Stössing

Gemeinde im Bezirk Sankt Pölten, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Stössing ist eine Gemeinde mit 852 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich. Von 1972 bis Ende 1987 war Stössing in die Gemeinde Kasten bei Böheimkirchen eingemeindet.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Stössing
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Stössing
Stössing (Österreich)
Stössing (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: St. Pölten (Land)
Kfz-Kennzeichen: PL
Fläche: 27,49 km²
Koordinaten: 48° 7′ N, 15° 49′ O
Höhe: 344 m ü. A.
Einwohner: 852 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 31 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3073
Vorwahl: 02744
Gemeindekennziffer: 3 19 41
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Stössing 7
3073 Stössing
Website: stoessing.gv.at
Politik
Bürgermeister: Christian Walzl (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
8
6
1
8 6 1 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Stössing im Bezirk St. Pölten (Land)
Lage der Gemeinde Stössing im Bezirk St. Pölten (anklickbare Karte)GerersdorfKirchstettenMichelbachWeinburgWilhelmsburg
Lage der Gemeinde Stössing im Bezirk St. Pölten (anklickbare Karte)
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Gemeindezentrum von Stössing mit dem Gemeindeamt
Gemeindezentrum von Stössing mit dem Gemeindeamt
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Stössing liegt im Mostviertel in Niederösterreich und gehört zum Wienerwald. Die Entwässerung erfolgt durch den nach Norden fließenden Stössingbach. Die Berge an der Gemeindegrenze erreichen Höhen von über 500 Meter, der höchste ist der 655 Meter hohe Hegerberg.

Die Fläche der Gemeinde umfasst 27,49 Quadratkilometer, davon sind 53 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 41 Prozent sind bewaldet.[1]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst zehn Katastralgemeinden und gliedert sich in zehn gleichnamige Ortschaften (in Klammern Fläche Stand: 31. Dezember 2023[2] bzw. Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):

  • Bonnleiten (407,59 ha; 98 Ew.) samt Goin
  • Buchbach (171,68 ha; 34 Ew.)
  • Dachsbach (214,62 ha; 38 Ew.)
  • Freiling (100,25 ha; 48 Ew.)
  • Hendelgraben (61,2 ha; 111 Ew.)
  • Hochgschaid (495,08 ha; 147 Ew.) samt Waldhäuseln
  • Hochstraß (707,49 ha; 69 Ew.)
  • Hof (45,39 ha; 17 Ew.)
  • Sonnleiten (197,38 ha; 20 Ew.)
  • Stössing (347,9 ha; 270 Ew.)

Nachbargemeinden

Kasten bei Böheimkirchen Kirchstetten Neulengbach
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Neustift-Innermanzing
Michelbach Brand-Laaben

Geschichte

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.

Die Erstnennung des Namens Stössing erfolgte 1204. Im Jahre 1248 wurde Stössing gemeinsam mit Außerkasten, Kasten und Schildberg unter den Filialkirchen der Mutterpfarre Böheimkirchen genannt. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Pfarrkirche zu ihrer heutigen Gestalt ausgebaut, in dieser Zeit hatte Stössing auch Pfarrrechte. Die Zerstörung und Entvölkerung durch die Türkenkriege 1529 und 1683 (Türkenkapelle in Hochgschaid) brachten einen Niedergang, so dass das Pfarrgebiet von Stössing abwechselnd von Kasten und Brand betreut werden musste. Im Rahmen der Josephinischen Reformen wurde 1784 die Pfarre Stössing errichtet.[4]

Die heutige politische Gemeinde entstand um das Jahr 1850. 1895 wurde die heutige Fachschule für ökologische Land- und Hauswirtschaft Hochstrass, damals Landwirtschaftliche Haushaltungsschule der Töchter der göttlichen Liebe, als Privatschule gegründet und erhielt 1917 das Öffentlichkeitsrecht. Nachdem die Schule im Jahr 2009 geschlossen worden war, musste auch das Kloster Hochstraß, in dem zum Schluss noch acht Nonnen wohnten, 2011 schließen.[5]

Im Zuge der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung wurden mit 1. Jänner 1972 die Gemeinden Stössing und Kasten bei Böheimkirchen zusammengelegt. Mit Beginn des Jahres 1988 wurden die beiden Gemeinden wieder geteilt, wobei Stössing allerdings die ursprünglich zu seinem Gemeindegebiet gehörige Katastralgemeinde Mayerhöfen an Michelbach abtreten musste.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Stössing: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
964
1880
 
