Kordeln, in der Mitte bekrönender Helm mit Inschrift „Mit Gott für König und Vaterland“, Reichsadler und Initialen FR auf gekreuzten Säbeln, dahinter Inschriftenband, bezeichnet mit Datum und Name des stiftenden Infanterieregiments von Lützow, 1883 (i)
Der Gedenkstein südöstlich von Ötigheim auf der Höhe von Rastatt unweit der Autobahn A5 zeugt von einem für die Regionalgeschichte bedeutsamen Ereignis: Es wurde am 29. Juni 1883 von Kameraden des 25. Infanterieregiments von Lützow anlässlich des 35. Jahrtags der Schlacht am Federbach vom 29. Juni 1849 zur Erinnerung der dreizehn infolgedessen gestorbenen preußischen Soldaten gestiftet. Er zeugt von der militärischen Niederschlagung der Badischen Revolution von 1848/49 durch Bundestruppen unter preußischer Führung, die nach der Belagerung der in Rastatt eingeschlossenen Aufständischen am 23. Juli 1849 durch Kapitulation endete. Das ursprünglich hinter einer Gruppe von vier kolossalen Eichen (1986 gefällt) stehende Monument dokumentiert einen der letzten Kämpfe bei der gewaltsamen Unterdrückung der badischen Freiheitsbewegung und die damit einhergehenden Verluste der preußischen Truppen, die bei der Belagerung von Rastatt mit insgesamt 25 Toten, 55 Verletzten und 12 Vermissten am höchsten ausfielen. Zudem belegt er auch anschaulich die soldatische Erinnerungskultur des preußischen Infanterieregiments von Lützow, das aus dem berühmten sog. Lützowschen Freikorps hervorgegangen war, einem 1813 während der Befreiungskriege gegründeten Verband von Freiwilligen fast aller deutscher Staaten. Das Denkmal ist ein wichtiges Zeugnis der geistesgeschichtlichen Strömungen und der Militärgeschichte zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs. |
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Wegkreuz | Industriestraße 1 (Karte) |
Steinkruzifix mit Korpus und Marienfigur am Kreuzfuß auf gebauchtem Sockel, Puttenköpfe an den Kreuzenden, bezeichnet am Sockel mit Jahreszahl und Inschrift des Stifters Alexander Kölmel, errichtet durch dessen Vaters Johann Kölmel, 1870 (i)
Das südöstlich, außerhalb des alten Ortskerns von Ötigheim bei einer Straßenkreuzung aufgestellte Wegkreuz ist ein Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Charakteristisch für die Wegkreuze der Region sind die Engelsköpfe an den Kreuzenden. Es dokumentiert die katholische Frömmigkeit und Marienverehrung im ländlichen Baden und zeichnet als private Stiftung ein Stück der Ortsgeschichte nach. |
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Kath. Pfarrkirche St. Michael | Kirchstraße 1 (Karte) |
Rechteckiger Saalbau mit Satteldach, im Westen eingezogener halbrunder Chor mit abgewalmtem Dach, im Osten quadratischer Fassadenturm mit gekuppelten Rundbogenöffnungen und Pyramidenhelm, unverputzter Hausteinbau aus Buntsandstein, Rundbogenfenster mit Kämpfergesims, an Westfassade mittig leicht vorstehender Turmunterbau mit hohem Eingangsportal mit rundbogigem Oberlicht, errichtet nach Plänen des Bezirksbaumeisters Johann Ludwig Weinbrenner, 1828 bis 1830 (a)
Im Zentrum des alten Ortskerns von Ötigheim steht die für das Ortsbild prägende, steinsichtige Pfarrkirche in dem regional charakteristischen Buntsandstein. Sie stellt ein anschauliches Beispiel für einen ländlichen Kirchenbau des Klassizismus im Großherzogtum Baden dar, das im sog. Weinbrenner-Stil nach Plänen von Johann Ludwig Weinbrenner (1790 bis 1858), einem Neffen und Schüler des bedeutenden badischen Baudirektors und Stadtplaners Friedrich Weinbrenner (1766 bis 1826), errichtet wurde. Das an anderem Platz als der Vorgängerbau ausgeführte Gotteshaus hat wichtige Bedeutung für die Siedlungs- und Ortsbaugeschichte von Ötigheim im 1. Drittel des 19. Jahrhunderts. Als Werk des Weinbrenner-Schülers kommt ihm architekturgeschichtliche Aussagekraft zu. Zudem ist es als geistlicher Mittelpunkt der bereits 1289 erwähnten Ötigheimer Pfarrei von zentralem orts- und kirchengeschichtlichem Wert. |
