Niobocendichlorid

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Niobocendichlorid oder nach IUPAC-Nomenklatur Dichlorobis(η5-cyclopentadienyl)niob(IV), ist eine metallorganische Verbindung aus der Familie der Metallocene. Wie die entsprechende Vanadium-Verbindung ist auch Niobocendichlorid ein 17-Elektronen-Komplex und aufgrund seines ungepaarten Elektrons paramagnetisch. Im Molekül sind die zwei Cyclopentadienyl- und die beiden Chlorid-Liganden verzerrt tetraedrisch um das zentrale Niobatom angeordnet. Der dunkelbraune Feststoff ist die Ausgangsverbindung für die Synthese anderer Organoniob-Verbindungen.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Niobocendichlorid
Allgemeines
Name Niobocendichlorid
Andere Namen
  • Dichlorobis(cyclopentadienyl)niob
  • Cp2NbCl2
Summenformel C10H10Cl2Nb
Kurzbeschreibung

dunkelbrauner Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12793-14-5
EG-Nummer (Listennummer) 631-385-9
ECHA-InfoCard 100.159.630
PubChem 24855779
Wikidata Q2023440
Eigenschaften
Molare Masse 293,99 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Löslichkeit

löslich in Toluol[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315319335
P: 261305+351+338[1]
Toxikologische Daten

35 mg·kg−1 (LD50, Maus, i.p.)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Über Niobocenedichlorid wurde zuerst von Geoffrey Wilkinson berichtet.[3] Es kann z. B. in einer Mehrstufenreaktion ausgehend von Niobpentachlorid und Cyclopentadienylnatrium synthetisiert werden:[4]

Eigenschaften

Im Gegensatz zu den Metallocenen sind im Niobocendichlorid die Cyclopentadienylringe nicht koplanar angeordnet, sondern zueinander abgewinkelt. Der durchschnittliche Cp-M-Cp Winkel beträgt in Metallocendichloriden üblicherweise 130.3°. Der Cl-Nb-Cl Winkel beträgt 85.6°, was geringer ist, als der Winkel in Zirconocendichlorid (97,1°), aber größer als der in Molybdocendichlorid (82°). Dieser Trend lässt sich mit der Orientierung des HOMOs in dieser Verbindungsklasse erklären.[5]

Verwendung

Im Gegensatz zu den entsprechenden Zirconocen-Derivaten und dem Titanocendichlorid wurde bisher keine technische Anwendung für Niobocendichlorid gefunden, obwohl es Gegenstand zahlreicher Studien war. So wurde es z. B. als potentielles Krebsmittel untersucht.[6]

Einzelnachweise

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