Neue Königstraße
ehemalige Straße in Berlin
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Die Neue Königstraße war eine Hauptstraße in Berlin-Mitte und Berlin-Friedrichshain. In den 1960er Jahren wurde sie komplett neu bebaut und in ihrem Verlauf etwas verschoben. Zwischen 1966 und 1994 hieß sie Hans-Beimler-Straße, seit 1995 Otto-Braun-Straße. Ein südlicher Abschnitt wurde abgetrennt und 2011 in Bernhard-Weiß-Straße benannt. Es sind keine historischen Bauwerke erhalten.

Verlauf und verwaltungsmäßige Zugehörigkeit
Die Neue Königstraße verlief etwa von der östlichen Seite des heutigen Convio-Towers am Alexanderplatz in nördlicher Richtung auf der westlichen Seite der jetzigen Bernhard-Weiß-Straße und Otto-Braun-Straße. Sie war die Verlängerung der Königstraße (jetzt Rathausstraße) der Berliner Innenstadt ab dem Alexanderplatz in Richtung Norden. Ihre Trasse verlief von der Alexanderstraße und der Landsberger Straße, entlang an der Alten Schützenstraße (westlich), der Wadzeckstraße (westlich), der Linienstraße (westlich), der Gollnowstraße (östlich), der Meyerbeerstraße (westlich), der Barnimstraße (östlich), der kleinen Straße An der St. Bartholomäuskirche (östlich) bis zur Friedenstraße am Königstor. Sie gehörte zur Königsstadt, der nördliche Teil gehörte ab 1920 zum Stadtbezirk Berlin-Friedrichshain, der südliche zu Berlin-Mitte.
Geschichte

Der Verkehrsweg war der südliche Teil der wichtigen Fernhandelsstraße von Berlin nach Norden bis in den Ostseeraum, die spätestens seit dem 12. Jahrhundert bestand. An ihrer östlichen Seite dicht hinter dem Georgentor (Königstor) lag seit dem 13. Jahrhundert das Georgenhospital für Reisende und Kranke. Die Straße trug nacheinander verschiedene Namen: Renneweg/Rönneweg, dann Bernauische Straße, dann Bernauer Straße.[1]
Im Jahr 1705 wurde eine Palisadenbefestigung um die nordöstlichen Vorstädte von Berlin errichtet, mit dem Bernauertor (etwa an der jetzigen Friedenstraße) als einer Kontrollstation. Westlich der Bernauer Straße lagen in dieser Zeit mehrere Schieß- und Exerzierplätze des preußischen Militärs.
Ab etwa 1740 wurde die Straße durchgehend mit Wohnhäusern bebaut.[2] 1810 wurde sie in Neue Königstraße umbenannt, nachdem König Friedrich Wilhelm nach dem Frieden von Tilsit hier auf diesem Weg nach Berlin zurückgekehrt war.[3] In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sie sich zu einer wichtigen Geschäftsstraße. Ab 1877 fuhren dort Pferdebahnen vom Alexanderplatz nach Weißensee.

In den Jahren 1943 bis 1945 wurden alle Gebäude durch Kriegseinwirkungen beschädigt oder zerstört. In den folgenden Jahren wurden die meisten abgetragen, das Minolhaus blieb aber zunächst erhalten und war ein markanter Orientierungspunkt nahe des Alexanderplatzes. Ab etwa 1965 wurde mit der planmäßigen Neubebauung der Straße begonnen und alle verbliebenen Wohnhäuser abgerissen. Sie wurde in ihrem südlichen Verlauf etwas nach Osten verschwenkt und verbreitert. 1966 wurde sie in Hans-Beimler-Straße umbenannt, 1968 wurde auch das Minolhaus abgerissen.
Gebäude (Auswahl)
Die Neue Königstraße war dicht mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut.[4] Die Nummerierung verlief von der Linienstraße auf der westlichen Straßenseite bis zur Alexanderstraße und auf der anderen Seite wieder zurück, in Hufeisenform.
- Nr. 21 Ordonnanzhaus, bis nach 1911
- Nr. 27–37 Verwaltungsgebäude der Karstadt AG, seit 1930, damals größtes Verwaltungsgebäude Berlins, ab 1934 zum Reichsfinanzministerium, mit Büros vieler Unternehmen, der westliche Teil an der Keibelstraße ist erhalten
- Nr. 44/45 Grand Hôtel Alexanderplatz, 1885–1922/1944, Vorderseite am Alexanderplatz
- Nr. 46 Haus mit den 99 Schafsköpfen, Vorderseite an der Alexanderstraße und der Landsberger Straße, 1930 abgerissen für U-Bahn-Bau
- Nr. 47/49 Kaufhaus Hahn, Vorderseite Landsberger Straße 60–63, 1930 abgerissen für U-Bahn-Bau, danach Grünfläche
- Nr. 50 Apotheke zum Schwarzen Adler, Theodor Fontane arbeitete 1845 dort, mindestens bis 1911
- Nr. 52/54 Minolhaus, um 1930–1968
- Nr. 95 Platz vor der Bartholomäuskirche
Literatur
- Horst Fritsche: Die Namen der aktuellen und historischen Straßen und Plätze in Berlin-Mitte. Edition Luisenstadr, Berlin 2002. S. 51
Weblinks
- Neue Königstraße Berlin Mitte Archiv, mit historischen Fotos
- Suche nach Neue Königstraße. In: Deutsche Digitale Bibliothek