Wikiwand AI

Liste der Kulturdenkmale in Oedheim

Wikimedia-Liste From Wikipedia, the free encyclopedia

In der Liste der Kulturdenkmale in Oedheim sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Oedheim im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Degmarn

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Bildstock Alte Schulstraße 5
(Karte)
Sandstein, Sockel mit Inschrift (verwittert) und Schaft, darüber Aufsatz mit Kreuzigungsgruppe, bezeichnet 1732

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in und um Oedheim, das sich seit dem späten 15. Jahrhundert im Besitz des Deutschen Ordens befand, in besonderer Weise prägen. Bei diesem Exemplar handelt es sich um ein qualitätvolles Beispiel des 18. Jahrhunderts, dessen Reliefdarstellung - eine Kreuzigungsgruppe - inhaltlich zu einem der am häufigsten vertretenen Motive zählt.

97028633BW
Laufbrunnen mit gußeisernem Brunnenstock und steinernem Trog Brunnensteige
(Karte)
19./20. Jahrhundert

Bei der Brunnensäule handelt es sich um ein industriell gefertigtes, gusseisernes Serienexemplar. Sie zeigt eine von zahlreichen Formvarianten, die sich auf ein Grundschema, bestehend aus einer Säule mit klassizistischer Ornamentierung, beziehen. Nachdem die serienmäßige Großproduktion von Gusseisen ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts möglich geworden war, konnten relativ preiswert Brunnen nach künstlerisch mehr oder weniger aufwendigen Vorlagen produziert werden, die gegen Ende des Jahrhunderts auch vermehrt in den Dörfern zur Aufstellung kamen. Sie sind Zeugnisse der historischen Wasserversorgung vor Einführung der öffentlichen Wasserleitungsnetze.

97028635BW
Bildstock Kirchstraße 7
(Karte)
Sandstein, Sockel mit Inschrift (verwittert), Schaft darüber Aufsatz mit Pieta, 18. Jahrhundert 97028634BW
Pfarrhof Kirchstraße 8
(Karte)
Bestehend aus: Pfarrhaus, zweigeschossiger, massiver Putzbau mit Walmdach, 1764 als Schulhaus erbaut, ab 1792 Pfarrhaus, 1877 und 1989 renoviert; Pfarrscheune, teils massiv, teils in Fachwerk aufgeführt mit Krüppelwalmdach, im Kern 18. Jahrhundert, erneuert; an die Scheuer angebautes Waschhaus

Das Gebäude wurde 1764 vom Deutschen Orden als damaliger Ortsherrschaft als Schulhaus errichtet und 1792 als Pfarrhaus umgenutzt. Das in ortsbildprägender Lage neben der Kirche errichtete Anwesen ist ein mit allen seinen Bestandteilen überliefertes, anschauliches Beispiel eines barocken Pfarrhofes. Die stattliche Hofanlage mit repräsentativem Wohnhaus und separaten Ökonomiegebäuden bringt die besondere Stellung des Pfarrers in der Dorfgemeinschaft anschaulich zum Ausdruck. Das zugehörige Waschhaus belegt die seit dem 18. Jahrhundert zuerst bei den größeren Bauernhöfen und insbesondere bei den Pfarrhöfen zum Tragen kommenden Anstrengungen durch den Bau dieser Sonderbauten die Feuergefahr einzuschränken. Die Scheune überliefert zudem die früher übliche Nebenerwerbslandwirtschaft des Pfarrers.

97028642BW
Kath.e Pfarrkirche St. Pankratius Kirchstraße 10
(Karte)
Einschiffiger verputzter Saalbau mit Satteldach, eingezogener Chor mit 5/8-Schluss, Ostturm mit oktogonalem Glockengeschoss und Welscher Haube, Eingangsportal mit geschweiftem Sprenggiebel und Wappen, 1723 bis 1725, nach Brand wiederhergestellt 1945; Kirchhofmauer

Im Jahr 1427 wird erstmals ein Gotteshaus in Degmarn erwähnt. Die 1457 sogenannte Kapelle war dem hl. Pankratius geweiht. Degmarn war zunächst Filiale des Oedheimer Pfarrsprengels und wurde erst 1791 selbständige Pfarrei. In den Jahren 1723 bis 1725 wurde anstelle einer baufälligen Kirche ein neues dem Heiligen Pankratius geweihtes Gotteshaus durch den Deutschen Orden erbaut, der ab Ende des 15. Jahrhunderts sowohl Grundherr war als auch das Patronatsrecht innehatte. Es wurde vermutlich nach den Entwürfen des im Dienst des Deutschen Orden stehenden Baumeisters Franz Keller (1682 bis 1724) ausgeführt und im Oktober 1725 geweiht. An dem aufwendigen Portal erinnern Wappen an die Deutschordens-Komturen Karl Heinrich von Hornstein und Georg Adolph Speth, Freiherr von und zu Schülzburg, in deren Amtszeiten der Bau der Kirche fiel. Die bis zu ihrer weitgehenden Zerstörung im April 1945 als schönste barocke Dorfkirche der Region geltende Pankratiuskirche wurde bis 1958 wiederhergestellt. Die imposant hoch über dem Kochertal thronende Kirche ist zentrales bauliches Dokument der Orts- und Kirchengeschichte von Degmarn. Zusammen mit dem benachbarten Schul- und Pfarrhaus prägt der barocke Bau das Ortsbild in entscheidendem Maße.