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Wegkreuz | Kreuzstraße (Karte) |
Kruzifix mit Korpus und Marienfigur am Kreuzfuß auf rechteckigem Sockel, Rotsandstein, bezeichnet am Sockel mit Jahreszahl und Inschrift der Stifter Franz Anton Heid und seiner Ehefrau Luitgart geb. Kölmel, 1890 (i)
Das zentral im alten Ortskern von Ötigheim neben der Pfarrkirche befindliche Wegkreuz ist ein aussagekräftiges Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Es dokumentiert die katholische Frömmigkeit und Marienverehrung im ländlichen Baden zur Zeit des Kaiserreichs und hat kulturgeschichtlichen Wert. Als private Stiftung zeichnet das Kruzifix auch ein Stück der Ortsgeschichte nach. |
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Alte Schule (heute Gemeindehaus) | Kirchstraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Werksteinbau mit Satteldach, verputzt, farblich abgesetzte Ecklisenen, Gesimse und Gewände, mittig an Traufseite Rundbogeneingang, gekuppelte Fenster mit segmentbogigen Gewänden, Sohlbankgesims, errichtet nach Entwürfen von August Moosbrugger, 1835/36 (a), später seitliche Erweiterungen
Das im Zentrum des alten Ortskerns neben der Pfarrkirche und parallel zu dieser ausgerichtete ehemalige Schulhaus ist in seiner zurückhaltenden, symmetrischen Gliederung ein anschauliches Zeugnis für den ländlichen Schulbau des Klassizismus im Großherzogtum Baden. Der Bau hat aufgrund seiner zeittypischen Gestaltung und prominenten Lage ortsbau- und architekturgeschichtliche Aussagekraft. Er besitzt zudem als ehemals wichtige kommunale Einrichtung orts- und bildungsgeschichtliche Bedeutung. |
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Kath. Pfarrhaus | Kirchstraße 7 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau in Ecklage mit flachem Walmdach auf rustiziertem Rotsandsteinsockel, an Ostseite Mittelrisalit mit hochrechteckigem Eingangsportal mit gerader Verdachung, darüber gekuppelte rundbogige Drillingsfenster, heller Werkstein, gegliedert durch Eckquaderung, Gewände und Sohlbankgesims in Rotsandstein, Obergeschoss betont durch gerade Fensterverdachungen, an Südseite halbrund abschließende überdachte Figurennische zwischen Fenster des 1. Obergeschosses, darin Standfigur des hl. Josefs mit Christuskind; im Südwesteck des Hofs Ökonomiegebäude, Sandsteinbau mit holzverschaltem Kniestock, Satteldach mit einseitigem Drittelwalm; errichtet um 1875, Einfriedung
Der repräsentative Massivbau im alten Ortskern von Ötigheim nördlich der Pfarrkirche erinnert mit seinem kubischen Baukörper und der Gliederung an renaissancezeitliche Stadtpaläste und unterstreicht so die Bedeutung und Stellung des Pfarrers in der Gemeinde. Er ist mit seiner klar proportionierten, regelmäßigen Gestaltung ein aussagekräftiges Beispiel für den Pfarrhausbau im ländlichen Baden am Übergang von Spätklassizismus zu Historismus, der zugleich die Transformation städtischer Architekturvorbilder auf kleinere Dörfer belegt. Das unverputzte Gebäude hebt sich von der übrigen Dorfbebauung ab und hat wichtige architektur- sowie ortsbaugeschichtliche Aussagekraft. Ein auffälliges und für den Bautyp zeittypisches Schmuckdetail stellt die Hausfigur des hl. Josefs dar, der 1870 zum Schutzpatron der katholischen Kirche erklärt worden war. Auf die früher übliche Nebenerwerbslandwirtschaft zur Selbstversorgung der Pfarrer weist das Ökonomiegebäude hin. Als Verwaltungsmittelpunkt der 1289 erstmals genannten Pfarrei kommt dem Pfarrhaus wichtiger orts- und kirchengeschichtlicher Wert zu. |
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Wegkreuz | Kreuzstraße 24 (Karte) |
