Liste der Kulturdenkmale in Herbertingen
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In der Liste der Kulturdenkmale in Herbertingen sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Herbertingen im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Herbertingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
Weitere Bilder |
Empfangsgebäude des Bahnhofs Herbertingen | Bahnhof 1 (Karte) |
Zweigeschossig mit Kniestock, Satteldach, zentraler polygonaler Risalit, Souterrainmauern aus Beton, Sockel, Tür- und Fenstereinfassungen Kalkstein, sonst Sichtbackstein, heute weiß übertüncht, daneben historisches Signal, bezeichnet „J 1869 S“, nach Plänen des Oberbaurats Joseph von Schlierholz, 1868/69
Die Lage ein gutes Stück westlich des eigentlichen Ortes zeigt an, dass es sich primär um einen Umsteigebahnhof handelt – ein weiterer Haltepunkt im Ortszentrum entstand später. Am Kreuzungspunkt zweier Strecken gelegen, ist das Gebäude ein wichtiges Zeugnis der lokalen Verkehrsgeschichte: Hier zweigt die ab 1865 eingerichtete Strecke Herbertingen–Isny, die das württembergische Allgäu besser anschließen sollte, von der Strecke Ulm-Sigmaringen ab, einer der Hauptbahnen in Baden-Württemberg. Der Anschluss an diese Linien war ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für Herbertingen. Mit seiner strengen, noch an klassizistische Formvorstellungen angelehnten Fassade – u. a. den flächigen Wandvorlagen, den betonten Entlastungsbögen und dem polygonalen Risalit – ist das Empfangsgebäude darüber hinaus architekturgeschichtlich aufschlussreich für stilistische Strömungen der Mitte des 19. Jahrhunderts. |
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| Wirtshausausleger des Gasthofs Engel | Bahnhofstraße 1 (Karte) |
Schmiede- und Gusseisen, ornamentierter und teils vergoldeter Ausleger mit Medaillon, darin Engel mit Trompete, 19. Jahrhundert
Als Hinweis auf den einstigen gesellschaftlichen Dreh- und Angelpunkt des Gasthauses ist der Ausleger ein Zeugnis der Herbertinger Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Zudem bezeugt er stil- und technikgeschichtliche Entwicklungen im Kunsthandwerk des 19. Jahrhunderts. |
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| Wappenstein des Klosters Heiligkreuztal | Bahnhofstraße (Karte) |
An der südlichen Traufseite eines Ökonomiegebäudes, mit Initialen und Jahreszahl, 1783 (i)
Das in die Hauswand verbaute Relief ist Zeugnis der lokalen Herrschaftsgeschichte bzw. der wechselvollen Besitzverhältnisse des Ortes, in dem das Kloster Heiligkreuztal neben anderen geistlichen Herrschaften begütert war. |
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| Hausfigur | Bahnhofstraße 23 (Karte) |
Hl. Sebastian, Holz, farbig gefasst, an der östlichen Traufseite eines modernen Wohnhauses
Die Hausfigur des hl. Sebastian bezeugt eine tief verwurzelte Frömmigkeit am Ort. Solche Skulpturen zieren oft Wohnhäuser in katholisch geprägten Gegenden und verdeutlichen den Glauben an die Fürsprache des so bedachten Heiligen. |
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| Eiskeller | Bei der Hammerschmiedmühle 2; Taubes Ried (Karte) |
Bestehend aus: Eiskeller des Gasthofs Strauß, sehr großer Sandkeller mit L-förmigem Grundriss und zwei Abwurf- bzw. Belüftungsschächten; ehemaliger Eisweiher (Flst. Nr. 1953), ein Staubecken des Tiergartenbachs
Der heute im Besitz der Gemeinde Herbertingen befindliche Eiskeller bezeugt in Verbindung mit dem Eisweiher historische Verfahren der Vorratshaltung bzw. Haltbarmachung. Er verdeutlicht die Funktionsweise eines Gasthausbetriebs vor Einführung technischer Kühlmethoden. |
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| Sog. Schauppenkapelle | Ertinger Straße 80 (Karte) |
Sühnekapelle, kleiner, verputzter Massivbau mit Satteldach, polygonaler Abschluss, 17. Jahrhundert
Die kleine Kapelle weit nördlich des Ortes auf freier Flur ist ein anschauliches kulturgeschichtliches Dokument. Entstanden in der Hoffnung auf die Wirksamkeit von Sühneleistungen bei begangenen Vergehen, ist sie ein anschauliches Zeugnis frühneuzeitlicher Glaubensvorstellungen und belegt die über lange Jahrhunderte bestehende katholische Prägung von Herbertingen. |
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| Friedhofskapelle zum Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege | Friedhofstraße 9 (Karte) |
Kleiner Saal mit hohem Satteldach, weit vorkragender Giebel auf vier Rundpfeilern, polygonal geschlossener, in der Höhe abgesetzter, eingezogener Chor, oktogonaler Dachreiter, im Giebeldreieck Relief mit rosenumranktem Eisernen Kreuz, im Innern eine Figurengruppe: Christus mit der Dornenkrone in der Hand, flankiert von zwei knienden Engeln, gefertigt durch Bildhauer August Knaus, Riedlingen, dahinter hohe Steintafeln mit den Namen der Gefallenen, Glasfenster mit Motiven aus dem Leben der Soldaten, 1922, nach dem Zweiten Weltkrieg ergänzt durch weitere Namen
Die kleine Kapelle mit formalen Elementen des Neubarock ist ein aufschlussreiches Zeugnis der Erinnerungskultur. Sie stellt den zentralen Blickpunkt des Friedhofes dar und ist mit ihrer reichen Symbolik ein aufwendig gestaltetes Beispiel der Gattung. Charakteristisch für ein nach dem Ersten Weltkrieg entstandenes Objekt ist die Verknüpfung sakraler und profaner Gedenkkultur, die sich an der Motivik vom Stahlhelm bis zur Christusfigur nachvollziehen lässt. Nicht zuletzt die an einen Kreuzweg erinnernden Stationen aus dem Leben eines Soldaten verdeutlichen diesen Aspekt. |
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| Bildstock | Auwiesen (Karte) |
Backstein, mit Satteldach, in der Nische Darstellung der Vierzehn Nothelfer (Malerei auf Blechtafel), im Giebelspitz bezeichnet 1894
Der Bildstock steht an einem ortsgeschichtlich bedeutsamen Platz: Hier befand sich einst die sogenannte Untere Burg, ein Jagdschloss der Grafen von Waldburg. Mit der Darstellung der populären Vierzehn Nothelfer, die bei verschiedensten Gefahren angerufen wurden, ist der Bildstock Zeugnis der Frömmigkeit und dokumentiert die katholische Prägung der Gegend. |
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| Kath. Kirche St. Oswald | Hauptstraße 1 (Karte) |
Verputzter Massivbau, Saal mit niedrigen Seitenschiffen, Satteldach, eingezogener, rund geschlossener Chor, im Westen massiver Flankenturm mit Satteldach, Schallöffnungen im obersten Geschoss mit Maßwerk, innen flachgedeckt, Saal öffnet über rundbogige Arkaden zu Seitenschiffen, Turm [§ 28] mittelalterlich, Kirchenschiff [§ 2] 1936
Der eindrückliche Turm zeugt u. a. mit den Spitzbogenmaßwerken in den Schallöffnungen noch anschaulich von einem mittelalterlichen Vorgängerbau. Die Kirchengeschichte Herbertingens, für die der Sakralbau steht, reicht aber noch viel weiter zurück, sicher in das Jahr 1275, als die Pfarrei urkundlich erwähnt wurde, vermutlich jedoch sogar in karolingische Zeit. Der ortsbildprägende Bau an der Stelle des ehemaligen Friedhofs zeichnet als Neubau des 20. Jahrhunderts zudem Ortsgeschichte nach, denn am 27. Juni 1935 zerstörte ein Erdbeben die über viele Jahrhunderte gewachsene und erneuerte Kirche, die neu errichtet werden musste. Ihre Ausstattung dokumentiert zum Teil noch die vorausgegangenen Bau- und Erneuerungsphasen. |
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| Hofanlage des Gasthofs Zum Löwen:
- Gasthaus zum Löwen |
Hauptstraße 15 (Karte) |
Giebelständig, zweigeschossig mit Ecklisenen, Stockwerks- und Traufgesims, Walmdach, historische Doppelflügeltür, Gaststube mit Mittelsäule und Felderdecke, in beiden Geschossen aufwendige Stuckdecken, Saal (in den 1920er-Jahren erneuert); im Dachgeschoss über dem Treppenaufgang bauzeitliche bemalte Felderdecke, 18. Jahrhundert;
Der Hof lag einst am nordöstlichen Ortsrand, wo die Landstraße zwischen Mengen und Saulgau das Dorf berührt, und wurde 1755 erstmals als Lehensgut im Besitz der Grafschaft Friedberg-Scheer erwähnt. Bezeichnenderweise wurde der Gasthof kurz nach Fertigstellung Posthalterei (1865 bis 1878), denn als Posthalter durfte der Wirt auch mit zahlreichen durchreisenden Fremden rechnen, sodass sich die Investition in eine eigene Brauerei mit Brennerei sowie Back- und Waschhaus wohl bezahlt machte. Derartige Hofanlagen mit Gast- und Landwirtschaft und dementsprechend auch mit Nebengebäuden für den komplexen Betrieb gab es im 19. und frühen 20. Jahrhundert in den meisten größeren Dörfern, aber nur noch wenige haben sich so anschaulich erhalten wie diejenige in Herbertingen. Die architektonische Formensprache des Gasthauses orientiert sich an zeitgenössischen Entwicklungen des ausgehenden 18. Jahrhunderts, Seltenheitswert besitzt die bemalte Felderdecke. Als gutes Beispiel für einen oberschwäbischen Dorfgasthof des 19. Jahrhunderts vermittelt der Löwen in Herbertingen mit dem anschaulich überlieferten äußeren und inneren Erscheinungsbild aller zugehörigen Gebäude einen Einblick in frühere Lebensverhältnisse und hat Aussagewert für die Kulturgeschichte wie für Entwicklung der Bauaufgabe. |