97028601BW
Backhaus Kirchweg
(Karte)
Eingeschossiger Massivbau (Muschelkalkmauerwerk) mit Kniestock und Satteldach, bez. 1893

Das Backhäuschen ist ein charakteristisches Ausstattungselement der württembergischen Dörfer. Es ist ein anschaulich überlieferter Vertreter eines insbesondere im 19. Jahrhundert verbreiteten Bautyps, als obrigkeitliche Verordnungen aus Gründen des Brandschutzes offene Feuerstätten in baulichem Zusammenhang mit Wohnhäusern untersagten.

97028643BW
Bildstock Neugereut
(Karte)
Sandstein, Schaft, bezeichnet 1712, darüber vergitterte Bildnische mit Relief einer Pieta, in hölzernem Kapellenbau des frühen 20. Jahrhunderts

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in und um Oedheim, das sich seit dem späten 15. Jahrhundert im Besitz des Deutschen Ordens befand, in besonderer Weise prägen. Die Darstellung der Pietà zählt inhaltlich zu einem der am häufigsten vertretenen Motive. Die trauernde Gottesmutter mit dem vom Kreuz abgenommenen toten Sohn auf dem Schloss sollte die vorbeigehenden Gläubigen zur Andacht und Kontemplation einladen.

97028649BW
Wegkreuz Oedheimer Straße
(Karte)
Sandstein, Sockel mit Inschrift, im Kreuzfuß Marienstatue, Korpus zur Zeit entfernt, bezeichnet 1766

Das Kruzifix ist ein für seine Entstehungszeit charakteristisches Beispiel der in katholischen Gebieten weit verbreiteten Tradition des Wegkreuzes, die auch innerörtlich Aufstellung fanden und so den Dorfraum quasi sakralisierten.

97028644BW
Grabmal für den Präzeptor Matthäus Sandel (1854 bis 1884) Stockstraße 23
(Karte)
Sockel aus Buntsandstein mit Inschrift, darüber Marmorkreuz mit Kelch, Hostie und Stola, ausgeführt von L. Zartmann, Neckarsulm

Das Grabmal des Matthäus Sandel ist ein Dokument der Bestattungskultur wie auch der Ortsgeschichte von Degmarn. Sandel wirkte hier sowohl als Präceptor, also Lehrer, als auch als Stiftungspfleger und bekleidete seit 1880 zudem das Amt des Schultheißen.

97028647BW
Bildstock Staffeläcker
(Karte)
Sandstein, Schaft, bezeichnet 1706, darüber vergitterte Bildnische mit Gußtafel, im oberen Bereich erneuert

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in und um Oedheim, das sich seit dem späten 15. Jahrhundert im Besitz des Deutschen Ordens befand, in besonderer Weise prägen. Eine beachtliche Anzahl der Bildstöcke - wie auch dieses Exemplar - belegen durch Erneuerungen die Kontinuität der von der Bevölkerung diesen Andachtsmalen entgegengebrachten Verehrung. Als anschauliches Beispiel dieses Vorgangs besitzt der Bildstock kulturgeschichtlichen Aussagewert.

97028650BW
Andachtsstätte Waldstraße
(Karte)
Ende 19., Anfang 20. Jahrhundert unter Leitung von Pfarrer Adolf Manz (1898 bis 1905) angelegt, bestehend aus:
  • 3 Zugangsportalen aus Grottenmauerwerk, südliches und mittleres Portal mit bekrönendem Engel;
  • Auferstehungskapelle, offener Mauerwerksbau mit gußeisernen Stützen und hölzerner Dachkonstruktion;
  • Lourdeskapelle, offene Holzkonstruktion mit Grottenrückwand;
  • Weihnachtskapelle, offener, dreibogiger Putzbau (Mauerwerk) und Stahlträgerdecke;
  • Bildstock des hl. Joseph, hölzerne Nische über Sockel aus Grottenmauerwerk mit Inschrifttafel (Josephstatue zur Zeit nicht vorhanden), bezeichnet 1896;
  • 3 Heiligenstatuen, darunter Statue der Hl. Anna mit Maria auf Sockel (Burchsteinmauerwerk), einschließlich
  • Pumpbrunnen, Treppen und Mauern

(Sachgesamtheit)

Die im Norden von Degmarn um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert angelegte Andachtsstätte besteht aus drei Kapellen und Heiligenstatuen, die von Mauern, Toren und einem Brunnen begleitet sind. Sie ist eine besonders aufwendig gestaltete Anlage, die unterschiedliche religiöse Kleindenkmale in eindrucksvoller Weise miteinander in Beziehung setzt. Der kulturlandschaftsprägende Andachtsort belegt die Religiosität katholischer Prägung in dem seit dem 15. Jahrhundert zum Deutschen Orden gehörenden Dorf Degmarn.

97028648BW
Ölbergkapelle Waldstraße
(Karte)
Offener Backsteinbau mit Satteldach, frühes 20. Jahrhundert, in jüngerer Zeit erneuert

Die offene Wegkapelle südwestlich von Degmarn in der Flur. Sie ist mit ihrer künstlerischen Ausstattung Zeugnis einer gelebten und zum Ausdruck gebrachten Religiosität und wichtiges Ausstattungselement einer sakralisiert gedachten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region.

97028651BW
Schließen

Oedheim

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Jüdischer Friedhof Mörikestraße
(Karte)
1874 von der israelitischen Kirchengemeinde Oedheim angelegt, 1938 beschädigt, nach 1945 wiederhergestellt

Die Entstehung der jüdischen Gemeinde in Oedheim geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Um 1696 werden erstmals Juden in dem damals zwischen zwei Grundherrschaften - dem Deutschen Orden und den Freiherren von Bautz - geteilten Ort genannt. Nachdem die Verstorbenen der jüdischen Gemeinde zunächst auf dem Friedhof in Neckarsulm beigesetzt worden waren, wurde 1876 im „Batzenwald“ außerhalb von Oedheim in Richtung Heuchlingen ein eigener Friedhof angelegt. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1858 mit 117 Personen erreicht. Neben dem Friedhof besaß die jüdische Gemeinde eine Synagoge, ein rituelles Bad und eine Religionsschule. Von den insgesamt 39 Grabsteinen datiert der älteste Grabstein von 1874, der jüngste von 1935. Im Jahr 1938 wurde die jüdische Gemeinde aufgelöst, 1942 die letzten fünf jüdischen Einwohner von Oedheim deportiert. Der jüdische Friedhof war bereits 1938 durch Sprengungen von SA-Leuten zerstört worden und wurde nach 1945 – zumindest teilweise – wiederhergestellt. Der israelitische Friedhof weist auf die Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde des Ortes hin und bezeugt die in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkte Judenemanzipation in Württemberg. Die Grabsteine sind nicht nur Dokumente jüdischer Grabmalkunst - und somit von künstlerischem Wert - sondern auch archivalische und daher ortsgeschichtliche Zeugnisse, da sie die Lebensdaten der jüdischen Bevölkerung des Ortes festhalten.

97028636BW
Wegkreuz Badener Straße 32
(Karte)
Sandsteinsockel, bezeichnet 1867, mit gußeisernem Kreuzaufsatz und wohl jüngerem gußeisernen Korpus, Sockel in jüngerer Zeit erneuert

Das Wegkreuz steht in charakteristischer Weise an einer Weggabelung. Es ist ein anschauliches Zeugnis der katholischen Prägung der Region und der Frömmigkeit. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden solche Kreuze seriell hergestellt, das gusseiserne Kreuz mit dem ebenfalls nach kunsthandwerklicher Vorlage gegossenen Corpus ist ein anschauliches Stück fabrikmäßiger Kunstproduktion.

97028630BW
Wegkreuz Ringäcker
(Karte)
Sockel mit Inschrift, darüber Kreuz mit Bildtafel und Korpus, Sandstein, bezeichnet 1886 97028628BW
Wegkreuz Sophie-Scholl-Straße
(Karte)
Sockel mit Inschrift, darüber Kreuz mit Bildtafel und Korpus, Sandstein, bezeichnet 1886

Das östlich von Oedheim zur Andacht aufgestellte Wegkreuz ist ein für seine Entstehungszeit charakteristisches Beispiel eines Sandsteinsockels mit einem nach kunsthandwerklich gearbeiteter Vorlage fabrikmäßig hergestellten gusseisernen Kreuz. Es ist ein sprechendes Zeugnis der in katholischen Gebieten weit verbreiteten Tradition des Wegkreuzes.

97028629BW
Wohnhaus mit Bäckerei (heute Wohn- und Geschäftshaus) Fahrgasse 2
(Karte)
Über Sockel zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, Erdgeschoss verputzt, im Kern 16./17. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert und in jüngerer Zeit erneuert

Das recht stattliche Fachwerkhaus ist ein charakteristisches Zeugnis für die ältere Wohnbebauung im Oedheimer Ortskern und belegt die Wohn- und Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit.

97028602BW
Pfarrhof Fahrgasse 4
(Karte)
Bestehend aus: zweigeschossiges Pfarrhaus, Putzbau mit massivem Erdgeschoss und Halbwalmdach, 1729 durch das Kloster Schöntal erbaut; Pfarrgarten und Ummauerung

Das in ortsbildprägender Lage bei der Kirche errichtete Anwesen ist ein anschaulich überliefertes Beispiel eines barocken Pfarrhofes. An dem stattlichen Walmdachbau mit dem aufwendigen geohrten Portal und der Inschriftkartusche lässt sich die wichtige repräsentative Rolle ablesen, die dem Pfarrhaus im 18. Jahrhundert zukam. Es ist ein anschauliches Zeugnis der Kirchen- wie auch der Sozialgeschichte von Oedheim.

