Bahnstrecke Salzburg–Lamprechtshausen

Lokalbahn im Norden des Bundeslandes Salzburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bahnstrecke Salzburg–Lamprechtshausen, meist als Lokalbahn bezeichnet, ist eine 25,598 Kilometer lange Nebenbahn in Österreich. Die normalspurige und elektrifizierte Strecke führt vom Salzburger Hauptbahnhof nach Lamprechtshausen. Betrieblich eng verbunden ist sie mit der in Bürmoos abzweigenden Zweigstrecke nach Ostermiething. Beide Bahnen werden heute von der Salzburg AG (zusammen mit der Pinzgauer Lokalbahn) unter der Marketingbezeichnung Salzburger Lokalbahn (SLB) betrieben. Der Lamprechtshausener Ast ist als S1 in das Netz der S-Bahn Salzburg integriert, die Züge von und nach Ostermiething verkehren – teilweise durchgehend bis Salzburg – als S11. Früher wurde die Bahn in Anlehnung an die Farbgebung der Fahrzeuge auch Rote Elektrische genannt – auch in Abgrenzung zur Straßenbahn Salzburg, deren Fahrzeuge gelb waren.

Weitere Informationen Salzburg–Lamprechtshausen ...
Salzburg–Lamprechtshausen
Ein Zug der S1 in der Haltestelle Pabing
Ein Zug der S1 in der Haltestelle Pabing
Streckenkarte der Salzburger Lokalbahn
Streckenkarte der Salzburger Lokalbahn
Streckennummer (ÖBB):S (Wendeanlage–Salzburg Lokalbahn)
N (Salzburg Lokalbahn–Lamprechtshausen)
Kursbuchstrecke (ÖBB):210
Streckenlänge:25,585 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:bis km 0,343: 11,5 t Achslast
ab km 0,343: D4
Stromsystem:1000 V =
Maximale Neigung: bis km 0,343: 50
ab km 0,343: 22 
Minimaler Radius:140 m
Streckengeschwindigkeit:80 km/h
Zweigleisigkeit:bis km 1,5
Strecke (außer Betrieb)
von Hangender Stein
Betriebs-/Güterbahnhof Streckenanfang (im Tunnel)Strecke (außer Betrieb)
−0,5 Wendeanlage
Bahnhof (im Tunnel)Strecke (außer Betrieb)
−0,1 Salzburg Lokalbahnhof (seit 1996) 426 m ü. A.
Kilometer-Wechsel (im Tunnel)Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
0,0 Salzburg Lokalbahnhof (bis 1996)
TunnelendeStrecke (außer Betrieb)
0,1
Überleitstelle / SpurwechselStrecke (außer Betrieb)
0,1 Üst Tunnelrampe
Verschwenkung nach linksVerschwenkung nach rechts (Strecke außer Betrieb)
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
Salzkammergut-Lokalbahn nach Bad Ischl
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
0,3 Elisabethstraße (1923–1976)
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
0,4 Remise Itzling
Überleitstelle / Spurwechsel rechts
0,5 Üst Remise
Abzweig geradeaus und von rechts
0,8 von Salzburg Hbf
Bahnhof
0,9 Salzburg Itzling
Überleitstelle / Spurwechsel links
1,1 Üst Salzburg Itzling
Kilometer-Wechsel
1,5 Ende zweigleisiger Abschnitt
Haltepunkt / Haltestelle
1,7 Maria Plain-Plainbrücke
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
Messebahn (geplant)
Haltepunkt / Haltestelle
2,5 Hagenau
Bahnhof
3,5 Bergheim
Haltepunkt / Haltestelle
4,4 Schlachthof
Haltepunkt / Haltestelle
5,5 Muntigl
Haltepunkt / Haltestelle
6,5 Siggerwiesen
Bahnhof
8,5 Anthering 403 m ü. A.
Haltepunkt / Haltestelle
10,0 Acharting
Haltepunkt / Haltestelle
13,9 Pabing
Bahnhof
14,9 Weitwörth-Nußdorf
Haltepunkt / Haltestelle
16,0 Oichtensiedlung
Haltepunkt / Haltestelle
17,0 Oberndorf-Laufen (ehem. Oberndorf Stadt)
Bahnhof
17,6 Oberndorf Bahnhof
Haltepunkt / Haltestelle
19,4 Ziegelhaiden
Haltepunkt / Haltestelle
21,3 Arnsdorf
Abzweig geradeaus und von links
von Ostermiething
Bahnhof
23,0 Bürmoos
Haltepunkt / Haltestelle
24,2 Zehmemoos
Kopfbahnhof Streckenende
25,1 Lamprechtshausen 435 m ü. A.

Quellen: [1.1]
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Im Süden bestand bis 1953 eine Fortsetzung durch die vom gleichen Unternehmen betriebene Lokalbahn Salzburg–Hangender Stein samt Zweigstrecke nach Parsch, zur Abgrenzung von dieser Südlinie beziehungsweise Südlokalbahn genannten Strecke bezeichnete man den Lamprechtshausener Ast früher auch als Nordlinie beziehungsweise Nordlokalbahn. Der Südast war wiederum eng mit der ebenfalls stillgelegten Straßenbahn Salzburg (Gelbe Elektrische) und der ehemaligen Bahnstrecke Berchtesgaden–Hangender Stein (Grüne Elektrische) verknüpft.

Geschichte

Noch vor Baubeginn war vorgesehen, die Salzburger Lokalbahn mit der Mattigtalbahn zu verbinden. Die Strecke hätte über Bürmoos bis zu einer noch nicht bestimmten Stelle der Mattigtalbahn führen sollen. Als möglicher Endpunkt findet Braunau am Inn Erwähnung. Die Genehmigung für technische Vorarbeiten wurde 1884 erteilt.[2] Zu der angedachten Verbindung kam es jedoch nie.

Die Lokalbahn in den Flachgau wurde ursprünglich als Dampfstraßenbahn betrieben, sie wurde von der früheren Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft (SETG) in zwei Teilabschnitten in Betrieb genommen:

Später wurde die Strecke wie folgt mit 1000 Volt Gleichspannung elektrifiziert:

  • 1. Juli 1909: Salzburg Lokalbahnhof–Remise Itzling
  • 26. August 1923: Remise Itzling–Maria Plain
  • 15. Mai 1927: Maria Plain–Bergheim
  • 4. Mai 1947: Bergheim–Anthering
  • 16. November 1948: Anthering–Oberndorf Bahnhof
  • 13. Jänner 1950: Oberndorf Bahnhof–Lamprechtshausen

Nach der 1948 erfolgten Abwicklung der SETG waren die Städtischen Verkehrsbetriebe Salzburg für die Strecke zuständig, die wiederum 1950 in den Salzburger Stadtwerken aufgingen.

Nachdem die Lokalbahn in den 1970er Jahren als einstellungsgefährdet galt, gelang es den Verantwortlichen, sie zu modernisieren und ihre Zukunft zu sichern. Markanteste Ausbaumaßnahme war dabei die Errichtung einer neuen unterirdischen Endstation in Salzburg („Neuer Lokalbahnhof“); diese ging 1996 in Betrieb.

Vom 30. Mai 2016 bis zum 16. Mai 2017 wurde der Bahnhof Weitwörth-Nußdorf modernisiert und der Teilabschnitt zwischen Weitwörth-Nußdorf und Oichtensiedlung zweigleisig ausgebaut.[4][5]

Der Haltepunkt Oberndorf Stadt, der bis zur Erhebung des Marktes Oberndorf zur Stadtgemeinde im Jahr 2000 die Bezeichnung Oberndorf Markt trug, heißt seit Ende Mai 2016 Oberndorf-Laufen, da die Oberndorf gegenüberliegende bayrische Stadtgemeinde Laufen in fußläufiger Entfernung liegt.

Im Rahmen des Projektes Salzburger Lokalbahn 2020+ sind umfangreiche Bestandsverbesserungs- und Sanierungsarbeiten in drei Ausbaustufen bis 2031 geplant[6]:

  • Zielfahrplan 2023: Der Bahnhof Oberndorf wird modernisiert und der Bahnhof Bürmoos mit einer zweigleisigen Ausfahrt neu gebaut. Der Abschluss dieser Arbeiten soll zu Stoßzeiten einen 15-Minuten-Takt ermöglichen. Diese Maßnahmen wurden im Frühjahr 2023 bzw. am 20. Dezember 2023 abgeschlossen.[7]
  • Zielfahrplan 2027: Die Bahnhöfe Bergheim und Anthering werden neu gebaut und zweigleisig ausgeführt. Zusätzlich ist ein zweigleisiger Ausbau in den Abschnitten Haidenöster – Bürmoos (2,2 km) und Eching – Irlach geplant. Diese Maßnahmen erlauben einen 15-Minuten-Takt in beiden Fahrtrichtungen zwischen Bürmoos und Salzburg.
  • Zielfahrplan 2031: Neubau des Bahnhofes in Salzburg Itzling und ein zweigleisiger Ausbau der Strecke zwischen Itzling und Bergheim ermöglichen eine Verdichtung auf einen 7,5-Minuten-Takt zwischen Salzburg Hbf. und Bergheim.

Weiters wurde ab 2015 eine mögliche Verlängerung der Strecke bis Hallein inklusive einer unterirdischen Querung der Salzach und der Altstadt untersucht. Ein erster Abschnitt der Regionalstadtbahn Salzburg befand sich 2023 in der Phase der Bauvorbereitung. Einer Studie zufolge war dabei mit circa 30.000 Fahrgästen täglich zu rechnen. In weiterer Folge war diese Verlängerung die Basis für zukünftige Projekte in Richtung Berchtesgaden, Mondsee, Königssee, Fuschlsee sowie in weiterer Folge auch die Reaktivierung der Salzkammergut-Lokalbahn bis Bad Ischl. Die Planungs- sowie Bauzeit für die erste Ausbaustufe wurden 2015 mit jeweils fünf bis sechs Jahren angegeben. Das bedeutete, dass mit einer Inbetriebnahme frühestens ab 2025 gerechnet werden konnte.[8][9][10]

Die Planungen für diesen Ausbau Richtung Salzburg-Süd und Hallein wurden 2017 zunächst eingestellt und 2018 wieder aufgenommen. Im Jahr 2018 wurde als erster Schritt vom Stadtsenat eine Verlängerung der unterirdischen Strecke um ca. 750 m bis zum Mirabellplatz beschlossen, wobei mit einem Fahrgastaufkommen von bis zu 1,1 Millionen pro Jahr gerechnet wurde.[11][12] Seit 2021 lief das Projekt unter dem Namen S-Link.[13] Es war in vier Bauabschnitte unterteilt, deren erster, die Strecke vom Hauptbahnhof zum Mirabellplatz, Ende 2024 in Angriff genommen werden sollte.[14] Weitere Abschnitte sollten die Akademiestraße, Salzburg-Süd und schließlich das zehn Kilometer entfernte Hallein erreichen.

Das Projekt S-Link wurde im November 2024 bei einer Bürgerbefragung mehrheitlich abgelehnt und somit von politischen Entscheidungsträgern beendet.

Die Bahn ist in den Salzburger Verkehrsverbund (SVV), der grenzübergreifend mit Bayern agiert, eingebunden.

Messebahn

Trotz Beendigung des S-Link-Projektes wird von den politischen Entscheidungsträgern nach wie vor vom Projekt der Messebahn gesprochen. So soll es von der Salzburger Lokalbahn bei der bestehenden Haltestelle Maria Plain es einen Abzweig über die Salzach zum Messezentrum im Stadtteil Liefering geben. Dieser als Messebahn bezeichnete Abschnitt könne ab 2030 den Betrieb aufnehmen.[15]

Als Nutzen dieser Zweigstrecke wird gesehen, dass ein weiterer Stadtteil per Bahn von Norden kommend erschlossen wird und zudem Besucher der Stadt auch über ein beim Messezentrum errichtetes Busterminal per Shuttle in die Innenstadt gelangen können.

Streckenbeschreibung

Die 25,585 Kilometer lange Nebenbahn ist selektiv zweigleisig und mit einer Oberleitung mit einer Gleichspannung von 1000 Volt elektrifiziert. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 80 km/h.[1.1]

Die Strecke ist mit einem Signalsystem für einen signalisierten Zugleitbetrieb (MSN) ausgerüstet.[1.1]

Im Mai 2025 wurde angekündigt, den Zugfunk voraussichtlich mit Ende 2025 durch GSM-R zu ersetzen.[1.2]

Bei der Leit- und Sicherungstechnik ist eine Erneuerung und eine optionale Umstellung ab voraussichtlich 2030 auf ETCS Level 2 geplant.[1.2]

Fahrzeugeinsatz

Der Regelverkehr wird mit Elektrotriebwagen der Reihe ET40/50 erbracht, die ab 1983 geliefert worden waren.

Die Nachfolgegeneration, Citylink VDV-Tram-Train von Stadler Rail, sollen ab 2026 geliefert werden.[16][17][18]

ET32 der Salzburger Lokalbahn

Eine Vorgängergeneration stellten die von SGP gelieferten ET31–33 dar, die ab 1950 in Dienst gestellt worden waren.

Literatur

  • Markus Inderst: Typenatlas Österreichische Privatbahnen – Technik, Geschichte, Einsatz. Geramond, München 2015, ISBN 978-3-95613-021-2.
  • Christian Auerweck: Mehr als eine Lokalbahn. In: eisenbahn magazin. Nr. 10. Alba Publikation, Oktober 2011, ISSN 0342-1902, S. 28–30.
  • Alois Fuchs: Salzburger Nahverkehr. Verlag A. Winter, Salzburg 1986, ISBN 3-85380-053-X.
  • Heinrich Harrer, Bruce Holcomb: Salzburger Lokalbahnen. Verlag Slezak, Wien 1980, ISBN 3-900134-14-6.
  • Gunter Mackinger: Die elektrische Lokalbahn in Salzburg (= Bahn im Bild. Band 84). Verlag Pospischil, Wien 1992, DNB 941515273.
  • Gunter Mackinger: Die Salzburger Lokalbahn – Gestern Heute Morgen. Salzburger Stadtwerke, Salzburg 1996, DNB 951649841.

Einzelnachweise

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