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| Viehmarktplatz | Hauptstraße 29 (Karte) |
Bestehend aus: Waaghaus, eingeschossig mit Satteldach, verputzt; Freifläche mit Stangen zur Befestigung des Viehs und altem Baumbestand, 1875, Waaghaus 1925 durch Neubau ersetzt
Herbertingen erhielt 1684 das Marktrecht, 1869 genehmigte das Oberamt die Abhaltung von sechs Viehmärkten im Jahr. Bedingung dafür war der Bau eines Waaghauses, das folglich 1875 errichtet und 1925 durch einen Neubau direkt auf dem Viehmarktplatz ersetzt wurde. Die Anlage spiegelt besonders anschaulich den Stellenwert der lokalen Viehwirtschaft und traditionsreiche Verkaufsformen wider und ist ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte. |
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| Dreifaltigkeitskapelle | Heßlinger Straße 20 (Karte) |
Auch Angerkapelle, kleiner, verputzter Bau mit dreiseitig geschlossenem Chor und Satteldach, 18. Jahrhundert, darin Marienkrönung (Öl auf Leinwand), Holzbildwerk Pietà
Die kleine Kapelle ist wie andere Andachtsstätten in und um Herbertingen Ausweis einer tief verwurzelten, katholisch geprägten Frömmigkeit. Zusammen bestimmen sie die Kulturlandschaft maßgeblich mit. Die Ausstattung zeugt vom lokalen spätbarocken Kunstschaffen. |
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| Gasthaus Zum Hirschen | Hirschstraße 7 (Karte) |
Giebelständig, zweigeschossig mit Satteldach, verputzt, teils Fachwerk mit giebel- und traufseitigen Vorkragungen sowie Zeirformen im Giebel, der Dachstuhl mit verblatteten und verzapften Holzverbindungen, 2. Hälfte 17. Jahrhundert; Scheunenteil im 19. Jahrhundert erweitert
Sowohl die auf mittelalterliche Methoden rekurrierende Konstruktionsform des Dachstuhls als auch das aufwendige Zierfachwerk im Giebel weisen auf die frühneuzeitliche Entstehung des Gebäudes, das damit wichtigen ortsbaugeschichtlichen Dokumentationswert besitzt. Darüber hinaus ist es als gesellschaftlicher Dreh- und Angelpunkt der Dorfgemeinschaft mit langer Tradition wichtiges Zeugnis der Orts- und insbesondere der Wirtschaftsgeschichte. Mit seinem Scheunenteil verdeutlicht es das für den ländlichen Raum charakteristische Nebeneinander von Gastgewerbe, Wohnen und Landwirtschaft. |
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| Hofanlage Mittlere Mühle | Holzgasse 25; Nießgasse 17 (Karte) |
Bestehend aus:
Die Hofanlage befindet sich im Ortszentrum direkt am Herbertingen durchziehenden Krähenbach. Sie ist wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte, waren doch Mühlen in der Vormoderne bedeutende technisch-wirtschaftliche Einrichtungen. Mit ihrem repräsentativen Fachwerkgiebel verdeutlicht sie nicht nur die gehobene soziale Stellung des Müllers, sondern ist auch ein aussagekräftiges baugeschichtliches Dokument für Herbertingen. |
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| Wohnhaus | Holzgasse 34 (Karte) |
Traufständig, zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, verputzt, darüber freiliegendes Fachwerk mit reichen Zierformen, am Ostgiebel nachträglich angebrachte Wetterdächer, Mitte 17. Jahrhundert
Das Gebäude befindet sich im Zentrum und am Hauptstraßenzug von Herbertingen, der den Ort von Norden nach Süden entlang des Baches durchzieht und den es maßgeblich bestimmt. Mit seinem hohen Alter und seiner Konstruktionsform ist es ein bedeutendes ortsbaugeschichtliches Zeugnis. Das repräsentative Fachwerk ist nicht nur Ausweis frühneuzeitlicher Zimmermannskunst, sondern zeugt auch von einem gehobenen Lebensstandard des Bauherren. |
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Weitere Bilder |
St.-Nikolaus-Kapelle | Holzgasse 37 (Karte) |
Verputzter Massivbau, Saal mit leicht erhöhtem, eingezogenem polygonalen Chor, Satteldach, über Chor abgewalmt, darauf sechseckiger Dachreiter mit Welscher Haube, südöstlich Sakristeianbau, innen flachgedeckt, um 1780, Ausstattung von 1867