97028606BW
Frauen- und Witwenhaus (heute Wohnhaus) Fahrgasse 11
(Karte)
Über massivem Sockelgeschoss zweigeschossiger Fachwerkbau mit einseitigem Halbwalmdach, um 1500 durch Ulrich Capler errichtet, 1699 (am Eckständer und an Konsole bezeichnet) wohl in weiten Teilen neuerstellt, 1961 umfassend umgebaut;

an der Südwand Kreuzigungsrelief (sekundär), bezeichnet 1620

Der stattliche Fachwerkbau des Witwen- und Waisenhauses wurde im 15. Jahrhundert von dem Freiherrn Ulrich Capler von Oedheim außerhalb des einstigen Bereichs des Schlosses auf dem zum Deutschen Orden gehörigen Ortsgebiet von Oedheim für seine Witwe errichtet. In der Folge diente es längere Zeit als Wohnung für die Witwen und Waisen der Familie. Die Capler-Witwen genossen keine besonderen Begünstigungen, sondern waren wie andere Bürger auch den Verpflichtungen dem Deutschen Orden gegenüber als Ortsherrschaft unterworfen. Der Bau ist nicht nur von architekturgeschichtlichem Interesse, sondern belegt auch die Herrschaftsgeschichte von Oedheim.

97028597BW
Wohnhaus einer Hofanlage Hauptstraße 9
(Karte)
Über Sockel zweigeschossiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Satteldach, 17. Jahrhundert, um 1800 und 1995/96 umgebaut

Der im Zentrum des Dorfes stehende Bau vermittelt einen Eindruck der Wohn- und Lebensverhältnisse der Oedheimer Bevölkerung in der Frühen Neuzeit und hat siedlungs- sowie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. Das Tor im Kellersockel verweist auf den in der Region jahrhundertelang als einer der Haupterwerbszweige betriebenen Weinbau.

1208753BW
Rathausbrunnen Hauptstraße 9
(Karte)
Laufbrunnen mit Trog und Brunnensäule, in jüngerer Zeit rekonstruiert

Der Brunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung in früheren Zeiten. Die repräsentative Formensprache mit der von einem wappenhaltenden Löwen bekrönten Brunnensäule dokumentiert die Bedeutung, die der Versorgung mit Frischwasser zugemessen wurde. Mit seinem zentralen Aufstellungsort vor dem Rathaus ist der Brunnen ein wichtiges ortsbildprägendes Element.

97028609BW
Wohnstallhaus (heute Wohnhaus) Hauptstraße 13
(Karte)
Über massivem Sockelgeschoss zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, erbaut 1592 (d), Traufwände teilweise massiv erneuert

Im Gegensatz zu der sonst im historischen Ortskern Oedheims üblicherweise anzutreffenden Parzellenrandbebauung entlang der Straßen steht das Gebäude von der Straße zurückgesetzt mitten auf der Parzelle. Es spiegelt damit als eher seltenes erhaltenes Beispiel die im Mittelalter übliche Siedlungsstruktur in der Region wieder. Tatsächlich ist der Gewölbekeller auch substantiell noch spätmittelalterlich und stammt wohl aus dem 15. Jahrhundert, während das Gebäude selbst einer dendrochronologischen Untersuchung zufolge 1591/92 errichtet wurde. Das Anwesen hat damit hohen Zeugniswert für die Siedlungs- und Ortsbaugeschichte von Oedheim.

97028610BW
Bildsäule Hauptstraße 14
(Karte)
Sandstein, über Sockel und Schaft Aufsatz mit Pieta, ursprünglich wohl 17. Jahrhundert, mehrfach überarbeitet

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in und um Oedheim, das sich seit dem späten 15. Jahrhundert im Besitz des Deutschen Ordens befand, in besonderer Weise prägen. Bei diesem Exemplar handelt es sich um ein qualitätvolles Beispiel wohl des 17. Jahrhunderts, dessen Reliefdarstellung - eine Pietà - inhaltlich zu einem der am häufigsten vertretenen Motive zählt. Das Motiv der trauernden Gottesmutter mit dem vom Kreuz abgenommenen toten Sohn auf dem Schloss sollte die vorbeigehenden Gläubigen zur Andacht und Kontemplation einladen.

97028612BW
Kat. Pfarrkirche St. Mauritius Hauptstraße 14
(Karte)
Saalkirche mit Chorturm, verputzter Massivbau, Eingangsbereich und nördlich angebautes Schiff in Werksteinquadern, rechteckiger, am Glockengeschoss ins Oktogon übergehender Chorturm mit Welscher Haube, samt Ausstattung und in die Wand eingelassenen Epitaphien, Chorturm im Kern 14. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert erhöht, Kirchenschiff 1716, nach Westen und Norden erweitert 1874; überlieferte Bestandteilen der Kirchhofmauer; außerhalb der Kirche erhaltene Hochkreuze an der Westseite (Steinkreuz von 1732, 1861 und 1984 erneuert) und an der Ostseite (Steinkreuz des 18. Jahrhunderts, erneuert)

Die Pfarrkirche St. Mauritius und Nikolaus wurde im 13. Jahrhundert als kleine gotische Wehrkirche errichtet. Das von Würzburg lehnbare Patronatsrecht gelangte 1328 als Schenkung der Herren von Weinsberg an das Kloster Schöntal. Einige Jahre später, 1345, erfolgte nach längeren Auseinandersetzungen die Inkorporation nach Schöntal. Von dem ersten Kirchenbau ist nur der untere Teil des alten Kirchturms erhalten, der mit Wandmalereien des 14. Jahrhunderts - u.a. einer Christusvita mit Mariä Verkündigung, Passion und Weltgericht - geschmückt ist. Der Turm wurde

im frühen 18. Jahrhundert erhöht und eine barocke Saalkirche angefügt. Die Kirche ist aber nicht nur ein anschauliches Dokument der Sakralbaugeschichte vom Mittelalter bis in die späte Barockzeit im ländlichen Raum, sondern durch ihre Ausstattungsstücke - ein spätgotischer Marienaltar und ebensolche Heiligenfiguren - auch ein kunstgeschichtliches Zeugnis.

97028598BW
Hausmadonna des 18. Jahrhunderts Hauptstraße 19
(Karte)
Farbig gefaßte Steinfigur auf Weltkugel mit Schlange und Apfel

Die Madonna ist ein anschaulich überliefertes Beispiel einer für katholischen Regionen charakteristischen zum Schutz des Anwesens aufgestellten Hausfigur. Der Typus der Immaculata, der auf der Weltkugel mit Schlange stehenden Muttergottes, verweist auf die unbefleckte Empfängnis und ist in katholischen Gebieten verbreitet. Die Marienverehrung empfing einen neuen Impuls, als Papst Pius IX. den jahrhundertealten Glauben an die unbefleckte Empfängnis 1854 zum Dogma erhob.

97028613BW
Gasthaus zum Lamm (heute Wohn- und Geschäftshaus) Hauptstraße 47/2
(Karte)
Vorderhaus, über massivem Sockelgeschoss zweigeschossiger Sichtfachwerkbau mit Satteldach, 17. Jahrhundert, Eckständer mit Inschrift und St. Anna Statue

Bei dem ehemaligen Gasthaus Lamm handelt es sich um einen Riegelständerbau aus dem 17. Jahrhundert. Der in gasthaustypischer Lage an der zentralen Ortsdurchfahrt stehende Bau ist wichtiges Zeugnis für das dörfliche Gasthauswesen in der Frühen Neuzeit. Der beschnitzte Eckständer mit Sinnspruch gehört zu den regionaltypischen Zeugnissen ländlichen Kunsthandwerks.

97028614BW
Wegekreuz Hauptstraße 57
(Karte)
Steinsockel mit Inschrift (verwittert), steinernem Aufsatz sowie Korpus, frühes 19. Jahrhundert, samt jüngerer schmiedeeiserner Einfriedung 97028616BW
Statue Kieswiesen
(Karte)
Sockel und St. Nepomukfigur aus Sandstein, bezeichnet 1760, Sockel erneuert

Die Statue steht auf der Brücke über den Kocher und damit an einem für den Heiligen

charakteristischen Standort, löste doch Johannes Nepomuk seit seiner Heiligsprechung

1729 den bis dato üblichen Brückenheiligen Nikolaus in dieser Funktion zunehmend ab. Die

Verbindung zu Brücken erklärt sich aus dem Martyrium des Heiligen. Der Priester Johannes

Nepomuk war im 14. Jahrhundert auf Befehl des böhmischen Königs Wenzel von der Prager

Karlsbrücke in die Moldau geworfen und ertränkt worden war, weil er sich geweigert hatte, das

Beichtgeheimnis zu lüften. Die Figur ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum

Ausdruck gebrachten spezifisch katholischen Frömmigkeit in der Frühen Neuzeit.

97028617BW
Herrenhaus des Hofguts der Freiherrn Capler von Oedheim Hofgut Willenbach 1
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Eckquaderung, Fenster- und Türgewände in Sandstein, runder Treppenturm mit Zeltdach, Wappenstein an der südöstlichen Giebelseite, 1603 (i), renoviert 1870, zerstört 1945 und wiederaufgebaut 1947; nordöstlich vor dem Herrenhaus stehender Brunnen, 1914 (i) 97028603BW
Kreuzigungsgruppe des 18. Jahrhunderts Im Quittenbusch 1
(Karte)
Sandstein, 1909 und später erneuert, 1953 durch die Gemeinde Oedheim am jetztigen Standort aufgestellt, bestehend aus: mittigem Kreuz mit Korpus und Totenkopf im Kreuzfuß, aufgeführt über Sockel mit Inschrift und Allianzwappen sowie seitlich Puttenreliefs, flankiert von den auf Sockeln mit Inschrift und Reliefs stehenden Statuen der Heiligen Maria und Johannes

Die barocke Kreuzigungsgruppe ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit in der Frühen Neuzeit. Sie dokumentiert das vielfältige sakrale Kunstschaffen des 18. Jahrhunderts und ist ein charakteristisches Ausstattungsstück der Kulturlandschaft um das katholisch geprägte Oedheim.

