Ein einfacher Unfall

Film von Jafar Panahi (2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

Ein einfacher Unfall (persisch یک تصادف ساده, DMG Yek taṣādof-e sāde; internationaler Titel: It Was Just an Accident) ist ein Spielfilm von Jafar Panahi aus dem Jahr 2025. Im Mittelpunkt der Handlung stehen ehemalige Gefängnisinsassen des iranischen Regimes, die zufällig auf ihren mutmaßlichen Peiniger treffen und sich mit Fragen von Rache und Gerechtigkeit auseinandersetzen. Erneut realisierte Panahi, der der Islamischen Republik kritisch gegenübersteht und mehrfach inhaftiert wurde, den Film ohne eine offizielle Drehgenehmigung der iranischen Behörden. Die internationale Koproduktion wurde im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes im Mai 2025 uraufgeführt und gewann mit der Goldenen Palme den Hauptpreis des Festivals. Im Jahr darauf wurde Ein einfacher Unfall bei der Oscarverleihung als französischer Beitrag für die Kategorie Bester Internationaler Film nominiert. Ebenfalls berücksichtigt wurde das Drehbuch von Panahi. Ein regulärer Kinostart des Thrillers in Frankreich fand ab Oktober 2025 unter dem Titel Un simple accident statt. In Deutschland lief Ein einfacher Unfall regulär ab Anfang Januar 2026 in den Kinos an.

TitelEin einfacher Unfall
Originaltitelیک تصادف ساده
TranskriptionYek taṣādof-e sāde
ProduktionslandIran, Frankreich, Luxemburg
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Ein einfacher Unfall
Originaltitel یک تصادف ساده
Transkription Yek taṣādof-e sāde
Produktionsland Iran, Frankreich, Luxemburg
Originalsprache Persisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Jafar Panahi
Drehbuch Jafar Panahi
Produktion Jafar Panahi, Philippe Martin
Kamera Amin Jafari
Schnitt Amir Etminan
Besetzung
  • Vahid Mobasseri: Vahid
  • Mariam Afshari: Shiva
  • Ebrahim Azizi: Rashid/Eghbal
  • Hadis Pakbaten: Golrokh („Goli“)
  • Majid Panahi: Ali
  • Mohamad Ali Elyasmehr: Hamid
  • Georges Hashemzadeh: Salar
  • Delmaz Najafi: Nilufar, Eghbals Tochter
  • Afssaneh Najmabadi: Azun, Eghbals Ehefrau
  • Omid Reza: Omid
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Handlung

Der Aseri[2] Vahid, ein Automechaniker, wurde einst wegen Protesten für höhere Gehälter vom iranischen Regime ins Gefängnis gesteckt. Während seiner Haftstrafe vor fünf Jahren wegen angeblicher Verschwörung und Propaganda wurde er schwer gefoltert und mit verbundenen Augen verhört. Seine Verlobte nahm sich in dieser Zeit das Leben, während Vahid bleibende Schäden am Rücken und der Niere davon behielt. Dies brachte ihm den Spitznamen „Gießkanne“ ein. Als eines Nachts ein Mann namens Rashid nach einer Autopanne mit quietschender Beinprothese seine Werkstatt betritt, glaubt er in diesem seinen früheren Peiniger Eghbal, genannt „Holzbein“ oder „Krüppel“, wiederzuerkennen. Vahid lauert dem Mann auf und entführt ihn aus Rache in die Wüste, wo er ihn lebendig begraben will. Kurz vor Vollendung seines Plans kommen ihm aber Zweifel, ob der verheiratete Familienvater nicht doch unschuldig sein könnte. In Todesangst gibt Rashid an, nie in einem Gefängnis gearbeitet und erst im Vorjahr sein Bein verloren zu haben. Tatsächlich weist sein Beinstumpf eine frische Narbenbildung auf. Daraufhin sperrt Vahid ihn in eine Holzkiste in seinem Lieferwagen ein. Er fährt nach Teheran zurück, um Rashid ehemaligen Mitgefangenen vorzuführen. Er hofft, dass diese in der Lage sein könnten, Rashid zweifelsfrei als ihren früheren Peiniger Eghbal zu identifizieren.