Die Nikolauskapelle liegt auf einer kleinen Erhöhung zentral im Ortskern und ist so markantes Zentrum von Herbertingen. Es handelt sich um eine von mehreren Kapellen im und um den Ort, die zusammen mit zahlreichen weiteren kleinen Andachtsstätten die tief verwurzelte Frömmigkeit katholischer Prägung in der Gegend bezeugen. Als barocker Neubau einer bereits im 16. Jahrhundert bestehenden Kapelle und mit der historisierenden Ausstattung ist der Sakralbau aber nicht nur ein orts- und kirchengeschichtlich wichtiges Dokument, sondern auch Zeugnis des lokalen Bauens und Kunstschaffens. |
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| Hausfigur in einer Wandnische: hl. Petrus | Holzgasse 38 (Karte) |
Die Hausfigur des hl. Petrus bezeugt eine tief verwurzelte Frömmigkeit am Ort. Solche Skulpturen zieren oft Wohnhäuser in katholisch geprägten Gegenden und verdeutlichen den Glauben an die Fürsprache des so bedachten Heiligen. | 96601022 | ||
| Wegkreuz | An der Holzgasse (Karte) |
Schmiedeeisernes Kreuz auf Steinsockel, Korpus farbig gefasst, 19. Jahrhundert
Das Kruzifix im Süden des Ortes steht in einer langen Tradition solcher Andachtsstätten an Wegen und auf der Flur. Es ist Zeugnis der Frömmigkeit und dokumentiert die katholische Prägung der Gegend. |
98664983 | ||
| Wegkreuz | Hungerberg 1 (Karte) |
Sandstein, Kreuz auf hohem Sockel mit Maßwerkfeldern zwischen Fialen und Inschriften, Kreuz mit übergeworfenem Tuch, 1883
Das Wegkreuz neben der Kapelle Mariä Empfängnis ist ein künstlerisch aufwendig gearbeitetes Exemplar seiner Gattung. Die gotisierenden Elemente weisen es als charakteristisches Objekt des Historismus aus. Darüber hinaus bezeugt es eine tief verwurzelte Frömmigkeit und die katholische Prägung der Gegend, deren Kulturlandschaft durch solche Andachtsorte bestimmt wird. |
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| Kapelle Mariä Empfängnis | Hungerberg 1 (Karte) |
Kleiner Bau mit Satteldach und eingezogenem rechteckigen Abschluss, unverputzter roter Backstein, im Inneren Lourdes-Grotte, 1883
Die gotisierende Formensprache zeichnet das kleine Gebäude als charakteristischen Vertreter historistischen Bauens aus. Als eine von zahlreichen Andachtsstätten in und um Herbertingen, die die lokale Kulturlandschaft maßgeblich bestimmen, ist die Kapelle Zeugnis der Frömmigkeit und der katholischen Prägung der Gegend. Die Lourdesgrotte im Inneren, die der stark kanonisierten Motivik des späten 19. Jahrhunderts entspricht, dokumentiert dabei einen in dieser Zeit besonders populären Marienkult. |
98869775 | ||
| Pfarrhaus | Pfarrstraße 1 (Karte) |
Giebelständig zur Pfarrstraße, verputzter Massivbau, zwei- bis dreigeschossig mit mächtigem Walmdach, 18. Jahrhundert (1994 zum Wohn- und Geschäftshaus umgenutzt)
Als zentraler Ort der religiösen Gemeinde ist das einstige Pfarrhaus, ein imposanter Bau, von Bedeutung für die Kirchen- und Ortsgeschichte Herbertingens. Als Massivbau mit markantem Walmdach stellt es darüber hinaus einen charakteristischen halböffentlichen Bau des 18. Jahrhunderts dar und ist wichtiger Beleg der lokalen Baugeschichte. |
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| Hl. Nepomuk | Saumstraße (Karte) |
Ehemalige Hausfigur, nach Abbruch des barocken Hauses 1975 auf einer Grünfläche mit kapellenartigem Schutzbau aufgestellt, 18. Jahrhundert
Die Skulptur war ursprünglich als Hausfigur in einer Wandnische angebracht. Als solche bezeugt sie die in katholisch geprägten Gebieten verbreitete Tradition der Aufstellung solcher Heiligenfiguren im Glauben an deren Fürbitte. Dabei dürfte die Wahl nicht zufällig auf den hl. Nepomuk gefallen sein, ist dieser doch ein traditioneller Brückenheiliger und steht damit folgerichtig in unmittelbarer Nähe des Bettelbühlbachs. Neben der kulturhistorischen Bedeutung kommt ihm auch Aussagekraft für die barocke Bildhauerkunst in der Region zu. |
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| Wegkreuz | Talmühle (Karte) |
Schmiedeeisernes Kreuz auf Sandsteinsockel, Inschrift verwittert, letztes Drittel 19. Jahrhundert
