László Krasznahorkai

ungarischer Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger From Wikipedia, the free encyclopedia

László Krasznahorkai [ˈlaːsloː ˈkrɒsnɒhorkɒi] (* 5. Januar 1954 in Gyula) ist ein ungarischer Schriftsteller und Drehbuchautor.

László Krasznahorkai

Bekanntheit erlangte er durch seinen 1985 erschienenen Debütroman Satanstango, der ebenso wie weitere seiner späteren Romane und Drehbücher durch Béla Tarr verfilmt wurde. Krasznahorkais Werke behandeln oft existenzielle und teils apokalyptische Situationen. 2015 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. Im Jahr 2025 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Leben

László Krasznahorkai entstammt einer ungarischen jüdischen Familie. Von 1960 bis 1968 besuchte er die Grundschule, dann bis 1972 das humanistische Erkel-Ferenc-Gymnasium in seiner Geburtsstadt Gyula. Anschließend absolvierte er von 1974 bis 1976 ein Jurastudium in Szeged und Budapest. Zwischen 1977 und 1983 studierte er an der Budapester Eötvös-Loránd-Universität zudem Ungarisch, Literatur und Volkskunde.[1][2] Nach 1987 lebte er für längere Zeit in Berlin und in den frühen 1990er Jahren in China, der Mongolei und Kyōto. In dieser Zeit nutzte er auch für eine Weile die Wohnung von Allen Ginsberg in New York, der ihn beim Schreiben beriet.[3] Im Jahr 1995/1996 war er Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin.

Krasznahorkai lebt als freier Schriftsteller in Pilisszentlászló in der Nähe von Budapest sowie in Berlin. Im Sommersemester 2008 hatte er eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin. 2014 wurde er mit dem America Award in Literature ausgezeichnet.

Seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Krasznahorkai erhielt 2015 den Man Booker International Prize. Die Vorsitzende der Jury Marina Warner nannte ihn „einen visionären Schriftsteller von außergewöhnlicher Intensität, dessen sprachlicher Ausdruck die Beschaffenheit der heutigen Existenz in Szenen einfängt, die besorgniserregend, befremdlich, erschreckend komisch und oft überwältigend schön sind“. Seine Übersetzer Ottilie Mulzet und George Szirtes teilten sich gleichzeitig einen Preis für ihre englischen Übersetzungen von Krasznahorkais Werken.[4]

2025 wurde Krasznahorkai der Nobelpreis für Literatur zuerkannt. Die Auszeichnung erhielt er laut Jurybegründung „für sein dringliches und visionäres Werk, das inmitten apokalyptischer Schrecken die Macht der Kunst bekräftigt“.[5]

Werk

Das Werk zerfällt in zwei Perioden. Die erste in den 1980er Jahren ist gekennzeichnet von apokalyptischen, dunklen Geschichten über kleine Städte und kleine Menschen, die zerstört werden. Später wandelt sich sein Werk und es wird sehr viel heller.[4]

Seine Romane sind oft meditativ geprägt. Sein Roman Im Norden ein Berg, im Süden ein See, im Westen Wege, im Osten ein Fluss spielt in einem japanischen Kloster, Der Gefangene von Urga in der Wüste der Mongolei und in Beijing, in Krieg und Krieg unternimmt ein ungarischer Privatgelehrter eine Reise nach New York City, um dort zu sterben.

Sein erstes Buch Satanstango wurde genauso wie weitere von Béla Tarr verfilmt, wobei Krasznahorkai selbst die Drehbücher schrieb.

Seit 2024 befindet sich der literarische Vorlass von Krasznahorkai im Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.[6]

Werke

In deutscher Übersetzung

Filmdrehbücher

Sonstiges

  • Krieg und Krieg – die vollständige Geschichte (1999) CD-ROM, Budapest
  • Music&Literature: Krasznahorkai / Tarr / Neumann (2013), Spezialausgabe der Zeitschrift in Buchlänge mit Texten von Krasznahorkai sowie Essays über sein Werk, 224 Seiten, ISBN 978-0988879904.[8]

Auszeichnungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

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