Vahid kontaktiert den Buchhändler Salar, der seine Tat ablehnt. Dieser vermittelt ihm aber den Kontakt zur Hochzeitsfotografin Shiva und zur kurz vor der Heirat stehende Braut Golrokh. Der Gruppe muss sich auch Golrokhs Bräutigam Ali anschließen, der nicht im Gefängnis saß, sowie der durch seine Haft verbitterte und zur Gewalt neigende Hamid, Shivas früherer Lebensgefährte. Die einzelnen Mitglieder dieses spontan zusammengestellten Tribunals reagieren unterschiedlich auf den Gefangenen, der mit Ohrstöpseln und Beruhigungsmitteln ruhiggestellt wird. Golrokh und Hamid, den die Situation an die Handlung des Theaterstücks Warten auf Godot erinnert, sind sich ihrer Sache sicher und sinnen nach Rache. Vahid, Shiva und der unparteiische Ali wollen Gerechtigkeit oder lehnen eine mögliche Vergeltung gänzlich ab. Die Gruppe muss sich in der Zwischenzeit korrupter Polizisten, eines streikenden Motors und eines erfolglosen Fluchtversuchs Hamids mit dem Lieferwagen erwehren. Später kehren sie zum ausgehobenen Grab in die Wüste zurück.

Als Rashids kleine Tochter Nilufar auf dem Handy ihres Vaters um Hilfe fleht, da ihre hochschwangere Mutter Azun zu Hause zusammengebrochen ist, kommen Vahid, Shiva, Golrokh, Ali und Hamid der Familie des Gefangenen mehr oder weniger freiwillig zu Hilfe. Sie bringen Azun, deren Fruchtblase geplatzt ist, ins Krankenhaus und legen fast alle Geld für ihre Behandlung zusammen. Sie bringt daraufhin einen gesunden Jungen zur Welt. In der Nacht geht Hamid im Streit. Golrokh und Ali verlassen das Krankenhaus, um sich auf ihre morgige Hochzeit vorzubereiten. Nur Shiva bleibt mit Vahid zurück. Sie unterstützt ihn bei dem Versuch, Rashid in der Nacht in einem Waldstück freizulassen. Als der gefesselte Rashid versucht, Vahid zu überwältigen, schlägt Shiva ihn mit einem Spaten nieder. Rashid wird an einen Baum gefesselt. Shiva berichtet ihm von der Episode im Krankenhaus, woraufhin er Drohungen gegen die beiden ausspricht. Shiva wendet verzweifelt psychische und physische Gewalt an, um von ihm ein Geständnis und eine Entschuldigung herauszupressen. Tatsächlich gibt sich Rashid als Folterer und früherer Gefängnis-Inspektor Eghbahl zu erkennen, der einst in Syrien sein Bein verlor. Er entschuldigt sich unter Druck bei Shiva und Vahid. Obwohl er den Märtyrertod sterben möchte, lassen Vahid und Shiva ihn am Leben. Sie versorgen ihn mit einem Messer zum Lösen der Fesseln, seiner Brieftasche und seinem Handy sowie einer Wegbeschreibung zur nächsten Hauptstraße.

Als Vahid wenig später seiner Familie dabei hilft, die Aussteuer für seine bald heiratende Schwester in den Lieferwagen zu bringen, meint er die quietschende Beinprothese Eghbals näherkommen zu hören. Er erstarrt in der finalen Szene des Films vor Schreck, mit dem Rücken zum Zuschauer gerichtet.

Entstehungsgeschichte

Jafar Panahi bei der Vorstellung seines Films in Cannes (2025)

Ein einfacher Unfall[3] (englischsprachiger Alternativtitel: A Simple Accident[4]) ist der 12. Langfilm von Jafar Panahi, der zu den bekanntesten iranischen Regisseuren zählt. Er hatte in der Vergangenheit in seinen Werken wiederholt Kritik an der Politik der Islamischen Republik geäußert. Panahi war im Jahr 2022 festgenommen worden, nachdem er 2010 zu einer sechsjährigen Haftstrafe und einem 20-jährigen Berufsverbot verurteilt worden war. Die Haftstrafe hatte er bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht angetreten. Die Entscheidung war international scharf kritisiert worden. Nach fast sieben Monaten Haft kam Panahi Anfang Februar 2023 frei, nachdem der 65-Jährige in einen Hungerstreik getreten war. Trotz Berufsverbots war es ihm immer wieder gelungen, Filmprojekte im Iran zu finalisieren und ins Ausland zu bringen.[5][6] So war zuletzt in Abwesenheit von ihm sein Film No Bears (2022) im Hauptwettbewerb des Festivals von Venedig gelaufen und dort preisgekrönt worden.

