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Michelbach (Niederösterreich)

Marktgemeinde im Bezirk St. Pölten, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Michelbach ist eine Marktgemeinde mit 851 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich.

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
Michelbach
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Michelbach
Michelbach (Niederösterreich) (Österreich)
Michelbach (Niederösterreich) (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: St. Pölten (Land)
Kfz-Kennzeichen: PL
Hauptort: Michelbach Markt
Fläche: 24,95 km²
Koordinaten: 48° 6′ N, 15° 46′ O
Höhe: 376 m ü. A.
Einwohner: 851 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 34 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3074
Vorwahl: 02744
Gemeindekennziffer: 3 19 23
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Markt 7
3074 Michelbach
Website: michelbach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Berger (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
10
3
1
1
10 3 1 1 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Michelbach im Bezirk St. Pölten (Land)
Lage der Gemeinde Michelbach (Niederösterreich) im Bezirk St. Pölten (anklickbare Karte)AltlengbachAsperhofenBöheimkirchenBrand-LaabenEichgrabenFrankenfelsGablitzGerersdorfHafnerbachHaunoldsteinHerzogenburgHofstetten-GrünauInzersdorf-GetzersdorfKapellnKarlstettenKasten bei BöheimkirchenKirchberg an der PielachKirchstettenLoichMarkersdorf-HaindorfMaria AnzbachMauerbachMichelbachNeidlingNeulengbachNeustift-InnermanzingNußdorf ob der TraisenObritzberg-RustOber-GrafendorfPerschlingPressbaumPrinzersdorfPurkersdorfPyhraRabenstein an der PielachSchwarzenbach an der PielachSt. Margarethen an der SierningSt. PöltenStatzendorfStössingTraismauerTullnerbachWeinburgWilhelmsburgWölblingWolfsgraben
Lage der Gemeinde Michelbach (Niederösterreich) im Bezirk St. Pölten (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Michelbach liegt im Bergland des Mostviertels südöstlich von St. Pölten in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 24,95 Quadratkilometer, davon sind 48 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche und 47 Prozent bewaldet.[1]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026[2]):

Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden: Mayerhöfen, Michelbach Dorf und Michelbach Markt.

Nachbargemeinden

Drei der sieben Nachbargemeinden liegen im Bezirk Lilienfeld (LF).

Kasten bei Böheimkirchen Stössing
Pyhra Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Brand-Laaben
St. Veit an der Gölsen (LF) Rohrbach an der Gölsen (LF) Hainfeld (LF)

Geschichte

Hochwasser von 1921

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. 1124 wurde der Ort erstmals als Michilpach erwähnt. In einer Urkunde des Bischofs Reginmar von Passau wird Michelbach aus der Pfarre Pyhra bei St. Pölten herausgelöst und zur eigenständigen Pfarre erhoben. 1510 kam Michelbach in den Besitz der Herren von Greiß, unter denen der Ort reformiert wird. Die katholische Pfarre wurde nicht mehr besetzt und wieder von Pyhra aus mitbetreut. Während der Ersten Wiener Türkenbelagerung wurde ein Großteil des Ortes verwüstet, nur sieben von 59 Höfen blieben verschont. 1541 wurde Michelbach von der Pest heimgesucht. Weitere Epidemien waren in den Jahren 1574 und 1583. Die vielen Opfer, die die Krankheit forderte, fehlten in der Landwirtschaft und brachten viele Grundbesitzer und Bauern in große Not.

Im Zuge der Zweiten Türkenbelagerung stoßen die osmanischen Streifscharen am 14. Juli 1683 bis Kasten und Michelbach vor, 274 Menschen aus Michelbach verloren dabei ihr Leben, 48 Häuser wurden zerstört. Die Pfarrkirche wurde dem Erdboden gleichgemacht. Die Überlebenden bauten ab 1708 eine neue Kirche. Ab 1710 siedelten sich neue Leute in der entvölkerten Wienerwaldregion an und begannen, die Dörfer neu aufzubauen. 1787 wurden den einzelnen Häusern Konskriptionsnummern zugeteilt. Die Napoleonischen Kriege überstand Michelbach, wie durch ein Wunder, unversehrt. 1921 richtete ein Hochwasser in Michelbach große Schäden an. 72 Soldaten aus Michelbach kehrten 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in die Heimat zurück.[3]

Im Zuge der Aufteilung der Gemeinde Kasten bei Böheimkirchen in die ursprünglichen Gemeinden Kasten bei Böheimkirchen und Stössing mit Beginn des Jahres 1988 wurde die ursprünglich zu Stössing gehörige Katastralgemeinde Mayerhöfen an Michelbach abgetreten.[4]

Einwohnerentwicklung

Michelbach: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
 
931
1880
 
930
1890
 
923
1900
 
953
1910
 
942
1923
 
931
1934
 
931
1939
 
909
1951
 
793
1961
 
725
1971
 
754
1981
 
793
1991
 
835
2001
 
921
2011
 
873
2021
 
861
2026
 
851
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Michelbach
Kornelkirschenbaum Sigrid Dirndl

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2011 39, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 2011 62.[11] Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 386. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,21 Prozent.

Öffentliche Einrichtungen

In Michelbach befindet sich eine Volksschule.[12]

Windkraft

Am 13. Juli 1995 ging die dritte Windkraftanlage Österreichs in Michelbach in Betrieb. Sie wurde unter Beteiligung von 96 Privatpersonen errichtet. Die Leistung dieser Anlage beträgt 225 kW.[13] Dieses Bürgerbeteiligungsprojekt war der Grundstein für die heutige W.E.B. Windenergie AG.[14]

Gemeindeamt

Politik

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Gerhard Berger,[15] Amtsleiter ist Markus Kainzbauer.[16]

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen:

  • 1990: ÖVP 12, FPÖ 2, SPÖ 1.
  • 1995: ÖVP 13, FPÖ 2.[17]
  • 2000: ÖVP 11, SPÖ 2, FPÖ 2.[18]
  • 2005: ÖVP 9, BÜMI (Bürgerliste Michelbach) 5, SPÖ 1.[19]
  • 2010: ÖVP 10, BÜMI (Bürgerliste Michelbach) 3, SPÖ 1, FPÖ 1.[20]
  • 2015: ÖVP 12, NEOS 2, SPÖ 1.[21]
  • 2020: ÖVP 12, NEOS 2, SPÖ 1.[22]
  • 2025: ÖVP 10, FPÖ 3, NEOS 1, SPÖ 1.[23]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Karl Vonwald: Bei uns dahoam. Michelbacher Heimatbuch. Michelbach 2001
Commons: Michelbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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