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Liste der Kulturdenkmale in Sigmaringen

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In der Liste der Kulturdenkmale in Sigmaringen sind die Kulturdenkmale der Stadt Sigmaringen im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Gutenstein

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Brücke über die Donau Langenharter Straße
(Karte)
Straßenbrücke, Stahlfachwerkbrücke, von der Firma Ph. A. Semler, Freiburg, 1869 (a)

Die Donaubrücke ist Zeugnis des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur im oberen Donautal durch das Großherzogtum Baden, der bereits 1848 mit Anlage der Donautalstraße begonnen hatte. Die Stahlfachwerkkonstruktion hat überdies ingenieur- und technikgeschichtlichen Zeugniswert für den Brückenbau in der Zeit der Hochindustrialisierung.

96612107BW
Wegkreuz Hofstättle
(Karte)
Sockelkreuz, Kunststein, mit Corpus und Inschrift, bezeichnet 1923 (i)

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und erhält als Privatstiftung der Familie Stroppel ortsgeschichtliche Bedeutung. Es ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten geprägten Kulturlandschaft der traditionell katholischen Region und bezeugt dabei auch die religiöse Kunst Oberschwabens im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts.

96607292BW

Weitere Bilder
Schloss Gutenstein Grimmerriedweg 10
(Karte)
Schlossanlage in beherrschender Lage über dem Donautal, bestehend aus:
  • Hauptgebäude (§ 28), dreigeschossiger verputzter Massivbau über T-förmigem Grundriss, Satteldächer mit Wiederkehr, axialsymmetrische Fassade, mittiges Eingangsportal mit dorischer Pilasterrahmung, Gebälk und Giebel, im Inneren einfache Stuckdecken, Dachwerk mit verblatteten und verzapften Verbindungen, im Kern 14.-16. Jahrhundert, Ausbau und Barockisierung mit Treppenhausanbau unter Franz Ludwig Graf Schenk von Castell, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, Einbau Försterwohnung, 1872 (a); freistehender kleiner Rundturm, verputzter Massivbau mit Kegeldach, innen flaches Kuppelgewölbe; Garten und Freiflächen;
  • Ökonomiegebäude mit Pferdestall (§ 2), eingeschossiger, verputzter Massivbau in Winkelhakenform, Satteldach;
  • Ummauerung (§ 2), Bruchstein, mit Torpfosten

Die Ansicht der hoch über einem senkrecht zur Donau abstürzenden Kalkfelsen thronenden Anlage des Schlosses Gutenstein gehört zu den Glanzpunkten des Oberen Donautals. Schon 1306 wird hier eine Burg als Besitz der Hochadelsfamilie von Wildenstein genannt und war ursprünglich wohl im Besitz eines erstmals 1216 nach Gutenstein benannten Ministerialengeschlechts. Das lässt vermuten, dass die Burg kurz zuvor gegründet wurde. Von der mittelalterlichen Anlage sind noch Teile der Ringmauer und ein am Felsrand stehender Rundturm erhalten, auch der Wohnbau dürfte im Kern zumindest noch ins Spätmittelalter datieren. Gutenstein wechselte häufig den Besitzer. Die heutige Gestalt des hoch aufragenden, imposanten Hauptbaus geht auf einen Umbau unter dem bekannten und für die Landesgeschichte wichtigen Reichsgrafen Franz Ludwig von Castell (1736 bis 1821), genannt „Malefizschenk“, zurück. Sein Vorgänger hatte die Burg 1735 erworben. Der im Kern spätmittelalterliche Wohnbau wurde nun barockisiert und dem kastenförmigen Gebäude zur Donau hin ein Treppenhausvorbau angefügt. Er ist seither im Wesentlichen völlig unverändert erhalten geblieben und zeigt im Inneren einen klaren Grundriss der Barockzeit mit zentralem Flur, an dessen beiden Seiten die Appartements liegen. Schloss Gutenstein ist damit ein landschaftsprägender Schlossbau von herrschafts- und siedlungsgeschichtlicher Bedeutung und veranschaulicht adelige Wohn- und Lebensverhältnisse vom Spätmittelalter bis ins 18. Jahrhundert.

96611932
( Wikidata)
Kath. Pfarrkirche St. Urban und St. Gallus (§ 28) Lindenstraße 7
(Karte)
Massiver verputzter Saalbau mit einseitig abgewalmtem Satteldach, Chorturm mit Satteldach, Sakristeianbau mit Pultdach, im Westen kleiner Eingangsvorbau mit abgewalmtem Dach, Langhaus mit stuckierter Kassettendecke, gewölbter Chor mit überstuckiertem Kreuzrippengewölbe, barocke Ausstattung, u. a. mit Kanzel, Altären und Gestühl, erbaut 1541 (i), Barockisierung um 1700 (i), erneuert und nach Westen erweitert, 1838 (i); Kirchhof [§ 2] mit verputzter Ummauerung, darauf Gefallenendenkmal für die Toten des Ersten Weltkriegs, Figurengruppe einer trauernder Mutter und ihrer beiden Kinder, nach 1918

Die Gutensteiner Pfarrkirche bildet im Kern eine spätmittelalterliche Chorturmanlage, wie sie für viele Dorfkirchen üblich war. Die Pfarrei wurde wohl erst nach 1353 gegründet. Der bestehende Kirchenbau wurde um 1700 barockisiert. Davon zeugen die zeittypischen Akanthusstukkaturen, welche das gotische Kreuzrippengewölbe des Chorturms überziehen, ebenso wie die frühbarocken Altäre und die stuckierte Kanzel. Zu den wertvolleren Ausstattungsstücken mit Bedeutung für die regionale Kunstgeschichte gehört auch eine Kreuzigungsgruppe, die dem Bildhauer Johannes Felizitan Hegenauer (1692-?) zugeschrieben wird. Die Pfarrkirche veranschaulicht damit charakteristische Entwicklungen im Sakralbau und der Kirchenkunst von der Spätgotik bis zum Barock. Sie hat überdies zentralen Zeugniswert für die Kirchen- und Siedlungsgeschichte von Gutenstein. Das figürliche Gefallenendenkmal auf dem zugehörigen Kirchhof rückt jenseits jedes nationalpatriotischen Pathos die Trauer der Angehörigen um die im Ersten Weltkrieg getöteten Familienväter aus Gutenstein in den Vordergrund und hat damit dokumentarischen Wert für die lokale Gedenkkultur an ein welthistorisches Ereignis mit konkreten Auswirkungen auf die oberschwäbische Landgemeinde.

96611933BW
Zwei Felsentunnel über der Landesstraße Nr. 277 Schiffgarten 5
(Karte)
1854 bis 1858

Die Tunnel sind Teil der zwischen 1848 und 1858 zwischen Kloster Beuron und Sigmaringen angelegten Donautalstraße, welche das Tal nun durchgehend erschloss. Im Rahmen dessen wurden insgesamt fünf Tunnel in vorspringende Felsen gesprengt. Die beiden Gutensteiner Straßentunnel sind damit wichtige Zeugnisse der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur in diesem Abschnitt des Donautals im 19. Jahrhundert. Die Felsentunnel sind in dieser Form einmalig in Südwestdeutschland.

96612108BW
Wegkreuz Schloßweg 9
(Karte)
Hochkreuz, Holz, geschnitzter Corpus, bezeichnet 1927 (i)

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Als charakteristische Stiftung einer ortsansässigen Familie erhält es auch ortsgeschichtliche Bedeutung. Das Kreuz ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten geprägten Kulturlandschaft der traditionell katholischen Region.

96607291BW
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Jungnau

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wegkreuz Unter dem Veringer Hölzle
(Karte)
Sockelkreuz mit Inschrift, Sockel Sandstein, Kreuzstamm und Corpus Metall, bezeichnet 1884 (i)

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten geprägten Kulturlandschaft der traditionell katholischen Region. Kreuz und Corpus zeugen in ihrer Materialität dabei von der seriellen Herstellung solcher Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung im Gussverfahren.

96607429BW

Weitere Bilder
Bahnhofstationsgebäude Am Landesbahnhof 1
(Karte)
Eingeschossiger Fachwerkbau mit flach geneigtem Satteldach, 1908

Der einfache Fachwerkbau ist charakteristisch für die kleineren Stationsgebäude an der seit 1900 schrittweise angelegten und 1912 endgültig fertiggestellten Bahnstrecke der Hohenzollerischen Landesbahn von Eyach nach Sigmaringendorf. Er belegt den Anschluss der kleinen, einst selbständigen hohenzollerischen Gemeinde im Laucherttal an das Schienennetz und hat damit orts- und verkehrsgeschichtlichen Zeugniswert

96612109
( Wikidata)

Teile der Umfassungsmauer der ehemaligen Burg Schiltau Bruckstraße 4/1
(Karte)
Kalkbruchstein

In Jungnau existierten am alten Lauchertübergang im Mittelalter zwei Burgen, deren Reste durch die Straße zur Brücke getrennt sind. Die ältere war die Burg Schiltau auf einem Felsen südlich der Straße, wohl noch vor 1200 gegründet, wird doch in jenem Jahr erstmals ein Konrad von Schiltau als Dienstmann der Grafen von Veringen erwähnt. Sie wird schon 1423 als Burgstall bezeichnet, dürfte also bereits in Verfall geraten sein, 1444 ist sie letztmalig erwähnt. Ihre Funktion wurde von der jüngeren Burg Jungnau übernommen. Erhalten blieben Reste der unregelmäßig polygonal geführten Ringmauer aus Kalkbruchstein, die wohl im Kern noch ins Hochmittelalter gehören dürften. Sie haben herrschafts- und siedlungsgeschichtlichen Zeugniswert.

96611362
Gefallenendenkmal für die Toten des Deutsch-Deutschen Krieges 1866 und des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 Bruckstraße 25
(Karte)
Sandstein, Postament mit Inschrift, darüber abgebrochene Säule mit Blumenkranz

Das Gefallenendenkmal ist ein charakteristisches Ausstattungsstück des im 19. Jahrhundert jenseits der Lauchert, außerhalb des Ortes angelegten Friedhofs. Es erinnert an jene Einwohner Jungnaus, die als Teil preußischer Truppen im deutschen Bruderkrieg von 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg verwundet wurden und ums Leben kamen. Das neugotische Monument bringt mit der abgebrochenen Säule deutlich das Thema der Vergänglichkeit zum Ausdruck und ist Zeugnis der lokalen Gedenkkultur an zwei für die deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert zentrale Ereignisse.

96607426BW
Wegkreuz Bruckstraße 25
(Karte)
Hochkreuz mit Inschrift, Holz, geschnitzter Corpus, bezeichnet 1925

Das Kreuz wurde 1925 als Missionskreuz vor dem Friedhof Jungnau aufgestellt und erinnert daran, dass in jenem Jahr mit Predigten und Gottesdiensten Vertreter der inneren katholischen Mission in Jungnau Station machten. Solche inneren Missionen gab es seit der Zeit der Gegenreformation mit dem Ziel, den katholischen Glauben zu festigen. In der Regel wurden zur Erinnerung hieran Missionskreuze aufgestellt. Das Jungnauer Kreuz ist hier ein spätes Beispiel und charakteristisches Zeugnis der stark katholischen Prägung der Region.

96610042BW
Plastiken in der Schächerkapelle Bruckstraße 25
(Karte)
Darunter Hl. Anna Selbdritt, Holz um 1500, Kreuzigungsgruppe, Holz um 1600, Erzengel Michael, Holz um 1700 und Votivtafeln

Die auf dem östlichen Lauchertufer, außerhalb des Ortes gelegene Schächerkapelle von 1826 birgt einige kunsthistorisch wertvolle Skulpturen der Spätgotik, Spätrenaissance und des Barock, welche die regionalen Entwicklungen der Sakralkunst vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit nachzeichnen. Verschiedene Votivtafeln erinnern als Dankesgaben an einschneidende Lebensereignisse Jungnauer Einwohner. Sie belegen eine bildlich zum Ausdruck gebrachte katholische Frömmigkeit.

96612110BW

Kath. Pfarrkirche St. Anna Burgplatz 1
(Karte)
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor, dahinter Sakristeianbau, Satteldächer, Langhaus mit achteckigem Giebelreiter, aufgemalter Architekturgliederung mit Lisenen und Gebälk, am Giebel hölzerner Kruzifix, innen flache Stuckdecken mit Voluten und Medaillongemälden, über Chorbogen Allianzwappen Fürstenberg-Meßkirch/Sulz, historische Ausstattung, u. a. mit reichen Altaraufbauten, errichtet von dem Fürstlich Fürstenbergischen Hofbaumeister Georg Brix, 1738/39 (a), Veränderungen und Erneuerungen durch Jakob Salzmann, 1759 (a) und 1761 (a)

Der barocke Kirchenbau erhebt sich inmitten des Areals der einstigen Burg Jungnau und bildet zusammen mit deren Turmrest eine ortsbildprägende Baugruppe. Er dürfte auf eine mittelalterliche Burgkapelle zurückgehen. St. Anna war ursprünglich Filialkapelle von Veringendorf, erst seit 1889 bildet Jungnau eine eigenständige Pfarrei. Mit der Ortsherrschaft hatten 1535 die Grafen von Fürstenberg auch das Patronat über das Gotteshaus erhalten. Fürst Froben Ferdinand ließ die Kapelle durch seinen Meßkircher Hofbaumeister Georg Brix neu errichten, wie das Allianzwappen über dem Chorbogen verdeutlicht, das bis heute von der Zugehörigkeit Jungnaus zu Fürstenberg bis zum Jahr 1806 zeugt. Mit ihrer reichen, weitgehend barockzeitlichen Ausstattung, vermittelt die Kirche im Inneren ein geschlossenes Bild eines barockzeitlichen Gotteshauses, der Hochaltar wurde 1940 in Ergänzung zu den bestehenden Seitenaltären neu geschaffen. Die Jungnauer St.-Annakirche belegt damit das barockzeitliche Kunstschaffen im einstigen Fürstentum Fürstenberg-Meßkirch. Sie hat kirchen- und herrschaftsgeschichtlichen und mit ihrer Lage im Areal der jüngeren der beiden Jungnauer Burgen auch siedlungs- und ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

96612185

Weitere Bilder
Bergfried der Burg Jungnau Burgplatz 2
(Karte)
Buckelquaderbau über quadratischem Grundriss auf Fels, gefaster spitzbogiger Hocheingang, wohl nicht vor 1316, Abbruch oberer Teil 1842 (a)

Der stattliche Turmbau, der allerdings nicht mehr seine volle Höhe hat, bildet zusammen mit der benachbarten Pfarrkirche eine für das Ortsbild von Jungnau weithin prägende Baugruppe. Er ist deutliches Zeugnis historischer Herrschaftsverhältnisse und Überrest der jüngeren von zwei Burgen, die dicht nebeneinander den Übergang über die Lauchert sicherten. Erstmals erwähnt wird die Burg Jungnau, von der schließlich der Name auf die ganze Siedlung überging, im Jahr 1333. Eventuell entstand die Burg kurz nach 1316, nachdem die ältere Burg Schiltau samt dem Ort an Burkhart von Jungingen verkauft worden war. Der Turm, der sich frei innerhalb des Burgareals auf einem Felsen erhob, ist damit ein spätes Beispiel für die konsequente Verwendung von Buckelquadern in älterer Tradition. Mit seinem kräftig bossierten Quadermauerwerk ist er ein anschauliches Zeugnis für den Repräsentationsanspruch der adeligen Bauherrschaft im Hochmittelalter. 1780 wurden in ihm Gefängniszellen eingerichtet, eine charakteristische frühneuzeitliche Verwendung solcher Bauten. Neben einigen Mauerresten des einstigen Fruchtkastens mit Buckelquadern im Nordosten des Burgareals ist der 1842 gekappte Turm letzter Überrest des 1844 abgebrochenen jüngeren Herrschaftssitzes von Jungnau und hat damit zentralen dokumentarischen Wert für die Siedlungs- und Ortsgeschichte.

96612186
Wegkreuz Frostäcker
(Karte)
Sockelkreuz mit Inschrift und Corpus, Kunststein, bezeichnet 1933 (i)

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Es ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten geprägten Kulturlandschaft der traditionell katholischen Region. Als Werk des Jungnauer Steinhauers Karl Blende und des Bildhauers Karl Volk (Corpus) ist es auch Zeugnis der lokalen Steinmetzen- und Bildhauerkunst im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts. Volk schuf auch den Hochaltar der Jungnauer Pfarrkriche St. Anna, das Kreuz ist somit auch Dokument seines Schaffens.

96607428BW
Bildstock Lauchertgasse 2
(Karte)
Massiv, verputzt, mit Hl. Nepomuk, Holz, um 1750

Der Bildstock steht bei der Lauchertbrücke in Jungnau und damit an einem charakteristischen Platz für eine Andachtsstätte zu Ehren des Hl. Johannes Nepomuk. Dessen Verehrung als standhafter Priester, der das Beichtgeheimnis nicht hatte brechen wollen und deshalb den Märtyrertod fand, indem er von der Prager Brücke in die Moldau gestürzt wurde, nahm nach seiner Heiligsprechung 1729 sprunghaft zu. Er wurde der bevorzugte Brückenheilige in katholischen Regionen. Der Bildstock ist damit bildlicher Ausweis barockzeitlicher Frömmigkeit und belegt zugleich die lokale Bildschnitzerkunst um die Mitte des 18. Jahrhunderts.

96607427BW
Mühle (heute Wohnhaus) Mühlhofstraße 12
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau über hohem massivem und verputztem Sockelgeschoss, Westwand massiv und verputzt, Satteldach, traufseitige Erschließung, Anfang 19. Jahrhundert

Das stattliche Gebäude am Ufer der Lauchert stammt in seiner heutigen Form aus dem frühen 19. Jahrhundert. Es dürfte eine deutliche ältere Mühle ersetzt haben, die nachweislich bis 1806 zum fürstenbergischen Burgbesitz gehörte und wohl erst mit Ablösung der Feudallasten im Lauf des 19. Jahrhunderts in Privathände überging. Das Gebäude hat damit wichtigen Zeugniswert für den Herrschaftskomplex von Jungingen wie auch für die Siedlungs- und Gewerbegeschichte des Ortes.

96612187BW
Waaghaus der Gemeindewaage mit Viehwaage Paradiesgasse
(Karte)
1910 bis 1918/19

Das einfache, verbretterte Häuschen innerhalb des Ortes ist ein charakteristisches Element landwirtschaftlich geprägter Ortschaften. Es diente zum Wiegen des Viehs, das verkauft wurde. Das Gebäude mit der Viehwaage veranschaulicht so frühere Alltagsverhältnisse auf dem Dorf und hat wirtschafts- sowie technikgeschichtlichen Zeugniswert.

96612188BW
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Laiz

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Siechenhaus Ablacher Straße 2
(Karte)
Später Armenhaus (heute Museum), eingeschossiger verputzter Bau, Walmdach mit Gaube und gekehltem Traufgesims, 1777/78

Das barockzeitliche Siechenhaus liegt in unmittelbarer Nähe zum Donauübergang jenseits des eigentlich Dorfes in einer für solche Gebäude charakteristischen Position, dienten Siechenhäuser doch als Unterkunft für ansteckende Kranke. Obgleich neben Städten auch viele Dörfer über abseits der eigentlichen Siedlung errichtete Siechenhäuser verfügten, sind solche Bauten nur selten überliefert. Umso größerer Wert kommt dem erhaltenen Gebäude in Laiz zu, das eine solche Fürsorgeeinrichtung auf dem Land veranschaulicht. In zeittypischer Weise diente es später als Armenhaus. Es hat damit ortsgeschichtlichen Zeugniswert.

96611364BW
Backhaus Am Rathaus 3
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Giebel in Fachwerk, traufseitige Erschließung, wohl 19. Jahrhundert

Das für ein Gemeindebackhaus relativ große Gebäude veranschaulicht eine wichtige kommunale Einrichtung, wie sie auf den Dörfern aus feuerpolizeilichen Gründen im 19. Jahrhundert errichtet wurden. Es bildete eine zentrale Gemeinschaftseinrichtung und dokumentiert früheres Alltags- und Arbeitsleben auf dem Land.

96611365BW
Wegkreuz Lindenhof
(Karte)
Hochkreuz, Holz, mit farbig gefasstem Corpus, Inschriftentafel und Blechüberdachung, um 1870

Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Ortsgeschichtliche Bezüge erhält es als charakteristische Privatstiftung des Landwirtes Lazerus Buck. Es ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten geprägten Kulturlandschaft der traditionell katholischen Region. Solche Kreuze bildeten Stationen bei Bittgängen und Prozessionen, so auch in diesem Fall. Es war die erste Station bei den früheren Öschprozessionen an Christi Himmelfahrt. Dort wurde um den Segen für die Arbeit gebetet, der Segensspruch am Kreuzpfosten steht dabei in unmittelbarem Bezug zur Ernte.

