Hans Helgesen
dänischer Offizier (1793-1858)
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Hans Helgesen (* 4. Oktober 1793 in Christiania, Norwegen; † 28. Februar 1858 in Rendsburg, Herzogtum Schleswig) war ein dänisch-norwegischer Offizier, zuletzt Oberst.

Biographie
Hans Helgesen wurde als Sohn des Leiters des örtlichen Eisenwerks, Hans H. Helgesen, und dessen Frau Karen Hansdatter in Christiania geboren. Er besuchte die Lateinschule Christiania und ging im Alter von 18 Jahren an das Norwegische Militärinstitut, das er nach erfolgreichen Prüfungen 1813 als Leutnant abschloss. Er wurde dem Thelemark-Infanterieregiment zugeteilt und diente gemeinsam mit Olaf Rye und Friderich Adolph Schleppegrell, den späteren berühmten Generälen, im Dänisch-Schwedischen Krieg. Unter anderem nahmen sie an Gefechten bei Killemo und Toverud am 18. und 19. April 1808 teil. Auch im weiteren Feldzug gegen Schweden 1813/14 zeichnete sich Helgesen aus. Nach dessen Ende und der Abspaltung Norwegens verblieb er mit Rye und Schleppegrell, mit denen ihn mittlerweile eine enge Freundschaft verband, in Diensten des dänischen Königs und erhielt von Friedrich VI. die Erlaubnis, in den preußischen Kriegsdienst einzutreten. H. diente im 4. Armeekorps von General Bülow und kämpfte in den blutigen Schlachten bei Ligny und Waterloo. Nachdem die preußische Armee in die Friedensgliederung umgestellt worden war, trat Helgesen 1816 als Oberleutnant in das Holsteinische Infanterieregiment in Rensburg über, war aber weiterhin im dänischen Hilfskorps in Frankreich eingesetzt und kehrte erst 1818 mit diesem nach Dänemark zurück.
In der Folge trat er aus dem Militärdienst aus und war in verschiedenen Tätigkeiten, so als Landwirt und Pferdehändler, beschäftigt. Während der Julirevolution von 1830 kämpfte er in Paris an der Seite der Revolutionäre, die den Bourbonenkönig Karl X. stürzten, und diente anschließend einige Zeit unter Louis Philippe als Offizier in der Garde nationale. 1838 reiste er auf Einladung des norwegischen Generals Mansbach in seine Heimat, um eine Anstellung zu suchen, was jedoch nicht gelang. 1840 verließ er Norwegen endgültig und kehrte nach Dänemark zurück, wo er sich mit einer kleinen Rente und als Jäger und Fischer in Bergenhusen im Bezirk Stapelholm niederließ. Zu Beginn der Schleswig-Holsteinischen Erhebung wollte er sich zunächst bei der Regierung Schleswig-Holsteins engagieren. Als er jedoch erfuhr, dass Rye und Schleppegrell auf dänischer Seite standen, ging er nach Kopenhagen, wo Tscherning ihm erlaubte, unter Schleppegrell in dessen linkem Flankenkorps zu dienen. Er erhielt daraufhin den Rang eines Hauptmanns und war als Ordonnanzoffizier im Korpsstab eingesetzt. Als Schindel am 23. April 1849 in der Schlacht von Kolding fiel, erhielt er das Kommando über das 5. Bataillon, das er während der Belagerung von Fredericia führte. Ryes Tod während dieser Kämpfe traf ihn jedoch tief. Während des kurz darauf folgenden Waffenstillstands musste er sein Bataillon abgeben und wurde zunächst aus dem Militärdienst entlassen.

Zu Beginn des Feldzugs von 1850 wurde Helgesen im Rang eines Majors und später Oberstleutnants von Schleppegrell wieder eingestellt und der Brigade von Oluf Krabbe in der Schlacht bei Idstedt zugeteilt. Er bewährte sich bei diesem dänischen Sieg. Wenige Tage nach der Schlacht wurde er der Schepelern-Brigade zugeteilt, die Südwestschleswig besetzen und in Richtung Friedrichstadt vorrücken sollte. Wegen seiner Ortskenntnis, die er während seiner Zeit in Stapelholm erworben hatte, bekam Helgesen das Kommando über die Vorhut bei diesem Unternehmen. An der Spitze dieser Einheit eroberte er Friedrichstadt im Handstreich und wurde dafür zum Stadtkommandanten ernannt. Die nachfolgende Verteidigung der Stadt bei der anschließenden Belagerung, bei der die Truppen Schleswig-Holsteins versuchten, die Stadt zurückzuerobern, zählte in der öffentlichen Meinung zu den glanzvollsten Taten der dänischen Militärgeschichte.[1]
Nach dem Krieg wurde Helgesen zum Kommandanten in Schleswig ernannt und 1852 in gleicher Funktion nach Rendsburg versetzt, wo er die Gouverneursresidenz bewohnte. 1856 wurde er zum Oberst befördert. Als Kommandant beseitigte Helgesen rasch alle äußeren Spuren der Erhebung und achtete streng darauf, dass die Beamten als Untertanen ihren Pflichten gegenüber der dänischen Regierung nachkamen. Helgesen starb am 28. Februar 1858 in Rendsburg und wurde seinem Wunsch entsprechend neben seinem Freund Schleppegrell in Flensburg beigesetzt.
Auszeichnungen
Helgesen wurde 1848 Ritter des Dannebrogordens, erhielt 1850 das Kommandeurskreuz und wurde 1857 Dannebrogsmann.
Erinnerung
Im Kopenhagener Stadtteil Østerbro ist die Straße Helgesensgade und in Friedrichstadt eine private Grund- und Gemeinschaftsschule nach Helgesen benannt.
Literatur
- S. A. Sørensen: Hans Helgesen. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 15: Scalabrini–Skanke. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1901, S. 290–293 (dänisch, runeberg.org).
Weblinks
- Hans Helgesen. In: gravsted.dk. (dänisch).