97028619BW
Dreifaltigkeitskapelle Kapellenäcker 1
(Karte)
Davor sogenanntes Turmhaus, einschiffige massive Chorturmkirche mit Walmdach, Sandstein, zur Kapelle geweiht 1850, 1954/55 und 1983 erneuert mit Wegkreuz an der Ostwand, Sockel mit Inschrift, bezeichnet 1736, renoviert 1850

Die kleine Kapelle an der Landstraße Bad Friedrichshall - Öhringen am südöstlichen Ortsrand von Oedheim wurde früher als „Turmhaus“ erwähnt und am 7. Juli 1850 als Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Nach Schäden am Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte 1954/55 eine Sanierung des Baus sowie des Altars und der Heiligenfiguren im Inneren. Bei einem nie aufgelärten Einbruch wurden letztere 1973 entwendet. Die Wegkapelle ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und architektonisch wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region.

97028599BW
Bildstock Köpfle
(Karte)
Schaft mit Inschrift darüber Bildnische, Kunststein, bezeichnet 1669 und 1944

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in und um Oedheim, das sich seit dem späten 15. Jahrhundert im Besitz des Deutschen Ordens befand, in besonderer Weise prägen. Eine beachtliche Anzahl der Bildstöcke - wie auch dieses Exemplar - belegen durch Renovationen oder Verwendung von älteren Einzelteilen die Kontinuität der von der Bevölkerung diesen Andachtsmalen entgegengebrachten Verehrung.

97028632BW
Bildstock Schuläcker
(Karte)
Schaft mit Inschrift darüber Bildnische, Sandstein, bezeichnet 1685, erneuert

Der Bildstock ist ein Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in und um Oedheim, das sich seit dem späten 15. Jahrhundert im Besitz des Deutschen Ordens befand, in besonderer Weise prägen. Er ist baulicher und bildlicher Ausdruck katholischer Frömmigkeit.

97028631BW
Lautenbacherhof Brunnenstubenwiese; Lautenbach 1, 3, 5, 9
(Karte)
Herrschaftliches Hofgut, bestehend aus
  • Herrschaftshaus (Nr. 1), langgestreckter zweigeschossiger, weitgehend massiver Putzbau mit Walmdach und Ziergiebeln, im Kern 17./18. Jahrhundert, um 1825 verlängert und im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts umgestaltet;
  • Schlossgarten (südlich Nr. 1) samt Brunnen sowie Einfriedung und Schlosspark (Flstnr. 50/1 und 50/2) mit Einfriedung;
  • Pferde- und Rindviehstall (Nr. 2), zweigeschossiges Fachwerkgebäude mit massivem Erdgeschoss, um 1825, in den 1880er Jahren nach Westen erweitert (Nr. 2);
  • Gärtnerhaus (Nr. 3), zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss, um 1825 erstellt (ohne nördliche Erweiterung);
  • Schuppen (Nr. 4), eingeschossiger, teils verbretterter, teils offener Bau in Holzkonstruktion, um 1825;
  • oberem Pächterhaus (Nr. 5), zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Halbwalmdach, um 1825, im 20. Jahrhundert umgebaut,
  • Brunnen (südlich Nr. 5) um 1825;
  • massivem zweigeschossigen Zwischenbau (Nr. 5), um 1925;
  • oberer Scheune (Nr. 5), ein- bis zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Satteldach, um 1830, samt westlich anschließendem Zwischenbau;
  • mittlerer, sogenannter Speicherscheune (Nr. 5), ein- bis zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Satteldach, um 1830, samt westlich anschließendem Zwischenbau;
  • unterer Scheune (Nr. 5), ein- bis zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Westgiebel, Satteldach, um 1830, samt westlich anschließendem Anbau;
  • unterem Pächterhaus (Nr. 9), zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss und Satteldach, um 1825 (ohne Heuschuppenanbau);
  • Brunnen (südlich Nr. 9) um 1825;
  • Remise und Heizhaus (Gärtnerei, Nr. 10), eingeschossiger verputzter Winkelbau mit Krüppelwalmdach, 1860er Jahre, 1910/20 erweitert mit anschließenden Gewächshäusern;
  • Schafstall (Nr. 11), über Sockel eingeschossiger Fachwerkbau von 1893;
  • unterem Viehstall (Nr. 14), zweigeschossiger Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss von 1872;
  • Pumpenhaus im Schlosspark, eingeschossiger Massivbau mit Walmdach von ca. 1898

