Hilpoltstein
Stadt im Landkreis Roth in Bayern
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Hilpoltstein () ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Roth in Bayern und ist Teil der Europäischen Metropolregion Nürnberg.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 11′ N, 11° 11′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Roth | |
| Höhe: | 380 m ü. NHN | |
| Fläche: | 89,72 km² | |
| Einwohner: | 13.707 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 153 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91161 | |
| Vorwahlen: | 09174 Hilpoltstein 09177 Oberrödel, Unterrödel, Zell 09179 Meckenhausen | |
| Kfz-Kennzeichen: | RH, HIP | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 76 127 | |
| LOCODE: | DE HPN | |
| Stadtgliederung: | 49 Gemeindeteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktstr. 1 91161 Hilpoltstein | |
| Website: | www.hilpoltstein.de | |
| Erster Bürgermeister: | Felix Erbe[2] (Bündnis 90/Die Grünen) | |
| Lage der Stadt Hilpoltstein im Landkreis Roth | ||

Geographie
Lage
Hilpoltstein liegt rund 30 Kilometer südlich des Zentrums der Stadt Nürnberg und ca. 50 km nördlich von Ingolstadt am Fluss Roth in der mittelfränkischen Keuperbucht (vgl. Keuper) am östlichen Rand des Fränkischen Seenlandes. Am nordöstliche Rand des städtischen Bebauung verläuft der Main-Donau-Kanal.[3]
Gemeindegliederung
Es gibt 49 Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp):[4][5]
- Altenhofen (Dorf)
- Auhof (Stadtteil)
- Auholz (Einöde)
- Aumühle
- Bischofsholz (Dorf)
- Eibach (Dorf)
- Federhof (Weiler)
- Fuchsmühle (Einöde)
- Grauwinkl (Dorf)
- Hagenbuch (Kirchdorf)
- Häusern (Kirchdorf)
- Heindlhof (Einöde)
- Heuberg (Kirchdorf)
- Hilpoltstein (Stadt)
- Hofstetten (Kirchdorf)
- Holzi (Weiler)
- Jahrsdorf (Pfarrdorf)
- Karm (Dorf)
- Kauerlach (Weiler)
- Knabenmühle (Einöde)
- Lay (Dorf)
- Lochmühle b.Heuberg (Einöde)
- Lochmühle b.Oberrödel (Einöde)
- Löffelhof (Einöde)
- Lösmühle (Einöde)
- Marquardsholz (Dorf)
- Meckenhausen (Pfarrdorf)
- Meilenbach (Einöde)
- Mindorf (Kirchdorf)
- Minettenheim (Dorf)
- Mörlach (Kirchdorf)
- Oberrödel (Weiler)
- Patersholz (Dorf)
- Paulusmühle (Einöde)
- Pierheim (Dorf)
- Riedersdorf (Weiler)
- Rothenmühle (Einöde)
- Schweizermühle (Einöde)
- Seitzenmühle (Einöde)
- Sindersdorf (Kirchdorf)
- Solar (Dorf)
- Stephansmühle (Einöde)
- Tandl (Dorf)
- Unterrödel (Dorf)
- Weiherhaus (Einöde)
- Weihersmühle (Einöde)
- Weinsfeld (Kirchdorf)
- Zell (Pfarrdorf)
- Zereshof (Einöde)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet 18 Gemarkungen: Hagenbuch, Heuberg, Hilpoltstein, Hofstetten, Jahrsdorf, Karm, Lampersdorf (Gemarkungsteil 1), Lay, Meckenhausen, Mindorf, Mörlach, Patersholz, Pierheim, Sindersdorf, Solar, Tiefenbach (Gemarkungsteil 0), Unterrödel und Weinsfeld.[6] Die Gemarkung Hilpoltstein hat eine Fläche von 8,415 km². Sie ist in 4551 Flurstücke aufgeteilt.[7] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Aumühle, Knabenmühle, Lösmühle, Seitzenmühle, Stephansmühle und Weiherhaus.[8]
Nachbargemeinden
Angrenzende Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn von Norden beginnend die Marktgemeinde Allersberg, die Städte Freystadt (im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) und Greding, der Markt Thalmässing sowie die Städte Heideck und Roth.
