Lochmühle bei Oberrödel

Ortsteil von Hilpoltstein From Wikipedia, the free encyclopedia

Lochmühle bei Oberrödel (amtlich Lochmühle b.Oberrödel) ist ein Gemeindeteil der Stadt Hilpoltstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).[2] Lochmühle liegt in der Gemarkung Tiefenbach.[3]

Schnelle Fakten Stadt Hilpoltstein ...
Lochmühle bei Oberrödel
Koordinaten: 49° 9′ N, 11° 11′ O
Höhe: 384 m ü. NHN
Einwohner: 7 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 91161
Vorwahl: 09177
Karte
Die Lochmühle
Schließen

Lage

Die Einöde liegt etwa sechs Kilometer südlich von Hilpoltstein an der Kleinen Roth, die 200 m weiter nördlich in die Roth mündet. Die Lochmühle ist von Oberrödel her im Südwesten, Unterrödel im Norden und Zell im Südosten zu erreichen.[4]

Namensdeutung

Lochmühle leitet sich von Lohmühle ab. Lohmühlen zermahlten Eichenrinde zur Lohe, die zum Gerben von Rindsleder benötigt wurde.[5]

Geschichte

1359 wurde die Lochmühle wohl erstmals urkundlich erwähnt, als Friedrich II. von Heideck Wald bei der Mühle kaufte.[6]

1505, nach dem Landshuter Erbfolgekrieg, kam die Mühle zum neu gebildeten Territorium „Junge Pfalz“ (= Pfalz-Neuburg) und dort zum Pflegamt Heideck. Der hoch verschuldete Pfalzgraf Ottheinrich verpfändete das Pflegamt 1542 an die Reichsstadt Nürnberg, die noch im gleichen Jahr im Einvernehmen mit Pfalz-Neuburg die Reformation einführte. Pfalz-Neuburg löste 1585 das Amt Heideck wieder ein.[7] Die Wiedereinführung der katholischen Glaubensausübung im Amt Heideck und damit auch für die Untertanenfamilie auf der Mühle erfolgte mit der Rekatholisierung von Neuburg-Pfalz unter dem zum alten Glauben konvertierten Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm ab dem Jahr 1627, und zwar durch Jesuiten in Heideck mit Hilfe eines herzoglichen Religionspatentes von 1628.[8]

Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, gehörte die Mühle dem Domkapitel Eichstätt, das als Grundherr die Niedergerichtsbarkeit ausübte, während die hohe Gerichtsbarkeit das pfalz-neuburgische Pflegamt Heideck ausübte. Gepfarrt war die Mühle nach Zell.[9]

Im neuen Königreich Bayern (1806) kam die Lochmühle zum Steuerdistrikt Unterrödel und zur Ruralgemeinde Tiefenbach.[10] Bezüglich der niederen Gerichtsbarkeit gehörte der Weiler zum 1816 errichteten Patrimonialgericht II. Klasse des Hofmarksherrn zu Zell Friedrich von Boller. Es bestand unter dem Hofmarksherrn Wilhelm von Horrnberg bis 1848.[11] Der Müller war gleichzeitig Landwirt (damals Ökonom genannt); so hatte er 1875 zwei Pferde und sechs Stück Rindvieh.[12] Im späten 19. Jahrhundert gehörten 65 Tagwerk Grund zur Mühle.[5]

Das oberschlächtige Mühlenrad trieb drei Mahlwerke und einen Schrotgang an. 1949 wurde eine Turbine eingebaut. Die Mahlwerke wurden in den 1970er Jahren stillgelegt.[5]

Zum 1. Januar 1972 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform die Gemeinde Tiefenbach aufgelöst, die Lochmühle wurde in die Stadt Hilpoltstein eingegliedert, der Hauptort Tiefenbach kam zu Thalmässing.

Einwohner

  • 1818: 6 (2 „Feuerstellen“ = Anwesen, 1 Familie)[13]
  • 1861: 7 (3 Gebäude)[14]
  • 1871: 6 (3 Gebäude)[12]
  • 1900: 12 (1 Wohngebäude)[15]
  • 1950: 14 (1 Wohngebäude)[10]
  • 1961: 6 (1 Wohngebäude)[16]
  • 1970: 8[17]
  • 1987: 7 (1 Wohngebäude, 2 Wohnungen)[1]

Sonstiges

Bei der Lochmühle vermutet man den abgegangenen Ort Saezze/Sezzi, den König Anulf 889 dem Eichstätter Bischof Erchanbald schenkte. Es gibt jedoch auch andere Vermutungen über die Lage dieses Ortes.[18] Nach Heidingsfelder ist die Örtlichkeit „überhaupt nicht mehr zu bestimmen“.[19] 600 m westlich von Lochmühle befand sich eine steinzeitliche Siedlung, die als Bodendenkmal (D-5-6833-0124) geschützt ist.

Persönlichkeiten

  • Joseph Knipfer (1850–1908), Bürgermeister und Mühlenbesitzer sowie Landtagsabgeordneter (Zentrum)

Literatur

Commons: Lochmühle bei Oberrödel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI