Tannheimer Tal
Tal der Allgäuer Alpen in Tirol
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Das Tannheimer Tal ist ein etwa 1100 Meter hoch gelegenes Hochtal in den Tannheimer Bergen, einem Teil der Allgäuer Alpen im Tiroler Bezirk Reutte. Es ist ein linksseitiges Nebental des Lechtales von rund 20 Kilometern Länge mit breiter Talsohle. Stärkste Einkommensquelle ist der Tourismus, da vor allem die vielen Wander-, Kletter- sowie Fahrrad- und Schimöglichkeiten im Tal Touristen anziehen.
| Tannheimer Tal | ||
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Blick vom Hahnenkamm ins Tannheimer Tal mit Nesselwängle, Haldensee, Grän und Tannheim | ||
| Lage | Tirol, Österreich | |
| Gewässer | Berger Ache, Vils; Nesselwängler Ache, Warpsbach, Weißenbach | |
| Gebirge | Allgäuer Alpen | |
| Geographische Lage | 47° 30′ N, 10° 29′ O | |
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| Typ | Hochtal, Hängetal | |
| Höhe | 1060 bis 1140 m ü. A. | |
| Länge | 20 km | |
Geographie
Lage
Das Tannheimer Tal liegt am nordwestlichen Rand des Bezirkes Reutte und erstreckt sich in west-östlicher Richtung, wobei es bei dem Ort Nesselwängle nach Süden abknickt. Das Tal ist lagebedingt stark zum süddeutschen Raum hin orientiert. Ein Zugang in das Tal führt von Westen von der deutschen Gemeinde Oberjoch über den kleinen Oberjochpass in das Tal. Ein anderer Zugang führt in nord-südlicher Richtung zwischen dem Aggenstein und dem Einstein durch ein enges Tal über Grän in den deutschen Ort Pfronten. Somit sind zwei Zugänge nur von Deutschland aus zu erreichen.[1]
Die Anbindung an Tirol ist über das Lechtal. Das Tannheimer Tal zweigt bei Weißenbach vom oberen Lechtal nach Westen ab, führt über den Gaichtpass und Nesselwängle zu einer Talwasserscheide auf rund 1140 m ü. A. vor dem Haldensee.
Beschreibung

Das Tal erstreckt sich in den Ausläufern der Allgäuer Alpen meist in Ost-West-Richtung auf einer Höhe von 1080 bis 1140 Metern und ist rund 20 km lang. Es verfügt über eine breite Talsohle. Gerahmt wird das Tal durch folgende Gebirgsgruppen und Berge:
- im Nordosten durch die schrofigen Klettergipfel Schartschrofen, Rote Flüh, Gimpel und Kellenspitze;
- im Süden durch die Kette der Vilsalpseeberge, unter anderem durch Krinnenspitze, Kugelhorn, Rauhhorn, Gaishorn, Ponten, Bschießer und Kühgundkopf;
- im Nordwesten durch den Einstein, den Aggenstein und das Brentenjoch.
Verkehr
Von Weißenbach ausgehend, durchzieht die Tannheimer Straße B 199 das gesamte Tal. Sie zweigt in Weißenbach am Lech von der Lechtalstraße ab und führt über den Gaichtpass und das Tannheimer Tal zum Oberjochpass, wo sie in die deutsche B 308 übergeht. Bei Grän zweigt von der B 199 die Gräner Landstraße ab, die nördlich durch ein enges Tal nach Pfronten führt.
An den öffentlichen Nahverkehr ist das Tal mit dem Postbus angeschlossen. Eine Verbindung fährt mehrmals täglich von Pfronten über Grän, Tannheim nach Nesselwängle und wieder retour. Der Vilsalpsee ist ebenfalls mit einer Verbindung ab Tannheim angeschlossen.[2]
Hydrologie
Die Entwässerung des Tals bis zur Talwasserscheide vor dem Haldensee wird über die Nesselwängler Ache, Warpsbach und Weißenbach insgesamt zum Lech gewährleistet. Das Wasser des Haldensees dagegen fließt zunächst westwärts in der Berger Ache in Richtung dem für das Tal namengebenden Ort Tannheim. Dort mündet diese in die aus einem engeren Tal vom Vilsalpsee im Süden kommende Vils. Die Vils verläuft in einem großen, nach Westen ausholenden Bogen um die Tannheimer Berge, zunächst in langsam schmaler werdendem Tal nach Westen und Nordwesten über Zöblen bis Schattwald, das am Ostfuß des Oberjochpasses liegt, der nach Bayern führt. Unterhalb des Vilsfalls wird die nun zunächst nordwärts laufende Fortsetzung des Tals zum eingekerbten oberen Vilstal, das über die bayerische Grenze wechselt, bei Pfronten sich zum Trogtal erweitert und auf Ostlauf über die Grenze zurück nach Tirol bei der Stadt Vils flussabwärts des Weißenbachs wieder ins Tal des Lechs mündet.
Gemeinden und Bevölkerung

Der Hauptort im Tannheimer Tal ist die namensgebende Gemeinde Tannheim, die weiteren Gemeinden sind Nesselwängle, Grän, Zöblen und Schattwald. Sie bilden zusammen den Tiroler Planungsverband Tannheimer Tal. Zu diesem gehört auch die Gemeinde Jungholz, eine funktionale Enklave in Bayern.[1] Die Bevölkerung in den einzelnen Gemeinden beträgt (Stand Dez. 2024):[3]
| Gemeinde | Einwohner |
|---|---|
| Grän | 612 |
| Jungholz | 311 |
| Nesselwängle | 478 |
| Schattwald | 464 |
| Tannheim | 1166 |
| Zöblen | 245 |
Die sechs Gemeinden des Planungsverbandes haben zusammen 3278 Einwohner (Stand 1. Jänner 2025)[4] und eine Fläche von 127,2 km², davon 16,7 % Dauersiedlungsraum. Die Bevölkerung ist seit 1961 leicht gestiegen mit einem Höhepunkt 2001, bei dem die Bevölkerung im Tal 3.098 Personen umfasste. Seitdem ist die Bevölkerung wieder leicht gefallen, zeigt aber seit 2021 wieder eine positive Tendenz.[3]
Seit 1971 fand im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwunges eine rege Bautätigkeit statt: Gab es 1971 im Tal 723 Gebäude, so waren dies 2024 1396, also nahezu doppelt so viele. Die meisten der Gebäude werden zu Wohnzwecken genutzt. 151 Gebäude sind Hotels und andere Beherberungsgebäude. 2024 gabt es im Tal 2153 Wohnungen. Die Anzahl der Wohnungen ist auch deshalb gestiegen, da die durchschnittliche Anzahl der Personen pro Haushalt gesunken ist und zwar von 3,8 Personen im Jahr 1961 auf 2,4 Personen pro Haushalt im Jahre 2022. Im gleichen Zeitraum ist die Anzahl der Ein-Personen-Haushalte von 74 im Jahr 1961 auf 403 im Jahr 2022 gestiegen.[3]
Klima
Die hauptsächlich niederschlagsbringenden Wetterfronten kommen von Nordwest und Nord an den Alpenrand, dadurch wirken die ersten Berge wie ein Regenfänger. Dadurch sind die Randgebiete nördlich des Inns, wie das Tannheimer Tal, deutlich niederschlagsreicher und kühler, sodass von einem sub-ozeanischen Klimatyp gesprochen werden kann. Die Monats- und Jahresdurchschnittstemperaturen ändern sich wie viele Klimafaktoren mit der Seehöhe. Stark ausgeprägte Sonnenschein- und damit Temperaturdifferenzen treten zwischen nord- und südexponierten Lagen auf, besonders in Täler die wie das Tannheimer Tal eine west-ost Orientierung aufweisen.[5]
Die Tannheimer Berge gehören zu den niederschlagsreichsten Gegenden in den österreichischen Randalpen, wobei die regenreichsten Monate diejenigen von Mai bis September sind. Die Niederschlagsmengen steigen mit der Meereshöhe noch an.[6] Im Januar sinken die Temperaturen auf durchschnittlich −6 Grad, während die Sommermonate von Juni bis September angenehme Temperaturen bieten, es wird selten sehr heiß. Die moderaten Temperaturen begründen sich darin, dass das Hochtal auf durchschnittlich 1100 Höhenmetern liegt. Die Monatsmittelwerte für Schattwald basieren auf einem Klimamodell, wobei Temperatur und Niederschlag den Zeitraum 1991 bis 2021 abdecken während die Sonnenstunden von 1999 bis 2019 gemittelt wurden.[7]
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Klimadaten im Ort Schattwald
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Ein Vergleich mit alten Daten ist für Schattwald aufgrund fehlender Daten nicht möglich. Die Auswertung von Klimadaten des nur 20 km entfernt liegenden Reutte, zeigt auf, dass der Klimawandel auch in der Region angekommen ist. So betrug die durchschnittlichen jährliche Niederschlagsmenge in Reutte von 1991–2020 1419 mm. Demgegenüber betrug 2024 diese 1736 mm. Die durchschnittliche Temperatur in Reutte zwischen 1991 und 2020 betrug 7,9 Grad, der Mittelwert im Jahr 2024 betrug jedoch 9,8 Grad.[8]
