Lutherkirche (Auenwald)
evangelisch-lutherische Pfarrkirche in Auenwald-Lippoldsweiler, Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg
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Die Lutherkirche (bis 2017 Evangelische Kirche) ist eine ortsbildprägende evangelische Pfarrkirche im Teilort Hohnweiler (Hauptstraße 4) von Lippoldsweiler, einem Ortsteil von Auenwald im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Ihre Kirchengemeinde Auenwald gehört zum Kirchenbezirk Backnang der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie wurde im Stile der Neugotik nach Plänen von Oberamtsbaumeister Christian Hämmerle und nach stilistischer Überarbeitung durch Oberbaurat Christian Friedrich von Leins errichtet. Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Seit 2017 ist sie nach Martin Luther benannt.
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| Basisdaten | |
|---|---|
| Konfession | evangelisch |
| Ort | Lippoldsweiler-Hohnweiler, Gemeinde Auenwald, Deutschland |
| Landeskirche | Evangelische Landeskirche in Württemberg |
| Patrozinium | Martin Luther |
| Baugeschichte | |
| Architekt | Christian Hämmerle; Christian Friedrich von Leins |
| Baujahr | 1879 |
| Baubeschreibung | |
| Einweihung | 7. Dezember 1879 |
| Baustil | Neogotik |
| Ausstattungsstil | Moderne |
| Bautyp | Saalkirche |
| Funktion und Titel | |
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Pfarrkirche | |
| 48° 55′ 54,3″ N, 9° 31′ 26,6″ O | |
Geschichte
Seit dem Mittelalter gehörten die Ortschaften Däfern, Ebersberg, Hohnweiler, Lippoldsweiler, Sechselberg und Unterbrüden zum Kirchenbezirk Unterweissach. Die St.-Agatha-Kirche gilt als Ur-Kirche des gesamten Weissacher Tals, auf deren Kirchhof auch die Toten des Kirchspiels begraben werden mussten. Wegen starken Bevölkerungswachstums wurde die Kirche und der Friedhof Mitte des 19. Jahrhunderts zu klein. Außerdem war der Weg nach Unterweissach für behinderte und ältere Gottesdienstbesucher zu beschwerlich. Daher legte die Gemeinde Sechselberg 1862 einen eigenen Friedhof an. Hohnweiler folgte dem Beispiel 1863. Im Jahr 1864 wurde die Pfarrverweserei Lippoldsweiler/Sechselberg gegründet; Provisorische Betsäle wurden in Sechselberg und in Hohnweiler eingerichtet, die einen sehr kargen Eindruck vermittelten. Da ein Pfarrhaus noch nicht vorhanden war, wurde der Pfarrverweser bei Privatleuten einquartiert. Ein Pfarrhaus wurde von 1869 bis 1870 errichtet. Immer mehr Bürger forderten in der Folgezeit den Bau einer eigenen Kirche. In einem Bericht von 1874 beklagte sich Pfarrverweser Ludwig über die Zustände in seiner Gemeinde. Darin kam der Geistliche zu dem Schluss, dass die Notkirche in Sechselberg ärmlich, ungenügend und unwürdig sei. Es sollte jedoch bis 1877 dauern, bis die Planungen für eine Kirche konkret wurden. Am 28. Mai 1877 stellte Oberamtsbaumeister Hämmerle seine Pläne in Lippoldsweiler vor. Die Baukosten wurden am Anfang auf 21.600 Mark geschätzt.
Am 7. Dezember 1879 wurde die neue Kirche feierlich eingeweiht.[1] An den Feierlichkeiten beteiligte sich auch der römisch-katholische Priester der Nachbargemeinde Ebersberg. Die neue Kirche erhielt den Namen Evangelische Kirche.
Die Kosten lagen am Ende bei knapp 25.000 Mark. Die finanziellen Mittel wurden überwiegend von der Landeskirche und dem Staat bereitgestellt. Der Restbetrag wurde von privaten Geldgebern und der bürgerlichen Gemeinde übernommen.
Renovierungen
Bereits 1910 wurden an dem Dachreiter Risse festgestellt, sodass eine Renovierung nötig wurde. 1914 wurde die Kirchturmuhr erneuert. 1919 wurde das Dach erstmals renoviert. 1926 erhielt die Kirche erstmals eine elektrische Beleuchtung. 1929 wurde der Innenraum erstmals renoviert. Eine elektrische Heizung wurde 1960 eingebaut; 1961 das Dach neu gedeckt.
Von 1962 bis 1966 fand eine umfassende Renovierung der Kirche statt.
Während eines schweren Unwetters wurde am 1. Dezember 1984 die Kirchturmspitze beschädigt. Dabei fiel auch der Turmhahn vom Dach und wurde schwer beschädigt. Er ist derzeit im Heimatmuseum Weissacher Tal in Unterweissach ausgestellt.
Ausstattung