Steinkreuz mit Kleeblattenden auf gestuftem hochrechteckigen Sockel, am Kreuzstamm spitzwinklig zulaufende Figurennische mit bekrönendem kleinen Kreuz, bezeichnet am Kreuzfuß mit Initialen bzw. Abkürzungen, Herzsymbol und Zeichen eines Mühlrads, bezeichnet am Querbalken mit mittigem Nomen sacrum IHS und Jahreszahl, 1730 (i)
Das barocke Wegkreuz steht am ehemaligen Westrand des alten Ortskerns von Ötigheim. Es ist ein aussagekräftiges Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Religiosität in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist seine Doppelfunktion als Wegkreuz und Bildstock, der mit der Figurennische das Aufstellen und die Verehrung einer Heiligenfigur ermöglichte. Das durch eine Vielzahl von Abkürzungen und Initialen sowie durch ein Mühlrad als Hinweis auf den Beruf des Stifters ausgezeichnete Steinkreuz belegt die lokale Stifter- und Frömmigkeitspraxis in der Barockzeit und hat orts- sowie kulturgeschichtliche Aussagekraft. |
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| Hofanlage | Kronenstraße 20 (Karte) |
Parallelgehöft, bestehend aus:
Die kleine Hofanlage aus parallel stehenden Wohnhaus und Schopf im Nordwesten des alten Ortskerns von Ötigheim dokumentiert die dörflichen Lebensverhältnisse und das lokale Zimmermannshandwerk in der Barockzeit. Dabei zeigt das Wohnhaus das für die Hauslandschaft der Region charakteristische Wetterdach. Die Fachwerkgebäude bezeugen die historische Ortsgestalt und haben haus- sowie ortsbaugeschichtlichen Wert. |
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| Doppelwohnhaus einer Hofanlage | Kronenstraße 23, 25 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau, Satteldach mit nordseitigem Krüppelwalm, Obergeschoss leicht auskragend auf Balkenköpfen und profilierter Schwelle, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das Doppelwohnhaus im Nordwesten des alten Ortskerns von Ötigheim war einst Teil einer Hofanlage und dokumentiert als Wohnsitz zweier Bauernfamilien die ländlichen Wohn- und Bauformen in der Barockzeit. Es bezeugt die historische Ortsgestalt und hat haus- sowie ortsbaugeschichtlichen Wert. |
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| Wohnhaus | Lindenstraße 6 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv umgebaut, Obergeschoss und Giebel verputztes Fachwerk, Ende 18. Jahrhundert
Das Wohnhaus im alten Ortskern von Ötigheim dokumentiert die dörflichen Lebensverhältnisse und die historische Ortsbebauung am Ende der Frühen Neuzeit. Es hat haus- sowie baugeschichtlichen Wert. |
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| Wohnhaus mit Ökonomietrakt | Mühlstraße 29 (Karte) |
Eingeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau mit Satteldach, bezeichnet am nördlichen Eckständer mit Namen der Erbauerfamilie Durm und Jahreszahl, 1816 (i)
Das niedrige Fachwerkgebäude am Westrand des alten Ortskerns von Ötigheim dokumentiert die ländlichen Lebensverhältnisse und die bauliche Entwicklung des Dorfs im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts bzw. im sog. Jahr ohne Sommer 1816, das wegen eines Vulkanausbruchs durch Unwetter und Not gekennzeichnet war. Es hat Bedeutung für die Haus- sowie Ortsbaugeschichte von Ötigheim und ist mit dem Hinweis auf den Namen der Erbauer im Eckständer auch für die Orts- und Sozialgeschichte wertvoll. |
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| Wohnhaus | Mühlstraße 31 (Karte) |
Eingeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau mit Satteldach, bezeichnet am südlichen Eckständer mit Name des Erbauers, Landwirt Franz Anton Kölmel, und Jahreszahl, 1808 (i)
Das kleine Fachwerkhaus am Westrand des alten Ortskerns von Ötigheim bildete wohl ursprünglich den Wohnteil eines Bauernhauses. Es dokumentiert die kleinbäuerlichen Wohn- und Bauformen im frühen 19. Jahrhundert und hat Bedeutung für die landwirtschaftlich geprägte Haus- sowie Ortsbaugeschichte von Ötigheim. Mit dem Hinweis auf den Namen und Beruf des Erbauers im Eckständer auch für die Orts- und Sozialgeschichte wertvoll. |
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Wegkreuz | Nähe Neue Friedhofstraße (Karte) |
Kruzifix mit Korpus aus Sandstein auf geschwungenem Sockel, bezeichnet am Kreuzstamm mit Initialen der Stifter IM und Jahreszahl, 1719 (i), sowie mit Abkürzungen bzw. Initialen der Stifter RV DDE HJM und Jahreszahl, 1756 (i) (renoviert 1980)
Das beim Friedhof nordöstlich, außerhalb des alten Ortskerns von Ötigheim befindliche Wegkreuz ist ein aussagekräftiges Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Religiosität im 18. Jahrhundert. Es dokumentiert die lokale Bildhauerkunst und Stifterpraxis in der Barockzeit und hat kultur- sowie ortsgeschichtlichen Wert. |
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Weitere Bilder |
Friedhof | Neue Friedhofstraße (Karte) |
Angelegt 1846, bestehend aus:
Entstehungszeit und Lage des Ötigheimer Friedhofs veranschaulichen einen für das 19. Jahrhundert charakteristischen Vorgang: Die Verlegung des alten, um die Kirche gelegenen Begräbnisplatzes außerhalb des Ortes aufgrund von Platzmangel und Hygienevorschriften. So bezeugt die 1846 östlich, außerhalb des alten Ortskerns geschaffene Anlage die bauliche Entwicklung von Ötigheim und ist für die Orts- und Siedlungsgeschichte wertvoll. Durch ihre Funktion als Begräbnisstätte hat sie zudem hohe Aussagekraft für die Orts- und Kulturgeschichte. Die Statue der Maria Immaculata, die von dem Vater Wilhelm Kühn für seinen zu Beginn des Ersten Weltkriegs als erster Ortsangehöriger gefallenen Sohn errichtet wurde, und die um 1920 als Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtete Kapelle dokumentieren anschaulich die religiös geprägte Erinnerungskultur in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei ist der aufwendig im Stil des Neubarock ausgeführte Sakralbau mit seiner Doppelfunktion als Friedhofskapelle und Gedenkstätte ein ungewöhnliches Beispiel für den Bautyp in den 1920er-Jahren. |
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Kreuzweg | Oberer Tellplatzweg (Karte) |
Vierzehn Stationen zwischen Wendelinuskapelle und Eingang zur Freilichtbühne, aus Ziegelsteinen gemauerte und verputzte Bildstöcke mit Satteldächern in unterschiedlicher Größe und Form, in den Nischen Relieftafeln, errichtet auf Anregung und nach Plänen von Pfarrer Josef Saier, 1914
Die auf Anregung und nach Plänen von Pfarrer Saier, der 1906 die Volksschauspiele Ötigheim begründet hatte, am sog. Kassenbuckel zwischen Wendelinuskapelle und dem Eingang der Freilichtbühne Ötigheim 1914 errichteten Kreuzwegstationen südlich des historischen Ortszentrum sind anschauliche Zeugnisse der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Religiosität in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als wichtige Bestandteile der Sakraltopografie im Umfeld der Volksschauspielbühne prägen sie das Landschaftsbild rund um Ötigheim und sind für die Orts- und Kulturgeschichte wertvoll. |
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| Wohnhaus einer früheren Hofanlage | Rastatter Straße 6 (Karte) |
Eingeschossiger Fachwerkbau mit Kniestock in Ecklage, Satteldach, niedriger massiver verputzter Sockel, 1. Viertel 19. Jahrhundert
Das Fachwerkgebäude im Süden des alten Ortskerns von Ötigheim ist mit dem regionaltypischen Kniestock ein charakteristisches Beispiel für die ländliche Bauweise in der nördlichen Oberrheinebene. Es dokumentiert die dörflichen Lebensverhältnisse und die ortsbauliche Entwicklung von Ötigheim im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts und hat Bedeutung für die Haus- sowie Ortsbaugeschichte. |
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Weitere Bilder |
Wendelinuskapelle mit Wegkreuz:
- Wendelinuskapelle |
Rastatter Straße 32 (Karte) |
