Nouvelle Vague (2025)
Film von Richard Linklater (2025)
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Nouvelle Vague ist ein Filmdrama von Richard Linklater. Der Film mit Zoey Deutch in der Hauptrolle als die US-Schauspielerin Jean Seberg erzählt die Geschichte von der Entstehung des Films Außer Atem von Jean-Luc Godard, einem Klassiker der titelgebenden Nouvelle Vague. Der Film feierte im Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere und kam Anfang Oktober 2025 in die französischen Kinos. Der Kinostart in Deutschland erfolgte im März 2026.
| Film | |
| Titel | Nouvelle Vague |
|---|---|
| Produktionsland | Frankreich |
| Originalsprache | Englisch, Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 105 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Richard Linklater |
| Drehbuch | Richard Linklater, Holly Gent, Laetitia Masson, Michèle Pétin, Vincent Palmo Jr. |
| Produktion | Richard Linklater, Mike Blizzard, John Sloss |
| Kamera | David Chambille |
| Schnitt | Catherine Schwartz |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Der Film erzählt die Entstehungsgeschichte von Jean-Luc Godards Kultfilm Außer Atem aus dem Jahr 1960 mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg nach, der als Klassiker des französischen Kinos und der Nouvelle Vague gilt. Nachdem er eine Zeitungsmeldung von der Liebesgeschichte zwischen einem Kleinkriminellen auf der Flucht und einer amerikanischen Studentin gelesen hat, will Godard ihre Geschichte in einem Film erzählen. Er muss den Produzenten Georges de Beauregard um Geld für sein geplantes Projekt bitten.
Im Vorfeld der Dreharbeiten erhält Godard weise Ratschläge von Roberto Rossellini.[2][3][4]
Produktion
Regie, Drehbuch und Filmschnitt
Regie führte Richard Linklater, der gemeinsam mit Holly Gent, Laetitia Masson, Vincent Palmo Jr. und Michèle Pétin auch das Drehbuch schrieb. Linklater tritt gemeinsam mit Mike Blizzard und John Sloss auch als Produzent des Films in Erscheinung. Es handelt sich bei Nouvelle Vague um den ersten rein französischsprachigen Film von Linklater.[5] Zu den bekanntesten Arbeiten des US-amerikanischen Regisseurs zählen School of Rock, Boyhood, die Filme der „Before“-Trilogie, der Animationsfilm Apollo 10 ½: Eine Kindheit im Weltraumzeitalter und die Action-Komödie A Killer Romance.
Filmeditorin Catherine Schwartz war zuletzt für Filme wie Reif für die Insel von Marc Fitoussi und Vivre, mourir, renaître von Gaël Morel tätig. Im Film wird jede Figur im Lebend-Porträt per Schrifteinblendung mit vollem Namen vorgestellt. Sie alle blicken direkt in die Kamera, und die meisten halten dabei eine brennende Zigarette in der Hand.[6]
Besetzung, Rollen, Synchronisation und Dreharbeiten

Zoey Deutch ist in der Rolle der US-Schauspielerin Jean Seberg zu sehen, die in Außer Atem die weibliche Hauptrolle übernommen hatte.[7] Aubry Dullin ist in der Rolle von Jean-Paul Belmondo zu sehen, der in dem Film den Kleinkriminellen Michel spielte. Paolo Luka Noé spielt François Moreuil, mit dem Seberg während der Dreharbeiten zu Außer Atem verheiratet war, Guillaume Marbeck den Regisseur des Films Jean-Luc Godard und Matthieu Penchinat dessen Kameramann Raoul Coutard. Niko Ravel spielt den Schauspieler Michel Fabre, der in Außer Atem in der Rolle von Inspektor Vitals Assistent zu sehen war. Benjamin Clery und Adrien Rouyard spielen die Filmregisseure Pierre Rissient und François Truffaut und Alix Bénézech die französische Chansonsängerin Juliette Gréco. Jodie Ruth-Forest ist in der Rolle der Drehbuchautorin Suzanne Schiffman zu sehen, die regelmäßig mit Truffaut arbeitete. Roxane Rivière spielt die französische Filmemacherin Agnès Varda, die als „Grande Dame der Nouvelle Vague“ bezeichnet wurde, und Laurent Mothe ihren italienischen Kollegen Roberto Rossellini. Auch der von Antoine Besson gespielte Filmregisseur Claude Chabrol und der von Bruno Dreyfürst gespielte Filmproduzent Georges de Beauregard gelten als Wegbereiter der Nouvelle Vague. Côme Thieulin ist in der Rolle des französischen Film- und Theaterregisseurs Éric Rohmer zu sehen. Jean-Jacques Le Vessier spielt den französischen Schriftsteller, Filmregisseur und Maler Jean Cocteau. Blaise Pettebone ist in der Rolle des französischen Schriftstellers und Journalisten Marc Pierret zu sehen. Benoît Bouthors spielt den Kameramann Claude Beausoleil.
Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Stephan Hoffmann im Auftrag der Cinephon Filmproduktions GmbH in Berlin.[8]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Aubry Dullin | Florian Clyde | Jean-Paul Belmondo |
| Jean Seberg | Zoey Deutch | Lydia Morgenstern |
| Guillaume Marbeck | Johannes Raspe | Jean-Luc Godard |
| Blanche Montel | Jeanne Arenes | Ilka Teichmüller |
| Cécile Decugis | Iliana Zabeth | Natalie Mukherjee |
| François Moreuil | Paolo Luka Noé | Nicolás Artajo |
| Juliette Gréco | Alix Bénézech | Daniela Kälin |
| Liliane David | Léa Luce Busato | Meryem Basar |
| Phuong Maittret | Jade Phan-Gia | Franziska Endres |
| Suzanne Schiffman | Jodie Ruth | Jessica Walther-Gabory |
| Suzon Faye | Pauline Belle | Anja Mentzendorff |
Die Dreharbeiten fanden von März bis Mai 2024 in Paris statt.[5] Als Kameramann fungierte David Chambille, der zuletzt für die Filme France und Das Imperium von Bruno Dumont und Vivre, mourir, renaître von Gaël Morel tätig war. Wie Außer Atem wurde auch Nouvelle Vague in Schwarzweiß gedreht.[9]
Marketing und Veröffentlichung
Die Premiere des Films war am 17. Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo er im Wettbewerb um die Goldene Palme konkurrierte.[10] Dort stellte Goodfellas Nouvelle Vague auch beim Marché du film vor.[11] Der erste Trailer wurde kurz vor der Premiere veröffentlicht.[12] Im Nachgang der Filmfestspiele sicherte sich Netflix die Rechte.[13] Anfang Juli 2025 erfolgten Vorstellungen beim Filmfest München.[14] Im Juli 2025 wurde er bei Nowe Horyzonty und im August 2025 beim Melbourne International Film Festival gezeigt.[15][16] Ab Mitte August 2025 wurde er beim norwegischen Filmfestival in Haugesund vorgestellt.[17] Ende September, Anfang Oktober 2025 wurde er beim Zurich Film Festival, Anfang Oktober 2025 beim Vancouver International Film Festival gezeigt und im weiteren Verlauf des Monats beim London Film Festival, beim Montclair Film Festival und beim Savannah Film Festival.[18][19][20][21][22] Der Kinostart in Frankreich war am 8. Oktober 2025.[23] Den Kinoverleih in Deutschland übernahm Plaion.[24] Ein erster deutscher Trailer wurde im Februar 2026 veröffentlicht.[25] Am 12. März 2026 kam der Film in die deutschen Kinos.[26] Anfang April 2026 wird der Film beim Hong Kong International Film Festival vorgestellt.[27]
Rezeption
Kritiken
Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 92 Prozent positiv.[28] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 76 von 100 möglichen Punkten.[29]
Thomas Schultze schreibt in seiner Kritik, für Nouvelle Vague sei mehr als von Kameramann David Chambille nur das Schwarzweiß von Außer Atem nachempfunden worden, das Material wurde auch so manipuliert, dass man glaube eine alte Filmkopie von damals zu sehen, inklusive der Übergangsmarker für die einzelnen Akte. Richard Linklaters Film sei ein feuchter Traum für jeden Filmgeek, jede Einzelheit in Kostüm und Ausstattung stimme und sei stimmig. Der Schauspieler Guillaume Marbeck sei eine echte Entdeckung, und der Regisseur lasse ihn ausufernde Vorträge über das Wesen des Kinos halten und stets seine Verachtung für Konventionen und heroischen Kampf gegen die Produzenten und Geldgeber wie ein Schild vor sich hertragen. Man liebe diesen Mann bedingungslos, und man sehe mit wachsendem Entzücken zu, wie sein Film entsteht mitten auf den Straßen von Paris. Der Film sei angefüllt mit Bonmots und Zitaten, berauschenden Momenten und einer wachsenden Anzahl von Mitstreitern, viele von ihnen Legenden der Filmgeschichte. Nouvelle Vague gelinge die Quadratur des Kreises, und wie schon die beiden völlig anderen Linklater-Filme davor, Hitman und Blue Moon, sei auch diese Arbeit ein Crowdpleaser, ein großes Vergnügen, das sein Publikum immer einlade, an seiner Seite dabei zu sein, wie Geschichte geschrieben wird. Man wolle Nouvelle Vague sofort wieder sehen und Außer Atem gleich mit.[30]