Das Kreuz steht in einer langen Tradition solcher Andachtsorte an Wegen und auf der Flur. Es ist Zeugnis der Frömmigkeit und dokumentiert die katholische Prägung der Gegend. Zudem ist die reich ornamentierte Schmiedeeisenarbeit Ausweis kunsthandwerklichen Schaffens im ausgehenden 19. Jahrhundert. |
98664910 |
Hundersingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Friedhof | Beurener Straße 30; Bohlerweg 13 (Karte) |
1876 angelegt, bestehend aus:
Die Ortsrandlage ist für diese Zeit ein Charakteristikum der Friedhöfe in ländlichen Gemeinden, da man aus hygienischen und Platzgründen von den bei den Kirchen angesiedelten Begräbnisorten an die Periopherie ausweichen musste. Mit seiner zeittypischen Ausstattung und den teilweise auf wichtige Personen des Ortes weisenden Grabstätten ist er ein anschauliches Zeugnis der Geschichte Herbertingens. |
98870079 | ||
| Herrschaftliche Zehntscheuer | Binzwanger Straße 14 (Karte) |
Heute Heuneburg-Museum, massiv, verputzt, ein hohes Geschoss, Mansardwalmdach, großes Rundbogentor, darüber Wappen des Klosters Heiligkreuztal, bezeichnet 1753 (1981 Ausbau zum Museum)
Die Zehntscheuer in zentraler Lage ist imposanter Ausweis des historischen Abgabewesens, wurden dort doch die durch die Herrschaft eingezogenen Naturalien gelagert. Nicht zuletzt das Wappen des Klosters Heiligkreuztal markiert sie als wichtiges Dokument der Herrschaftsgeschichte: Die Ortsherrschaft kam 1476 an das Kloster. Mit dem stattlichen Mansardwalmdach und den nur mit kleinsten Öffnungen versehenen massiven Mauern ist die Scheuer darüber hinaus ein aufschlussreiches bautypengeschichtliches Zeugnis. |
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| Hohes Wegkreuz | Zimmerplatz (Karte) |
Holz, Korpus farbig gefasst, überdacht, mit Rückwand | 98665109 | ||
| Grabungshaus | Ochsenberg (Karte) |
Holzfertigbau, eingeschossig mit Satteldach, im Auftrag der Universität Tübingen und der Deutschen Forschungsgemeinschaft durch Holzbaufirma Nusser errichtet, 1965.
Das im Innengraben der Befestigunganlage aufgestellte Grabungshaus der Heuneburg ist als mittlerweile seltener Vertreter einer „Forschungsbaracke für Unterkunft und Arbeit“ ein anschaulich überliefertes Zeugnis der jüngeren Dizipilingeschichte einer der bedeutendsten Ausgrabungen in ganz Europa. |
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| Wohn- und Ökonomiegebäude | Ortsstraße 36 (Karte) |
Zweigeschossig, an Schmalseite in Walm eingesetzter Giebel mit Satteldach, massiv und Fachwerk, im Giebel mit Zierformen, teils verputzt, mit bauzeitlicher Ausstattung, bezeichnet „AB1906“
An dieser Stelle befand sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die Wirtschaft Zum Rössle, die 1905 durch Blitzschlag abgebrannt war. Das stattliche Gebäude mit Wohn- und Wirtschaftsteil wurde 1906 für Alois Bischofberger neu erstellt und bezeugt so die Ortsbaugeschichte. Es dokumentiert nicht zuletzt durch seine gut überlieferte bauzeitliche Ausstattung - u. a. Täfer, Türen, Fenster, Böden, Treppe mit Geländer - die gehobenen Wohn- und Lebensverhältnisse des Bauherrn. |
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| Domäne Talhof | Talhof 1 (Karte) |
Im 14. Jahrhundert Hofgut im Besitz der Grafen von Landau, ab 1467 Grangie des Klosters Heiligkreuztal, 1804 säkularisiert, bestehend aus:
Der Talhof, der durch seine Spornlage hoch über der Donau weit in die Landschaft hineinwirkt, ist ein imposanter herrschaftlicher Gutshof, der seit über 700 Jahren die landwirtschaftlichen Flächen der Hochebene über der Donau bewirtschaftet. Er gibt einen Einblick in die Wirtschaftsgeschichte eines typischen oberschwäbischen Klosters: Ein herrschaftliches Gut an dieser Stelle wurde bereits 1308 erstmals urkundlich erwähnt, damals im Besitz der Grafen von Landau; der Landauer Besitz kam zusammen mit dem Ort Hundersingen 1467 an das Kloster Heiligkreuztal und war seither Heiligkreuztaler Hof bis zur Aufhebung des Klosters im Zusammenhang mit der Säkularisation 1804. Das Kloster besaß insgesamt drei solche Gutshöfe, auch Grangien genannt, die direkt für seine Verpflegung wirtschafteten (Talhof, Landauhof und Dollhof). Nach den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges wurde wohl auch der Talhof neu gebaut, weshalb sich sein heutiges Erscheinungsbild im Wesentlichen auf das 17./18. Jahrhundert bezieht. Die ursprüngliche Struktur und vor allem das äußere Erscheinungsbild des klösterlichen Hofguts sind aber anschaulich überliefert. |