Rechteckiger massiver Saalbau mit Satteldach, Dachreiter zwischen Kappelendach und Vordach mit spitzem, verschiefertem Pyramidendach, im Süden leicht eingezogener Chor, dreiseitiger Chorschluss mit abgeschrägten Ecken, verputzt mit farblich abgesetzten Ecklisenen, im Norden quergelagerte hölzerne Vorhalle mit Walmdach und dreieckigem Ziergiebel über Eingang, an Nordseite geohrtes Eingangsportal aus Holz mit seitlichen Voluten, Konsolen und gesprengtem Giebel, darin Statue des Hl. Wendelin von ca. 1760 bis 1770, innen Altar mit Pieta von ca. 1760 bis 1770, erbaut aus den Resten der Kapelle am Federbachkanal, ca. 1900 bis 1910;
Die an einer Wegverzweigung südöstlich des alten Ortskerns von Ötigheim aus den Resten der Kapelle am Federbachkanal errichtete Wendelinuskapelle und das davor befindliche barocke Wegkreuz sind anschauliche Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten katholischen Religiosität und Stifterpraxis und sind für die Ortsgeschichte wertvoll. Mit den übernommenen barocken Baudetails und Ausstattungsstücke wie der Statue des hl. Wendelin, dem hölzernen Portal und dem Altar führt die Kapelle eine ältere Bau- und Frömmigkeitstradition fort und hat wichtige Bedeutung für die Bau-, Kirchen- und Kulturgeschichte von Ötigheim. Auch Wendelin wurde als Schutzheiliger übernommen, der sich auf dem Land als Patron des Viehs, der Hirten und Bauern großer Beliebtheit erfreute. Der stattliche Sakralbau liegt auf halber Strecke zwischen altem Ortskern und Freilichtbühne, mit der es durch einen Kreuzweg verbunden ist. Er prägt daher das Landschaftsbild rund um Ötigheim und ist wichtiger Teil der nach Plänen von Pfarrer Saier geschaffenen Sakraltopografie im Umfeld der ebenfalls von ihm gegründeten Volksschauspielbühne. |
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| Wohnhaus | Rathausstraße 7 (Karte) |
Pfarrhaus, 1764 bis 1875, zweigeschossiger giebelständiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss aus Backstein, verputzt, Obergeschoss und Giebel Fachwerk mit Zierformen, errichtet, 1704 (a), bezeichnet in Sandsteintafel am Erdgeschoss mit Wappen der Äbtissin Abundantia von Stotzingen des Klosters Frauenalb, 1764 (i), Erdgeschoss erneuert, um 1900
Das stattliche, zur Rathausstraße giebelständige Gebäude diente von 1764 bis 1875 als Pfarrhaus und dokumentiert mit seinem aufwendigen Zierfachwerk am Giebel die Qualität der regionalen Zimmermannskunst in der Barockzeit. Es prägt als Bestandteil der weitgehend giebelständigen Bebauung an der breiten Hauptachse im Norden des alten Ortskerns von Ötigheim dessen Ortsbild. Das Haus belegt mit der Wappentafel am Erdgeschoss die einstige kirchliche Zugehörigkeit Ötigheims zum Kloster Frauenalb, dem die Pfarrei 1360 inkorporiert worden war. Es nimmt im örtlichen Baubestand einen wichtigen Stellenwert ein und hat als einstiger Verwaltungsmittelpunkt der bereits 1289 genannten Pfarrei Bedeutung für die Orts- und Kirchengeschichte von Ötigheim. |
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| Gasthaus Zum Adler | Rathausstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau, verputzt, Satteldach, 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das in der für Gasthäuser typischen verkehrsgünstigen Lage an der breiten Hauptachse der Rathausstraße im Norden des alten Ortskerns von Ötigheim befindliche Gebäude stellt als ehemaliges Gasthaus ein anschauliches Beispiel für das Wirtshauswesen des 18. Jahrhunderts im ländlichen Baden dar. Der verputzte Fachwerkbau hat nicht nur Wert für die Ortsbaugeschichte, sondern ist auch als traditionsreicher, im öffentlichen Leben der Gemeinde eine wichtige Rolle spielender Zentralort ein Zeugnis der lokalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in der Barockzeit. |