| Roth | Allersberg | |
| Heideck | Freystadt | |
| Thalmässing | Greding |
Geschichte

Stadtgründung durch die Herren von Stein
Die Anfänge der Burg Hilpoltstein und der zu Füßen der Burg entstandenen Stadt reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Bemerkenswert ist, dass sowohl Burg als auch die Stadt auf Besitzungen des Hochstifts Eichstätt errichtet wurden, die den Herren von Stein als Lehen überlassen wurden.[9.1]
Aus dem 12. Jahrhundert ist eine Fülle von Urkunden erhalten, in deren Zeugenreihe zahlreiche Vertreter von Adelsgeschlechtern mit dem Namen von Stein vorkommen. Da aber eine Vielzahl von Orten den Namen „Stein“ tragen, kann erst ein um das Jahr 1139 genannter „Vdalricus qidam de Hilteboldestein“ mit großer Wahrscheinlichkeit dem hiesigen Adelsgeschlecht zugerechnet werden.[10]
Erstmals nachvollziehbar wurde Hilpoltstein im Jahre 1142 in einer Urkunde des Ludwig von Oettingen erwähnt, als dort der Zeuge „Vdalricus de Stein“ auftrat.[10] In den folgenden beiden Jahrhunderten war die Burg der Sitz der Herren von Stein.[10]
Zwar gibt es keine Zeugnisse über eine vorgotische Kirche in Hilpoltstein, jedoch wird in einer Urkunde des Jahres 1279 erstmals ein Pfarrer „plebanus Heinricus“ genannt.[11]
Um das Jahr 1280 wird die Siedlung unterhalb der Burg als „opidum in lapide“ (Stadt aus Stein) bezeichnet und erhielt um diese Zeit ein eigenes Stadtgericht, das jedoch nicht der Stadt, sondern noch den Herren von Stein unterstellt war. Zu dieser Zeit wurde auch eine Stadtmauer errichtet, die in das Befestigungssystem der Burg einbezogen wurde. Erstmals als Stadt urkundlich beglaubigt wurde Hilpoltstein im Jahre 1354.[9.2]
Hilpoltstein wird wittelsbachisch

Nachdem das Geschlecht der „Hilpoltsteiner“ mit dem Tode Hilpolts IV. von Stein am 20. Juli 1385 am Mannesstamme erloschen war, gingen Burg und Stadt Hilpoltstein auf dem Erbwege zunächst an dessen Neffen (mütterlicherseits) Schweiger d. J. von Gundelfingen, der die Burg und die Stadt samt allen „Zugehörungen“ zwei Jahre darauf an die Wittelsbacher Herzöge Stephan, Johann und Friedrich für 16.000 Gulden verkaufte. Bei der im Jahre 1392 vorgenommenen Teilung des Herzogtums Bayern kam Hilpoltstein zur wittelsbachischen Linie Bayern-Ingolstadt des Herzogs Stephan III.[9.3]
Ebenfalls 1392 bestätigte Herzog Stephan die Hilpoltsteiner Stadtrechte und verlieh der Stadt Hilpoltstein und ihren Bürgern neben anderen Freiheiten vor allem das Recht, von einem eigenen Stadtgericht gerichtet zu werden. Ausdrücklich vermerkt ist, dass von der Bayern-Herzögen nur mit Zustimmung des Rats der Bürger ein Richter eingesetzt werden dürfe.[9.4]
Mit dem Tode Herzog Ludwigs VII. im Mai 1447 erlosch der wittelsbachische Familienstamm Bayern-Ingolstadt. Herzog Heinrich XVI. von Bayern-Landshut übernahm daraufhin nahezu das gesamte Territorium des bisherigen Teilherzogtums Bayern-Ingolstadt und damit auch Burg und Stadt Hilpoltstein. Sein Sohn Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut baute 1473 in Hilpoltstein die Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer[9.5] und den „Traidkasten“ an der Burg, der heute als Haus des Gastes genutzt wird.
Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg im Jahr 1505 wurde Hilpoltstein dem neu entstandenen Fürstentum Pfalz-Neuburg zugeschlagen und 1512 in den Baierischen Kreis eingefügt.[9.6]
Der zweite Markgrafenkrieg

Aufgrund nachhaltiger Geldnot, die durch die anhaltenden Auseinandersetzungen mit seinen Vettern entstand, verpfändete Pfalzgraf Ottheinrich Hilpoltstein zusammen mit Heideck und Allersberg im Jahre 1542 an die Freie Reichsstadt Nürnberg. Mit Dekret vom 22. Juni 1542 führte die neue Grundherrin in Hilpoltstein die protestantische Glaubensrichtung ein.[9.6]
In der Fehde zwischen Markgraf Albrecht Alcibiades und der Stadt Nürnberg war auch Hilpoltstein betroffen, da es zu jener Zeit – wie vorstehend beschrieben – unter der Pfandschaft Nürnbergs stand. Bereits in den Jahren 1552/1553 musste Hilpoltstein zusammen mit Allersberg und Heideck zehntausend Gulden Brandschatzung an den Markgrafen Albrecht zahlen. Im Jahr 1554 wurde Hilpoltstein dann vom Albrecht Alcibiades eingenommen und um neuntausend Gulden gebrandschatzt.[9.7]
Residenzstadt Hilpoltstein

Herzog Philipp Ludwig löste die Ämter Hilpoltstein und Allersberg im Jahre 1578 und Heideck im Jahre 1585 wieder aus der Nürnberger Pfandschaft[9.6] und überließ sie zusammen mit Sulzbach seinem Bruder, Pfalzgraf Ottheinrich II. Dieser gab Burg und Herrschaft von Hilpoltstein seiner Gemahlin Maria Dorothea von Württemberg als Witwensitz. Nach Tode Ottheinrichs und dem Umbau der Burg traf die verwitwete „erlauchte Pfalzgräfin“ im Jahr 1606 in Hilpoltstein ein; dies ist noch heute der Anlass für das weithin bekannte alljährliche Hilpoltsteiner Burgfest.
Im Jahr 1615 setzte Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg seinen Bruder Johann Friedrich in das Deputat Hilpoltstein ein, womit die Stadt zur Nebenresidenz des Hauses Pfalz-Neuburg wurde. Nach dem Übertritt Herzog Wolfgang Wilhelms zur „alten Kirche“ wurde im Jahre 1627 in Hilpoltstein die Gegenreformation durchgeführt, obwohl Johann Friedrich von Pfalz-Neuburg und seine Gemahlin weiterhin dem Protestantismus anhingen.[9.6]
Nach dem Tode der Pfalzgrafenwitwe Maria Dorothea von Württemberg im Jahre 1639 wurde die Burg dem Verfall preisgegeben.[9.6]
Da alle 8 Kinder des Johann Friedrich, die aus der Ehe mit Sophie Agnes von Hessen-Darmstadt hervorgingen, noch als Kleinkinder verstarben, fiel das Deputat Hilpoltstein mit dem Tode Johann Friedrichs am 19. Oktober 1644 zurück an des Herzogtum Pfalz-Neuburg. Hilpoltstein verlor damit seine Funktion als Residenzstadt obwohl die Witwe des verstorbenen Johann Friedrich noch bis zu ihrem Tode im Jahre 1664 das Pfalzgrafenschloss in Hilpoltstein bewohnte. Mit dem Tode der Sophie Agnes von Hessen-Darmstadt am 8. September 1664 erlosch in Hilpoltstein auch die protestantische Glaubensrichtung.[9.6]
Dreißigjähriger Krieg
Zwar blieben die Pfalzgrafen von Neuburg im Dreißigjährigen Krieg neutral, sie konnten aber ihre Territorien letztlich nicht vor Schaden bewahren. So erlitt Hilpoltstein im Jahre 1632 eine kaiserliche Brandschatzung. Durch Krankheiten, vor allem durch die Pest, wurde auch in Hilpoltstein die Bevölkerung stark dezimiert.[9.6]
Hilpoltstein in der Neuzeit
Mit dem Tode Karls III. Phillip am 31. Dezember 1742 erlosch die wittelsbachische Linie Pfalz-Neuburg am Mannesstamme. Die Nachfolge trat der Gemahl dessen Enkelin Elisabeth Auguste, Pfalzgraf Karl Theodor aus der Wittelsbacher Linie Pfalz-Sulzbach an. Er war damit auch der neue Grundherr Hilpoltsteins. Karl Theodor beerbte auch den am 30. Dezember 1777 verstorbenen Maximilian III. Joseph, Kurfürst von Bayern, so dass unter der Linie Pfalz-Sulzbach die großen wittelsbachischen Länder mit Kurpfalz-Bayern wiedervereinigt wurden.
