Liste der Kulturdenkmale in Schwaigern
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In der Liste der Kulturdenkmale in Schwaigern sind die Kulturdenkmale der Stadt Schwaigern im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Massenbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Ehemaliger Eingang mit Pilasterrahmung und Wappenstein | Brückenstraße 13 (Karte) |
Bezeichnet 1760.
Das heute zugesetzte Eingangsportal stammt der Bauinschrift zufolge aus dem Jahr 1760. Als anschauliches Beispiel eines charakteristischen historischen Baudetails bezeugt es die Bebauung in Massenbach im 18. Jahrhundert. |
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Weitere Bilder |
Evangelische Kirche | Friedensstraße 18 (Karte) |
Verputzter Massivbau mit Werksteingliederung, Saalkirche mit Satteldach, dreiseitig geschlossener Chor, Chorseitturm vom Quadrat ins Achteck übergehend mit Spitzhelm, Sakristeianbau, mit Ausstattung, auf alter Stelle neu erbaut, von Martin Elsaesser, 1911/12
Im Jahr 1496 wird eine dem heiligen Georg geweihte Kapelle in Massenbach erwähnt, die im selben Jahr von einer Schwaigerner Filiale zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde. 1531 ging das Patronatsrecht von den Herren von Neipperg an die von Massenbach über, die in der Georgskirche ihre Familiengrablege einrichteten. Obwohl schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Kirchenbaufonds zur Finanzierung eines Neubaus gegründet worden war, wurde die baufällige Kirche erst 1912/13 durch einen weitgehenden Neubau ersetzt. Dabei wurden sowohl die Grundmauern der alten Kirche, die Gruft und die Patronatsloge der Ortsherrschaft sowie die Sakristei und Teile der Ausstattung beibehalten. Die Pläne zum Neubau lieferte der Architekt Martin Elsaesser, der zu den wichtigsten Vertretern des evangelischen Sakralbaus am Anfang des 20. Jahrhunderts in Württemberg gehört. Der Schüler und Assistent von Theodor Fischer erwarb sich mit zahlreichen Neu- und Umbauten sowie Renovierungen von Kirchen den Ruf eines umsichtigen, das Alte mit dem Neuen verbindenden Künstlers. Seine innovativen Kirchenbauten, bei denen er die zeitgenössischen liturgischen Reformbestrebungen berücksichtigte, prägten die Sakralarchitektur seiner Zeit. Als frühes Werk von Elsaesser, der hier Elemente des Reform- und des Jugendstils virtuos miteinander verknüpfte, ist die Kirche von Massenbach ein wichtiges Zeugnis der Sakralbaukunst in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Mit der ortsherrschaftlichen Grablege und den Ausstattungsstücken des Vorgängerbaus dokumentiert sie zudem die Kirchen- und Ortsgeschichte von Massenbach. |
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| Steintafel mit Handwerkszeichen und Datierung | Holderbuschweg 6 (Karte) |
Bezeichnet 1574.
Der im Putz ausgesparte Stein verweist als Hauszeichen mit der Darstellung von Bretzel und Brot auf das Handwerk des ehemaligen Besitzers. Er ist er ein charakteristisches Zeugnis ländlichen Kunsthandwerks im späten 16. Jahrhundert. |
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Weitere Bilder |
Schloss Massenbach | Massenbachhausener Straße 62 (Karte) |
Dreiflügelanlage, ein- bis zweigeschossiger verputzter Massivbau in Hanglage, Mansardwalmdach, hofseitig flacher Mittelrisalit mit Ecklisenen, geschweiftem Zwerchgiebel und wappenbekröntem Portal, an der Rückseite flacher Mittelrisalit mit Ecklisenen, Dreiecksgiebel und Portikus, Eckquaderung, Tür- und Fenstergewände in Werkstein, um 1760
Jahrhundertelang lag die Ortsherrschaft über Massenbauch bei mehreren Ganerben aus verschiedenen Linien und Zweigen der Familie von Massenbach. Das lange Kondominat hatte zur Folge, dass in Massenbach insgesamt drei Schlösser errichtet wurden: ein am nordwestlichen Ortsende gelegene mittelalterliche Wasserburg (im Dreißigjährigen Krieg ruiniert), das Unteren Schloss (im späteren 17. Jahrhundert aus einem Bauernhof hervorgegangen und 1993/94 abgebrochen) sowie das heute noch existierende Obere Schloss, das für Georg Wilhelm von Massenbach in unmittelbaren Nachbarschaft der alten Burg erbaut wurde. Baumeister der von 1756 bis 1763 errichteten spätbarocken Dreiflügelanlage war Johann Peter Moll aus Grombach. Zusammen mit der zugehörigen Zehntscheune veranschaulicht Schloss Massenbach Wohn- und Lebensverhältnisse einer reichsritterlichen Familie in der Adelslandschaft Kraichgau im 18. Jahrhundert. Das Schloss ist als letzter von drei Massenbacher Adelssitzen von zentraler Bedeutung für die Siedlungs- und Ortsbaugeschichte wie auch als Stammsitz des alten Geschlechts landeshistorisch bedeutsam. |
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| Gusseisenbrunnen mit rundem Kelchtrog | Raiffeisenstraße 16/1 (Karte) |
Ca. 1870
Der Brunnen verkörpert den Typus der industriell in Serie produzierten Pumpbrunnen und zeigt eine von zahlreichen Formvarianten, die auf dem Grundschema einer klassizistisch gebildeten Säule auf hohem Polygonalsockel basieren. Der Brunnen dokumentiert den künstlerischen Eisenguss des 19. Jahrhunderts und ist ein Zeugnis der historischen Wasserversorgung von Massenbach. |
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| Zehntscheune | Raiffeisenstraße 42 (Karte) |
Langgestreckter verputzter Massivbau, Satteldach mit Staffelgiebel, großes rundbogiges Tor mit Sandsteingewände, an der Giebelseite Schlüssellochscharten, wohl 16. Jahrhundert
Die Zehntscheune von Schloss Massenbach wurde nach einem Brand von 1982 originalgetreu wieder erneuert. Sie verkörpert mit ihren überaus stattlichen Dimensionen eindrucksvoll den Typus einer Zehntscheune. Der Ökonomiebau erinnert bis heute an frühere Wirtschaftsverhältnisse beziehungsweise das Abgabewesen der Feudalzeit. In diesen großen Speicherbauten wurden die von der bäuerlichen Bevölkerung an die Grundherren abzuliefernden Naturalabgaben gelagert. |
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| Schule | Schwaigerner Straße 24 (Karte) |
(heute Verwaltungsstelle), dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach, Backsteinbau über Sockel aus rustizierten Werksteinquadern, segmentbogige, farblich abgesetzte Fensterstürze, 1905 (i)