Das Hofgut Lautenbach besaß früher eine eigene Gemarkung und kam erst 1855 zu der Oedheim. Mit seinen 250 ha umfasste die ehemalige Lautenbacher Markung im Mittelalter zwei Güter: den Lautenbacher Hof und den Mönchshof, die sich beide lange Zeit im Besitz des Deutschen Ordens befanden. Während sich der Lautenbacher Hof bis 1687 durchgehend in Hand des Deutschen Ordens befand, erlebte der Mönchhof zahlreiche Besitzerwechsel. Während die Gebäude des Mönchshofs in dieser Zeit abgingen, kam das Gut Lautenbach, nachdem es vorübergehend im Besitz verschiedener Adliger gewesen war, 1772 an die Freie Reichsstadt Heilbronn. Von dieser erwarb es 1823 August Freiherr von Wächter. Dieser ließ das im Kern aus Gebäuden aus dem 17. oder 18. Jahrhundert bestehende Schloss im Stil der Neurenaissance um- und ausbauen. Zugleich entstand ein englischer Landschaftsgarten mit einem Pavillon und Baum-Alleen. Der Hof entwickelte sich gut und galt bald als fortschrittlicher landwirtschaftlicher Betrieb, zu dem um die Mitte des 19. Jahrhunderts 4226 Obstbäume, 131 Rinder und 203 Schafe gehörten. Das repräsentativ gestaltete Anwesen ist Zeugnis historischer Herrschafts- und Verwaltungsstrukturen und veranschaulicht als großes landwirtschaftliches Gut auch Aspekte der Wirtschafts- und Kulturgeschichte.

97028655BW
Friedhof Oedheim mit:

- Gedenkkapelle für die Opfer des I. und II. Weltkriegs

Friedhofstraße 6; Neuenstadter Straße 19
(Karte)
Von 1922 und 1956,
  • Gedenkstätte für Opfer der Übergabekämpfe 1945,
  • Gräberfeld im östlichen Bereich des Friedhofareals mit Inschrifttafel,
  • 6 Grabdenkmale der Familie Capler von Oedheim,
  • 3 Grabdenkmale von orts- und kunsthandwerksgeschichtlicher Bedeutung und
  • dem Friedhofskreuz, Sandsteinkreuz bestehend aus Sockel mit Inschriften, Kreuzaufsatz und Korpus

Der Oedheimer Friedhof wurde am nordöstlichen Ortsrand schon 1798 angelegt ist damit ein frühes Beispiel für die Verlegung der Begräbnisplätze weg von den innerörtlichen Kirchen an die Peripherie der Dörfer. Da er auch als Begräbnisstätte des Ortsadels, der Capler von Oedheim, diente, haben sich mehrere aufwendige Grabdenkmale der Adelsfamilie, die zum Teil vom alten Kirchhof auf den neuen Begräbnisplatz transloziert wurden, erhalten. Der Friedhof ist ein wichtiges Zeugnis der Bestattungskultur wie auch der Herrschafts- und Ortsgeschichtliche von Oedheim.

97028611BW
Rathaus Ratsstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger Sichtfachwerkbau mit massivem Erdgeschoss, Satteldach mit Glockentürmchen, im Kern um 1600, nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt 1954, südlich erweitert und im Innern umgestaltet 1992

Das Rathaus nimmt durch seine ortsbildprägende Lage im Zentrum von Oedheim eine markante Sonderstellung ein, die ebenso wie die architektonische Gestaltung die Bedeutung des Baus als Sitz der Verwaltung der Gemeinde betont. Somit stellt das Rathaus ein eindrückliches Zeugnis bürgerlicher Selbstdarstellung seit dem 16./17. Jahrhundert dar und ist eines der zentralen Dokumente der Ortsbaugeschichte.

97028600BW
Schlossanlage der Freiherren von Capler Schloß 1
(Karte)
16.-19. Jahrhundert mit integrierten Bauteilen der spätmittelalterlichen Burg, 12.-14. Jahrhundert, in jüngerer Zeit erneuert; bestehend aus:
  • dem sogenannten Herrenhaus (Südwestbau), dreigeschossiger Putzbau mit Walmdach, im Kern 12.-14. Jahrhundert, im 16./17. Jahrhundert in weiten Teilen neu erstellt, im 18. Jahrhundert erneuert und im 19. und frühen 20. Jahrhundert im Innern umgestaltet;
  • dem Zwischenbau (Nordwestbau), zweigeschossiger teils massiv, teils in Fachwerk aufgeführter Bau mit Loggia und Satteldach, 16./17. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert renoviert;
  • Kelter/Bandhaus mit Wohngeschoss (Nordostbau), zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, am Kellertor bezeichnet 1533, wohl mit älterem Keller, 1692 erneuert;
  • der Ringmauer mit Turm, am Eingangstor bezeichnet 1692;
  • der südlichen, schmiedeeisernen Einfriedung des Schlossareals, 19. Jahrhundert

