Naturschutzgebiet Vilsalpsee
Naturschutzgebiet in den Allgäuer Alpen in Tirol
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Das Naturschutzgebiet Vilsalpsee ist ein Naturschutzgebiet in den Allgäuer Alpen in Tirol. Es erstreckt sich in den Gemeindegebieten von Tannheim und Weißenbach, beide Bezirk Reutte, im Tannheimer Tal. Es umfasst den Vilsalpsee und die höhergelegenen kleineren Gewässer Traualpsee, die Lache und den Alplsee mit dem umliegenden Gebirgsraum, und Höhenstufen von 1160 bis 2274 m.

Geschichte und Schutzziele
Das Gebiet um den Vilsalpsee steht seit 1957 unter Naturschutz.[1]
1995 wurde es als Natura-2000-Gebiet vorgeschlagen, 1998 dahingehend als Naturschutzgebiet erweitert,[2] und ab 2000 sowohl als FFH-Gebiet nach Habitatrichtlinie als auch Europäisches Vogelschutzgebiet nach Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen (Sitecode AT3302000).[3]
Im Jahr 2002[4] erfolgte eine Vergrößerung des Gebietes auf 1.829 Hektar.[5]
2009 wurden der nach § 21 Z.2 Tiroler Naturschutzgesetz 2005 (TNSchG 2005) geforderte Schutzzweck nachträglich veröffentlicht:[6]
„Für das Natura 2000-Gebiet Vilsalpsee werden folgende Erhaltungsziele festgelegt:
1. Erhaltung der alpinen Kalklebensräume,
2. Erhaltung der alpinen Rasen,
3. Erhaltung der subalpinen und hochmontanen Wälder,
4. Erhaltung der Lebensräume in den und um die Seen Vilsalpsee, Traualpsee, Lache und Alplsee,
5. Schutz und Förderung der charakteristischen Vogelarten […], und Erhaltung und Förderung der charakteristischen Arten und Lebensräume […], wobei diese […] gegebenenfalls in einen günstigen Erhaltungszustand zu verbringen sind.“
Beschreibung des Schutzgebiets
Wesentlicher Kern des Schutzgebiets sind der Vilsalpsee und die höhergelegenen kleineren Seen Traualpsee, Lache und Alplsee.
Der Vilsalpsee liegt auf 1168 m Höhe und wird von 2000 bis 2200 m hohen Gipfel umringt. Zwischen Traualpe und Vilsalpe schließt unmittelbar an den See steiles und felsiges Schroffengelände an, während die unteren den See umgrenzenden Hänge bewaldet sind oder als Almweiden genutzt werden. Die größte Tiefe beträgt etwa 27 m, die gesamte Seefläche umfasst ungefähr 700 ha. Der Traualpsee liegt auf 1650 m Höhe und wird zur Stromgewinnung aufgestaut. Er wird von mehreren Gipfel gesäumt. Das Süd- und Südostufer ist relativ steil und felsig, während die anderen Ufer an Almweiden grenzen.[7]
Zwischen Vilsalpsee und Traualpsee erstreckt sich steiles Felsengelände, das mit Fichtenwald und in den höheren Lagen mit Latschen (Pinus mugo), Grün-Erlen (Alnus alnobetula), Birken (Betula) und Zwergsträuchern bewachsen ist. Südlich des Vilsalpsees ist das Gelände stufenförmig gegliedert; flache Kare wechseln sich mit steilen Schwellen ab. In der Karschwelle über dem Traualpsee und im Gappenfelder Notländ stehen Zirben (Pinus cembra). Den Talschluss der Vilsalpe bilden steile Kalkwände, Fichten-Block-Urwald und ein Wasserfall. Das Schutzgebiet ist von alpinen Gelände umgeben, das aus zahlreichen schroffen Gipfeln besteht. Der Traualpsee wird im Westen von der Roten Spitze (2130 m) und dem Geierköpfle (1672 m) überragt. Zwischen den nach Norden steil abfallenden Kalkfelsen erstrecken sich flachere Hänge mit blumenreichen Matten. Die Rasengesellschaften über der Waldgrenze enthalten viele geschützte Arten.[8]
Flora und Fauna
Charakteristische Vogelarten sind insbesondere Steinadler, Uhu, Schwarzspecht und Sperlingskauz, als sonstige Arten und Lebensräume (nach Habitatrichtlinie) genannt sind Frauenschuh, Kalk- und Schieferschutthalden, artenreiche Borstgrasrasen – montan, kalkreiche Niedermoore, Moorwälder, Kalktuffquellen, alpine Kalkrasen, Unterwasservegetation an Fließgewässern der Submontanstufe und der Ebene mit Fluthahnenfuß, alpine Flüssen und ihre Ufergehölze mit Reifweide, feuchte Hochstaudenfluren, alpine Flüsse und ihre krautige Ufervegetation, bodensaure Fichtenwälder, kalkhaltige Schutthalden in Mitteleuropa, Berg-Mähwiesen, kalkhaltige Gewässern mit Vegetation der Armleuchteralgenbestände sowie alpine und subalpine Heidegebiete.
In den Bergwäldern sind auch das Auerhuhn, neben Schwarz- auch Dreizehenspecht und neben Sperlings- auch der Raufußkauz heimisch. Oberhalb der Waldgrenze gibt es in weiteren Bergpieper, Alpenschneehühner und Wanderfalken. Dazu finden sich Murmeltier, Gämse und Moorschneehuhn. An Arten auf der Roten Liste sind noch Turmfalke, Grünspecht und Rauchschwalbe aufgeführt. Im Gappenfelder Notländ am Ostrand des Gebiets leben Birkhühner.
Weitere Pflanzen, die im Naturschutzgebiet wachsen, sind Alpen-Kuhschelle, Gold-Pippau, Berg-Löwenzahn, Echte Mondraute und Rosa Kugelorchis.
- Bildergalerie Naturschutzgebiet Vilsalpsee
- Vilsalpsee (1165 m)
- Südöstlicher Zufluss des Vilsalpsees
- Traualpsee (1631 m)
Literatur
- Kompass Wander-, Bike- und Skitourenkarte: Blatt 04 Tannheimer Tal (1:35.000). Rum/Innsbruck 2007, ISBN 978-3-85491-644-4
- Th. Schauer: Die Vegetation des Vilsalpsees und der Traualpseen bei Tannheim in Tirol. In: Verein zum Schutz der Bergwelt (Hrsg.): Jahrbuch des Vereins zum Schutz der Bergwelt. Band 45, 1978, S. 103–122.
- Manfred Föger; Umweltbundesamt (Hrsg.): Vilsalpsee – Ornithologische Bedeutung. Abgerufen am 9. Juni 2009
Weblinks
- Vilsalpsee. In: tiroler-schutzgebiete.at »Schutzgebiete. Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. Umweltschutz, abgerufen am 6. Juni 2010.
- Naturschutzgebiet Vilsalpsee. Tirolmultimedial Geologie, abgerufen am 9. Juni 2009
- Schutzgebiet Vilsalpsee. Regionalentwicklung Ausserfern, abgerufen am 9. Juni 2009