Marie-Louise Eta

deutsche Fußballspielerin und -trainerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Marie-Louise Eta (geborene Bagehorn; * 7. Juli 1991 in Dresden) ist eine ehemalige deutsche Fußballspielerin und heutige trainerin.

Schnelle Fakten Personalia, Juniorinnen ...
Marie-Louise Eta
Marie-Louise Eta (2026)
Personalia
Geburtsname Marie-Louise Bagehorn
Geburtstag 7. Juli 1991
Geburtsort Dresden, Deutschland
Größe 163 cm
Position defensives Mittelfeld
Juniorinnen
Jahre Station
1997–2002 FV Dresden 06
2002–2005 1. FFC Fortuna Dresden-Rähnitz
2005–2008 1. FFC Turbine Potsdam
Frauen
Jahre Station Spiele (Tore)1
2007–2011 1. FFC Turbine Potsdam II 20 0(4)
2008–2011 1. FFC Turbine Potsdam 29 0(4)
2011–2012 Hamburger SV 22 0(2)
2012–2014 BV Cloppenburg 41 0(5)
2014–2018 Werder Bremen 84 (19)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2006 Deutschland U15 5 0(2)
2006 Deutschland U16 1 0(0)
2007–2008 Deutschland U17 17 0(1)
2009–2010 Deutschland U19 22 0(4)
2010 Deutschland U20 3 0(0)
2010–2012 Deutschland U23 2 0(0)
Stationen als Trainerin
Jahre Station
2018–2019 Werder Bremen U13
2019–2021 Werder Bremen U14
2019–2020 Deutschland U19-Juniorinnen (Co-Trainerin)
2020–2022 Deutschland U15-Juniorinnen (Co-Trainerin)
2021–2022 Werder Bremen U15 (Co-Trainerin)
2022–2023 Deutschland U17-Juniorinnen (Co-Trainerin)
2023–2025 1. FC Union Berlin U19 (Co-Trainerin)
2023–2024 1. FC Union Berlin (Co-Trainerin; interim)
2025–2026 1. FC Union Berlin U19
2026– 1. FC Union Berlin (interim)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
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Während ihrer Laufbahn als Fußballerin wurde Eta u. a. dreimal Deutsche Meisterin sowie U20-Weltmeisterin und Champions-League-Siegerin.

2023 wurde sie beim 1. FC Union Berlin die erste Co-Trainerin einer Männermannschaft in der Bundesliga und der Champions League. Seit April 2026 ist sie Interimstrainerin der Profimannschaft von Union Berlin, womit sie zur ersten Cheftrainerin in der Bundesligageschichte der Männer wurde.

Karriere als Spielerin

Vereine

Marie-Louise Eta (2017)
Marie-Louise Eta (2009)

Marie-Louise Eta begann ihre fußballerische Laufbahn mit sechs Jahren beim FV Dresden 06. Im Alter von elf Jahren wechselte sie zum 1. FFC Fortuna Dresden-Rähnitz, mit dem sie unter anderem Bezirksmeisterin und Bezirkspokalsiegerin der D-Juniorinnen wurde sowie den dritten Platz im Weltfinale des „Fox Kids Cups“ 2003 in Rotterdam belegte. Seit der fünften Klasse besuchte sie das Sportgymnasium Dresden.

Wegen ihres herausragenden Talents wechselte sie im Januar 2005 mit 13 Jahren zum 1. FFC Turbine Potsdam und besuchte die Sportschule in Potsdam. Im Juni 2005 wurde sie, obwohl selbst noch C-Juniorin, mit den B-Juniorinnen von Turbine Deutscher Meister. In den Jahren 2006 (das 2:0 erzielt) und 2008 (das 2:0 vorbereitet) wurde sie wiederum Deutsche Meisterin mit den B-Juniorinnen von Potsdam.