Das Drehbuch zu Ein einfacher Unfall soll durch die beiden Gefängnisaufenthalte von Panahi inspiriert worden sein. Seine erste Gefängnisstrafe hatte er eigenen Angaben zufolge überwiegend in Einzelhaft verbracht, während der Verhöre seien ihm die Augen verbunden worden. Daraufhin habe er obsessiv nach auditiven Hinweisen um sich herum gesucht und anhand der Stimme seines Gegenübers über dessen Identität phantasiert. Zwölf Jahre später sei Panahi mit 300 weiteren Gefangenen inhaftiert worden. Die meisten hätten auf die eine oder andere Weise gegen das iranische Regime opponiert. Zwischen seinen Mitinsassen kam es zu Meinungsverschiedenheiten, wie am besten gegen das Regime vorzugehen sei, was den Filmemacher entnervt habe.[2] Der Menschenrechtler und Journalist Mehdi Mahmoudian traf auf Panahi im Gefängnis, war selbst auch inhaftiert und nach seiner Entlassung arbeiteten die beiden auf Initiative Panahis an den Dialogen des Drehbuchs.[7] Am Schreibprozess waren auch die mit Panahi befreundeten Drehbuchautoren Shadmehr Rastin und Nader Saeivar beteiligt.[8]

Das Schauspielensemble des Films wurde mehrheitlich mit Laiendarstellern besetzt. Vahid Mobasseri, der die Hauptrolle des Vahid spielte, arbeitet für einen Fernsehsender und ist in Teilzeit als Taxifahrer tätig. Maryam Afshari, die als Schiedsrichterin im Karatesport arbeitet, ist als Hochzeitsfotografin Shiva zu sehen. Für den Part der Braut Golrokh wurde die Theaterschauspielerin Hadis Pakbaten engagiert. Als ihr Bräutigam an ihrer Seite agierte Panahis Neffe Majid. Der Schreiner Mohamad Ali Elyasmehr schlüpfte in die Rolle des Hamid.[2]

Bei Ein einfacher Unfall handelt es sich um einen Thriller.[9] Panahi produzierte das Werk gemeinsam mit dem französischen Unternehmen Les Films Pelléas, das unter anderem hinter dem vielfach preisgekrönten Justizdrama Anatomie eines Falls von Justine Triet gestanden hatte. Als Koproduzenten bei dem Projekt traten die Firmen Bidibul Productions aus Luxemburg sowie Pio & Co und Arte France Cinéma aus Frankreich in Erscheinung. Das Projekt wurde vom Programm Aide aux cinémas du monde unterstützt, eine Initiative der staatlichen französischen Filmbehörde Centre national du cinéma et de l’image animée (CNC) und des Institut français sowie von der Filmförderung Luxemburg.[10] Die Postproduktion von Ein einfacher Unfall fand ausschließlich in Frankreich statt.[3] Um die internationalen Verwertungsrechte kümmerte sich das Unternehmen mk2 Films.[10]

Einem Bericht des Oppositionssenders Radio Farda zufolge drehte Panahi Ein einfacher Unfall erneut ohne Drehgenehmigung der Islamischen Republik. Auch tragen die Darstellerinnen im Film keinen Hidschāb, was für Frauen aufgrund staatlicher Gesetze im Iran verpflichtend ist.[11] Als Kameramann fungierte Amin Jafari.[12]

Rezeption

Veröffentlichung und Einspielergebnis

Das Filmteam von Ein einfacher Unfall bei der Uraufführung in Cannes

Die Weltpremiere von Ein einfacher Unfall (französischer Titel: Un simple accident) fand am 20. Mai 2025 im Beisein des Regisseurs im Hauptwettbewerb des 78. Filmfestivals von Cannes statt. Das Premierenpublikum soll Panahis Regiearbeit insgesamt 10 Minuten Applaus gespendet haben. Er hatte zuletzt im Jahr 2003 am Festival teilgenommen.[13] Bei der Präsentation des Programms Mitte April 2025 hatte sich der künstlerische Leiter Thierry Frémaux über den Inhalt des Films noch bedeckt gehalten.[14] Zuletzt war dort 2021 in Abwesenheit von Panahi mit The Year of the Everlasting Storm ein Gemeinschaftsprojekt mit unter anderem Laura Poitras, David Lowery und Apichatpong Weerasethakul als Sonderaufführung gezeigt worden.

Mit Saeed Roustayis Sozialdrama Woman and Child wurde später ein zweiter iranischer Beitrag im Wettbewerb um die Goldene Palme nachgereicht, der aber mit behördlicher Genehmigung entstand. Zwar waren bereits 2018 und 2022 jeweils zwei iranischstämmige Regisseure mit ihren Filmen in der wichtigsten Sektion des Festivals vertreten gewesen, 2025 wurden aber beide Werke auch im Iran produziert.[15]

In den folgenden Monaten wurde Ein einfacher Unfall unter anderem in die Programme der Filmfestivals von Busan, Hamburg, Jerewan, Karlovy Vary, Locarno, London, New York, Sydney, Telluride und Toronto sowie der Filmkunstmesse Leipzig aufgenommen.[16]

Der reguläre Kinostart in Frankreich sollte ursprünglich am 10. September 2025 durch den Verleih Memento erfolgen,[17] wurde um drei Wochen auf den 1. Oktober verschoben.[18]

In der Deutschschweiz wurde der Film unter dem internationalen Titel It Was Just An Accident veröffentlicht, er kam am 30. Oktober 2025 in die Kinos.[19] In Deutschland und Österreich[20] wurde Ein einfacher Unfall ab 8. Januar 2026 durch Mubi in die Kinos gebracht.[21]

Der Film erreichte bisher weltweit einen Box-Office-Gesamtumsatz von über 9,5 Millionen US-Dollar (circa 6,6 Millionen Euro). Davon entfielen 5,4 Millionen US-Dollar (rund 4,9 Millionen Euro) in Frankreich und 1,4 Millionen US-Dollar (circa 1,19 Millionen Euro) in Italien.[22]

Kritiken

Im zum Festival von Cannes herausgegebenen Kritikenspiegel des Branchenmagazins Screen International erhielt Panahis Regiearbeit 3,1 von 4 möglichen Sternen. Damit belegte Ein einfacher Unfall gemeinsam mit Sergei Loznitsas Zwei Staatsanwälte unter allen 21 gezeigten Wettbewerbsbeiträgen den ersten Platz. Höchstnoten erhielt der Film unter anderem von Katja Nicodemus (Die Zeit) und Justin Chang (The New Yorker).[23] In einem rein französischsprachigen Kritikenspiegel der Website Le film français sahen mit Philippe Rouyer (Positif), Céline Rouden (La Croix), Philippe Lemoine (Ouest-France) und Yves Jaeglé (Le Parisien) vier von 15 Kritikern den Film als Palmen-Favoriten an.[24] Auch der amerikanische Branchendienst IndieWire zählte Ein einfacher Unfall zum Mitfavoriten auf den Hauptpreis und wies ihn unter allen Wettbewerbsbeiträgen auf einem zweiten Platz aus, hinter Joachim Triers Sentimental Value.[25]

Auf der Website Metacritic erhielt Ein einfacher Unfall eine Bewertung von 91 von 100 möglichen Punkten, basierend auf über 40 ausgewerteten englischsprachigen Kritiken. Das Echo der Rezensenten wurde mit „einhelligem Beifall“ („universal acclaim“) beurteilt und es wurde eine eindeutige Filmempfehlung („must-see“) ausgesprochen.[26] Von den auf der Website Rotten Tomatoes nach der Premiere aufgeführten über 180 Kritiken wurden 98 Prozent als positiv („fresh“) eingeschätzt. Der dortige Konsens der Rezensenten befand, dass es sich bei dem Film um den „vielleicht bisher politischste Film von Jafar Panahi“ handle. Seine „trotzige Kritik am Autoritarismus“ biete „dennoch den Unterhaltungswert eines packenden Thrillers“.[27]

Im französischen Kritikenspiegel der Webseite Allociné erhielt Panahis Regiearbeit eine Bewertung von 4,2 von 5 möglichen Sternen. Die Höchstwertung kam unter anderem von den Rezensenten von La Croix, Le Figaro, Les Inrockuptibles, Libération und Positif. Kritiker von France Info Culture, L’Humanité, Nice-Matin, Le Nouvel Obs, Paris Match und Le Point vergaben vier Sterne an den Film, von den Cahiers du Cinéma und Le Monde folgten drei von fünf Sternen.[28]

Barbara Schweizerhof meinte in Der Freitag, dass der Regisseur seine Zuschauer in seinen Griff nehme und urteilte: „Mit dem Humor einer Screwball-Comedy stellt Panahi die Hilflosigkeit und Widersprüchlichkeit seiner ungelenken Helden heraus - und besteht auf ihre menschliche Fehlbarkeit.“[29] Irene Genhart gab dem Film im Filmdienst 3,5 von 5 Sternen: „Ein ebenso furioser wie grotesker Rachethriller, der immer wieder von Fragen nach der Menschlichkeit unterwandert wird.“[30] Andreas Kilb stellt in der FAZ fest, dass der Film sachlich erzählt werde, aber durch unberechenbare Momente Komik erzeuge und die Thematik rühre zu tränen.[31] Auch Jens Balkenborg betont in epd Film die Komik des Films und weist darauf hin, dass dies oft mit einer Kritik am iranischen Regime einhergehe.[32] Valerie Dirk bezeichnet den Film in Der Standard als klug, weil er die Frage stelle, wie man über Verbrecher richten solle und dabei den Weg der menschlichen Gerechtigkeit wähle.[33]

Auszeichnungen

Panahi bei der Preisverleihung in Cannes

Bisher wurde Ein einfacher Unfall in der Filmpreissaison 2025/26 für über 140 Auszeichnungen nominiert, von denen die Produktion mehr als 30 gewinnen konnte.[34] Regisseur Jafar Panahi erhielt im Mai 2025 mit der Goldenen Palme den Hauptpreis des Filmfestivals von Cannes.[35] Einen Monat später gewann der Film auch den Hauptwettbewerb des australischen Sydney Film Festivals.[36] Auf den US-amerikanischen Festivals von Mill Valley (Publikumspreis – Bester Independentfilm), Montclair (Publikumspreis – Weltkino) und Middleburg (Impact Award) folgten weitere Ehrungen. Panahi gewann im selben Jahr den Regiepreis des New York Film Critics Circle, während das amerikanische National Board of Review Ein einfacher Unfall zum besten internationalen Film kürte. Die Los Angeles Film Critics Association und National Society of Film Critics sprach ihm ihre Drehbuchpreise zu.[34]

Im September 2025 setzte sich Panahis Regiearbeit gegen den Animationsstreifen Arco sowie die Spielfilme Die jüngste Tochter, Nouvelle Vague und Paris Murder Mystery[37] durch und wurde als französischer Vorschlag für die Kategorie Bester Internationaler Film bei der Oscarverleihung 2026 ausgewählt.[38] Im selben Jahr folgten drei amerikanische Gotham Awards (Bester internationaler Film, Regie und Drehbuch). Bei den Golden Globe Awards 2026 erhielt Ein einfacher Unfall vier Nominierungen in den Kategorien Filmdrama, nicht-englischsprachiger Film, Regie und Drehbuch, während das Werk beim Europäischen Filmpreis Chancen in drei Kategorien hatte (Film, Regie und Drehbuch). Im selben Jahr folgten zwei Oscar-Nominierungen (Bester internationaler Film, Bestes Originaldrehbuch).[34]