Barbara Schweizerhof schreibt in ihrer Kritik in der taz, es sei, als schlüpfe Linklater in die Rolle eines Reality-TV-Dokumentaristen jener Zeit. In der Fülle der vorgestellten Figuren, die keine größere Rolle spielen im Verlauf der eigentlichen Handlung, drücke sich die Verehrung des Regisseurs für ein ganzes Milieu, ja für eine ganze Epoche des französischen Kinos aus. Die Lockerheit, mit der Linklater die Kollaboration der vielen jungen Männer und wenigen Frauen beim sommerlichen Dreh zeigt, habe etwas von seinen eigenen Jungs-Filmen wie Slacker und Dazed and Confused. So mache Nouvelle Vague sichtbar, wie gewagt und zufällig À bout de souffle zusammenkam, und wie sehr seine Macher sowohl von der Lust zur Rebellion als auch der Liebe zum amerikanischen Kino inspiriert waren. Der bislang so gut wie unbekannte Guillaume Marbeck gebe eine eindrucksvolle Verkörperung des Schweizers Jean-Luc Godard und bringe dessen Arroganz und Eitelkeit gut zum Ausdruck, wobei die Tatsache, dass er seine Sonnenbrille nie abnimmt, bestens darüber hinwegtäuscht, dass der Schauspieler seinem Vorbild äußerlich kaum ähnelt.[6]
Einsatz im Unterricht
Das Onlineportal kinofenster.de empfiehlt den Film in der Oberstufe für die Unterrichtsfächer Französisch, Kunst und Darstellendes Spiel und bietet Unterrichtsmaterial. Dort schreibt Philipp Bühler, das Interesse von Nouvelle Vague gelte nicht allein dem schwierigen Genie Jean-Luc Godard, sondern vor allem dem kollaborativen Prozess des Filmemachens. Der Film setze zwar unverhohlen auf filmhistorische Wiedererkennungseffekte, vermittele aber auch einem jungen Publikum ohne Kenntnis des Originals den Enthusiasmus der jungen Filmschaffenden von damals, die Freude am Kino und die kreative Kraft der Improvisation.[31]
Auszeichnungen
Im Rahmen der Verleihung der British Academy Film Awards 2026 befindet sich der Film in einer Longlist in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film.[32] Im Folgenden eine Auswahl von Auszeichnungen und Nominierungen.
- Nominierung als Bester Film
- Auszeichnung für die Beste Regie (Richard Linklater)
- Nominierung für das Beste Drehbuch (Holly Gent und Vincent Palmo Jr.)
- Nominierung als Bester Nachwuchsdarsteller (Guillaume Marbeck)
- Auszeichnung für die Beste Kamera (David Chambille)
- Auszeichnung für die Besten Kostüme (Pascaline Chavanne)
- Auszeichnung für den Besten Schnitt (Catherine Schwartz)
- Nominierung für den Besten Ton (Jean Minondo, Serge Rouquairol und Christophe Vingtrinier)
- Nominierung für die Besten visuellen Effekte (Alain Carsoux)
Denver Film Festival 2025
- Auszeichnung mit dem Rising Star Award (Zoey Deutch)[33]
- Nominierung im Wettbewerb CineMasters[14]
- Nominierung als Bester Film – Komödie oder Musical
Gotham Awards 2025
- Nominierung als Bester internationaler Film (Laurent Pétin und Michèle Pétin)[34]
Independent Spirit Awards 2026
- Nominierung für die Beste Nebenrolle (Zoey Deutch)[35]
Internationale Filmfestspiele von Cannes 2025
- Nominierung für die Goldene Palme (Richard Linklater)
Movies for Grownups Awards 2025
- Nominierung als Bester fremdsprachiger Film[36]
- Auszeichnung für die Beste Regie (Richard Linklater)
- Nominierung als Bester Film (Richard Linklater)
- Nominierung für das Beste Drehbuch (Holly Gent, Vince Palmo und Michèle Halberstadt)
- Auszeichnung als Bester Nachwuchsdarsteller (Guillaume Marbeck)
- Nominierung für die Beste Kamera (David Chambille)
- Nominierung als Bester Film – Komödie oder Musical
Im September 2025 gelangte Linklaters Regiearbeit gemeinsam mit dem Animationsstreifen Arco sowie den Spielfilmen Ein einfacher Unfall, Die jüngste Tochter und Paris Murder Mystery in die engere Auswahl, Frankreich in der Kategorie Bester Internationaler Film bei der Oscarverleihung 2026 zu vertreten.[37]
Weblinks
- Nouvelle Vague bei IMDb
- Nouvelle Vague bei crew united
- Nouvelle Vague (New Wave) im Programm der Internationalen Filmfestspiele von Cannes (englisch)