Zur Saison 2008/09 schaffte sie den Aufstieg in die erste Mannschaft,[1] nachdem sie in der Spielzeit 2007/08 bereits zum Kader der zweiten Mannschaft gehört hatte.[2] Am zweiten Spieltag (14. September 2008) spielte sie erstmals in der Startelf[3][4] über 90 Minuten und war auch in den folgenden fünf Begegnungen in der Stammformation. Am 24. Januar 2009 gewann sie mit ihrer Mannschaft den DFB-Hallenpokal. Am 15. März 2009 (15. Spieltag) erzielte sie vor 744 Zuschauern im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion beim 3:1-Sieg gegen den Hamburger SV mit dem zwischenzeitlichen 1:0 in der 58. Minute ihr erstes Bundesligator. Eta verzeichnete mit Potsdam viele Erfolge: Sie gewann unter anderem die Champions League 2010, die deutsche Meisterschaft 2009, 2010 und 2011 sowie den DFB-Hallenpokal 2009 und 2010.[5]

Zum 1. Juli 2011 wechselte sie zum Hamburger SV, wo sie zunächst für zwei Jahre in der ersten Mannschaft spielen sollte. Nach dem Rückzug des HSV aus der Frauen-Bundesliga schloss sich Eta am 12. Juni 2012 dem Zweitligisten BV Cloppenburg an.[6] Dieser stieg als Staffelsieger Nord 2013 in die Bundesliga auf. In dieser debütierte Eta auch für den BV Cloppenburg am 8. September 2013 (1. Spieltag) beim 3:3-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen die SGS Essen.[7] Als Tabellenvorletzter stieg Cloppenburg nach nur einer Saison aus der Bundesliga ab, woraufhin Eta den Verein verließ und im Juli 2014 ihren Wechsel zu Zweitligist Werder Bremen bekannt gab.[8][5] Zum Ende der Saison 2017/18 beendete sie im Alter von 26 Jahren ihre aktive Karriere.[9]

Nationalmannschaft

Im September und November 2005 nahm Eta an Sichtungslehrgängen des DFB teil, aus denen sowohl der Kader der U-15 wurde als auch Teile des Kaders der U-17 noch berufen werden. Auf internationaler Ebene gewann sie mit der U-17-Nationalmannschaft die Europameisterschaft 2008. Mit der Begründung von der UEFA, „Sie arbeitete unermüdlich vor der Abwehr, doch nebenbei fand sie noch Zeit, sich ins Angriffsspiel einzuschalten“, wurde sie nach dem Turnier in das „UEFA All-Star Team“ berufen.

Von Auswahltrainer Ralf Peter wurde sie auch in das Aufgebot für die U-17-Weltmeisterschaft 2008 in Neuseeland berufen. Am 16. November 2008 gewann sie mit der U-17-Nationalmannschaft mit dem 3:0 gegen England bei der erstmals ausgetragenen U-17-Weltmeisterschaft in Neuseeland die Bronzemedaille. Mit der deutschen U-19-Nationalmannschaft nahm sie im Mai 2010 an der Europameisterschaft teil und erreichte das Halbfinale. Kurz darauf gehörte sie zum deutschen Kader für die U-20-Weltmeisterschaft im eigenen Land, wo sie in der Vorrunde zu einem Einsatz kam und mit der Mannschaft den Weltmeistertitel errang. Von 2010 bis 2012 bestritt sie zwei Partien für die U-23-Nationalmannschaft.

Karriere als Trainerin

Marie-Louise Eta (2026)

Nach dem Ende ihrer aktiven Zeit als Spielerin blieb Eta beim SV Werder Bremen und wurde zur Saison 2018/19 im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) Cheftrainerin der D1-Junioren (U13).[10] Zur Saison 2019/20 behielt sie ihre Mannschaft, die fortan die C2-Junioren (U14) waren.[11] In der Saison 2020/21 blieb sie U14-Trainerin und betreute somit einen neuen Jahrgang.[12]

Seit November 2019 war Eta zudem nebenamtlich für den DFB tätig, zunächst als Co-Trainerin von Michael Urbansky bei den U19-Juniorinnen, anschließend als Co-Trainerin von Bettina Wiegmann bei den U15-Juniorinnen.[13][14] Ab der Saison 2021/22 wurde sie hauptamtliche Assistentin von Wiegmann der U15, einigte sich aber mit Werder Bremen auf eine nebenamtliche Tätigkeit als Co-Trainerin von Markus Fila bei den C1-Junioren (U15).[15][16]

