Jelonki (Rychliki)
Dorf in Polen
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Jelonki (deutsch Hirschfeld) ist ein Dorf in der Gmina Rychliki im Powiat Elbląski der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
| Jelonki | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Elbląg | |
| Gmina: | Rychliki | |
| Geographische Lage: | 54° 2′ N, 19° 33′ O | |
| Einwohner: | 593 (2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 14-411 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NEB | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 527: Dzierzgoń – Rychliki ↔ Nowe Kusy – Pasłęk – Morąg – Olsztyn | |
| Śliwica/DW 526 ↔ Klepa – Dłużyna – Węzina – Komorowo Żulawskie | ||
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |

Geographische Lage
Jelonki liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, acht Kilometer südwestlich der Stadt Pasłęk bzw. 18 Kilometer südöstlich der Kreismetorpole Elbląg.
Geschichte
Bereits aus dem 7./8. Jahrhundert und dem 11. bis 13. Jahrhundert sind Gräberfelder in der Gemarkung des Ortes gefunden worden. Er hat bereits vor 1304 als Kirchdorf und Gut bestanden und ist im Laufe der Jahrhunderte mit Namen wie Hyresevelt bzw. Hirsefeld, auch Hersefeld, nach 1400 Hirschfeldt und nach 1785 Hirschfeld bezeichnet worden.[2]
Am 6. Mai 1304 wurde das Dorf mit dem Namen eines Jacob von Hirsefeld das erste Mal urkundlich erwähnt.[3] 1311 wurde ein Pfarrer in Hersefeld genannt, und 1448 fand sich eine Ortseintragung im Zinsbuch der Komturei Elbing des Deutschen Ordens. Der Ort gehörte zum Kammeramt Holland der Komturei Elbing des Gebietes des Deutschen Ordens.[4]
1785 wurden im Dorf mit „adlig Gut“ und Vorwerk 68 Feuerstellen gezählt und als Besitzer des Guts Hirschfeld die Familie von Bodeck genannt.[4] Hirschfeld gehörte zum Haupt-Amt Preußisch Holland in der Provinz Ostpreußen im Königreich Preußen. 1820 war es ein adliges Bauerndorf mit 58 Feuerstellen bei 485 Einwohnern, und als Kirchenpatron fungierte der Gutseigentümer von Bodeck.
Am 28. Mai 1874 wurde Hirschfeld ein Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg.[5] Zum Amtsbezirk Hirschfeld gehörten:
| Deutscher Name | Polnischer Name | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Hirschfeld | Jelonki | |
| Kleppe | Klepa | 1895 nach Langenreihe im Amtsbezirk Weeskenhof eingemeindet |
| ab 1907: | ||
| Alt Kußfeld | Stare Kusy | bis 1907 im Amtsbezirk Neu Kußfeld |
| Schönfeld | Krasin | bis 1907 im Amtsbezirk Kanthen |


Die Einwohnerzahl Hirschfelds belief sich im Jahre 1885 auf 1.105, sank aber wieder bis 1910 auf 850.[4] Im Jahre 1933 lebten 1.072 Menschen in Hirschfeld, im Jahre 1939 waren es 1.154.[6]
Seit 1945 gehört der Ort zu Polen und erhielt den Namen „Jelonki“. Bis 1945 war er Sitz der Gmina Jelonki, von 1954 bis 1972 Amtssitz der Gromada Jelonki. Heute gehört das Dorf zur Gmina Rychliki im Powiat Elbląski, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Jelonki 593 Einwohner.[1]
Sehenswürdigkeiten
- Herz-Jesu-Kirche aus dem 14. Jahrhundert
- Geneigte Ebene „Pochylnia Jelenie“ (Oberländischer Kanal), gebaut vor 1860
- Vorlaubenhäuser, 19./20. Jahrhundert
- Schulgebäude von 1913
Religion
Kirchengebäude
Die Kirche ist ein spätgotisches chorloses Backsteinbauwerk, das in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts errichtet wurde.[7] Der Ostgiebel, abgestuft mit drei Reihen rundbogiger Blenden stammt aus der Gründungszeit.[8]

