Mortaio da 81 Modello 35

italienischer 8,14-cm-Mörser From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Mortaio da 81 Modello 35, kurz 81 Mod. 1935 (deutsch: 81-mm-Mörser 35), ist ein italienischer Mörser, welcher von der Costruzioni Elettro Meccaniche di Saronno (CEMSA) hergestellt und von der italienischen Armee im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.

Schnelle Fakten Allgemeine Angaben, Technische Daten ...
Mortaio da 81 Modello 35


Mortaio da 81 Modello 35
im Museo Nazionale Storico degli Alpini

Allgemeine Angaben
Technische Daten
Rohrlänge 1,15 m
Kaliber 8,14 cm
Gewicht in
Feuerstellung
58,4 kg kg
Kadenz 8 – 30 Schuss/min
Höhenrichtbereich +45° – +85° Winkelgrad
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Entwicklung

Während des Ersten Weltkrieges nutzte die Regio Esercito den Stokes-Mörser als Hauptmörser für den Fronteinsatz. Im Rahmen des Modernisierungsprogramms für die Infanterie um das Jahr 1933, wurde eine Steigerung der Feuer- und Kampfkraft angestrebt. Aus diesem Grund wurde der französische Brandt 81 mm Mle 1927 beschafft und in die Truppe eingeführt.[1]

Auf der Grundlage des 81 mm Brandt, begann die italienische Firma Costruzioni Elettro Meccaniche di Saronno aus Saronno mit Verbesserung und Anpassungen des 81 mm Brandt. Dadurch entstand die Eigenkonstruktion mit der Bezeichnung Mortaio da 81 Modello 35, welcher als der beste Mörser in der italienischen Armee angesehen wurde.[1]

Technische Beschreibung

Der Mortaio da 81 Modello 35 war eine Vorderladerwaffe mit einem Geschützrohr aus Stahl und einem glatten Seelenprofil. Am hinteren Ende befand sich der Verschlussblock, welcher in einen kugelförmigen Kopf endete. Dieser konnte in eine Aufnahmeöffnung der Bodenplatte eingefasst und verriegelt werden. Die rechteckige Bodenplatte verfügte über einen Tragegriff an einer Seite. Um auf dem Boden einen festen Stand zu erhalten, verfügte die Bodenplatte über Erdsporne an der Unterseite, sowie Versteifungsrippen. Für den Einsatz auf hartem Untergrund verfügte die Bodenplatte über eine kleine, runde Feldplatte mit einem Durchmesser von 30 cm. In der Nachkriegszeit wurde eine zusätzliche runde Bodenplatte konstruiert, welche sich in zwei separate Elemente zerlegen ließ.[1][2]

Die Lafette bestand aus einem Zweibein, den Höhen- und Seitenrichtmechanismus und der Rohrwiege.[1] Der Mörser konnte für einen schnellen Transport in drei Teile zerlegt werden. Dazu zählten das Geschützrohr mit einem Transportgewicht von 20,4 kg, die Lafette mit einem Transportgewicht von 18 kg und die Bodenplatte mit einem Transportgewicht von 20 kg. Im aufgebauten Zustand hatte der Mörser damit ein Gewicht von 58,4 kg.[3][2]

Da der Mörser über keinen Verschlussmechanismus verfügte, funktionierte die Zündung nach dem Schwerkraftprinzip. Durch das Hineingleiten des Geschosses in das Rohr und dem Aufschlag auf den Boden des Geschützrohres, erfolgte die Zündung der Treibladung am Heck des Geschosses durch eine Fallzündung.[1] Die verwendete Munition bestand aus einer Standardgranate aus Stahlguss (bomba ghisa acciaiosa, kurz g. a.) mit einem Gesamtgewicht von 3,265 kg. In dem birnenförmigen Stahlgusskörper befand sich 450 g Sprengstoff aus einer Mischung von 77 % Ammoniumnitrat und 23 % Xylit oder Trinitrotoluol. Eine weitere Granate verfügte über eine vergrößerte Sprengstofffüllung (bomba a grande capacità, kurz g. c.) mit einem Gesamtgewicht von 6,865 kg. Die Sprengladung in dieser Stahlgranate hatte ein Gewicht von 2 kg und bestand aus Trinitrotoluol.[2] Weiterhin gab es eine chemische Granate (bomba ad aggressivo chimico) mit einem Granatenkörper aus Stahl, welcher mit Senfgas, Phosgen oder Arsenwasserstoff gefüllt war. Zusätzlich gab es eine Rauchgranate (bomba nebbiogena) mit einer Füllung von Oleum und eine Rauch-Brandgranate (bomba nebbiogena-incendiaria) mit einer Füllung aus weißen Phosphor. Zu Übungszwecken wurde eine Übungsgranate (bomba da istruzione) genutzt. Um die normalen Geschosse zu verschießen, wurden sieben Treibladungen genutzt, für das Geschoss mit großer Ladung nutzte man fünf. Die maximale Feuerreichweite lag bei 5 km bei der normalen Granate, bei der Granate mit erhöhter Ladung lag sie nur bei 1,1 km.[3]

Bezeichnungen

  • Mortaio da 81 Modello 35 (Italien)
  • 81 Krh/36 (Finnland)
  • 8,14-cm-Granatwerfer 276 (i) (Wehrmacht)

Einsatz

Italien

Nachdem Italien am 10. Juni 1940 Frankreich und Großbritannien den Krieg erklärte, verfügte die Armee über 2177 Mortaio da 81 Modello 35. Zugeteilt waren diese in 212 Mörserkompanien, welche jeweils aus drei Zügen mit je zwei Mörsern bestand. Vor allem im Gebirge und bergigem Gelände wurde der Mörser als sehr wirkungsvoll erachtet.[3]

Nach dem Waffenstillstand von Cassibile und dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in der Mörser von Esercito Nazionale Repubblicano in der Italienischen Sozialrepublik weiter eingesetzt. Bis in die 1960er Jahre verblieb der Mörser im Dienst der italienischen Armee.[1]

Finnland

Während des Winterkrieges wurden, im Rahmen der italienischen Militärhilfe für Finnland, 100 Mörser bestellt und mit der Bezeichnung 81 Krh/36-I in Dienst gestellt (Krh = kranaatinheitin, deutsch = Mörser; I = italialainen, deutsch = italienisch).

Wehrmacht

Nach dem Fortsetzungskrieg und dem Waffenstillstand von Cassibile und dem daraus resultierenden Fall Achse, fielen der Wehrmacht mehrere Mörser in die Hände. In der Wehrmacht wurden die Mörser in der Vorschrift Kennblätter fremden Geräts mit der Bezeichnung 8,14-cm-Granatwerfer 276 (i) geführt. Im April 1944 wurden von der CEMSA weitere 200 Mörser für die Wehrmacht hergestellt.[1]

Literatur

  • Corso Armaioli: Mortaio da 81 Mod. 35. Reparto Allievi Armaioli, Terni 1955.
  • Giulio Benussi: Armi portatili, artiglierie e semoventi del Regio Esercito Italiano 1900-1943. Intergest, 1975.
  • F. Cappellano: Mortaio del Regio esercito. Storia Militare, 1997.
  • F. Grandi: Le armi e le artiglierie in servizio. Editore fuori commercio, 1938.
  • Nicola Pignato: Armi della fanteria italiana nella seconda guerra mondiale. Ermanno Albertelli Editore, 1971.
  • CEMSA: Le mortier de 81 L.P. SAGDOS, Milano 1941.

Einzelnachweise

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