Schloss Oedheim, oft auch Bautzenschloss genannt, war Stammsitz der Capler von Oedheim, genannt Bautz. Der heutige Bau lässt sich auf eine Burganlage der Herren von Weinsberg wohl aus dem 12. Jahrhundert zurückführen, die erstmals 1202 urkundliche Erwähnung fand. Die Anlage sollte die Fähre schützen, die hier bis 1765 den Kocher an der Straße Öhringen - Neuenstadt - Gundelsheim überquerte. Dieser Straße kam eine strategische Bedeutung bei der Sicherung der Weinsberger Herrschaft nördlich von Kocher und Jagst zu. Die stauferzeitliche Burganlage umfasste einen befestigten Wohnturm (den heutigen Südwestbau), Innenhof, Burgmauer und einen Halsgraben. Nachdem die Burg 1335 von den Herren von Weinsberg an das Erzbistum Mainz und 1449 an die Kurpfalz überging, kam sie 1484 an Württemberg. Da das umliegende Amt Scheuerberg mit Oedheim 1483 in den Besitz des Deutschen Ordens kam, waren Burg bzw. Schloss Oedheim für über 400 Jahre eine württembergische Exklave innerhalb des Ortdensterritoriums. Die schwierigen territorialen Verhältnisse führten regelmäßig zu Streitigkeiten zwischen dem Deutschen Orden und dem Geschlecht der Capler. Nach teilweiser Zerstörung im Zweiten Markgrafenkrieg 1554 erfolgte bald der Wiederaufbau, wobei der Halsgraben mit den Trümmern verfüllt wurde. Der massive, quadratische Hauptbau im Südwesten geht auf den befestigten Wohnturm der stauferzeitlichen Burg zurück. Im 16. Jahrhundert und vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert kam es zu einigen Veränderungen: u.a. wurden die Fenster vergrößert, das Mansarddach entstand neu, und die Innenräume wurden neu aufgeteilt und umgestaltet. Der Nordostbau entstand in seiner heutigen Form um 1690 auf einem bereits vorher bestehenden Keller, dessen Eingangsbogen die Jahreszahl 1533 und die Wappen der Familien Capler und Bibelheim zeigt. Der Zwischenbau, dessen Bauzeit nicht geklärt ist, erfuhr vermutlich zwischen 1860 und 1875 eine Umgestaltung. Im Bautzenschloss manifestieren sich zahlreiche Facetten mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Adelskultur. Die jahrhundertelange Bau- und Besitzergeschichte ist am Erscheinungsbild des Baukomplexes ablesbar. Das Schloss Oedheim ist ein charakteristisches Beispiel einer Burgenanlage mit Herrenhaus, Ringmauer mit Turm und Einfriedung, welcher eine hohe bautypologische Bedeutung zukommt. Zudem ist die Anlage ein eindrucksvoller Beleg der Orts- und Herrschaftsgeschichte von Oedheim.

1205188BW
Einrichtung der im frühen 19. Jahrhundert erbauten Schmiede (Schloßstraße 9 Schulstraße 13
(Karte)
Gebäude 1998/99 abgebrochen) 97028623BW
Statue des hl. Joseph in der Nische an der südwestlichen Hausecke Schulstraße 21
(Karte)
Wohl 19. Jahrhundert

Die Figur des Hl. Josefs mit dem Jesuskind auf dem Arm entstand im späten 19. Jahrhundert. Sie steht in der Tradition der Hausfigur und ist ein typisches Zeugnis der Frömmigkeit in der katholisch geprägten Region.

97028625BW
Hausmadonna in der Nische an der Nordostecke des Gebäudes Steige 16
(Karte)
Farbig gefaßte Holzfigur des 19. Jahrhunderts

Die Madonna des 19. Jahrhunderts steht in der Tradition der zum Schutz des Anwesens aufgestellten Hausfigur und ist ein typisches Zeugnis der Frömmigkeit in dem katholisch geprägten, jahrhundertelang im Besitz des Deutschen Ordens befindlichen Dorf Oedheim.

97028624BW
Herz-Jesu-Kapelle Steige
(Karte)
Holzkapelle, Rückwand aus Grottenmauerwerk mit Nische und Herz-Jesu-Statue, 1930er Jahre

Die kleine Wegkapelle südwestlich von Oedheim ist ein anschaulich überlieferter Vertreter dieser Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten in besonderer Weise prägen.

97028626BW
Wegkreuz Steige
(Karte)
Sockel mit Inschrift, darüber Kreuz mit Marienfigur und Korpus, Sandstein, bezeichnet 1874, mit schmiedeeiserner Einfriedung und Zugangstreppe

Das im späten 19. Jahrhundert südwestlich von Oedheim errichtete Kruzifix ist ein anschaulich überliefertes Zeugnis der in ländlichen katholischen Gebieten weit verbreiteten Tradition Wegekreuze aufzustellen und somit ein Dokument der Frömmigkeit.

97028627BW
Schließen

Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Oedheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks