Luthers Elternhaus

Gebäude in Mansfeld, Landkreis Mansfeld-Südharz, Sachsen-Anhalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Museum Luthers Elternhaus ist ein kulturhistorisches Museum in Mansfeld in Sachsen-Anhalt. Es befindet sich an der Stelle des Hauses, in dem die Eltern des Reformators Martin Luther seit Ende des 15. Jahrhunderts lebten. Das Museum gehört zu den Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt.

Erhaltener Teil des Elternhauses

Geschichte

Martin Luthers Vater Hans Luther (Luder) zog mit seiner Familie vermutlich im Jahr 1484 kurz nach der Geburt seines Sohnes nach Mansfeld, wo er als Hüttenmeister im Kupferschieferbergbau tätig wurde. Die Familie hatte dort ein Wohnhaus erworben, das Hans Luther weiter ausbauen ließ, so dass das Anwesen schließlich aus einer vierseitigen Hofanlage samt Garten auf zwei Grundstücken bestand. Ein 1530 von Martin Luthers Bruder Jacob Luther errichtete Nebengebäude wurde 1879–1883 umgebaut und mit einem Fachwerkgiebel versehen. An seinem Renaissance-Sitznischenportal im Hof befindet sich die Inschrift JL 1530 sowie Reliefs einer Rose und von Armbrustflügeln. Bereits im Jahr 1805 wurde der Mittelteil des Hauptgebäudes abgerissen, wohl um eine Zufahrt zu der im Hof neu erbauten Mairie zu schaffen. Der erhaltene Gebäudebestand wurde 1878 vom Mansfelder Lutherhausverein erworben und seit 1889 durch die Kirchengemeinde das Haus zur Andenkenspflege sowie als Diakonissenstation genutzt. Diakonissen lebten bis in die 1970er-Jahre im Haus.[1][2][3]

Im 20. Jahrhundert wurde das Gebäude als Erinnerungsort weiter ausgebaut. 2003 stießen Archäologen auf eine Grube mit archäologischen Überresten aus der Zeit der Kindheit Martin Luthers, die einen Einblick in Lebensweise der Familie um 1500 erlauben.[3] Im Jahr 2007 übertrug die Kirchengemeinde das Haus an die Stadt.[4] Zwischen 2011 und 2014 erfolgte eine grundlegende Sanierung mit weiteren archäologischen Untersuchungen. Im Anschluss wurde das Museum in erweiterter Form wiedereröffnet.[5]

Angrenzender Neubau des Museums

Die Häusergruppe Lutherstraße 24, 25, 26 steht als Luthers Anwesen unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 65381 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.[6]

Ausstellung

Die Dauerausstellung behandelt die Kindheit Martin Luthers sowie die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen im Mansfelder Land zur Zeit der Familie Luther. Zentrale Objekte sind die archäologischen Funde aus den Grabungen im Elternhaus und seiner Umgebung, darunter Keramikfragmente, Haushaltsgeräte, Spielzeug, Besatz von Kleidungen und Werkzeuge. Diese materiellen Zeugnisse verdeutlichen die Lebenswelt der Familie Luther und dienen als Grundlage für die Rekonstruktion des häuslichen Umfelds.

Ergänzt werden die Fundstücke durch historische Dokumente und Modelle, die die Stadt Mansfeld, die Rolle des Bergbaus und die konfessionelle Entwicklung der Region im späten Mittelalter darstellen.

Bedeutung

Das Museum ist einer der wenigen Orte, an dem die materielle Kultur von Luthers Herkunftsfamilie unmittelbar greifbar wird. Es verbindet biografische Aspekte mit archäologischen Befunden und trägt damit wesentlich zum Verständnis der sozialen Prägungen des Reformators bei.

Literatur

Commons: Luthers Elternhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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