Marwica (Rychliki)
Dorf in der Woiwodschaft Ermland-Masuren, Polen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Marwica (deutsch Marwitz, vor 1905 auch: Groß- und Klein Marwitz) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Rychliki im Powiat Elbląski.
| Marwica | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Elbląg | |
| Gmina: | Rychliki | |
| Geographische Lage: | 54° 2′ N, 19° 33′ O | |
| Einwohner: | 295 (2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 14-411 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NEB | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 527: Dzierzgoń–Rychliki ↔ Jelonki–Pasłęk–Morąg–Olsztyn | |
| Gronowo Elbląskie–Wiśniewo–Nowe Dolno → Marwica | ||
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Geographische Lage
Marwica liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, neun Kilometer südwestlich der Stadt Pasłęk bzw. 17 Kilometeer südöstlich der heutigen Kreismetropole Elbląg. Durch den Ort fließt die Marwica Młynowka.
Geschichte
Marwitz
Das einstige Marwitz bzw. spätere Klein Marwitz bestand aus einem großen Gut mit einem entsprechenden Park sowie einem Teich direkt am Gut.[2]
Die erste urkundliche Erwähnung fand Marwitz im Jahre 1303: Konrad Sack, Landmeister des Deutschen Ordens in Preußen, erneuerte gegenüber dem Dietrich von Marwotz die einst dem Johann von Marwitz gegebene Handfeste über 15 Hufen Land.[3] Der Hochmeister des Ordens, Karl von Trier, bestätigte im Jahre 1312 den Verkauf von Marwitz an den Pfarrer von Hirschfeld.
Wohl schon in früher Zeit erschien Marwitz als in Groß- und Klein Marwitz geteilt, jeweils als ein Gutsort definiert – bis 1905/08, als sich beide Gutsbezirke zu einem neuen Gutsbezirk Marwitz zusammenschlossen.[4]
Der neue Gutsbezirk Marwitz – er gehörte in Nachfolge von Klein Marwitz zum Amtsbezirk Klein Marwitz im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland – schloss sich am 30. September 1928 mit den Gutsbezirken Hirschfeld und Wiese zur neuen Landgemeinde Hirschfeld zusammen.[5]
In Folge des Zweiten Weltkriegs kam Marwitz mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen. Marwitz erhielt die polnische Namensform „Marwica“, wobei in den ersten Nachkriegsjahren gelegentlich auch die Namenformen „Marwica Wielka“ für Groß Marwitz und „Marwica Mała“ für Klein Marwitz in Gebrauch waren. Marwica gehört jetzt zur Gmina Rychliki im Powiat Elbląski, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 waren in Marwica 295 Einwohner gemeldet.[1]
Groß Marwitz
Das Gutsdorf Groß Marwitz war anders, als es sein Name erwarten ließ, das kleinere der beiden Güter, die aus dem früheren Marwitz entstanden sind. Es bestand lediglich aus zwei kleinen Gehöften.[6] Im Jahre 1820 zählte es 47 Einwohner, deren Zahl bis 1885 auf 21 sank und diese Zahl auch noch 1905 aufwies.[7] 1905/08 schloss sich Groß Marwitz mit Klein Marwitz zusammen und bildete innerhalb des ostpreußischen Kreis Preußisch Holland den Gutsbezirk Marwitz im Amtsbezirk Klein Marwitz, der seinerseits 1928 zur Landgemeinde Hirschfeld kam.[5]
Groß Marwitz ist noch heute als Siedlung Marwica Wielka część wsi Marwica (= „Teil des Dorfs Marwica“) innerhalb der zum Powiat Elbląski gehörenden Gmina Rychliki in der Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Klein Marwitz
Am 16. Juni 1615 wurde Klein Marwitz (zum ersten Mal mit Zusatz) erwähnt, als sich der Rat zu Danzig an den Ordenshochmeister wandte wegen einer Beschwerde des Christoph Pusch gegen die Stadt Danzig und dabei die Witwe des Albrecht Witnoen aus Klein Machwitz als Zeugin genannt wurde.[4] 154 Einwohner zählte das Gutsdorf Klein Machwitz im Jahre 1820.
Am 28. Mai 1874 wurde Klein Machwitz Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland.[5] Zugehörig waren die Orte Klein Marwitz und Hirschfeld. Der Amtsbezirk Klein Marwitz bestand bis 1930 und wurde dann in „Amtsbezirk Wiese“ umbenannt.
Im Jahre 1885 waren 191 Einwohner in Klein Marwitz gemeldet, im Jahre 1905 waren es 178.[4] 1905/08 schlossen sich die Gutsbezirke Groß- und Klein Marwitz zu einem neuen Gutsbezirk Marwitz zusammen, er wurde 1928 in die Landgemeinde Hirschfeld eingegliedert.
Bis in die 1920er Jahre gehörte das damals 637 Hektar umfassende Gut einer Familie Krieger wohl aus Hirschfeld.[3] Das Gutshaus entstand im beginnenden 20. Jahrhundert und ist gut erhalten. In den Räumen soll sich heute ein Heim für Kinder befinden.
Nach 1945 trug Klein Machwitz kurzzeitig noch die polnische Namensform „Marwica Mała“. Der Ort gilt heute jedoch als in Marwitz aufgegangen.
Wenige hundert Meter nordwestlich von Marwica befindet sich eine Ortsstelle mit dem Namen „Marwica Mała“. Es handelt sich um einen nach 1951 neu entstandenen Ort,[4] der jedoch heute offiziell nicht mehr als existent gilt und wohl ebenfalls in Marwica aufgegangen ist.
Religion
Bis 1945 gehörte das Dorf Marwitz ebenso wie die zwischenzeitliche bestehenden Gutsorte Groß- und Klein Marwitz zum Kirchspiel der evangelischen Kirche Hirschfeld im Kirchenkreis Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,[8] außerdem zur römisch-katholischen Pfarrei St. Josef in der Stadt Preußisch Holland im damaligen Bistum Ermland.[4]
Heute sind Marwica und auch Marwica Wielka katholischerseits nach Jelonki im Dekanat Pasłęk II im jetzigen Bistum Elbląg eingepfarrt. Evangelischerseits sind beide der St.-Georgs-Kirche in Pasłęk zugeordnet, die zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen gehört.
Verkehr
Marwica liegt an der verkehrsreichen Woiwodschaftsstraße 527, die die Städte Dzierzgoń, Pasłęk, Morąg und Olsztyn mioteinander verbindet. Eine von Gronowo Elbląskie über Wiśniewo und Nowe Dolno kommende Nebenstraße endet in Marwica. Der Ortsteil Marwica Wielka ist von Marwica aus über eine Nebenstraße in Richtung Barzyny zu erreichen.
Persönlichkeit
- Alfred Haller (1903– nach 1967), deutscher Einzelhandelskaufmann, Politiker (LDPD) und Abgeordneter der Volkskammer, wurde am 4. April 1903 in Klein Marwitz geboren