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| Steinkreuz | Ried (Karte) |
Großes Sandsteinkreuz auf Inschriftensockel, Maßwerkornament, mit Schutzbäumen, gestiftet von Felix und Viktoria Störkle, 1859 (i)
Das Kreuz wurde zum Gedenken an zwei Morde errichtet, die sich an dieser Stelle im Ried ereignet haben: 1511 an Graf Andreas zu Sonnenburg-Scheer, 1817 an dem Eremiten, der die hier einst erbaute (Sühne?)Kapelle, die wieder abgegangene Riedkapelle, betreute. Formal mit Elementen der Neugotik ein charakteristisches Zeugnis historistischen Kunstschaffens, ist das Kreuz vor allem ein anschauliches Dokument der Ortsgeschichte und zudem kulturgeschichtlich aufschlussreich. |
98665155 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Kirche St. Martin | Kirchweg 6 (Karte) |
Dreischiffige Pfeilerbasilika mit Querhaus und polygonalem Chor, südöstlich Turm mit Pyramidendach, unverputzter Backsteinbau, bauzeitliche und historische Ausstattung, u. a. Pietà von 1740, Glasfenster von Fritz Geiges, Ausmalung, Hochaltar von Theodor Schnell von 1906, nach Plänen von Joseph Cades, 1905/06; Kirchhof mit Ummauerung; Gefallenendenkmal von 1918 (1949 erweitert)
Die weithin sichtbare, da auf der Anhöhe des Verenabergs gelegene Martinskirche ist das dominierende Baudenkmal von Hundersingen. Mit der zeittypischen Materialwahl und den konsequent das gesamt Bauwerk durchziehenden neuromanisch-neugotischen Formen ist sie ein anschauliches Zeugnis der späthistoristischen Sakralbaukunst. Ihre Ausstattung ist für die stilistische Entwicklung verschiedenster Gattungen im frühen 20. Jahrhundert, anhand einiger älterer Stücke aber auch für frühere Epochen aufschlussreich. Als Neubau, der eine gotische Kirche ersetzt, markiert St. Martin zudem Orts- und Kirchengeschichte. |
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Marbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Sog. Lauxa-Kreuz | Mühlberg (Karte) |
Hohes Wegkreuz aus Holz, Korpus farbig gefasst, von Nikolaus Heinzelmann errichtet, 1947
Das südlich von Marbach auf dem Mühlberg gelegene Wegkreuz ist eines von zahlreichen religiösen Kleindenkmalen, die die tief verwurzelte Frömmigkeit und die katholische Prägung der Umgebung bezeugen und gleichzeitig die Kulturlandschaft bestimmen. Auf die private Initiative von Nikolaus Heinzelmann zurückgehend, der es aus Dank für die Heimkehr seines einzigen Sohnes aus dem Krieg erstellen ließ, steht es in einer langen Tradition von Votivgaben. |
98665267 | ||
| Gasthof Traube | Auf der Steige 7 (Karte) |
Zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, verputzt, darüber teils freiliegendes Fachwerk mit Zierformen im Giebel sowie giebelseitigen Vorkragungen, 17. Jahrhundert
Als gesellschaftlicher Dreh- und Angelpunkt stellt das Gebäude ein für den Ort wichtiges sozial- und wirtschaftsgeschichtliches Dokument dar. Mit seinem ins 17. Jahrhundert datierenden Fachwerkgefüge ist es darüber hinaus ortsbaugeschichtlich von Bedeutung. |
98870225 | ||
| Sog. Broses Kreuz | Auf der Steige 41 (Karte) |
Wegkreuz, gusseisernes Kruzifix auf Sandsteinsockel mit Inschrift, 1891 (i)
Das nördlich von Marbach am Gemeindeverbindungsweg nach Ertingen gelegene Wegkreuz ist eines von zahlreichen religiösen Kleindenkmalen, die die tief verwurzelte Frömmigkeit und die katholische Prägung der Umgebung bezeugen und gleichzeitig die Kulturlandschaft bestimmen. |
98665314 | ||
| Sog. Nazes Kreuz | Kanzacher Straße 44 (Karte) |
Wegkreuz, gusseisernes Kreuz mit filigranem Rankenmuster auf Sandsteinsockel mit Inschriften, Maßwerkrahmung, 1881 (i)
Das östlich von Marbach am Gemeindeverbindungsweg nach Großtissen situierte Wegkreuz ist eines von zahlreichen religiösen Kleindenkmalen, die die tief verwurzelte Frömmigkeit und die katholische Prägung der Umgebung bezeugen und gleichzeitig die Kulturlandschaft bestimmen. Das aufwendig gestaltete und reich ornamentierte Kreuz ist dabei nicht nur Ausweis zeitgenössischer stilistischer Tendenzen, sondern dokumentiert auch den Stand der industriellen Gusseisenproduktion. |
98665487 | ||
| Sog. Kases Kreuz | Saulgauer Weg (Karte) |
Wegkreuz, Inschriftensockel Sandstein, Kruzifix filigranes Gusseisen mit Madonna im Kreuzschaft, mit Schutzbäumen, 1898 (i)