Geologie und Tektonik
Die Berge um das trogförmige Tannheimer Tal gehören vollständig zur tektonischen Großeinheit des Kalkalpins. Vorherrschend sind der ladinische Wettersteinkalk und der charakteristische Hauptfelsbildner der Gegend, der norische Hauptdolomit. Der Wettersteinkalk, der teils als reines, weißes, massiges Riffgestein, teils als gebankter Kalk auftritt, baut die steilen Felswände und die hohen Gipfel auf, wie z. B. Gimpel und Kellenspitze. Die im Norden und Nordosten gelegenen, etwa niedrigeren Gipfel des Vilser Kegels und des Plattjochs sind im Hauptdolomit entstanden. Beide Gesteinsarten zeichnen sich nicht nur als Gipfelbildner aus, sondern sind auch bedeutende Schuttbildner, wobei der Dolomit höhere Schuttmengen ergibt als die Kalkgesteine. Von relativ weiter Verbreitung sind außerdem die karnischen Raibler Schichten, die eine Schichtenfolge mit Schiefertonen, Sandsteinen, Mergeln, Rauhwacken, Dolomiten und Evaporiten aufwiesen und mit unterschiedlicher Mächtigkeit auf dem Kalk aufliegen. Raibler Schichten sind meist in Verebnungen oder Depressionen erhalten.[6]
Im Tal wurden typische mittlere Allgäu-Schichten mit Manganschiefer-Linsen nur nördlich von Nesselwängle im Waldsbach auf 1390 m Höhe und im Gröbenbach angetroffen. Im Waldsbach sind es mindestens 15 m dunkle Schiefer mit feinspätigen Kalklagen. Im Göbenbach bilden 80-100 m dunkle Mergelschiefer die Basis der oberen Jura-Schuppe. Die auffallend große Mächtigkeit ist hier wahrscheinlich durch Anschoppung vorgetäuscht.[9]
Das Visalptal ist ein großes trogförmiges Seitental des Tannheimer Tals, welches von Süden eben in dieses einmündet. Sowohl südlich des Ortsteils Schmieden als auch im Bereich zwischen dem auf 1165 m gelegenen Vilsalpsee und dem Bärgacht genannten Talschluss ist es mit Bergsturzmassen aufgefüllt. Der Abschnitt dazwischen ist von Murschuttfächern und Hangschutt dominiert, wobei der vom Gappenfeldbach aufgebaute Kegel den Vislalpsee aufstaut. Hingegen ist das Strindental weiter östlich ein kerbförmiges Hängetal, das bei Haldensee auf 1130 m in das Tannheimer Tal mündet. Der Strindenbach fließt im nördlichsten Abschnitt durch eine Klamm. Die Schwemmkegel am Ausgang der Klamm haben den Haldensee auf 1124 m an dessen Westseite aufgestaut. Das Birkental, ein westlich verlaufendes Seitental des Tannheimer Tals, mündet bei Gaicht auf 1117 m in dieses. Der Talschluss des Birkentals ist ein großer, flacher mit Moränenwällen bedeckter Karboden, der von Lachenspitze im Westen und den Krottenköpfen im Süden umschlossen wird. Das Tal ist im Westabschnitt in Gesteine der Raibl-Gruppe und des Hauptdolomits der Lechtaler Decke eingetieft. Die umgebenden Gipfel sind schroff und von Hangschutt umgeben.[10]
Naturschutzgebiet Vilsalpsee und deren Vegetation

Im Tannheimer Tal liegt das Naturschutzgebiet Vilsalpsee. Es liegt südlich des Ortes Tannheim mit einer direkten Grenze zu Deutschland und umfasst eine Fläche von 18,3 km². Es liegt auf einer Höhe zwischen 1165 und 1770 m. Das Gebiet ist seit 2002 Naturschutzgebiet und seit 2003 Natura 2000 Gebiet.[11] Das Naturschutzgebiet umfasst mehrere Seen auf verschiedenen Höhenstufen: den Vilsalpsee auf 1168 m, den Traualpsee auf 1630 m, die Lache auf 1770 m und den Alplsee auf 1600 m. Entwässert wird das Gebiet über die Vils. Das Schutzgebiet ist von alpinen Gelände umgeben, das aus zahlreichen schroffen Gipfeln besteht.
