Niederorke

Ortsteil von Vöhl From Wikipedia, the free encyclopedia

Niederorke ist ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Vöhl im Landkreis Waldeck-Frankenberg, der direkt an der Orke, unmittelbar unterhalb deren Austretens aus der Örkschen Schweiz (Waldeckischen Schweiz) liegt.

Schnelle Fakten Gemeinde Vöhl ...
Niederorke
Gemeinde Vöhl
Koordinaten: 51° 8′ N,  51′ O
Höhe: 265 m ü. NHN
Fläche: 3,11 km²[1]
Einwohner: 113 (2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Hessenstein
Postleitzahl: 34516
Vorwahl: 06454
Karte
Lage von Niederorke in Vöhl
Die Ortschaft Niederorke, Ansicht aus Süden
Die Ortschaft Niederorke, Ansicht aus Süden
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Ansicht des Dorfes von einer Anhöhe

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste erhaltene Erwähnung findet sich aus dem Jahr 1383 unter dem Namen Orkin im Klosterarchiv des Klosters Haina. Ein Niederorke (Niederorken) wurde erst 1587 erwähnt.[2] Durch das Orketal verlief ein alter Handelsweg (Frankfurt – Hamburg). In Niederorke befand sich eine Zollstation, die die Landgrafschaft Hessen-Kassel von Landgrafschaft Hessen-Darmstadt trennte. Die Landgrafschaft Hessen Darmstadt, zu der Niederorke gehörte, wurde 1806 von Napoleon zum „Großherzogtum Hessen“ erhoben. Innerhalb dessen gehörte der Ort zur Provinz Oberhessen. Nach Auflösung der Ämter im Großherzogtum 1821 gehörte das Dorf zum Landratsbezirk Vöhl und zum Bezirk des Landgerichts Vöhl. Der Ort gehörte zu den Landesteilen, die das Großherzogtum nach dem verlorenen Krieg von 1866 mit dem Friedensvertrag vom 3. September 1866 an Preußen abtreten musste. Dort wurde es dem Landkreis Frankenberg und dem Amtsgericht Vöhl zugeordnet.[2]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Am 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Niederorke, Buchenberg, Ederbringhausen, Harbshausen, Kirchlotheim, Oberorke und Schmittlotheim freiwillig zur neuen Gemeinde Hessenstein.[3][4] Am 1. Januar 1974 wurde wiederum die Gemeinde Hessenstein kraft Landesgesetz mit Ittertal (bestehend aus den ehemaligen Gemeinden Dorfitter, Herzhausen und Thalitter), Marienhagen, Obernburg und Vöhl zur neuen Großgemeinde Vöhl zusammengeschlossen.[5][4] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Vöhl wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[6]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Niederorke angehört(e):[2][7][8]

Bevölkerung

Niederorke liegt an der Sprachgrenze zwischen Franken und Sachsen. Das macht sich in der plattdeutschen Sprache der Niederorker bemerkbar. In Oberorke, nur einen Kilometer entfernt, wird ein ganz anderer Dialekt gesprochen.

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Niederorke 114 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 18 Einwohner unter 18 Jahren, 36 waren zwischen 18 und 49, 36 zwischen 50 und 84 und 24 Einwohner waren älter.[14] Die Einwohner lebten in 51 Haushalten. Davon waren 12 Singlehaushalte, 18 Paare ohne Kinder und 15 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 9 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 30 Haushaltungen leben keine Senioren.[14]

Einwohnerentwicklung  Quelle: Historisches Ortslexikon[2]

  • 1585: 28 Hausgesesse
  • 1629: 16 Haushaltungen
  • 1742: 10 Haushaltungen
  • 1791: 121 Einwohner[15]
  • 1800: 126 Einwohner[16]
  • 1806: 113 Einwohner, 17 Häuser[12]
  • 1829: 161 Einwohner, 17 Häuser[17]
Niederorke: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2014
Jahr  Einwohner
1791
 
121
1800
 
126
1806
 
113
1829
 
161
1834
 
136
1840
 
144
1846
 
145
1852
 
151
1858
 
138
1864
 
126
1871
 
118
1875
 
119
1885
 
130
1895
 
114
1905
 
100
1910
 
107
1925
 
111
1939
 
103
1946
 
189
1950
 
170
1956
 
124
1961
 
107
1967
 
91
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
114
2014
 
113
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: Gemeinde Vöhl[1]; Zensus 2011[14]

Historische Religionszugehörigkeit

Im Jahr 1885 gehörten alle 130 Einwohnern der evangelischen Konfession an. 1961 wurden 100 evangelische (93,5 %) und sieben katholische (6,6 %) Christen gezählt.[2]

Persönlichkeiten

  • Daniel Prinz (1770–1838), Gastwirt in Niederorke und Landtagsabgeordneter
  • George Prinz (1804–1893), Bürgermeister in Niederorke und Landtagsabgeordneter

Anmerkungen und Einzelnachweise

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