941
1890
 
1.018
1900
 
1.074
1910
 
1.091
1923
 
1.034
1934
 
1.022
1939
 
963
1951
 
838
1961
 
797
1971
 
702
1981
 
670
1991
 
719
2001
 
738
2011
 
772
2021
 
840
2025
 
852
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ehemaliges Kloster Hochstraß
Pfarrkirche Stössing

Musik

  • Blasmusikkapelle Stössing-Laaben
  • Kirchenchor
  • Singgruppe Stössing

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Rossmarkt: Das dreitägige Pferde- und Countryfest findet Anfang August mit Pferdeschauen und Reitturnieren statt. Der rassenmäßige Schwerpunkt ist dabei der Noriker.
  • Feuerwehrfest: Anfang Juli findet ein von der Freiwilligen Feuerwehr veranstalteter Feuerwehrheurigen statt.
  • Ägydi-Gartenfest: Zu Ehren des Kirchenpatrons, des Hl. Ägidius, findet regelmäßig Ende August das Ägidi Gartenfest statt.
  • Grünlandparty: Party der Landjugend Stössing: findet im April statt.

Kulinarische Spezialitäten

  • Elsbeere (Adlitzbeere): Stössing ist eine der wenigen Gemeinden in Österreich, die gezielt die Frucht der Elsbeerbäume zu kostbaren Delikatessen, wie. z. B. Edelbränden, Elsbeerschokolade, Elsbeerhonig, getrocknete Elsbeeren, verarbeitet. Die Gemeinde Stössing gehört zur Genuss-Region Wiesenwienerwald Elsbeere.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Jahr 2010 gab es 78 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, von denen 38 im Haupterwerb geführt wurden.[7] Im Produktionssektor arbeiteten 21 Erwerbstätige in 11 Betrieben des Produktionssektors. Der Dienstleistungssektor beschäftigte 71 Menschen in 36 Firmen (Stand 2011).[8][9]

Bildung

In Stössing befinden sich ein Kindergarten[10] und eine Volksschule.[11]

Sport

Vor dem Stössinger Ortszentrum befindet sich die örtliche Sport- und Freizeitanlage unter anderem mit Fußballplatz, Asphaltstockbahn und Spielplatz. Weiters besteht in der Katastralgemeinde Hof eine Reitschule des Reitclubs Stössing, es stehen eine Reithalle und ein Freiluft-Trainingsparcour zur Verfügung. Wöchentlich finden im Sportsaal der Volksschule verschiedene Sportarten wie Yoga, Wirbelsäulengymnastik und Jiu-Jitsu statt.

Ansässige Sportvereine sind unter anderem
  • HSC Stössing
  • SV Stössing
  • Schiclub-Hegerberg
  • Jiu Jitsu Stössing

Politik

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Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Mandatsverteilungen:

  • 1990: ÖVP 12, SPÖ 3.
  • 1995: ÖVP 12, SPÖ 2, FPÖ 1.[12]
  • 2000: ÖVP 12, SPÖ 2, FPÖ 1.[13]
  • 2005: ÖVP 11, SPÖ 3, FPÖ 1.[14]
  • 2010: ÖVP 9, Alternative Liste Stössing 4, SPÖ 2.[15]
  • 2015: ÖVP 8, Alternative Liste Stössing 4, SPÖ 3.[16]
  • 2020: ÖVP 10, SPÖ 4, Alternative Liste Stössing 1.[17]
  • 2025: ÖVP 8, SPÖ 6, FPÖ 1.[18]

Bürgermeister

  • bis 2018 Alois Daxböck (ÖVP)
  • 2018–2023 Rupert Hobl (ehem. ÖVP)
  • seit 2023 Christian Walzl (ÖVP)

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Stössing zeigt einen spitzen Dreiberg, eine goldene Linde und eine Hirschkuh auf schwarz-grünem Hintergrund. Der spitze Dreiberg verweist auf den Hegerberg. Ebenso wurde die 1988 gepflanzte Linde anlässlich der in diesem Jahr wiedererlangten Selbständigkeit in das Wappen aufgenommen – 1971 wurde Stössing mit Kasten bei Böheimkirchen vereinigt und erst 17 Jahre später wieder getrennt. Die Hirschkuh nimmt auf den Kirchenpatron, den Heiligen Ägydius, Bezug, der immer mit einer Hirschkuh abgebildet ist. Die grüne und schwarze Schildfarbe steht für den Wiesen- und Waldreichtum im Gemeindegebiet sowie für die engen Täler des Alpenvorlandes.

Commons: Stössing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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