Molybdocendichlorid
metallorganische Verbindung
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Molybdocendichlorid oder nach IUPAC-Nomenklatur Dichlorobis(η5-cyclopentadienyl)molybdän(IV), ist eine metallorganische Verbindung aus der Familie der Metallocene. Der kristalline, feuchtigkeitsempfindliche, je nach Literatur als dunkelgrün oder grau beschriebene[2][1] Feststoff wird im Labor zur Herstellung anderer Molybdocen-Derivate eingesetzt.
| Strukturformel | ||||||||||||||||
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| Kristallsystem |
monoklin | |||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Dichlorobis(η5-cyclopentadienyl)molybdän(IV) | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C10H10Cl2Mo | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung | ||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 297,04 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||
| Löslichkeit |
Zersetzung in Wasser[1] | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Gewinnung und Darstellung
Über Molybdocendichlorid wurde zuerst 1967 von Malcolm L. H. Green und L. Cooper berichtet.[3] Die Herstellung erfolgte aus Molybdänpentachlorid, Cyclopentadienylnatrium und Natriumborhydrid über Molybdocendihydrid als Zwischenstufe. Das Dihydrid wandelt sich bei Umsetzung mit Chloroform zum Molybdocendichlorid um:[4]
Eigenschaften
Im Molybdocendichlorid sind die beiden Cyclopentadienylringe zueinander abgewinkelt und nicht wie bei den klassischen Metallocenen koplanar angeordnet. Der durchschnittliche Cp-M-Cp Winkel beträgt 130,6°. Der Cl-Mo-Cl Winkel beträgt 82°, was geringer ist, als der Winkel in Zirconocendichlorid (92,1°) und Niobocendichlorid (85,6°). Dieser Trend lässt sich mit der Orientierung des HOMOs in dieser Verbindungsklasse erklären.[5]
Verwendung
Im Gegensatz zu den analogen Zirconocendichlorid und Titanocendichlorid wurde bisher keine technische Anwendung für Molybdocendichlorid gefunden. Molybdocendichlorid ist, wie viele andere Metallocendichloride, ein potentieller Wirkstoff in der Krebstherapie,[6] konnte aber bisher in klinischen Studien nicht die erwarteten Ergebnisse zeigen.[7]