Der Vilsaplsee ist umsäumt von 2000–2200 m hohen Gipfel: im Westen liegt das Gaishorn-Rauhhorn, im Süden das Kugelhorn und die Rote Spitze (2130 m), im Osten die Lachen-, Schochen- und Sulzspitze mit der Blässe. Die unteren, den See umgrenzen Hänge sind bewaldet. Um den Vilsalpsee erstreckt sich ein Talboden, der als Almweide genutzt wird. Gespeist wird der See durch zahlreiche kleine Bäche und Quellen. Die beiden größten Zuflüsse münden bei der Vilsalpe an der südwestlichen Seite des Sees und bei der Unteren Traualpe in der Mitte des Südwestufers in den See. Letzterer Zufluss hat einen Schwemmkegel von ca. 9 ha gebildet. Die größte Tiefe des Vilsalpsees beträgt rund 27 m, die Seefläche umfasst etwa 700 ha.[12]
Zwischen Vilsalpsee und Traualpsee erstreckt sich steiles Felsengelände, das mit Fichtenwald und in den höheren Lagen mit Latschen (Pinus mugo), Grün-Erlen (Alnus alnobetula), Birken (Betula) und Zwergsträuchern bewachsen ist. Südlich des Vilsalpsees ist das Gelände stufenförmig gegliedert; flache Kare wechseln sich mit steilen Schwellen ab. In der Karschwelle über dem Traualpsee und im Gappenfelder Notländ stehen Zirben (Pinus cembra), sie bilden das nördlichste Vorkommen in den Kalkalpen. Den Talschluss der Vilsalpe bilden steile Kalkwände, Fichten-Block-Urwald und ein Wasserfall.[11]
Der zweitgrößte See ist der Traualpsee, dieser liegt deutlich über dem Vilsaplsee auf 1650 m Höhe. Er wurde zur Stromgewinnung um einige Meter aufgestaut. Auch der Traualpsee wird von Gipfel gesäumt, dem Geierköpfle (1672 m) im Westen, der Lachenspitze im Süden und der Schochenspitze im Osten. Die umgebenden, sanfteren Hänge werden häufig als Almen genutzt, nur das Süd- und Südostufer ist steil und felsig.[12] Zwischen den nach Norden steil abfallenden Kalkfelsen erstrecken sich flachere Hänge mit blumenreichen Matten. Die Rasengesellschaften über der Waldgrenze enthalten viele geschützte Arten.[11]
Am Südende des Sees ist ein 150 m hoher Felsriegel, der den kleinen See Lache (auch Oberer Traualpsee) aufgestaut. Dieser liegt auf etwa 1770 m Höhe direkt am Fuß der Wände der Lachenspitze. Auf dem Felsriegel liegt die Landsberger Hütte. Auf dem Felsriegel gibt es einen Restbestand aus Arve, Fichte, Vogelbeere und vereinzelt Birke und das Unterholz wird von Latsche und Behaartem und Rostblättriger Alpenrose gebildet. Sowohl der Traualpsee als auch die Lache sind echte Karseen.[13]
Obwohl die Seen in einem Naturschutzgebiet liegen, ist eine Eutrophierung in unterschiedlichen Ausmaß durch Zeigerpflanzen in den Seen nachweisbar. Diese kommt einerseits durch die Beeinträchtigung aus der Weidewirtschaft, aber auch eine saisonal starke Belastung durch Schutzhütten und Gasthäusern ist nachweisbar, deren Entsorgung und Abwasserbeseitigung nur selten befriedigend gelöst ist. Besonders kleinere Seen mit geringerem Wasservolumen, kleinerer Tiefe und wenig Wasserdurchsatz sind besonders gefährdet. Betrachtet man die Verteilung und Häufigkeit von Wasserpflanzen in den drei Seen, so kann man eine Gruppierung und Häufung von meso-eutrophen Arten einerseits und oligo-mesotrophen Arten andrerseits erkennen, die deutlich mit den Einflüssen der umgebenden Seehänge, Uferpartien und Zuläufe zusammenhängen. Besonders auffällig ist der Einfluss der Alpweide am Steilhand des Südwestufers des Vilsalpsees, der eutrophierende Effekt wird noch die Bacheinmündung aus dem Gebiet der Vilsalpe verstärkt. Es lassen sich deutlich die Bereiche abgrenzen, in denen der Nährstoffeintrag, wie bei der Vilsalpe, erhöht ist. Der Traualpsee mit viel geringerer Wassermenge ist von Almflächen umgeben, deren Nährstoffeintrag ist in der Pflanzengemeinschaft im See nachweisbar. In der sehr kleinen Lache zeigen die Zeigerpflanzen und der Planktonreichtum den eutrophen Zustand des kleinen und wenig belastbaren Sees an. So unberührt und sauber viele Gebirgsseen erscheinen, können sie durchaus schon stark belastet sein, sowohl von Almwirtschaft als auch durch Schutzhütten.[14]
Vogelbrut
Im Tannheimer Tal gibt es einige bemerkenswerte Brutnachweise von Vögeln. Über mehrere Jahre hinweg konnte nachgewiesen werden, dass der Haubentaucher (Podiceps cristatus) am Haldensee erfolgreich gebrütet hat und zwar 1998, 1999, 2000 und 2001.[15] Obwohl im Jahre 1995 ein Brutnachweis des Haubentauchers auch am Vilsalpsee nachgewiesen werden konnte,[16] war dies 2001 nicht mehr der Fall. Am Haldensee konnte 1998 auch die Brut eines Höckerschwans (Cygnus olor) festgestellt werden, allerdings scheint dies ein ausnahmsweises Vorkommen dieser Art in dieser Höhenlage gewesen zu sein. 1998 und 2001 brütete die Reiherente (Aythya fuligula), es ist aber noch nicht erwiesen, dass diese die Seen in dieser Höhenlage dauerhaft besiedeln wird. In mehreren Jahren (1998 und 2001) konnte die Brut vom mehreren Paaren des Bläßhuhns (Fulica atra) am Haldensee und am Vilsalpsee beobachtet werden. Es konnten mehrere Braunkelchen (Saxicola ruberta) auf Wiesen bei Berg beobachtet werden. Erfolgreiche Bruten dürften bei diesem isolierten Vorkommen aufgrund einer frühen Mahd und der Anwesenheit von Katzen und Rabenkräher aber eher die Ausnahme sein.[15]
Geschichte
Bereits die Römer sind zumindest vorübergehend im Tal gewesen, dies bezeugt der Fund einer römischen Münze 1972 in der Nähe der Pfarrkirche. Vermutlich diente das Tal auch als Jagdgebiet, der Fund eines Skeletts und einer bronzenen Lanzenspitze deuten darauf hin.[17] Eine dauerhafte Besiedelung erfolgte vermutlich ab dem 13. Jahrhundert, wobei die Siedler aus dem Ostrachtal kamen. Bereits 1342 wird ein Dorf „Tanhain“ urkundlich erwähnt. 1377 wurde Tannheim eine eigene Pfarrei, bis dahin gehörte Tannheim zur Pfarrei St. Michael in Sonthofen (Allgäu), da eine wesentliche Besiedlungswelle des Tals über das Oberjoch aus Richtung Bayern erfolgte. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war das Tal sowohl im Verkehr als auch im Handel nach Bayern ausgerichtet.[17] 1416 wurde das Dorf wieder erwähnt, als Herzog Friedrich IV. von Tirol den Bewohnern des Tals ihre Recht in einem Freiheitsbrief bestätigte. 1822 wurde das Tannheimer Tal noch in das äußere, mittlere und innere Tal geteilt, 1835 wurden die einzelnen Gemeinden selbständig.[18] Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert wurde auf der Salzstraße, von der ein Abschnitt durch das Tal führt, Salz von Hall in Tirol über den Jochpass in den Bodenseeraum transportiert.[19] Um 1780 verlor die Salzstraße im Zuge des Ausbaus der Arlbergstraße an Bedeutung, 1823 wurde der Salztransport eingestellt.
Am 17. September 1796 wurden im Tannheimer Tal französische Truppen besiegt. Seither wird dieser Tag jährlich mit Festgottesdienst, Prozession und einem anschließenden Fest gefeiert. 1894 wurde das Tal per Telegraph mit Reutte verbunden. 1899 wurde die Straße zwischen Vilsrain und der Landesgrenze ausgebaut, 1900 wurde die neue Jochstraße in Betrieb genommen.[17] 1907 wurde die Ortsstelle Nesselwängle als eine der ersten Ortsstellen der Bergrettung in Österreich gegründet.[19] Im Ersten Weltkrieg mussten aus dem gesamten Tannheimer Tal 486 Mann einrücken, von denen 118 nicht mehr aus dem Krieg zurückkehrten. Zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich erste Ansätze für einen Fremdenverkehr, der dem Tal neue wirtschaftliche Impulse verschaffte. Durch die Tausend-Mark-Sperre, einer wirtschaftlichen Sanktion des Deutschen Reichs gegen Österreich, kam der Fremdenverkehr 1933 fast völlig zum Erliegen.
Im Zweiten Weltkrieg blieb das Tal relativ unbehelligt. Erst am 29. April 1945 geriet die Gemeinde Grän unter Feuer und amerikanische Truppen schossen Grän in Brand.[19] Am 6. Mai rückten französische Kampftruppen von Hindelang kommend im Tannheimer Tal ein und lösten die Amerikaner ab. Sie wurden 1947 nach zweijähriger Besatzung abgezogen.
1948 wird der erste Schilift in Betrieb genommen, der in Jungholz lag,[20] dieser wurde 2023 wegen zunehmenden Schneemangels eingestellt.[21] 1971 wurde der Wannenjoch-Schlepplift errichtet und 1975 der Stuibenlift. Ab 1970 entwickelt sich der Tourismus zum wesentlichen Wirtschaftszweig im Tal. Im Jahr 1990 entwurzelte der Orkan Wiebke einen erhebliche Anteile des Waldes und deckte etliche Häuser ab. 1993/94 gab es im Tal eine Borkenkäferplage, die zusätzlich Wald vernichtete.[17]
Wirtschaft
Traditionell war die Land- und Forstwirtschaft die wichtigste Einnahmequelle der Talbevölkerung, wobei die Region schon frühzeitig Gewerbe und Industrie aufzuweisen hatte. Die Anzahl der Personen, die im Haupterwerb Landwirtschaft betrieben, ist vor allem zwischen 1971 und 1981 massiv gesunken und zwar von 305 auf 79 Personen. 2024 hat die Landwirtschaft praktisch keine Bedeutung mehr für die Wirtschaft des Tales, sondern eher landschaftspflegerischen und heimatbezogenen Charakter. Dagegen sind die Möglichkeiten in Industrie und Handwerk im gleichen Zeitraum nur leicht gesunken. Der wesentliche Haupterwerbszweig im Tal sind Dienstleistungen, wobei Beherbergung und Gaststätten den größten Teil erwirtschaften. Damit ist der Tourismus zum wesentlichen Erwerbszweig im Tal geworden.[3] Die Entwicklung nach Wirtschaftssektoren veranschaulicht das eingefügte Diagramm. Insgesamt sind die Erwerbsmöglichkeiten im Tal gestiegen.
Eine große Zahl der Beschäftigten sind Pendler, wobei die Einpendler (diejenigen, die außerhalb des Tals wohnen, aber im Tal arbeiten) niedriger ist als die Zahl der Auspendler (diejenigen Personen, die innerhalb des Tals wohnen, aber außerhalb des Tal arbeiten). 2022 betrug die Anzahl der Einpendler 566 Personen, während die Zahl der Auspendler 810 Personen ausmachte.[3]
Land- und Forstwirtschaft
Um 1960 war die Land- und Forstwirtschaft noch der dominierende Wirtschaftszweig im Tal, aber bereits 1970 boten Dienstleistungen mehr Erwerbsmöglichkeiten. Die Anzahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe ist kontinuierlich gesunken und zwar von 356 Betrieben im Jahre 1960 auf 170 Betriebe im Jahr 2020. Die Anzahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Personen ist noch stärker gesunken, da ein Großteil der bäuerlichen Betriebe nur noch im Nebenerwerb geführt werden. Im Jahr 2020 wurden 27 Betriebe im Haupterwerb geführt, wohingegen 83 Betriebe im Nebenerwerb geführt wurden. Dazu kamen 9 Betriebe, die als Personengemeinschaft geführt wurden und 51 Betriebe, die als juristische Organisation eingetragen sind. Da das Tannheimer Tal ein Hochtal ist, ist die Landwirtschaft erschwert. So werden 93 Betriebe verschiedenen Erschwernispunktgruppen zugeordnet, davon 5 der höchsten Gruppe.[3]
Tourismus
Tourismus ist der größte Wirtschaftssektor im Tal und bietet die meisten Arbeitsplätze. Der Tourismus im Tannheimer Tal hat sich im Vergleich zu anderen Regionen in Tirol eher spät entwickelt und konnte erst um etwa 1990 aufholen. Die Nächtigungen ab 1981 zeigt das beigefügte Diagramm. Im Tannheimer Tal ist der Sommertourismus stärker ausgeprägt als der Wintertourismus, da vor allem die vielen Wander-, Kletter- und Fahrradmöglichkeiten im Tal Touristen anziehen. Der Einbruch der Nächtigungen im Jahr 2021 war durch die komplette Schließung aller Betriebe während der Corona-Pandemie bedingt. Sie traf den Wintertourismus stärker als den Sommertourismus.[3]
Der Großteil der Unterkünfte im Tannheimer Tal sind private Ferienwohnungen, nämlich 226 von insgesamt 368 (im Winter), bzw. 369 (im Sommer) Betrieben. Der Anteil der Hotels mit 5 und 4 Sternen ist mit 19 Betrieben (Stand 2024) relativ gering. 21 Hotels (im Winter), bzw. 19 Hotels (im Sommer) verfügen über 3 Sterne. Allerdings beherbergen die Hotels deutlich mehr Gäste als die Ferienwohnungen. Die Auslastung der Betriebe ist im Sommer (61,2 % im Jahr 2024) deutlich höher als im Winter (43,3 % im Jahre 2024).[3]
Im Sommer übernachten viele Wanderer in den Schutzhütten der umliegenden Berge, diese sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Die wesentlichen Schutzhütten rund um das Tannheimer Tal sind: das Gimpelhaus, die Füssener Hütte, die Tannheimer Hütte, die Otto-Mayr-Hütte, die Landsberger Hütte, die Hütte auf der Schneetalalm, Bad Kissinger Hütte und Hubertushütte.[22] In diesen sind vereinzelt auch Zimmer zu mieten, die meisten Hütten bieten die Übernachtung im Matratzenlager an.
Energieerzeugung
Das Elektrizitätswerk in Schattwald betreibt zwei Wasserkraftwerke, die erheblich zur Stromerzeugung im Tal beitragen:
- Das Kraftwerk Traualpsee nutzt den Abfluss des Stausees Traualpsees als Wasserquelle. Es ist ein Jahresspeicherkraftwerk, das vor allem im Winter Strom produziert. Das Einzugsgebiet des Kraftwerks erstreckt sich über 2,5 km2, der See hat ein Speichervermögen von 1,7 Mio. m3. Das Kraftwerk wurde bereits 1963 im Betrieb genommen, 2014 wurden die technischen Einrichtungen modernisiert.[23]
- Das Kraftwerk am Vilsfall nutzt das natürliche Gefälle der Vils. Da die Vils ganzjährig Wasser führt, produziert das Kraftwerk über das ganze Jahr hin Strom. Der Einzugsbereich für das benötigte Wasser erstreckt sich über 86 km2 und hat ein Tagesspeichervolumen von 40.000 m3. Das natürlich Gefälle beträgt 55 m, wobei eine Ausbauwassermenge von 6,2 m3/s erreicht wird.[23]
Um die Energieversorgung weiter zu sichern, sollten auf den Höhenzügen im Bereich der Gemeinden Schattwald und Zöblen Windenergieanlagen aufgestellt werden. Der Wind würde ausreichen, die Infrastruktur zur Ableitung und Speicherung der Energie aber nicht, da das Tannheimer Tal nicht an die Starkstromleitungen im Lechtal angebunden ist, sondern mit schwachen Leitungen aus dem deutsche Netz versorgt wird. Weil in den Höhenzügen Greifvögel heimisch sind, bestanden darüber hinaus auch Naturschutzbedenken. Daher wurde das Projekt im März 2024 eingestellt.[24]
Alpinismus und Bergsport
Das Tannheimer Tal ist sowohl im Sommer als auch im Winter für Bergsport interessant. Im Sommer gibt es zahlreiche Möglichkeiten fürs Wandern, Klettern, Radfahren und das Begehen von Klettersteigen. Es gibt auch einige Schigebiete, diese sind aber durch den Klimawandel gefährdet, da sich die Schneesaison in den Alpen generell um bis zu 34 Tage verkürzt hat.[25]
Wandern

Die Pfade rund um das Tannheimer Tal haben eine lange Tradition, sie waren früher beliebte Schmugglerpfade zwischen Bayern und Tirol für Waren aller Art. Es gibt noch heute den 4,3 km langen Schmugglersteig, der die alten Pfade vom Wannjoch in Tirol zum Iseler in Bayern nutzt. Es gab aber auch religiöse Motive: der Jakobsweg führt ebenfalls durch das Tannheimer Tal. Es gibt auch zeitgemäße Veranstaltungen, wie den Seen-Lauf oder die Drei-Hütten-Tour für Biker, Läufer und Walker.[26]
Es gibt sowohl familienfreundliche, einfache als auch sehr anspruchsvolle Wanderungen.[26] Beliebt ist der Rundwanderweg Tannheimer Tal Weg Nr. 1 mit einer mittleren Schwierigkeit und einer beachtlichen Länge von 43,24 km. Es sind rund 680 Höhenmeter zu bewältigen.[27] Eine schwere Wanderung ist der Gräner Höhenweg, eine Rundwanderung im Naturschutzgebiet Aggenstein rund um den Seichenkopf mit einer Strecke von 12,8 km und rund 1000 Höhenmetern.[28] Beliebt ist auch die Drei-Seen-Tour in das Naturschutzgebiet Vilsalpsee, eine Tour mit mittlerer Schwierigkeit, da der Aufstieg mit der Gondelbahn auf das Neunerköpfle verkürzt wird. Die Strecke beträgt knapp 15 km und führt am Traualpsee und am Vilsalpsee vorbei.[29]
Klettersteige

In den Höhenzügen über dem Tal gibt es einige beliebte Klettersteige. Beliebt und häufig begangen ist der Friedberger Klettersteig, der von der Füssener Jöchle-Bahn über Grate auf die Rote Flüh führt. Dieser ist von eher moderater Schwierigkeit, aber mit gutem Fernblick.[30] Der Klettersteig Köllenspitze weist einen langen Zustieg auf, bietet dafür aber schöne Ausblicke auf Füssen und dessen Seen und Schlösser. Die Schwierigkeiten sind sehr hoch (D/E), die gesamte Tour alpin; es werden bis zu 7 Stunden Dauer angegeben.[31] Der Klettersteig an der Nordwand der Lachenspitze (2130 m) ist von mittlerer Schwierigkeit, aber landschaftlich schön an den drei Seen gelegen.[32]
Alpines Klettern
In den Tannheimer Bergen und insbesondere in den großen Wänden von Roter Flüh, Gimpel, Hochwiesler und Zwerchwand gibt es Dutzende von alpinen Klettertouren angefangen von moderaten Schwierigkeiten bis zu extremen Routen in den oberen Schwierigkeitsgraden. Insgesamt bietet dieses Gebiet auf engsten Raum das umfangreichste Klettergebiet der gesamten Allgäuer Alpen.[33.1] Der gute Fels, die inzwischen in den meisten Routen passable bis gute Absicherung und die sehr große Auswahl an Touren führen dazu, dass das Klettergebiet beliebt und gut besucht ist. Weniger besucht sind die Wände des Sebenkopfs, des Seichkopfs, der Gehrenspitze oder die nordseitigen Routen an der Kellenspitze sowie der Aggenstein.[33.2]
Besonders an der Südwand der Roten Flüh gibt es sowohl klassische Touren als auch neue Sportkletterrouten. Eine der klassischen Routen ist die „Südverschneidung“ (UIAA 6-, 250 m), erstbegangen von A. Kleemeier und L. Schuster am 16. Mai 1854.[34] In der gleichen Wand gehört die „Via Barbara“ (UIAA 8+, 350 m), erstbegangen von T. Schweißgut und M. Lutz, zu den neuen Klassikern.[33.3] Der Hochwiesler, dessen Südwand an die Südwand der Roten Flüh anschließt, weist ebenfalls Dutzende von Kletterrouten auf, die Wand zeichnet sich durch besonders steile Routen aus, hier ist auch die schwierigste Tour zu finden: „Halteverbot“ (UIAA 10, 120 m),[33.4] aber auch sehr beliebte Touren in unteren Schwierigkeitsgraden wie die „Via Anita“ (UIAA 5, 180 m).[33.5] Auch den Gimpel durchzieht ein Raster von Routen: während die eher düstere Nordwand ernste, schlecht abgesicherte Touren enthält, gibt es in der Südwand Dutzende gut abgesicherte Touren in gutem Fels. Dazu gehören Klassiker wie der „Westgrat“ (UIAA 6 oder 4-, A0; 230 m) mit der berühmten „Nur Mut, Johann“-Stelle. Eine besonders beliebte Tour ist die Neue Südostkante (UIAA 6, 300 m), erstbegangen von T. Freudig und K. Straub 1996.[33.6] Auch der Gimpel-Südostvorbau und die Zwerchwand bieten noch viele interessante Touren.[33.7]
Sportklettern
Im Tal gibt es auch eine Klettergärten mit kurzen Routen, meist Ein-Seil-Längen-Routen und wenige mit zwei oder drei Seillängen. So gibt es am Wandfuß des Gimpel-Nordostpfeilers den Klettergarten „Die verbotene Stadt“ mit rund 40 Routen,[33.8] Baseclimbs an der Hochwiesler Südwand mit rund 10 Routen,[33.9] der Klettergarten „Thomaswändle“ am Hochwiesler Ostsporn mit ebenfalls rund 10 Routen,[33.10] und die Klettergärten Nesselwängler Scharte wie dem „Hinkelstein“ mit 8 Routen, die „Gedenktafel“ mit 6 Routen und die „Läuferspitze“ mit knapp 40 Routen.[33.11]
Schilanglauf
Die breite Talsohle des Tannheimer Tals eignet sich gut für den Langlauf. Es gibt Langlaufloipen mit insgesamt 140 Loipenkilometern für den klassischen Langlauf wie auch Skating, sowohl einfache wie sportlichere. Besonders beliebt sind der Ski Trail Allgäu Tirol, der das Tannheimer Tal mit Unterjoch und Oberjoch verbindet und durch das Hochmoor führt. Die zweite beliebte Langlaufpiste führt in das Naturschutzgebiet Vilsalpsee.[35]
Schigebiete
Die vier Schigebiete Schattwald/Zöblen, Neunerköpfle in Tannheim, Füssener Jöchle in Grän und Nesselwängle bilden zusammen den Verbund Schi Tannheimer Tal. Diese haben zusammen insgesamt 21 Anlagen und rund 50 km präparierte Pisten.[36] Durch den Klimawandel sind insbesondere relativ tiefliegende Schigebiete wie im Tannheimer Tal nicht mehr kontinuierlich mit Schnee versorgt, so fiel im Winter 2022/2023 nicht genügend Schnee. Daher wurden Projekte gestartet, um nachhaltigen Tourismus zu fördern und die Region vom Schitourismus unabhängiger zu machen.[37]
Die Enklave Jungholz verfügt über ein eigenes, kleines Schigebiet. Da die Winter in dieser Höhenlage bereits zu warm sind und der Schnee ausbleibt, gab es nicht mehr genügend Schneetage. Durch den eingeschränkten Betrieb konnten auch nicht mehr genug Umsätze erzielt werden. Daher wollte Jungholz das stillgelegte Schigebiet verkaufen.[21] Eine Übernahme durch einen Investor scheiterte aber letztendlich, das Schigebiet wird aufgelöst.[38]
Veranstaltungen
Das Tal bietet verschiedene Veranstaltungen im Winter wie das Internationale Ballonfestival Tannheimer Tal oder den Ski-Trail Tannheimer Tal–Bad Hindelang. Folgende Veranstaltungen finden jedes Jahr im Sommer statt: Seen-Lauf, Rad-Marathon, 24-Stunden-Wanderung, NaturFilmTage, Herz Jesu Feuer, Almabtriebe.
Sehenswürdigkeiten
Das Heimatmuseum Tannheimer Tal ist im Ortsteil Kienzen des Ortes Tannheim in einem alten, typisch alemannischen Mittelflurhaus untergebracht. Es zeigt das eher karge und harte Leben im Tal in früheren Zeiten. Es wird ein typisches Bauernhaus gezeigt, aber auch Gerätschaften für frühere Handwerksberufe wie Molkerei und Käserei oder eine Weberei.[39] Ebenfalls in einem 1813 erbauten, denkmalgeschützten Bauernhaus ist das Felixe Mina's Haus untergebracht, das Museum, Kunst und Kultur vereint und als Veranstaltungsraum dient.[40]
Bildergalerie
Weblinks
Commons: Tannheimer Tal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Tannheimer Tal – Reiseführer
- Land Tirol: Planungsverband 01 – Tannheimertal
- Bildersammlung »Tannheimer Tal« im Tirol Atlas des Instituts für Geographie an der Universität Innsbruck.
- Tourismusverband Tannheimer Tal

