Molybdocendichlorid

metallorganische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Molybdocendichlorid oder nach IUPAC-Nomenklatur Dichlorobis(η5-cyclopentadienyl)molybdän(IV), ist eine metallorganische Verbindung aus der Familie der Metallocene. Der kristalline, feuchtigkeitsempfindliche, je nach Literatur als dunkelgrün oder grau beschriebene[2][1] Feststoff wird im Labor zur Herstellung anderer Molybdocen-Derivate eingesetzt.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Molybdocendichlorid
Kristallsystem

monoklin

Allgemeines
Name Dichlorobis(η5-cyclopentadienyl)molybdän(IV)
Andere Namen
  • Molybdocendichlorid
  • Cp2MoCl2
Summenformel C10H10Cl2Mo
Kurzbeschreibung

grauer oder grüner Feststoff[1][2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12184-22-4
EG-Nummer (Listennummer) 631-401-4
ECHA-InfoCard 100.159.644
PubChem 16211726
Wikidata Q6896953
Eigenschaften
Molare Masse 297,04 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315319335
P: 261305+351+338[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Über Molybdocendichlorid wurde zuerst 1967 von Malcolm L. H. Green und L. Cooper berichtet.[3] Die Herstellung erfolgte aus Molybdänpentachlorid, Cyclopentadienylnatrium und Natriumborhydrid über Molybdocendihydrid als Zwischenstufe. Das Dihydrid wandelt sich bei Umsetzung mit Chloroform zum Molybdocendichlorid um:[4]

Eigenschaften

Im Molybdocendichlorid sind die beiden Cyclopentadienylringe zueinander abgewinkelt und nicht wie bei den klassischen Metallocenen koplanar angeordnet. Der durchschnittliche Cp-M-Cp Winkel beträgt 130,6°. Der Cl-Mo-Cl Winkel beträgt 82°, was geringer ist, als der Winkel in Zirconocendichlorid (92,1°) und Niobocendichlorid (85,6°). Dieser Trend lässt sich mit der Orientierung des HOMOs in dieser Verbindungsklasse erklären.[5]

Verwendung

Im Gegensatz zu den analogen Zirconocendichlorid und Titanocendichlorid wurde bisher keine technische Anwendung für Molybdocendichlorid gefunden. Molybdocendichlorid ist, wie viele andere Metallocendichloride, ein potentieller Wirkstoff in der Krebstherapie,[6] konnte aber bisher in klinischen Studien nicht die erwarteten Ergebnisse zeigen.[7]

Einzelnachweise

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