Louis-Abraham van Loo
französischer Maler und Schiffsdekorateur
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Louis-Abraham van Loo (getauft als Abraham van Loo; auch Luigi Abramo; * 1652 in Amsterdam; † 1712 in Nizza) war ein französischer Maler und Schiffsdekorateur. Er war der Sohn von Jacob van Loo, der Bruder von Jean van Loo (* 1654 in Amsterdam) sowie der Vater von Jean-Baptiste van Loo und Carle van Loo.[1]

Leben
Abraham van Loo wuchs in Amsterdam auf und floh 1660 mit der Familie nach Paris (siehe Jacob van Loo). Seine erste Ausbildung erhielt er in der Werkstatt seines Vaters. 1671 gewann er mit dem Gemälde Le Roi donnant la Paix à l'Europe den achten Preis der Académie royale de peinture et de sculpture. Bereits 1672 war er so erfolgreich, dass er in Paris einen eigenen Lehrling beschäftigen konnte.[1]
Kurz darauf brach er gemeinsam mit seinem Bruder Jean überstürzt nach Südfrankreich auf, vermutlich infolge eines Duells. Um 1681/82 konvertierte er in Lyon zum Katholizismus und änderte seinen Vornamen zu Louis. Die Brüder erreichten Toulon zu dem Zeitpunkt, als Pierre Puget die Stadt verließ. Seit der Fertigstellung seines Milon von Kroton im November 1682 hatte dieser mehrere Jahre für die Marine gearbeitet. Die van Loos wurden nun zu den meistbeschäftigten Malern im Arsenal von Toulon. Ab 1682 waren sie unter der Leitung des Malers Jean-Baptiste de La Rose mit der Dekoration von Schlachtschiffen befasst, die nach Vorgaben von Jean Bérain der Ältere und später dessen Sohn Jean Bérain der Jüngere auszuführen waren. Am 25. Januar 1683 heiratete Louis in Aix-en-Provence Marie Fossé, die Tochter des Bildhauers Jacques Fossé (geboren um 1613).[1]
Von ihnen geschaffene Schiffsdekorationen, die dokumentiert sind, sind die Parfait vom 7. April 1684, die Pompeux und die St-Louis vom 3. März 1686 sowie die Prudent und die Cheval-Marin vom 8. März 1686. Darüber hinaus schuf er Altarbilder für örtliche Kirchen sowie Banner und Festdekorationen. Am 26. November 1684 wurde er in Aix-en-Provence mit Fresken in der Maison R. beauftragt. Nach seiner Zeit in Toulon ging er nach Mallorca, wo er von 1695 bis 1698 Altarbilder für das Kloster Sant Salvador schuf, die nicht erhalten sind. Im Jahr 1699 erhielt er in Grasse die französische Staatsbürgerschaft und zog nach Nizza. Im Jahr 1706 wurde sein Haus bei der Beschießung der Stadt zerstört. Louis-Abraham van Loo starb verarmt 1712.[1]
Werk
Louis-Abraham van Loo verband die Farbpalette und Malweise seines Vaters mit dem Stil Pierre Pugets, den er in Toulon kennengelernt hatte. Der Stil Pugets zeichnet sich durch schlanke, gestreckte Formen, einen präzisen Farbauftrag, zurückhaltende Oberflächendetails und eine klassische Komposition aus. Seine Bedeutung liegt vor allem darin, dass er sein Wissen und seine Techniken an seinen ältesten Sohn Jean-Baptiste van Loo weitergab. Dieser übernahm wiederum die Ausbildung des jüngeren Bruders Carle van Loo und legte damit das Fundament für den Erfolg der Familie van Loo im 18. Jahrhundert.[1]
Literatur
- Ch. Astro, Louis Thévenon: La peinture au XVIIe siècle dans les Alpes-Maritimes. Éditions Serre, Nizza, 1985.
- C. Rolland: Louis Michel van Loo. University of California, Santa Barbara, Santa Barbara, 1994.
- Loo, Louis-Abraham van. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 23: Leitenstorfer–Mander. E. A. Seemann, Leipzig 1929.
- Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs. (Bénézit), Gründ, Paris, 1976.
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.