Im Zuge einer ersten Verwaltungsreform wurden im Jahre 1803 die bisherigen Pflegämter Allersberg, Heideck und Hilpoltstein zum Landgericht Hilpoltstein zusammengefasst.[9.8] Nach Proklamation des Königreichs Bayern am 1. Januar 1806 entstand mit den königlichen Gemeindeedikten der Jahre 1808 und 1818 die Munizipalgemeinde Hilpoltstein, die zunächst dem Altmühlkreis und ab dem Jahre 1817 dem Rezatkreis angehörte. Mit der Verwaltungsreform des Jahres 1837 wurde Hilpoltstein aus dem Rezatkreis herausgelöst und der Oberpfalz zugeordnet.[9.9]
Mit Verordnung vom 24. Februar 1862 wurden Justiz und Verwaltung getrennt. Dies hatte zur Folge, dass das Landgericht Hilpoltstein in einer neuerlichen Anpassung der Verwaltungsorganisation nunmehr dem Bezirksamt Neumarkt in der Oberpfalz angegliedert wurde. In den Jahren 1879/1880 wurde das Bezirksamt Hilpoltstein mit den Amtsgerichtsbezirken Hilpoltstein und Greding gebildet. Im Zuge einer Grenzbegradigung wurde das neue Bezirksamt im Jahre 1880 dem Bezirk Mittelfranken zugeordnet. Der aus diesem Bezirksamt entstandene Landkreis Hilpoltstein bestand von 1939 bis 1972.[9.9]
Mit der Gemeindegebietsreform wurden am 1. Juli 1972 die beiden Landkreise Hilpoltstein und Schwabach zum Landkreis Roth zusammengelegt und die Stadt Roth als Sitz der Kreisverwaltung bestimmt.[9.9] Die Stadt Hilpoltstein wurde in den Jahren 1972 bis 1978 mit der Eingemeindung von 47 Dörfern, Weiler und Einzelsiedlungen zur Großgemeinde.
| Hauptort[12] | Gemeinde[13] | Amtsgerichtsbezirk[14] | Altlandkreis[15] | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Berichtsjahr | Einwohner | Berichtsjahr | Einwohner | Berichtsjahr | Einwohner | Berichtsjahr | Einwohner | |||
| 1808[9.10] | 1104 | 1805[9.10] | 9471 | |||||||
| 1820[9.11] | 1190 | |||||||||
| 1871 | 1446 | 1871 | 1511 | 1871 | 13141 | |||||
| 1888[16] | 1551 | 1888[16] | 13632 | |||||||
| 1925 | 1575 | 1925 | 1620 | 1925 | 13728 | 1925 | 24274 | |||
| 1950 | 3027 | 1950 | 3092 | 1950 | 33620 | |||||
| 1970 | 4705 | 1970 | 9002 | |||||||
| 1987 | 4973 | |||||||||
Eingemeindungen
Folgende Orte wurden im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Hilpoltstein eingegliedert:
- Gemeinde Solar am 1. Januar 1971[17]
- Gemeinden Heuberg, Hofstetten, Jahrsdorf, Mindorf, Mörlach, Patersholz, Unterrödel und Zell sowie Teile der Gemeinden Lampersdorf und Tiefenbach.am 1. Januar 1972[17]
- Teile der Gemeinde Pierheim am 1. Juli 1972[17]
- Gemeinde Meckenhausen am 1. Juli 1976[18]
- Mit der Eingliederung von Lay wurden am 1. Mai 1978 die Eingemeindungen abgeschlossen.[18]
Hilpoltstein heute
Am 2. September 2006 stellte eine Lokomotive vom Typ ES 64 U4 mit 357 km/h einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord für konventionelle Elektrolokomotiven im Gebiet der Stadt Hilpoltstein auf Höhe der Autobahn-Raststätte Hilpoltstein an der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt auf.
Hilpoltstein entwickelte sich zum Unterzentrum, erfüllt aber insbesondere hinsichtlich der ärztlichen und schulischen Versorgung der Bevölkerung sowie im Dienstleistungssektor auch Funktionen eines Mittelzentrums.
Bevölkerungsentwicklung
Gebäudeverteilung
| Gebäude- und Wohnungsbestand am 31.12.2024[20] | |
|---|---|
| Anzahl der Wohngebäude | 4.075 |
| Anteil der Gebäude mit 1 Wohnung | 75,5 % |
| Anteil der Gebäude mit 2 Wohnungen | 16,5 % |
| Anteil der Gebäude mit 3 oder mehr Wohnungen | 8,0 % |
| Anzahl der Wohnungen in Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden | 6.080 |
| Durchschnitt Einwohner je Wohnung | 2,24 |
| Durchschnittl. Wohnfläche je Wohnung | 119,9 m² |
Politik
Der Haushaltsplan 2026 der Stadt umfasst ein Volumen Gesamtvolumen von 60,7 Millionen Euro. Davon entfallen mehr als zwei Drittel auf ständige und laufende Kosten. Die Stadt ist nahezu schuldenfrei.[21]
Bürgermeister
Seit 2026 ist Felix Erbe (Bündnis 90/Die Grünen) Erster Bürgermeister.[2]
Sein Vorgänger, Markus Mahl, kündigte am 18. September 2025 an, insbesondere aus Altersgründen bei der Kommunalwahl 2026 nicht nochmals anzutreten.[22] Am 22. März 2026 wurde Felix Erbe (GRÜNE/SPD) in einer Stichwahl mit 50,4 Prozent gewählt.[23] Er trat das Amt zum 1. Mai 2026 an.
Stadtrat
Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat (n. k. = nicht kandidiert):[24][25][26][27]
| 2008 | 2014 | 2020[28] | 2026[29] | |
|---|---|---|---|---|
| CSU | 11 | 8 | 8 | 9 |
| SPD | 7 | 9 | 6 | 4 |
| Freie Wähler (FW) | 6 | 7 | 6 | 6 |
| FDP | 0 | n. k. | n. k. | 1 |
| Bündnis 90/Die Grünen | n. k. | n. k. | 4 | 4 |
| Summe | 24 | 24 | 24 | 24 |
Wappen und Flagge
- Wappen
| Blasonierung: „Unter dreimal von Silber und Blau geteiltem Schildhaupt in Gold ein rot gezungter schwarzer Adler.“[30] | |
| Wappenbegründung: Hilpoltstein war Sitz der Herren von Stein. Der Adler und das Schildhaupt sind dem Wappen der Herren von Stein entnommen. Gleiches gilt für die Farben Silber und Blau. Sie werden auch als Hinweis auf die wittelsbachische Herrschaft seit 1386 gedeutet.
Hilpoltstein führt seit dem 14. Jahrhundert ein Wappen. |
- Flagge
Die Gemeindeflagge ist schwarz-gelb.[31]
Städtepartnerschaften
Eine Städtepartnerschaft besteht seit dem Jahr 2000 mit der Gemeinde Seilhac[32] im französischen Limousin.[33]
Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten
- Burgareal
- Begehbare Burgruine Hilpoltstein
- Traidkasten, heute Haus des Gastes mit Touristinformation und Volkshochschule
- Mittelalterlich geprägte Bürgerstadt
- Stadtmauer
- Stadtkirche St. Johannes der Täufer von 1473, neues Langhaus von 1732, reich barockisiert
- Rathaus, 1417 als Handelshaus erbaut
- Chorherrenhaus von 1491
- Gasthof Schwarzes Ross, romanische Kellergewölbe, hochmittelalterliche Stadtbefestigung mit Wehrgang, Fachwerkbauten des 16. Jahrhunderts und Baureste einer Brauerei aus der Renaissancezeit
- Museum „Schwarzes Roß“: altes Handwerk, Stadtgeschichte, historische Braustätte
- Etliche alte Bürgerhäuser, teilweise Fachwerk
- Adelsviertel
- Jahrsdorferhaus, Edelsitz der Jahrsdorfer von 1523
- Residenz, erbaut 1618 bis 1624, wurde 2010–2011 saniert, jetzt sind die Stadtbücherei und das Kulturzentrum dort untergebracht
Musik
- Die Stadt hat mit der Stadtkapelle eine der ältesten musikalischen Vereinigungen Deutschlands mit einer nachgewiesenen Tradition seit 1552.
Regelmäßige Veranstaltungen
- ResidenzKultur mit regelmäßigen Kulturveranstaltungen in der Residenz Hilpoltstein und an anderen Spielorten sowie Ausstellungen
- Frühlingskonzert der Stadtkapelle Hilpoltstein im April
- Duathlon-Day: Duathlon für Schüler und Jugendliche (vormittags) und Erwachsene (nachmittags, mit Einzel- und Staffelwettbewerb) am letzten Sonntag im April
- Mali-Fest: Benefiz-Open-Air am Freitag nach Christi Himmelfahrt (Mai)
- Mittelalterfest „Ritter, Barden, Beutelschneider“ alljährlich im Mai; mit Lagerleben, mittelalterlichen Konzerten, Mittelaltermarkt sowie Schwertkämpfen und Ritterturnieren
- Katastrophenturnier im Mai
- Fußballturnier der Hilpoltsteiner Rettungsorganisationen: Freiwillige Feuerwehr, BRK, Wasserwacht, Polizei, Technisches Hilfswerk
- Standkonzert der Stadtkapelle Hilpoltstein am Abend vor Fronleichnam
- Kellerfest der Stadtkapelle Hilpoltstein im Juni/Juli
- Challenge Roth: Triathlon am ersten Sonntag im Juli
- Burgspiel (Aufführungen ab Mitte Juli bis zum Burgfestsonntag)
- Burgfest am ersten Wochenende im August
- Freitag: Zapfenstreich, Eröffnung am Marktplatz, Bierprobe im Festzelt, Festzeltbetrieb
- Samstag: Burgfest-Trödelmarkt in der Altstadt, Sautrogrennen am Stadtweiher, Festzeltbetrieb
- Sonntag: Weckruf der Turmbläser, Burgfestlauf, Standkonzert der Stadtkapelle Hilpoltstein, Einzug der Pfalzgräfin auf den Marktplatz, historisches Festspiel am Marktplatz, historischer Festzug durch die Altstadt zum Festplatz, Festzeltbetrieb
- Montag: Traditioneller Frühschoppen, Kindernachmittag, Festzeltbetrieb, Brillanthochfeuerwerk
- Rock hinter der Burg im August
- Benefizkonzert, Veranstalter: Lions Club Roth-Hilpoltstein, im Oktober/November mit Unterstützung der Stadtkapelle Hilpoltstein
- „HIP live“ Musikfestival mit mehreren Bühnen in der Altstadt im September
- Drachenfest am letzten Septemberwochenende mit Flugvorführungen von Drachen am Main-Donau-Kanal bei Heuberg[34]
- Summer-End-Party auf dem Marktplatz im September/Oktober
- Weihnachtsmarkt mit Adventskonzert am ersten Advent
Wirtschaft und Infrastruktur
Bedeutende Erfindungen
In Hilpoltstein wurde der Elsbett-Motor erfunden, der mit Rapsöl betrieben wird.
Verkehr
- Hilpoltstein liegt an der Bundesautobahn 9 und ist über zwei Ausfahrten zu erreichen: Hilpoltstein (Süd/AS-Nr. 56) und Allersberg (Hilpoltstein-Nord/AS-Nr. 55). Die Staatsstraße 2220 führt über Eckersmühlen nach Roth zu einer Anschlussstelle der B 2 (8,5 km nordwestlich) bzw. über Mörsdorf nach Freystadt (10 km östlich). Die Staatsstraße 2225 führt über Alfershausen nach Thalmässing (11 km südlich) bzw. nach Allersberg (7,5 km nordöstlich). Die Staatsstraße 2238 führt nach Meckenhausen (7,3 km östlich).[3]
- Der Bahnhof Hilpoltstein ist Endpunkt der Bahnstrecke Roth–Hilpoltstein („Gredl“) und ein zukünftiger Endpunkt im Netz der S-Bahn Nürnberg.[35] Die Deutsche Bahn wurde im September 2025 mit der Planung für den entsprechenden Streckenausbau beauftragt, in dessen Rahmen auch der Haltepunkt Hilpoltstein modernisiert werden soll.[36] Zwischen Nürnberg und Hilpoltstein sind zukünftig bis zu 40 Züge (Summe beider Richtungen) vorgesehen. Die Zahl der Ein- und Aussteiger (montags bis freitags) soll durch den Ausbau von täglich 850 (2024) auf 1400 im Jahr 2035 steigen.[37] Von der einst dreigleisigen Bahnhofsanlage mit mehreren Gebäuden[38] (Betriebs- und Nebengebäude, Ladehalle)[39] ist heute noch ein Bahnsteiggleis mit modernisiertem Bahnsteig sowie das Hauptgebäude erhalten.
- Eine Buslinie verkehrt zum Bahnhof Allersberg der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt. Im Bereich der Stadt liegt auch die Main-Donau-Kanal-Brücke der Strecke.
- Weitere Buslinien verkehren Richtung Heideck und Greding. Anrufsammeltaxen von Roth und vom Bahnhof Hilpoltstein brachten im Jahr 2024 378 Fahrgäste im Stadtgebiet bis zur Haustür. Ein Rufbus, der mit einem festen Fahrplan aus den Ortsteilen zum Bahnhof Hilpoltstein verkehrt, wurde 2024 9760-mal genutzt.[40] Ab Dezember 2027 soll ein neues, erweitertes Buskonzept angeboten werden.[41]
- Zum Stadtgebiet Hilpoltstein gehören eine Anlegestelle und eine Schleuse am Main-Donau-Kanal. Die Schleuse Hilpoltstein zählt neben den Schleusen Leerstetten und Eckersmühlen zu den drei Schleusen mit den größten Hubhöhen in Deutschland.
- Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Nürnberg.
Bildung
- In der Stadt Hilpoltstein sind vier Schularten vertreten. Nachstehend die betreffenden Eckdaten des Schuljahres 2024/2025:
- Grundschule Hilpoltstein; 417 Schüler; 24 Lehrkräfte[42]
- Grundschule Meckenhausen; 127 Schüler; 6 Lehrkräfte[43]
- Mittelschule Hilpoltstein; 336 Schüler; 28 Lehrkräfte[44]
- Staatliche Realschule Hilpoltstein; 839 Schüler; 60 Lehrkräfte[45]
- Gymnasium Hilpoltstein; 829 Schüler; 59 Lehrkräfte[46]
- Hinzu kommen die
- Comenius-Schule (staatlich anerkanntes Förderzentrum); 152 Schüler; 28 Lehrkräfte[47]
- Sonderberufsschule für Hörgeschädigte der Regens-Wagner-Stiftung; 23 Schüler; 6 Lehrkräfte[48]
- Gehörlosenschule Zell der Regens-Wagner-Stiftung; 91 Schüler; 21 Lehrkräfte, die
- Förderschule Weinsfeld, die Musikschule Hilpoltstein und die Volkshochschule Hilpoltstein, eine Außenstelle der VHS Roth.
Gewerbegebiete
Die Stadt verfügt über die folgenden zwei Gewerbegebiete:[49]
- An der Autobahn: Nettobaufläche ca. 22 ha, davon 5,5 ha. Sondergebiet als Autorasthof (A9)
- Am Kränzleinsberg: Geltung des Bebauungsplanes ca. 40 ha zzgl. 9,28 ha Erweiterungsflächen
Tourismus
Im Jahre 2023 wurden in Hilpoltstein knapp 50.800 Übernachtungen (in Herbergen mit wenigstens zehn Betten) gezählt. Dies war die zweithöchste Zahl im Landkreis Roth.[50]
Landeszentrale des LBV
Im Ort befindet sich die Landeszentrale des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e. V.
Medien
Es gibt zwei Tageszeitungen, die über Hilpoltstein und die nähere Umgebung berichten:
- Hilpoltsteiner Kurier (Regionalausgabe des Donaukuriers)
- Hilpoltsteiner Zeitung (Regionalausgabe der Nürnberger Nachrichten)
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Johann Christoph Sturm (1635–1703), Astronom und Mathematiker
- Carl von Imhoff (1734–1788), in Mörlach geborener Berufsoffizier, Kolonialoffizier der Britischen Ostindien-Kompanie und Porträtmaler
- Aloys Joseph Adam (1763–1825), Vizepräsident des königlichen Appellationsgerichts in Bamberg
- Joseph Bittner (1822–1908), Orgelbauer
- Friedrich Eibner (1825–1877), Maler
- Rupert Bittner (1841–1921), Orgelbauer und Politiker (Zentrum)
- Otto Aufleger (1849–1920), Architekt, Fotograf und Schriftsteller
- Joseph Franz Bittner (1852–1915), Orgelbauer
- Robert Fischer (1859–1937), General der Infanterie
- Rupert Bittner (1872–nach 1920), Schreinermeister; Mitglied des Bayerischen Landtags
- Hans Raum (1883–1976), Pflanzenbauwissenschaftler und Agrarhistoriker
- Alfons Fleischmann (1907–1998), in Lochmühle geborener Theologe, Universitätsprofessor und Gründungsrektor der Kirchlichen Gesamthochschule Eichstätt
- Emil Vierlinger (1909–1984), Volkssänger, Schauspieler, Moderator und Autor
- Toni Rutschmann (7. Juni 1923–1983), Dekorateur, Maler, Grafiker[51]
- Ernst Reiter (1926–2025), Kirchenhistoriker in Eichstätt
- Leonhard Hell (* 1958), katholischer Theologe
- Kai Thomas Platz (* 1965), Mittelalterarchäologe
- Gunther Klautke (* 1966), strahlentherapeutischer Onkologe
- Oliver Quiring (* 1969), Kommunikationswissenschaftler
Personen, die vor Ort wirken oder gewirkt haben
- Jacob Paix (1556–ca. 1623), Organist, Komponist, Herausgeber von Musik; kein Nachweis für Hilpoltstein, Aufenthalt wird vermutet.[52]
- Ludwig Elsbett (1913–2003), Ingenieur und Erfinder des Elsbett-Motors
- Ludwig Sothmann (* 1940), Naturschützer
- Rolf Volland (* 1967), deutscher Autorennfahrer im Motorsport Rallycross
- Dorothea Maria Müller (* 1985), Schauspielerin
- Phil Laude (* 1990), Schauspieler, Sänger und Comedian.
Literatur
- Amt für Kultur und Tourismus (Hrsg.): Burgruine Hilpoltstein. Ein kleiner geschichtlicher Überblick. Stadt Hilpoltstein, Hilpoltstein 1996.
- Felix Mader: Bezirksamt Hilpoltstein (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Mittelfranken 3). R. Oldenbourg, München 1929, DNB 831022647, S. 154–193.
- Thomas Platz: Ausgrabungen auf der Burg Hilpoltstein, Gde. Hilpoltstein, Lkr. Roth, Mittelfranken. In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Gesellschaft für Archäologie in Bayern (Hrsg.): Das archäologische Jahr in Bayern 1989. Theiss, Stuttgart 1990, S. 181–183.
- Thomas Platz: Hilpoltstein vom Frühmittelalter bis zur frühen Neuzeit. Archäologische, baugeschichtliche und historische Aspekte zur Entwicklung einer mittelfränkischen Burg und Stadt Dr. Faustus, Büchenbach 2000, ISBN 3-933474-05-1 (Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands. Band 12).
- Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 103.
- Wolfgang Wiessner: Hilpoltstein (= Kommission für Bayerische Landesgeschichte [Hrsg.]: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 24). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1978, ISBN 3-7696-9908-4 (Digitalisat).
- Ernst Wurdak: Das Hilpoltsteiner Land, altes Grenzland mitten in Bayern. In: Arno Guder (Redaktion): Hilpoltstein feiert. Festschrift zum Stadtjubiläum 1992. Hilpoltstein 1992.
- Martin Zeiller: Hilpoltstein. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Franconiae (= Topographia Germaniae. Band 9). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 48 (Volltext [Wikisource]).