Im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 erhielt die Kirche ihren jetzigen Namen. An den 500. Jahrestag der Reformation erinnert eine bronzene Gedenktafel am Haupteingang. Weiterhin wurde über dem Eingang eine steinerne Lutherrose angebracht.
- Gedenktafel zum Reformationsjubiläum 2017
- Eingang mit Lutherrose
Glasgemälde

Der Stuttgarter Glasmaler Gotthilf Wilhelm (1832–1882) schuf 1878 die Farbverglasung des Ost-Chorfensters mit dem Bildthema Christus betet in Gethsemane.[2][3][4]
Orgel
Die Orgel wurde von der Firma Walcker in Ludwigsburg gebaut. Sie hat 13 Register.
Glocken
In dem Dachreiter hängen drei Glocken. Während des Ersten Weltkriegs musste die kleinste Glocke als Metallspende für das Heer abgegeben werden. Im Zweiten Weltkrieg mussten die beiden anderen Glocken 1942 dem Heer gespendet werden. Die größte Glocke wurde 1950 nachgegossen. Die mittlere wurde ebenfalls 1950 hergestellt. Die kleine Taufglocke entstand 1961.[1]
| Glocke | Name | Gussjahr | Schlagton | Durchmesser | Gewicht | Inschrift |
|---|---|---|---|---|---|---|
| I. | Betglocke (Vater-Unser-Glocke) | 1950 | d'' | 68 cm | 200 kg | Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden (Lukas 2,14 LUT) |
| II. | e'' | 61 cm | 135 kg | Herr Gott, Du bist unsere Zuflucht für und für (Psalm 90,1 LUT) | ||
| III. | Taufglocke | 1961 | fis'' | 54 cm | 85 kg | Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden (Markus 16,16 LUT) |
Gemeinde
Im Jahr 1975 wurde durch Beschluss des Oberkirchenrats die Altgemeinde Sechselberg von der Kirchengemeinde Lippoldsweiler getrennt und der Kirchengemeinde Althütte zugeschlagen. Die Kirchengemeinde Lippoldsweiler umfasste seitdem nur noch die Ortschaften Däfern, Ebersberg, Hohnweiler und Sauerhof.
2025 wurde durch Beschluss des Oberkirchenrats die Kirchengemeinde Lippoldsweiler mit der Kirchengemeinde Oberbrüden-Unterbrüden zur neuen Kirchengemeinde Auenwald vereinigt.
Pfarrer

Liste der Pfarrer (unvollständig):
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Siehe auch
Literatur
- Adolf Schahl (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises, Band I. In: Die Kunstdenkmäler in Baden-Württemberg. (Hrsg.) Landesdenkmalamt Baden-Württemberg; München/Berlin 1983; S. 189–192, ISBN 3-422-00560-9.
- Bernd Lenzner: Christian Hämmerle. Ein Backnanger, der in seinen Bauten weiterlebt. Fr. Stroh Verlag, Backnang 1993, ISBN 3-927713-02-3.
- Die evangelische Kirchengemeinde Lippoldsweiler. In: 750 Jahre Auenwald 1245–1995. Gemeinde Auenwald, 1995, ISBN 3-929478-08-0, S. 243–248.
- Wilhelm Bochterle: 125 Jahre Kirche in Lippoldsweiler. In: Geschichte und Geschichten aus unserer Heimat Weissacher Tal, Band 20. Verlag Medienwelt Schlichenmaier, Weissach im Tal 2005, ISBN 3-929478-37-4, S. 151–162.
- Evangelische Kirchengemeinde Lippoldsweiler (Hrsg.): 150 Jahre Kirchengemeinde Lippoldsweiler. Auenwald 2015.