96601984BW

Weitere Bilder
Ruine der Burg Neugutenstein (Gebrochen Gutenstein) Schlößlehalde
(Karte)
Weithin sichtbar auf Felsturm über dem Donautal, Mauerreste eines (wohl dreieckigen) Wohnturms, Buckelquader- und Bruchsteinmauerwerk, Ringmauerrest der unteren Burg auf vorgelagerter Felszunge mit Durchgangshöhle und unter großem Felsüberhang, nordwestlich oberhalb auf der Albhochfläche Wall und Graben der Vorburg/Wirtschaftshof, erbaut wohl um 1200, Erneuerung um 1320 ±10 (d), als österreichisches Lehen im Besitz der Herren von Reischach erstmals erwähnt 1354 (a), Einnahme und wohl Zerstörung durch Württemberg, 1377 (a), danach Aufgabe und Verfall.

Die Burg Neugutenstein, für die sich erst 1659 der Name Gebrochen Gutenstein fassen lässt, zählt zu durch ihre kecke Lage eindrucksvollsten Felsen- und Höhlenburgen der Schwäbischen Alb im Donautal. Sie bezieht einen schlanken Felsturm ein, die auf einer schmalen Felszunge gelegene Unterburg nutzte einen mächtigen Felsüberhang zur Errichtung eines Gebäudes. Bis heute prägen die Mauerreste des Wohnturms mit den für die Entstehungszeit charakteristischen Buckelquadern das Landschaftsbild in malerischer Weise. Jenseits ihrer Bedeutung für die Entwicklung und Typologie des Burgenbaus im Gebiet der Schwäbischen Alb und des Donautals im Hochmittelalter haben die Reste Bedeutung für die Entdeckung der Alb und des oberen Donautals als romantischer Geschichtslandschaft im 19. Jahrhundert, als solche teilweise abenteuerlich auf die Jurakalkfelsen gesetzten Burgen die Fantasie von Schriftstellern und Künstlern anregten. Erstmals erwähnt wird die wohl um 1200 gegründete Burg um 1354, schon 1410 wird sie als Burgstall bezeichnet und war wohl nach einer Eroberung durch Württemberg 1377 aufgegeben worden. Gleichwohl spielte der Burgplatz auch im Spätmittelalter als Zentrum der damit verbundenen Besitzungen und Herrschaftsrechte immer noch eine Rolle als Lehensobjekt, das 1783 in den Besitz der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen gelangte. Neugutenstein hat damit auch regional- und herrschaftsgeschichtlichen Zeugniswert.

96599563
( Wikidata)
Sog. Klosterhof Klosterhof 1, 3, 5, 7; Römerstraße 3, 5
(Karte)
Ehemaliges Franziskanerinnenkloster Maria Laiz, zweigeschossiger verputzter Massivbau zu drei Flügeln mit Satteldächern, Reste von barocker Fassadenmalerei, im Kern spätmittelalterlich, Erneuerung ab 1665, Südflügel 1682 (d) mit älterem Gewölbekeller, Kloster aufgehoben 1782 (a), Umbauten 19. Jahrhundert, u. a. 1834 (d)

Das wohl 1308 gegründete und seit 1356 urkundlich nachgewiesene Franziskanerinnenkloster Maria Laiz bestand an dieser Stelle, unmittelbar nördlich der damals bereits vorhandenen Pfarrkirche, vom 14. Jahrhundert bis zu seiner Auflösung durch Kaiser Joseph II. im Jahre 1782. Trotz späterer Parzellierung und langjähriger Privatnutzung stammt das äußere Erscheinungsbild des sog. Klosterhofs noch immer im Wesentlichen aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts, als das Kloster wegen Baufälligkeit erneuert werden musste. Vor allem die ziemlich regelmäßige Fensterverteilung ist der barocken Vorliebe für Symmetrie zu verdanken. Gelegentlich, so etwa am Gebäudeteil Klosterhof 7, sind auch noch Reste der ursprünglichen Farbfassung erhalten: danach waren die Fenster mit aufgemalten, geohrten Rahmen versehen, wie sie zu jener Zeit an größeren Repräsentationsbauten vor allem als Steinhauerarbeiten beliebt waren. Teile des Baus sind jedoch bedeutend älter: So datiert etwa die Dachkonstruktion mit Firstpfette, Restfirstständer und verblatteten Diagonalstreben über dem heutigen Gebäude Römerstraße 3 in das Spätmittelalter. In der südwestlichen Gebäudeecke, heute Klosterhof 3, befindet sich ein unterkellertes, nahezu quadratisches Bauteil, das aus besonders kräftigen Bruchsteinmauern besteht und bis zur Oberkante des Zwischengeschosses reicht. Auch dieses in seiner Funktion noch nicht restlos gedeutete Teil der Anlage gehört wohl noch im Kern ins Mittelalter. Als Gebäude des mehr als 400 Jahre lang neben der Kirche bestehenden Franziskanerinnenklosters ist der sog. Klosterhof von zentraler siedlungs- und kirchengeschichtlicher Bedeutung für Laiz und die Region. Er ist dabei charakteristisches Zeugnis der zahlreichen Gründungen von Bettelordensklöstern seit dem 13. Jahrhundert und dokumentiert den barockzeitlichen Ausbau einer im Kern spätmittelalterlichen Klausur.

96599561BW

Weitere Bilder
Kath. Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul Römerstraße 1/1
(Karte)
Dreischiffige Säulenbasilika mit eingezogenem, rechteckig schließendem Chor und Chorflankenturm mit achteckigem Glockengeschoss und Welscher Haube, im Westen Vorhalle mit Nonnenempore, verputzter Massivbau, Fassadenbild des Hl. Christopherus, Mittelschiff innen mit flacher stuckierter Decke, Hochschiffwände mit Szenen aus dem Marienleben von Meinrad von Au, 1768, im Chor barockes Deckengemälde von Au, Ostwand mit Malereien, wohl von Meister Heinrich Gretzinger, um 1430, gotische und barocke Ausstattung, im Kern ehem. quadratischer Turmchor, Ende 12. Jahrhundert, Neubau mit Chorflankenturm nach Brandzerstörung, 1426 (a), Westbau und Glockengeschoss des Turms, 1687 (a), Erneuerung 1689/90 (a), Umbau zur Basilika 1765 bis 1768 (a); mit ehemaligem Friedhof samt verputzter Kirchhofmauer

Die Laizer Pfarrkirche erhebt sich weithin sichtbar in exponierter Lage auf einem Felssporn, der sich von Norden her in das Donautal hineinschiebt. Sie hat zentrale Bedeutung für die Siedlungs- und Ortsgeschichte von Laiz. Zu ihrer Entstehungszeit um 1200 fungierte die Kirche als Kapitelkirche. 1480 wurde der Sitz der Pfarrei nach Sigmaringen verlegt, Laiz zur Filialkirche und erst in den 1970er-Jahren wieder zur Pfarrei. Daneben diente das Gotteshaus auch den Nonnen des direkt benachbarten Franziskanerinnenklosters über mehrere Jahrhunderte als Kirche. Ab 1568 war sie Ziel zahlreicher Wallfahrten, da damals auf dem Altar der Nonnen eine Pietà Aufstellung fand, die aus dem von der Reformation betroffenen Ebinger Frauenkloster in Sicherheit gebracht worden war. Als Wallfahrtsort kam der Kirche gerade in der Zeit der Konfessionalisierung eine wichtige religiöse, gegenreformatorische Stellung zu. Die vielseitigen Funktionen hatten einen gesteigerten Raumbedarf zur Folge. So erfolgte 1687 eine Verlängerung des Langhauses nach Westen. In diesem gewonnenen Raum wurde eine Doppelempore für die Nonnen errichtet, welche bis heute anschaulich die ehemalige Nutzung als Konventskirche belegt und durch die der Bau auch Aussagewert für den Bautypus der Frauenklosterkirche besitzt. Von künstlerischem Wert sind die aus unterschiedlichen Zeiten überlieferten Wand- und Deckenbilder regionaler Meister aus Spätgotik und Spätbarock. Die an der Ostwand des Chores befindlichen Malereien stammen wohl aus der Zeit um 1430 und werden Heinrich Gretzinger aus Trochtelfingen zugeschrieben. An der Chordecke und an den Längswänden sind Fresken von Andreas Meinrad von Au (1712 bis 1792) erhalten, einem der bedeutendsten Maler des 18. Jahrhunderts in Oberschwaben. Ihnen kommt exemplarischer Wert für das künstlerische Schaffen Meinrads von Au zu. An der Außenfassade befindet sich ein Fresko des Beuroner Weltoblaten Hermann Bantle (1872 bis 1930). Es zeigt den Hl. Christophorus. Bantle, bekannt für großflächige, dekorative Wandgemälde in Kirchen, fertigte es 1900 nach Entwurfzeichnungen des Beuroner Paters Gabriel Wüger von 1866. Es zählt zu den wenigen Werken, die auf die Beuroner Kunstschule zurückgehen und außerhalb Beurons überliefert sind. Von künstlerischer Bedeutung sind auch die zahlreichen über die Jahrhunderte hinweg für die Kirche gefertigten bzw. in die Kirche gelangten Ausstattungsstücke und Plastiken aus Gotik und Barock, teilweise von bedeutenden Hofkünstlern aus der Region, so der Gnadenaltar, der 1771 für die Ebinger Pietà durch den Meßkircher Schreiner Franz Xaver Gogel und den Sigmaringer Bildhauer Johann Baptist Hobs nach Entwürfen Meinrads von Au gefertigt wurde.

96599562
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Oberschmeien

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Bahnhofstationsgebäude (heute Wohnhaus) Breite 15
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit Querhaus und verbrettertem Kniestock, flach geneigte Satteldächer mit weitem Giebelüberstand, Kniestockfenster in ornamentaler Holzrahmung; seitlich Schuppenanbau, verbretterte Holzkonstruktion mit flach geneigtem Satteldach und Rampe, letztes Viertel 19. Jahrhundert

Das Stationsgebäude in Oberschmeien bietet bis heute ein anschaulich überliefertes Beispiel eines ländlichen Bahnhofs an der Strecke der 1867 bis 1878 erbauten Zollernalbbahn von Tübingen nach Sigmaringen, deren letzter Abschnitt 1878 in Betrieb genommen wurde. Das Gebäude hat damit verkehrs- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert.

96599564BW

Kath. Filialkirche St. Georg Kirchbergstraße 4
(Karte)
Massiver verputzter Saalbau mit Satteldach, eingezogener Rechteckchor, nördlich Chorflankenturm mit achteckigem Glockengeschoss, südlich Sakristeianbau mit Satteldach, flach gedecktes Langhaus, Wandmalereireste, 15. Jahrhundert, historische Ausstattungsstücke, im Kern (Turm und Chor) mittelalterlich, wohl 14. Jahrhundert, Neubau des Schiffs nach Entwurf von Simon Kille, Heinstetten, 1787 (a, i), Sakristei und Glockengeschoss des Turms, 2. Hälfte 19. Jahrhundert

Die Pfarrkirche dominiert mit ihrem hohen Turm und der erhöhten Lage oberhalb des Ortskerns das Schmeietal und hat damit wichtige Bedeutung für das Fernbild des Dorfes. Der Bau datiert im Kern (Chor und Turm) ins Mittelalter, das Langhaus erfuhr 1787 einen Neubau in einfachen Formen, der im späteren 19. Jahrhundert einen großen, kapellenartigen Sakristeianbau an der Südseite erhielt. Das Innere weist einige beachtliche spätgotische und barockzeitliche Kunstwerke auf, u. a. den 1789 geschaffenen Hochaltar, einen Kreuzweg des Meinrads von Au (1712 bis 1792), eines der bedeutendsten Maler Oberschwabens im 18. Jahrhundert, und einen Altarflügel des Hans Strüb von 1505. Die Kirche hat als ältester überlieferter Bau und mit ihrer dominierenden Stellung im Ortsbild siedlungsgeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert dabei auch die lokale Kirchengeschichte. Ihr weitgehender Neubau 1787 belegt auch die einfache spätbarocke Kirchenarchitektur auf dem Land im einstigen Fürstentum Fürstenberg.

96600064
Brunnenstock in Säulenform mit kelchförmiger Brunnenschale Rebgärtle 2
(Karte)
Gusseisen, Ende 19. Jahrhundert

Der gusseiserne Brunnen dokumentiert die historische Wasserversorgung auf dem Land und ist ein charakteristisches Serienprodukt, das nach künstlerischer Vorlage hergestellt und als Katalogware in den Hüttenwerken und Gießereien zu Ende des 19. Jahrhunderts bestellt werden konnte.

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Wegkreuz Schmeientalstraße 1
(Karte)
Hochkreuz, Holz, gefasster Corpus, 1795 (i)

Das Wegkreuz steht direkt vor einem Wohnhaus und ist eine der wenigen noch aus der Barockzeit datierenden kleinen Andachtsstätten dieser Art aus Holz. In einer Nische im Kreuzstamm steht die Hl. Veronika mit dem Schweißtuch. Ein Anlass für die Kreuzerrichtung ist nicht bekannt, es ist aber ein anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Das Kreuz ist dabei wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten geprägten Kulturlandschaft. Es hat darüber hinaus Zeugniswert für die ländliche religiöse Kunst der traditionell katholischen Region im späten 18. Jahrhundert.

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Ruine der Burg Weckenstein Unter dem Schlößle
(Karte)
Sog. Heidenschlössle, Anlage auf Fels in Spornlage, Reste der polygonalen Ringmauer, z. T. nur noch als Kernmauerwerk, sowie Halsgraben, gegründet im 11. Jahrhundert, Verfall wohl infolge des Aussterbens der Herren von Weckenstein, 1383 (a)

Die Reste der Burg Weckenstein, im Volksmund Heidenschlössle genannt, erheben sich - einst weithin sichtbar - auf der höchsten Felskante eines Bergsporns über dem Schmeietal zwischen Oberschmeien und Storzingen. Die Burg war Sitz eines sich nach ihr benennenden Geschlechts von Edelfreien, das 1212 erstmals mit Burkhard von Weckenstein, dem Stifter des Zisterzienserklosters Wald, urkundlich in Erscheinung tritt. Archäologisches Fundmaterial deutet allerdings darauf hin, dass die Burg bereits im 11. Jahrhundert gegründet wurde und damit einer der frühen hochadeligen Höhenburgen der Region darstellt. Sie dürfte nach dem Aussterben der Herren von Weckenstein 1383 aufgegeben worden und verfallen sein, bereits 1410 ist in einer Grenzbeschreibung die Rede von einem Burgstall. Die Burg zählt zu den für die Alblandschaft und seine Täler charakteristischen, an der Hangkante bzw. dem Trauf errichteten Felsenburgen, bei denen ein exponierter Fels als Baugrund diente und in die Befestigung einbezogen wurde. Die Überreste haben daher Zeugniswert für die Burgenlandschaft der Schwäbischen Alb wie auch als Sitz eines einst bedeutenden Adelsgeschlechtes für die regionale Herrschaftsgeschichte im Hoch- und Spätmittelalter.

102500477
( Wikidata)

Bahnstrecke Tübingen-Sigmaringen (Streckennummer 4630) Stiefelbalg
(Karte)
Samt allen Hoch- und Ingenieurbauten (Stationsgebäude, Nebengebäude, Wärterhäuser etc. sowie Brücken, Dämme, Einschnitte, Signaleinrichtungen u.ä.), 1865 gebaut und 1878 eingeweiht (Sachgesamtheit) 111747372
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Sigmaringen

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

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Landeshaus Antonstraße 11
(Karte)
Ehemaliger Sitz des Hohenzollerischen Landeskommunalverbandes und seiner Organe, des Kommunallandtags und des Landesausschusses, vormals Gasthof Zur Sonne (heute Dienstgebäude Landesverwaltung), dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, reiche Gliederung, Erdgeschoss mit Bandrustika, Obergeschosse mit Kolossalpilastergliederung, abschließender Kranzgesims mit Konsolen, Mittelrisalit mit Säulenportal, erbaut Mitte 19. Jahrhundert, umgebaut nach Plänen des Geheimen Baurats Max Leibbrand, 1889 bis 1891 (a)

Der Kubus in markanter Ecklage ist mit seiner monumentalen Wirkung ein prägendes Gebäude in der Antonstraße. Ursprünglich als großer Gasthof in der aufstrebenden Residenzstadt des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen erbaut, wurde er in preußischer Zeit zum Sitz des Landeskommunalverbandes der Hohenzollernschen Lande und seiner Organe umgebaut und erhielt eine reiche eklektizistische Gestaltung aus Formen des Klassizismus und der römischen Renaissance. Er ist wichtiges Werk im Schaffen des Geheimen Baurats Max Leibbrand (1851 bis 1925). In seinem repräsentativen Saal tagte u. a. der Kommunallandtag, gewählte bzw. ernannte Vertreterversammlung des Landeskommunalverbandes, die 1873 im preußischen Regierungsbezirk Sigmaringen eingerichtete Selbstverwaltungskörperschaft der Landeskommunen, die bis 1973 bestand. Das Gebäude hat damit zentralen Zeugniswert für die Landesgeschichte Hohenzollerns im 19. und frühen 20. Jahrhundert und dokumentiert die bürgerliche Mitbestimmung und ihre Organe in der von Berlin fernen preußischen Provinz. Darüber hinaus belegt der Bau die Funktion Sigmaringens als historisches Verwaltungszentrum und die Prägung der Stadt seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts durch repräsentative Großbauten des Staates und der Regierungsinstitutionen.

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Wohnhaus Antonstraße 12
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling und Wiederkehr, aufgeputzter Quadersockel und gequaderte Ecklisenen, reiche Fenstergestaltung, umgebaut 1911 (aufgestockt 1975)

Das stattliche Gebäude weist eine Fassade auf, die durch eine reiche klassizistische Fenstergestaltung gekennzeichnet ist. Mit seiner Traufständigkeit ist das Wohnhaus charakteristisch für Bebauung am Rand der Altstadt und gleichzeitig Hinweis auf die Neugestaltung der Stadt in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude, das 1975 aufgestockt wurde, ist ein wichtiger Bestandteil der Stadterweiterung, veranschaulicht historische Wohn- und Lebensverhältnisse und ist Zeugnis der Stadtbaugeschichte.

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Stadtbefestigung Antonstraße 22
(Karte)
Bestehend aus:
  • Runder Turm (heute Heimatmuseum, Antonstraße 22), dreigeschossiger Eckturm mit Zeltdach, zwei runde Geschosse, massiv und verputzt, 2. Obergeschoss achteckig aus verputztem Fachwerk, um 1600, Aufstockung wohl 1734;
  • sämtliche sichtbaren und in die Bebauung integrierten Mauern, Kleinquadermauerwerk aus Kalkstein, wohl Mitte 15. Jahrhundert

Die südlich an die Burg anschließende Burgsiedlung Sigmaringen wurde in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts wohl von Graf Gebhard von Sigmaringen-Peutengau zur Stadt erhoben und in diesem Zuge sicherlich auch befestigt. Doch erst in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts erlangte die mittelalterliche Stadtanlage ihre annähernd rechteckige Form. Verstärkungen der Mauer fanden mit dem Bau eines runden Geschützturmes an der Südwestecke noch um 1600 statt. Mit der Erweiterung der Stadt seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadtbefestigung weitgehend niedergelegt. Die überlieferten Reste mit Rundturm sind wichtiges siedlungsgeschichtliches Baudokument und haben stadtgeschichtlichen Zeugniswert.

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( Wikidata)

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Wohnhaus mit Ladeneinbau Apothekergasse 1
(Karte)
Ab 1816 Hofapotheke, dreigeschossiger Bau, Satteldach mit einseitigem, vorkragendem Krüppelwalm, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Sichtfachwerk, giebelseitig polygonaler Erker mit figürlichem Schmuck und Blumenbalkon, im Inneren Deckengemälde des Andreas Meinrad von Au, errichtet durch den Maurer Markus Loos als eigenes Wohnhaus, 1705 bis 1707 (a), aufgestockt 1744 (a), Umbau und Anfügung Erker für Gustav Kayser, 1909 (a)

Das stattliche Gebäude in prägnanter Ecklage unmittelbar neben dem Rathaus beherbergte seit dem 18. Jahrhundert eine Apotheke und zeugt damit von der durch den Hof der Grafen und späteren Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen geprägten Residenzfunktion der Stadt und der zugehörigen Infrastruktur. Das bestehende Gebäude entstand allerdings ursprünglich als Wohnhaus des Allgäuer Maurers Markus Loos, dessen Sohn Johann Jacob sich später hier als Chirurg und Apotheker niederließ. Von seinem Wohlstand und Repräsentationsanspruch zeugt ein Deckengemälde des Andreas Meinrad von Au (1712 bis 1792), eines der bedeutendsten Maler Oberschwabens im 18. Jahrhundert und hohenzollerischer Hofmaler. 1816 wurde Peter Loos mit dem Titel Hofapotheker bedacht. Eine Hofapotheke lässt sich dabei für Sigmaringen erstmals 1579 nachweisen. Das barockzeitliche Gebäude erhielt 1909 eine Aufwertung im Sinne der Heimatschutzarchitektur, als man dem Haus den malerisch wirkenden Erker mit umlaufendem Blumenbalkon anfügte. Das Gebäude belegt damit anschaulich vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse des gehobenen Bürgertums in der Vormoderne und hat Zeugniswert für die Stadtbau- und regionale Kunstgeschichte.

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Wohnhaus mit Ladeneinbau Apothekergasse 3
(Karte)
Zweigeschossig mit Satteldach, verputzt, mit Vorkragungen an der Giebelseite, 15./16. Jahrhundert

Das Gebäude dokumentiert die spätmittelalterliche Bebauung innerhalb der Stadtmauern und ist nicht nur Zeugnis der Stadtbaugeschichte, sondern auch der Wohn- und Lebensverhältnisse im vormodernen Sigmaringen.