Das südlich von Marbach an der Straße nach Moosheim situierte Wegkreuz ist eines von zahlreichen religiösen Kleindenkmalen, die die tief verwurzelte Frömmigkeit und die katholische Prägung der Umgebung bezeugen und gleichzeitig die Kulturlandschaft bestimmen. Das aufwendig gestaltete und reich ornamentierte Kreuz ist dabei nicht nur Ausweis zeitgenössischer stilistischer Tendenzen, sondern dokumentiert auch den Stand der industriellen Gusseisenproduktion. |
98665313 | ||
| Sog. Maiers Kreuz | Schießwinkel (Karte) |
Wegkreuz, gusseisernes Kruzifix auf Sandsteinsockel mit Inschriften, gestiftet von I. Knoll und M. Knoll, 1890 (i)
Das südlich von Marbach an der Straße nach Moosheim situierte Wegkreuz ist eines von zahlreichen religiösen Kleindenkmalen, die die tief verwurzelte Frömmigkeit und die katholische Prägung der Umgebung bezeugen und gleichzeitig die Kulturlandschaft bestimmen. |
98665429 | ||
| Sog. Kases Käppele | Moosheimer Straße 41 (Karte) |
Kapelle, massiver, verputzter Rechteckbau mit Satteldach, im Inneren Ölberg, 18. Jahrhundert
Als eine von zahlreichen Andachtsstätten in und um Herbertingen und seinen heutigen Ortsteilen, die die lokale Kulturlandschaft maßgeblich bestimmen, ist die Kapelle Zeugnis der Frömmigkeit und der katholischen Prägung der Gegend. Ursprünglich beherbergte sie eine Madonnen- und eine weitere Heiligenfigur, nahm aber nach der Erweiterung des alten Friedhofs 1973 die einst in die Friedhofsmauer integrierte Ölberggruppe auf. So zeichnet die Kapelle zudem ein Stück Ortsgeschichte nach. |
98665266 | ||
| Pfarrhaus | Rathausweg 2 (Karte) |
Giebelständiges, zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, verputzt, darüber freiliegendes Fachwerk mit reichen Zierformen und profilierten Schwellbalken an Südgiebel und Traufseiten, im Kern 17. Jahrhundert, im Obergeschoss Stuckdecken und Türen des frühen 19. Jahrhunderts
Das laut Ortsliteratur 1828 grundlegend erneuerte Gebäude zeigt in seinem äußeren Erscheinungsbild noch deutlich die Entstehung im 17. Jahrhundert an und ist mit beiden ablesbaren Zeitschichten ein wichtiges ortsbaugeschichtliches Dokument. Das repräsentative Fachwerk ist nicht nur Ausweis der lokalen frühneuzeitlichen Zimmermannskunst, sondern zeigt auch die Stellung des Pfarrers in der Dorfgemeinschaft an. Als zentraler Treffpunkt der religiösen Gemeinde besitzt das Pfarrhaus auch kirchen- und ortsgeschichtliche Bedeutung. |
98870253 | ||
| Schulhaus mit Turnhalle | Schulstraße 28 (Karte) |
Riegel mit flachen Sattel- und gegeneinander höhenversetzten Pultdächern, Stahlbeton und Glas, Klassentrakt zweibündig mit Oberlichtbändern, mit bauzeitlicher Innenausstattung, nach Plänen des Architekten Alfred Lüttin aus Bad Saulgau, 1961/62, Turnhalle 1989 erweitert
Auch nach den Erweiterungen ist der ursprüngliche Schulbau in seiner Kubatur noch immer klar erkennbar. Ungewöhnlich ist dabei die Aufteilung und Belichtung des Klassentrakts, der platzsparend zweibündig konstruiert ist, aber genügend Licht durch die Oberlichtbänder erhält und in dem die verschiedenen Ebenen für Klassenzimmer und Büroräume in reizvoller Weise über parallel geführte, gegeneinander abgesetzte Flure erschlossen werden. Auch durch die ursprüngliche, qualitätvolle Innenausstattung ist das Schulgebäude ein anschauliches bautypen- und bildungsgeschichtliches Dokument, zeichnet es doch sowohl architekturgeschichtliche Tendenzen im Schulbau der Nachkriegsmoderne als auch Überlegungen zur besseren Belichtung und Belüftung sowie zur Erschließung der verschiedenen Funktionsbereiche nach. |
98870262 | ||
| Wegkreuz | Stettberg 3/1 (Karte) |
Sandstein, Korpus Metall, Inschriftensockel ornamental reliefiert, 1913 (i)
Das südlich von Marbach am Gemeindeverbindungsweg nach Moosheim gelegene Wegkreuz ist eines von zahlreichen religiösen Kleindenkmalen, die die tief verwurzelte Frömmigkeit und die katholische Prägung der Umgebung bezeugen und gleichzeitig die Kulturlandschaft bestimmen. Formal zeichnet es sich durch die aufwendige ornamentale Rahmengestaltung des Inschriftensockels aus. |
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Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus | Zum Friedhof 33 (Karte) |
Saal mit eingezogenem, polygonal geschlossenem Chor und östlich an Chor angebauter niedriger Sakristei, im Nordosten Flankenturm mit Staffelgiebeln, innen flachgedeckt, historische Ausstattung weitgehend aus Herbertinger Kirche, 1795 unter Beibehaltung des gotischen Turms neu erbaut
Auch St. Nikolaus in Marbach wurde durch das Erdbeben 1935 leicht beschädigt, doch weit nicht so stark wie die Herbertinger Kirche, deren Ausstattung sie großteils übernahm. Mit ihr zeichnet der Sakralbau nicht nur Ortsgeschichte nach, sondern auch stilistische Entwicklungen in der sakralen Kunst. Für die lokale Kirchen- und Baugeschichte ist St. Nikolaus als Neubau einer mittelalterlichen Kapelle am selben Ort aussagekräftig - von ihr zeugt noch der für eine Kapelle imposante Turm (Kaplanei erst 1813, eigenständige Pfarrei 1827). Die Lourdesgrotte an der Ostseite ist zeittypischer Ausweis eines populären Marienkultes. |
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Mieterkingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnhaus | Fulgenstadter Straße 8 (Karte) |
Giebelständig, zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, verputzt, darüber weitgehend freiliegendes Fachwerk mit reichen Zierformen im Giebel, 1755 (Ökonomieteil 2001 abgebrochen)
Mit seinem repräsentativen Fachwerk ist das Gebäude Ausweis der lokalen Zimmermannskunst der Frühen Neuzeit. Darüber hinaus bezeugt es einen gehobenen Wohn- und Lebensstandard des Bauherren und ist ein anschauliches ortsbaugeschichtliches Zeugnis. |
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| Job-Kapelle mit einem Tafelbild des aussätzigen Hiob | Jobstraße 41 (Karte) |
Im Hintergrund eine Ansicht von Mieterkingen, 18. Jahrhundert
Als eine von zahlreichen Andachtsstätten in und um Herbertingen und seinen heutigen Ortsteilen, die die lokale Kulturlandschaft maßgeblich bestimmen, ist die Kapelle Zeugnis der Frömmigkeit und der katholischen Prägung der Gegend. Die Darstellung im Inneren ist nicht nur ikonographisch bzw. kulturgeschichtlich aussagekräftig, dürfte sie doch auf ein Aufsuchen der Kapelle bei Ansteckungskrankheiten weisen. Sie ist mit der Vedute von Mieterkingen auch ein wichtiges ortsgeschichtliches Zeugnis. |
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| Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul | Kirchberg 9 (Karte) |
Verputzter Massivbau, Westturmfassade, Turm mit Staffelgiebeln, Saal mit eingezogenem, flach geschlossenem Chor, innen flachgedeckt, historische Ausstattung, im Kern spätgotisch, erweitert 1763 und 1922
Die Pfarrkirche ist das zentrale, ortsbaulich markante Bauzeugnis von Mieterkingen, für das bereits im 13. Jahrhundert eine eigene Pfarrei bestand. Sie ist damit nicht nur wichtiger Zeuge der Orts- und Kirchengeschichte Mieterkingens, sondern mit den gut ablesbaren Bauphasen und der Ausstattung aus verschiedenen Epochen auch ein aussagekräftiges Dokument der Entwicklungen in Sakralbau und -kunst. |
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| Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs an der Südseite der Kirche | Kirchberg 9 (Karte) |
Kalksteinrelief, darauf Mutter mit Kind und Soldat in Anbetung des Gekreuzigten, darunter Tafel mit den Namen der Gefallenen, 1919, erweitert um eine Platte mit Namen der im Zweiten Weltkrieg Gefallenen 1945
Es handelt sich um ein für eine katholisch geprägte Gemeinde charakteristisches Denkmal, das die Trauer und das Andenken an die Gefallenen über eine tradierte, christlich geprägte Motivik des Gedenkens und der Heilsfürsorge ausdrückt: Wie fromme Stifter auf Epitaphien knien hier die Zeitgenossen bittend unter dem Kreuz. Das formal qualitätvoll ausgeführte Gefallenendenkmal ist somit ein zeittypisches und kulturgeschichtlich aussagekräftiges Beispiel der Gattung. |
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| Hohes Wegkreuz aus Holz | Kirchberg (Karte) |
Korpus farbig gefasst, überdacht, mit Anjourschnitzerei geschmückte Rückwand
Das am nördlichen Ortsausgang situierte Wegkreuz ist eines von zahlreichen religiösen Kleindenkmalen, die die tief verwurzelte Frömmigkeit und die katholische Prägung der Umgebung bezeugen und gleichzeitig die Kulturlandschaft bestimmen. Die filigrane Schnitzerei der Rückwand und der Korpus sind dabei Ausweis der lokalen Bildschnitzerkunst. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.