Oluf Krabbe
dänischer Generalleutnant (1789-1864)
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Ole „Oluf“ Krabbe (* 1. November 1789 in Gamst, Dänemark; † 30. März 1864 in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Generalleutnant.

Biographie
Herkunft
Krabbe entstammte dem dänischen Uradelsgeschlecht[1] und war der Sohn des damaligen Gefängnisdirektors, späteren Hauptmanns der Nationalgarde und Zollverwalters in Ærøskøbing Johan Henrik Bernhard Ludvig Krabbe (* 3. April 1750 in Rendsburg; † 5. Juli 1809), und dessen erster Frau Anna Marie, geborene Marienhoff (1751 – 17. Dezember 1806). Sein Bruder war der Offizier Carl Frederik Krabbe (1793–1849), der als Kommandeur des 9. Linienbataillons am Ausfall aus Fredericia teilnahm und bei den Kämpfen um die Trelde Schanze tödlich verwundet wurde.
Karriere
Krabbe wurde 1808 Fähnrich und 1809 Leutnant im Königlichen Infanterieregiment und stieg dort 1813 zum Oberleutnant, 1822 zum Hauptmann und 1837 zum Major auf. 1840 wurde er zum Ritter des Dannebrogordens ernannt, 1845 zum Oberstleutnant und Kommandeur des 13. Linienbataillons ernannt. Ab 1848 nahm er an der Spitze dieser Einheit an den Kämpfen gegen die Schleswig-Holsteinischen Erhebung teil.
Während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung
An der Schlacht von Bau, der ersten Kampfhandlung des Krieges am 9. April 1848, war Krabbes Bataillon, das zur Reserve des Armeekorps gehörte, nicht aktiv beteiligt. In der Schlacht von Schleswig am 23. April wurde die Einheit zur Unterstützung der Vorhut im erbitterten Kampf um Bustrup eingesetzt. Krabbe wurde durch eine Gewehrkugel am Fuß verwundet und zusammen mit seinem Adjutanten gefangen genommen. Im September wurde er aus der Gefangenschaft entlassen und erhielt nach seiner Rückkehr zunächst das Kommando über das 1. Linienbataillon, wenige Tage später jedoch über das neu aufgestellte 2. Verstärkungsbataillon. Als die Armee im März 1849 wieder kriegsbereit war, erhielt Krabbe, der gerade zum Oberst befördert worden war, das Kommando über die 1. Infanteriebrigade, die er dann in den letzten beiden Kriegsjahren führte. Krabbe galt nicht als sonderlich charismatischer Truppenführer, allerdings legte er großen Wert auf die taktische Ausbildung seiner Einheiten, die sich entsprechend in den Gefechten mit Sicherheit und guter taktischer Ordnung schlugen.
Krabbe gab sein Debüt als hochrangiger Truppenführer am 6. April 1849 in dem Gefecht bei Ullerup (bei Düppel), wo er nach einem erbitterten Vorpostengefecht den Angriff des hannoverschen Majors Claus Wynekens auf den rechten Flügel der Bülow-Division (Flankenkorps) mit doppelt überlegenen Kräften zurückschlug. Später im Jahr führte er das Kommando auf Alsen anstelle von General Christian de Meza, als dieser nach Jütland berufen wurde, um an dem Ausbruch aus Fredericia teilzunehmen. 1850 wurde seine Brigade in die Division von F. A. Schleppegrell eingegliedert. Während des Vormarsches auf Isted am 25. Juli kommandierte er zunächst die Vorhut und wurde dann mit dem Hauptteil seiner Brigade in Richtung des Passes bei Vedelspang (Selk) abkommandiert, wo er die gegnerische Brigade Abercron am äußersten rechten Flügel des Feindes stoppte, die – gemäß General Karl Wilhelm von Willisens Plan – die dänische Armee im Rücken angreifen sollte. Nach der Schlacht wurde seine Brigade als eigenständige Einheit zwischen der Schlei und Eckernförde stationiert, um die Landschaft Schwansen gegen den Gegner abzuschirmen und damit die linke Flanke der Hauptarmee am Danewerk zu decken. Im Zuge dieses Einsatzes kam es am 12. September 1850 zu der für die Dänen erfolgreichen Schlacht gegen General Willisen am 12. September 1850 bei Missunde. Hierfür erhielt er ehrenvolle Anerkennung in Form von Danksagungen des kommandierenden Generals und des Kriegsministers, während ihm der König im selben Jahr das Kommandeurskreuz verlieh. 1856 wurde er zudem zum Dannebrogmann ernannt.
Rücktritt
1851, nach Kriegsende und der Auflösung der Feldbrigaden, wurde Krabbe bald darauf Kommandeur der in Jütland aufgestellten Infanteriebrigade und Ende des Jahres der 5., sogenannten Holsten-Lauenburg-Brigade, später der 3. Infanteriebrigade. 1852 wurde er, unter Betonung seiner im Krieg als Brigadekommandeur bewiesenen Fähigkeiten, zum Generalmajor befördert. 1860 wurde Krabbe aus dem aktiven Dienst entlassen. Gleichzeitig mit seiner Entlassung wurde er zum Generalleutnant befördert. Nach dem Krieg blieb er in Kiel, zog aber kurz vor seinem Tod nach Kopenhagen.
Privatleben
Am 21. Mai 1830 heiratete Krabbe Charlotte geb. Schlotfeldt (15. März 1807 – 7. Dezember 1888 in Frederiksberg), Tochter des Zollverwalters in Apenrade, Justizrat Schlotfeldt, und Anne Marie geb. Dixen. Aus der Verbindung ging der Sohn Harald Krabbe (1831–1917), Arzt, Zoologe und Veterinär, hervor.
Oluf Krabbe starb am 30. März 1864 in Kopenhagen. Er ist auf dem Kopenhagener Garnisonsfriedhof (dänisch: Garnisons Kirkegård) begraben.
Reproduktionen
Krabbe ist auf einer Lithografie der Oberbefehlshaber der Armee von 1850 nach einer Zeichnung von Sophus Schack abgebildet. Weiterhin existiert von ihm eine Zeichnung von Niels Simonsen von 1850, auf dem ein Gemälde von Vilhelm Rosenstand von 1899, heute im Frederiksborg Museum, basiert und das als Holzschnitt von H.P. Hansen im selben Jahr reproduziert wurde. Ebenfalls ist Krabbe dargestellt auf einem Gemälde von Niels Simonsen von 1852, das die Schlacht von Mysunde 1850 thematisiert (ebenfalls Frederiksborg Museum). Es existieren weiterhin eine Lithographie 1853 und eine Fotografie von Gregor Renard in Kiel.
Literatur
- S.A. Sørensen: Oluf Krabbe. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 9: Jyde–Køtschau. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1895, S. 397–399 (dänisch, runeberg.org).