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Hoflieferantenwappen an verschiedenen Wohn- und Geschäftshäusern Apothekergasse; Donaustraße
(Karte)
19. Jahrhundert

Eine ganze Reihe von Privatgebäuden in Sigmaringen ist durch das Wappen der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen ausgezeichnet. Diese Wappentafeln markierten die Hoflieferanten, also jene Geschäfte und Handwerksbetriebe, welche den fürstlichen Hof mit Waren und Produkten belieferten. Damit ist ein weithin einmaliges Zeugnis höfischer Infrastruktur überliefert, das die starke Prägung der kleinen Stadt an der oberen Donau durch die Funktion als Residenz eines bis 1849 regierenden und auch danach noch vor Ort präsenten Fürstenhauses belegt.

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Gasthaus Weinstube Zum Engel Apothekergasse 7
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit geschnitztem Eckständer, im Giebel Zierformen, im Kern 18. Jahrhundert

Das Gebäude besetzt eine markante Ecklage im Straßenbild. Die Zierelemente im Giebel und der mit einem gedrehten Stab geschnitzte Eckständer weisen auf einen ursprünglich reichen Zierfachwerkbau hin, der aber offenbar zu einem späteren Zeitpunkt - wohl im 19. Jahrhundert - durchgreifend umgebaut und verputzt wurde. Das belegen die Aufteilungen des Gefüges im Obergeschoss. Das Gebäude hat damit stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert als altes Gasthaus wirtschafts- und sozialgeschichtliche Aspekte für das Leben in der einstigen Residenzstadt.

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Sog. Hedinger Hof Badstraße 3
(Karte)
Einhaus mit zweigeschossigem Wohnbereich und Satteldach, massives Erdgeschoss verputzt, Obergeschoss Fachwerk, 19. Jahrhundert

Das Gebäude vertritt den für den schwäbischen Raum charakteristischen Typus des gestelztes Einhauses. Das teilweise sehr dünnstielige Fachwerk deutet auf eine Übernutzung der Wälder hin, so dass gutes Bauholz Mangelware war. Das Gebäude veranschaulicht bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Vormoderne und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Dominikanerinnenkloster Hedingen Badstraße 2, 4
(Karte)
1597 bis 1624 Spital, anschließend bis 1816 Franziskanerkloster, danach Lateinschule und Gymnasium, bestehend aus:
  • sog. Hedinger Kirche (§ 12), kath. Erlöserkirche, Klosterkirche der Franziskaner, ab 1818 Gymnasialkirche, seit 1847 Hohenzollerische Gruftkirche, massiver verputzter Saalbau mit kolossaler Pilastergliederung, Satteldach mit Dachreiter, eingezogenes Chorjoch, Volutengiebel mit Obeliskaufsätzen, südlich Marienkapelle mit geschweiftem Umriss und reicher Gliederung durch Kolossalpilaster, östlich anschließend Chorbau bzw. Gruftkapelle, Zentralbau in polychromem Sichtsteinmauerwerk mit drei Konchen und zentralem Kuppeltambour mit Laterne, nördlich Sakristei, Langhaus mit Stichkappengewölbe, Marienkapelle mit Kuppel, Stukkaturen von Nikolaus Schütz, Bildhauerarbeiten von Franz Magnus Hobs, Grabkapelle mit Apsismosaiken reiche Ausstattung aus Barock und Historismus; erbaut durch Hans Dürrheimer, Sigmaringen, 1680 bis 1682 (a), Anbau Marienkapelle 1715 (a), nach Brand erneuert von Hans Martin Schneider, 1747 (a), Kuppelbau anstelle des alten Chors von Baurat Johannes de Pay, 1889 (a), Innenausbau bis 1911 (a);
  • Konventsgebäude (§ 2), Hufeisenanlage von zweigeschossigen verputzten Massivbauten mit Sattel- und Walmdächern, hofseitig Kreuzgangarkaden, Sonnenuhr, wohl 2. Hälfte 17. Jahrhundert;
  • Kirch- und Klosterhof mit Ummauerung und Treppenanlage (§ 2), 18./19. Jahrhundert

Kloster Hedingen liegt am Südrand Sigmaringens und bildet mit der Kuppel der Kirche den städtebaulichen Abschluss der Karlstraße und einen wichtigen Point de Vue des Prinzengartens, ist also wichtiger Teil des Residenzstadtorganismus, wie er sich im 19. Jahrhundert ausgebildet hat. Das Kloster wurde in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts als Niederlassung von Dominikaner-Terziarinnen gegründet und bestand als solche bis zur Aufhebung 1595 bis 1597 infolge völlig zerrütteter Zustände. Nach einer Nutzungsphase als städtisches Spital wurde es 1624 dem Franziskanerorden überlassen, der den Konvent bis 1816 nutzte und den frühbarocken Neubau der Klosterkirche errichten ließ. Innerhalb des Klosters kam es 1770 zur Gründung der ersten öffentlichen Lateinschule Sigmaringens, die 1776 zum Gymnasium ausgebaut wurde. Nach 1816 belegt das Gymnasium den gesamten Komplex, bis er 1939 zum Forstamt umgenutzt wurde. Die einfachen Klostergebäude dokumentieren baulich das Armutsgebot der Franziskaner, welche diese wohl in Zusammenhang mit dem Neubau der Kirche errichten ließen. Eine architektonische Kostbarkeit stellt die Marienkapelle dar. Ihre wertvollen Stukkaturen fertigte Nikolaus Schütz aus Landsberg am Lech. Die ehemalige Klosterkirche dient seit 1847 als Hohenzollerisches Erbbegräbnis. Um die Würde des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen herauszustellen, kam es 1889 auf Wunsch Fürst Leopolds zu einem Neubau des Chors nach dem Vorbild von Zentralbauten der italienischen Hochrenaissance als würdiger Rahmen für das hochadelige Totengedenken, entworfen von Baurat de Pay (1844 bis 1899). Unter dem Kuppelbau befindet sich die fürstliche Gruft. Gleichzeitig mit dem Anbau erfolgte im späten 19. Jahrhundert eine Restaurierung des Langhauses. Die Stuckgliederungen des Tonnengewölbes, die veränderten Fensteröffnungen und die Pilastergliederungen resultieren aus dieser Zeit. Die Kirche hat eine reiche, wertvolle Ausstattung. Sie ist für Sigmaringen und die Region gleich in mehrerer Hinsicht ein herausragendes Geschichtszeugnis, einmal für die regionale Architektur- und Kunstgeschichte, zum anderen als Dokument der Kirchen- und Siedlungsgeschichte und nicht zuletzt als Ort fürstlicher Memorialkultur vom 19. Jahrhundert bis heute. So wurden doch zahlreiche Mitglieder des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen umgebettet und seit dem 19. Jahrhundert hier neu bestattet; ebenso ruhen hier seit dem 20. Jahrhundert Angehörige der Wettiner. Darüber hinaus manifestieren sich in Kloster Hedingen zahlreiche Aspekte der Stadt- und Regionalgeschichte.

107164402
( Wikidata)
Villa Suggenstein o. a. Baelchenstein (heute Hotel) Friedhofstraße 7, 7/1; Unter Hedingen
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit hohem Sockel, Satteldach und Treppengiebeln, runder, zinnengekrönter Eckturm, erbaut für Johann Riegger, Wirt des Gasthofes Zum Kronprinzen, 1904; Nebengebäude, Anfang 20. Jahrhundert, und Gartenanlage

Oberhalb des Friedhofs erhebt sich hoch über der Donau ein späthistoristisches Landhaus. Es bezieht sich mit Treppengiebeln, spätgotischen Architekturelementen und einem schlanken, runden Eckturm auf den Platz, an dem der Standort der einstigen, abgegangenen Burg Suggenstein vermutet wird. Es ist ein für das Bürgertum der wilhelminischen Zeit charakteristischer Bau. Hier schuf sich einer der führenden Wirte Sigmaringens, Inhaber des vornehmen Gasthofes Zum Kronprinz, einen standesgemäßen Wohnsitz, der im Sinne des Historismus mit Namen und Lage an den geschichtsträchtigen Ort anknüpft und zugleich romantisch-historistische Landschaftsstaffage ist. Damit ist die Villa Suggenstein von orts-, sozial- und architekturgeschichtlicher Bedeutung für Sigmaringen.

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Denkmal an Fürst Wilhelm Bahnhofstraße 1
(Karte)
Konisch nach oben verlaufende Granitsäule auf ebener Steinplatte, oben auf Einschnürung bronzene Porträtbüste des Fürsten, Josef Henselmann, 1964 (a)

Das Denkmal steht im Langen Garten, der ausgedehnten Parkanlage im Osten der einstigen Residenzstadt, und erinnert an den Fürsten Wilhelm von Hohenzollern (1864 bis 1927). Er hatte im Zuge der Revolution von 1918 auf die noch für sein Haus bestehenden Vorrechte und finanziellen Vorteile verzichtet. Er ließ nach dem Ersten Weltkrieg die Siedlung Wilhelmshöhe errichten und finanzierte beim Neubau des Rathauses die Ausstattung des Saales. Darüber hinaus setzte sich der Fürst schon vor dem Krieg für Natur- und Landschaftsschutzbelange ein und zeichnete für die Vollendung des Residenzschlosses wie auch der baulich-künstlerischen Ausgestaltung der Residenzstadt verantwortlich. Das Denkmal hat daher Zeugnischarakter für die Sigmaringer Geschichte wie auch für das Schaffen des aus Laiz gebürtigen Münchner Bildhauers Josef Henselmann (1898 bis 1987), an den im Laizer Siechenhaus ein Museum erinnert (s. Ablacher Straße 2).

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Bahnhof Sigmaringen Bahnhofstraße 1, 3, 7
(Karte)
Bestehend aus:
  • Bahnhofempfangsgebäude (Bahnhofstr. 7), eingeschossiger Massivbau mit zwei zweigeschossigen Seitenflügeln, Tuffsteinmauerwerk, von Bauinspektor Eulenstein und Baurat Schlierholz, 1872/73 (a, i);
  • Bahnsteigdach auf dem Hausbahnsteig an Gleis 1, geschmiedete und genietete einstielige Binder, Dachfläche vor dem Hofwartesaal/Fürsten-Salon vorgezogen, 1908 (a)
  • Stellwerksgebäude 2 (Flst. 2923/13), zweigeschossig, bretterverschalt, 1896
  • Weichenwärtergebäude (Bahnhofstr. 1, heute Wohnhaus), zweigeschossig, verputzt, um 1873;
  • Bediensteten-Wohngebäude/Betriebsinspektion (Bahnhofstr. 3), später Bahnmeisterei, zweigeschossig, Erdgeschoss Tuffstein, Obergeschoss verputzt, ausgeführt unter Bauinspektor Eulenstein 1873

Die einstige Residenzstadt Sigmaringen erhielt 1873 ihren Bahnanschluss. Der Bahnhof ist Endpunkt dreier Strecken aus Ulm, Tübingen und aus Kleinengstingen. Das Empfangsgebäude entspricht mit seinen historistischen Stilformen in italienischer Renaissance, den beiden zweigeschossigen Kopfpavillons und dem durch ein übergiebeltes Mezzanin ausgezeichneten Mittelteil jenem Bahnhofstypus, wie er bei wichtigeren Bahnhöfen bzw. in größeren Städten durch die König. Württembergischen Eisenbahnverwaltung zur Anwendung gelangte. Seine Größe und repräsentative Architektur entspricht dabei auch dem Anspruch an das Stationsgebäude einer fürstlichen Residenzstadt in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, wurde das neue Verkehrsmittel der Bahn doch auch von den deutschen Fürsten als Verkehrsmittel genutzt (Hofzüge). Bahnhöfe avancierten zu wichtigen Empfangsorten bei Staatsbesuchen, in Sigmaringen z. B. des deutschen Kaisers und der preußischen Hohenzollernverwandstschaft. In seltener Geschlossenheit sind auch die zugehörigen, deutlich einfacher gehaltenen Funktionsbauten des Bahnhofs überliefert und veranschaulichen so das Gesamtbild einer gründerzeitlichen Bahnhofsanlage. Der Bahnhof ist, u. a. als Endpunkt der Bahnstrecke Tübingen–Sigmaringen, wichtiges Zeugnis der regionalen Verkehrs- und Eisenbahngeschichte wie auch für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung Sigmaringens im 19. Jahrhundert.

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( Wikidata)
Plastik „Jugendfreiheit“ als Mauerabschluss der Hauptzufahrt der Graf-Stauffenberg-Kaserne Graf-Stauffenberg-Straße
(Karte)
Wandscheibe aus Stampfbeton, nach Entwurf der Künstlerin Lore Niessner, 1959

Als Ergebnis eines Kunst-am-Bau-Wettbewerbs unter sechs beteiligten Künstlerinnen und Künstlern konnte der Siegerentwurf von Lore Doerr-Niessner verwirklicht werden. Es handelt sich um die künstlerische Ausgestaltung des Mauerabschlusses der Hauptzufahrt der 1957 eingerichteten Graf-Stauffenberg-Kaserne gegen die Häuser der Feldwebel. Diesen zentralen Blickfang besetzte die Künstlerin 1959 mit einer prominent inszenierten Betonwand in Relieftechnik. Maßgeblich für die Ausführung der ursprünglich unbehandelten Betonwand war das Höhenverhältnis des nahe gelegenen Wachgebäudes, das zugleich den Eingang in die Kaserne bildet. Auf einer entsprechend angepassten Höhe entwickelt sich das Relief aus dem bewusst betonten Charakter einer abschließenden Mauer. Die Gliederung der gestalteten Mauerscheibe – zugleich die bewusste Abkehr von allzu starker Flächenwirkung – ist durch bildimmanente Durchbrechungen sowie Rücksprünge erreicht. Bildmotiv sind neun stehende menschliche Körper, die konturscharf als Gruppe komponiert sind und sich durch starke Überschneidungen und Schattenwirkungen auszeichnen. Die gezeigte Menschengruppe ist als Unterbrechung der Mauer gedacht, inhaltlich referiert das Bildthema auf den bestimmenden Zeitgeist einer jungen Bundesrepublik, die erst wenige Jahre zuvor die allgemeine Wehrpflicht für junge Männer eingeführt hatte.

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Waisenhaus Nazareth Brunnenbergstraße 34
(Karte)
Viergeschossiger verputzter Dreiflügelbau mit Satteldächern, Mittelteil Kapelle mit polygonalem Chor und Giebelreiter, Gliederung durch Strebepfeiler und Blendbögen, im Langhaus flaches Tonnengewölbe mit Stichkappen und Netzrippen, Hochchor mit Netzrippengewölbe, darunter kleine Krypta, Westempore, Ausstattung von der Kunstwerkstätte Marmon, Sigmaringen, unter Verwendung spätmittelalterlicher und barocker Stücke; westlicher Flügel und Zentralbau mit Kapelle erbaut nach Entwurf des Fürstl. Hohenz. Oberbaurats Wilhelm Laur, 1867 bis 1869 (a), Ostflügel 1906 bis 1910 (a)

Das Waisenhaus Nazareth erhebt sich in städtebaulich beherrschender Lage auf dem Brunnenberg oberhalb des nördlichen Donauufers gegenüber Schloss und Stadt. Es geht zurück auf eine Stiftung des katholischen Pfarrers und Geistlichen Rates Thomas Geiselhart (1811 bis 1891), der sich seit seiner Priesterweihe um arme Kinder kümmerte. Er gründete 1856 in Sigmaringen das Knabenseminar Seminarum Fildelianum, welche Jungen aus einfachen Verhältnisse ermöglichte, eine höhere Schulbildung zu erlangen. 1859 gründete er im Anschluss an eine heilige Messe mit sechs Mädchen und einer Schwester vom Heiligen Vinzenz Paul ein Waisenhaus, zunächst nur für Mädchen, für das er 1861 ein Haus auf dem Brunnenberg ankaufte. 1863 wurde eine Volksschule angegliedert, ab 1873 war das Haus Nazareth Anstalt für Kinder beiderlei Geschlechts. Dem steigenden Platzbedarf kam Geiselhart mit einem Neubau in neugotischen Formen entgegen, der zugleich mit dem Kapellenbau einen markanten, malerischen Akzent im Landschaftsbild um die Residenzstadt setzte und 1911 zu einem Dreiflügelbau erweitert wurde. Der Komplex, 1869 in Beisein König Wilhelms I. von Preußen feierlich eingeweiht, ist damit ein wichtiges Zeugnis katholischer Sozialfürsorge in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wie auch von stadt- und landschaftsgestalterischer Bedeutung für den Ausbau der Residenzstadt Sigmaringen in der Zeit von Romantik und Historismus. Die Kapelle ist überdies wichtiges Zeugnis neugotischer Baukunst in der Region und belegt nicht nur das Schaffen des Fürstlichen Oberbaurats Wilhelm Laur (1820 bis 1901), sondern auch die Qualität der des Bildhauers Franz Xaver Marmon (1832 bis 1878) und seiner Kunstwerkstätte.

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Gasthaus Zum Bären Burgstraße 2
(Karte)
Früher als Zunftlokal des Nahrungsgewerbes und Vereinsräume der Museumsgesellschaft genutzt, dreigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Zierfachwerk, 1695 (renoviert 1964)

Der langgestreckte Bau am Fuße des Schlossbergs hat mit seinen Dimensionen und seinem Zierfachwerk stadtbildprägenden Charakter. Das Fachwerk zeigt für das spätere 17. Jahrhundert charakteristische Formen und tradiert dabei das Formengut der ersten Jahrhunderthälfte wie die langen gebogenen Fußstreben. Neben seinem haus- und stadtbaugeschichtlichen Wert ist es als historischer Sitz einer Zunft wie auch der 1907 bis 1946 bestehenden Museumsgesellschaft überdies von wirtschafts-, gesellschafts- und sozialgeschichtlicher Bedeutung für Sigmaringen.

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Sog. Altes Fidelishaus Fidelisstraße 1
(Karte)
Ursprünglich Gasthof Krone, 1819 bis 1828 Postamt, später Studienheim für Schüler des Sigmaringer Gymnasiums, 1857 Erzbischöfliches St. Fideliskonvikt - Knabenseminar für Hohenzollern, 1933 Kongregation der barmherzigen Schwestern, bis 1972 kirchliches Altersheim (heute Zentrum kirchlicher Dienste), dreigeschossiger verputzter Fachwerkbau über Massivsockel, Krüppelwalmdach mit über Eck gestelltem Glockendachreiter, einseitigem Krüppelwalm und Gauben, dreieckiger und polygonaler Erker, reiche Fassadenbemalung, im Erdgeschoss Eckfigur des Hl. Fidelis, Hauskapelle mit reicher Ausstattung, im Kern wohl 18. Jahrhundert, Umbauten 1887 und hauptsächlich 1896 bis 1900 (neuer Dachstuhl mit Türmchen, Vergrößerung Hauskapelle), Neugestaltung der Fassade durch Landeskonservator Wilhelm Friedrich Laur, mit dekorativer Bemalung von J. Lorch, Sigmaringen, und Bantle, Straßberg, 1900

Das stattliche Eckgebäude setzt mit seiner Kubatur, dem Dachreiter und den Erkern sowie der Fassadenbemalung in Jugendstilformen einen markanten Akzent im Stadtbild. Es galt lange als Geburtshaus des Hl. Fidelis von Sigmaringen, bürgerlich Markus Roy (1578 bis 1622), erster Märtyrer des gegenreformatorischen Kapuzinerordens. Nachdem der umtriebige Pfarrer Thomas Geiselhart (1811 bis 1891) das Gebäude 1855 erworben hatte, richtete er darin 1856 sein Seminarium Fidelianum ein, ein Seminar für Jungen, die das Gymnasium in Kloster Hedingen besuchten. In diesem Zusammenhang wurde im Haus eine Kapelle eingebaut, die Geiselhart mit Werken älterer Kirchenkunst ausstatten ließ und in welcher die Fideliskanzel aus Seewis in Graubünden ihren Platz fand, Diese hatte Geiselhart als Reliquie erworben, da sie an das Martyrium des Kapuzinerpaters 1622 bei Seewis erinnert. Das Gebäude, das mit seiner Größe die ursprüngliche Funktion als städtischer Gasthof erkennen lässt, hat damit zentralen Wert für die Kirchen-, Sozial- und Bildungsgeschichte der Residenzstadt Sigmaringen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und als Geburtsort des Hl. Fidelis auch wichtigen Gedächtniswert für die Geschichte der Stadt wie auch des Kapuzinerordens. Künstlerische Bedeutung kommt ihm durch die Fassadenmalerei und vor allem die Ausstattung der Kapelle mit teilweise sehr qualitätvollen Werken der Sakralkunst aus der Spätgotik und dem Barock zu.

