Ottavio Barbieri

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Ottavio Francesco Carlo Barbieri (* 30. April 1899 in Genua; † 28. Dezember 1949 ebenda) war ein italienischer Fußballspieler und trainer. Er verbrachte seine gesamte Spielerkarriere beim Genoa CFC, gewann dort zwei italienische Meisterschaften und prägte als Trainer innovative taktische Systeme.

Schnelle Fakten Personalia, Herren ...
Ottavio Barbieri
Ottavio Barbieri
Personalia
Voller Name Ottavio Francesco Carlo Barbieri
Geburtstag 30. April 1899
Geburtsort Genua, Königreich Italien
Sterbedatum 28. Dezember 1949
Sterbeort Genua, Italien
Position Rechtes Mittelfeld
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1919–1932 CFC Genua 299 (11)
1932 SG Sampierdarenese 3 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1921–1930 Italien 21 (0)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1933–1934 AS L’Aquila
1934–1935 CS Ruentes
1935–1936 AC Entella
1936–1938 Atalanta Bergamo
1938–1939 CFC Genua (Co-Trainer)
1939–1941 CFC Genua
1941–1942 AC Rapallo
1942–1943 AC Spezia
1943–1944 42º Corpo VVFF La Spezia
1945–1946 SG Sampierdarenese
1946 CFC Genua
1946–1948 AC Spezia
1948–1949 Seregno FBC
1949 US Lucchese Libertas
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
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Spielerkarriere

Barbieri begann seine Profikarriere 1919 als „One-Club-Man“ beim Genoa CFC und absolvierte bis 1932 insgesamt 299 Ligaspiele, in denen er elf Tore erzielte. Mit Genoa gewann er unter dem Engländer William Garbutt die italienische Meisterschaft in den Saisons 1922/23 und 1923/24.

Internationale Karriere

Zwischen 1921 und 1930 spielte er insgesamt 21-mal für die italienische Nationalmannschaft und war Teilnehmer an den Olympischen Sommerspielen in Paris 1924. Mit der von Vittorio Pozzo betreuten italienischen Mannschaft belegte er nach der 1:2-Viertelfinalniederlage im Stade Bergeyre gegen die Schweiz den fünften Platz.

Trainerlaufbahn

Barbieri begann seine Trainerkarriere als Spielertrainer bei der AS L’Aquila (1933/34) und führte den Klub zur Meisterschaft in Gruppe G der drittklassigen Prima Divisione sowie zum Sieg in Gruppe A des folgenden Finalturniers und damit zum Aufstieg in die Serie B. Von 1936 bis 1938 trainierte er Atalanta Bergamo, bevor er 1939 zum Genoa CFC zurückkehrte. 1944 führte er als Trainer von Vigili del Fuoco La Spezia, die Mannschaft der Feuerwehr, zum Gewinn des Campionato Alta Italia – dem „inoffiziellen“ italienischen Meistertitel während des Kriegs – eine Leistung, die posthum 2002 anerkannt wurde. Anschließend trainierte er wieder Genoa (1945/46).[1]

Taktische Innovation

Während seiner Zeit als Trainer des Genoa CFC führte Barbieri die Libero-Rolle in den italienischen Fußball ein.[2] Beeinflusst vom verrou des Schweizers Karl Rappan nahm er mehrere Änderungen am englischen WM-System (in Italien als sistema bekannt) vor, die dazu führten, dass sein Ansatz als mezzosistema bezeichnet wurde.[3] Sein System setzte auf eine mannorientierte Abwehrreihe mit drei Manndeckern und einem Verteidiger, der als terzino volante (oder vagante) bezeichnet wurde – eine Position, die im Wesentlichen dem modernen Libero entsprach. Diese Rolle wurde später auch von Giuseppe Viani im vianema-System und von Nereo Rocco im Catenaccio übernommen.[4] Das Mittelfeld agierte in einer Dreiecksformation, wobei der zentrale Mittelfeldspieler – in Italien als centromediano metodista oder kurz metodista bezeichnet – vor der Abwehr agierte. In der Offensive nutzte Barbieri ein Angriffstrio, bei dem der rechte Flügelspieler nicht nur den Angriff unterstützte, sondern auch defensiv im Mittelfeld mitarbeitete und damit die Rolle eines rechtsseitigen Mittelfeldspielers im Sinne des italienischen tornante übernahm.

Commons: Ottavio Barbieri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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