Der viergeschossige Turm wurde im 15. Jahrhundert vollendet und mit einem pyramidenförmigen Holzdach versehen. Im Jahre 1830 wurde das Zeltdach aufgesetzt. Den Turm schmücken zwei Reihen von je fünf rundbogig gedeckten Blenden zwischen drei vertieften Ziegelbändern, darüber auf jeder Seite drei ähnliche Schallöffnungen.[8]
Der Kircheninnenraum ist mit einer von Säulen getragenen Holzdecke überspannt, die in der Mitte gewölbt und über den seitlichen Emporen flach gehalten ist.[7] Im Jahre 1859 wurden neue Fenster eingesetzt.
Der geschnitzte Altar mit gotischer Mensa stammt von 1729. Er bildet mit der Kanzel von Anfang des 18. Jahrhunderts ein Ganzes.[7] Die Orgel wurde um 1729 von dem Danziger Orgelbauer Andreas Hildebrandtangefertigt. Sie steht auf der reich verzierten Empore im hinteren Teil des Kirchenschiffs. Die Orgel wurde 1930 auf Kosten von August Madsack aus Hirschfeld restauriert.
Das Geläut bestand vor 1914 aus zwei Glocken, wobei die größte wohl von 1507 stammt mit der Inschrift „O rex Christe gloriae veni cum pace. Gott Gnad. Maria berath. Hosanna Deus. Herrmann hat gegossen“ und einem Bild der Maria mit dem Kind.[8] Die andere Glocke stammte von 1701.
Bis 1945 war das Hirschfelder Gotteshaus eine evangelische Pfarrkirche. Danach wurde sie von der römisch-katholischen Gemeinde genutzt und in den 1990er Jahren wieder als Pfarrkirche eingesetzt. Im Gebäude fanden Umbaumaßnahmen im Sinne der veränderten konfessionellen Nutzung statt.
Kirchengeschichte
Die Kirchengründung in Hirschfeld erfolgte bereits im 14. Jahrhundert. Schon 1312 wurde ein „Pfarrer aus Hersefeld“ genannt.[4] Am 22. September 1400 beauftragt Bischof Johannes I. von Pomesanien den Domherrn Gerhard mit einer Visitation u. a. auch in Hirschfeld, und am 18. Juli 1517 wandte sich Bischof Fabian von Ermland an den Ordens-Hochmeister Albrecht wegen Beraubung des Pfarrers Tinapfel.
Das Kirchenpatronat war adlig.[4] Im Jahre 1820 war der Gutsbesitzer von Bodeck Patron der Hirschfelder Kirche.
Im Zuge der Reformation übernahm die Hirschfelder Kirche die lutherische Konfession.
Evangelische Kirche
In den Jahren 1720/25 unterstand die Kirchengemeinde Hirschfeld dem Oberländischen Konsistorium im Erzpriestertum Preußisch Holland, 1789 war sie der Inspektion Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Oberland zugeordnet, und in den Jahren bis 1945 der Diözese (auch: Kirchenkreis) Preußisch Holland in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union zugehörig.[9]
Das weitflächige Kirchspiel Hirschfeld zählte im Jahre 1925&nbps;2.612 Gemeindeglieder. Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung setzten der evangelischen Gemeinde hier ein Ende. Heute hier lebende evangelische Einwohner gehören jetzt zur St.-Georgs-Kirche in der Stadt Pasłęk, einer Filialkirche der Pfarrei Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspiel:
Zum Kirchspiel Hirschfeld gehörten bis 1945 die Orte:[10]
| Deutscher Name | Polnischer Name | Deutscher Name | Polnischer Name | |
|---|---|---|---|---|
| Alt Kußfeld | Stare Kusy | Leisten | Liszki | |
| Bardeleben | Bartlewo | (Groß- und Klein-) Marwitz | Marwica | |
| Bodeck | Budki | Nahmgeist | Śliwica | |
| Drausenhof | Drużno | Neu Kußfeld | Nowe Kusy | |
| Hirschfeld | Jelonki | Schönfeld | Krasin | |
| Langenreihe | Dłużyna | Wiese | Barzyna |
Pfarrer:
Bis 1945 amtierten an der Kirche in Hirschfeld die evangelischen Geistlichen:[11]
- Ambrosius Melhorn, bis 1561
- Andreas Melhorn, 1570–1574
- Wenceslaus Thierholdt, bis 1582
- Caspar Nisius, 1596/1597
- Gottfried Niederstetterm 1619–1629
- Martin Puhlmann, bis 1669
- Johann Krintz, 1669–1712
- Johann Friedrich Krintz, 1712–1716
- Johann Conrad Laxdehn, 1716–1739
- Michael Theodor Ebentheuer, 1739–1762
- Gottlob Christ. Siegfried, 1762–1785
- Johann Christian Übersin, 1785–1796
- Johann August John, 1797–1811
- Ernst Gustav Schulz, 1812–1854
- Gustav Otto Leopold Winkler, 1855–1909
- Ulrich Braun, 1909–1939
- Horst Broscheit, 1942–1945
Römisch-katholische Kirche
Bis 1945 waren die römisch-katholischen Einwohner der Region Hirschfeld in die Pfarrkirche St. Josef in der Kreisstadt Preußisch Holland im Dekanat Elbing des damlaigen Bistums Ermland eingegliedert. Seither nutzen die katholischen Christen von Jelonki die bisher evangelische Kirche als ihr Gotteshaus. Ihre Zahl stieg aufgrund zahlreiches überwiegend katholischer Neusiedler stark an, so dass das Bistum Elbląg am 1. Juli 1991 hier eine eigene Pfarrei des „Heiligsten Herzens Jesu“ errichtete, die dem Dekanat Pasłęk II zugeordnet wurde. Zugehörig ist die Filialkapelle des „Heiligen Maximilian Maria Kolbe“ in Stankowo.[12]
Verkehr
Jelonki liegt an der verkehrsreichen Woiwodschaftsstraße 527, die die Städte Dzierzgoń, Pasłęk und Morąg mit Olsztyn verbindet. Sie wird innerhalb von Jelonki von einer Nebenstraße gekreuzt, die von Śliwica über Klepa, Dłużyna und Węzina bis nach Komorowo Żulawskie führt.
Ein direkte Bahnanbindung besteht nicht. Die nächste Bahnstation ist Pasłęk an der Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo.
Persönlichkeiten
- August Madsack (1858–1933), deutscher Journalist, Autor und Verleger, wurde in Hirschfeld geboren
Weblinks
- Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Hirschfeld
- Encyklopedia Warmii i Mazur: Jelonki (polnisch)