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Pietà Friedhofstraße
(Karte)
Sandstein, Sockel mit Inschrift, von Franz Xaver Marmon d. J., Sigmaringen, gestiftet von Katharina Rauer und Maria Aicheler, wohl 1. Viertel 20. Jahrhundert

Die Pietà ist wirkungsvoll vor einem hohen Kalksteinfelsen platziert, der als Hintergrund für die Figurengruppe dient. Sie ist als Privatstiftung ein charakteristisches Zeugnis der Religiosität in der traditionell katholisch geprägten einstigen Residenzstadt und ist wichtiges Beispiel für das Schaffen des Sigmaringer Bildhauers Franz Xaver Marmon d. J. (1879 bis 1963), der zusammen mit seinem älteren Bruder Alfons die Kunstwerkstätte Marmon von seinem Vater übernahm und fortführte.

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Wohnhaus Fürst-Wilhelm-Straße 2
(Karte)
Zweigeschossig, verputzt, Mansarddach mit Zwerggiebel, von Regierungsbaumeister und Baurat Wilhelm Laur für sich selbst erbaut, 1871 (a), Wiederaufbau nach Brand durch Architekt Wilhelm Friedrich Laur, 1906 (a), mit Garten, Gartenhaus und Einfriedung

Die Villa Laur erhält ortsgeschichtlichen Zeugniswert als Wohnsitz der regional und insbesondere für den Ausbau Sigmaringens im 19. und frühen 20. Jahrhundert bedeutenden Baumeisterfamilie Laur. Der Baumeister Wilhelm Laur (1820 bis 1901) prägte das Stadtbild mit seinen Bauten, sein Sohn Wilhelm Friedrich (1858 bis 1934), ebenfalls als Architekt in Sigmaringen und Oberschwaben tätig, erhielt 1878 den Auftrag zur Inventarisierung der Kunstdenkmäler in den preußischen Fürstentümern Hohenzollern, die er gemeinsam mit dem Sigmaringer Hofrat Karl Theodor Zingeler bis 1896 erarbeitete. Danach wurde er Landeskonservator in Hohenzollern. Den Wiederaufbau des 1906 durch Feuer beschädigten väterlichen Hauses entwarf er in Formen eines barockisierenden Jugendstils, wobei offenbar ältere Dekorelemente der Fassade wie die spätklassizistischen Reliefs beibehalten wurden. Das Gebäude spiegelt dabei den Repräsentationsanspruch zweier führender Baubeamter im preußischen Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen wider und hat überdies stadtbaugeschichtliche Bedeutung, bildet es doch den nordöstlichen Schlusspunkt der infolge des Eisenbahnbaus um 1870 nach Osten verlängerten Fürst-Wilhelm-Straße. Das Haus ist als zeitweilige Praxis des französischen Arztes und Schriftstellers Louis-Ferdinand Destouches (1894 bis 1961) auch von Bedeutung für die jüngere Landesgeschichte, als Sigmaringen 1944/45 Sitz der Exilregierung des Vichy-Regimes war.

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Denkmal an Fürst Karl Fürst-Wilhelm-Straße 5
(Karte)
Büste, Bronze, von Professor Reich, Hüfingen, auf Piedestal, Granit, 1869

Die große Büste erinnert an den Fürsten Karl von Hohenzollern-Sigmaringen (1785 bis 1853), unter dem das Fürstentum nicht nur 1833 eine konstitutionelle Verfassung erhielt, sondern unter dem auch die kleine Residenzstadt östlich um die nach Süden ausgerichtete, als Via Triumphalis angelegte Karlstraße mit dem Karlsplatz (heute Leopoldplatz) beträchtlich erweitert wurde und ihr klassizistisches Gepräge erhielt. 1844 dankte Karl infolge der Revolutionsereignisse zugunsten seines Sohnes ab. Das von den Sigmaringern gestiftete Denkmal stand 1869 bis 1910 auf dem Karlsplatz, der damals ein Denkmal für Fürst Leopold erhielt und umbenannt wurde, während die Grünanlage, in welcher die Büste ihren neuen Platz fand, nun Karlsplatz getauft wurde. Das Denkmal ist damit wichtiges Zeugnis bürgerlicher wie auch landesherrlicher Memorialkultur und der Ausgestaltung der Residenzstadt Sigmaringen.

96614155

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Erbprinzlicher Marstall und Reithalle (heute Einkaufspassage) Fürst-Wilhelm-Straße 5, 7
(Karte)
Dreiflügelanlage, verputzter Massivbau, Mittelteil auf geschosshohem Sockel, zwei dreigeschossige Eckpavillons mit gewölbten französischen Dächern, zweigeschossige, rechtwinklig ansetzende Seitenflügel mit flach geneigten Satteldächern, reiche Gliederung durch Bogenfenster, Bandrustika, Lisenen und Pilaster, Giebel mit fürstlichem Wappen, von Landes- und Hofbaumeister Baurat Josef Laur, 1874 bis 1876 (a)

Der Erbprinzliche Marstall mit der fürstlichen Reithalle bildet einen großen Baukomplex, der als Kopfbau den festlichen Auftakt für die als Via Triumphalis gestaltete Karlsstraße wie auch den Zugang in Richtung Innenstadt und Residenzschloss bildet. Das Gebäude entstand als Ergänzung des Erbprinzenpalais. Seine Errichtung steht dabei in engem Zusammenhang mit der Rückkehr der Hofhaltung der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen nach Sigmaringen 1871 und dem darauf folgenden Ausbau der Stadt, u. a. auch im Zusammenhang mit der Anlage der Eisenbahn, welche zu einer Neugestaltung des östlichen Teils der Stadt führte. Planender Baumeister war Josef Laur (1817 bis 1886), der bis 1886 alle fürstlichen Repräsentationsbauten entwarf. Den Marstall gestaltete er in zeittypischer Weise im Stil der französischen Renaissance, in seiner reichen Gestaltung zeigt sich der Repräsentationscharakter der fürstlichen Stallungen mit ihren edlen Reittieren und der großen Reithalle im Zentrum. Der Marstall ist damit wichtiges Zeugnis der vom Hof geprägten Stadtbaugeschichte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wie auch hochadeliger Kultur und Lebensweise in der Gründerzeit.

96601642

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Wohnhaus Fürst-Wilhelm-Straße 8
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit flachem Zeltdach auf annähernd quadratischem Grundriss, für den fürstlichen Leibarzt Hofrat Dr. Koch nach Entwürfen des Architekten Laur, 1874 (a); mit Garten und Einfriedung

Die Fassadenabwicklung der Villa besticht durch ihre vornehme Schlichtheit. Sie zeigt in zeittypischer Weise eine von der italienischen Renaissance beeinflusste Formensprache mit strikt symmetrischer Gliederung, wobei das erste Obergeschoss mit seinen aufwendig gestalteten, auf einem breiten Gurtsgesims und Sandsteinbalustraden aufsitzenden Fenstern als Beletage ausgebildet ist. Die von der strengen Symmetrie der Fassade abweichenden Grundrisse und die Innenausstattung der Wohnungen in Hochparterre und Obergeschoss sind überliefert. Die obere Wohnung hebt sich in der großzügigeren Raumaufteilung und Raumhöhe von der unteren ab und wird damit dem Anspruch einer Beletage gerecht. Die repräsentative Wirkung des Gebäudes kommt insbesondere durch den Distanz und Exklusivität schaffenden Garten zum Tragen, der zur Straße von einem schmiedeeisernen Zaun des 19. Jahrhunderts begrenzt wird. Als Wohnhaus des Leibarztes und Hofrates Dr. Koch ist das Gebäude wichtiges Zeugnis der vom Hof geprägten Gesellschaft der Residenzstadt und belegt dabei den Ausbau der Stadt nach der Rückkehr des Hofes und dem Eisenbahnanschluss in den 1870er-Jahren.

99785046

Wohnhaus Fürst-Wilhelm-Straße 10
(Karte)
Zweigeschossig, verputzt, mit Eckrisaliten und Walmdach, nach Entwüfen des Architekten H. Volkwein für den Arzt Dr. Volkwein, 1889/90 (a); mit Vorgarten und Einfriedung

Bei dem sog. Volkweinhaus handelt es sich um einen zeittypischen Bau des späten Historismus in Formen einer italianisierenden Neurenaissance. Er belegt den Ausbau der Residenzstadt ab den frühen 1870er-Jahren östlich der Bahnlinie. Die Grundrisse der beiden Wohnungen in Hochparterre und Obergeschoss sind identisch, wobei die untere Wohnung eine qualitätvolle, fast vollständig überlieferte Ausstattung der Zeit um 1900 aufweist. Der Garten mit schmiedeeisernem Zaun schafft die für die repräsentative Wirkung des Wohnhauses notwendige Distanz. Das Gebäude ist anschauliches Zeugnis der gründerzeitlichen Stadtbaugeschichte Sigmaringens und der gehobenen Wohnkultur wie auch des Repräsentationsanspruches des akademisch gebildeten Bürgertums im späteren 19. Jahrhundert.

96601644

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Ehem. Hofgarten Fürst-Wilhelm-Straße 12
(Karte)
Gesellschaftsgebäude der Sigmaringer Museumsgesellschaft (heute Geschäftshaus), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Pilastergliederung, Segmentbogengiebel, ausgebaut im Auftrag des Fürsten Leopold, durch Hofkammerbaurat Johannes de Pay, 1892 (a)

Das Gebäude, hervorgegangen aus einem älteren Bau im einstigen Hofgarten, der infolge des Eisenbahnbaus aufgegeben und bebaut wurde, diente als Sitz der Museumsgesellschaft, die ursprünglich als Lesegesellschaft gegründet worden war und schließlich als „Club“ der Sigmaringer Honoratioren fungierte, bis sie 1935 von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde. Der Bau beherbergte im Obergeschoss einen Ball- und Festsaal, im Erdgeschoss Kegelbahn und Gastwirtschaft. Er ist wichtiges Zeugnis der Kultur und des Gesellschaftslebens in der Residenzstadt zu Ende des 19. Jahrhunderts. Ungewöhnlich früh ist die Gestaltung in Neubarockformen, die an Gartenpalais des 18. Jahrhunderts anknüpft und u. a. offenbar dem Standort im Areal des alten Hofgartens geschuldet ist. Der Bau hat damit auch architekturgeschichtliche Bedeutung für die Entwicklung des Späthistorismus in Sigmaringen.

1190940

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Rathaus Fürst-Wilhelm-Straße 15
(Karte)
Dreigeschossig, massiv, verputzt, mit Arkaden, Dachgauben und Dachreiter, nach Plänen von Friedrich Imbery, 1925 bis 1927; mit Ehrenmal für die im ersten Weltkrieg Gefallenen in Gestalt des Alemannen Sigmar, dem sagenhaften Gründer der Stadt, von Franz Marmon, Sigmaringen

Der stattliche traufständige Bau ist Ausdruck neuen bürgerlichen Selbstbewusstseins in Sigmaringen in der Weimarer Republik. Zwar finanzierte Fürst Wilhelm (1864 bis 1927) den Ausbau und die Einrichtung des Großen Sitzungssaales, doch zeigt sich in dem monumental wirkenden, den Marktplatz mit seiner Kubatur beherrschenden Gebäude der politische Umbruch. Das Rathaus entstand anstelle eines kleiner dimensionierten, giebelständigen, 1456 erstmals erwähnten Vorgängers. Dabei griff der Architekt, der Sigmaringer Friedrich Imbery (1888 bis 1962), bewusst auf althergebrachte Repräsentationsformen stadtbürgerlicher Rathausbauten zurück, so auf die Erdgeschossarkaden, Wappenschmuck, den obligatorischen Dachreiter und einen großen Verkündbalkon vor den Fenstertüren des Saales. Stilistisch orientierte er sich mit der Architektursprache an Formen des Frühbarocks. Mit der Eckfigur des Alemannenkriegers Sigmar, sagenhafter Gründer Sigmaringens, setzte die Stadt zugleich an prominentem Platz ihren Toten des Ersten Weltkriegs ein martialisches Denkmal, das zugleich die Geschichte des Ortes heraufbeschwört. Sie hat Bedeutung für das Schaffen des Sigmaringer Bildhauers Franz Xaver Marmon (1879 bis 1963), Mitinhaber der Kunstwerkstätten Marmon. Das Gebäude ist mit seiner konservativ-historisierenden Architektur baulicher Ausdruck kommunalen Selbstverständnisses im Sigmaringen der Zwischenkriegszeit und hat wichtigen stadtbau- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert.

96602224
( Wikidata)

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Marktbrunnen Fürst-Wilhelm-Straße 15
(Karte)
Laufbrunnen, achteckiges, reich verziertes Brunnenbecken aus Gusseisen mit Inschriftentafeln, Hüttenwerk Laucherthal, 1826 (i) und 1884 (i), steinerne Brunnensäule mit korinthischem Kapitell und Masken, darauf Standbild des Grafen Johann von Hohenzollern-Sigmaringen, 1884 (i)

Der Marktbrunnen ist Zeugnis der historischen Wasserversorgung Sigmaringens, vor allem aber ein Dokument der Produktion künstlerisch anspruchsvoller Gusseisenobjekte der Fürstlichen Hütte Laucherthal und fürstlicher Repräsentation. Der 1826 von der Hütte gelieferte Brunnen wurde 1884 anlässlich der Goldenen Hochzeit des Fürsten Carl Anton und seiner Gemahlin Josephine vollständig umgebaut bzw. neu gefertigt. Er zeigt seither eine zeittypisch reiche Gestaltung in Formen der deutschen Renaissance, mit denen Bezug genommen wird auf die Lebens- und Regierungszeit des Grafen Johann von Hohenzollern-Sigmaringen, der als erster Träger des Fürstentitels (seit 1629) den Brunnen ziert. Auf diese Weise werden die lange Tradition des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen und seine Geschichte im öffentlich-bürgerlichen Raum des Marktplatzes vor dem Rathaus heraufbeschworen. Der Brunnen ist damit ein Zeugnis der charakteristischen bürgerlichen Verehrung für das bis 1849 herrschende Fürstenhaus und die Identifikation mit dessen Geschichte. Er ist auch darin ein charakteristisches Dokument des Historismus.

96602225

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Wohnhaus der Eleonora von Werdenberg Fürst-Wilhelm-Straße 17
(Karte)
Später Wohn- und Geschäftshaus von Kaufmann Crispin Bisinger, Eisen- und Kolonialwarengeschäft, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Stufengiebel mit Polygonalerker, Eckquaderung, Beletagefenster mit Kopfgesimsen bzw. Giebeln, von den Grafen Christoph und Felix Werdenberg-Sargans errichtet, vor 1512, Umbauten 1867 (a), 1885 (a), 1927 (a)

Das stattliche Gebäude stellt im Kern ein adeliges Wohnhaus des Spätmittelters dar und zeugt von der Herrschaft der Grafen von Werdenberg über Sigmaringen in der Zeit zwischen 1459 und 1534. Es wurde von den Brüdern Christoph und Felix für Christophs erste Gemahlin Eleonora aus dem Hause der Gonzaga-Sabbioneta (gest. 1512) errichtet. Im 19. Jahrhundert wurde es mit einem Ladeneinbau versehen. Das Gebäude dokumentiert spätmittelalterliche Adelskultur und hat wichtigen stadtbau- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert. Es dürfte zu den ältesten überlieferten Wohnbauten Sigmaringens gehören.

96613561

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Gasthaus Zum Adler Fürst-Wilhelm-Straße 19
(Karte)
Seit 1740 Zur Traube, dreigeschossiger Bau, Satteldach mit Gaube, massives Erdgeschoss mit straßenseitiger Quaderverblendung, darüber Fachwerk mit Zierelementen, traufseitig kleiner Fachwerkerker, im 2. Obergeschoss am Eck barocke Muttergottes, Hoflieferantenwappen, 1722 (a), umgebaut 1928 (a)

[s. Hoflieferantenwappen, Apothekergasse 1]

Das stattliche Gebäude ist wichtiger Bestandteil der weitgehend giebelständigen Bebauung im Altstadt-Abschnitt der Fürst-Wilhelm-Straße. Es zählt zu den großen alten Gasthäusern Sigmaringens und hat in dieser Hinsicht wirtschafts- und gesellschaftsgeschichtliche Bedeutung für die Stadt. Es veranschaulicht überdies einen großen bürgerlichen Hausbau der Barockzeit, das Erdgeschoss zeugt mit seinen eigentümlichen säulengerahmten Portalen und den charakteristischen Dekoren an den Fenstern vom Umbau im expressionistischen Stil 1928. Die Hausmadonna an der Ecke, qualitätvolles Beispiel barocker Plastik, setzt dabei einen wichtigen Akzent und dokumentiert die traditionell katholische Frömmigkeit in der einstigen Residenzstadt. Vorläufer des Gasthauses Zur Traube war der Adler, und damit ist wohl hier und nicht in der Fidelisstraße 1 das Geburtshaus des Hl. Fidelis zu suchen, dessen Vater der Stadtschultheiß Hans Roy, Adlerwirt war. Dies verleiht dem Gebäude zusätzlich stadtgeschichtliche Dimension.

96613562

Sog. Alter Pfarrhof Fürst-Wilhelm-Straße 24
(Karte)
1624 oder 1656 bis 1717 Spital (heute Wohnhaus mit Ladeneinbau), zweigeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling und Dachgaube, Giebelvorkragungen auf Knaggen und Balkenköpfen, 16./17. Jahrhundert

[s. Hoflieferantenwappen, Apothekergasse 1]

Das giebelständige Gebäude zählt zum älteren Hausbestand Sigmaringens. Die Bezeichnung Alter Pfarrhof dürfte darauf verweisen, dass sich hier das ältere Pfarrhaus befand, im 17. und frühen 18. Jahrhundert diente der Bau als Spital. Er ist wichtiges Zeugnis der Stadtbaugeschichte und dokumentiert vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse. Als zeitweilige Fürsorgeinstitution hat das Haus darüber hinaus stadtgeschichtliche Bedeutung. Spätestens im 19. Jahrhundert befand sich hier ein Laden, darauf deutet das Wappenschild hin, welches einst einen Hoflieferanten auswies.

96613563

Wohnhaus mit Ladeneinbau Fürst-Wilhelm-Straße 26, 28
(Karte)
Viergeschossiger verputzter Bau mit hohem Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Hoflieferantenwappen, 1713 (i), renoviert 1909 (i)

[s. Hoflieferantenwappen, Apothekergasse 1]

Der stattliche Bau ist wichtiges Element der giebelständigen Bebauung im Altstadt-Abschnitt der Fürst-Wilhelm-Straße. Er ist beispielhaft für die großen bürgerlichen Wohnbauten der Barockzeit. Das Hoflieferantenwappen an der Fassade kennzeichnet ihn als ein Geschäftshaus, dessen Inhaber im 19. Jahrhundert den fürstlichen Hof mit Waren belieferten und ist dabei als eine Art Qualitätssiegel zu sehen. Das Gebäude hat damit stadtbau- und wirtschaftsgeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert frühere Wohn- und Lebensverhältnisse in der hohenzollerischen Residenzstadt.

96613564

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Hoftheater Fürst-Wilhelm-Straße 40
(Karte)
Ab 1928 auch Lichtspielhaus, 1954 bis 2009 Kino (heute Kleinkunstzentrum), dreigeschossiger verputzter Bau mit Mansardwalmdach, Erdgeschoss und Vorderseite massiv, sonst Fachwerk, Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und Thermenfenster, Erdgeschoss mit Bandrustika, Obergeschoss mit Lisenengliederung, Zuschauerraum im 1. Obergeschoss mit kreisrundem Mittelteil unter Holzkuppel auf hölzernen und gusseisernen Säulen, im Kern wohl 18. Jahrhundert, Ausbau zum Theater unter Fürst Anton Aloys, 1826/27 (a), umgebaut von Landes- und Hofbaumeister Baurat Josef Laur für Fürst Karl Anton, 1873 bis 1877 (a), Umbau zum Kino durch den Fürstlichen Baumeister Ludwig Roth, 1954 (a)

Theater und dazu benötigte Theaterbauten waren unabdingbarer Bestandteil landesherrlicher Selbstdarstellung im Sinne der Kunstförderung und damit zentraler Bestandteil der höfischen Kultur im frühneuzeitlichen Europa, vor allem aber im 19. Jahrhundert. Im Zuge des weiteren Ausbaus der Residenzstadt Sigmaringen nach Erlangung der Souveränität 1806 bzw. 1814/15 wurde unterhalb des Schlossberges, an der alten Hauptstraße Sigmaringens, ein großer, weitgehend in Fachwerk erstellter Bau, Nebengebäude des Gasthauses Zum Bären, durch Fürst Anton Aloys (1785 bis 1831) angekauft und zum Hoftheater umgebaut, nachdem dort schon zuvor Theateraufführungen stattgefunden hatten. Nach der Rückkehr des seit 1849 abwesenden Hofes nach Sigmaringen unter Karl Anton (1848 bis 1885) kam es 1873 bis 1877 zu einem Umbau und einer Modernisierung durch den vielbeschäftigten Baurat Josef Laur (1817 bis 1886) in zeittypischen Formen der Neurenaissance. Bereits ab 1928 diente der Bau auch als Lichtspielhaus, mit dem Umbau 1954 wandelte er sich zum reinen Kino, in dessen Erdgeschoss das Fürstliche Blumengeschäft eingerichtet war. Damit ist der Bau ein zentrales Zeugnis der Sigmaringer Hofkultur des 19. Jahrhunderts und ihrer Transformation im bürgerlichen 20. Jahrhundert. Er hat wichtigen dokumentarischen Wert für das vom Fürstenhaus geförderte Kulturleben der Stadt.