Im Sommer 2022 verließ Eta, die am Jahresbeginn die Ausbildung zur Pro Lizenz begonnen hatte, den Verein endgültig.[17] Zudem wurde sie beim DFB Co-Trainerin von Sabine Loderer bei den U17-Juniorinnen.[18]

Im Frühjahr 2023 erhielt Eta die Pro-Lizenz.[19] Daraufhin wechselte sie zur Saison 2023/24 in das NLZ des 1. FC Union Berlin und wurde Co-Trainerin von Marco Grote bei den A-Junioren (U19), die in der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost spielten.[20] Während der Länderspielpause im November 2023 übernahmen sie gemeinsam interimsweise die Profimannschaft, da sich der Verein vom Cheftrainer Urs Fischer und dessen langjährigem Assistenten Markus Hoffmann getrennt hatte.[21] Zudem nahm sich der weitere Co-Trainer Sebastian Bönig aus persönlichen Gründen eine Auszeit.[22] Damit wurde Eta zur ersten Co-Trainerin der Bundesligageschichte.[23] Nach einem Spiel wurde Nenad Bjelica als neuer Cheftrainer verpflichtet, der seinen Assistenten Danijel Jumić mitbrachte. Eta sollte bis zur Rückkehr von Bönig weiterhin im Trainerstab verbleiben.[24] In der Folge wurde sie auch zur ersten Co-Trainerin in der Champions League.[25] Im Januar 2024 wurde mit Nino Bule ein weiterer Co-Trainer eingestellt.[26] Da die Unioner in akute Abstiegsgefahr gerieten, trennte sich der Verein Anfang Mai 2024 zwei Spieltage vor dem Saisonende wieder von Bjelica, Jumić und Bule. Marco Grote wurde erneut Interimstrainer, zudem kehrte Sebastian Bönig neben Eta als Co-Trainer in den Stab zurück.[27] Das Trainerteam erreichte letztendlich den Klassenerhalt.

In der Sommerpause wurde Bo Svensson als neuer Cheftrainer verpflichtet. Eta kehrte daher gemeinsam mit Grote vor der Saison 2024/25 in alter Konstellation zur U19 zurück, die fortan in der neuen U19-DFB-Nachwuchsliga spielte.[28] Zur Saison 2025/26 wurde sie nach dem Abgang von Grote Cheftrainerin der U19.[29]

Im April 2026 wurde Eta nach der Trennung von Steffen Baumgart fünf Spieltage vor dem Ende der Saison 2025/26 interimsweise Cheftrainerin der Männer-Profimannschaft und damit zur ersten Cheftrainerin der Bundesligageschichte sowie nach Sabrina Wittmann zur zweiten Cheftrainerin im deutschen Männer-Profifußball.[30] Die Unioner hatten nach nur neun Punkten in zwölf Rückrundenspielen sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und elf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Die Verpflichtung Etas erregte großes mediales Interesse, führte in den sozialen Medien jedoch auch zu persönlichen und frauenfeindlichen Beleidigungen.[31][32] Das erste Spiel mit ihr als Trainerin verlor ihre Mannschaft gegen den Tabellenvorletzten VfL Wolfsburg.

Zur Saison 2026/27 soll Eta Cheftrainerin des Frauenteams des 1. FC Union Berlin werden, das in der Bundesliga spielt.[33]

Titel

Im Verein
In der Nationalmannschaft
Individuell
  • Berufung ins UEFA-Allstar-Team bei der U-17-Europameisterschaft 2008

Privates

2014 heiratete sie Benjamin Eta,[34] der als Spieler und Trainer im hohen Amateurbereich aktiv war bzw. ist.[35] Er hatte sie ab 2012 als Spielerberater vertreten.[36]

Commons: Marie-Louise Eta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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