Das Schulhaus zeigt eine für die Entstehungszeit charakteristische späthistoristische Fassadengestaltung. Damit ist der Bau nicht nur ein anschauliches Beispiel für die repräsentative bürgerliche Bauaufgabe Schulhaus an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, sondern auch wichtiges Zeugnis der Bildungs- und Sozialgeschichte von Massenbach. |
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Niederhofen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Gusseiserner Pumpbrunnen | Hühnerberg 1 (Karte) |
Ca. 1870
Der Brunnen ist ein typisches und anschaulich überliefertes Erzeugnis des nach Vorlagen industriell produzierenden Eisengusses. Nachdem die serienmäßige Großproduktion von Gusseisen ab etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts in Württemberg möglich geworden war, avancierte dieses zu einem der wichtigsten bautechnischen und kunsthandwerklichen Materialien. Zudem ist der Brunnen ein Zeugnis der historischen Wasserversorgung in Niederhofen vor der Einführung der öffentlichen Wasserleitungsnetze. |
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| Wohnhaus | Leintalstraße 3 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit hohem massivem Sockelgeschoss und Satteldach, am Giebel zweifach über Balkenköpfen vorkragend, Rundbogen-Kellereingang, darüber Erker, im Kern 16./17. Jahrhundert
Das Gebäude wurde wahrscheinlich schon im 16. Jahrhundert errichtet und gehört damit zum ältesten Baubestand des Dorfes. Das Rundbogentor im Kellersockel verweist auf den in Niederhofen jahrhundertelang als einer der Haupterwerbszweige betriebenen Weinbau. Das Anwesen belegt damit die landwirtschaftliche Prägung des Dorfes und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte |
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| Wohnhaus | Leintalstraße 7 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach in Hanglage, massives Sockelgeschoss, darüber Fachwerk, am Obergeschoss und Giebel vorkragend, zum Teil über Balkenköpfen und Eckknaggen, Anbau mit Satteldach, im Kern 16./17. Jahrhundert
Das Gebäude wurde nach Ausweis der Fachwerkkonstruktion im 16. oder frühen 17. Jahrhundert errichtet. Als gestelztes Wohnstallhaus ist es ein Beispiel dieses ländlichen Bautyps, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Mit seinem hohen Alter und der bis heute ablesbaren Funktion hat das Gebäude hohe Bedeutung für die Ortsbaugeschichte von Niederhofen. |
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Rathaus | Rathausgasse 1 (Karte) |
Ein- bis zweigeschossiger Bau in Hang- und Ecklage, Krüppelwalmdach mit Glockendachreiter, massives verputztes Sockel- und Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel schwach vorkragend, 1738 (i)
Der Bau ist ein charakteristisches Beispiel eines kleinen barockzeitlichen Rathauses. In für ländliche Kommunalbauten typischer Weise umfasst das Gebäude neben den Räumen der Gemeindeverwaltung im massiven Erdgeschoss auch andere Funktionsräume - in diesem Fall die Gemeindebackstube. Es ist Zeugnis der Selbstverwaltung des bis zur Eingemeindung 1971 nach Schwaigern selbständigen Dorfes Niederhofen und damit wichtiges bauliches Dokument der Ortsgeschichte. |
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Kelter | Zabergäustraße 1 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau in Hanglage, Satteldach mit breiter Walmdachgaube, um 1925 mit älterem Kern
Schon auf der Flurkarte der Württembergischen Erstvermessung aus dem Jahr 1835 ist an dieser Stelle ein Keltergebäude verzeichnet. Um 1925 erhielt dieses seine heutige Gestalt, als die ursprüngliche Funktion aufgegeben und das Gebäude einer Wohnnutzung zugeführt wurde. Der stattliche Bau belegt die Bedeutung des Weinbaus für das vormoderne Erwerbsleben in Niederhofen. |
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Pfarrhaus | Zabergäustraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger, weitgehend verputzter Bau mit Krüppelwalmdach, massives Sockel- und Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, am Giebel schwach vorkragend, zweiläufige Außentreppe, über Tür Inschrifttafel, 1726 (i)
Der stattliche in ortsbildprägender Lage neben der Kirche errichtete Bau stellt ein anschauliches überliefertes Beispiel eines barockzeitlichen Pfarrhauses dar. An den architektonischen Würdeformen wie Krüppelwalmdach, Eckquaderung und zweiläufiger Freitreppe lässt sich die repräsentative Rolle ablesen, die dem Pfarrhaus im dörflichen Rahmen des späten 18. Jahrhunderts zukam. Es ist ein wichtiges Zeugnis der Kirchen- wie auch der Sozialgeschichte in Niederhofen. |
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Evangelische Pfarrkirche (St. Cyriacus) | Zabergäustraße 14 (Karte) |
Chorturmkirche, einschiffige verputzte Saalkirche mit Satteldach, Chorturm aus Werksteinquadern mit Strebepfeilern, verschiefertes achteckiges Glockengeschoss und Spitzhelm, im Inneren Fresken des 15. Jahrhunderts, Kirche erbaut im 15. Jahrhundert, erweitert 1772; am Aufgang zur Kirche Gefallenen-Ehrenmal, in die Mauer eingelassene Inschrifttafeln und kreuzbekrönte Stele
Über die Anfänge der Kirche wie auch über die frühe Geschichte des 1332 erstmals erwähnten Ortes ist wenig bekannt. Die Cyriakuskirche wurde um 1073 als Grablege des Leininger Adelsgeschlechts erbaut. Nachdem wohl in den 1440er Jahren (angeblich 1443) die Chorturmkirche erneuert worden war, wurde Niederhofen 1460 Sitz einer Pfarrei, deren Kollatur dem Stift Wimpfen oblag. In dem an die Herren von Gemmingen verpfändeten Niederhofen wurde durch Württemberg nach 1534 die Reformation eingeführt. Obwohl vereinzelt auch protestantische Geistliche an der Kirche predigten, wurde die Reformation erst 1588 durch einen Vertrag Herzog Ulrichs von Württemberg mit dem altgläubigen Stift Wimpfen endgültig abgeschlossen. 1677 konnte Württemberg auch das Patronatsrecht von Wimpfen erwerben. Mit der Kirchenrenovierung von 1772/74 erhielt die Cyriakuskirche ihre heutige Gestalt. Der Bau wurde nach Norden erweitert und bekam eine neue Kanzel und ein Chorgestühl. Im Inneren des gotischen Chors, im kreuzgewölbten Turmuntergeschoss, sowie im Langhaus haben sich Wandgemälde des 14. und 15. Jahrhunderts mit biblischen Darstellungen, u. a. Christus als Weltenrichter und Szenen aus dem Marienleben, erhalten. Die gotische Chorturmkirche mit ihrer historischen Ausstattung aus den 14. bis 18. Jahrhundert ist ein wichtiges Zeugnis der dörflichen Glaubenswelt und ist von zentralem orts- und siedlungsgeschichtlichem Zeugniswert für Niederhofen. |
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Schwaigern
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Stadtbefestigung mit Stadtmauer | Hindenburgplatz 13; Um die Altstadt (Karte) |
Hexenturm und 5 Turmresten:
Spätestens seit der Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert waren die von Neipperg alleinige und eigenberechtigte Herren in Schwaigern. Eine förmliche Stadtrechtsverleihung durch die Ortsherrschaft fand nie statt, vielmehr vollzog sich die Stadtwerdung Schwaigerns in Spätmittelalter und Frühneuzeit in einem langen, bis zum Schluss offenen Prozess. Die Bezeichnungen wechseln daher: 1486 und 1717 wird der Ort als „fleck“ tituliert, 1514 als „oppidulum“. Erst im frühen 19. Jahrhunderts wird Schwaigern eindeutig als Stadt bezeichnet. Bereits im 15. Jahrhundert besaß Schwaigern aber mit Ummauerung und Rathaus, dem 1486 verliehenen Marktrecht sowie einer Gerichtsbarkeit und eigener Verwaltung alle wesentlichen Funktionen einer Stadt. Die bis heute erhaltenen Reste der Stadtbefestigung sind bedeutende bauliche Zeugnisse aus den Anfängen der Stadtwerdung von Schwaigern und bis heute prägendes Element sowohl des historischen Stadtgrundrisses als auch des Stadtbildes. |
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| Gasthof Zum Löwen | Gemminger Straße 16 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau in Ecklage, Krüppelwalmdach mit Zwerchhäusern, Sandsteinsockel, Fassadengliederung durch Putzlisenen und -gurte, runder Eckerker am Obergeschoss, 1911 (i); Wirthausausleger mit vergoldeter Löwenfigur
Die in charakteristischer Lage an der zentralen Ortsdurchfahrt stehende Löwen ist wichtiges Zeugnis für das Gasthauswesen und die Wirtschaftsgeschichte von Schwaigern. Mit seiner Architektursprache ist er zudem ein anschauliches Beispiel für die seit Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitete Bewegung des Reformstils, der sich an Vorbildern der Zeit um 1800 orientierte und diese neu interpretierte. |
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| Wasserwerk | Gemminger Straße 91 (Karte) |
Verputzter Winkelhakenbau mit Krüppelwalmdach und Fachwerkgiebel, ca. 1905
Das unweit des Lohgrabens 1905 errichtete Wasserkraftwerk dokumentiert die Ausnutzung der Wasserkraft zur Gewinnung elektrischer Energie. Es belegt, wie am Beginn des 20. Jahrhunderts die Elektrifizierung auch auf dem Land Einzug hielt und ist damit ein sprechendes Zeugnis für den technologischen Fortschritt in der Kaiserzeit. |
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| Gasthof Zur Krone | Hindenburgplatz 8 (Karte) |
Traufständiger Werkstein- bzw. Putzbau mit Mansardgiebeldach, aufwändig gestaltetes Portal mit Säulenrahmung, Obergeschoss mit Putzfeldern und Rustikalisenen gegliedert, bezeichnet 1769, Spiegelglasfenster im gesamten Obergeschoss; an südlicher Grundstücksgrenze Stadtmauerverlauf
Die in gasthaustypischer Lage an einer Aufweitung der zentralen Ortsdurchfahrt stehende Krone ist wichtiges Zeugnis für das Gasthauswesen des 18. Jahrhunderts in Schwaigern. Sie ist ein charakteristisches Beispiel eines stattlichen Barockgasthofes, der für die wirtschaftliche und soziale Struktur des Ortes eine wesentliche Rolle spielte und belegt die wirtschaftliche Bedeutung des Marktortes in der Frühen Neuzeit. |
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| Traufständiges Wohnhaus mit großer Durchfahrt zum Hof | Hindenburgplatz 10 (Karte) |
Ca. 1750, Spiegelglasfenster im Obergeschoss; an Südseite von Nr. 10/1 Stadtmauer. | 98878788 | ||
| Reinwaldsches Haus | Hindenburgplatz 11 (Karte) |
Zweigeschossiges, weitgehend verputztes Wohnhaus, Satteldach mit Zwerchhaus, massives Erdgeschoss unter Einbeziehung der Stadtmauer, darüber Fachwerk, Südgiebel freiliegend und über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, rundbogiges Tor, im Kern 17. Jahrhundert, erweitert 1928;
siehe Stadtbefestigung [§ 28], Hindenburgplatz 10 Das hoch über der alten Stadtmauer aufragende Gebäude ist ein charakteristisches Zeugnis für die ältere Wohnbebauung in Schwaigern und belegt vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse in dem ritterschaftlichen Flecken seit dem 17. Jahrhundert. |
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| Kelter (heute Stadtbücherei) | Kelterplatz 1 (Karte) |
Langgestreckter Fachwerkbau in Ecklage, niedriger Massivsockel, Satteldach, 1659
Der sehr stattliche Fachwerkbau wurde durch die Grafen von Neipperg, die Schwaigern seit 1429 als württembergisches Lehen innehatten, 1659 errichtet. 1852 ging die mit sechs Bäumen und einer Spindelpresse ausgestattete Kelter in Gemeindebesitz über, die die Baumpressen im frühen 20. Jahrhundert durch hydraulische Pressen ersetzte. Nach dem Bau der neuen Genossenschaftskelter wurde die alte Kelter bis in die 1960er-Jahre als Mosterei, dann zu Lagerzwecken und ab den 1970er-Jahren als Lebensmittelmarkt genutzt. In den 2000er-Jahren erfolgte dann eine umfassende Sanierung und der Umbau zu Stadtbücherei. Der groß dimensionierte Bau ist ein anschauliches Beispiel für den Keltertypus des 17. und 18. Jahrhunderts sowie ein wichtiges Baudokument für die Geschichte des Weinbaus in Stadt und Region. In zentraler Lage, nahe von Schloss, Kirche und Rathaus erbaut, gehört der eindrucksvolle Fachwerkbau seit Jahrhunderten zu den ortsbildprägenden und identitätsstiftenden Gebäuden von Schwaigern. |
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| Schlosskelter | Kernerstraße 9 (Karte) |
Lang gestreckter Bau in Ecklage, Werkstein-Erdgeschoss, Fachwerkaufsatz mit kleinem Zwerchgiebel, bezeichnet 1886
Das stattliche Keltergebäude liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss der Grafen von Neipperg, die seit dem Mittelalter in ihrem Territorium Weinbau betrieben. Die Schlosskelter belegt die jahrhundertealte bis heute andauernde Bedeutung des Weinbaus in und um Schwaigern. Zudem ist der in Formen der nordeuropäischen Renaissance und des Schweizerhausstils errichtete Bau charakteristisch für die späthistoristische Architektur des späten 19. Jahrhunderts. |
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| Wohnhaus in baulichem Zusammenhang mit Schlossgartenmauer | Kernerstraße 12 (Karte) |
Putzbau mit durchgezogenem Traufgesims, ca. 1840.
Das langgestreckte Gebäude wurde an die Mauer des Schlossgartens angebaut und ist zur Straßenseite nur durch kleine, in die Mauer eingebrochene Fenster belichtet. Der klassizistische Dreiecksgiebel deutet auf eine Erbauung um die Mitte des 19. Jahrhunderts hin. Das schlichte Äußere und das Hirschgeweih am Giebel weisen auf eine Funktion hin, die mit dem Schloss bzw. der Pflege des Schlossparks in Zusammenhang steht. |
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| Wegstein mit Inschrift | Berweg (Karte) |
Wohl 19. Jahrhundert.
Der Inschriftstein ist nicht nur ein die Kulturlandschaft prägendes Kleindenkmal, mit seinen mahnenden Worten erinnert er den Vorübergehenden auch an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. |
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| Ehemaliges Schlösschen | Marienhöfe 2 (Karte) |
Eingeschossiger Putzbau in Hanglage mit Eckquaderung und Portikus an der Gartenseite, ca. 1840, verändert.
Der nordöstlich von Schwaigern gelegene Bühlerhof wurde in mehreren Schritten durch Hofrat Karl Friedrich von Bühler, Rentamtmann und Forstverwalter der Grafen von Neipperg, angekauft. Sein Sohn, Forst- und Domänenrat Albert Emil von Bühler, veräußerte das Anwesen 1846 an Graf Alfred von Neipperg, der es nach seiner Gemahlin in Marienhof umbenannte. Zu dem kleinen Schlösschen gehörte ein rund 106 Morgen großes Hofgut, das von einem Pächter bewirtschaftet wurde. Das mit einem repräsentativen Portikus an der Gartenseite gestaltete Schlösschen veranschaulicht zusammen mit dem Hofgut adeliges Landleben und Wirtschaften im 19. Jahrhundert. |
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| Brunnen | Marktplatz 7 (Karte) |
Werkstein-Rechtecktrog, Aufsatz mit Trauben tragenden Putten, bez. 1935, von Prellochs.
Mit seinem zentralen Aufstellungsort auf dem Marktplatz ist der Brunnen ein wichtiges ortsbildprägendes Element. Gerade in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war die repräsentative Ausschmückung des Stadtraums mit kunstvollen Brunnenarchitekturen weit verbreitet. Mit der Motivwahl - zwei Putten stemmen eine gewaltige Weintraube in die Höhe - verweist der Brunnen auf die hohe Bedeutung, die der Weinbau einst für die lokale Wirtschaft besaß. |
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| Gasthaus Zum Lamm | Marktstraße 1 (Karte) |
Ehemalige Posthalterei, Putzbau in Ecklage mit Schmuckfachwerkgiebel, Eckquaderung in Erdgeschoss, Rundbogen-Kellereingang, doppelläufige Treppe, aufwändig gestaltetes Portal, bezeichnet 1759, 1767, 1779; Schmiedeeisen-Ausleger ca. 1800
Das in charakteristischer Lage an der zentralen Ortsdurchfahrt stehende Lamm ist ein wichtiges Zeugnis für das Gasthauswesen und die Wirtschaftsgeschichte von Schwaigern in der Frühen Neuzeit. Er verdeutlicht die lokale wirtschaftliche Bedeutung des Marktfleckens und bot Durchreisenden Quartier. Im Lamm wurde 1838 die erste Poststation von Schwaigern eröffnet, die hier bis 1882 betrieben wurde. Wie zahlreiche andere Gasthöfe belegt das Lamm bis heute den Verlauf der alten Land- und Poststraßen durch die Dörfer und Städte. |
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Weitere Bilder |
Rathaus | Marktstraße 2 (Karte) |
Stattlicher Putzbau in Ecklage, Werkstein-Erdgeschoss mit Rundbogen-Vorhalle, Obergeschoss mit Werkstein-Umrahmungen, Flacherker, Fachwerkgiebel und Dachreiter, 1905/06; Inschriftstein von ehemaligen Wohnhaus, bezeichnet 1687, seitlich in Hofmauer eingelassen.
Das Bevölkerungswachstum seit dem Einsetzen der Industrialisierung machte auch in Schwaigern zu Anfang des 20. Jahrhunderts einen großzügigen Rathausneubau nötig, in dessen künstlerisch hochwertiger Ausstattung sich das Selbstverständnis und das Repräsentationsbedürfnis der Stadt in zeittypischer Weise ausdrückt. Das Rathaus ist ein anschauliches Beispiel für einen Kommunalbau der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Es ist im Sinne des seit Beginn des 20. Jahrhunderts verbreiteten Reformstils gestaltet, der sich an Vorbildern der Zeit um 1800 orientierte und diese neu interpretierte. |
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| Friedhofskapelle | Massenbacher Straße 34 (Karte) |
Werksteinbau, niedriger eingezogener Chor mit 5/8-Schluss, Satteldach mit Glockendachreiter, Strebepfeiler, spitzbogige Fenster, 1870 (i); Friedhofsummauerung
Das in neugotischen Formen gestaltete Gebäude ist ein anschaulich überliefertes und architektonisch qualitätvoll durchgebildetes Beispiel einer historistischen Friedhofskapelle aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zusammen mit der Friedhofsmauer belegt die Kapelle zudem eine Friedhofsanlage aus einer Zeit, in der vielerorts die Begräbnisplätze um die innerörtlichen Kirchen vor allem aus Platz- und hygienischen Gründen aufgelassen und zahlreiche neue Friedhöfe außerhalb der Ortskerne angelegt wurden. |
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| Wohnhaus | Pfarrstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Walmdach, Erdgeschoss massiv, teilweise aus einem ehemaligen Rundturm der Stadtmauer gebildet, darüber Fachwerk, im Kern 15./16. Jahrhundert;
siehe Stadtbefestigung [§28], Hindenburgplatz 10/1 Das über dem alten Stadtmauerturm an Ostseite der Stadt errichtete Gebäude bezeugt die älteste Wohnbebauung in Schwaigern. Mit dem verblatteten Fachwerk weist es in die Zeit des 15./16. Jahrhundert zurück und belegt die frühe Ortsbaugeschichte des ritterschaftlichen Fleckens. |
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| Wohnhaus | Pfarrstraße 15 (Karte) |
Ehemaliges Diakonat, Portalumrahmung mit Kartusche, ca. 1769.
Das aufwendig gerahmte Portal mit dem rocaillengeschmückten Keilstein am ehemaligen Diakonatshaus ist ein anschauliches Beispiel eines charakteristischen historischen Baudetails und belegt die Steinmetzkunst im 18. Jahrhundert. |
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Rentamt der Grafen von Neipperg (heute Gasthaus) | Schloßstraße 6 (Karte) |
Fachwerkbau über massivem Sockelgeschoss, Krüppelwalmdach, nach Großbrand 1905 erneuert
Bei dem stattlichen Fachwerkbau mit Sandsteinsockel und Krüppelwalmdach handelt es sich um das ehemalige Rentamt (heute Hotel mit Restaurant) der Ortsherrschaft, der Grafen von Neipperg. Es wurde nach einem Großbrand 1905 erneuert und später durch einen Mittelbau mit dem benachbarten ehemaligen Forsthaus verbunden. Herrschaftliche Verwaltungsbauten zur Unterbringung u. a. des Rentamtes sind für die reichsritterlichen Herrschaftsorte charakteristisch. Hier wurden die herrschaftlichen Güter, Rechte und Einkünfte verwaltet. Der Bau hat damit wichtigen Zeugniswert für die Orts- und Herrschaftsgeschichte Schwaigern und belegt die einstige staatliche Eigenständigkeit der kleinen reichsfreien Herrschaft bis zur Mediatisierung 1806. |
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| Forstverwaltung der Grafen von Neipperg (heute Gasthaus) | Schloßstraße 8 (Karte) |
Fachwerkbau über massivem Sockel, Krüppelwalmdach, 1870 (laut Oberamtsbeschreibung)
Bei dem schmalen Fachwerkbau mit Sandsteinsockel und Krüppelwalmdach handelt es sich um das ehemalige Forsthaus (heute Hotel mit Restaurant) der Ortsherrschaft, der Grafen von Neipperg. Herrschaftliche Verwaltungsbauten sind für die reichsritterlichen Herrschaftsorte charakteristisch. Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel eines Forstverwaltungsgebäudes aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und belegt die Verwaltungsgeschichte und die einstige staatliche Eigenständigkeit der kleinen reichsfreien Herrschaft bis zur Mediatisierung 1806. |
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| Evangelisches Pfarramt | Schloßstraße 9 (Karte) |
Putzbau mit Krüppelwalmdach in Ecklage, Eingang mit profilierter Ohrenumrahmung und Oberlicht, mit Hofmauer, 1776.
Das in ortsbildprägender Lage gegenüber der Kirche errichtete Anwesen ist ein anschauliches Beispiel eines barocken Pfarrhauses. An den architektonischen Würdeformen wie dem Walmdach und dem repräsentativem Portal lässt sich die wichtige repräsentative Rolle ablesen, die dem Pfarrhaus im städtischen Rahmen des späten 18. Jahrhunderts zukam. Es ist ein anschauliches Zeugnis der Kirchen- wie auch der Sozialgeschichte in Schwaigern. |
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Evangelische Pfarrkirche (St. Johannes) | Schloßstraße 10 (Karte) |
Zweischiffige Hallenkirche aus Bruchstein- und Quadermauerwerk, Chor mit 5/8-Schluss, Chorseitturm, im Inneren Hauptschiff mit Seitenkapellen zwischen Stützpfeilern im Süden, vom nördlichen Seitenschiff durch Arkaden getrennt, im Westen steinerne Orgelempore, Kanzel und Sakramentshaus, um 1515, mehrere Altäre des späten 15. und 16. Jahrhunderts, u. a. Barbara-Altar von Jerg Ratgeb, 1510, Grabdenkmale der Herren Neipperg, im Kern Chorturmkirche des 12. Jahrhunderts, nach Süden um zweites Schiff und Chor erweitert und umgestaltet, 1514 bis 1520
Die Stadtkirche prägt mit dem in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden Schloss die Stadtmitte von Schwaigern. Der heutige Bau geht auf eine um 1200 errichtete romanische Kirche mit mächtigem Chorturm zurück. Er wurde zwischen 1514 und 1520 durch Georg Wilhelm von Neipperg im Stil der Gotik bedeutend vergrößert. Baumeister Bernhard Sporer fügte an das alte Langhaus nach Süden ein neues größeres Hauptschiff und einen neuen Chor an. Die Johanneskirche hat sich eine bedeutende Ausstattung mit spätgotischen Altären aus dem späten 15. und frühen 16. Jahrhundert erhalten, unter denen der Barbara-Altar des Malers Jerg Ratgeb die bedeutendste künstlerische Leistung darstellt. Der 1510 von Georg Wilhelm von Neipperg in Auftrag gegebene Altar zeigt in elf Szenen das Leben und das Martyrium der heiligen Barbara und stellt nicht nur das früheste gesicherte Werk des Künstlers, sondern auch eines seiner Hauptwerke dar. Die Johanneskirche ist ein anschauliches und hochqualitatives Beispiel einer spätgotischen Stadtkirche mit bedeutender Ausstattung und hat neben ihrem architektur- und kunstgeschichtlichen Wert zentralen dokumentarischen Charakter für die Schwaigerner Kirchen- und Siedlungsgeschichte im Mittelalter. |
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Schloss Neipperg | Hindenburgplatz 13; Schloßgarten; Schloßstraße 12 (Karte) |
1702/04, Erweiterung 1849/50, Südteil und Schlosskirche neu erbaut durch Christian Friedrich von Leins 1866 bis 1871, bestehend aus:
Schloss Schwaigern wurde ab 1702 für den kaiserlichen Generalfeldmarschall Eberhard Friedrich Reichsfreiherr von Neipperg anstelle einer 1690 zerstörten Burg erbaut. Die zunächst unvollendet gebliebene anderthalbgeschossige Vierflügelanlage am nordöstlichen Rand der historischen Ortsmitte von Schwaigern wurde sukzessive zu ihrer heutigen Gestalt und Umfang erweitert. Die Pläne für die Erweiterung wurden bereits 1835 von Gottlob Georg Barth geschaffen, aber erst in den Jahren 1847 bis 1871 realisiert. Zwischen 1860 und 1871 entstanden unter Mitwirkung von Christian Friedrich von Leins der Südflügel und die Schlosskirche im Stil der Neurenaissance. Im Schloss Schwaigern manifestieren sich zahlreiche Facetten frühneuzeitlicher Adelskultur, der Landesgeschichte sowie der Regional- und Stadtgeschichte von Schwaigern. Das Schloss mit seinen Ökonomiegebäuden und dem Park bildet damit in authentischer Weise die Wohn- und Lebenswelten des reichsritterlichen Adels im 18. und 19. Jahrhundert ab. |
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| Sogenannte Fabrik | Gemminger Straße 5; Marktstraße 14; Schmiedgasse 1 (Karte) |
Stattlicher Putzbau mit Krüppelwalmdach, Eckquaderung, profilierte Fensterumrahmungen, 1750 als eine der ersten Fabriken im Unterländer Raum eingerichtet, 1811 nach Brand verändert
Das stattliche Gebäude verkörpert einen während des 18. und frühen 19. Jahrhunderts vor allem im kleinstädtischen Bereich verbreiteten Fabriktypus, der seine Entstehung aus dem Wohnhausbau deutlich erkennen lässt. Als eine der ersten fabrikmäßigen Produktionsstätten im Unterländer Raum ist er von Bedeutung für die Wirtschaftsgeschichte der Region. |
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| Gräflich-neippergischer Gutshof | Silcherstraße 4 (Karte) |
Ca. 1850, bestehend aus: Wohnhaus in baulichem Zusammenhang mit Schlosskomplex (Nr. 4), dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach, teilweise mit Werkstein verkleidet, teilweise verputzt, Segmentbogen-Einfahrt; Fachwerk-Scheunengebäude in Ecklage mit rustiziertem Massivsockel; Gutshofeinfriedung
Der stattliche Gutshof liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss der Grafen von Neipperg. Auch wenn das zugehörige Wirtschafts- und Stallgebäude 2009 abbrannte, ist das Anwesen immer noch ein eindrückliches Zeugnis historischer Herrschaftsstrukturen. Es veranschaulicht zudem adeliges Wirtschaften in dem reichsritterlichen Städtchen in der Frühen Neuzeit. |
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| Storchennest | Theodor-Heuss-Straße 1 (Karte) |
Dreigeschossiges Wohnhaus mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, Kern 15./16. Jahrhundert
Das stattliche Haus am Südende das Marktplatzes erhielt seinen Namen von den jahrzehntelang hier nistenden Störchen. Die Konstruktion mit teilweise noch verblattetem Fachwerk weist es als einen Bau des 15./16. Jahrhunderts aus. Das ehemalige Wohnhaus einer dreiseitigen Hofanlage zählt zu den ältesten überlieferten Profanbauten in Schwaigern und ist ein wichtiges Dokument des spätmittelalterlichen Fachwerkbaus. |
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| Friz-Halle | Theodor-Heuss-Straße 12 (Karte) |
Backsteinbau mit Werksteingliederung und schindelverkleidetem Turm mit Zeltdach, bezeichnet 1887, teilweise verändert.
Die Halle erhielt ihren Namen nach dem Rotgerber Ernst Friz, der der Stadt Schwaigern in seinem Testament 100.000 Gulden vermacht hatte. 1887 erbaut, diente sie fast ein Jahrhundert lang als Turn-, Versammlungs- und Festhalle und beherbergte Kindergärten und Schulräume. Nach einer umfassenden Sanierung wird die Frizhalle seit 2004 für Vereinszwecke und Veranstaltungen genutzt. Die historistische Architektur in Formen der Neurenaissance und Neugotik ist charakteristisch für die Entstehungszeit und ein anschauliches Beispiel städtischer Selbstdarstellung in der späten Gründerzeit. |
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| Oberes Schulhaus | Uhlandstraße 6 (Karte) |
Traufständiger Werkstein- bzw. Backsteinbau mit flachem Mittelrisalit und Zwerchgiebel, bez. 1871.
Das Obere Schulhaus von Schwaigern ist eine jener Bildungseinrichtungen, die entstanden, als der Schulhausbau abseits von großen Städten noch ein seltenes Ereignis war. Durch die zurückhaltend aber nobel gestaltete Werksteinverkleidung an Erdgeschoss und Mittelrisalit und das Hauptportal mit der Inschrift „Schulhaus“ im Türsturz wird deutlich zum Ausdruck gebracht, einen wie hohen Stellenwert die Zeitgenossen dem Schulunterricht und damit der Bauaufgabe zumaßen, zumal in kleinen und mittleren Gemeinden das Schulhaus oft für viele Jahre der einzige wichtige öffentliche Bau war, dessen Ausgestaltung auch zur Selbstdarstellung diente. Das Schulhaus hat als wichtiger Ort im Gemeindeleben hohe Bedeutung für die Ortsgeschichte von Schwaigern und ist zugleich ein anschauliches Beispiel für die in Grund- und Aufriss klar gegliederten Schulbauten der 1870er-Jahre. |
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| Wohnhaus von Schultheiß Gräsle | Wasserstraße 15 (Karte) |
Zweigeschossiger, weitgehend verputzter Bau in Ecklage mit Halbwalmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an den Giebeln schwach vorkragend, Türumrahmung mit Keilstein, überhöht von Inschrifttafel, 1717 (i)
Das Gebäude ist mit seiner Kubatur, dem abgewalmtenMansarddach und dem aufwendigen Hauseingang ein charakteristisches Beispiel für den barockzeitlichen Wohnbau eines wohlhabenden Bürgers. Als Wohnhaus des Schultheißen Gräsle hat es zudem Bedeutung für die Ortsgeschichte von Schwaigern. |
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| Götzsches Haus | Wasserstraße 32 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Massivsockel und Satteldach, an Obergeschoss und Giebel über Knaggen und Balkenköpfen vorkragend, im Kern 17. Jahrhundert
Das nach Ausweis der Fachwerkkonstruktion in das 17. Jahrhundert zurückreichende Gebäude ist ein charakteristisches Zeugnis für die ältere Wohnbebauung im Schwaigerner Stadtkern. Es belegt vormoderne Wohn- und Lebensverhältniss in dem kleinen reichsritterschaftlichen Städtchen. |
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| Wohnhaus | Zeppelinstraße 24 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, Eckturm und verschiedenen Anbauten, ca. 1910
Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel eines Einfamilienhauses, das als Wohnform aus dem vorstädtischen, bürgerlichen Landhaus und der Villa des Großbürgertums im späten 19. Jahrhundert hervorgegangen ist. Die klare Durchgestaltung des Baukörpers und der sparsame Dekor weisen es als Bau der Zeit vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs aus. |
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| Villenanwesen mit Garten und Einfriedung | Zeppelinstraße 40 (Karte) |
Erdgeschoss mit Kleinquaderwerk, Obergeschoss verputzt, Walmdach, runder Standerker, Eingang mit Portikus, ca. 1912
Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für eine Villa im kleinstädtischen Bereich. Charakteristisch und zeittypisch sind die einfache Kubatur und der Eingang mit Säulen und Dreiecksgiebel, der klassizistische Tendenzen zeigt. Das Gebäude veranschaulicht gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse zu Ende des Kaiserreiches und dokumentiert darüber hinaus die damalige städtebauliche Entwicklung Schwaigerns. |
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Stetten
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnhaus | Bahnhofstraße 10 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massiver Sockel mit Rundbogen-Kellertor, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, 17. Jahrhundert
Das recht stattliche Haus gehört nach Ausweise der Fachwerkkonstruktion zum älteren Baubestand von Stetten. Das Rundbogentor im Kellersockel verweist auf den hier jahrhundertelang als einer der Haupterwerbszweige betriebenen Weinbau. Das Anwesen belegt damit die landwirtschaftliche Prägung des Dorfes und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte |
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| Pfarrhaus | Claudiusgasse 1 (Karte) |
Verputzter Massivbau in Hanglage mit Krüppelwalmdach, profilierte Türrahmung und Kartusche, Rundbogen-Kellertor, moderne Freitreppe, bezeichnet 1775.
Das stattliche Gebäude befindet sich in historisch-charakteristischer Lage neben der Pfarrkirche und ist ortsbildprägender Bestandteil der Bebauung im alten Ortskern. An den architektonischen Würdeformen wie dem Halbwalmdach und dem profilierten Portalgewände und der aufwendigen von Voluten begleiteten Kartusche mit der Darstellung des heiligen Petrus lässt sich die wichtige repräsentative Rolle ablesen, die dem Pfarrhaus im späten 18. Jahrhunderts innerhalb des Dorfes zukam. Es ist ein anschauliches Zeugnis der Kirchen- wie auch der Sozialgeschichte in Stetten. |
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| Rathaus (heute Gästehaus) | Hauptstraße 2 (Karte) |
Fachwerkbau in Kopflage mit Zierfachwerk, Dachreiter und niedrigem Massivsockel, 16./17. Jahrhundert
Das an der zentralen Straßenkreuzung des Dorfes gelegene Rathaus ist ein anschauliches Zeugnis für einen Kommunalbau an der Wende vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit. Charakteristisch für die ländlichen Rathausbauten war die Kombination des Verwaltungsgebäudes mit dem Spritzenhaus und einem Arrestraum. |
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| Wohnhaus | Hauptstraße 8 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, Sockelgeschoss und Teile des Erdgeschosses aus Quadermauerwerk, Obergeschoss dreiseitig vorkragend, Zierfachwerk am Giebel, Rundbogen-Kellertor, 17. Jahrhundert
Das Gebäude stellt ein anschauliches Beispiel anspruchsvoller Fachwerkarchitektur im 17. Jahrhundert dar. Das recht stattliche Haus gehört zum älteren Baubestand in Stetten. Das Rundbogenportal am Keller verweist auf die Bedeutung, die der Weinbau als wichtiger Erwerbszweig für das Dorf in vergangener Zeit spielte. |
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| Wohnhaus | Hauptstraße 23 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massiver Sockel mit Kellerabgang, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über Knaggen vorkragend, 16./ 17. Jahrhundert
Das im 16./17. Jahrhundert errichtete Gebäude gehört zum ältesten Baubestand in Stetten. Mit dem von außen zugänglichen Keller und dem großen Speicherdach vereint es Wohnnutzung und Vorratshaltung unter einem Dach. Es verdeutlicht vormoderne Wohn- und Lebensverhältnisse und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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Weitere Bilder |
Evangelische Kirche (St. Jakob und Philipp) | Hauptstraße 39 (Karte) |
Chorturmkirche, einschiffiger verputzter Saalbau mit Satteldach, quadratischer, am Glockengeschoss ins Oktogon übergehender Chorturm mit Zeltdach, Sakristeianbau, 15. Jahrhundert mit älterem Kern, Umbau 1562 (i), erweitert im 18. Jahrhundert 1724 (i); Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs
Wann Stetten, das ursprünglich Filial von Gemmingen war, zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde, ist nicht bekannt. Das Patronatsrecht wechselte mehrfach: vom Kloster Hirsau, über Württemberg und die Universität Tübingen im Jahr 1488 zum Stift Wimpfen. Die Reformation wurde wohl bereits in den 1520er Jahren eingeführt. Eine erste (archäologisch nachweisbare) hölzerne Kirche wurde um die Mitte des 11. Jahrhunderts durch einen Steinbau ersetzt, der um 1200, im 15. Jahrhundert, 1562 sowie 1724 um- und ausgebaut wurde. Die evangelische Pfarrkirche ist das zentrale Dokument der Ortsgeschichte von Stetten. Mit ihren verschiedenen Bau- und Ausstattungsphasen verdeutlicht sie die lange kirchliche Tradition und bezeugt ländliches sakrales Kunstschaffen. |
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| Wohnhaus | Hauptstraße 46 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, massiver Sockel mit Rundbogen-Kellertor, darüber Fachwerk, an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen und Knaggen vorkragend, Außentreppe, 17. Jahrhundert
Das recht stattliche Haus gehört zum älteren Baubestand in Stetten. Das Rundbogenportal am Keller verweist auf die Bedeutung, die der Weinbau als wichtiger Erwerbszweig für das Dorf in vergangener Zeit spielte. Deutlich ablesbar am Außenbau ist durch die Fensteranordnung die Innenstruktur mit der charakteristischen Ecklage der Stube. Das Anwesen veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse in der Vormoderne auf dem Land. |
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| Sachgesamtheit Kraichgaubahn | Badener Straße 39, 43; Bahnhof 1; Bahnhofstraße 36, 38, 50; Bahnposten 1; Brühlstraße 1; Crailsheim/Eppingen; Eppinger Straße 33; Grötzingen/Eppingen; Heilbronner Straße 185; Hofstatt 1; Im Haselter 234; Karl-Anspach-Weg 1; Mozartstraße; Steinsfurt/Eppingen; Stettener Straße 15 (Karte) |
Bauten der 1876 bis 1879 nach Entwürfen des Oberbaurats von Abel und des Baurats Bonhöffer erbauten Eisenbahnlinie von Heilbronn nach Eppingen bzw. Baden, als strategische Linie zweigleisig ausgebaut, 1887 bis 1889, mit Bahnhofsgebäuden, Güterschuppen, Bahnwärterhäusern und Eisenbahnbrücken inklusive Streckenführung
Die Kraichgaubahn ist Zeugnis des zunehmenden Ausbaus des Eisenbahnnetzes in der Gründerzeit und schuf eine Verbindung von der wichtigen württembergischen Handels- und Industriestadt Heilbronn und damit vom Neckar nach Baden und der dortigen Odenwaldbahn. Hierzu wurde zwischen Baden und Württemberg ein Staatsvertrag abgeschlossen. In Eppingen befand sich der Wechselbahnhof. Da der militärstrategische Wert von Eisenbahnen für die Logistik in Kriegszeiten schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts erkannt wurde, wurden besonders nach der Reichsgründung von 1871 die nach Westen in Richtung der französischen Grenze zielenden Bahnstrecken militärisch wichtig. Für die Kraichgaubahn bedeutete dies, dass sie noch in den 1880er-Jahren zweispurig ausgebaut wurde, um Truppen und Material gegebenenfalls rasch in Richtung der Westgrenze des Reiches transportieren zu können. Die Eisenbahn hatte damit nicht nur wirtschaftliche Bedeutung für die Region, sondern war auch ein zentrales Projekt zur Schaffung einer militärischen Infrastruktur. Die Bahnlinie hat daher verkehrs-, wirtschafts- und militärgeschichtliche Bedeutung gleichermaßen. Die an der Strecke erbauten Empfangsgebäude und Bahnwärterhäuschen sind charakteristische historistische Typenbauten, wie sie von den Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen in jener Zeit errichtet wurden. Sie kombinieren Formen einer italianisierenden Neurenaissance mit Elementen des für ländliche Bauten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bevorzugten Schweizer- und Schwarzwaldhausstils und sind anschauliche Zeugnisse für die Funktions- und Repräsentationsbauten der Eisenbahn. |
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| Kelter (heute Veranstaltungshalle) | Keltergasse 12 (Karte) |
Langgestreckter Bruchsteinquaderbau mit Eckquaderung und Krüppelwalmdach, 1576 (i)
Die stattliche Kelter ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Zimmermannskunst des 16. Jahrhunderts und belegt die über Jahrhunderte zurückreichende Weinbautradition in Stetten. Sie ist eine jener bis zur Ablösung der Rechte im 19. Jahrhundert zumeist in herrschaftlichem Besitz befindlichen, von der gesamten Dorfgemeinschaft genutzten großen Wirtschaftsbauten, die bis heute für die Weinbaudörfer der Region charakteristisch sind. |
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| Backhaus | Keltergasse 20 (Karte) |
Quaderbau mit Rundbogenöffnungen und Walmdach, ca. 1840
Seit 1808 und erneut 1835 ergangenen königlichen Verordnungen waren aus feuerpolizeilichen Gründen Backöfen in Privathäusern verboten, vielmehr wurde der Bau von Gemeindebackhäusern angeordnet. Das kleine klassizistische Steingebäude in Stetten belegt die Umsetzung dieser obrigkeitlichen Anweisung. In charakteristischer Weise belegt das Backhaus Alltagsverhältnisse in einemr württembergischen Dorf im 19. Jahrhundert. |
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| Schildwirtschaft Zur Krone | Kleingartacher Straße 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Fachwerkgiebeln und Krüppelwalmdach in Ecklage, Sockelgeschoss, Gewölbekeller und Freitreppe, Putzfassade mit Architekturgliederung in Sandstein, 1796 (i)
Das Gasthaus Krone war eine der beiden Schildwirtschaften in Stetten. Der am Kellerbogen in das Jahr 1796 datierte Bau zeigt eine frühklassizistische Gestaltung. Die prominente Lage an der zentralen Stadtkreuzung, das große Gebäudevolumen und die qualitätvolle Gestaltung machen die Sonderfunktion des Gebäudes als Schildwirtschaft bis heute gut nachvollziehbar. Der Bau ist nicht nur Zeugnis alter Gasthofkultur, sondern hat auch orts- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung für Stetten. |
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Einzelnachweise
- Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.