96613706
( Wikidata)
Kreuzweg zum Waisenhaus Nazareth Fürstin-Margarete-Straße 1
(Karte)
14 Stationen, 14. Station in der Waisenhauskapelle, steinerne Tabernakel mit farbig gefassten Bildreliefs, 1868

Der Kreuzweg ist ein charakteristisches Zeugnis der katholischen Prägung und Religiosität im einstigen Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen. Er entstand in Zusammenhang mit dem Bau des landschaftsbeherrschend auf einer Anhöhe gelegenen Waisenhauses Nazareth, zu dem er hinaufführt. Die Idee zum Kreuzweg geht zurück auf einen Missionsaufenthalt der Jesuiten im Jahr 1850, umgesetzt wurde er dann auf Initiative des umtriebigen Pfarrers Thomas Geiselhart (1811 bis 1891), der 1859 das Sigmaringer Waisenhaus gründete. Der Kreuzweg ist damit Zeugnis der örtlichen Kirchengeschichte wie auch der kulturlandschaftlichen Gestaltung im Umfeld der Residenzstadt im Lauf des 19. Jahrhunderts.

96602223BW

Schlachthof (heute Kulturzentrum) Georg-Zimmerer-Straße 7
(Karte)
Von Regierungsbaurat Wilhelm Friedrich Laur, 1884/85 (a), bestehend aus:
  • Hauptgebäude mit zwei Schlachthallen und zwei Hintergebäuden mit Stallungen, Kaldaunenwäsche und Freibank, Backsteinbau mit Lisenengliederungen und flach geneigten Satteldächern;
  • Krankenviehstall, zweigeschossiger Winkelhakenbau in Backstein und verputztem Fachwerk, Satteldach

Die stärkere Beachtung hygienischer Vorschriften führte gegen Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Städten zum Neubau von Schlachthäusern. Diese lagen nun außerhalb an einem möglichst luftigen und trockenen Ort, der außerdem leicht mit Wasser zu versorgen und zu entwässern sein sollte und eine gute Verkehrsanbindung haben musste. Die bauliche Gestaltung dieser neuen Einrichtungen wurde in Preußen (wozu Sigmaringen seit 1849 gehörte) bereits 1855 geregelt. Das Sigmaringer Schlachthaus steht im Westen außerhalb der Altstadt. Die Mitte des langgestreckten Hauptgebäudes wird durch einen kräftig ausgebildeten und stark gegliederten Risalit betont. Große, teilweise zu Paaren zusammengefasste Rundbogenfenster und historisierende Details verleihen der Fassade Anspruch und Wirkung. Die Anlage vertritt in anschaulicher Weise mitsamt der überlieferten technischen Anlagen wie einer Kranbahn den kleinstädtischen Typ dieser Infrastruktureinrichtung. Zugleich belegt er die technische Stadtentwicklung unter preußischer Herrschaft, die beispielsweise den benachbarten württembergischen Gemeinden in vielen Bereichen weit voraus war. Der Schlachthof ist damit wichtiges Zeugnis der Stadtgeschichte Sigmaringens in der Gründerzeit.

96613707

Kunstwerkstätte Marmon (heute Restauratorenwerkstatt Lorch) Gorheimer Straße 19, 20, 22/1, 22
(Karte)
Bestehend aus:
  • Wohnhaus mit Atelier- und Werkräumen (Gorheimer Straße 20, 22), mehrteiliger Gebäudekomplex, zweigeschossige verputzte Bauten mit Satteldächern, Fachwerkerker, geschnitzte Fensterrahmen, Laubengang und Schwebegiebel mit Laubsägedekor, im Kern 18. Jahrhundert, mit Anbauten 2. Hälfte 19. Jahrhundert;
  • separate Werkstatt (Gorheimer Straße 19), eingeschossiger verputzter Bau mit verbrettertem Kniestock und flach geneigtem Satteldach, erbaut für Franz Xaver Marmon d. Ä., 1876 (i)

Der Gebäudekomplex, der um ein Wohngebäude des 18. Jahrhunderts entstand, war Sitz der Bildhauerfamilie Marmon und ihrer Künstlerwerkstätte Marmon, welche im 19. und frühen 20. Jahrhundert Oberschwaben vor allem mit katholischer Kirchenkunst belieferte. Gegründet wurde sie 1857 durch den Bildhauer Franz Xaver Marmon d. Ä. (1832 bis 1878) als Werkstatt für kirchliche Kunstarbeiten in Hechingen, allerdings schon im Jahr darauf nach Gorheim bei Sigmaringen verlegt. Nach dem Tod Marmons führte seine Witwe mit Hilfe der Meister Franz Joseph Simmler, Anton Warth und A. Schädler die Werkstatt fort bis die beiden Söhne Alfons (1873 bis 1928) und Franz Xaver d. J. (1879 bis 1963) den Betrieb übernahmen. Die Kunstwerkstätte Marmon zählte zu den drei führenden Produktionsstätten katholischer Sakralkunst im 19. und frühen 20. Jahrhundert und beschäftigte zeitweilige bis zu 40 Kunsthandwerker und Künstler verschiedenster Fachrichtungen. Nach dem Tod Franz Xaver Marmons d. J. übernahm der Bildhauer Ernst Lorch (1935 bis 2018) den Betrieb, der bis heute als Restaurierungswerkstatt fortgesetzt wird. Die Bauten des 19. Jahrhunderts vermitteln anschaulich einen Eindruck einer großen Kunstproduktionsstätte im 19. Jahrhundert. Ihr teilweise malerisches Erscheinungsbild war dabei auch Aushängeschild der Firma; das Ateliergebäude erinnert dabei sicher nicht zufällig an einen Kapellenbau. Als überregional wichtige Kunstanstalt hat die Kunstwerkstätte Marmon nicht zuletzt stadtgeschichtliche Bedeutung für Sigmaringen und ist überdies ein Zeugnis der oberschwäbischen Kunst- und Wirtschaftsgeschichte.

96613708

Wasserwerk Sigmaringen (heute Museum) Gorheimer Straße 24
(Karte)
Zweigeschossiger Backsteinbau, flach geneigtes Satteldach mit giebelseitigen Vorkragungen auf beschnitzten Bügen, technische Ausstattung, nach 1868

Schon vergleichsweise früh erhielt Sigmaringen dank seiner Zugehörigkeit zum preußischen Staat seit 1849 eine moderne Infrastruktur. So wurde 1868 eine Wasserversorgung für die Stadt eingerichtet und belieferte die Stadt mit sauberem Trinkwasser. Das Wasserwerk zeugt von dieser Pionierleistung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist wichtiges Zeugnis der städtischen Infrastrukturgeschichte.

96613709

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Kloster Gorheim Gorheimer Straße 28
(Karte)
Franziskaner-Terziarinnen-Kloster, 1782 säkularisiert, 1807 bis 1852 militärische Nutzung, 1853 bis 1872 Jesuitenniederlassung, 1890 bis 2000 Franziskanerkloster, mehrgliedriger, drei- bis viergeschossiger Gebäudekomplex aus verputzten Massivbauten mit Sattel- und Walmdächern, dreischiffige Herz-Jesu-Kirche mit polygonalem Chor, Dachreiter und Treppenturm, im Inneren flach gedeckt, Chor mit Kalotte; Westflügel und Mitteltrakt nach Plänen des Illuminatus Roth, 1683 (a), nach Südosten erweitert um Gastflügel, 1724 (a), Ostflügel mit Herz-Jesu-Kirche nach Plänen von Architekt Edmund Carl Capitain, Frankfurt, 1911/12 (a)

Der Komplex des Klosters Gorheim erhebt sich malerisch gruppiert landschaftsprägend am Hang über der Donau. Gegründet wurde das Kloster wohl im Zuge der Beginenbewegung vielleicht schon 1303, kurze Zeit später wurden die Schwestern Franziskaner-Terziarinnen. 1683 kam es zu einem frühbarocken Neubau. Nach der Säkularisation des Konvents im Zuge der josephinischen Reformen 1787 (Gorheim war bis 1806 offiziell österreichisches Lehen) beherbergte der Komplex u. a. eine Kaserne und nahm schließlich 1853 bis 1872 auf Betreiben des umtriebigen Pfarrers Thomas Geiselhart eine Jesuitenniederlassung auf, die mit dem Kulturkampf aufgelöst wurde. 1892 bezogen Franziskaner die barocken Konventbauten und ließen diese schließlich für die hier 1894 eingerichtete theologische Hochschule zur Ausbildung des Ordensnachwuchses erweitern. Dabei entstand die neue Klosterkirche Herz Jesu, ein äußerlich nach malerischen Gesichtspunkten komponierter Bau, der sich mit seinem Inneren an frühchristliche bzw. romanische Vorbilder anlehnt. Kloster Gorheim ist wichtiges bauliches Zeugnis katholischer Religiosität und des Ordenslebens seit dem Mittelalter. Es hat Bedeutung für die Geschichte des Franziskaner- wie auch des Jesuitenordens im 19. und 20. Jahrhundert und deren Ausbildungswesen.

96606736
( Wikidata)
Domtrainer der ehem. Graf-Stauffenberg-Kaserne Graf-Stauffenberg-Straße
(Karte)
Sog. Schießkino, Kuppelbau als Projektionsfläche für das Training der Flugabwehr, am Außenbau kupferverkleidet, im Inneren Reste der technischen Ausstattung, 1965

Das als „Domtrainer“ oder „Schießkino“ bezeichnete Gefechtsübungszentrum gehört zur infrastrukturellen Ausstattung der ehem. Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen. Es handelt sich um den mittlerweile seltenen Bautypus des Kuppelbaues (vgl. entsprechende militärische Einrichtungen in Regensburg sowie Ellenberg), dessen Zweckbestimmung zu militärischen Projektionsübungen anschaulich an der erhaltenen Ausstattung ablesbar geblieben ist. Mit dem Aufbau der Bundeswehr in der jungen Bundesrepublik ergab sich bundesweit ein – besonders durch die seit 1956 geltende allgemeine Wehrpflicht hervorgerufener – infrastruktureller Bedarf nach neuen oder ausgebauten Garnisonsstandorten. In Sigmaringen hatte es bereits seit 1906 einen Standort für die Truppen gegeben. Ab 1957 entstand im Stadtteil Ziegelholz eine erweiterte Kaserne als einer der wichtigsten Standorte der Bundesrepublik. Seit 1961 ist diese Kaserne nach dem Offizier und Widerstandskämpfer Oberst Graf von Stauffenberg benannt. Hier wurde 1965 ein als „Schießkino“ oder „Domtrainer“ bezeichnetes Gebäude erstellt. In einem eingehausten, überkuppelten Simulator (FLAG-Simulator) konnte die Flugabwehr trainiert werden, wobei das Innere der Kuppel als Projektionsfläche für Schießübungen diente. Das Gebäude hat damit technik- wie auch militärgeschichtlichen Zeugniswert für die Zeit des Kalten Krieges.

110810890BW
Königlich katholisches Gymnasium Sigmaringen (heute Theodor-Heuss-Realschule) Hedinger Straße 9
(Karte)
Nach Entwurf des königlichen Regierungsbaumeisters Callenberg, überarbeitet vom Ministerium für das Bauwesen Berlin, 1891 bis 1893, bestehend aus:
  • Schulgebäude, zweigeschossiger Backsteinbau mit Walmdach, übergiebelter Mittelteil, Gliederung durch Werksteinelemente, säulengerahmtes Eingangsportal mit Giebelabschluss und Inschriftenkartusche;
  • Direktorenwohnhaus, zweigeschossiger villenartiger Backsteinbau, Walmdach mit Zwerchgiebel und Gauben sowie turmartigem Treppenhausaufbau, Hauseingänge mit Vordächern, Gliederung durch Werksteinelemente

Der Komplex aus Schulhaus und Direktorenwohnhaus bildet ein für die Sigmaringer Architekturgeschichte des späten 19. Jahrhunderts wie auch generell für die Typologie des Schulhausbaus wichtiges Zeugnis. Es dokumentiert anschaulich den gehobenen Schulbau der wilhelminischen Kaiserzeit, der immer auch Repräsentationsbau war. In zeittypischer Weise sind die Gebäude im Neurenaissancestil in Anlehnung an nordeuropäische Bauformen gestaltet. Der Gebäudekomplex verdeutlicht eine der zentralen Bauaufgaben des Industriezeitalters und hat für Sigmaringen stadt- und bildungsgeschichtlichen Zeugniswert.

96610056BW

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Eisenbahnbrücke über die Donau Weden
(Karte)
Stahlfachwerk, 1873, Burbacher Hütte 96599847
( Wikidata)

Fürst-Carl-Landespital/-Landeskrankenhaus (heute Landratsamt) Hohenzollernstraße 6, 8, 8/1; Leopoldstraße 4
(Karte)
Bestehend aus:
  • Hauptbau, dreigeschossig, verputzt, mit Mittelrisalit, Treppenhaus mit Porträtbüste des Fürsten Karl, Hauskapelle, von Baumeister Joseph Kremer, Würzburg, 1844 bis 1847 (a);
  • Josephsbau, dreigeschossig, verputzt, Oberbaurat Josef Laur, 1868/69 (a);
  • Engelsburg, ehemaliges „Isolirgebäude unruhige Weiber“, eingeschossig, verputzt, von Landesbaurat Max Leibbrand, 1888 (a);
  • Maria Hilf, ehemalige chirurgische Baracke, eingeschossig, 1895/96 (a);
  • St. Vincentius-Haus, ehemaliges „Isolirgebäude für ruhige geisteskranke Männer“, zweigeschossig, verputzt, mit Mittel- und Eckrisaliten, von Landesbaurat Leibbrand, 1895 (a);
  • St. Johann-Bau, ehemaliges „Isolirgebäude für unruhige geisteskranke Männer“, zweigeschossig, verputzt, von Landesbaurat Leibbrand, 1897;
  • Wirtschaftsgebäude, zweigeschossiger Backsteinbau, 1901/02 (a);
  • St. Anna-Haus, ehemaliges „Isolirgebäude für ruhige geisteskranke Frauen“, zweigeschossig, verputzt, mit Mittel- und Eckrisalit, von Landesbaurat Leibbrand und Baumeister Deutschmann, 1906 (a)

Das einstige Landeskrankenhaus ist eine charakteristische landesherrliche Gründung des 19. Jahrhunderts, die von der sozialen Fürsorge der fürstlichen Familie zeugt. Vor allem der Erbprinz und spätere Fürst Karl unterstützte Einrichtung und Bau finanziell. Kern ist ein großer Bau im zeittypischen Rundbogenstil mit Hauskapelle, der sich in landschaftsbeherrschender Lage am unteren Westhang des Mühlbergs über der Donau erhebt. Er war Multifunktionsbau und beherbergte anfänglich auch die „Landesirrenanstalt“. Daraus entwickelte sich schließlich ein großer psychiatrischer Zweig des Krankenhauses. Der Komplex wurde bis 1906 mehrfach erweitert, vor allem für die Psychiatrie. War der Ursprungsbau noch ein kompaktes Gebäude, so entstanden in der Folge locker über das Areal verteilte längsrechteckige und pavillonartige Bauten, die für die Entwicklungen im Krankenhausbau der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts durchaus zeittypisch sind und das Pavillonsystem mit dem Kompaktbausystem mischen. Zum Krankenhaus zählten verschiedene Stationen, anfänglich auch ein Pfründnerhaus als Altenheim. Das einstige, nach dem Stifter Erbprinz/Fürst Karl benannte Landeskrankenhaus ist wichtiger Bestandteil des Residenzausbaus Sigmaringens im 19. Jahrhundert, das auch nach dem Übergang an Preußen 1849/50 wichtige Zentralfunktionen für die nun preußische Provinz behielt. Es dokumentiert darüber hinaus anschaulich die Entwicklungen im Krankenhausbau- und Krankenwesen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.

96612798

Brunnen In der Vorstadt 2
(Karte)
Laufbunnen, zentraler Brunnenstock in achteckigem Brunnenbecken, gusseisern, bezeichnet 1868 (i)

Der Brunnen besetzt wirkungsvoll einen kleinen Platzraum innerhalb der nördlich der Altstadt gelegenen Laizer Vorstadt. Er ist Zeugnis der historischen Wasserversorgung Sigmaringens und belegt die Produktion von schmuckvoll gestalteten Funktionsobjekte in Gusseisen nach künstlerischen Vorlagen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Brunnensäule und Trogplatten dürften dabei aus dem fürstlich-hohenzollerischen Hüttenwerk in Laucherthal stammen.

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Denkmal an Fürstin Josephine Josefinenstraße 2
(Karte)
Büste, Bildhauer Professor Alois Stehle, Bronze, auf Granitsockel, 1913

Die Büste wurde in Erinnerung an die Fürstin Josephine Friederike Louise (1813 bis 1900) aufgestellt, eine geborene Prinzessin von Baden, die seit 1834 mit Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen vermählt war. Sie war auch Namensgeberin der Straße, in welcher das Denkmal anlässlich ihres 100. Geburtstages aufgestellt wurde. Das Denkmal ist damit ein charakteristisches Zeugnis der zeittypischen Durchdringung der fürstlichen Residenzstadt mit Erinnerungsorten an Angehörige des Fürstenhauses und der damaligen Monarchien- und Adelsverehrung - hier für die verstorbene Fürstin in Erinnerung an die ihr zugewiesene Rolle als „Landesmutter“.

96614157

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Villa Steidle Josefinenstraße 7
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Mansardwalmdach, mit Zwerchgiebel zweigeschossiges polygonales Ecktürmchen, flachbogiger zweigeschossiger Standerker mit Balkon, seitlich Eingangsloggia mit Arkaden, Haus von 1884 (a), durchgreifender Umbau von Hofwerkmeister Emil Steidle, 1907 (a)

Das Gebäude liegt in einem locker bebauten Viertel südlich der Altstadt zwischen Josefsberg und Karlstraße, das seit dem späteren 19. Jahrhundert aufgesiedelt wurde und so die städtebauliche Entwicklung Sigmaringens in preußischer Zeit widerspiegelt. Es war bevorzugtes Quartier preußischer Staatsbeamter und gehobener Hofbediensteter. Im Kern handelt es sich um ein Haus von 1884, das allerdings durch den Hofwerkmeister Emil Steidle zu Anfang des 20. Jahrhunderts komplett umgebaut wurde und mit Eck- und Standerker sowie der Loggia eine deutliche Akzentuierung erhielt, welche auf die städtebauliche Situation reagiert. Stilistisch orientiert sich der Bau noch am malerischen Gebäudeaufbau des späten Historismus, mit den glatten Putzfassaden und den in Werkstein gestaltete Jugendstilornamenten folgt er aber bereits deutlich den zeittypischen Idealen der Stilbewegung und Reformarchitektur. Als Wohnhaus des Hofwerkmeisters Steidle hat das Gebäude darüber hinaus mit seinem Bezugsrahmen zur Residenz orts- und sozialgeschichtlichen Zeugniswert und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines Baumeisters in den Jahren um 1900.

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Villa Belzer Josefinenstraße 17
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau in Hanglage mit hohem, rustiziertem Sockelgeschoss, Krüppelwalmdach mit Schwebegiebeln, Mittelrisalit mit spitzbogigem Schwebegiebel, Gliederungen in Kalktuff mit bildhauerischen Elementen, segmentbogenförmiges Vordach über Eingang, darüber großes rundbogiges, farbverglastes Treppenhausfenster, errichtet von der Sigmaringer Firma Steidle für Dr. Emil Belzer, Regierungspräsident des Preußischen Regierungsbezirkes der Hohenzollerischen Lande, 1903/04 (a)

Die Villa erhebt sich in einem locker bebauten Viertel südlich der Altstadt am östlichen Abhang des Josefsberges. Dieses entstand ab dem späteren 19. Jahrhundert und war bevorzugtes Quartier preußischer Staatsbeamter und gehobener Hofbediensteter. Das Wohngebäude ist ein für seine Entstehungszeit charakteristischer späthistoristischer Bau, der vor allem durch seine kunstvollen Schwebegiebel und das große, farbige Treppenhausfenster besticht. Das Gebäude spiegelt anschaulich großbürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Jahre um 1900 wider und hat Zeugniswert für die Entwicklung der Residenz- und preußischen Verwaltungsstadt Sigmaringen. Orts- und landesgeschichtliche Bedeutung erhält der das Gebäude durch seinen Bauherrn Dr. Emil Belzer (1860 bis 1930), den zeitweiligen Regierungspräsidenten des Preußischen Regierungsbezirkes der Hohenzollerischen Lande, der für die Geschichte der preußischen Provinz im Kaiserreich wie auch für die politische Entwicklung Hohenzollerns nach der Revolution von 1918/19 eine wichtige Rolle spielte.