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| Wohnhaus | Rathausstraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau mit Satteldach, zwei Wetterdächer am Giebel, profilierte Schwellen und Rähmen, Obergeschoss leicht auskragend, 1. Hälfte 18. Jahrhundert (1984 renoviert)
Das giebelständig zur Rathausstraße stehende Wohngebäude ist mit seinen regionaltypischen Wetterdächern ein charakteristisches Beispiel für die ländliche Bauweise in der nördlichen Oberrheinebene. Es prägt als Bestandteil der weitgehend giebelständigen Bebauung an der breiten Hauptachse im Norden des alten Ortskerns von Ötigheim dessen Ortsbild. Das Wohnhaus dokumentiert das regionale Zimmermannshandwerk und die dörflichen Lebensverhältnisse in der Barockzeit. Es hat haus- sowie ortsbaugeschichtlichen Wert. |
96982318 | ||
| Wohnhaus | Rathausstraße 29 (Karte) |
Eingeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau in Ecklage auf massivem verputztem Sockel mit Kniestock und Satteldach, Längsseiten verputzt, Zierfachwerk an Giebelseite, bezeichnet am östlichen Eckständer mit Namen und Amt des Bauherrn, Schultheiß Andreas Speck, Nomen sacrum IHS, Herzsymbolen, Mühlrad als Berufszeichen und Jahreszahl, 1798 (i)
Das giebelständige Gebäude ist mit dem regionaltypischen Kniestock und Zierfachwerk ein charakteristisches Beispiel für die ländliche Bauweise in der nördlichen Oberrheinebene, das die Qualität der lokalen Zimmermannskunst zur Zeit des Spätbarock belegt. Es prägt als Bestandteil der weitgehend giebelständigen Bebauung an der breiten Hauptachse der Rathausstraße im Norden des alten Ortskerns von Ötigheim dessen Ortsbild und dokumentiert die dörflichen Wohn- und Bauformen gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Das Haus ist mit dem Hinweis auf den Bauherrn sowie dessen Amt als Schultheiß und Beruf als Müller für die Orts- und Sozialgeschichte wertvoll und hat zudem Bedeutung für die Haus- und Baugeschichte von Ötigheim. |
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| Einhaus | Rathausstraße 32 (Karte) |
Gestelzt und quergeteilt mit rückwärtigem Scheunenteil, zweigeschossiger giebelständiger Bau in erhöhter Ecklage, Satteldach, Erdgeschoss an der Giebelseite massiv und verputzt, ansonsten Zierfachwerk auf profilierten Schwellen, Giebel leicht auskragend, traufseitiges Scheunentor, bezeichnet am Eckständer des Obergeschosses mit Initialen IMNR und Jahreszahl, 1788 (i), 1803 (i)
Das giebelständige Gebäude ist mit dem aufwendigen Zierfachwerk ein qualitätvolles Beispiel für die Zimmermannskunst der Region zur Zeit des Spätbarock. Es prägt als Bestandteil der weitgehend giebelständigen Bebauung an der breiten Hauptachse der Rathausstraße im Norden des alten Ortskerns von Ötigheim und durch seine erhöhte Ecklage dessen Ortsbild. Als ehemaliges gestelztes Quereinhaus, das die ursprünglichen Funktionen Wohnen, Vieh- und Vorratshaltung in einer vertikalen Aufteilung unter einem Dach vereint, dokumentiert es die bäuerlichen Wohn- und Arbeitsverhältnisse im ländlichen Baden gegen Ende des 18. Jahrhunderts und hat Bedeutung für die landwirtschaftlich geprägte Haus- und Ortsbaugeschichte. |
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| Hofanlage | Rebgartenstraße 22 (Karte) |
Bestehend aus:
Die Hofanlage am Nordostrand des alten Ötigheimer Ortskerns besteht aus einem ehemaligen Bauernhaus, das als Quereinhaus die ursprünglichen Funktionen Wohnen und Wirtschaften quergeteilt unter einem Dach vereint, und einer im Hof gelegenen Schmiede. Sie dokumentiert die historischen Wohn- und Arbeitsverhältnisse der Landbevölkerung, die oft neben der Landwirtschaft auch ein für das Alltagsleben wichtiges Handwerk betrieb. Das giebelständige Hauptgebäude ist mit den regionaltypischen Wetterdächern, dem Kniestock und dem einseitigen Krüppelwalm ein charakteristisches Beispiel für die ländliche Bauweise in der nördlichen Oberrheinebene. Die Hofanlage illustriert die Wirtschafts- und Sozialstruktur von Ötigheim am Ende der Frühen Neuzeit und hat nicht nur ortsgeschichtliche Aussagekraft, sondern auch Bedeutung für die landwirtschaftlich geprägte Haus- und Ortsbaugeschichte. |
