Pacific Tour 1973
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Die Pacific Tour 1973 war eine Konzerttournee der britischen Rockband The Rolling Stones. Wie bei der vorherigen American Tour 1972 stand auch hier ihr 1972 veröffentlichtes Studioalbum Exile on Main St im Vordergrund.
Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)
- 10 in Ozeanien
- 4 in Nordamerika
| Präsentationsalbum | Exile on Main St |
|---|---|
| Anfang der Tournee | 18. Januar 1973 |
| Ende der Tournee | 27. Februar 1973 |
|
Konzerte insgesamt |
|
| Konzerte insgesamt | 14 |
| American Tour 1972 (1972) |
Pacific Tour 1973 | European Tour 1973 (1973) |
|---|
Hintergrund
Die Pacific Tour 1973 begann am 18. Januar 1973 in Inglewood und endete nur einen Monat später am 27. Februar 1973 in Sydney. Obwohl die Tournee auf Konzertplakaten und Eintrittskarten ausschließlich als „The Rolling Stones Australian Tour 1973“ beworben wurde, machte die Band auch in Nordamerika und Neuseeland Station. In Australien und Neuseeland hatten die Stones zuletzt 1966 gastiert.
Die vorherige American Tour 1972 der Stones hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, da sie eine explosive Mischung aus Band-Exzessen und Fan-Ausschreitungen inmitten der Jetset-Szene bot. Dies führte zu erheblichen Problemen bei den geplanten Konzerten im Pazifikraum, da Visa und Arbeitsgenehmigungen für die Band nur schwer zu bekommen waren. Daher planten die Stones vorsorglich einige Konzerte auf Hawaii, falls die Einreise in bestimmte Länder verweigert werden sollte. Hawaiianische Fans kampierten sogar in der Weihnachtsnacht 1972 vor den örtlichen Vorverkaufsstellen, um Eintrittskarten zu ergattern.[1]
Die Befürchtungen der Stones bestätigten sich, als das australische Einwanderungsministerium am 4. Januar 1973 bekannt gab, dass einem Mitglied der Band, dessen Name nicht genannt wurde, die Einreise verweigert wurde. Am 8. Januar 1973 teilte das japanische Außenministerium mit, dass Mick Jagger aufgrund seiner früheren Drogenverurteilungen nicht ins Land gelassen werde.
Am 9. Januar gab die australische Regierung nach und erlaubten den Stones die Einreise. Zuvor kündigten die Stones jedoch ein Benefizkonzert am 18. Januar im Forum in Inglewood bei Los Angeles für die Opfer des Erdbebens vom 23. Dezember 1972 in Nicaragua (dem Heimatland von Mick Jaggers damaliger Lebensgefährtin Bianca) an. Bei diesem Konzert nahmen auch Santana und Cheech und Chong teil und es wurden über 200.000 Pfund für die Hilfsorganisationen gesammelt. Bei diesem Konzert wurde erstmals auf der Bühne ein Laufsteg hinter Charlie Watts’ Schlagzeugposition aufgebaut. Generell wirkten Aufbau und Spielweise auf dieser Tournee professioneller als auf der chaotischen American Tour 1972. Der raue, verzerrte Sound, der auf inoffiziellen Aufnahmen dieser Tournee zu hören ist, nahm bereits die Spielfreude der Band auf deren European Tour 1973 später im selben Jahr vorweg, obwohl Nicky Hopkins auch auf dieser Tournee, die schließlich seine letzte mit den Rolling Stones werden sollte, noch mit der Band auftrat. Im Gegensatz zur American Tour 1972 erzeugte die Pacific Tour 1973 auch weniger Medienrummel und lockte nur wenige Prominente an.
Nach dem Benefizkonzert in Inglewood gaben die Stones ihre drei Konzerte am 21. und 22. Januar im Honolulu International Center auf Hawaii, bei denen ZZ Top als Vorgruppe auftraten. Dies waren Mick Taylors letzte Konzerte als Mitglied der Stones in den Vereinigten Staaten bis zu einem Gastauftritt auf deren American Tour 1981. Als Nächstes waren mehrere Konzerte in Tokio zwischen dem 28. Januar und dem 1. Februar 1973 geplant, für die bereits 55.000 Tickets verkauft waren. Doch am 27. Januar bestätigten die japanischen Behörden endgültig ihre Entscheidung, den Stones die Einreise zu verweigern; die Konzerte wurden abgesagt und der Konzertveranstalter musste alle Tickets zurückerstatten. Manche Quellen geben an, dass am 5. 1973 Februar ein Konzert im Football Club Stadium in Hongkong stattfinden sollte, dieses fand jedoch nie statt.
Die Tournee wurde am 11. Februar mit einem Konzert im Western Springs Stadium in Auckland fortgesetzt. Am 14. Februar folgte das erste Konzert in Australien, anschließend gastierten die Stones in Brisbane, Melbourne, Adelaide und Perth. Das letzte Konzert fand am 27. Februar 1973 in Sydney statt. Das Konzert in Brisbane musste aufgrund schlechten Wetters zweimal verschoben werden. Das Konzert in Perth am 24. Februar fiel mit dem 29. Geburtstag des Pianisten Nicky Hopkins zusammen. Die Band sang während der Bandvorstellung spontan ein „Happy Birthday Nicky“, was auf inoffiziellen Tonaufnahmen festgehalten wurde.
Australische Befürchtungen wurden möglicherweise ein Stück weit bestätigt, als es am 21. Februar beim Konzert in Adelaide zu Auseinandersetzungen zwischen 5.000 Fans und der örtlichen Polizei kam und 21 Personen festgenommen wurden. Drei Tage später erklärte Al Grassby, der damalige Einwanderungsminister der Australian Labor Party: „Die Stones sind ein hervorragendes Vorbild für die australische Jugend. Ich habe ihnen gesagt, dass ich ihnen vertraue und hoffe, dass sie das Richtige tun. Ich bereue es nicht, sie ins Land gelassen zu haben – ja, ich habe ein Risiko auf mich genommen, als ich ihnen Visa erteilte –, doch jemanden in Verruf zu bringen, ist unmoralisch und unaustralisch.“
Liveaufnahmen
Von der Tour wurde kein offizielles Live-Album veröffentlicht, es existieren jedoch Mitschnitte aus dem Publikum und Soundboard-Bootlegs aller Konzerte.
Setlist
Die gespielten Setlists ähnelten stark derjenigen der American Tour 1972. Die Konzerte der ersten Etappe in Inglewood und Hawaii boten jedoch eine größere Vielfalt, da Dead Flowers und It’s All Over Now in beiden Konzerten gespielt wurden (letzteres war eine der seltenen Auftritte eines Rolling Stones-Titels aus der Zeit vor 1968 in dieser Ära). In Los Angeles wurde mit Route 66 ein weiteres Lied aus der Zeit vor 1968 gespielt, und auch die Titel No Expectations und Stray Cat Blues vom Album Beggars Banquet waren gelegentlich zu hören.
Beispiel-Setlist
- Brown Sugar
- Bitch
- Rocks Off
- Gimme Shelter
- Happy
- Tumbling Dice
- Love in Vain
- Sweet Virginia
- You Can’t Always Get What You Want
- Honky Tonk Women
- All Down The Line
- Midnight Rambler
- Rip This Joint oder Bye Bye Johnny oder Little Queenie
- Jumpin’ Jack Flash
- Street Fighting Man
Tourdaten
| Nr. | Datum | Stadt | Land | Veranstaltungsort | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Leg 1 – Nordamerika/Asien/Pazifischer Rand | |||||
| 1 | 18. Januar 1973 | Inglewood | The Forum | ||
| 2 | 21. Januar 1973 | Honolulu | International Center | ||
| 3 | 22. Januar 1973 | 2 shows | |||
| 4 | |||||
| Leg 2 – Ozeanien | |||||
| 5 | 11. Februar 1973 | Auckland | Western Springs Stadium | ||
| 6 | 14. Februar 1973 | Brisbane | Milton Courts | ||
| 7 | 17. Februar 1973 | Melbourne | Kooyong Stadium | 2 shows | |
| 8 | |||||
| 9 | 18. Februar 1973 | ||||
| 10 | 20. Februar 1973 | Adelaide | Memorial Drive Park | ||
| 11 | 21. Februar 1973 | ||||
| 12 | 24. Februar 1973 | Perth | WACA Ground | ||
| 13 | 26. Februar 1973 | Sydney | Randwick Racecourse | ||
| 14 | 27. Februar 1973 | ||||
Band
- Mick Jagger: Gesang, Mundharmonika
- Keith Richards: Gitarre, Hintergrundgesang
- Mick Taylor: Gitarre
- Bill Wyman: Bassgitarre
- Charlie Watts: Schlagzeug
- Nicky Hopkins: Klavier
- Ian Stewart: Klavier
- Bobby Keys: Saxophone
- Jim Price: Trompete, Posaune