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Jagdschloss Josefslust (heute Dienstsitz der Fürstlich Hohenzollernschen Revierförsterei Josefslust) Josefslust 1
(Karte)
Zweiteiliger Baukörper, zweigeschossiger verputzter Hauptbau, Satteldach mit Dachreiter, übergiebelter Mittelrisalit, verbunden durch überdeckten Bogengang mit quer dazu gestelltem Gebäude, zweigeschossiger verputzter Bau mit Walmdach, errichtet anstelle eines Vorgängers nach Entwurf von Rudolf Burnitz, 1830 (a)

Das klassizistische Jagdschloss Josefslust seht inmitten eines seit dem Spätmittelalter existenten Wildparks bzw. Tiergartens, der als Jagddistrikt den Grafen von Werdenberg und den Herren von Zimmern als Revier diente und zwischen beiden geteilt war. Der werdenbergische Anteil gelangte mit der Herrschaft Sigmaringen 1535 an die Hohenzollern. Der Name Josefslust geht auf den Fürsten Joseph Friedrich von Hohenzollern zurück, der in mitten des Reviers ein erstes Jagdschloss Josefslust errichten ließ. An seiner Stelle entstand nach Entwürfen des Fürstlich Hohenzollerischen Baurats Rudolf Burnitz (1788 bis 1849) ein Neubau aus zwei Flügeln, die über einen Bogengang miteinander verbunden sind. Das Gebäude ist wichtiges Zeugnis der Jagdkultur am Sigmaringer Hof in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und belegt die Durchdringung der Landschaft um die Residenzstadt mit Bauten für die Repräsentations- wie auch Erholungsbedürfnisse der Landesherrschaft. Es hat damit auch herrschaftsgeschichtliche Bedeutung, zumal die Jagd landesherrliches Hoheitsrecht war, das sich in solchen Anlagen baulich manifestierte.

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St. Hubertus-Bildstock Josefslust
(Karte)
Bildhäuschen mit Relief auf Säule, Sandstein und Marmor, wohl um 1900

Der Bildstock in neuromanischen Formen stellt in einem Relief dar, wie der Heilige Hubert des Hirsches - Symbol für Christus - ansichtig wird. Der Bildstock steht damit in unmittelbarem Zusammenhang zu seinem Aufstellungsort auf dem Areal des fürstlichen Jagdschlosses Josefslust und belegt die katholische Frömmigkeit des Hauses Hohenzollern-Sigmaringen wie auch die Verankerung der Jagd in christlicher Legendenüberlieferung.

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Josefskapelle Josefstraße 9
(Karte)
Achtseitiger verputzter Kuppelbau, Architekturbemalung mit Pilastergliederung, reiche Innenausstattung, dekoriert von Nikolaus Schütz, Landsberg/Lech, Kuppelfresko von Josef Ignaz Wegscheider, Riedlingen; erbaut unter Fürst Johann von Hans Alberthal, Dillingen, 1629 (a), nach Zerstörung 1633 Wiederauf- und Umbau durch Michael Beer, 1660 (a), nochmals 1715/16 (a), Kuppel, Vergrößerung der Fenster und Ausstattung unter Fürst Joseph Friedrich, 1739 8a)

Die auf dem Josefsberg gelegene Kapelle beherrscht durch ihre Lage weithin sichtbar die Sigmaringer Stadtlandschaft und das Donautal und bildet durch ihre Lage das Gegengewicht zum Schloss. Sie wurde 1629 anstelle einer älteren Kapelle erbaut. Hans Alberthal aus Dillingen, der damals gleichzeitig die Umbauten im Schloss leitete, war der Architekt. Sie ist - gerade hinsichtlich ihrer Entstehungszeit - ein Zeugnis des katholischen Bekenntnisses des ersten Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen während des Dreißigjährigen Krieges und damit der Gegenreformation. Die Kapelle wurde mehrfach umgebaut, zuletzt im Auftrag des Fürsten Joseph Friedrich (1701 bis 1769) 1739 zu Ehren seines Namenspatrons. Damals stuckierte Nikolaus Schütz aus Landsberg am Lech den Innenraum. Im selben Jahr malte Josef Ignaz Wegscheider das prächtige Deckengemälde in der Kuppel des achteckigen Baus. Dargestellt ist in barocker Illusionsmalerei die Apotheose des heiligen Josefs, ein sehr seltenes Motiv der Malerei und vermutlich in Deutschland einzigartig. Die Josefskapelle in Sigmaringen ist daher ein hervorragendes und äußerst qualitätvolles Zeugnis einer Renaissancearchitektur mit wertvoller barocker Ausmalung und Stuckierung und hat somit hoher Bedeutung für die Kunstgeschichte Oberschwabens und das Schaffen und Werk der an der Ausstattung im 18. Jahrhundert beteiligten Künstler. Darüber hinaus hat sie stadtbau- und ortsgeschichtliche Bedeutung. Nicht zuletzt ist sie wichtiger Point de Vue der Residenzlandschaft und wurde als solche auch im 19. Jahrhundert durch Anlage von Spazierwegen und Pflanzungen unter Fürst Anton Aloys inszeniert.

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Denkmal an Fürst Karl Anton (1811 bis 1885) Karl-Anton-Platz 1
(Karte)
Bronzestandbild auf Marmorsockel, von Prof. Adolf Donndorf, Stuttgart, 1890 (a)

Das Denkmal erhebt sich auf dem nach dem Fürsten benannten Platz und erinnert an Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen (1811 bis 1885), der nach dem Aussterben der Hechinger Linien 1869 Oberhaupt des Gesamthauses der schwäbischen Hohenzollern wurde. Er verlegte 1871 die Hofhaltung zurück nach Sigmaringen, was in der Folge zu einem Aufschwung der Stadt führte und eine rege Bautätigkeit von Seiten des Hofes mit sich brachte. Karl Anton war überdies letzter regierender Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen, der sein Land 1849 an Preußen abtrat, und zeitweilig preußischer Ministerpräsident. Seinem Sohn Karl wurde die spanische Krone angetragen, was in der Folge 1870 zum Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges, des letzten europäischen Erbfolgekrieges führte und damit verbunden in die deutsche Reichseinigung unter preußischer Führung durch Bismarck mündete. Das Denkmal für den über Sigmaringen und die engere Geschichte des Fürstentums hinaus wichtigen Karl Anton ist zeittypischer Ausdruck des Denkmalkultes wie auch der Verehrung von Monarchen und Mitgliedern des Hochadels und macht den Fürsten über seinen Tod hinaus präsent im Bild seiner Residenzstadt. Es belegt dabei auch das Schaffen des seinerzeit bekannten und gefragten Bildhauers und Stuttgarter Akademieprofessor Adolf von Donndorf (1835 bis 1916).

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Residenzschloss der Fürsten zu Hohenzollern-Sigmaringen Karl-Anton-Platz 2, 4, 6, 8
(Karte)
Mehrteilige Anlage in markanter, stadt- und landschaftsbildprägender Lage auf hohem Felsen über der Donau, mehrgeschossige verputzte Massivbauten mit vielgestaltiger Dachlandschaft, Ziergiebeln und Dachaufbauten sowie Treppentürmen, Gründung des 11. Jahrhunderts, im Kern hochmittelalterliche Anlage um 1200, Ausbau und Verstärkung für die Grafen von Werdenberg, um 1498 bis 1526 (i), Um- und Ausbau für Fürst Johann von Hohenzollern durch Hans Alberthal, 1627 bis 1630 (a), nach Teilzerstörung 1633 Wiederaufbau durch Michael Beer, 1658/59 (a), Ausbau Fürst-Josephsbau, 1736 (a), Umgestaltungen und Umbauten 1855 bis 1878 (a), u. a. Erhöhung des Bergfrieds 1877 (a), nach Brand Ostflügel 1893 Wiederaufbau und durchgreifende Umgestaltung und Umbau für Fürst Leopold nach Plänen von Hofbaurat Johannes de Pay und Emanuel Seidl, München, 1895 bis 1903 (a), Turmabschluss Bergfried 1901 (a), bestehend aus:
  • Kernschloss um Schlosshof mit Fürst-Josephsbau, von Rundtürmen flankiertes Eingangstor, Hochschloss und portugiesischer Galerie, Bergfried mit achteckigem Abschluss und spitzem Steinhelm, reich ausgestattete Räume, um 1200 bis 1906;
  • Verbindungsbogen zum Museumsbau, 1862 bis 1867 (a);
  • Bibliotheksbau, viergeschossiger verputzter Massivbau mit Dachterrasse und Pavillonaufbau, umgebaut Anfang 20. Jahrhundert;
  • Bräuhaus, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Treppengiebel und Zwerchhäusern, umgebaut Anfang 20. Jahrhundert;
  • Wilhelmsbau, gestaffelter vier- bis fünfgeschossiger verputzter Massivbau mit Dachterrassen, im Kern Fruchtkasten, Ausbau zum Kavaliersbau 1815 bis 1817 (a), Umbau und Dachterrasse 1908 (a);
  • Hof- und Freiflächen

Das fürstliche Residenzschloss der Hohenzollern zu Sigmaringen erhebt sich dominierend als malerisch gruppierter Baukomplex auf einem Felsen hoch über der Donau und ist von bewusst inszenierter, landschafts- wie stadtbildprägender Wirkung. Es ist nicht nur zentrales Zeugnis der Sigmaringer Siedlungs- und Stadtgeschichte, sondern hat auch herausragende Bedeutung für die südwestdeutsche Landesgeschichte: einmal seit 1535 als Residenz der Grafen und Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen, zum anderen als Exilsitz des französischen Vichy-Regimes unter Marschall Pétain 1944/45. Seine äußere Baugestalt geht im Wesentlichen auf den infolge des teilweisen Schlossbrandes von 1893 vorgenommenen Um- und Ausbau zurück, den zuerst Johannes de Pay (1844 bis 1899) und dann vor allem der bekannte Münchner Architekt Emanuel von Seidl (1856 bis 1919) plante. Damals erhielt der Bau seine markante Silhouette mit den Neurenaissancegiebeln und dem Bergfriedaufsatz, während die älteren Wirtschafts- und Verwaltungstrakte im Südosten als gestaffelte Baugruppe optisch geschickt von der Stadt mit dem Karl-Anton-Platz zum Schloss auf dem Felsen überleiten. Von Seidl schuf hier eines seiner Hauptwerke und eine der letzten großen Fürstenresidenzen vor dem Ende der Monarchie in Deutschland 1918. Seine Raumschöpfungen, u. a. die Portugiesische Galerie, zählen mit zum Besten der Raumkunst des Späthistorismus, wobei sowohl in der Architektur wie der Ausstattung Einflüsse des Reform- und des Jugendstils sichtbar werden. Im Kern bildet das Schloss allerdings ein bauhistorisches bemerkenswertes Konglomerat aus verschiedensten Epochen. Älteste Teile sind die Buckelquadermauern, u. a. des Bergfrieds, einer stauferzeitlichen Anlage, welche eine frühe Adelsburg des 11. Jahrhunderts ablöste. Unter den Grafen von Werdenberg entstand um 1500 der wehrhafte Torbau, Fürst Johann von Hohenzollern ließ den Komplex zu einem Renaissanceschloss ausbauen, das 19. Jahrhundert suchte die äußerlich einfachen Gebäudekubaturen durch neugotische Verschönerungen aufzuwerten und somit die pittoreske Wirkung der Silhouette zu steigern, die mit dem Ausbau um 1900 ihren Höhepunkt fand. Das Schloss Sigmaringen zählt damit zu den besonders anschaulich überlieferten Fürstensitzen in Südwestdeutschland und dokumentiert in künstlerisch äußerst qualitätvoller Weise hochadelige Wohn- und Lebensverhältnisse vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert. Es ist mit seinen Raumfolgen nicht nur überragendes Zeugnis später höfischer Kultur im Deutschen Kaiserreich, sondern auch in seiner Gesamtheit hochbedeutendes Dokument der Herrschaftsgeschichte im Raum der Schwäbischen Alb und Oberschwabens. Mit seiner exponierten Lage inmitten des Tals der oberen Donau ist Schloss Sigmaringen ein in höchstem Maße raumwirksames Kulturdenkmal.

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Fürstliche Hofökonomieverwaltung (heute Wohnhaus) Karl-Anton-Platz 3
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Krüppelwalmdach mit Zwerchhaus, Fledermausgauben und Wiederkehr, Mittelrisalit und giebelseitiger Standerker mit Balkon, Umbau unter Fürst Wilhelm, 1906 (a), im Kern älter

Das Gebäude, südlich dem Schloss gegenübergelegen, nahm die Verwaltung der Hofökonomie auf und ist damit Zeugnis der höfischen Infrastruktur der fürstlichen Residenz Sigmaringen. In seiner heutigen Form stellt sich das Gebäude als Umbau von 1906 dar, der im Sinne der Heimatschutzarchitektur gestaltet ist und sich mit seinen einfachen Putzfassaden dem Schloss deutlich unterordnet. Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil der funktional zur Residenz gehörigen Bebauung auf dem Schlossberg.

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Galeriebau Karl-Anton-Platz 8/1
(Karte)
Fürstlich Hohenzollernsches Museum, zweigeschossiger Bau aus Kalktuffquadern mit flach geneigtem Satteldach, flache Treppengiebel, Erker mit Treppengiebeln, Eingang mit Tympanonrelief, Treppenturm mit hohem, schlankem Rundaufsatz und spitzem Helm, innen dreischiffige Halle mit gewölbten und flachen hölzernen, reich geschnitzten Decken, Wandmalereien nach Plänen von Karl Albert Krüger, 1862 bis 1867 (a)

Der Galeriebau entstand als malerische Ergänzung zum Schloss in neugotischen Formen und prägt maßgeblich das Erscheinungsbild der Anlage auf dem Felsen über der Donau. Er ist eines der wichtigen Zeugnisse historistischer Baukunst in Sigmaringen und der Region. Er stand am Anfang einer Aufwertung des Schlosses im neugotischen Burgenstil, offensichtlich angeregt durch den Wiederaufbau der Stammburg Hohenzollern seit 1850. Das Gebäude zählt zu den wichtigen frühen Museumsbauten des 19. Jahrhunderts in Südwestdeutschland und diente dazu, die reichhaltigen, hochbedeutenden fürstlichen Kunstsammlungen, insbesondere die altdeutsche Malerei, zu präsentieren. Vorbildhaft wirkte der (zerstörte) Altbau des Wallraff-Richartz-Museums in Köln. Das auf acht schlanken Holzpfeilern ruhende Holzbalkenwerk und die zwischen die Pfeiler gespannten Bögen mit ihren weit herabhängenden Schlusssteinen zitieren hingegen die große Halle von Hampton Court Palace bei London. Das malerische und bildhauerische Gesamtprogramm des Düsseldorfer Historienmalers Andreas Müller bezieht sich in allegorischer Weise auf Kunst, berühmte Künstler und Kunsthandwerk. Der Raum bildet so einen quasi sakralen Rahmen für die Werke der Kunst, 1867 wurde der Galeriebau in Anwesenheit des preußischen Königspaares eingeweiht. Er zählt zu den wenigen anschaulich und weitgehend authentisch überlieferten Ausstellungsräumen des Historismus in Deutschland und ist charakteristisches Zeugnis fürstlicher Sammlungspräsentation in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er belegt darüber hinaus die weitere architektonische Ausgestaltung der Residenz durch die Fürsten von Hohenzollern auch nach dem Souveränitätsverzicht gegenüber Preußen.

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Marstall (heute Wagenmuseum) Karl-Anton-Platz 8/2
(Karte)
Eingeschossiger verputzter Massivbau, Mansardwalmdach mit Zwerchhäusern und geschweiften Zwerchgiebeln, an östlicher Schmalseite pilastergerahmtes Eingangsportal mit Sprenggiebel und Vierpassfenster, erbaut für Fürst Joseph Friedrich, 1724 (a), renoviert unter Fürst Karl Anton, 1866 (a)

Der Marstall zählt zu den wichtigen Infrastrukturbauten der einstigen Hohenzollernresidenz und zeugt von deren Ausbau in der Barockzeit unter Fürst Joseph Friedrich. Marställe bildeten wichtige höfische Repräsentationsbauten, standen hier doch die besonders wertvollen fürstlichen Reittiere. 1866 wurde das Gebäude renoviert und erhielt das markante Zwerchhaus im Neurenaissancestil über der östlichen Schmalseite, die durch ein reich gestaltetes Portal ausgezeichnet ist. Das Gebäude ist damit anschauliches Dokument der Hofkultur und Herrschaftsgeschichte Sigmaringens im 18. und 19. Jahrhundert.

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Gasthaus und Hotel Löwen (heute Wohn- und Gasthaus) Karlstraße 4
(Karte)
Viergeschossiger verputzter Massivbau, flach geneigtes, auf beschnitzten Knaggen überkragendes Walmdach, axialsymmetrischer Fassadenaufbau, Gliederung durch teilrustizierte Lisenen und umlaufende Sohlbankgesimse, um 1850, erweitert 1887 und 1893

Das in seiner Kubatur spätklassizistische Gebäude des Löwen ist Teil des Ausbaus der Karlstraße, der ab 1837 begann. Es wurde 1887 und 1896 zum Hotel erweitert und galt in den 1930er-Jahren als das erste Haus am Platz. Während des Exils der französischen Vichy-Regierung unter Marschall Pétain waren die Hotelzimmer zur Unterbringung wichtiger Persönlichkeiten beschlagnahmt, u. a. wohnten hier Kulturschaffende wie der Arzt und Schriftsteller Louis-Ferdinand Destuches (1804 bis 1961) oder die Schauspielerin Corinne Luchaire (1921 bis 1950), überdies auf gleich zwei Etagen der vormalige Gestapo-Chef von Paris, der SS-Obersturmbannführer Karl Bömelberg. Nach der Besetzung Sigmaringens durch französische Truppen 1945 diente der Löwen als Quartier des Kommandeurs Major Vallin. Das Gebäude hat damit nicht nur Bedeutung für die Baugeschichte der Residenzstadt Sigmaringen im 19. Jahrhundert, sondern ist auch wichtiges Zeugnis historischer Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs.

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Wohnhaus mit Garten Karlstraße 5
(Karte)
Zweigeschossig, verputzt, Satteldach mit Wiederkehr, Erdgeschoss mit Bandrustika, Obergeschoss mit Lisenengliederung, historische Ausstattungselemente, für den Hofbeamten Michael Buck erstellt, 1837 (a), in der gleichen Formensprache um eine Achse nach Südosten erweitert, 1893 (a)

Das Wohnhaus wurde genau im Jahr der Herausgabe des Stadtbauplans von 1837 für den Fürstlichen Beamten Michael Buck unweit der bereits 1830 erbauten Hofkammer (dem späteren Prinzessinnenpalais, Karlstraße 13) erstellt, wo er in Diensten stand. Das Gebäude dokumentiert zwei Phasen des Ausbaus Sigmaringens zu einer Fürstlichen Residenz des 19. Jahrhunderts: Als eines der ältesten Beamtenhäuser an der Karlstraße ist es bauliches Zeugnis der ersten Stadterweiterung Sigmaringens Richtung Hedingen, die 1822 mit dem Alten Prinzenbau, der Projektierung der Karlstraße mit traufständiger Randbebauung und der Neuanlage des Karlsplatzes (heute Leopoldplatz) 1838 begann. In die Phase des wieder aufgenommenen Stadtausbaus unter Fürst Karl Anton ab 1871 gehört die Erweiterung des Wohnhauses 1893. Oberforstrat August Buck nahm diese Baumaßnahme sicher nicht nur aus einem Bedürfnis nach mehr Wohnraum vor, sondern auch, um dem Gebäude ein stattlicheres Aussehen zu verleihen, damit es neben den neuen oder gestalterisch aufgewerteten Bauten in der direkten Nachbarschaft bestehen konnte. Darüber hinaus ist das Gebäude mit seiner zurückhaltenden, klassizistischen Architektur, seiner qualitätvollen Innenausstattung und dem zugehörigen Garten ein anschauliches Beispiel für den Lebensstil hohenzollerischer Beamter des 19. Jahrhunderts - und zwar sowohl während der konstitutionellen Modernisierung der fürstlichen Herrschaft unter Fürst Karl vor 1848 wie auch in preußischer Zeit unter Fürst Leopold.

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Prinzessinnenpalais Karlstraße 9
(Karte)
Zweieinhalbgeschossiger verputzter Massivbau, im Erdgeschoss kräftige Bandrustizierung, Obergeschoss und Mezzanin durch kolossale Pilastergliederung zusammengefasst, Abschlussgebälk mit Vasenaufsätzen und Segmentbogengiebel mit Hohenzollern-Wappen, Einfahrt mit gewölbtem Glasdach, historische Ausstattungselemente, nach Plänen von Baurat Rudolf Burnitz für die fürstliche Hofkammer erbaut, 1839/40 (a), später Wohnhaus der Prinzessin Karoline, Umbau durch Hofbaurat Johannes de Pay für Fürstin Josephine, 1891 (a), Vordach 1898 (a)

Unter Fürst Karl begann in den 1830er-Jahren die städtebauliche Ausgestaltung der Residenzstadt Sigmaringen. Mit Anlage der Karlstraße wurde eine für deutsche Residenzen in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts obligatorische Via Triumphalis geschaffen, an der sich die Verwaltungs- und Repräsentationsbauten des souveränen, konstitutionellen Staates aufreihten, darunter auch der Sitz der mit der Verwaltungsreform des Fürsten Karl neu geschaffenen Hofkammer. Entworfen wurde der Bau durch Rudolf Burnitz (1788 bis 1849), seit 1824 Baurat in Hohenzollern-Sigmaringen. Seit den 1860er/70er-Jahren diente das Gebäude zunehmend Angehörigen der fürstlichen Familie als Wohnung und schließlich Fürstin Karoline als Witwensitz. Für sie wurde der Bau durch Johannes de Pay (1844 bis 1899) überformt und erhielt seine monumentale späthistoristische Fassade in Formen des Neubarock. Das Gebäude ist wichtiger Bestandteil des Ensembles der Karlstraße und hat Zeugniswert für die Reformpolitik des Fürsten Karl und der damit verbundenen städtebaulichen Entwicklung Sigmaringens wie auch für die Wohn- und Repräsentationskultur einer hochadeligen Familie im späten 19. Jahrhundert. Das Palais dokumentiert darüber hinaus die architekturgeschichtliche Entwicklung Sigmaringens im 19. Jahrhundert wie auch das Schaffen der hierfür wichtigen Baumeister Burnitz und de Pay.