Weitere Informationen Festival / Filmpreis (Auswahl), Kategorie ...
Festival / Filmpreis (Auswahl)[34] Kategorie Resultat Preisträger
1) Filmpreise
Oscar (2026) Bester internationaler Film Nominiert Frankreich
Bestes Originaldrehbuch Nominiert Jafar Panahi, gemeinsam mit Mehdi Mahmoudian, Shadmehr Rastin und Nader Saeivar
Golden Globe Awards (2026) Bester Film – Drama Nominiert k. A.
Bester nicht-englischsprachiger Film Nominiert Frankreich
Beste Regie Nominiert Jafar Panahi
Bestes Drehbuch Nominiert Jafar Panahi
Europäischer Filmpreis (2026) Bester europäischer Film Nominiert Jafar Panahi, Philippe Martin, Christel Henon, Sandrine Dumas
Beste Regie Nominiert Jafar Panahi
Bestes Drehbuch Nominiert Jafar Panahi
AFI Award (2026) Spezialpreis Gewonnen k. A.
Critics’ Choice Movie Awards (2026) Bester fremdsprachiger Film Nominiert k. A.
British Independent Film Awards (2025) Best internationaler Independent-Film Nominiert Jafar Panahi, Philippe Martin
Gotham Awards (2025) Bester internationaler Film Gewonnen Jafar Panahi, Philippe Martin
Beste Regie Gewonnen Jafar Panahi
Bestes Originaldrehbuch Gewonnen Jafar Panahi
Satellite Awards (2026) Bester internationaler Film Nominiert Frankreich
Beste Regie Nominiert Jafar Panahi
Bestes Originaldrehbuch Nominiert Jafar Panahi
Asia Pacific Screen Awards (2025) Bester Film Gewonnen Jafar Panahi, Philippe Martin
Beste Regie Gewonnen Jafar Panahi
Prix Lumières (2026) Best internationaler Independent-Film Nominiert Jafar Panahi
2) Filmkritikervereinigungen
National Board of Review (2025) Bester internationaler Film Gewonnen k. A.
New York Film Critics Circle (2025) Beste Regie Gewonnen Jafar Panahi
Los Angeles Film Critics Association (2025) Bester fremdsprachiger Film[Anm 1] Nominiert k. A.
Bestes Drehbuch Gewonnen Jafar Panahi
National Society of Film Critics (2026) Bester nicht-englischsprachiger Film[Anm 2] Nominiert k. A.
Beste Regie[Anm 3] Nominiert Jafar Panahi
Bestes Drehbuch Gewonnen Jafar Panahi
Chicago Film Critics Association (2025) Bester Film Nominiert k. A.
Beste Regie Nominiert Jafar Panahi
Bestes Originaldrehbuch Gewonnen Jafar Panahi
Bester fremdsprachiger Film Gewonnen k. A.
Kansas City Film Critics Circle (2025) Bester fremdsprachiger Film Gewonnen k. A.
Florida Film Critics Circle (2025) Bestes Originaldrehbuch Gewonnen Jafar Panahi
Toronto Film Critics Association (2025) Bester internationaler Film[Anm 4] Gewonnen Jafar Panahi
St. Louis Film Critics Association (2025) Bester internationaler Film Gewonnen k. A.
New York Film Critics Online (2025) Bester internationaler Film Gewonnen k. A.
Bestes Drehbuch Gewonnen Jafar Panahi
Dallas-Fort Worth Film Critics Association (2025) Russell Smith Award Gewonnen k. A.
Atlanta Film Critics Circle (2025) Bester internationaler Film Gewonnen k. A.
San Diego Film Critics Society (2025) Bester fremdsprachiger Film Gewonnen k. A.
Bestes Originaldrehbuch Gewonnen Jafar Panahi
Southeastern Film Critics Association (2025) Bester fremdsprachiger Film Gewonnen k. A.
Philadelphia Film Critics Circle (2025) Bester fremdsprachiger Film Gewonnen k. A.
San Francisco Bay Area Film Critics Circle (2025) Bester internationaler Film Gewonnen k. A.
Seattle Film Critics Society (2025) Bester internationaler Film Gewonnen k. A.
3) Festivals
Cannes (2025) Goldene Palme – Bester Film Gewonnen Jafar Panahi
Locarno (2025) Publikumspreis Nominiert Jafar Panahi
San Sebastián (2025) Publikumspreis Nominiert Jafar Panahi
Sydney (2025) Bester Film Gewonnen Jafar Panahi
Mill Valley (2025) Publikumspreis – Bester Independentfilm Gewonnen Jafar Panahi
Montclair (2025) Publikumspreis – Weltkino Gewonnen Jafar Panahi
Middleburg (2025) Impact Award Gewonnen Jafar Panahi
Warschau (2025) Publikumspreis – Sektion Encounters Nominiert Jafar Panahi
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Anmerkungen

  1. Ein einfacher Unfall belegte Platz zwei, hinter The Secret Agent aus Brasilien.
  2. Der Film erreichte einen zweiten Platz, hinter The Secret Agent aus Brasilien.
  3. Panahi hatte gegenüber Paul Thomas Anderson (One Battle After Another) das Nachsehen.
  4. Ein einfacher Unfall belegte gemeinsam mit The Secret Agent einen zweiten Platz, hinter Sirāt

Einzelnachweise

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