Marl (Dümmer)
Gemeinde im Landkreis Diepholz in Niedersachsen
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Marl ist eine Gemeinde im Landkreis Diepholz in Niedersachsen.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 52° 29′ N, 8° 22′ O | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Diepholz | |
| Samtgemeinde: | Altes Amt Lemförde | |
| Höhe: | 39 m ü. NHN | |
| Fläche: | 9,84 km² | |
| Einwohner: | 723 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 73 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 49448 | |
| Vorwahl: | 05443 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DH, SY | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 51 025 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptstraße 80, 49448 Lemförde | |
| Website: | www.lemfoerde.de | |
| Bürgermeister: | Hartmut Henke (Wählergemeinschaft) | |
| Lage der Gemeinde Marl im Landkreis Diepholz | ||
Geografie
Geografische Lage
Marl liegt im Naturpark Dümmer unweit des Dümmers zwischen Osnabrück und Bremen. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Altes Amt Lemförde an, die ihren Verwaltungssitz in dem Flecken Lemförde hat. Die Lage ist, abgesehen von dem in der Nähe der Hunte gelegenen Gemeindeteil, mit 39 Metern über dem Meeresspiegel im Vergleich zu der Umgebung hochgelegen, was auch durch den gelben unteren Hügel des Marler Wappens dargestellt wird, der die Marler Höhe symbolisiert.
Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete
Das Gebiet der Gemeinde Marl gehört zum Einzugsgebiet der Hunte und damit zum Flusssystem der Weser.
In der Nähe des Gemeindegebiets von Marl (Dümmer) liegt mit dem Dümmer ein prägendes Oberflächengewässer der Region, ein flacher Niederungssee mit einer Fläche von etwa 12–13,5 km² und einer durchschnittlichen Tiefe von rund 1 m.
Die Hunte, die in einigen Bereichen die westliche Gemeindegrenze von Marl markiert, durchfließt den Dümmer von Süd nach Nord. Nebenarme der Hunte sind die Lohne, die Grawiede und der Wätering.
Die Dümmerniederung[2] umfasst darüber hinaus ausgedehnte Feuchtgebiete mit Niedermooren, Röhrichten, Feuchtwiesen sowie zahlreichen Gräben und Auenbereichen, die hydrologisch eng mit dem See- und Flusssystem verbunden sind.
Bedeutende Moorflächen wie das Ochsenmoor, Teil des FFH- und EU-Vogelschutzgebiets Dümmer (V39)[3], reichen in das Gemeindegebiet von Marl hinein; weitere Moor- und Niedermoorreste stehen im landschaftlichen Zusammenhang mit der Diepholzer Moorniederung.[4]
Die Moore und Feuchtgebiete wurden historisch entwässert und teilweise abgetorft, sind jedoch heute Gegenstand umfangreicher Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen.[5][6][7][8]
Hydrologisch und ökologisch ist das Gebiet durch Nährstoffeinträge aus dem Hunte-Einzugsgebiet, insbesondere aus der intensiven Landwirtschaft, belastet, was zu einer starken Eutrophierung des Dümmers, regelmäßigem Algen- und Cyanobakterienwachstum sowie zum Rückgang submerser Vegetation führt.
Zusätzlich beeinträchtigen frühere Entwässerungs- und Deichmaßnahmen die natürliche Wasserstandsdynamik und die Habitatvielfalt der Feuchtgebiete. Zur Verbesserung der Situation wurden in der Dümmerniederung im Rahmen mehrerer LIFE-Naturschutzprojekte großflächige Wiedervernässungen, wasserstandsregulierende Bauwerke und die Renaturierung ehemaliger Nutzflächen umgesetzt; ergänzend sind Schlammentnahmen im Dümmer vorgesehen. Auf kommunaler Ebene wurden im Gemeindegebiet von Marl unter anderem Regenrückhaltebecken erweitert und Gewässerabschnitte wie der Dümmerbach ökologisch aufgewertet, um die Gewässerstruktur, Durchgängigkeit und ökologische Funktion zu verbessern.[9][10][11][12][13][14][15][16]
Untergrundverhältnisse
Die Gemeinde Marl (Dümmer) liegt geologisch in der Norddeutschen Tiefebene innerhalb der Dümmerniederung, einer eiszeitlich geprägten Niederungslandschaft mit sandig-schluffigen und torfigen Ablagerungen, die als Übergangszone zwischen Geest und Moorlandschaft ausgebildet sind.
Unter der obersten Moor- und Schluffschicht (ca. 0–3 m unter Geländeoberkante) folgt ein Profil aus Feinsanden, Schluff und eiszeitlichen Schmelzwassersedimenten bis rund 15 m Tiefe und darunter glaziale Geschiebemergel und -lehm.
Die hydrogeologische Struktur umfasst einen sehr flachen, phreatischen Aquifer direkt unter den Torf-/Schlufflagen (erste Grundwasserleiter) in etwa 0–3 m Tiefe, gefolgt von regionalen Sand-/Kies-Aquiferen im Bereich von etwa 5–30 m Tiefe als zweite bedeutende Grundwasserleiter; tiefere überregionale Aquifere können deutlich weiter in den Untergrund reichen. Diese Schichten sind typisch für die Grundwasserverhältnisse der Dümmerniederung und stehen im Kontext der glazialen Sedimentabfolge des norddeutschen Lockergesteins.[17][18]
Klima
In Marl herrscht ein durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee beeinflusstes gemäßigtes Seeklima mit milden Wintern, warmen Sommern und ganzjährig gleichmäßig verteilten, mäßigen Niederschlägen. Die Sommer sind häufig trocken und sonnig, während im Winter gelegentlich Schnee fällt.
Im Jahre 2023 betrug die durchschnittliche Temperatur 11,2 °C. Sie ist tendenziell steigend. Sie betrug in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 10,6 °C und in den letzten 100 Jahren waren es durchschnittlich 9,2 °C.
Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.
Es gibt je nach Messmethode und Definition durchschnittlich etwa 1627–2275 Sonnenstunden pro Jahr.
Im Zeitraum 2012–2021 betrug die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge in der Region 538 mm.[19]
Geschichte
Erstmals wurde die Gemeinde 1140 urkundlich erwähnt.
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat in Marl setzt sich aus 9 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.
- Wählergemeinschaft 9 Sitze
(Stand: Kommunalwahl am 12. September 2021)[20]
Bürgermeister
Der ehrenamtliche Bürgermeister ist seit 2016 Hartmut Henke.
- Bisherige Bürgermeister
- 1991–2016: Ludwig Wiegmann (Wählergemeinschaft Marl)
- seit 2016: Hartmut Henke (Wählergemeinschaft Marl)
Wappen

Blasonierung: „In Blau auf goldenem Berg, darin ein schreitender rotbwewehrter und rotbezungter blauer Löwe, ein goldender Glockenträger, rechts und links begleitet von zwei fallenden goldenen Lindenblättern.“
Das Wappen zeigt vier gelbe Lindenblätter um einen gelben Turm auf blauen Grund. Dies symbolisiert den zentralen Marler Thieplatz. Auf ihm steht eine Brandglocke, die bei Feueralarm geschlagen wurde. Sie ist von vier Lindenbäumen umgeben. Der unten abgebildete blaue Löwe auf gelben Hügel (siehe dazu geographische Lage) zeigt die Zugehörigkeit zu dem Landkreis Diepholz und war das Zeichen des Grafen von Gladebeck, dem einige Länder gehörten.
Bauwerke
In der Liste der Baudenkmale in Marl sind zwölf Baudenkmale aufgeführt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße
(Bremen–Diepholz–Osnabrück).
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
- Andreas Bick (* 1964), Komponist