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Regierungsgebäude (Verwaltungsgericht) Karlstraße 13
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, übergiebeltem Mittelrisalit mit großem Bogenfenster und Balkon, Erdgeschoss mit Bänderrustika, nach Plänen Baurat Rudolf Burnitz, 1839/40 (a), aufgestockt um Vollgeschoss nach Entwurf von Wilhelm Laur, 1852 (a)

Unter Fürst Karl begann in den 1830er-Jahren die städtebauliche Ausgestaltung der Residenzstadt Sigmaringen nach einem 1836/37 aufgestellten Bauplan. Mit Anlage der Karlstraße in Richtung Süden wurde eine für deutsche Residenzen in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts obligatorische Via Triumphalis geschaffen, an der sich die Verwaltungs- und Repräsentationsbauten des souveränen Staates aufreihten. Erster großer Bau war das neue Regierungsgebäude am höchsten Punkt der Straße. Es unterstreicht die Reformpolitik und Neuorganisation der Staatsverwaltung unter dem Fürsten Karl, der 1833 eine konstitutionelle Verfassung erließ. Der spätklassizistische Bau besticht durch seine klare Formensprache und ist wichtiges Werk im Sigmaringer Schaffen des Architekten Rudolf Burnitz (1788 bis 1849), seit 1824 fürstlicher Baurat am Hohenzollernhof. Burnitz zählt zu den bedeutenderen Vertretern des Spätklassizismus und des Rundbogenstils in Süddeutschland. Das Regierungsgebäude ist damit ein zentrales Bauzeugnis für den konstitutionellen Staatsausbau in Hohenzollern-Sigmaringen wie auch für die architektur- und stadtbaugeschichtliche Entwicklung der Residenzstadt in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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Sog. Prinzenbau Allee; Karlstraße 1, 3; Prinzengarten
(Karte)
Erbprinzenpalais (seit 1984 Staatsarchiv), dreiteiliger Gebäudekomplex, mehrfach umgebaut, heutige Gestalt geprägt durch Umbau nach Entwurf von Johannes Hofbaurat de Pay, 1896 bis 1898 (a), bestehend aus:
  • Alter Prinzenbau, zweieinhalbgeschossiger verputzter Massivbau, flach geneigtes Walm- und Pyramidendach mit Belvedere, Eckrustizierung, Erdgeschoss mit Bandrustika, Mezzanin mit Lisenengliederung, im Kern Palais der Fürstin Amalie Zephyrine, erbaut nach Plänen des fürstlichen Bauinspektors Uhl, 1822 bis 1825 (a), mit dem 1832 errichteten Küchenbau zu einem Gebäude vereinigt, 1896 bis 1898;
  • Neuer Prinzenbau, zweieinhalbgeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, straßen- und parkseitig übergiebelte Mittelrisalite, vor südöstlicher Schmalseite Standerker mit Balkon und Loggienaufbau, Erdgeschoss mit Bandrustika, Obergeschoss und Mezzanin durch Kolossalpilastergliederung zusammengefasst, im Inneren reich ausgestattete Räume, erbaut für Erbprinz Karl Anton nach Plänen von Baurat Gottfried Bröm, 1842 bis 1847 (a), Umgestaltung nach Entwurf von Josef Laur, 1877/78 (a), südöstlicher Anbau 1921 (a);
  • Verbindungstrakt, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Satteldach, Erdgeschoss Bandrustika, 2. Obergeschoss Lisenengliederung, im Kern 1842 bis 1847 (a), um ein Geschoss erhöht, 1896/97;
  • Prinzengarten o. a. Langer Garten, Parkanlage im gemischten Stil, mit geometrischer Terrassenanlage auf Stützmauer von 1877/78, Landschaftsgarten mit Teich, stattliches Parktor mit zwei Pfeilern am südlichen Ausgang, Entwurf Johannes de Pay, angelegt durch Hofgärtner Fidel Schnell, 1845 (a), weitere Ausgestaltung durch Gartenbaudrektor Heinrich Grube, 1869 bis 1879 (a), und Gartendirektor Dreher, Ende 19. Jahrhundert; umfasst ältere Elemente wie Reste der Aumauer des 17. Jahrhunderts entlang der Karlstraße und die Hedinger Allee, angelegt im 18. Jahrhundert

Prinzenbau und Prinzengarten haben einen hohen exemplarischen und dokumentarischen Wert für die Geschichte des herrschaftlichen Bauens und der fürstlichen Selbstdarstellung im 19. Jahrhundert, nicht nur in Sigmaringen. Sie bilden überdies den Auftakt zur Karlstraße, dem ab 1837 begonnenen großen klassizistischen Stadterweiterungsprojekt im Südosten Sigmaringens. Gebäude und Park führen daher die baugeschichtliche Entwicklung Sigmaringens eindrücklich vor Augen, in der die Stadt zu einem repräsentativen Regierungssitz umgebaut wurde. Sie besitzen einen hohen Quellenwert sowohl für die Geschichte des Fürstenhauses Sigmaringen-Hohenzollern und seiner Residenzstadt Sigmaringen, als auch für kunst- und architekturhistorische sowie stadtbaugeschichtliche Fragestellungen zur Bau- und Gartenkunst des 19. Jahrhunderts im Allgemeinen. Prinzenbau und Prinzengarten sind ein herausragendes Beispiel für den funktionalen Zusammenhang von Bau- und Gartenkunst. Die Parkanlage hat die Bauten als Bezugspunkt - die herrschaftlichen Gebäude brauchen die gestaltete Umgebung, um ihre ästhetische und repräsentative Wirkung zu entfalten. Beide präsentieren sich heute noch in dem Erscheinungsbild, das ihnen gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den in Sigmaringen zentralen Architektenpersönlichkeiten Josef Laur bzw. Johannes de Pay und dem Gartenbaudirektor Heinrich Grube auf Veranlassung des Fürsten Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen verliehen worden ist. Darüber hinaus trägt die überlieferte hochkarätige Innenausstattung des späten Historismus das Ihre dazu bei, dass es sich beim Prinzenbau um eines der herausragenden Zeugnisse der Architektur, des Kunsthandwerks und der hochadeligen Wohnkultur des 19. Jahrhunderts in Südwestdeutschland handelt. Die Anlage ist dabei ein zentrales Zeugnis der höfischen Kultur am Ende des monarchischen Zeitalters.

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Kanzleigebäude des Forst- und Rentamts Karlstraße 17
(Karte)
Später Hofkammergebäude (heute Amtsgericht), zweigeschossiger verputzter Massivbau mit dreigeschossigen Kopfbauten, flach geneigtes Satteldach und Walmdächer, Erdgeschoss mit Bandrustika, Horizontalgliederung durch Stockwerks- und durchlaufende Sohlbankgesimse, Konsolkranzgesimse, Entwurf von Bauinspektor Josef Laur, 1846/47 (a)

Unter Fürst Karl begann in den 1830er-Jahren die städtebauliche Ausgestaltung der Residenzstadt Sigmaringen nach einem 1836/37 aufgestellten Bauplan. Mit Anlage der Karlstraße wurde eine für deutsche Residenzen in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts obligatorische Via Triumphalis geschaffen, an der sich die Verwaltungs- und Repräsentationsbauten des souveränen, konstitutionellen Staates aufreihten. Das einstige Kanzleigebäude von Forst- und Rentamt belegt anschaulich diese städtebauliche Maßnahme, die in enger Verbindung zur Verwaltungsreformpolitik Fürst Karls stand, und nimmt durch seine Kubatur und Größe einen wichtigen Stellenwert innerhalb der Bebauung entlang der Karlstraße ein. Der spätklassizistische Bau belegt dabei auch das Schaffen des fürstlichen Oberbaurats Josef Laur (1817 bis 1886), der zu den prägenden Architektenpersönlichkeiten in der Mitte und 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Sigmaringen zählte.

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Ev. Stadtpfarrkirche Karlstraße 20, 22
(Karte)
Werkstein-Saalbau mit Satteldach und polygonalem Chor, im Norden achteckiger schlanker Turm mit Fialenbekrönung und spitzem Helm, im Inneren offener, holzverschalter Dachstuhl, Westempore auf Spitzbogenarkaden, Chorraum mit Sternrippengewölbe über schlanken Diensten; quer dazu angeschlossen über Spitzbogen-Arkadengang ev. Pfarrhaus, zweigeschossiger Werksteinbau, Satteldach mit Zwerchhaus, traufseitige Erschließung mit profiliertem Spitzbogenportal; erbaut nach Plänen des preußischen Hofbaurats Friedrich August Stüler unter Leitung von Hermann A. Weber, 1861/62 (a)

Die neugotische evangelische Stadtpfarrkirche bildet zusammen mit dem über einen eleganten Arkadengang angeschlossenen Pfarrhaus ein städtebaulich wirkungsvolles Ensemble an der seit den 1830er-Jahren als Via Triumphalis ausgebauten Karlstraße. Ihr Bau wurde nötig, nachdem der Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen seine Landesherrschaft 1849/50 an Preußen abgetreten hatte und das Fürstentum Hohenzollern preußische Provinz geworden war. Damit kamen vornehmlich evangelische Staatsbeamte aus Preußen nach Sigmaringen, das zentrale Mittelpunkts- und Verwaltungsfunktionen für die neue preußische Provinz behielt. Friedrich August Stüler entwarf einen Kirchenbau, der mit seinem schlanken achteckigen Turm einen wirkungsvollen Akzent im Stadtbild setzt und das evangelische Gegenstück zur traditionsreichen barocken katholischen Stadtpfarrkirche bildet. Stüler (1800 bis 1865), Schüler Karl Friedrich Schinkels und unter den Königen Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. preußischer Hofbaumeister, zählt zu den besten Vertretern des Historismus und insbesondere der Neugotik. Mit seinem Sigmaringer Kirchenbau knüpft er an die Kapellenbauten auf der von ihm wiederaufgebauten Stammburg Hohenzollern (Bisingen) an. Die Kirche zählt zu den qualitätvollsten neugotischen Sakralbauten der Region und hat wichtige Bedeutung für die Kirchen- und Stadtbaugeschichte Sigmaringens. Mit dem über einen Arkadengang baulich angeschlossenen Pfarrhaus knüpfte Stüler an Schinkels Berliner Vorstadtkirchen bzw. seine Johanniskirche in Moabit an und nahm eine Konzeption vorweg, die vor allem im 1. Viertel des 20. Jahrhunderts charakteristisch für evangelische und dann auch für katholische Kirchenneubauten werden sollte.

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( Wikidata)

Thurn- und Taxis’sche Posthalterei (heute Wohn- und Bürohaus) Karlstraße 28
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Gliederung durch Lisenen und Gesimse, axialsymmetrische Fassade, mittiger Kastenerker mit Treppengiebel und Drillingsfenster, 1829 bis 1845 sowie spätes 19. Jahrhundert; Garten und Einfriedung

Das Gebäude ist Teil der Bebauung der ab 1837 angelegten Karlsstraße mit Verwaltungs- und Repräsentationsbauten des Staates und fürstlichen Hofes. Der kubische, spätklassizistische Baukörper ist charakteristisch für die traufständigen Bauten an der als Via Triumphalis angelegten Straße und erfuhr, wie die reichen Fensterverzierungen belegen, im späten 19. Jahrhundert eine schmuckvolle Aufwertung im Stil der Neurenaissance. Eine eigene Post erhielt das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen erst 1819 mit Postamt in Sigmaringen. Das Postwesen blieb bis 1867 unter Thurn- und Taxis’scher Verwaltung, danach ging es an den preußischen Staat bzw. nach 1871 an das Deutsche Reich über. Kurz danach wurde das Postamt in den neuen Bahnhof verlegt. Die alte Posthalterei ist damit wichtiges Zeugnis der Postgeschichte und belegt darüber hinaus die Bedeutung Sigmaringens als Residenzstadt und Verwaltungsmittelpunkt im 19. Jahrhundert.

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Bauten der Fürstlich Hohenzollernschen Hofkammer- und Domänenverwaltung Karlstraße 30, 32, 34, 36; Kirchhofeschle
(Karte)
bestehend aus:
  • Kleines Beamtenwohnhaus (Karlstraße 30), zweieinhalbgeschossiger verputzter Massivbau mit Mittelrisalit und flach geneigtem Walmdach, Erdgeschoss mit Bandrustika, rustizierte Ecklisenen, erbaut nach Entwurf des Fürstlichen Baurats Josef M. Laur, 1871 (a), Veranden- und Badanbau, 1902 (a);
  • Fürstlich Hohenzollernsches Haus- und Domänenarchiv (Karlstraße 32), zweigeschossiger verputzter Massivbau, zwei Kopfbauten mit Mansardwalmdächern, mit Band- und Eckrustika, mittiger Giebelaufsatz mit Vasenbekrönung und Hohenzollern-Wappen, Entwurf von Baurat Josef M. Laur, 1873 (a);
  • Rentamt (Karlstraße 34), zweieinhalbgeschossiger verputzter Massivbau auf auf hohem Sockel mit Mittelrisalit, flach geneigtes Satteldach, flacher, übergiebelter Mittelrisalit, Sockel und Erdgeschoss mit Bandrustika, Obergeschoss mit rustizierten Lisenen, Mezzanin mit glatten, verdoppelten Lisenen, Entwurf von Baurat Josef M. Laur, 1874/75 (a);
  • Großes Beamtenwohnhaus (Karlstraße 36), zweieinhalbgeschossiger verputzter Massivbau mit Mittelpavillon und Eckrisaliten, flach geneigtes Walmdach, Mittelteil mit Mansardwalmdach, mit Band- und Eckrustika, mittig großes Rundbogenportal, von Baurat Josef M. Laur, 1877 (a, i), rückseitige Verandaanbauten nach Entwurf von Architekt Cescuti, 1901 (a);
  • dazugehörige Gärten, 1895 (a), bzw. historische Freiflächen und Einfriedungen

Die vier Verwaltungs- und Wohnbauten mit Einfriedung und rückwärtigen Gärten gehören zur zweiten Ausbauphase der ab 1837 angelegten Karlstraße, die Fürst Karl Anton nach seiner Rückkehr aus dem Rheinland und seiner Tätigkeit als preußischer Ministerpräsident 1871 in die Wege geleitet hatte. Bei den vier Gebäuden Karlstraße 30, 32, 34 und 36 handelt es sich sämtlich um Bauten für die Fürstlich Hohenzollernsche Hofkammer- und Domänenverwaltung, die im Zuge des Anschlusses Hohenzollern-Sigmaringens an Preußen als eigenständige Institution entstanden war. Die Entwürfe für diese 1871 bis 1877 errichteten Verwaltungs- und Wohngebäude lieferte der Fürstliche Baurat Josef M. Laur (1817 bis 1886), der das Bild der Residenzstadt unter Karl Anton wesentlich prägte. Die Gebäude zeigen - entsprechend ihrer unterschiedlichen Funktionen- eine verschiedenartige Gestaltung des späten Historismus. Das Kleine Beamtenwohnhaus und der Verwaltungsbau haben noch eine klassizistische Kubatur, zeigen aber deutlich eine Fassadengestaltung der Neurenaissance italienischer Prägung, während das Große Beamtenwohnhaus und vor allem das Archivgebäude eine Orientierung an französischer Architektur der Barock- und Renaissanceepoche zeigen. Am repräsentativsten fiel der Bau des Archivs in Formen eines vornehmen Stadtpalais aus, das die Bedeutung der Institution für das Fürstenhaus verdeutlicht. Das bis in die jüngste Zeit als Archiv genutzte Gebäude ist außerordentlich anschaulich in Grundriss und Ausstattung überliefert. Historisch qualitätvolle Ausstattungen weisen auch die übrigen Gebäude, besonders das Große Beamtenwohnhaus auf. Sie zeugen eindrücklich von der sozialen Stellung der Beamten und gründerzeitlichem Wohnkomfort. Dieser wurde durch die Zufügung von Gärten, die ab 1901 auch gartenkünstlerisch gestaltet wurden, gesteigert. Die Baugruppe besitzt hohen landes- und stadtgeschichtlichen sowie stadtbau- und architekturgeschichtlichen Quellenwert. Von dem renommierten Architekten Josef M. Laur im Auftrag des Fürsten Karl Anton entworfen, stellt sie ein einheitliches Projekt zur Selbstdarstellung des Fürstlich Hohenzollernschen Hofes dar, das gleichermaßen den bereits seit den 1830er/40er-Jahren unter Fürst Karl begonnenen Ausbau der Landeshauptstadt fortsetzte.

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Fürstlich Fürstenbergisches Rentamt und Forsteigebäude Karlstraße 38
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau auf hohem Sockel, flach geneigtes Satteldach, Mittelrisalit mit Schwebegiebel, Helmaufsatz und Fürstenberg-Wappen, Sockel mit Bandrustika, Eckrustizierungen, giebelseitig schmale flache Mittelrisalite, reiche Fensterrahmungen, erbaut von der Fürstlich Fürstenbergischen Bauinspektion Meßkirch für Carl Egon Fürst zu Fürstenberg, 1883 (a, i); mit Garten und Einfriedung

Nach der Rückkehr des Hofes unter Fürst Karl Anton 1871 wurde der Ausbau der als Via Triumphalis 1837 angelegten Karlstraße fortgesetzt und abgeschlossen. Zu den Hof- und Verwaltungsbauten, die hier vornehmlich entstanden, zählt auch das Rentamt und Forsteigebäude der Fürsten von Fürstenberg mit dem obligatorischen zugehörigen Garten. Ein Teil des fürstenbergischen Territoriums war 1806 durch das Haus Hohenzollern-Sigmaringen mediatisiert worden, weshalb fürstenbergische Besitzungen nicht nur in Baden und Württemberg, sondern auch in Hohenzollern bzw. Preußen lagen. Zur Verwaltung entstand am zentralen Behördenmittelpunkt der preußischen Provinz 1883 ein historistischer Bau, der sich mit seinen zeittypischen Neurenaissanceformen in die Reihe der unter Karl Anton erstellten Gebäude harmonisch einreiht. Das Verwaltungsgebäude zeugt von historischen hochadeligen Besitzverhältnissen und hat als Teil der Karlsstraßenbebauung stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Kath. Pfarrhaus Kirchberg 2
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Bau, Satteldach mit Aufschiebling und Wiederkehr, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, traufseitige Erschließung, Fassadenmalerei mit Madonna und Sonnenuhr am Giebel vom Sigmaringer Hofmaler Gustav Bregenzer, im Kern 1728 (a)

Das stattliche Eckgebäude in der Sigmaringer Altstadt hat als einstiger Sitz der Pfarrei von St. Johann kirchen- und stadtgeschichtlichen Zeugniswert. Es fällt durch die Fassadenmalerei auf, die von dem Sigmaringer Hofmaler Gustav Bregenzer (1867 bis 1919) stammt. Auch hier zeigt sich der Einfluss des Fürstenhauses auf Kunst- und Architektur Sigmaringens im späteren 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das Werk ist dabei Zeugnis des reichen Schaffens Bregenzers, der vorzugsweise damit beschäftigt war, für König Carol von Rumänien, der dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen entstammte, Gemälde aus der fürstlichen Kunstsammlung zu kopieren. Mit dem Fassadenbild griff Bregenzer eine alte Gestaltungsform auf, die im süddeutschen Raum seit dem Spätmittelalter verbreitet war.