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| Wohnhaus mit Ökonomietrakt | Rebgartenstraße 33 (Karte) |
Eingeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau auf niedrigem verputztem Massivsockel mit Satteldach, 1797 (i)
Das niedrige Fachwerkgebäude am Nordrand des alten Ortskerns von Ötigheim dokumentiert die ländlichen Wohn- und Bauformen und die bauliche Entwicklung des Dorfs um 1800. Es hat Bedeutung für die Haus- sowie Ortsbaugeschichte. |
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| Doppelwohnhaus | Rebgartenstraße 36, 38 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Bau, Satteldach mit südseitigem Drittelwalm, zwei Wetterdächer am Südgiebel, rückwärtige Haushälfte teils massiv, teils Fachwerk, verputzt, bezeichnet wohl mit Jahreszahl, 1722 (i), erbaut 1. Viertel 18. Jahrhundert
Das giebelständig zur Rebgartenstraße stehende Fachwerkgebäude am Nordostrand des alten Ortskerns von Ötigheim ist mit den regionaltypischen Wetterdächern ein charakteristisches Beispiel für die ländliche Bauweise in der nördlichen Oberrheinebene. Es dokumentiert die dörflichen Lebensverhältnisse und die historische Ortsgestalt und hat haus- sowie ortsbaugeschichtlichen Wert. |
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| Hofanlage | Rheinstraße 11 (Karte) |
Fachwerk, an nördlicher Giebelseite mit Zierformen, eingeschossig, giebelständig, Satteldach, Ende 18. Jahrhundert
Die niedrige Fachwerkhofanlage am Nordwestrand des alten Ortskerns von Ötigheim dokumentiert die ländlichen Wohn- und Bauformen und die historische Ortsgestalt gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Mit dem sorgfältig ausgeführten Zierfachwerk an der nördlichen Giebelseite belegt es auch das lokale Zimmermannshandwerk und hat Bedeutung für die Haus- sowie Ortsbaugeschichte. |
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Weitere Bilder |
Bildstock | Morgenstraße 11 (Karte) |
Der spätbarocke Bildstock mit Figurennische nordöstlich des alten Ortskerns ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Er dokumentiert die katholische Glaubensidentität von Ötigheim und die Frömmigkeitspraxis sowie Marienverehrung. Er hat kultur- und konfessionsgeschichtliche Aussagekraft. | 96982336 | |
Weitere Bilder |
Schule | Schulstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger Werksteinbau mit Walmdach, teils verputzt, Risalit mit geschwungenem Zwerchgiebel an Straßenfront in Haustein; rückwärtig Schülerabortgebäude, eingeschossiger langgestreckter Backsteinbau auf rustiziertem Rotsandsteinsockel an Hofmauer anschließend, teils Fachwerk, Walmdach; erbaut 1907/08 (a), später südliche Erweiterung
Der teils verputzte Schulbau ist mit seinem auffälligen abgestuften Risalit mit der Werksteinfassade ein ungewöhnliches Zeugnis für den ländlichen Schulhausbau in Baden im frühen 20. Jahrhundert. Er zeigt mit dem Walmdach und dem geschwungenen Zwerchgiebel charakteristische Elemente des Späthistorismus auf, während die asymmetrische Gestaltung und der Kontrast zwischen Putz- und Werksteinfläche den Einfluss des Jugendstils erkennen lassen. Mit dem zugehörigen Toilettengebäude ist die Schule als wichtige öffentliche Einrichtung ein aussagekräftiges Zeugnis des historischen Bildungs- und Hygienewesens und hat orts- sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. Zudem belegt sie mit ihrer Lage außerhalb des historischen Zentrums Ötigheims am südöstlichen Ortseingang die bauliche Entwicklung von Ötigheim und hat architektur- sowie ortsbaugeschichtliche Aussagekraft. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.