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Kath. Stadtpfarrkirche St. Johannes Evangelist Kirchberg 6
(Karte)
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Chor und kleinen Querhausarmen, aus der Achse stehender Westturm mit achteckigem Glockengeschoss und Zwiebelhaube, Innenraum gewölbt, im Chor Fürstenloge, Stuck von Johann Jakob Schwarzmann, Deckengemälde und Altarblätter von Andreas Meinrad von Au, Sigmaringen, reiche Ausstattung u. a. Altäre von Johann Michael Feuchtmayer, Wessobrunn, und Bildhauer Johann Georg Weckenmann, Haigerloch; erbaut unter Einbeziehung des Turms und der Nordwand der älteren Kirche von 1580 bis 1583 nach Entwurf von Johann Martin Ilg, Dornbirn/Vorarlberg, 1756 bis 1761 (a), Weihe 1763 (a), neues Glockengeschoss des Turms, 1768 bis 1770 (a)

Die katholische Pfarrkirche bildet zusammen mit dem Schloss eine für das Stadtbild wichtige und dominante Baugruppe. Sie war nicht nur Pfarr-, sondern auch Hofkirche, wie die reich verzierte Fürstenloge im Chor und das Wappen des Bauherrn über dem Triumphbogen belegen. Der bestehende Bau integriert Teile eines Neubaus aus dem späteren 16. Jahrhundert, der wiederum eine spätgotische Kapelle ersetzte und auf die 1247 erstmals bezeugte Burgkapelle zurückgeht. So waren Kirche und Schloss immer eng verbunden. Erst im Laufe des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit erhielt die Kapelle Pfarrrechte. Der Status spiegelte sich im Neubau des 18. Jahrhunderts unter Fürst Joseph Friedrich wider, der vor allem das kostbare ausgestattete architektonische Gehäuse für die Gebeine des 1746 heiliggesprochenen, aus Sigmaringen gebürtigen Kapuzinerpaters und gegenreformatorischen Märtyrers Fidelis (1577 bis 1622) darstellt. Mit ihm präsentierten sich die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen klar als katholische Landesherren. Für die Ausstattung wurden einige der hervorragendsten süddeutschen Künstler der Barockzeit verpflichtet, darunter Johann Michael Feuchtmayer (1709 bis 1772), der Sigmaringer Hofmaler Andreas Meinrad von Au (1712 bis 1792), der Bildhauer Johann Georg Weckenmann (1727 bis 1795) und der Stukkator Johann Jakob Schwarzmann (1729 bis 1784). Das Innere präsentiert sich dementsprechend als reich ausgestatteter Sakralraum des Spätbarocks bzw. Rokoko und zählt neben der Stadtpfarrkirche von Meßkirch zu den besten künstlerischen Leistungen der Epoche im Kreis Sigmaringen. Er belegt den Reichtum künstlerischen Schaffens in Oberschwaben im 18. Jahrhundert. St. Johannes ist darüber hinaus auch ein anschauliches Dokument der höfischen Kultur und Herrschaftsgeschichte im katholisch geprägten Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen.

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( Wikidata)
Eisenbahnbrücke der Hohenzollerischen Landesbahn in der Au Konviktstraße
(Karte)
Leicht kurvenförmige Dreigelenk-Bogenbrücke aus Stampfbeton über die Donau, erbaut für die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft Köln nach Entwurf von Landbaumeister Max Leibbrand, 1909 (i)

Die elegant über die Donau geführte Brückenkonstruktion ist nicht nur ein Zeugnis des Ingenieurbaus im frühen 20. Jahrhundert, der Funktionalität mit hohem ästhetischem Anspruch verband, sondern auch der Verkehrsgeschichte in der einst preußischen Provinz Hohenzollern. 1896 war auf Beschluss des Kommunallandtages eine Eisenbahngesellschaft gegründet worden, um das Territorium auch im Inneren nachhaltig zu erschließen. Bau und Betriebsleitung der Bahnstrecken wurden der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft in Köln übertragen. Bis 1912 entstanden mehrere Stichbahnen, um auch entlegenere Ortschaften anzubinden. Im Zuge dessen wurde auch die Sigmaringer Donaubrücke für den Abzweig in Richtung Ulm erstellt.

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Ständehaus Leopoldplatz 5
(Karte)
Später Regierungsgebäude II (heute Hohenzollerische Landesbank), dreigeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, Gliederung durch rustizierte Lisenen, übergiebelter Mittelrisalit mit kolossaler Pilasterordnung, im Giebel Hohenzollern-Wappen, große Bogeneingänge, erbaut von Werkmeister Wilhelm Laur, 1846 bis 1848 (a), mehrfach umgebaut

Das einstige Ständehaus bildet den beherrschenden Bau an der Nordseite des Karlsplatzes und den städtebaulichen Mittelpunkt der ab 1837 südlich der Altstadt neu geschaffenen klassizistischen Stadtanlage. In ihm manifestierte sich die konstitutionelle Verfassung, die Fürst Karl 1833 erlassen hatte, in baulicher Weise. Neben der Funktion als Parlamentsgebäude der Landstände, die sich hier tatsächlich nur einmal - nämlich 1849 versammelten - diente der Westteil als Sparkasse, während der Ostteil Regierungsbehörden beherbergte. Nach der Übernahme durch Preußen diente das Gebäude allein als Verwaltungsbau der Regierung. Mit seiner aufwendig gestalteten spätklassizistischen Fassade ist es einerseits wichtiges Zeugnis der Stadtplanung und des Ausbaus Sigmaringens als moderne Residenzstadt im Deutschen Bund unter Fürst Karl, zum anderen Dokument der einstigen Eigenstaatlichkeit sowie der konstitutionellen Verfassung des Landes in der Zeit des Vormärz und damit von landeshistorischer Bedeutung. Darüber hinaus ist der Bau eines der zentralen und wichtigen Zeugnisse im Schaffen des fürstlichen Baubeamten Wilhelm Laur (1820 bis 1901).

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Denkmal an Fürst Leopold Leopoldplatz
(Karte)
Reiterstandbild, Bronze, auf Sockel aus Dolomitstein, von Professor Johannes Boese, Berlin, 1910 (a)

Das Denkmal des Fürsten Leopold (1835 bis 1905) gab mit der Aufstellung 1910 dem ursprünglich Karlsplatz genannten heutigen Leopoldsplatz seinen Namen. Es ist auf den Prinzenbau (Karlstraße 1, 3) ausgerichtet, der damals als Witwensitz der Fürstin Antonia Maria von Portugal, Gemahlin Leopolds, diente, und erinnert an jenen Fürsten, der zur baulichen Prägung des Stadtbildes im späteren 19. Jahrhundert maßgeblich beitrug und auch den Umbau des Schlosses nach der Brandkatastrophe von 1893 beginnen ließ. Mit dem Reiterstandbild wurde ein alter, seit der Antike üblicher Typus des Herrscher- und Feldherrendenkmals gewählt, das Leopold entsprechend seiner zeitweiligen militärischen Funktionen als preußischer Offizier und Teilnehmer am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 in Uniform zeigt. Nicht zuletzt wegen seiner von Bismarck betriebenen Kandidatur für die Nachfolge auf den spanischen Thron, war es zum Konflikt mit Frankreich gekommen. Das Standbild ist ein Werk des Berliner Bildhauers Johannes Boese (1856 bis 1917), der durch eine ganze Reihe von Denkmälern vor allem in Berlin hervorgetreten war und als Vertreter des gemäßigten Naturalismus gilt. Es ist damit Zeugnis seines Schaffens wie auch allgemein des Denkmalkultes und der Monarchenverehrung im Deutschen Reich vor dem Ersten Weltkrieg. Das Reiterbildnis nimmt dabei einen städtebaulich prominenten Platz ein und dokumentiert die gestalterische Durchdringung der Residenzstadt Sigmaringen mit Monumenten des Fürstenhauses Hohenzollern. Mit ihm fand der Ausbau der Karlstraße als Via Triumphalis seinen Abschluss.

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( Wikidata)
Schutzbauten der Graf-Stauffenberg-Kaserne Marie-Curie-Straße 4
(Karte)
Weitläufige Anlage aus unterirdischen Tiefbunkern, Typenbauten BW50, historische Ausstattung, 1969 bis 1971 (Sachgesamtheit)

Zur Zeit des Kalten Krieges wurden nicht nur für die Zwecke des Schutzes der Zivilbevölkerung Schutzräume eingerichtet, sondern auch auf den militärischen Kasernengeländen der Bundeswehr entsprechende Anlagen den neuen Bedrohungsszenarien angepasst. Für die 2011 aufgelöste Graf-Stauffenberg-Kaserne entstanden dabei die sog. BW-50 typisierte Schutzräume, die für 50 Personen ausgelegt waren. Die massiven Tiefbunker wurden gemäß den neusten Richtlinien des Bundesinstituts für Risikobewertung „trümmersicher und strahlungsgeschützt“ geplant und entsprachen neuesten Nato-Vorgaben (ABC-Schutzanlage). Die typisierten Schutzbauten der Graf-Stauffenberg-Kaserne sind in authentischer Form mitsamt der bauzeitlichen Ausstattung überliefert und bezeugen anschaulich die historische Situation zur Zeit des Kalten Krieges sowie den damaligen Stand militärischer Technik.

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Fürstlich Hohenzollernsches Elektrizitäts-Werk Mühlstraße 1, 3
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldächern und Zinnengiebeln, daran südlich anschließend eingeschossiger Remisenflügel mit Zinnenkranz, 1893/94 (a)

Das Elektrizitätswerk entstand auf fürstliche Initiative, um Sigmaringen mit Strom zu versorgen. Das Unternehmen unterstand dem Fürstlich Hohenzollerischen Hüttenwerk in Laucherthal, wo der Strom anfänglich durch ein Kraftwerk an der Lauchert erzeugt wurde. Zur besseren Versorgung Sigmaringens wurde 1893 am Donauwehr das Elektrizitätswerk „Laucherthal-Sekundärstation“ erbaut. Ausgerechnet bei der Elektrifizierung des Schlosses unmittelbar infolge der neuen Einrichtung kam es zum großen Schlossbrand. Der mit Staffelgiebeln und Zinnen pittoresk ins Stadt- und Landschaftsbild unterhalb des hochaufragenden Schlossfelsens eingefügte Komplex bildet in zeittypischer Weise als späthistoristische Baugruppe jenseits seiner praktischen Funktion eine malerische Staffage. Er ist wichtiges Zeugnis der regionalen Technik- und Versorgungsgeschichte und belegt, wie im späten 19. Jahrhundert die Wasserkraft der Donau zur Energiegewinnung genutzt wurde.

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( Wikidata)

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Eisenbahnüberführung mit Fußgängersteg bei Km 87 Mühlstraße 3
(Karte)
101 (Obere Donaubrücke) an der Eisenbahnstrecke Tübingen – Sigmaringen (STREDA/VzG-Streckennummer 4630), zwischen den Stationen Inzigkofen und Sigmaringen am Nordwestkopf des Bahnhofs Sigmaringen, Balkenbrücke zur Überquerung der Donau, eingleisige Fachwerkbrücke über drei Öffnungen, drei Überbauten aus genietetem Stahl Sorte St Si (Siliziumbaustahl), besonders niedrig ausgebildetes Parallelfachwerk mit unten iegender Fahrbahn, Hauptträgerausbildung parallelgurtige Fachwerkverbände mit feldweise gekreuzten Diagonalstreben, an der Südwestseite angebrachter Fußgängersteg, die Träger laufen über drei Öffnungen ohne Gelenke durch, Stützweiten 33 m – 33,77 m – 33,77 m, Bauwerksbreite 7,4 m, Eröffnung des Streckenabschnitts Balingen (Württ) - Sigmaringen durch die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen 1878, neue Überbauten im Auftrag der Reichsbahndirektion Stuttgart der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft eingeschoben am 20. Oktober 1928

Die Brücke aus Stahlfachwerk ist ein charakteristisches Zeugnis industriell gefertigter Brückenbauten in der Zeit der Hochindustrialisierung. Sie dokumentiert ingenieurtechnische Entwicklungen im Brückenbau und in der Stahlproduktion und hat darüber hinaus wichtige verkehrsgeschichtliche Bedeutung für Sigmaringen, das 1873 einen ersten Bahnanschluss erhielt und 1878 an die Strecke nach Tübingen angebunden wurde. Die Strecke quert hier die Donau und erreicht kurz danach den Sigmaringer Bahnhof. Die Überbauten mit Parallelfachwerk wurden 1928 im Auftrag der Reichsbahndirektion Stuttgart der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft erneuert. Sie sind aus ästhetischen Gründen besonders niedrig ausgebildet, damit sich die Eisenbahnüberführung gut in die Flusslandschaft mit dem Schloss einfügt.

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Sog. Alte Schule Schulhof 4
(Karte)
Volksschule (heute städtisches Kulturzentrum), viergeschossiger verputzter Massivbau mit flach geneigtem Walmdach, hoher Sockel aus bossiertem Mauerwerk, übergiebelter dreiachsiger Mittelrisalit mit Stadtwappen und Skulpturenschmuck, Gliederung durch Lisenen und Pilaster, abschließendes Konsolkranzgesims, errichtet nach Plänen des Fürstlichen Baurats Josef Laur, 1875 bis 1879 (a)

Der stattliche, freistehende Bau bildet neben dem Landeshaus (Antonstraße 1) den zweiten großen und repräsentativen öffentlichen Bau in der als Ring um die Altstadt gelegten Antonstraße. Er knüpft gestalterisch an das ältere Ständehaus am Leopoldplatz an und belegt den Repräsentationsanspruch an die Bauaufgabe des städtischen Schulhauses in der Gründerzeit. In zeittypischer Weise steht der Bau am Übergang vom späten Klassizismus zur Neurenaissance. Er diente bis 1958 als Volksschule, danach bis 1975 als Realschule. Er ist damit Zeugnis der Sigmaringer Bildungsgeschichte wie auch der Stadtbaugeschichte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und bildet ein wichtiges Werk im Schaffen von Josef Laur (1817 bis 1886).

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Gasthaus zum Ochsen (heute Wohn- und Geschäftshaus) Schwabstraße 1
(Karte)
Dreigeschossig, Satteldach mit Aufschiebling, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk, errichtet unter Einbeziehung von Resten der Stadtmauer, 1694/95 (d), Wohnhaus des Barockmalers Meinrad von Au 1774 bis 1792 (a), Umbauten 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Das stattliche Gebäude in Ecklage zeigt schon durch seine Größe wie auch Lage die einstige Funktion als Gasthaus an einer der beiden alten innerstädtischen Hauptstraßen. Es ist ein anschauliches Beispiel für den bürgerlichen Hausbau um 1700 mit zeittypischen Zierelementen. Ortsgeschichtliche Bedeutung hat es nicht nur als altes Gasthaus, sondern auch als zeitweiliges Wohnhaus des für Oberschwaben im 18. Jahrhundert bedeutenden Barockmalers Meinrad von Au (1712 bis 1792), der Hofmaler des Fürsten von Hohenzollern war und u. a. an der Ausstattung der Sigmaringer Pfarrkirche beteiligt war.

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Wohn- und Geschäftshaus Schwabstraße 8
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, Satteldach mit Zwerchhaus und Gauben, Erdgeschoss mit Bänderrustizierung, Obergeschosse mit rustizierten Ecklisenen, Kastenerker mit geschweiftem Giebel, Hauseingang mit bauzeitlichem Türblatt und Oberlichtgitter, 1906 (a)

Das traufständige Gebäude greift in freier Weise spätbarockzeitliche Architekturmotive auf und ist damit ein zeittypischer Vertreter für die Stilentwicklung nach 1900 unter dem Einfluss von Reformarchitektur und Jugendstil. Das qualitätvoll gestaltete Wohn- und Geschäftshaus hat damit stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert für die innerstädtische Entwicklung Sigmaringens in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg.

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Wohn- und Geschäftshaus Schwabstraße 15
(Karte)
Dreigeschossiger verputzter Massivbau. Mansarddach mit Gaubenband, traufseitige Gliederung der Obergeschosse durch Lisenen und segmentbogige Erker, westliche Giebelseite mit dreigeschossigem Polygonalerker, im Inneren bauzeitliche Ausstattung, von Architekt Götz, 1909 (a)

Das stattliche Eckgebäude rezipiert großstädtische Bauformen. Es zeigt eine zur Erbauungszeit moderne Fassadengestaltung mit Hilfe von Erkern, Kolossalpilastern und einer bewegten Dachlandschaft. Im Inneren haben sich zahlreiche bauzeitliche Details überliefert, so das vergleichsweise aufwändig gestaltete Treppenhaus mit Stuckdecke und hölzernen Wohnungsabschlüssen. Das Gebäude vermittelt einen anschaulichen Eindruck von den bürgerlichen Wohnverhältnissen zu Anfang des 20. Jahrhunderts und ist ein charakteristisches Beispiel für die Gestaltungsprinzipien der Reformarchitektur unter dem Einfluss der Stilbewegung. Es dokumentiert dabei die innerstädtische Bauentwicklung Sigmaringens in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg.

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Wohnhaus der Strohdorfer Schwestern Strohdorfer Straße 7
(Karte)
Zweigeschossiger Bau auf geschosshohem Sockel, Krüppelwalmdach mit Gauben, giebelseitig auf Bügen weit vorkragend, weitgehend verputzt, Westseite verschindelt, Mittelrisalit mit Krüppelwalmdach, Kapellenanbau, im Inneren Reste der bauzeitlichen Ausstattung, u.a. Wandmalereien, Kapellenapsis mit Kalotte und Pilastergliederung, erbaut 1884/85 (a), vergrößert 1902 (a)

Die Strohdorfer Schwestern waren in der Krankenpflege aktiv. Die Gründung der Sigmaringer Krankenschwesternstation geht dabei auf den sozial engagierten Sigmaringer Pfarrer Thomas Geiselhart (1811 bis 1891) im Jahr 1868 zurück. Die ersten Schwestern kamen aus dem Schweizer Kloster vom Heiligen Kreuz in Ingenbohl. Sie waren anfänglich im Fidelishaus untergebracht. Nach dem Kulturkampf konnte man an den Bau eines eigenständigen Wohngebäudes für die Schwestern gehen, zumal Fürst Karl Anton zu dem Vorhaben Geld schenkte. Entsprechend der klösterlichen Funktion erhielt das Gebäude 1902 eine eigene Hauskapelle, deren Inneres im Neurenaissancestil ausgestattet wurde. Es ist wichtiges Zeugnis der privaten katholischen Krankenpflege und hat daher Bedeutung für die Stadtgeschichte wie auch die katholische Prägung Sigmaringens.

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Schulhaus (heute Wohnhaus mit Ladeneinbau) Weingasse 1
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau, Satteldach mit Aufschiebling, geschossübergreifende Ständerkonstruktion, Giebel mit Vorkragungen auf Knaggen, Obergeschoss mit Bohlenstube in Ecklage, innen Holzbalkendecke, wohl 16. Jahrhundert

Das Eckgebäude, das einst die alte Schule Sigmaringens beherbergte, ist ein anschauliches Beispiel für die ältere Wohnbebauung in der Kernstadt und fällt durch seine verhältnismäßig späte Konstruktion in Ständerbauweise auf. Knaggen und Bohlenstube weisen auf eine Entstehung noch im 16. Jahrhundert hin, das Gebäude dokumentiert so den Übergang vom mittelalterlichen zum frühneuzeitlichen Fachwerkbau und hat stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Unterschmeien

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

Kath. Kirche St. Anna Altschmeierstraße 10
(Karte)
Massiver verputzter Saalbau mit dreiseitigem Chorschluss, Giebelturm mit Glockengeschoss in Fachwerk, Westfassade mit Lisenen- und Pfeilergliederung, innen Saal mit Holzkassettendecke und Westempore, historische Ausstattung, u. a. Barockaltar, erbaut 1719, nach Westen erweitert 1897

Die Kirche von Unterschmeien erhebt sich hoch über der Schmeie und hat durch ihre beherrschende Lage wichtigen Wert für das Ortsbild. Ursprünglich handelte es sich um eine Filialkapelle der Pfarrkirche Laiz, heute gehört St. Anna zu Sigmaringen. Der einfache Bau ist charakteristisch für barockzeitliche Landkirchen finanziell weniger vermögender Gemeinden. Mit der Vergrößerung 1897 nach Westen erhielt er eine repräsentative Fassade. In der Ausstattung spiegelt sich die regionale Kirchenkunst vom Barock bis ins 19. Jahrhundert. Die Kirche hat siedlungs- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert.

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Laufbrunnen Altschmeierstraße 10
(Karte)
Gusseisen, ornamentierter Brunnenstock und kelchförmiges Becken, Ende 19. Jahrhundert

Der Laufbrunnen ist ein anschauliches Zeugnis der historischen Wasserversorgung auf dem Dorf. Er ist dabei ein Dokument der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung, die mit der künstlerischen Gestaltung der Brunnenstöcke auch der Ortsverschönerung dienten. In diesem Fall dürfte es sich um ein Stück aus dem Hohenzollernschen Hüttenwerk in Laucherthal handeln, das solche Objekte produzierte.

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Gemeindewaage Altschmeierstraße 17/1
(Karte)
Viehwaage, verbretterter Holzbau mit Satteldach, 1. Viertel 20. Jahrhundert

Die Viehwaage mit zugehörigem Waaghaus repräsentiert eine charakteristische Einrichtung der Landgemeinden. Hier wurde das Vieh, das zum Verkauf bestimmt war, gewogen. Die Waage hat damit orts- und wirtschaftsgeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert einen Aspekt früherer ländlicher Lebenswelten.

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Hofanlage Altschmeierstraße 21
(Karte)
Bestehend aus: Wohnhaus mit Stall, zweigeschossiger Ständerbau auf geschosshohem Sockel, Satteldach, Fachwerk, teilweise gemauert, Giebel mit Vorkragungen, im Kern 15. Jahrhundert; quer dazu Scheune, Fachwerkbau mit Satteldach, teilweise gemauert und verputzt, Ständerkonstruktion, 16. Jahrhundert

Die Baugruppe veranschaulicht eine spätmittelalterliche Hofanlage, wie sie in dieser Geschlossenheit für die Zeit selten überliefert ist. Charakteristisch für die Gegend sind die späten Ständerbauten mit geschossübergreifenden Pfosten. Als älteste erhaltene Gebäudegruppe im Ort hat der Komplex wichtigen siedlungsgeschichtlichen Zeugniswert für das 1385 erstmals genannte Unterschmeien und dokumentiert Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse auf dem Land im 15./16. Jahrhundert.

96605712BW
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Quellen

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Sigmaringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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